Indiana Tribüne, Volume 17, Number 280, Indianapolis, Marion County, 28 June 1894 — Page 3
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Warnung. DaS Publikum wird vor gewissenlosen Handlern gewarnt, die ge wöhnliches Glaubersalz, oder eine Mischung von gewöhnlichem Seidlitz Vulvcr als .Carlsbader
Salz", Eprud-Salz", Deutsches (erman) Salz", Künstliches Carlsbad", oder Jmproved Carsbader Salt", u.unter vielen anderen Bezeichnungen zu verkaufen suchen, unter der Anpreisung, kaß diese ebenso gut" seien, wie die ächten Produkte von Carlsbad, welch direkt aus den weltberühmten Quellen gewonnen werden. Die? beruht nur auf einer Täuschung deS Publikums des größeren Verdienstes wegen, den der betreffende Händler an diesen Falschungen macht. Ist künstlicher ZiZ e i n s o gutwieächter? Würde irgend Jemand wissentlick künstlichen 5he'rn dem natürlichen Saft der Reben vorziehen ? Warum denn sich von diesen Fälschungen h nterführcn lass n, speciell wenn die (e''.'ndbeit dabei in Frage kömmt ? Die natürlichen Produkte der Quellen von Carlsbad enthalten Bestandtheil-, die künstlich nicht hergestellt werden können Seit Jahrhunderten sind diese ZLäss r von Carlsbad wegen ihrer Heilwirkung bei Krankheiten Ux Leber, Nieren 'und des Magens rühmlichst bekannt. Das ächte Carlsbader Sprudel-Sal; wird direkt aus der Svrudelquelle unter Leitung der Stadtgemeinde CarlsbZd gewonnen, und durch deren Agenten für die Vereinigteu Staaten, die Ei'ner & Mendelsoi Company. New York, verk mst: Jede Flasche des ächt importirten W.ffns und Sprudel-Salzes muh obia?n Stadtsi-gel, sowie die Uuterschrist der Agenten Eisner Mendelscn Co.. IN und 154 Fra klin Str., New Zlork. auf der Etikette haben. Zu haben in allen Apotheken. Man hüte sich vor Fälschungen. Der Ttadtratb : tfarlsbad.
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jj .UM yj und in seiner Bedandlung verbindet. Ex Keilt Syphllis, Geswur Piund unh Halileiden. flechten und all Folgen der ldstbefte:?ug zind folgen d Au, schweifen bei verbeiratheten oder unser, heirak,ten. usftiiss. ..enkrungen tt., Ja focrtmeifelt fmb. Jtcmmt oder
Evrechstunden Morgen bi 3 Ubr. bonds
dil S UHr. Mittwochs und Samstag, vls iveu?r StbendS. Sonntag biZ 12 Uhr.
schreibt.
Der einzige Sohn. .
ritt dem 13. Javre ve,ure lD da Kollegium, likt an Eatarrh. wteein Lvecialü'agte, w ich dawr behandelt wurde. Konnt nickt studiren. mn Gehirn ver wirrie stcd. welcbeZ mich sehr Unzlückilch mitiit. also ci ,ikttt freund?,' weil ich nich, dieselben Vergnügen mitmache konnte, dazu war ich auch d, iniin n K n und meint
Eltern thaten Grobe von Mir hoffen. ' Mein Satarrh war eine ff a bel. mein Leiden entstammte von Selbftde v.mtitna ifnhffnbern 2 a ftern:
'IrnLk J&a btii7 also attaxvon iunergisttK
ch erjahlte lnetnenl Äater alle!, er ,ia:e mla, na 4rt, ,ur Behandlung. Tie Proseorrn benug. (m Äercury. welches Rh,umatimu, er. uzt,, n den beißen Quellen. A a ch , N. D , u t ch? lftnd. erschin, di, Krankheit w'edkr. ich verlvx mein Haar. Geschwür, eigtn, sich am Nun h und einen. amärver eulen und tm Eesta) tupferfarbig, Jlecken. kurz, ich war m totale Lract. Batex kam pna nadN Mich zu S berühmt? rzt,n ,rlinS: die,' w,lg,r, t'N sich jedoch mich zu behandeln und sazken. wegen U.ivedachtsamkeit sei für mich kein, Rettung mehr. Tt Verzweiflung brachte meinem Baker tn einer Nacht graues Haar, ein Sohn war hoffnungtlo verloren, eine verfaulte Masse von Beulen. Kach New flork zurückgekehrt, begegneten wir Prof.
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UttillUHU UV 0 . I " " " Ur Wird Such summ Üesch-.ooren in New Z)ork vor demFriedenStichter E. L e l l a n 0. r
Satte und Hungrige.
Roman von SacherMasoch.
(Fortsetzung.)
lm Vtdend Wie dieser." spracy ga djaun, stimmt unwillkürlich zur : Liebe, zum Genuß. Wie schön wäre es. Milada Petrowna, wenn Sie jetzt schon meine Frau wären !" Er faßte
zärtlich lbre Hand, lutzte sie und legte dann den Arm um sie. Milada ließ es geschehen, denn ihr schien der Augenblick gekommen, einen seit Langem vorbereiteten Plan endlich auszuführen. Sie wehrte Zacharin nicht, als er sich zu ihr vorneigte, ihr mit seinen verschwimmenden Augen in da ruhige, milde Gesicht blickte und sie endlich an sich zocz und wiederholt küßte. Ich danke Ihnen, Milada Petrowna. daß Sie so gütig gegen mich sind," murmelteer. Sie ahnen nicht, wie glücklich ich mich in diesem Augenblick fühle." Sie können mir vor allem dankbar sein," erwiderteMilada mit einem spättischen Lächeln, daß ich Sie von dieser Lazarine Abdonowna befreit habe." In der That, ihre Fesseln haben mich fehr gedrückt." Sagen Sie mir doch," fuhr Milada fort, hat der Bruch mit. dieser Frau Ihnen keinerlei Schaden gebracht ? Man behauptet, sie habe verschiedene Agenten in ihrem Solde gehabt und mit Hilfe derselben jede Verschwörung. :des Komplott entdeckt. Sogar im Lager der Tajnaja Druschina" soll sie einen Spion gehabt haben, durch den sie Alle?, die geringsten Vorkommnisse, erfubr."Es ist viel Wahres daran,- gab Zacharin zur Antwort, aber die Welt übertreibt immer in solchen Dingen. Gewiß hat Lazarine Abdonowna Geschick zur Intrigantin,' und sie hat mir nicht unwichtige Dienste geleistet, aber ich habe mich bei Zeiten vorgesehen. Dieser Spion vor Allem, von dem Sie sprechen, kommt seither direkt zu mir, ich habe mich seiner sofort versichert." Ah ! Das ist gewiß der junge Mann, den ich schon zweimal auf der Treppe traf, wie nennt er sich ?" Das ist ein Amtsgeheimniß," erwiderte Zacharin würdevoll. Vor mir wollen Sie ein Geheimniß haben, Konstantin Jwanowitsch ? Das ist nicht Ihr Ernst." Doch, doch, in dieser Beziehung darf es keine Ausnahme geben." Milada hatte langsam ihre goldigen Zöpfe gelöst und warf den einen nach vorn, so daß er jetzt gleich einer Schlange des Märchens in dem weißen Duft ihres Kleides lag. Den andern hielt sie in der Hand und begann Zacharin mit demselben zu necken. Werden Sie sofort gestehen ?" murmelte sie. Ja, Sie machen mich ernstlich böse, wenn Sie mir diese erste Bitte abschla gen."
Was kann Ihnen denn daran lie-
gen. den Namen dieses Menschen zu
wlssen ?"
Erstens bin ich neugierig." erwl-
derte Milada, und dann handelt es sich darum, zu sehen, ob ich wirklich so viel Mqcht über Sie habe, als Sle mir hei jeder. Gelegenheit betheuern."
NklN, Milada Petrowna, es geht
nicht, es geht wirklich nicht."
Wie heißt er V wiederholte sie, in
dem sie Konstantin Jwanowitsch wiederholt mit ihrem Zopse auf die Wange
schlug.
Müssen Sie es denn durchaus wls-
sen ?" fragte er lächelnd.
Ja. ich will, das muß Ihnen genu-
gen, und ich jathe Ihnen nicht, mir tu
nen falschen Namen zu nennen.
..Also Nun. wie heißt er ?" Heliodor Sewastianowitsch Lubli
nitsch." sagte Zacharin ganz leise.
Milada zuckte die Achseln. Ein
Name, den ich zum ersten Male höre.
Und ist es wirklich der junge Mann, der mir begegnet i ?" ' ".1 ! t
oenr mogucy. Damit war die Sache erledigt und
Milada stand am Ziel.
Sle kam am nächsten Tage schon zu
Ewa Glebowna, wo sie mit Bojan,
Deborah Abraham'ow.itsch, Frank, Hei r . i ' r- cft.
ton uny ewiyli zusammenlam. uaz geriethen in Aufregung, als sie ihnen den Namen des Verräthers nannte. , Wer hätte das gedacht," ries Frank. Ich hielt ihn fuf einen der treuesten, der verläßlichsten. W!e viel Unheil Hai diese? Mensch gestiftet, wie viel würde er noch anrichten, wenn wir ihm nicht bald das Handwerk legend Es wird nicht leicht werden." meinte
Heron, sich seiner zu bemächtigen, er ist schlau und sein kaltes Temperament schützt ihn vor mancher Falle, in die ein
anderer leicht gerathen wurde.
Ich übernehme es, ihn zu fangen,"
sagte Deborah ruhig. Ich bin auch, so viel ich weiß, vielleicht die. einzige
unserer Gttippe welcye yeltovor e wastianowitsch nicht kennt."
Das ist richtig." sprach Heron, Dich und Katinka, Euch Beide hat er niemals bei unseren Versammlungen
angetroffen. Auch mich nicht." sprach Milada.
Abe? von Di? kann in diesem Falle
qar nicht die Rede sem. Du hast Deine
Aufgabe im Hause des Gouverneurs
zu erfüllen," Also es bleibt dabei," begann De
borah von Neuem, ich übernehme es, ihn zu bestrafen. Sind Alle damit
einverstanden ? Es wurde abgestimmt und Alle wa ren dafür.
Weißt Du." sagte VZisc;dq & 99. jan, . daß eI Lazarini Abdonowna war. die Dich denunzirt hat ?"
Ich weiß eS," erwiderte Bojan, aber der Tag der Abrechnung wird
kommen .
Deborah ging schon in den. nächsten Tagen aii Well: Sie was! aus'rei, chem Haufe und verfügte über die nöthigen Mittel, um den Plan, den sie sich klua und wohlberechnet festgestellt
batte. durckfübren zu können. Sie
nahm unter dem Namen Deborah Axa-
, it. inbem sie M für die Wittwe eine ...
reichen Armeelieferanten ausgab, eine kleine, elegante Wohnung in der Gouoernernentsstadt, wo sie Niemand kannte, und nachdem sie sich eingerichtet hatte, begann sie, sofort Heliodor auszuspioniren. Sie erfuhr bald, daß er täglich Vor- und Nachmittags eine elegante Konditorei besuche, ging noch denselben Nachmittag, um die Zeit, wo er dort zu verkehren pflegte, in dieselbe und ließ sich eine Tasse Chokolade und Kuchen reichen.
Es währte rncht lange, so erschien
Heliodor wirklich, elegant wie immer in Erscheinung und Kleidung. Deborah errieth sofort, dak er es war, den
sie suchte. Er wieder war frappirt von der neuen Erscheinung und ihrer seltenen Schönheit. Während er seine Handschuhe auszog, fizirte er sie mit seinen kalten, blauen Augen. Deborah war in der That ein Weib, das unter allen Umständen gefallen mußte. Diese üppige Brünette mit dem dunklen Teint, dem herben, schönen Judithköpf, der durch ein weiches Lächeln gemildert war, das jeden, dem es galt.
gleichsam zu streicheln schien, steigerte die Wirkung ihrer Reize noch um Vie-
les, wenn sie ihre dunklen Gluthaugen
auf jemand heftete. So geschah es auch hier.
Als die Konditorin sich Heliodor nä
herte, fragte er ie, ob sie die ihm fremde Dame kenne. Die Frau verneinte, versprach aber, ihm bis zu sei
7lem nächsten Besuch Bescheid zu sagen.
,Nlcht wahr, es ist eine schone Frau ?
sagte sie lächelnd.
Heliodor nickte und fuhr fort, Debo-
rah mit seinen Augen zu verschlingen.
Er verließ zuerst das Lokal. Er
wollte der Konditorin Gelegenheit geben, mit Deborah zu sprechen. Als sich die kleine schwatzhafte Frau ihr näherte, ging Deborah bereitwillig auf
die Neugierde derselben ein und beantwörtete derselben alle Fragen, welche.
lhr, wie bei einem Verhör, mn naiver
Rücksichtslosigkeit gestellt wurden. Dann fragte sie die Konditorin, ob sie den Herrn kenne, der eben das Lokal
verlassen habe. Nun schüttelte Zh? die
kleine Frau Alles, was sie über Heno-
dor wußte, bereitwillig in den Schoß.
Ein hubscher, eleganter Mann, nicht
wahr ?" sagte sie dann.
Ja, erwiderte Deborah, ich finde
ihn sehr interessant und auch distin-
guirt."
Als Heliodor am nächsten Morgen
erschien, seinen Kaffee zu nehmen.packte
die Konditorm mit sichtlichem Behagen
aus. Die Dame beikt Deborab Ära
mit," sprach sie, und ist die Wittwe
eines reichen Armeelieferanten, welche erst seit einigen Tagen in unsererStadt
wohnt, und was fehr angenehm ist.
sie l t kinderlos. Das wäre eine Par-
tie für Sie, Herr Lublinitsch. Uebrigens hat sie auch nach Ihnen gefragt."
oo 5 Was hat sie über mich ge-
äußert ?" fragte Heliodor lächelnd.
Sie findet Sie sehr interessant und
distinguirt."
Heliodor überlegte nicht lange. De
borah gefiel ihm ausnehmend und da sie reich war. hatte er es gar nicht nöthig, seinem Geschmack irgend welchen
Zwang anzuthun. Da war also die
reiche Partie in Sicht, auf die er es schon so lange abgesehen hatte utit. überdies noch in Verbindung mit einei schönen, stattlichen. feingebildetenFrau. Nur eines war ihm unangenehm er liebte die Juden nicht sonderlich. Doch darüber wollte er sich schließlich hin-wegsetzen.
Als sie das nächste Mal wieder in
der Konditorei zusammentrafen, kam
zufällig ein kleiner. Junge herein mit hinein. Körbchen Rasen, Heliodor nqhm ihm einen reizenden kleinen
Strauß ab und ließ denselben durch den Jungen Deborah überreichen. Sie nahm die Rosen an, dankte Heliodor
mit einem leichten, freundlichen Nicken,
sog den Dust der Blumea ein und la-
chelte dann.
Als sie einige Augenblicke dem
Lokal allein blieben, erhob sich Helio-
dar, näherte sich dem Tische, an dem Deborah saß, begrüßte sie und stellte sich ihr vor. Nachdem sie einige Phra-.
sen getauscht hatten, bat er Deborah um die Erlaubniß, sie besuchn zu dürfen. 1 ' '
Warum nicht ?" erwiderte diese, ich bin hier fremd, und vollständig isy-
lirt, es kann mir angenehm sein, mit
fernem anständige!,, jungen Mann aus guter Fqmiie, wie Sie es sind, zij ver-
kehren."
Ich werde hettits nächstens von
Fhrez gUtigen Erlaubniß Gebrauch machen." erwiderte Heliodor, verneigte
sich tiks, nahm seinen Hut und ging, denn der erste Grundsatz eines wahr
hast eleganten Mannes nach seiner An-
sicht war, den Frauen Niemals lästig
zu fallen.
35.
Es war dunk als die Tbür des
14 fc-')
Kerkers, in dem .?aor scnmacvtete. aus
aina und beim trüben Lichte deS däm
mernden Abends Elena die Stufen
herabkam. Es war seither Herbst ou . i. ."it.. i c- i'-C .ti' r '
rvoroen, ein rouinver Illooersiurm bknlis ilm 'kiVniirrn? und ' in den
Schornsteinen des alten Klosters, wah
reno der eaen auf die arauen. m
Mosten Mauern lgspiitschte. Mit ihrer schlanken Gestalt und ihrem lieb-
lichen Gesicht erschien ihm die junge
Nonne wie ein Bote des Himmels, der
zu ihm in die Ftnsternlk hinabstieg.
?kch komme. Dick zu warnen."
sprach Elena. Mutter Bogumilla wird
Dick beute Abend vornehmen. Tim
b e D ck. ze ae Dick in ke wer Wt
hartnäckig otzes P, 's rburde 4 Nichts nutzen, ergib Dich ruhig und geduldig in Dein Schicksal, versprich es
mir."
Ich kann doch nicht, Dinge gestehen, die ich ni,mlS nedackt und aetban
ftÄ ZMMZM
im $ag io) qicuuii wem vsujiii sä! erleichtern würde." '
Gewiß, glaub' es. mir. Jch.habe mehr als einen hier schon quälen sehen, scklieklick wird der stärkste Wille ae-
beugt. Es ist besser, M läßt S nicht darauf ankommen. Ich habe'fo biet rm V ! fsl ? I ' I JL ! ?
iittitietp. mir ay.- laai.
Wei'.e. I',re y:Nen Augen hafteten mit ausrichtigem Schmerz auf ihm. ..Ich danke Dir." erwidert: Igor, ob'ol ich gar nicht weiß, wodurch ich T e'.e ?,!)cilnal)i::e vndient habe." Sie stand noch immer stumm vor ihm und trockactc ihre Thrän?n, währnd er ihre linke Hnd. die in den weichen Falten ihres weißen Gewändes lag. ergriff und wiederholt küßte. Äls eZ Nacht geworden, wurde Jg wirklich von den beiden Nonnen Leokadia und Filotia abgeholt und in ein unterirdisches Gewölbe geführt, das durch eine Lampe, d'e von der Decke an einer eisernen Kette herabhing, spärlich erleuchtet, wie eine Folterkammer der Inquisition aussah. Die Aebtissin .Bogumilla erwartete ihn. Sie saß in einem violetten Hermelintalar gehüllt. Groß und stolz, in der ganzen Majestät ihrer Macht, die schönen, wohlgepslegten Hände behaglich in dem weichenPelzwerk gebettet, heftete sie die schönen. klugenAugen auf ihn. mit dem Vergnügen eines Jägers, der endlich den Wolf im Netze hat. Dann begann sie mit ihrer harten Stimme zu fragen und verlangte vor Allem, das Glaubensbekenntniß der
orthodoxen Kirche zu hören. Igor leate es rubia und deutlich ab. Die
Aebtissin nickte zufrieden. Nun komm zu mir, mein Kind." fuhr sie fort, und bekenne Deine Sünden."
(Fortsetzung folgt.)
-
5ine Bidet in Brailleschrift. In dem American Printing Horse
or the Blind", einem mit dem Blin-
deuinstitut in Louisville, Ky., verbundenen Etablissement, ist kürzlich ein
öerk vollendet worden, welches in un-
erem Lande einzig in seiner Art sein
dürfte. Es ist dies eine Bibel für die Blinden, welche nicht in Ektypographie
Hochdruck), sondern in Brailleschrift
ausgeführt ist. Die Bibel enthält 1839 Seiten tn elf Bänden, an deren Her-
tellung ca. 10 Monate gearbeitet wor-
den ist. Zum Gebrauch für die Blinden ist freilich schon vor 40 Jahren eine .Bibel in englischer Sprache hergestellt worden, allein jene war in Hochdruck ausgeführt, dessen Lettern
ich durch Tasten mit den Fingern eicht erkennen lassen.
Von diesen Lettern ist die Braille-
chrift durchaus verschieden. Von dem
Franzosen Eh. Barbier erfunden und von dem im Jahre 1852 gestorbenen
ranzosischen Blindenlehrer LouiS
Braille, ebenfalls einem Blinden, ver-
vollkommnet, besteht diese Schrift aus einer Combination von sechs Punkten, welche die Blinden leicht .lesen und mit-
els eines einfachen Apparats rasch chreiben lernen. Die Punkte werden
auf drei wagerechte Linien geschrieben; a bis j bilden die erste, auf den zwei obersten Linien stehende Gruppe und durch Hinzufügung von einem oder zwei Punkten auf der untersten Linie entstehen die anderen Lautzeichen. Die zehn Zeichen der ersten Grupve werden zu Satzzeichen, wenn man sie auf die zwei untersten Linien setzt, zu Ziffern.
wenn man das Zahlzeichen davorstellt. Beim Schreiben wird das Schreibblatt auf eine Gummi-, weiche Leder- oder
gefurchte Zlnkplatte gelegt. Die Schriftzeichen werden durch den Druck mit einem Stahlstift hervorgebracht, den der schreibende Blinde in einem messingnen Lineal führt, aus welchem behufs Darstellung der drei Linien ents
prechende Streifen herausgeschnitten
ind. An deutschen Büchern in
Brailleschrift sind außer einem Lese-
buche auch klassische Werke gedruckt er-
chlenen, z. B. Goethe s Hermann und
Dorothea". Schiller's Wilhelm Tell".
Wallenstein", Scheffel's Trompeter",
eine Auswahl deutscher Gedichte in
zwei Banden und da Neue Testa-
ment. Seit dem Iah. 1883 erscheint
in Berlin sogar ein MonatsZournal
Das Blinden - Daheim" in Braille-
schrist. Soviel über diese Schrist
selbst.
Mit dem Setzen der in dem Am?-
rican Publishing Hsusö s the Blind" hergestellten Bibe wurde am 23. April 1893 begonnen und das ganze müh-
same Werk von vier Mädchen ausgesührt. Darauf gi.r.g es- an das Drucken. Da die Schriftzeichen sich nur auf einer Seite hervorbringen lassen und dieselben scharf hervortreten müssen, mußte selbstverständlich sehr
starkes Papier verwendet werden. Vier
Seiten wurden zu gleicher Zeit ge-
druckt, je sechs zusammengefaßt und
mit Draht gehestet. Die einzelnen Bände sind drei bis vier Zoll dick; das Alte Testament umfaßt acht und das
Neue Testament drei Bande. Der Druck der ersten Ausgabe kostete 53000 und das Einbinden eines jeden Bandes
in russischem KqMde? nen Dollar. Die Bibel, würd fich demnach sehr
theu stellen, wenn rncht vor Jahren
eine reiche New Yorkerin der amerika-
Nischen Bibelgesellschaft 40.000 vermacht hätte, um Bibel süe die Blinden drucken zu Ufttrü Bis 1883 ge
schah dies tn Boston, in welchem Jahre
das iLtabllssement in Louisville er-
richtet wurde. Dasselbe wird von der Bundesregierung mit $10,000 per Jahr unterstützt und ist in einem auf
Kosten des-Staates. Kentucky errichteten Gebäude untergebracht. Alle diese Beneficien tragen natürlich dazu bei, daß die Bibeln . unter dem Herstel-
lungspreise abgegeben werden können.,
Dtr Sammtlritte? Ytzv Helcht,
Pei ick et ju meenen dhue. un det
M so ne Art Sammelritter zewor
den' jewesen bin, däfor kann ick doch
ich hier.us t Knmlnal rmschuddern,
det wäre' doch . 'n Visken happig", meinte vor der neunten Strqffoiiw in Berlin der MetAllsBeifsr'tzatkywitz.
welcher a.ä'UngkZ. gehabt hat, fchon wleerholt wegen Diedstahls bestraft zu
sein und jetzt wieder m Untersuchungs
haft genommen ist. Vors.: Ihr guteZ Meinen ' kennen wir schon! wollen
allerdinas immer. ?.aK Mtz Ihrer Mit menschen. Wir mnnen das aber Dieb stahsÄnaekl.: Nau!. Ick un' Dieb
stahl! Sowat jiebt ei nich. Vors.:
Sie sollten doch wirklich lieher. ein.o.sfe-
nesGeständnitz ablegen und sichdadurch eine etwas mildere Beurtheilung sichern. Angekl.: Det jeb ick ja zu von wejen die Vorstrafens, aber da kann ick doch jetzt nich mehr for injestochen wern, denn die Strafens hab ick doch fchon abjeknastet. Vors.: Sie sind beschuldigt, dem Arbeiter Müller ein Portemonnaie mit 7 M. Inhalt aus der Tasche gestohlen zu haben. Angekl.: Nanu! Hrr Jerichtshof. der Müller is een Lump, der fähe jrade so aus. als ob det er de Märkelchens so locker in der Tasche haben dhäte. Nee, sowat jiebt et nich. denn hat der Mann det Jeld alleene jestohlen, wenn er et jehabt hat, UN nu soll ick det natürlich jewesen sind. Vors.: Reden Sie doch nicht solchen Unsinn. Es handelt sich nur darum, ob Sie ihm das Geld genommen haben. Angekl.: Na. sehen Se. det sage ick ja. Ick habe 't nich jemacht. Ick mache überhaupt keenen Diebstahl nich. Vors.: Waren Sie denn am Abend des 26. Februar im Lokal des Gastwirths Lehmann? Angekl.: Jewiß! War ick! Det wer' ick woll noch kennen. Vors.: Haben Sie dort den Müller getroffen? Angekl.: Habe ick. Det streite ick Allens nich. Vors.: Gut! Kannten Sie den
Müller schon seit länaerer eit?
Angekl.: Den kenne ick überhaupt nich.
W, .Herr Jerichtshof. mit so'n Men-
chen halte ick mir nich uf. Vors.:
Woher wollen Sie denn unter solchen
um landen wissen, dak Muller ein
Mensch ist. der kein Geld bei sich haben könne? Angekl.: Nanu, der Mann war doch betrunken un det is doch keen anständiger Mensch:
Vors.: Waren Sie denn nüchtern?
Angekl.: Jott. det is 'ne Frage, so'n Bisken mildernde Umstände hatte ick mir ooch aniekneipt. Vors.: Sie sol
len sich nun mit Müller besonders zu
schassen gemacht haben. Angekl.: Jott. det kann ick irade oock nick be-
Häupten. Der Mann hatte eenen in de Jedankenhöhle. un da habe ick ihm denn nu natierlich 'n Bisken anieulkt.
det wird sich woll so jeheeren. Ick habe
hm zu'n kleenen Tanz ufiefordert.
denn ick wollte mal fehn. ob det er noch
ckerbeln kennte. Wie ick nu een kalbet
Mal mit ihm rum bin, da merke ick, det
et gefährlich wlrd, na un da habe ick
hm feste iehalten un ,anz sackte uf ee-
nen Stuhl jesetzt. Det is allens. Vors.: Die Hauptsache haben Sie na-
urllch vergessen.. Sie haben nicht geagt, daß Sie ihm bei der Geleaenbeit
in die Tasche gegriffen und das Vorte-
monnaie gestohlen haben. Das Portemonnaie ist in Jhreröand aeseben wor-
den. Angekl.: Na Jott, et kann ja
ind. det ick in'n ersten Sckrecken mit de
Hand in seine Tasche jerutscht bin, un
wenn denn det Portejuchhee drin bleibt, wat kann ick dafor? Vors.:
Nun, sehen Sie wohl, da hätten Sie doch nicht so viel Umstände machen sol-
en. Angekl.: (halb weinend): 5err
Jerichtshof, det habe ick doch bloß je-
macht, weil ick eene kranke Framind een
kleenes Kind zu Hause habe. Der
Gerichtshof billigt wegen des letzteren
Grundes dem Anaeklaaten nochmals
mildernde Umstände zu und erkennt auf neun Monate Gefänanik.. wo-
von ein Monat für verbüßt erachtet
wuroe.
G
Schön und in
Soll daS Sau kietS sein!
Die besten Bürsten da,u kauft man bet
y. Schwede! 420 Ost Vtcaxl
vt.
Eröffnung !
FaiEviFarfc
ES wurde eine Kücke einaericktet und Zrau
sherman ist vorber'itet Besucher zu bedienen Such wurde am östlichen Einaana "m Park
ein Plaö eingerichtet, wo Pf,rde angebunden
werden könne. und wird dafür nur der nomi
nelle Preis von 5 Cents für jede in dem
Gefährt befindliche Person gerechnet.
Angekommen : Zunge
Spott - Vögel ! An Hand alle Sorten Vög?l, Aquarias,
Globes, Goldfische, Pogelsaamen wri Futter.
C. F. Klepper, 133 MaffachusettS Zlveu,.
Itefalls k
ist daS neue Heim des Schwoba-Schul.ze
Konrad Hecsz,
der alle seine Jreunde einladet, ihn in
seiner neuen Wirthschaft fleißig zu be-
suchen.
Die
Union Trust Co.
üapital 5000,000.
Office: Uo. 68 Oft darf et Straße.
31 fr. SvLiatz. vortz Uf I.
Präsident. 1. Vice.Präftde unk
Echatzmelfter.
vbis .Harrt. Sa'lL.Lo-k.
1. ijepräftdkat. Sekretir.
Dire k t r s:
Eharle H. Brownrll, N.T.DePa-4. . Harri. Sterling .H1t, Henry S.Long. dward L.McSkk,
C. Da,. J.E.Slkon. John H. Holliday, Seorge Sothe,
olney Z. Mallott.
Eam.S.Siauh.
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Um die herrlichen Bilder, welche die columbische Weltausstellung bot, der Mit- und Nachwelt getreu zu erhalten, sind von der Regierung der Ver. Staaten mehrere hundert photographische Aufnahmen veranstaltet worden. Nach dieser Aufnahme sind 320 Bilder (20 Portfolios) angefertigt worden, welche alle Theile des großartigen Unternehmens, die herrlichen Gebäude, die anmuthigen Land- und Wasscrszenen, das bunte Treiben an der Midway Plaisance, kurz eden bemerkenswerthen Theil der Ausstellung umfassen. Jeder dieser 320 Abbildungen ist von sachverständigen Schriftstellern eine Beschreibung beigefügt worden, welche, in Gemeinschaft mit den Kunstwerken, ein prächtiges Andenke an das großartige Unternehmen bildet. Die Bilder erscheinen in 20 Heften zu je 16 Blättern. Der reguläre Preiö des Heftes ist im Buchhandel 25 Cents. Die Jndiana Tribüne" hat jedoch, um ihren Lesern etwas Außerordentliches zu bieten, das Verlagsrecht derselben mit deutschem Text für Indianapolis erworben und bietet ihren Abonnenten dieselben für nur 10 Cents das Heft an, ein Preiö, der kaum die Herstellungskosten deckt. Dieser niedrige Preis ist bloß für diejenigen, welche sich dadurch als Leser der Tribüne" legitimiren, daß sie beim Kaufe eines HesteS fünf von den Coupons, die sich an dem Kopfe des Blattes befinden, und von denen jeder ein anderes Datum tragen muß, abliefern. Ohne CouponS kostet daS Heft 25 Cents. Heft No 20 kann in unserer Office gegen Zahlung von 10 Cents in Empfang genommen werden. m DaS Erscheinen der weiteren Hefte wird von Zeit zu Zeit bekannt gemacht. Der Werth deS Werkes wird von Jahr zu Jahr steigen und es sollte keiner unserer Leser versäumen, sich eS zu sichern. Indianapolis, im Januar 1894.
Tribune Publishing üornp'ny t!T Aufträgen ver Post wolle man gest. 2 (5entS für Porto für iedeS Heft beifügen.
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