Indiana Tribüne, Volume 17, Number 277, Indianapolis, Marion County, 25 June 1894 — Page 3
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Würnnng. DaS Publikum wird vor gewissenlosen Händlern gewarnt, die gcwöhnlicheö Glaubersalz, oder eine Mischung von
gewöhnlichem Selvlltz Pulver alS Carlsbader
Salz", Sprudel-!;", Deutsches (German) Salz", künstliches Carlsbav", oder Jmproved Carlsbaker -alt", u.nnter vielen ankeren Bezeichnungen zu verkaufen suchen, unter der Anpreisung, atz diese ebenso gut" seien, wie die ächten Produkte von Carlsbad. welch? direkt aus den weltberühmten Quellen gewonnen werden. Dies berubt nur auf einer Täuschung des Publikums des gröberen Verdienstes wegen, den rer bet essende Händler an diesen Fälschungen macht. I st k ü n st l i ch e r ZL e i n s o gut wie ächter? Würde irgend Jemand wissentlich künstlichen Wem dem natürlichen Saft der Reben verziehen ? Warum denn sich von diesen Fälschungen h ntersühre lass n, speziell wenn die Ges''ndbeit dabei in Frage kömmt ? Die natürlichen Produkte der QuelIen von Carlsbad entdal'.en Bestandtheil?, die künstlich nicht Hergestell: werden können Seit Jahrhunderten sind diese Wäss r von Carlsbad wegen ihrer Heilwirkung bei Krankheiten der Leber, Nieren und des Mäzens rühmlichst bekannt. Das ächte Carlsbader Sprudel-Sal, wird direkt aus der Svrudelquelle unter Leitung der Stadtgemeinde Carlsbad gewonnen, und durch deren Agenten für die Vereinistteu Staaten, die Ei?ner & Äendclsoi Company. New York, verkauft: Jede Flasche des ächt importuten Wassers und Sprudel-Salzs rnufe obigrn Stadtsirgel, sowie die Uuterschrist der Agenten Eisner & Mendelscn Co., 152 und 154 Fra klin Str.. N(h York, auf der Etikette haben. Zu haben in allen Apotheken. Man hüte sich v or Fälschung en. Ter tadtratd : Karlsbad.
Satte und Hungrige.
Roman von Sacher-Masoch.
(Fortsetzung.)
iyres Vaters durch ihre treue z?amm:rfrau und Amme unterrichtet und sah oen Ereignissen muthig und ziemlich sorglos entgegen. Fürst Wengerofskoj kam einige Tage später an, wurde von dem Fürsten Borodinoff herzlich empfangen und Vilia als der ihr be-
stimmte Gatte vorgestellt. Sie hatte in diesem Augenblick kein Wort der
123 gav ein wundersamcs Lichter
foieUuf ihrem kleinen Fuß. der unter swfh-n, n. bnm? stA if und
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vzm uuiiucn aurn ruutiuiuu, au stumm UNO verließ den Saal, ohne ihrem vollen Arm, ihrem Hals und mu hfm nwrtm hh hn solcken tt.'le-
dern schwarzen, glänzenden Haar, tofy--- aenheiten gebräuchlichen Redensarten
rend v m anil)tüxatü t)tc meinen öcmcf,fclt zu lben.
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Glieder dehnte. Jqor kehrte ihr sein
hübsches, junges Gesicht gleichsam fragend zu, er schien etwas zu erwarten.
und als sie fortfuhr, zu schweian, wurde es ihm immer seltsamer zu
Muthe. Es kam über ihn wie eine
süfce Ohnmacht. Er wendete sich von ihr ab, sie aber neigte sich jetzt sanft
zu ihm und nun strömte wieder jener eigenthümliche Duft über ihn hin, der
sie stets umgab, als ob eine Blumen-
seele in ihr wohnen würde, die Seele
einer glühenden, süß betäubenden Tropenblume. Die langen Wimpern war
fen elnen gehelmnlßvollen Schler
über ihre glühenden Augen, diese feuch-
ten, gierigen, dämonenhaften Augn.
welche sich wie mit Bampyrkrallen an
sein Herz hrngen.
Haben Sie mir nichts zu sagen.
Igor Romanowitsch? begann sie endllch, indem sie hie Hand leicht auf seine
Schultern legte, und da er rncht ant
wortete, fuhr sie fort: Soll ich es Ihnen zuerst sagen, vaß Sie mir gefallen, daß ich Sie lieben könnte?"
Stf zog ihn mit verschamterAnmuth
an sich, ihre trockenen Lippen schienen in Fiebergluth zu dürsten. Igor war
es zu Muthe, wie wenn e? auf dem Scheiterhaufen stände, von Flammen umkckt. Doch im nächsten Auaenblick
hatte er sich gefaßt und machte sich
energisch von ihr los.
.Lazanne Abdonowna, stammelte
Wengerofskoj
empfand sofort, daß hier etwas nicht in Ordnung war. Er beschloß' jedoch, seine Bedenken nicht dem Fürsten mitzutheilen, sondern von Bilia Paulowna selbst sich in ehrlicher Soldatenweise eine ehrliche Antwort zu holen. Ganz unerwartet kam sie seinem Wunsche entgegen, denn nach dem Diner schlug sie ihm einen Spaziergang im Park vor, und als sie in die Nähe eines kleinen Kiosks kamen, trat sie in denselben ein und bat den Fürsten, indem sie ihn mit einer anmuthigen Bewegung einlud, ihr gegenüber Platz zu nehmen, sie anzuhören. Mein Benehmen." begann sie, hat Sie ohne Zweifel in Erstaunen ver. setzt, ich war vielleicht unartig nach den Begriffen der Welt, aber ich konnte nicht anders handeln. Glauben Sie mir, daß ich alle Achtung und Sympathie für Sie selbst empfinde und sehr gut weiß, daß es nur eine Ehre für mich wäre, an Ihrer Seite durch das Leben zu gehen, aber ich bin nicht ehrgeizig. Fürst, und vor Allem bin ich nicht frei, und somit kann ich niemals die Ihre werden. Ich lube. Es ist keine schwärmerische Mädchenneigung, kein Jugendtraum, sondern eine ernste Wahl, die ich getroffen hake. Der Mann, den ich liebe, hat mich genommen wie ein Stück Thon und hat aus
mir das Wesen gebildet, das jetzt Jh nen seine Beichte abfegt. Alles, was
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Di Q. RTheel) 1317 Arch Str., Pb,,ad.lph,55a! Ctr einige, wahr Tpialist in Amerika heile kann, nachem selbst die berühmtesten erzt aller nder fehl gingen. Dr. Tkeel ist der inzige Arzt der Welt der all drei medizinischen Schulen (die All,
di neue und fit Auserwalzltt) ftudirt und in seiner Behandlung verbindet. Er Keilt EyphUiZ, Gesckwur, Mund und Haltleiden, flechten ur.i alle Folgen der ldftdefickug und Folgen des AuS schweifeni bei verbeiratheten oder unver s,,S (KavwArtiM.i fi
p4M T V .iinyiiHnii v. u die iwi so veriweiseltsind. Kommt oder
schreibt. Sprechstunden Morgen 9 biZ Z Uhr. Abendi di Uhr. Mittwoch und Samstag li4 10 Uhr
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DaS Gluck etncS Letdenoen. Vor 4 Jahren traf mich das Unglück mit der schreck lichen Krankheit Svpkilit angesteckt zu werden, durch Tattoiren, mit einer adel, di erst an meinen Freund gebraucht würd, welcher EvphiliS hatt ohn mein Wisien. Di Krankheit trat erst in milder Form am Tattoirten Arm auf. onsultirt zwei Aerzt ohn Srlolz. Bekam Ausbrüche nach Z Monaten am ganzen Sörper von Kops zu Fuß. Besucht inen dritten Arzt ohn Erfolg. Tan sah ich in Annonce von ei em dlladelvbiaer rzt der behauptet all Kranken
zuheilen. Wenn Andere feh! gingen. Ja) konsultirte ihm. bezahlte tzsa.o aber keine Kur noch Linderung.
erlor mein Haar. Schmerze und Jucken Wurden un rträalich, konnt wder schlafen noch ruhen. Weint, Xai ind Nacht vo Folter. Mein Körper war mit " 0if4.irhiA VtIsT (T
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iRufet zwkt Alonat da Zimmer büte uud 6 Monat lana nicht
arbeite. ' Ich backt Tod ringt Erlösung. Ta, besucht mich em freund, der laste : ..Edward be
such, doch denTr. Thees, 131? rch Etr , Phila., Pq. Der ein Iiz, der dich heile kann. Ich chried an Tr. Tbeel der sagt,, nvnrtt itnV Inst itittrl itrktn
M W")Ut l...tf Vtoai ich auch that. Dank, den
I Allmächtige und Dr. Tkeel
. i aroiartizeGeschicklichkeit und ah,
takeit. sofort bekam ich Lind,
V 4P J un3 konnt wieder ruhen, nach JktV:'trtlSX Monaten war mein Körper wi
eua baren, nach weiteren s Monaten war ich gründlich
kurirt. Ich schickt ihm inen Freund zu. mit gräßlichen
?,oige 0 eldfldfleaug. derionn remur ge undea hatt. Aber Dr. Tdeel kurirt und machte ine gesunde starken Mann au Ihm. Binn jetzt starker all jemals. - Mein Rath, ob reich oder arm. und trozene und all di falsch berathet, beschwindelt und betrogen, verzweifelt nicht, maa sagen wer will
der Dr. Zbeelsei nicht, eh hin zu ihm. er kurirt unbedingt. Ei Arzt der mich m,t Quacksilber behan delt.laate, Theel ,t nicht werth, da st in küge, r befürchtete, wir würden sein Unkenntnisse aufdek kea. Tdeel ist der best gutmüthigste und uther ledende Man, ein Au,1agen werbet Ihr .ia MC-.rhfit bthAü 3 tn. W'NN ibr nachsorschtt.
schmal sag, ich Dr. S. F.. Theel ist dergröbte r . . .'a . k. ff M- A rtt
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er. oevenken tote, was tote tyun. Zck bin. danke ick ibm. ck war ein
Vergessen Sie nicht, daß Sie eine ver- oberflächliches, unnützes Wesen, um heirathete Frau sind, daß es Sünde nichts besser als alle unsere jungen Dawäre, wenn ich Sie lieben wollte, men. Er hat meinn Geist geweckt und SÄnde auch von Ihnen, einer flüchti- gebildet, mein Herz wachgerufen, metgen Laune nachzugeben." nen Charakter entwickelt und aestäblt.
.Igor Romanowitsch, Ihre Tugend Ich hak in ihm den Gefährten aefun-
amüssrt mich." erwiderte Lazarine kalt. den. mit tem ich allein zu leben verMir ist es ernst damit," erwiderte mag. Zwischen uns besteht eine vollIgor, ich möchte nicht für das frevel- ständige Harmonie der Denkweise, der
hafte Gluck ewiger Stunden meine Art zu suhlen, der Bestrebungen, der aantf Zukunft preisgeben. Fürchten Ideak und Ziele. Ich habe viel zu Sie Gott. Lazarine Abdonowna." viel Achtung vor Ihnen. Fürst Wen-
Gott? wiederholte sie lächelnd, gerofskoz. um Ihnen irgend etwas zu
.Sie glauben also an ihn und auch verschweigen und ich alaube auch, dak
wohl an Himmel und Hölle? Und Sie der Mann sind, meine Gründe zu wenn es nichts weiter gibt. Igor Ro- verstehen und mir nicht böft zu werden, manowitsch, als dieses irdische Dasein? wenn ich für die Ehre, Ihre Gemahlin Mir kommt ein Mensch, dessen Herz, zu werden, danken muß. Vergeben Sie dessen Sinne der Tugend zuliebe dar- mir, was nicht zu ändern ist." ben. vor, wie einer, der Loose in der Im Gegentheil, Vilia Paulowna." Lade liegen hat und dabei Hunger ki- erwiderte Wengerofskoj, ich muß Sie det. Wenn seine Loose ihn betrogen um Verzeihung bitten, daß ich, wenn kzaben, was dann?" auch unfreiwillig, Ihre Ruhe aestört
Ich bitte Sie, Lazarine Abdonow'' habe. Ich bewundere Sie. und ick
na, gestatten Sie mir, mich zu entfer muß Ihnen gestehen, daß es mir jetzt nen." erst aufrichtig leid thut. Sie nickt als
Wie ernst Sie mit einem Male meine Frau heimführen zu dürfen.
sind," murmelte Lazanne, welche sich Wenn ich bisher im Sinne der Gesell- ' w ' 1 ' 1 rx.n .u . 4.rr c . cn 1 1
in die Nissen zurückgelegt hatte. Sie WI a eine pa,ienoe Parne geoacyt war beschämt, beleidigt, aber sie ver- be, so habe ich zu meiner Ueberrabarg ihre Wuth und konnte noch lä m Ihnen eine Frau gefunden, cheln. Wer wird einen Scherz gleich 'ch wahrhaft achten und lieben r 1 ' r r na , rt.it x. . r H 5 cn
0 iraglja) neomeni i lonnle. eoen ?ie woyi, 5iiia Pau-
Wahrend sie leise lachte, verließ er lowna. und vergessen Sie niemals, dan
rasch das Gemach. Sie in Petersburg für immer einen
Als die Portlere hinter ihm zuae- treuen Freund u?.d Verehrer haben
fallen war, sprang Lazarine auf und werden." begann, im Gemach hin uno her zu Ich danke Ihnen," erwiderte die aeb.m. Hatte sie geträumt oder war Prinzessin, indem sie ihm herzlich die
ihr das wirklich geschehen? Sie war Hand bot. LebeN Sie wohl, Fürst verschmäht worden von einem Knaben. Wengerofskoj, und reisen Sie glückder ihr gegenüber mit seiner Tugend lich!" prahlte. Fürst Borodinoff war nicht wenia
Oh. er sollte es büßen! erstaunt und verlegen, als er das ReN'mals wird sie zugeben, daß ein sultat der Unterredung zwischen dem
Zeuge ihrer Verirrung. ihrer Schmach Obersten und seiner Tochter erfuhr. r! . . r . i t . . r C .3 1 1- I tn c . r r w i m c
nci uiinciycii, um uuutu c tuill , 'camoem er lein ausrimilges ?eoauern c.ii.ti r... o f rci.nxi ... . J e 1 , . .
naicui. icnic xiimu in vciiuu su i oaruoer ausgei.proazen naiic, men er
schleudern. Sie ist nicht die Frau, es für nöthig. Wengerofskoz wenigstens sich von irgend jemand verachten zu bis zur nächsten Bahnstation zu be-
lassen und am wenigsten die Frau, gleiten. über die man lachen darf. Als Fürst Borodinoff nach Hause
Warte nur, Knabe. Deine Tugend zurückkehrte, war Vilia fort. Sie
soll Dir theuer genug zu stehen tom' hatte nur wenige Zeilen an ihn hinter-
men! la en.
.Da Du'' mir Deine Einwilliauna
31 zu einer Heirath mit Boris Dobrüs-
Am Tage nach ihrem Waldgange kin nicht aeben willst, und ich von ihm
fragte Boris die Prinzessin, ein wenig nicht lassen kann, muß ich bemüht sein, spöttisch, wann sie ihre Hochzeit seiern mich auf eigene Füß? zu stellen und
wurden. mir selbst eine Enstenz zu arunden.
Ich denke bald,- erwiderte Villa. Gieb Dir keine Müh?, mich zu suchen.
ich weiß, daß Sie die Dinge nicht Papa, denn Du wirst mich nicht finden.
gern lange aufschieben, zu denen Sie D?me Dich liehende Tochier Vilia
sich emmal entschlossen haben. Paulownq
Wie genau Sie sich meine Worte Der 5ürN flank mü d,rn Nri,s in
anmerkt haben " widerte er läcrlnd. Hand wie versteinert da. Dann Gut. wenn es wirklich Jh? Ernst ist, hgann er die Dienltleute Zn's Verhör . A II jmt M U W A t.-T A&W&AB '
oautt iviu iu, murgm w uiz vtaui ju ju nehmen, vor All?m die alte Amme ruckkehren.um meine Angelegenheiten LZilias. Niemand konnte ihm Aus-
erwiderte Vilia
zu ordnen.
.Thun Sie das.
Paulowna.
Wirklich fuhr Bons am nächsten
Tage nach der Stadt zurück.
kunft geben. Niemand hatte eine Ah
nung. wohin sie gegangen war. Wie
es sich später zeigte, war die Prinzessin
so vorsichtig gewesen, nicht einmal Bo
ns mitzutheilen, wo sie nck rn der
THE
Nach dem Diner, als die Prinzessin sn kt mrffalhn w,, Wn
iwm Vater auf der Terrasse saß, der Fürst an Ort und Stelle nicht theilte sie ihm ihren Entschluß m ihrer vn inaflen Unbaltsvunkt ,wZnnen
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oriaineuen xiseiic nur. konnte, der ibn auf die (Srnir fein
(rn.:ci rr.. nw - tk..j. . ' 7 . . ' ... r i ...
cibi , "V"' yyi v,? cntfloncnm Tochter hätte rühren kön
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TUE COtTTSIIlUa. CnEMICAIi CO 1
TFaahlnston, D. C. '
mich zr fragen? Nein, Vilia, hazu werd? iij niemals meine Einwilligung
aeben. Das aeht denn doch zu weit.
Ich h..be immer den liberalen Ideen gehuldigt, aber schließlich haken die Zugesta idnisse an den Zeitgeist doch
ihre Gr.izen. Alle Achtung vor Borttz Wassiljti?itsch, aber ich habe eine Pas-
Fürs!
Wo ist Vilia?" fragte der
erregt, Boris sah ihn erstaunt an. Wie soll ich das wissen?,Ist sie nicht bei Ihnen?" .Bei mir nichts
.Sie ist fort rief der Fürst, indem
er aufgeregt aufs und abging. Sie
ner Leute handelt. Mein Gott, was sind Sie für ein unmoralischer Mensch, Pauk Alexandrowitsch! Aber natürlich. Sie sind ja noch einer aus der früheren Generation, ein Mann der alten Schule mit ihren halb romanti--schen, halb frivolen Ideen. Nein, mir mir so was zuzumuthen!" Der Fürst begann laut zu lachen. Sie lachen?" rief Boris, indem er vor ihm stehen blieb und heftig aus seiner kleinen Pfeife dampfte und dann, nachdem er dieselbe aus dem Munde genommen und kräftig wie ein russi, scher Bauer bei Seite gespuckt hatte: Sehe ich etwa wie ein Verführer aus?" .Nein." erwiderte der Fürst, noch immer lachend. Wie ein Entführer?" Noch weniger." Wie sehe ich denn aus?"
Wie ein braver Mann." gab Fürst
Borodinoff zur Antwort, indem er ihm die Hand reichte.
Also, wie können Sie mir mit sol-
chen Geschichten kommen?"
Erlauben Sie vor Allem, Boris
Wassiljewitsch, daß ich mich setze. Mir ist der Schreck in die Glieder gefahren."
Nachdem der Fürst sich auf einen Stuhl
niedergelassen hatte, begann er von
Neuem:
Aber sehen Sie, lieber Freund, Sie
können doch nicht leuanen, daß Sie
Vilia Dinge in den Kopf gesetzt ha-
ben?"
So? Da muß ich Ihnen doch ganz
eraebenst bemerken, Paul Alexandrawitsch, daß es vielmehr Ihre Tochter
Vilia Paulowna war, welche mir
Dinge in den Kopf gesetzt hat, ich wollte zuerst gar nichts von ihr wis sen!"
Das ist aber doch stark," murmelte
oe: Fürst, während er die Augen auf-
riß.
Ja. ja." rief Boris, aber es ist
doch so, sie hat mich besiegt, sie hat mich
überzeugt von ihrem Werthe, sie hat
mich sozusagen gezwungen, sie zu lie-ben!"
Das ist alles sehr schön, sehr poe.
tisch," entgegnete Fürst Borodinoss, aber Sie müssen doch einsehen, Boris Wassiljewitsch, daß eine Heirath zwischen Ihnen und Vilia den Traditio. nen unserer Gesellschaft widerspricht.
Ich erwarte deshalb von Ihnen, als einem anständigen, wahrhaft ehrbaren Manne, daß Sie Vilia entsagen."
Entsagen? ich? Oh. jetzt denke
ich nicht im Entferntesten daran. Kilia Paulowna ist genau die Frau, die ich brauax. Prinzessinnen gibt es
genug, aber wahre Frauen wie Vilia weniq."
Also, Sie bleiben dabei, meine
Tochter zu heirathen?"
Gewiß bleibe ich dabei. Geben Sie
sich also, was mich betrifft, keine tvei-
tere Mühe, Paul Alexandrowitsch.
Der Fürst verließ Boris Wassil e.
witsch trotz dessen Entschlossenheit et-
was beruhigt und begann nun nach
allen Seiten sm vertraute Boten aus. zusenden, welche die Aufgabe hatten.
den Aufenthalt der Prinzessin Villa auszuforschen.
Zwei Wochen vergingen, ohne daß
Fürst Borodinoff irgend eine Nach-
richt, irgend ein Lebenszeichen von seiner Tochter erhalten hatte. Endlich
kam etwas Licht in die Sache durch
einen jüdischen Hausirer, welcher von dem Vorfalle Kenntniß erhalten hatte und sich beeilte, Borodinoff die Nachricht zu bringen, daß im Dorfe Kokoloffka sich seit kurz:r Zeit eine Lehre-
rin befinde, welche der Beschreibung
nach der entflohenen Prinzessin auf-
fallend abnllck sebe.
(Fortsetzung solgr.)
r . 1 . i : . r:: ts:j
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Der Fürst schüttelte den Slofl tu blikle. ntflobln! ilnd da mttmn Wendete sich SV. m i WUmnrW nnn !M,Z
. , - V V C W 9m W WW Noch in derselben Stunde telegra- itu bc& Jh Tochter bei mir ist? phirte Fürst Borodinoff an den sur Für was halten Sie mich denn?". ' '
BlUa bestimmten lümooien, oen woer mußte doch es lag nahe, ann ev."n irn.....,(? a tV fv tfn I ; u ST . 3 7 '.
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oon zu rommen. .Sie haben gq? Nichts anzunehmen, ' Oi:,:.. nTtart flTJrtfcnrt rtmeil n -0l. , rl In.
L füiua wmwjyi fott nxn 5 IM um flv? iiQTC UstOClCQOUC
Tt grage nachdem Alter. Dieser Tage machte eine Notiz du
Nunde durch die Zeitungen, worin
mitgetheilt wurde, dag eine junge Frau wegen Urkundenfälschung ver urtheilt wurde, weil sie ihr GedurtS attest gefälscht hatte, um ihren Bräv' tigam über ihr Alter zu täuschen.
und daß das Reichsgericht das betreffende Urtheil bestätigt hatte.
Sie hatte um die Liebe ihres Verlob,
ten gebangt und ihr im schlimmsten Falle thörichter tfrnfi mußte als Ber-
brechen gebüßt werden. Zu dieser
Thatsache veröfientlicht nun eine sehr
sedergewandte Clalre" folgenden Glossen: Richter und Gerichte in Eh ren. aber die Geschichte ist doch nicht
ganz in der Ordnung. Unsinn! er
wieder mir darauf die Männer
ernste oder spöttische eö geschieht
der GanS schon Recht und eö ist Zeit.
daß sich andere an ihr ein Beispiel nehmen. Wann werden die Weiber endlich einsehen, .daß von all' den Lü gen,, zu denen daS schwache Geschlecht von Hauö aus hinneigt, die Lüge über das Alter die dümmste, weil
nutzloseste ist? Denn entweder sieht, eine Frau jünger aus als sie ist.dann
hat sie es nöthig, ihre Jqhre wegzu legen, oder sie ist so a,U, wi.e sie aussieht, dann nützt e ihr nichts, sich
langer zu machen. Wozu also, eine
yup,e, die nur schätzen, Acht. nWli.
kann?
Tarauf erwiedere ich gehorsamst:
Wem nützt eZ divN und wozu, daß
man tklfl wahres Alter angebe, tv
halb diese Angabe uns genirt? Ich
pegreise die Notowendigieit in allen
gäfleir strikter NechtSsragen. z. B,
zur Feststellung von Erbansprüchen oder um die Verwechslung von Per
sonen zu verhüten. Wenn ich aber aus rein psychologischen Gründen
sagen wir nur geradehin: m dem
Wunsche, zu gefallen ein Alter
angebe, daß man mir glaubt, wo ist
das Verbrechen? Wo die Dummheit? Ich finde im Gegentheil, daß eS eine
Dummheit, za eine Sünde von den
Männern ist, in diesem delikaten
Punkt das ewige inquisitorische V(r fahren gegen uns Frauen einzuleiten
Wenn ich eine Wittwe von 34 Jat ren bin und,' n.öch lmni.er srijch und begehr'enSwerth qussehy (Noch immer! heißt nur für unS Frauen, wäh
Zend em.Piann.yon 34 Jahren ctil
beginnt, ein reifer Mann zu i ein !).
fofrage ich, ob ich gezwungen sein
slm? ?vrezenigen, 01c mlcy iir acyt undzwanzigjährig taxiren, zu Beicht Vätern über mein Geburtsjahr zu machen? Ich behaupte, daß ich da mit nicht nur nicht der Wahrheit die Ehre geben, sondern geradezu der Lüge dienen würde. Denn ich bin
n Wahrheit so alt. als ich aussehe.
In dem Augenblicke, wo ich einem Menschen, der mich für achtundzwanzigjährig hält, die Zahl vierunddrei
ßig nenne, geht eine große und plötz
iche Verwandlung vor sich nicht
an mir, aber in den Augen dieses
ManneS. Er steht mich anders, als
er mich früher gesehen hat, also an ders, als ich bin. Ein Grübchen, daS
hn sonst entzückte, erscheint ihm als
Falte; in oem Blick, den er als träu
nerisch oder melancholisch geliebt
hat, erkennt er einen Zug von Mü digkeit. und er beginnt zu zweifeln, ob meine schönen Zähne echt seien.
Ich habe also, indem ich zissermäßig wahres Alter angab, mich älter ge-
nacht.
Die Wahrheit ist, daß wir in den
Zahlen kein verläßliches Mittel zur Bestimmung des AlterS besitzen. Denn die Zahlen beginnen der der Geburt und zeigen uns immer nur, wie weit ein Mensch von der Zeit ent.
ernt ist, wo er nichts oder wenig
war. Wie weit aber die Zeit von
hm liegt, da er zu Nichts werden
oder an Kraft. Schönheit, Fähigkeit
und Empfindsamkeit verfallen wird, das könnten die Zahlen erst angeben, wenn man in der Lage wäre, nicht von der Geburt nach vorwärts, son dern vom Tcde nach rückwärts zu zählen. Ein Mann glaubt sehr gut an seiner Tochter zu handeln, wenn
er sie einem Jüngling von vierund
zwanzig Jahren zur Frau gibt. Wenn es sich aber zeigen sollte, daß der junge Gatte einen Defekt an der Lunge oder solche Havarien hat, daß er sich nur noch zwei Jahre an der Riviera hinschleppen kann, um das
Zeitliche zu segnen, so hat das Mäd-
chen eigentlich einen Achtzigjährigen aeheuathet. Umgekehrt kann die Freu
deS alten Baron LessepS, die sich dem
echzlgiüyrlgen Manne verbunden
hat. ganz gut behaupten, daß sie ei
gentlich einen jungen Menschen zum
Manne bekam: denn der nachmalige Aater ihrer sechs Kinder war vom Alter und vom Tode genau entfernt,
als ob er mit fünfunddreißig Jahren gefreit hätte. Wir finden demgemäß
nichts Paradoxes darin, wenn manche
Frau m der Blüthe ihrer Jahre sagt:
le fühle sich hundert Jahre alt. Aber
ebenso gerechtfertigt ist es, wenn eine Frau, die etwa als Zeugin vor. Ge
richt erscheint und vom Richter
höchst unnöthiger Weise um rhr Al
er befragt wird, ihm als Antwort
gibt: Wie alt ich bin? Ich weiß es nicht. Wenn Sie mir sagen können.
wann ich sterbe, dann werde ich Jhnen sagen, wie alt ich bin."
Freilich, der Tod allein ist nicht
die Grenze: diese beginnt beim Aus
sterben dessen, was unser Leben- für
uns selbst und Andere noch werthvoll
macht. DaS Wort, daß Jeder so alt sei, als er sich sühle", ist nur be dingt wahr. Man kann sich älter machen, als man ist, indem man sich älter sühlt; aber man kann sich nicht
jünger machen, wenn man sich blos selber jung sühlt; dazu gehört, daß
auchAndere dieses Gesühl unserer Ju?
gend theilen. Daher wird die kluge Frau (auch der kluge Mann, denn die Männer sind im Punkt des Alters ebenso kitzlich wie wir) nicht auf die Jllussion vertrauen, die sie sich selber
macht, sondern nur auf jene, die sie in Anderen erwecken kann. Die Für stin Metternich in Wien wurde von einem Herrn im Prater gefragt, wie es ihr gehe. So gut," erwiederte die geistvolle Dame, als eS einer al ten Frau eben gehen kann." Alte Frau!" protestirte Jener lächelnd.
aber Durchlaucht sind a gar nicht
alt! Na, mit fünfzig Iah ren . . . !" Fünfzig Jahre." fuhr
der Herr fort, .das ist ja gar kein Alter!" Wie man'S nimmt.- er-
widerte die Fürstin, für eine Käthe drale ist eS wenig; für ein Frauen zimmer ist es ganz respektabel . . .
Gewiß, die Jugend will ihr Recht,
und es ist von dem Alter widerwär tig. nutzlos und thöricht zugleich, sich dem entgegenzustemmen. Das be
streite ich nicht. Die Frage ist nur.
wo das Alter beginnt und wer ihm
die Grenze steckt. Ein Alter, nach dem man fragen muß, . ist keines. Durch . Zahlen vollends ist für das Alter des Menschen nichts bewiesen. Es ist unwürdig, betreffs des Men
schen und besonders betreffs der Frau eine Frage nach dem Alter z't . stellen, wenn daraus auf ihren Werth geschlossen werden soll. Solche
Flogen passen für Thiere, Hosen und und Klaviere weil sie einen An halt dafür. bieten wie lange und wie weit dieselben noch zu nutzen sein möchten. Auf Menschen angewendet, ist die Frage roh und dumm zugleich. Der Frau, die ihrem Verlobten fünf Jahre ihres AlterS wegleugnen konnte, geschieht schweres Unrecht, wenn sie dies Unterfangen als Ber brechen büßen muß. Darum sollte ins bürgerliche Gesetzbuch aller gesit teten Länder der Paragraph aufge nommen werden: Die Frage nach dem Alter ist verboten. Einen "groben Vertrauensbruch beging der bei einem Bankhause in Elberfeld beschäftigte Kassenböte Hermann Wellner. Derselbe bekam dieser Tage den Auftrag, einen nach Aachen gerichteten Geldbrief mit 17.000 Mark zur Post zu bringen, oßfnete aber den Brief vor der Auf-
qabe und entnahm Mark. Anfangs leugnete W. hie. That hartnäckia. obsckon ihm zuaestchert war.
ihn bei einem Geständniß nicht zur Anzeige an Krinsen. Als er inkokae
seines Lugnens festgenommen wurde, gestand er den Diebstahl sofort ein. hrA 9flflner8 ist um so weniger
M begreifen, als er 'schon sehr lange in Diensten deS Bankhauses sieht, äufeerst gut gest:?! und sogar Besitzer . , ? n
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Um die herrlichen Bilder, welche die columbische Weltausstellung bot, der Mit- und Nachwelt getreu zu erhalten, sind von der Negierung der Ver. Staaten mehrere hundert photographische Aufnahmen veranstaltet worden. Nach dieser Aufnahme sind 320 Bilder (20 Portfolios) angefertigt worden, welche alle Theile des großartigen Unternehmens, die herrlichen Gebäude, die anmuthigen Land- und Wasserszenen, daS bunte Treiben an der Midway Plaisance, kurz zeden bemerkenswerthen Theil der Ausstellung umfassen. Jeder dieser 220 Abbildungen ist von sachverständigen Schriftstellern eine Beschreibung beigefügt worden, welche, in Gemeinschaft mit den Kunstwerken, ein prächtiges Andenke an das großartige Unternehmen bildet. Die Bilder erscheinen in 20 Heften zu je 16 Blättern. Der reguläre Preis des Hefteö ist im Buchhandel 25 Cents. Die Jndiana Tribüne" hat jedoch, um ihren Lesern etwaS Außerordentliches zu bieten, daS Verlagsrecht derselben mit deutschem Text für Indianapolis erworben und bietet ihren Abonnenten dieselben für nur 10 Cents daS Heft an, ein Preis, der kaum die Herstellungskosten deckt. Dieser niedrige Pre's ist bloß für diejenigen, welche sich dadurch alS Leser der Tribüne" legitimiren, daß sie beim Kaufe eincS HefteS fünf von den CouponS, die sich an dem Kopfe des Blattes befinden, und von denen jeder ein anderes Datum tragen muß, abliefern. Ohne CouponS kostet daS Heft 26 Cents. Heft No 20 kann in unserer Office gegen Zahlung von 10 Cents in Empfang genommen werden. DaS Erscheinen der weiteren Hefte wird von Zeit zu Zeit bekannt gemacht. Der Werth deS Werkes wird von Jahr zu Jahr steigen und es sollte keiner unserer Leser versäumen, sich eö zu sichern. Indianapolis, im Januar 8)t.
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Tribune (Publishing Gomn'ny ßO Aufträgen per Post wolle man gest. S EentS für Porto für iedeS Heft beifügen.
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