Indiana Tribüne, Volume 17, Number 262, Indianapolis, Marion County, 10 June 1894 — Page 9

Jndwna Tribüne.

e i l a g e. Indianapolis. Ind.. 10 Juni 1894. Wenschenrofe. Erinnerungen eineS ArzteS. Von Vkls Hermann. EZ Kar schon nahe an Mitternacht. Ich war eben von cinim Krankend;suche nachHause gekommen und saß an meinem Schreibtisch, um noch einige dringendeArveiten zu eilebisp. Meine alte Haushälterin hatte wie immer auf mich gewartet, wenn ich in meinem Berufe über Land gewesen, oder von meinen Patienten in der Stadt bis spät in die Nacht in Anspruch genom men war, um mir den Thee zu bereiten und für meine B:quemlichkeit zu sorgen. Der duftende Trank stand neben mir, und ich wollte mir gerade eine Cigarre anzünden, da wurde heftig an's Fenster aeklopft. Ich sah nach, und ein thränenüberströmtes Antlitz erschien in der Fensteröffnung. Sie sind es, Frau Willers? Seht eö so schlimm?" .Kommen Sie schnell, Herr Doktor, sehr schnell. Ach, ich glaube, sie überlebt diese Nacht nicht mehr!" Ich komme sofort, warten Sie einen Augenblick aber nein, sie hat ja Niemand bei sich. Laufen Sie nur schnell zurück und schließen Sie die Hausthür nicht, damit ich nicht erst zu klopfen brauche." Ich nippte noch flüchtig einenSchluck Thee, nahm dann m::nen Hut und ging zu der Kranken. Sie war ein junges W;ib von ü:?r undzwanzig Jahren, und schon stand derTod an ihrem Bette, um :::it stmer kalten, knöchernen Hand ein Aug:n paar zu schließen, das im Leben nicht viel gelacht, aber, desto mehr geweint hatte. Ich wußte es längst, daß sie sterben würde, und ich hätte ihr gerne Hilfe gebracht, aber hi?r versagte alle menschliche Kunst, ihre Kraft war yebrochen, gebrochen durch das Uebermaß des Kummers. Wenn sie den Maler nicht geh-ira thet hätte, wäre sie glücklicher geworden", sagten die Leute. Wer weiß es. Glücklich war sie sicher gewesen, aber nur g': kurze Zeit. Kann nicht aber eine einzigeStunde des Glückes ein Leben voll Leid aufwiegen? Christine hatte den Male? Herold gegen den Willen ihrer Eltern geheirathet; sie war dem Zungen, intclligenten Manne iiv aufrichtig?: Liebe zugethan und hatte nicht von ihm gelassen, trotzdem die Eltern den Wünschen der Liebenden ein hartes Nein entgegensetzten. Die Eltern waren nicht haitherzig, im Gegentheil, sie wollten nur das Beste und wünschten ihrem Lieblingskinde einen Gatten, an dessen Seite es nicht nur ein glückliches, fondern auch ein sorgenfreies Leben jübren würde. Der Maler aber war arm wie eineKirchenmaus, er verdiente nur 'o viel, um sich nothdürflig durchzuchlagen. Da war doch der Glasermeiter Lorenz. der erst kürzlich um Chritine geworben hatte, ein ganz anderer !Nann. Was machte es denn aus, daß er Wittwer war und drei klein.'Kinder hatte, besaß er doch HauZ undHof und ein gutes Geschäft. Sie könne ihn nicht lieben? Die Liebe würd: später schon kommen, und ob sie überzeugt wäre, daß die Liebe zu dem Maler die rechte sei? Wegen der kleinenKinocrchcn solle sie , sich nicht abhalten lasser, das waren so liebe, gut erzogene Geschöpfe.oie es ihr gewiß leicht machen würden, ih nen eine gute Stiefmutter zu sein. Aber Christine blieb fest. Sie wollt: lieber gar nicht heiraihen. als einen Bund eingehen bei dem a Herz kühl blieb. Was war denn bei den sögenannten gutenPartien ihrer beiden älteren Schwestern herausgekommen? Der Mann der ältesten, ein Viehhändler in derNachbarschaft, war ein.Säufer, der seiner Frau das Leben recht sauer machte. . Man sagte sogar, er prügele, sie öft?? im Nauick. l'iun, sie mochte auch einen Thil er Schuld tragen, denn s: war hartherzig und schroff. Auch die Eh: .der zlreitm Schwester mit dem reichen Bäcker a.n Markte galt, als eine lief unglückliche, und auch hier schien der Grund in (i ner gegenseitigen Abneigung zu suchen zu,sein..Sie hatten eben nach Geld geheirathet und alles andere unberücksichtigt gelassen. Zu Lebzeiten der Eltern, mußte Christine auf eine Beröindung mit dem Maler verzichten, denn sie wollte die alten Leute nicht betrüben; als diese aber gestorben waren. ließ sie sich nicht mehr abhalte ihrem Herzen zu folgen . nnd dem Manne ihrer Wahl die Hand zu rei chen. Mit den Schwestern hatte es allerdings noch einen harten Kampf gegeben, das hinderte sie aber nicht. Jhren Eltern konnte sie ein Opfer dringen, den Schwestern gegenüber, die ihrem Herzen niemals näher gestanden hatten, fühlte sie sich nicht verpflichtet. Der Wacker war außer sich vor Zorn, er schalt Christine mit'harten'Worten und wieö sie schließlich - au5 seinem Hause, in welchem sie nach dem Tode der Eltern Aufnahme gefunden hatte.' Weinend eilte die Bedrängte zu ihrer, alten Freundin, Frau Willers, unb als diese den Grund ihrer Thränen, vernahm, bot die arme WäscherinChristinen sogleich biS zu ihre? Ber-! heirathung in Obdach an. Eine Wohnung war bald gefunden und der! wenige HauSrath von dem kleinen' Erbtheil ChriftinenS beschasst. Und dann machte sie Hochzeit; nur in ganz kleinem Kreise, denn die Schwelttcn

und deren Familien waren der Feler fern geblieben. Ein stilles Glück war, nun für die nach vielen 5tämpfen endlich Vereinten aufgegangen, und als ihnen nach

einem Jahre ein Knabe geboren wurde, da kannte ihre Freude fast keine Grenzen. Stundenlang saßen die Eltern am Bettchen des neuen Weltbürgers, sie sprachen kein Wort, um den Schlummer des Kleinen nicht zu stören, aber ihre Hände ruhten in einander, und ein sanfter Druck, ein inniger Blick sagte mehr als tausend Worte es vermocht hätten. Als der Knabe kaum ein halbes Jahr alt war, brachte ihm der Vater einen auf einer Papptafel gemalten Gockelhahn, und wie freuten sich Vater und Mutter.als ihr Liebling' die Hände nach demBilde ausstreckte. Wie stolz war die Mutter aber erst, als der kleine Oskar seinen Vater eines Tages mit dem sten Papa" begrüßen konnte! , Da war eine schwere Zeit gekommen. Man brachte den Maler wie leblos nach Hause; er war vom Gerüst gestürzt und hatte sich schwer verletzt: Tagelang rang er mit dem Tode.dann war die tiefe Ohnmacht vvon. ihm ' gewichen, aber der.rechteArm-lag.gebro chen in der Binde. Zuerst die.Nngewißheit, dann das , schreckliche Bewußtsein, seinem Berufe niemals , wieder nachgehen zu können und damit.außer Stande zu sein, seine Familie-zur-nähren, machte den , einst so . kräftigen Mann zu einem. Schemen. Christme pflegte :hn Tag und Nacht.sie sprach dem Verzweifelnden mit liebenden Worten Trost zu und suchte 'jhm die ' Zukunft als eine ,gluckllche,.darzustellen, wenn er nur erst gesund, sei.. .Er, hat sich aber nie wieder holt... Uno dann haben sie ihn hinausgetragen' zur ewigen Ruhe. Nun lag die arme Frau. auf dem. Krankenbette, der Kummer um - den verlorenen -Gatten, die Sorge um die ZukunftihreS Kindes hatte ihre .Kraft gebrochen. , Ich war leise in? das Krankenzim-. mer getreten. Es sah außerstärmluch darinnen aus. .Aber trotz des. Wochenlangen Krankenlagers der Frau war alles sauber und nett. Frau WillerS hatte es an nichts fehlen lassen. Auf dem weißgescheuerten Tisch stand eine kleine Lampe, die das Zimmer nur spärlich erleuchtete. In der Ecke stand das Bett und darin ruhte die Kranke, deren Züge in der Dämmerung fast geisterhaft erschienen. Sie war nach dem letzten Anfall noch nicht wieder zu sich gekommen, röchelnd rang sich der Athem aus der schmerzenden Brust, ein Zucken lief über das verzerrte Gesicht, und die Nasenflügel zitterten. Sie bewegte die Lippen, als wenn sie spräche, aber kein Wort kam auS ihrem Munde. Zu ihren Füßen faß Frau Willers und weinte. Die aute Frau hatte Christine während ihrer ganzen Leidenszeit nicht verlassen, trotzdem sie vier unerwachsene Kinder allein zu Hause lassen mußte. . . Meine Aelteste ist ja so weit, für ein einfaches Mittagsmähl sorgen zu können sagte sie, da müssen sie sich behelfen, ich bin hier nothwendiger. Ich kann die unglückliche Frau doch nicht sterben lassen wie einen Hund, und den kleinen Knaben verhungern. Die Bäckersfrau hat ein Herz von Stein, die hilft nicht. Und den Kleinen will sie auch nicht zu sich nehmen, ich war heute bei ihr, sie sagte, sie habe mit ihren eigenen Kindern genug Sorge und wollte sich nicht noch mehr Last auferlegen. Der andern Schwester hatte ich geschrieben. Aber was antwortete sie? Das fehlte ihr noch, sich mit anderer Leute Kinder herumzuschlagen, ihre Schwester habe ihr nicht folgen wollen, nun möge sie auch zusehen, wie sie ihren Jungen durchbrächte! Und dabei hat sie keine Kinder! Schrecklich! Was soll nun aus dem armen Wurm werden mit drei Jahren schon eine Waise es ist zu traurig." Ich bat Frau Willers, nicht mehr zu sprechen, denn die Frau schien zu erwachen. Verworrene Laute drangen über ihre Lippen, dann schlug sie die Augen auf und versuchte, sich aufzurichten. Ihre Blicke irrten ängstlich umher. Wo bin ich? Willersen habe ich geschlafen? Wo ist Lnein Kind? Willersen mein Kind?" Ich legte sie sanft in den Kissen zurecht, wischte ihr den Schweiß von der Stirne, und bat sie, ruhigst sein. Der Kleine schläft friedlich in seinem' Bettchen, Frau WillerS sorgt schon für ihn. Wie geht eS Ihnen,' lst Ihnen besser?" Ach nein, Herr Doktor, sagte sie mit matter Stimme. ES wird auch nicht besser hier sitzt es -wie daö schmerzt! Meine Stunde ist. gekommen;. ich fühle eö, ich muß fort. Nem, nein!- wehrte sie mir, als ich sie bitten wollte, nicht so viel zu sprechen, mir bleiben nur noch Minuten, .und da muß ich reden! Lieber Herr Doktor, alles, alles was ich besaß, hat meine und dieKrankheit meines Mannes verschlungen " Aber liebe Frau, sorgen Sie sich nicht darum, Gott wird veiter beisen!" Sie reichte mir die Hand. Ich verstehe Sie, Herr Doklor, Gott lohne es Ihnen!" Dan schloß sie die Augen. Aber jäh schreckte sie aus. Frau WillerS, dit inzwischen ihre Thränen . aetrocknei hatte, trat näher, um sie zu stützen. Willersen ich weiß eS Sie waren bei meiner Schwester. Abe mein Kind soll nicht zu ihr, wenn ich mqt incjr vln es darf ntqn Und auch nicht zu der anderen ' nein, nein, sie würden ihn schlecht be-! handeln. Nicht'wahr, WMersen, dort-! . hin aeben Sie ihn aiicht?" ? . -Die .Angeredete machte, eine vermis. nende Geberde und ich sagte: ; .Denken Sie .nickt .an's Sserbsn.

yrau Veröld, Fyr Klnd wl:v sftne Mutter nicht verlieren!Schmerzlich verzog sie. daö Gesicht. Sie meinend gut mit mir, wenn Sie mich noch hoffen lassen, Herr Doktor, aber ich fühle es, es ist aus mit mir. Willersen, geben Sie mir den Kleinen, ich möchte ihn gerne noch einmal sehen.Ich ging an das Bett des schlummernden Knaben, nahm ihn behutsam heraus und trug ihn zu seiner Mutter. . Lange betrachtete ihn die Kranke. Dann drückte sie ihn an sich und küßte ihn, und heiße Thränen rannen über ihre Wangen. Mein armes, armeS Kind, was wird aus Dir werden? Wer wird für Dich sorgen, wer Dir Vater und Mutter ersetzen und Dich behüten, damit Du gut bleibst, so gut wie Dein Vater gewesen. Du warst sein Glück, und als er starb, sagte er zu mir: Du hast noch unser Kind, es wird Dich trösten und Dich lieben wie ich Dich geliebt habe.- Und nun muß auch Deine Mutter Dich verlassen, um zu Deinem Vater zu gehen. Wen hast nun Du, mein armer, lieber Junge ? : Thränen erstickten ihre Stimme. ' Da beugte sich Frau Willers zu den Beiden nieder, legte die Hand auf den Lockenkopf des Knaben und sagte: Ich nehme ihn zu mir, Christine! Wo7Viere zu essen haben, da werden auch Fünfe satt; und gut werde ich ihn, behandeln !- - Und ich fügte hinzu: ; Auch ich will für den Knaben sorgen, daß er etwas Tüchtiges lernen und ein guter Mensch werden wird. DaS verspreche ich Ihnen.In diesem Augenblicke öffnete der Kleine die Augen und lächelte seiner Mutter zu: ' Mama Willersen ist da! Willersen ist gut und Onkel Doktor auch!- ' Und dann schlief er weiter. . Kindermund spricht Wahrheit,--ha,uchte die Kranke. Ja, mein kleiner Engel, eS gibt noch gute Menschen. Herr Doktor Willersen der Himmel segne Sie für diesen Trost. Und nun kann ich ruhig sterben!Damit sank sie in die Kissen zurück, ein sanftes Lächeln in den Zügen: AthemloS horchten wir Beide. Sie hat überstanden,- sagte ich leise, indem ich Christine die Augen zudrückte. Frau Wille tö sank in die Knie und roeinte bitterlich. Am andern Morgen mußte ich schon zeitig über Land. Es war kühl und der Regen floß in Strömen. Mich fröstelte. Ich hüllte mich fester in meinen Mantel, lehnte mich in denSitz der Halbchaise zurück und bedeutete den Kutscher, die Pferde ausgreifen zu lassen. Und Heinrich feuerte die Braunen tüchtig an, hielt sie aber plötzlich zurück, denn daö Handpferd machte einen Sprung zur Seite. Was war das, Heinrich V O Herr, eö war nichts, die alle Lüders. ging daneben mit ihrer Kiepe und hattesich d.en Rock über den Kopf geschlagen. .Das kam dem Gaul wohl unheimlich vor.Halt mal an, Heinrich, wir können die. Alte ja mitnehmen l" Ja, Herr, das könnten wir wohl,pflichtete er mir bei, dann will ich ,man anhalten.- . Die Alte war über mein Anerbieten sehr erfreut und schickte sich an. zu Heinrich auf den Bock zu klettern. Das duldet: ich jedoch nicht, mußte aber meine ganze Ueberredungskunst ausbieten, um die Frau zu bew:gcn, zu mir einzusteigen. Sie sollten sich nicht mehr so quälen in Ihren Jahren, Großmutier, und lieber Ihre Kinder oder Enkel auf den Markt. schicken, namentiich bei solchem Wetter wie heute." Ja, ja, es ist ein . Hundewetter, Herr,- stimmte dieAlte ja, aber heute früh um vier Uhr, als ich mir den Fischen zur Stadt ging, da war'S noch schlechter. Da fror einem die ' Seele im Leibe. Was will man aber ma chen, man muß doch zusehen, daß man ein paar Groschen verdient. Qicl braucht ein altes Weib ja nich: zum leiser fügte sie hinz: Ich bin nur ganz alleine.Sie haben Niemand mehr, auch keine entfernten Verwandten?- fragte ich theilnehmend. Niemand mehr sie sind alle todt!- erwiderte sie, und dann blickte sie traurig auf ihre gefalteten Hände nieder und versank in stilles Nachden ken. . Ich hatte, ohne eS zu. wollen, eine wunde Stelle im Herzen der Alten berührt. Und um sie ihrem Grüben zu entreißen, fragte . ich, ob der Fang dieseö Jahr gut sei, eS soll ja recht vi.'le Heringe geben. " 'Heringe giöt'S freilich ziemlich viel. Herr,abet Kabliau und Flundern sind rar. .'Die bringen aber-d.'n Verdienst, bei den Heringen bleibt ja nichts. Ja, alS mein Mann noch lebte, und ich daS verkaufte, was er gefangen harte, da war's besser, da kam mancher Thaler in'S.Haus. Gewiß, 'wir haben unS .auch quälen müssen, aber vi: haben doch mit den Jahren so viel verdient, . um -daS hübsche Häuschen kaufen zu können. Sie kennen's .gewiß, ' Frstz Stabenow hat'S. jetzt. Ach.-wann wir glücklich, mein Alter und ich, olZ wir.ln'daWZchen einziehen konnten. " Und'..das Gärtch:n hinter ' deck Haufen d'a;baen ,wir unser Gemüse selbst; 'Urid di; schönen .Obstbaume -ÄutzremÄpstlbau, gleich neben i'erKüchenthür, hat .unsere Johanna jmmer.gpi!lt. als J:t noch klein war. Die. ist auch, schon todt! "War ein schmuckes, 'Iflade'ie Johanna, und man konns-dem Fritz JürgenZ nicht verdenken. ,daß-,er. sie- gerne, hatte. Sie habnM denn auL.ge.heuath: Fkid.' püßte noch iyeReise .nach Ostindien machen,, dänn wollte.- er-. Fischkrerdezr

und mewem .Alten, d:r sIon rer schwach wurde und Hilfe gebrauchen konnte, zur Hand gehen. Er ist al'er nicht wieder gekommen. Der Dreimaster ging auf d:r Rückfahrt unter, und nur zwei Matrose wurden von einem- Dampfer gerettet, nachdem sie tagelang auf .ciner Schiffsplanke herumgeschwommen waren. Johanna weinte Tag und Nacht, und dann ist sie vor Gram gestorben und hat uns beiden Alten mit dem klein? Jungen zurückgelassen. Ein Jahr carauf. ist mein Mann beim ?ang auch o,a.:ßen geblieben. Das Haus babe '.ch dar.n verkaufen müssen, die Krankheit mtiner Tochter hat so viel gekostet. Nun war ich wieder arm. A);r die Fischer hatten Mitleid mit mir, sie v.bcit mir Fische zum Verkauf, und so habe ich mich denn nothdürftig durchgeschlagen. Aber der Junge. Er war ja noch ein qanz kleiner Kerl; wenn :ch aber des Winters aus derStadt zurückkam, hatte er alles in der Stube ausgeräumt, und hübsch warm k,atte er es gemacht. Und dann sagte er: Nun setzt Euch, Großmutter, ich fcabe (Zuch auch einen Kaffee gekocht, jegt follt Ihr Euch Pflegen! Der l'.er Junge. Wenn ich .ihn nur noch hatte, ich wollte mich ja gerne quälen,Wo ist denn Ihr Enkel jetzt. Mutterchen, kann er nicht zu Ihnen tom-men?-Att er aus der Schule war, bat's ihn auch zur See gezogen, und sie l,at auch ihn behalten. Er schläft bei seinem Vater und den Großvate:!Die Erzählung der alten Fischfrau hatte mich sehr nachdenklich gestimmt, ich mußte während der ganzen Heimfahrt an die Alte denken. Wi: sie jetzt wohl in ihrem armseligen S!übch-n allein herumwirthschaftete, Nie sie sich

lhrenKaffee kochte und chn dann allein trank, wie sie müde ihr Lage? aufsuchte und vor Tagesgrauen zurStadt wanderte allein! War nicht aber die Alte in gewisser Beziehung zu beneiden, trotz ihre: Armuth und trotz der vielen trüben Stunden ihres Lebens? Sie hatte geliebt und war wieder geliebt worden, und in der Erinnerung hieran lebte sie jetzt, zehrte daran und vergaß darüber daS eigene schwere LooS. Wie war es denn mit mir selber? War ich nicht auch allel? Was hatte ich bei meinen fllnfunddreißig Jahren für Erinnerungen? Eine lustige Studentenzeit und dann ein ernster Beruf. Wer liebte mich? Niemand! Und wenn ich alt wucde allein Die alte Fischfrau wollte in ihrer Armuth gerne noch sllr ein Menschen kind sorgen, wenn es sie nur liebte. Sie würde den kleinen, Oskar Herold gewiß mit Freuden aufgenommen ha ben. Und der kleine Kerl wurde von den eigenen Verwandten von der Schwelle gewiesen Herzlose Menschen! Wie wäre es denn, wenn ich 1 Mein Entschluß war gesaßt.ich fuhr direkt zu Frau Willers und erllärte ihr. den kleinen Oskar bei mir aufnehmen und für ihn forgen zu wollen. Dann war ich beruhigt, e'!:: nach Haufe und erzählte meiner HanZhalterin, daß sie einen Pflegling dekommen werde. . Die Alte war wie aus den Wolken gefallen. Was sollen wir mit einem kleimn Kinde, Herr Doktor? Sie sind 'a tin ganzen Tag nicht zu Hause, u.'.d ich kann daö Wurm doch nicht erzieyen! Da hatte sie recht. Sollte ich ihr sagen, daß m mir noch ein Entschluß gereift toar. Ich habe auch ihn ausgeführt, denn nach einem Jahre hatte der Vud neöin seinem Pflegevater auch die Glitte?. Und heute? . Heut hat er sein Staatsexamen a?s Baumeister gemacht mit Auszeichnung! Wie stolz er mir das jaate. Und dann hat er mein ältestes Töchterchen an der Hand genommm rnd die beiden haben mir erklärt, daß sie nicht ohne einander leben könnten. Was wollte ich machen? Ich habe sie ihm geben müssen. So hat er mir's gelohnt. Gott segne die Kinder. Hände und Füße.

So. nothwendig für den Menschen die Hände sind, so viel Mühe machen sie ihm, ehe er sie zu beherrschen gelernt hat. Selbst wenn er sie bereits ganz gut zu gebrauchen weiß, sind sie ihm noch im Wege, wenn er gerade keine Beschäftigung für sie hat. Wer sich nicht , selbst daran erinnert, wie unbequem ihm die Hände manchmal waren, als er ansing, in der Gesellschaft von Erwachsenen gelitten zu werden, der braucht nur auf die reifere Jupend aufzupassen, um die Richtigkeit unserer Bemerkungen zu verstehen. So ein junger .Mensch, der .sich. noch nicht die nothwendige Uebung erworben hat. in Gesellschaft mit vollständig unbewußter Lelchtigkeit zu verkehren, giebt sich die größte Mühe..seine.Hände in irgend welcher Weise zu verbergen, gewöhnlich mit dem.Resultat. daß erste in den Vordergrund drängt. Sie fahren überall dä herum, wo sie nicht sein sollen, und, erst mit der Zeit und durch lüngere : Uebung gelingt eö, ihrer Herr zu werden ünd zu-vergessen, daß man ein. paar, Hände dat. . Nicht ganz so schlimm steht t mit den Füßen, denn man kann sie einfech unter den. Stuhl stecken. Nur Muß man wissen, daß daS der geeigyete PlaK ist,. wenn man diese vichti' gen Glieder, nicht zum Geben braucht. Leider wird der hiestgen Jugend daS nicht gesagt; sie kommt deshalb .auch Nichten. Verlegenheit und. bemüht sich niSt,erL.).d!.e.Löjt deaMmintn

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Ausmersamkett zu entziehen, ne flrear sie vielmehr in naivster Unschuld überall dorthin, wohin sie nicht geh0 ren. Wir sprechen hier nicht von der amerikanischen Sitte, die Füße uf den Tisch zu legen und den Stuhl nach hinten zu kippen, wir beziehen uns auf die liebenswürdige Unver frorenheit, mit der unsere jungen Männern und die Mädchen auch ihre Gangwerkzeuge Non sich strecken, wenn sie die Lust dazu verspüren. Daö kann man täglich beobachten,' in den Straßenbahnen, den Theatern, den Restaurants, ja in den SalönS guter Familien. Die Amerikaner haben daö.Siden verlernt, wenn isie es je gekannt haben. Kate Field sagte einmal, die Amerikaner süßen nicht mehr aus dem dazu bestimmen Körpertheil, sondern ans dem Rücken, richtiger ist e'S aber zu sagen, sie ,se tzen sich überhaupt nicht mehr, son dern um einen etwas drastischen deut schen Ausdruck zu gebrauchen, !sie lümmeln sich auf den zum Sitzen de. stimmten Möbeln. Man ist. manchmal überrascht, wenn sich so ein jün aer Amerikaner, hinseht und man fleht. waS für ungeheuer lange Beine er zu entwickeln im Stande ist. Zum Hinsetzen braucht er herzlich wenig Platz, die Pedale füllen aber ein gan zeö Zimmer. Abgesehen von der Un bequemlichkeit, die dem Gegenübersi tzenden daraus in engen Räumen er wächst, bemächtigt sich seiner eine ge wisse Beängstigung für den armen Menschen, der sichtbar unter der Un fähigkeit leidet, seine an freie Bewe gung gewöhnten Gliedmaßen innerhalb gewisser Grenzen' halten zu müs sen. Matt wünscht unwillkürlich, er hätte gelernt, wie ein Türke zu sitzen oder könnte eine Schleife mit seinen Beinen knüpfen, um doch einen Aus weg zu finden. ES wäre wünschenSwerth, daß in dieser Beziehung unsere Jugend iU waS besser erzogen würde. ES ist nicht nur nicht schön, wenn man von einem Menschen den Eindruck ge winnt. alS bestehe er zu drei Vierteln aus Beinen und Füßen, die moderne amerikanische Sitzweise ist auch un praktisch, weil sie zuviel Raum erfor dert. So ein Mensch braucht dreimal soviel Platz fUr seine Beine als für seinen Stuhl. Für solche Leute ist eS auch viel bequemer, im. Straßen bahnwagen zu stehen als sich hinzuse tzen, denn sie würden im letzteren Falle nicht wissen, was sie mit ihren Beinen anfangen sollen. In . ihrem eigensten Interesse wäre eö wün fchenSwerth, daß Eltern und Lehrer ihnen einige Winke über die Verwen dung der Beine gäben. Wenn sich Jemand für die Bühne vorbereitet, muß er zuerst vergessen lernen, daß er Hnde und Füße hat, das sollte auch je.?r andere Mensch lernen, der mit Seinesgleichen zusammenkommt. .Dr. A l exa n de r K o hu t, de r Radby der Gemeinde Ahawath Chesed" in New York, deren Syna goge an der Lerington .Ave. stehest im Alter von 52 Jahren gestorben. Er war ein geborener Ungar,. erwarb den Doctorhut,1867 in Breölau und war, ehe er vor 9 Jahren dem Rufe nach Amerika folgte. Rabbi in Tar nowitz', Stuhlweißenburg, ,Fünftirchen und Großwardein. Höchstes Selbstbewußtsein. Ich höre, Herr Lieutenant, Sie .haben-sich ein halb Jahr Urlaub nach' Amerika geben-lassen?" Ja, n?ill heirathen , Europa etwaS zu sehr nusgesucht für mich." ' , G r o ß er Unterschied. A.: Wie konnten Sie nur dem Meyer Ihre Tochter zur Frau geten; der Mensch hat ja. schon zwei Jahre im Gesänantß gesessen!" B.:, WaS Sie sagen der Lump. . . .mir gegenüber hat er imnler behauptet, nur ein und ein-lalb.Jahr!- , , - Verlangt Mucho's Best Havanna rk."

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