Indiana Tribüne, Volume 17, Number 262, Indianapolis, Marion County, 10 June 1894 — Page 3
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ZMlNMtteuiuug. Bon Kntyony öspe. (3. Fortsetzung und Schluß.) . ' Ich biete Ihnen folgendes," brach er endlich das Schweigen, Ihr Boot liegt bereit, steigen Sie ein und machen Sie sieb fort, sonst " Ich verstehe," entgegnete ich, .und Sie wollen sie heirathen?" . Ja," antwortete er. Selbst gegen ihren Willen?" Er blickte mich mitleidig an. Wer kann sagen, was in einerWo'che der Wille eines Weibes ist? In weniger als einer Woche wird sie mit Freuden meine Frau. Ich hoffe, Sie werken sich ebenso kurze Zeit grämen, wie sie." Im innersten Herzen wußte ich. daß er die Wahrheit sprach. Ich hatte alles auf's Spiel gesetzt, nicht um der Liebe eines Weibes, sondern um der Laune eines Mädchens willen! Einen Augenblick überwältigte mich der Gedanke, und ich legte meinen Kopf auf den Tisch neben mir und verbarg meinAngesicht. Er trat zu mir und legte seine Hand auf die meinige. Ja, Martin," sagte er, jung und alt, wir sind alle gleich. Sie sind nicht werth, daß man sich über sie entzweit. Aber die Natur ist zu stark." Darf ich sie nochmal sehen, ehe ich gehe?" fragte ich. a." antwortete er. Allein?" r- " Ja," wiederholte er. Gehen Sie gleich. wenn sie Sie sehen kann." Ich ging hinauf und öffnete vorsichtig die Thür. Die Signorina lag mit einem Shawl bedeckt auf dem Bett und schien zu schlafen. Ich beugte mich über sie und küßte sie. Bist Du es, Jack?" fragte sie, die Augen öffnend, mit müdere Stimme. Ja, mein Lieb." antwortete ich. Ich gehe. Gehen oder sterben, und ob ich gehe oder sterbe, ich muß allein bleiben." Sie war seltsam ruhig fast theil uahmslos. Als ich mich an ihrer Seite auf die Kniee niederließ, richtete sie sich auf, nahm mein Gesicht zwischen ihre Hände und küßte mich nicht leiden-, fchaftlich, aber zärtlich. ' Mein armer Jack!" sagte sie. Es hat nicht sollen sein. Liebster. Es nützt nichts, gegen ihn anzukämpfen." Da war wieder die sonderbare Unierwerfung unter seinen Einfluß. Du liebst mich?" rief ich schmerzzerrissen. Ja." sprach sie, aber ich bin sehr, sehr müde, und er wird gut gegen mich sein." Ohne ein weiteres Wort verließ ich sie mit dem bitteren Bewußtsein, daß mein tiefer Gram nur ein schwaches Echo in ihrem Herzen fand. Ich bin zum Gehen bereit," sagte ich zum Präsidenten. Dann 'kommen Sie," erwiderte er. Hier, nehmen sie das. Sie werden es brauchen können." und er schob mir ein Päckchen Noten in die Hand (ein Theil davon waren meine eigenen von der Bank, wie ich später entdeckte). AmBoot angelangt, stieg ich wie geistesabwesend ein und iraf alle Borbereitungen zur Abfahrt. Leben Sie wohl, Jack Martin, und Glück auf die Reise. Mag sein, daß wir uns mal wieder begegnen. Gegenwärtig ist für uns beide kein Raum hier." Nein, Excellenz," entgegnete ich. Es war ein ehrlicher Kampf, und Sie haben gewonr.cn." Als ich das Boot von der rvi dungsbrücke abschob, fügte er noch hinzu: Lassen Sie mich hören, wie es Jhnen ergeht." . Ich nickte schweigend. Leben Sie wohl und Glück auf den Weg!" sagte er noch einmal. Ich wandte die Spitze des Booteö dem Meere zu und trat meine einsame Fahrt in die Nacht an. 15. Capitel.' . Soweit ich in Betracht komme, ist diese Geschichte zu Ende. Mit meiner Abreise von Aureataland trat ich wieder in die Welt der ausgefahrenen Eeleise, und seit jener denkwürdigenNacht im Jahre 1884 habe ich nichts erlebt, was der Aufmerksamkeit des '.-eundli-chen Lefers werth wäre. Ich "tobe die Mühsal, die mit dem Verdi jt des täglichen Brotes verbunden frr er-, tragen; ich habe die Erholungen genossen, die jeder weise Mann sich gönnt. Aber ich würde mich unverzeihlicher Eigensucht schuldig machen, wenn ich annehmen wollte, ich sei die einzige, oder die hervorragend interessante Gestalt der vorstehenden Blätter, und ich habe die Empfindung, daß ich nur eine Pflicht erfülle, wenn ich kurz, soweit ich sie in Erfahrung gebracht habe, die weiteren Schicksale der anderen Personen, die in dieser Erzählung eine Rolle gespielt haben, und desLandes, das den Schauplatz der Ereignisse bildet, hier mittheile. Nach England kehrte ich natürlich nicht zurück, als ich Aureataland verlassen hatte. Den Herren Direktoren persönlich alle jene Ereignisse zu erklären. mit denen sie jetzt in der Lage sind, sich bekannt zu machen, hatte ich nicht die mindeste Lust. Ich war mir be-, wußt, daß ich, zuletzt wenigstens, ihre Interessen gegen die Forderungen, die meine persönliche Lage an mich stellte, hatte zurücktreten lassen, und ich wußte sehr wohl, ' daß meine Handlungsweise nicht die nachsichtige Beurtheilug finden würde, deren sie vielleicht bedürfte. Man kann schließlich kaum erwarten, daß Leute, die dreimalhunderttausend, Dollars verloren Höben, unparteiisch sind, und ich sah keine Veranlassung, weshalb ich mich voreingenommenen Nichtern unterwer
fen s. Me. Ich zog eö vo?, ein Glück in eirm frischen Lande (und ich darf wohl i inzufügen, unter einem frischen Name7. zu suchen, und es machte mich glücklich aussprechen zu können, daß meine Erfolge in dem Lande meiner Wahl des Präsidenten schmeichelhafte Schätzung meiner finanziellen Gzwandtheit in weitgehendem Maße g:rechtfertigt haben. Mein plötzliches Verschwinden erregte einiges Aussehen, und es fehlte nicht an Leuten, die andeuteten, die Dollars seien denselben Weg gegangen wie ich. Diesen derleumderischen Gerüchten entgegenzutreten. habe ich nie der Mühe werth erachtet. Ich war zufrieden'mit der hübschen Widerlegung dieser Beschuldigung die der Präsident veröffentlichte. Bei einer kurz nach Wiederübernahme der Gewalt gehaltenen Ansprache an das Abgeordnetenhaus nahm er eingehend Bezug auf die- Verhältnisse der kurz vorher stattgehabten Revolution und bemerkte, daß. wenn er Mr. Martin auch nicht von einer nicht .zu entschuldigenden Verbindung mit den ehemaligen Rebellen freisprechen dürfe, er doch in der Lag: sei, versichern zu können, wie er es schon denen versichert habe, denen Mr. Martin in erster Line verantwortlich sei, daß die eilige Flucht des genannten Hi:rrn einziq und allein durch das Bewußtsein seiner politischen Verschuldung veranlaßt worden sei. und daß in Geldangelegenheiten Mr.Martins Hände ebenso rein seien, wie seine eigenen. Ten Flecken, der in dieser Angelegenheit ouf den guten Ruf von Aureataland gefallen sei. habe nicht dieser brave, aber irregeführt junge Mann, sondern jene gewissenlosen Menschen vcrschulder, die keinen Anstand genommen hatten, friedliche Geschäftsleute zu plündern und zu berauben, die sich im Vertrauen auf die allgemeine Rechtlichkeit im Lande niedergelassen hatten. Der Flecken, auf den Seine Excellenz in so. beredter Weise Bezug genommen hatte, bestand in. der Thatsache, daß von den dreimalh'underttausend Dollars, die an jenem verhängnißvollen Abend in derBank lagen, auch nicht ein Cent jemals wieder zum Vorschein kam! Die allgemeine Annähme war, daß der Oberst sie beiseite geschafft habe, und der Präsident gab sich große Mühe, zu beweisen, daß die wieder-Hergestellte-Regierunz nach den Grundsätzen des Völkerrechts nicht für das Ereigniß verantwortlich gemacht werden könne. Ich weiß vom Völkerrecht ebensowenig, wie der Präsident, aber ich wußte ganz bestimmt, daß. was dies erhabene Gesetzbuch auch sagen mochte (und es scheint gewöhnlich das Verhalten aller Parteien in gleicher Weise zu rechtfertigen), keine Spur jenes Geldes jemals seinen Weg in die Taschen der Direktoren finden würde. Ich muß es aussprechen, daß Seine Excellenz in dieser Angelegenhüt auf mich die peinlichste Rücksicht nahm; niemals kam ein Wort über die zweite Anleihe, die unselige Kabeldepesche oder irgend einen andern auf diesGeld bezüglichen Vorgang über seine Lippen. Mein unmittelbar nach meiner Abreise an die Direktoren abgegangener Bericht über die Sache wurde durch nichts, was er sagte, Lügen gestraft. Die Direktoren kamen jedoch zu einer der Anschauung Seiner Excellenz entgegenzesetzten Auffassung, und dieBeZiehungen wurden so gespannt, daß sie die gänzliche Aufhebung des Zweiggeschäftes in Whittingham in Erwägung zogen, als Ereignisse eintraten, die eine Aenderung dieses Entschlusses herbeisührten. Ehe ich meine Feder aus der Hand lege, muß ich diese Angelegenheit mittheilen, und ich kann das nicht besser thun, als indem ich einen Brief hier einschalte, mit dem Seine Excellenz mich, etwa zwei Jahre nachdem ich von ihm geschieden war, beehrte. Ich hatte seinen Wunsch erfüllt und ihm meinen Aufenthaltsort mitgetheilt. Bis dahin hatte ich aber nur ein kurzes, freundliches Vriefchen von ihm erhalten, worin er mir seine Verheirathung mit der Signorina mittheilte und seine besten Wünsche für meine Erfolge in meiner neuen Thätigkeit aussprach. Die Angelegenheit, worauf der Präsident Bezug nimmt, wurde bald darauf öffentlich, aber geXu)t Bedingungen des Abkommens werden jetzt der Welt zum erstenmal bekannt gegeben. Der Brief lautete: Mein lieber Martin! Sie sind ohne Zweifel mit demVeruf der Ereignisse hier im Allgemeinen vertraut. Ueber Ihre persönlichen Bekannten kann ich Ihnen freilich nicht viel erzählen. Sie werden wohl kaum überrascht sein, wenn Sie hören, daß JohnnyCarr (der stets mit der größten Hochachtung von Ihnen spricht) die verständigste Handlung seines Lebens begangen hat, indem er Donna Antonia zum Weib nahm. Sie ist ein durch und durch braves Mädchen, obgleich sie ein thörichtes Vorurtheil gegen Chri stina zu haben scheint. Ich war im stände, den jungen Leuten dadurch zu helfen, daß ich ihnen die Besitzungen des verstorbenen Oberst McGregor überwies, die unseren Gesetzen gemäß nach der Hinrichtung dieses Herrn wegen Hochverraths dem StaatsoberHaupt zugefallen waren. . Der Doktor und Madme Devarges sind Ebenfalls ein Paar geworden, und die Gesellschast freut sich, daß sie nun wohl das letzte Wort von Monsieur undseinen Leiden gehört haben wird. Jones hat, wie Sie wohl wissen werden, uns vor etwa einem Jahre verlassen. Der arme alte Kerl hat sich niemals recht von der Angst, die er in jener Nacht ausge standen, erholt, ganz zu schweigen von der Erkältung, die er sich in Ihrem zugiaenKoblenkeller zugezogen, wo er Zu flucht gesucht hatte. Die Bank hat ihn in Erhörung seiner dringenden Bitten abgelöst und uns einen jungen Puritarier hierher geschickt, den um ein
zeitgemäßes kleines Anlehen anzugehen, ganz vergeblich sein würde. Ich wollte, ich könnte Ihnen eine ebenso befriedigende Schilderung der öffentlichen Angelegenheiten liefern. Sie befanden sich ja hier mehr oder weniger hinter den Coulissen und wissen, daß es keineswegs eine leichte Aufgäbe ist, die Maschine im Gang zu halten. Fünfzehn Jahre lang habe ich das allein fertig gebracht, und obgleich man mich häufig nur einen einfachen Abenteurer nennt (ich behaupte nicht. daß das falsch ist), so denke ich doch auf mein Wort, daß ich sie ziemlich anständig regiert habe. Aber ich habe jetzt genug daran. Ich bin wirklich nicht mehr so jung, als ich war, lieber Martin. Den Jahren nach bin ich kaum Über das mittlere Alter hinaus, al5er ich habe ein verteufeltes Leben gehabt, und ich wäre gar nicht überrascht, wenn des alten MarcuZ'Whittinabam
Zeit emlich abgelaufen wäre. -Meine einzige Aussicht ist jedenfalls, wie mir Anderson sagt, wenn ich mirRuh: gön ne, und diese Aussicht will ich mir si ehern. Ich habe anfänglich versucht, einen Nachfolger zu finden (da mir leibliche Nachkommenschaft versagt cebUeben ist), und ich habe auch an Sie gedacht. Aber während ich die Sache noch überlegte, erhielt ich einen 'vertraulichen Vorschlag der Regierung von (hier nannte der Präsident den Staat, von dem Aureataland srüber ein Theil gewesen war). Sie möchten ihre Provinz sehr gern, wieder haben, hätten aber keine Lust, nochmal einen Kampf mit mir zu versuchen. 5hurz und gut, wenn Aureataland sich wieder mit ihnen vereinigen wolle, boten sie örtliche Selbständigkeit und volle Freiheit; sie wollten die Schuldenlast übernehmen und als Letztes, aber nichtllnwichtiges, boten sie dem gegenwärtigen Präsidenten der Republik eine Entschädigung von fünfmalhunderttausend Dollars. Dies Anerbieten habe ich noch nicht endgiltig angenommen, aber ich werde es thun wenn ich der Form wegen die Einwilligung des AbgeordnetenHauses erlangt habe. Ich habe sie dahin gebracht, ihr Gebot an mich zu verdoppeln, in den öffentlichen Urkunden wird indeß nur die obengenannteZahl stehen. Diese Anerkennung meiner bescheidenen Dienste im Verein mit meinen kleinen Ersparnissen (die wieder hinter dem Waschtisch untergebracht sind, lieber Martin), werden mein Alter ganz behaglich machen und den Le bensunterhalt meiner Wittwe sicherste!len. Aureataland hat sein EinzelRennen gehabt; hätten die LeuteGrütze ,im Kopf, dann hätten sie eine Nation aus sich zu machen gewußt. So ist nichts daraus geworden, und ich habe keine Lust, mich noch länger für sie zu schinden. Sie werden ohne Zweifel sehr gut behandelt werden, und wenn das nicht geschieht, dann liegt mir, um die Wahrheit zu sagen, auch nichts daran. Ich weiß, es wird Sie freuen, von diesem Abkommen zu' hören. Es gibt Ihren ehemaligen Direktoren eine bessere Aussicht, ihr Geld wieder zu erhalten, denn, unter uns gesagt, aus mir hätten sie es nicht herausgepreßt. Auf die Gefahr hin, Ihren Abscheu zu erregen, muß ich Ihnen gestehen, daß Ihre Revolution den Tag der Verleugnung der Staatsschuld nur hinausgeschoben hat. Ich hatt: die Hoffnung. Sie eines Tages einladen zu können, sich mit uns hier wieder zu vereinigen. Wie die Sachen aber jetzt liegen, ist es wahrscheinlicher, daß, sobald ich erlöst bin, Ehristina und ich die Schritte nach den Vereinigten Staaten lenken werden. Und wir hosfen, bald zu kommen. Es gibt noch eine kleine Schwierigkeit zu beseitigen, in betreff der Bedingungen, unter denen das Goldene Haus" und mein anderes Eigenthum in den Besitz der neuen Regierung übergehen soll. Ich hoffe, diese dadurch zu beseitigen, daß ich privatim die Halste meinerForderung, öffentlich die ganze fallen lasse. Auch für die Anerkennug der Rechte Johnny Earrs auf denVesitz des Obersien muß ich sorgen. Wenn alles dies geordnet ist, hält mich nichts mehr hier und ich werde ohne Bedauern von hier scheiden. Der erste Mensch, den ich besuchen werde, sollen Sie sein, und wir wollen lustig zusammen sein, wenn mein alter Leichnam noch so lange zusammenhält. Aber ich bin nicht" mehr der Mann, der ich war. Ich habe mein ganzes Leben mit zu viel Dampf gefahren, und ich muß jetzt abstellen, oder der Kessel platzt. Christina läßt grüßen. Sie verlangt ebensosehr 'danach, Sie wiederzusehen, wie ich. Aber Sie müssen warten bis ich todt bin, ehe Sie ihr wieder den Hof machen. Stes Ihr aufrichtiger Freund . Marcus W. Whittingham." Während ich dies schreibe,' erhalte ich die Nachricht, daß dasAbkommen ausgeführt worden ist. Damit ist die kurze Geschichte von Aureataland als selbstständiger Staat zu Ende, ebenso die Geschichte seiner Staatsschuld, . und zwar glücklicher, als ich zu hoffen wagte. Ich bekenne mich einer zärtlichen Erinnerung an das sonnige, lustige, faule kleineSpitzbubennest schuldig, wo ich vier so ereignißreiche Jahre verlebt habe. 'Vielleicht, liebe ich es, weil dort mein Roman gespielt hat, wie ich jeden Ort lieben würde, wo ich die Äignorina kennen lernte, denn ich bin noch lange nicht geheilt. Ich gehe nicht seuszend umher ich freue mich des Lebens; aber trotz meiner Zuneigung für den Präsidenten, geht doch kaum ein Tag vorüber, wo ich nicht die verfluchte Baumwurzel verwünsche. Und sie? Was fühlt sie? Ich weiß nicht. Ich glaube nicht, daß ich es jemals gewußt habe. Aber ich habe einen Brief von ihr und darin sagt sie: .Zu denken, daß ich Den alten Jack wiedersehen soll . den armen, ver
lassenen Jack! MarcuZ ist sehr gütig (aber sehr krank, der arme Kerl), aber ich werde mich freuen. Dich zu sehen. Erinnerst Du Dich noch, wie ich aussah? Ich bin noch ganz hübsch. Dies im Vertrauen, Jack. Marcus meint, Du würdest vor uns weglaufen, jetzt, wo wir nach town" (wo ich wohne) kommen. Aber ich glaube das nicht. Bitte, Jack, erwarte mich mit dem Zug um 12.15 am Bahnhof. Marcus kommt mit einem späteren Zug, ich würde also ganz verlassen sein, wenn Du mich nicht empfängst. Und bringe die weiße Rose mit. Wenn Du sie mir nicht vorweisen kannst, werde ich kein Wort mit Dir sprechen. Christina." Allerdings, mit eines andern Man neZ Frau ist das eine dumme Geschichte. Aber Geschäftsmann kann doch den Ort, wo sein Geschäft ist, nicht verlassen, weil eine thörichte Frau es sich in den Kopf gesetzt hat, dorthin zu kommen. Und da ich nun einmal hier bin, kann ich auch ebensogut höflich sein und sie abholen. Und, nun ja, da ich das Ding zufällig noch habe, kann ich es auch mitnehmen. Schaden kann es ja nichts. " (Ende.)
MZlMwOMljl. Novelle von ßrnst von ZSilSenöruch. An der kleinen Station, die' nicht weit hinter Breslau an dem großen Schienenstrange liegt, der, Schlesien durchquernd, Berlin mit Wien verbindet, war zu später Abendstunde der Eisenbahnzug angekommen. Es war keiner von denKourierzügen; wenige Fahrgäste nur saßen in den Wagen vertheilt; auf der Station stiegen nicht mehr als zwei Reisende aus. Dies waren zwei Männer, von denen der eine, der bejahrter und dicker als der andere war, sogleich von dem Gepäckträger des Bahnhofs in Empfang genommen und begrüßt wurde. Er schien am Orte bekannt zu sein, und das weit natürlich genug, denn'es war der Arzt, der in der kleinen, etwa zwei Meilen hinter der Station landeinwärts gelegenen Stadt seinen Wohnsitz hatte. Ist der Wagen da?" fragte er den Gepäckträger, dem er seine Reisetasche anvertraute; er war offenbar nur zu einem kurzen Ausfluge von Hause fort gewesen. Js da, Herr Dukter," erwiderte jener; die Frau Dukter hat och den Mantel für'n Herrn mit eingelegt, wird aber nicht nöthig sein, is scheenes Wetter heut Abend zur Nacht." Jetzt wandte sich der Arzt an den Mitreisenden. Wollen Sie nicht auch nach fahren?" Und er nannte den Namen des Städtchens. Der Angeredete bejahte. Er wollte am nächsten Tage noch' weiter in' Land hinein; darum hatte er die Absicht gehabt, in der Stadt ZL übernachten. - Mit einem rafchen Blick stellte der Doktor fest, daß außer einem Koffer nichts weiter an ihm hing. 'Wenn's Ihnen also recht .ist," meinte er, steigen Sie mit ein, und wir fahren zusammen." Das wurde angenommen, und bald darauf rasselte der Wagen mit seinen Insassen durch das Gitterthor des Bahnhofgebäudes auf die Chaussee hinaus, die sich im Mondlicht wie ein weißes flimmerndes Band in das Land hinein verlor. . Es war. wie der Gepäckträger gesagt hatte, schönes Wetter heute Abend zur Nacht. Man befand sich im Juli; zu beiden Seiten der Chaussee stand das reifende Korn auf den Feldern; über dem weiten, flachen Lande lag die tiefe, süße Stille der Sommernacht, nicht unterbrochen, sondern nur eindringlicher gemacht durch das Gequak der Frösche, in das sich von Zeit zu Zeit der dumpfe Ruf der Rohrdommel mischte. Um die Fahrt zu verkürzen, bog jetzt der Kutscher von der Chaussee in einen Weg ab, der quer durchs Land einen Bogen der großen Fahrstraße abschnitt. Obschon man hier stellenweise durch sandigen Untergrund hindurch mußte, blieben die kräftigen Braunen, die vor den Wagen gespannt waren, in munterem Trabe, so daß man gut vom Flecke kam. Nach einer halben Stunde etwa tauchten vor den Reisenden die dunklen Umrisse eines baumreichen Parks auf, und indem man näher kam, sah man über den Bäumen ein Haus emporsteigen. Vielleicht war es das Dunkel der Nacht, welches die Linien des Gebäudes undeutlich machte jedenfalls erschien es, von hier unten gesehen, außerordentlich groß, beinahe kolossal. Ist das das- Schloß, das zu dem Park gehört?" unterbrach der zweite Reisende, der im Lande fremd zu sein schien, die Stille, die bisher im Wagen geherrscht hatte. Jawohl, das ist das Schloß." erwiderte der Arzt. Ein gehöriger Kasten! Nicht wahr?" Die Bezeichnung traf zu. Einem ungeheuren finstern Kasten sah das Bauwerk ähnlich.wie es in seiner schweren Masse, lautlos, scheinbar leblos, auf der Terrasse über dem Parke lag, und mit den schwarzen, lichtlosen Fenstern in die dunkle Nacht hinausstierte. Indem die Blicke des Reisenden noch an dem merkwürdigen Bilde hafteten, griff der Kutscher mit einem mächtigen Ruck in die Zügel, so daß die Pferde zum Stehen kamen. Herr Dukter," wandte er sich vom Bocke zum Wagen um, itze sucht er wieder da!" Mit dem Peitschenstiele deutete er nii? fcsl3 oAlflfc h'w hi Munn 7 x kW vj Arztes und seinesBegleiters folgten der I m i 1 angegebenen Richtung.
In dem todte Hause war es lebendig geworden. Hinter einem der dunklen Fenster, und zwar demjenigen, welches sich an der äußersten Ecke des Hauses befand, dämmerte ein Lichtschein auf, der sich allmählich verstärkte, so daß e2 aussah, als käme eine Leuchte aus dem hinteren Theile eines weitläufigen Gelasses langsam nach vorn. Dann blieb das Licht stehen, flackerte eine Zeitlang hin und her, als würde die Leuchte von der Hand, die sie trug, im Kreise umhergeführt; alsdann verdunkelte sich das erste Fenster, das danebenliegende wurde hell das Licht wanderte. Man'konnte wahrnehmen, wie es aus dem ersten Zimmer in das anstoßende Gemach ging. Dort blieb es abermals stehen, und der Vorgang von vorhin wiederholte sich. Aus dem zweiten wanderte es in das dritte, und so die ganze lange Flucht von Zimmern entlang, und jedesmal das flackernde Umherfahren, jedesmal aber hastiger, als würde die Hand, die die Leuchte trug, immer erregter, als fuchte das Licht etwas in den Ecken der Gemächer, und fände nicht, wonach es fuchte. Wie das Ringen einer stumnen, verzweifelten Seele, beinahe gespensterhaft sah das alles aus. Zwölf Fenster befanden sich in der langen Front des Schlosses; an allen zwölf wanderte das Licht entlang, bis daß es endlich in das letzte, von dem ersten Zimmer entfernteste Gemach gekommen zusein schien. Hier wurden die Bewegungen noch ungestümer als zuvor, das Licht fuhr berauf und herab, daß es aussah, als suchte es am Fußboden umher. Jtze is er in ihrem Schlafzimmer", sagte der Kutscher, der kein Auge von dem Vorgange verwandt hatte. Ja, jetzt ist er in ihrem Schlafzimmer," bestätigte der Arzt. In dem Augenblick aber trat eine neue Erscheinung ein: das Licht, das ganz tief am Boden umhergeglitten war, als suchte es unter Möbeln und Betten, wurde plötzlich hoch gehoben und stand ruhig und still, ohne weiter umherzuirren und zu flackern. Es sah aus, als wäre eine andre, festere Hand hinzugekommcn, die es der ersten abgenommen hatte und emporhielt. Dies dauerte einige Zeit, dann verdämmerte der Lichtschein nach dem Hintergrunde des Zimmers, verschwand sodann völlig, und gleich darauf lag das Schloß wieder finster und leblos da, wie es zuvor gelegen' hatte. Jtze is der Johann gekommen und hat ihn geheißen vernünftig sein," sagte der Kutscher, indem er leise in sich hineinlachte, wie jemand, der sich gegrauelt hat und froh ist, daß der Spuk zuEnde ist. Es scheint," erwiderte der Arzt, jetzt ist der Johann gekommen. Also fahr auch zu." Er lehnte sich zurück; der Kutscher schnalzte mit der Zunge, und die Pserde zogen wieder an. Wenige Minuten später lag das Schloß den Fahrenden im Nucken. Der zweite Reisende, der das abenteuerliche Schauspiel schweigend beobachtet hatte, wandte sich jetzt an seinen Begleiter. Aus dem Gespräche des Arztes und des Kutschers hatte er entnommen, daß der räthselhafteVorgang ihnen verständlich erschien. Können Sie mir denn sagen," fragte er, was das alles für eine Bewandtnißjhat?" Es erfolgte zunächst keine Antwort. Der Arzt saß in seiner Wagenecke und brummte vsr sich hin; er schien nicht recht aufgelegt, Auskunft zu ertheilen. Sie sind wohl nicht aus der Gegend?" fragte er dann zurück. Nein warum?" Hm nu ja " meinte der Arzt, weil fönst haben Sie nie von den Fahrenwalds gehört?" Fahrenwalds?" Nu ja die Freiherren von Fahrenwald." Niemals gehört," versicherte derGefragte. Der Arzt brummte wieder vor sich hin; es klang beinahe wie Mißbilligung. Als echter Schlesier konnte er kaum begreifen, daß jemand von einem Geschlechte, wie das der Fahrenwalds, nichts wissen sollte. Gehört denen das Schloß?" fuhr der Reisende na6 einer Pause fort. Nu, das versteht sich," entgegnete der Arzt, der Baron, der jetzt da oben sitzt, ist der letzte von ihnen." Er drückte sich tiefer in seinen Sitz. Aber wenn Sie fremd sind es sind Sachen man thut schon besser, man spricht nicht viel davon." Der andre wurde immer neugieriger. Ist etwas los mit dem jetzigen Baron?" Nu was soll mit ihm los sein?" sagte der Arzt, dessen Antworten immer zögernder wurden, man könnte halt eben von ihm sagen: es blakt bei ihm ein wenig." Es blakt?" fragte der Gefährte. Was meinen Sie damit?" Der Arzt lachte in sein feistes Doppelkinn. JJlu sehen Sie. das Gehirn der Menschen, damit ist's so ungefähr wie mit den Lampen. Bei den einen brennt das ruhig und manierlich, bei den andern flickerts und flackerts, und endlich gibt welche, bei denen die Lampe blakt." Also irrsinnig?" Der Arzt schlug mit der Hand durch die Luft und wandte den Kopf nach der andern Seite. Eine längere Pause entstand. Dann fing der andre wieder an. Und er hat also eine Frau?" Der Arzt warf den Kopf herum. Wieso?" fragte er. Nun weil Sie doch vorhin sagten, daß er jetzt in ihrem Schlafzim-
mer iouic. . , Der Arzt stieß einen schnaubenden Seufzer aus. Es war ihm offenbar
nicht lieb, daß er'so ausgeholt wurde, und er ärgerte sich, daß er schon zuviel gesagt hatte. X Eine Frau," sagte er dann, kann ja sein, daß er eine hat, oder wenigsiens gehabt hat. Aber das ist eine Sache, wo es schon am besten ist, wenn man halt gar nicht davon spricht." Er seufzte noch einmal; feine Stimme sank herab, daß es wie ein Selbstgespräch klang: Die Frauensleute das ist ja manchmal nicht viel anders als die Schafe, die ins Feuer laufen, weil es glänzt. Nachher, wenn sie drinnen sind, merken sie.daß es auch brennt, cber dann ist's zu spät." Er schüttelte die Achseln und rcclte sich auf. Aber, wie gesagt da wird alles Mögliche geredet denn wovon reden die Leute nicht und wenn man nachher zusieht, wer ett?as weiß, ist niemand, der etwas Sicheres weiß. Darim mein' ich schon, es ist halt das bes!?, man spricht nicht davon. Und ick, für mein Theil, ich meine, es ist gut. rrnn einer keine Verpflichtung hat. sich um gewisse Dinge zu bekümmern. Dann soll er sich auch nicht darum belümmern. Uno ich habe keine Verpflichtung. mich geht's nichts an ci0 bekümmere ich mich nicht drum." Damit lehnt: er sich tief in die Wagenecke zurück, wie jemand, der genug gesagt hat und nichts weiter sagen will. Dcr Andere schien es zu sühlen und schwieg. Die Andeutungen des Arztes hatten ihm die Sache beinahe noch dunkler gemacht, als sie gewesen war. Irgend ein Vorgang mußte sich da oben abgespielt haben, vielleicht sogar ein schrecklicher, aber was? Immerfort sah er das stumme Licht
hinter den Fenstern des todten Hauses I -? H rayinivanoern, von Zimmer zu Jimme? wie ein schlummerloses böses Gewissen, immerfort das zuckende Umherfahren der Leuchte, das Suchen in den Ecken der Gemächer, am Fußboden entlang, unter Möbeln und Betten, das wilde verzweifelteSuchen. Wer war der nächtliche Wänderer? Wen suchte das Licht? Ein Schauder bedrückte ihm das Herz was mochte das finstereHaus gesehen haben? In den Breslauer Gesellschaftskrcisen war vor einigerZeit einePersönlichkeit aufgetreten, deren Erscheinen in den Familien, denen sie Besuch machte, jedesmal eine gewisse Aufregung, eine Mischung von geschmeicheltem Stolz und von beklommener Sorge hervorrief. Das war de? Baron Eberhard von Fahrenwald. Alle Welt kannte den Namen und den Reichthum des Geschlechts, alle Welt aber munkelte auch,, daß es mit den Fahrenwalds nicht recht richtig sei. Jahrelang nach dem Tode des Vaters war der Baron Eberhard unsichtbar, wie verschwunden gewesen. Wo hatte er gesteckt? Einige behaupteten, er hätte Reisen um die Welt gemacht, andre, er wäre gar nicht von seinem Schlosse fortgekommen, sondern hätte veraraben und verborgen untör seinen Büchern gelebt, eine dritte Art vonBerichterstattern endlich wußte zu erzählen, daß er ganz einfach in 'einer Anstalt untergebracht, gewesen sei. Anverwandte, von denen man Gewisses und Genaues hätte erfahren können, waren nicht vorhanden die FahrenWalds waren wie ein alter, verdorrender Baum, der keine Aeste mehr treibt, von dem nur noch derStamm übrig geblieben ist. Und nun tauchte diese geheimnißvolle Persönlichkeit plötzlich auf, machte Besuche und that alles das, wodurch Menschen anzudeuten pflegen, daß sie mit Menschen verkehren wollen. Und doppelt auffällig feineBesuche galten vornehmlich denFamilien, woTöchter im Hause waren. Was hatte das zu bedeuten? Etwa, daß er daran dachte ? Man konnte es den Eltern im Grunde nicht verdenken, wenn sie sich aufaeregt fühlten. Einen Freiherrn von Fahrenwald zum Schwiegersohn zu besitzen, die eigene Tochter als Gebieterin eines großen Vermögens, als Besitzerin eines von aller Welt gepriesenen Herrensitzes zu wissen unter normalen Umständen wäre es ja ein Ziel gewesen, auf's innigste zu wünschen." Aber so wie nun einmal die Verhältnisse jetzt lagen Erklärlicherwe.ise bemächtigte sich die Aufregung der Eltern in noch stärkerem Maße der Töchter selbst. Neugier mischte sich mit Grauen; es war eigentlich ein noch nie dagewesener Gesellschaftsreiz. Sobald es feststand, daß der verrückte Baron" denn unter dieserBezeichnung Fing er kurzweg zu einer Gesellschaft eingeladen sei und erscheinen würde, flogen die jungen Damen auf. von Haus zu Haus, herüber und hinüber, und es gab ein Gewisper und Geflüster,' ein Kichern und Lachen, und ein wollüstig wonnevolles Graueln. - Wie doppelt begehrenswerth man sich erschien! Wie man sich gegenseitig darauf ansah, auf welche von ihnen wohl der unheimliche Mensch die Augen richten, nach welcher von ihnen er die Hand ausstrecken würde! Die blühenden Wangen beugten sich zu einander, die kleinen Hände drückten sich mit geJenseitigem Verständniß es war wie ein erregter Taubenschwarm, über dem der Habicht in Lüfteir steht. Man kann sich hiernach vorstellen, wie eigenthümlich und gepreßt derEmpfang war, der ttm Baron Eberhard von Fahrenwald zu Theil wurde, so oft er in Gesellschaften erschien. Seine persönliche Erscheinung und die Art seines AuftretenZestarkte al les das, waä über ihn gemunkelt und redet wurde. , . . - Man wußte, daß er stets von sei nem Diener begleitet wurde, der nie von seinen Schritten wich und ihm zu tcDCC Geselljchast folgte. . , (Fortsetzung fslgt.)
. Nette Aussicht.
D'r.Pfarr'r von Wint'lhausa, scht so'scht a braver Ma'. No sait'r hiabott d' Wehret Ganz fra'schama' oim na'. So hot'r in seim Heftle An Baura letscht verseah'. Und wohr isch, daß des Mannsbild D'r Besicht net grad ifcht gwea'. Hot Geald auf Wuacher g'lieha. De arme Leut kuranzt. Und lscht, wenn's Nacht kscht wor'a, . Aells nach de Mädla g'schtranzt. , No ifcht d'r Pfarrer komma Und Hot sei' Pflicht verseah'; Deam Baura isch auf des na' Um Vieles leichter g'wea'. etzt froaet'n d'r Pfarrer.' Was so'scht sei' Wunsch noh wär? ,Ha. sait des Vauraluad'r, Herr, 's wär m'r halt a n Ehr, Wenn ma mir, be n i q'schtorba. An Beut'l Gold gäb mit. ulo war i, glaub e, ruhig. S sel' wär mei' letschta Bitt." .So, so," sait drauf d'r Pfarrer, - ' .Des ischt 's Letscht. was ibr went. An Beut'l Gold in d' Gruaba Noch uirem Leabe'send. . Des ko't ma'arad scho' mach, 2)och mor, mel' guater Ma, As würd ui' net viel nutza, . Wia i gl' saga ka'. Denn wo ihr na' wecuit komma, i Seit Hot des Gold koin Werth, , Weil Aelles w schmilzt z'säma. -Und wär as noh so härtl Ausfallt. Die Pfingstwoche ist in Rußland, namentlich in Klein- und Weiß-Ruß-land, den Russalken heilig. Dle Sage von den Russalken gehört zu den freundlichsten Mythen Rußlands; sie hat sich durch ein fast tausendjähriges Christenthum im Volksleben erhalten. Die Russalken sind eine Art vonNixen, die im Wasser leben, im Wasser athmen und unter den rauschenden Fluthen wohnen. Die Einen halten sie für gute, die Andern für böse Geister: aber darin ist Lied und Sage einig, daß sie von zauberhafter Schönheit sirö. Wer sie einmal gesehen, der hat kein Auge mehr für irdische Schönheit, wer iren lockenden Gesang vernommen. dessen Ohr ist fortan jedem Laut verschlossn, der einer Menschenbrust entsteigt. Die Pfingstwoche wird bei den Kleinrssen noch jetzt die russallfche Woche genannt und die Lieder, die -in dieser Woche gesungen werden, heißen Russalje. - Nach dem Bolksglau ben kommen die Russalskr. die den jDniepr sewohnen, in dieser Woche ans Land und ziehen in die Wälder ;und Felder. An dem Ufer des Dniepr; befindet sich em Ham, der Hain der Russalski, und eine Grotte, die das Ohr der Klagen genannt wird. In der russallschen Woche sammeln sich die Jungfrauen und Frauen der Umgegend, ziehen hinaus in diesen Hain und schmücken die Eichen mit bunten Bändern; die Verlobten winden Kränze und hangen sie an die Zweige der Birken, um dadurch die Gunst der Äussalki zu gewinnen. Die jungen Wittwen aber und die Bräute, die ih,ren Geliebten verloren haben, legen Äränze in der Grotte der Klagen nie'.der, indem sie vereint die RussalkiGlieder singen. In dieser Woche darf 'Niemand in einem Fluß baden noch ml der flachen Hand aus das Wasser 'schlagen, will er nicht den Zorn der 'Russalkk heraufbeschworen. Der hei liaste Taa dieser Woche ist der Donlnerstaa, an dem jedes Geschäft und Zjede Arbeit ruht. In der Nacht werden auf Feld und Wiesen Feuer angeZündet, und man singt und tanz5dort bis zum frühen Morgen. TieMaifcucr. Auf dem boben Eleve und in der weiten Marsch:b5ne in Süderdithmarschen aebört das Bakebrennen rn der Walvuraisnacht zu den Volksbräuchen, die aus heidnischer Zeit herstammen. An einem der wichtigsten Feste des Heidenthums. an der mit Tanzen verbunbenen Frühlingsfeier, wurden schon 5?euer entzündet, um den Gottern zu danken. In christlicherZeit wurde Wal,purgis, gestorben 778 als Aebtissin des Klosters Heidenheim bei Erchstatt, als die Beschützerin vor Zauberkünsten ver:tf)xt. Da der Tag ihrer Heiligsprechung (1. Mai) gerade auf das heidnische Fruhlingsfest siel, so erlangte . mit Ueberhandnahme des HexenglaubenS die Walpurgisnacht (vom 30. April zum 1. Mai) eine berüchtigte Bedeu tuna. indem man die 5eren mit ibrem Meister, dem Teufel, auf dem Blocksberge zusammenkommen ließ. Um sich nun vor 'diesen bösen Geistern zu schützen, wurden später die Feuer ange- . i cvr m t t.tc.:i:.i.. zUIlvrl. um jaicuuiCHirtii ircitsuigicu sich nur Knechte, Mägde und Kinder. Gnte Lehre. Sm junges Paar in Heidelberg, das 'sich in den Ehestand begeben wolltund um die Einwilligung des. Herrn Papa 'bat, erhielt von dem alten Herrn fol zenden kurzen Bescheid: 'Sie hat nichts und Du desgleichen;. Dennoch wollt Ihr, wie ich sehe, Zu dem Bund der heiligen Ehe Euch bereits die Hände reichen. 'Kinder, seid Ihr denn bei Sinnen? 1 Ueberlegt Euch das Kapitel: 'i Ohne die gehör'gen Mittel ' j"; Soll mau leinen iluca beginnen.- , ;
