Indiana Tribüne, Volume 17, Number 255, Indianapolis, Marion County, 3 June 1894 — Page 9

Jndiana Tribüne. Beilage.

Indianapolis, Ind., 3 Zum 1894. Hexeoglaube in Teutschland. Von ickiard ndr. WaS die äußere Civilisation de trifft, so sind wir darin offenbar vorwärts gekommen; wir besitzen Cylin derhut und Frack, zwangsweise Volksschulunterricht und die Zahl de rer, die nicht schreiben oder lesen kön nen, ift schon so verschwindend ge ring, daß das Geschlecht der Analphabeten bei uns der Vergangenheit an oehört. Die bedruckten Papiermas sen, welche täglich in daS Volk ge schleudert werden, können vielfach den ErdglobuS umhüllen; händeringend iah ich kürzlich einen Bibliothekar vor dem Ballen von Zeitungen fte hen, die er, als .Urkunden für die Zeitgeschichte", unterbringen und binden lassen mußte. Die , Bildung" dringt weit vor: ein anarchistischer Bombenwerfer berief sich kürzlich vor Gericht auf Darwin, den er schwer lich gelesen, sicher aber nicht verftan' den hatte. DaS alles zeugt von hoher Civili sation. Leider läßt sich von der in neren Kultur nicht so Günstige be richten und die heute unter dem Zei chen der Egalite stehenden Menschen werden doch noch einige Zeit zu ax Veiten haben, bis die angestrekte langweilige Kulturgleichheit wirklich erreicht sein wird. Auch der Schule will eS nicht recht gelingen, die lln kultur auszurotten: diese oft ver schrieene Panacee verringert das Uebel wohl in etwas, vertilgt es aber nicht. Vor der Hand bleibt eS ncch bei der .Auswahl", und wer pessimiftisch dreinschaut, glaubt daran, daß überhaupt die Massen" nicht zur völligen Erhebung gelangen werden. Der alte .Biglowe" besteht und er nimmt höchstens andere Formen an, selbst unter gelehrter Narrenkappe, die etwa .Sphink- betitelt ift, und wenn die alten volkSthümlichen Formen nicht mehr genügen, dann jam melkt sich die mit dem unauSrottba ren Uebel Behafteten unter neuen Gestaltungen. 9'fan braucht nicht in die breiten Massen hinabzusteigen, um die alten Anschauungen lebendig und unaus gehottet zu finden. Wie der Echim melpilz im Roquefortkäse wuchert, so durchzieht der Aberglaube" das ganze Volk, und wenn ich hier nur von unserem spreche, so gilt das gleiche doch von anderen Nationen in demselben oder erhöhtem Maße. Es soll uns bescheiden stimmen, wenn wir sehen, wie viele Verbrechen Körperverletzung und Nothzucht, Meineid und Gräberschändung, ja Tödtung und Mord dem Aber glauben . ych heute zu verdanken sind. D?i ,Spuck vcn Resau" Hot vor wenigen Jahren das Schönengericht zu Werder an der Havel deschüf tigt, und erheiternd wirkt eine Stadt verordnetensttzung in der aufgeklär tea Stadt Frankfurt a. M. (9. März 1803), in welcher die Zahl 13 aus der Nummerirung der Häuser ausge schlössen wurde! Ich kannte eine er göhllche Geschichte erzählen, wie 1893 ein .Bater- einer großen deutschen ladt mit der Wünschelruthe umhergezogen ist, um Quellen für eine neue Wasserleitung zu suchen. Nicht das ganze breite Gebiet sol' chen Aberglaubens soll heute hier berührt werden; nur eine kleine Zahl von Hezenprozeffen, die ich gesam melt habe, will ich hier festnageln, freilich, einen großen Fortschritt stellen sie insgesammt fest: früher wurde die angeschuldigte Here ohne Gnade verbrannt; heute bestraft in der Regel das Gericht Jene, die eine Srau Hexe" nennen. 1. Prozeß Widdau-Schüfer (Aachen 1375). Die ffrau des Bauers Wid dau war von der Bäuerin Schüfer beschuldigt worden, daß sie heren könne; diese habe ihr das Vieh derar lig verhext, daß die Kühe keine Milch mehr gäben; ihre Kinder bekämen auch Ungeziefer u. dgl. m. Sieben Zeugen bestätigten, daß die Schüfe? solch Aeußerungen gethan. Zeuge Mathias Lstar!. ein .HexenauStrel der", sagte eidlich aus, die Widdau vermöge derlei Dine zu thun, auch könne sie ihn (den Zeugen und Hexenauitreiber) fefthern,; vermöge des .IhrlstophelbucheS" hexe sie deu Mensch? Ungeziefer an. Frau Schä fer wurde zu einer Geldstrafe von 10 Mark verurthellt. 2. Die Hexe von Weidkamp (bei (inen). Die Offener Bolkszeitung" enthielt folgende Anzeige: Die Der leumdung. welche ich, Wilhelm Heim dach, gegen die Ehefrau Jojeph Uh lenberg, geborene Pleimann. ausae sprochen, daß dieselbe hexen könne, und schon Kinder so behext hätte, daß dieselben daran gestorben, nehme ich als Unwahrheit zurück. Weidkamp bei Bordeck, 7. Februar 1879. Wil Helm Heimbach.3. Die Hexe von Schapbach (Kreis Wolfach, Baden). Der .Kinzigthä Ux" brachte im Dezember 1892 fol gende Erklärung: .Schapbach. Oef fentliche Erklärung. Im Stalle des Bürgermeisters ift unlängst die Klau enuche ausgebrochen und wird erst jetzt von den Hausbewohnern ausge sagt, die Seuche sei von Hexen in den Stall gebracht worden. Da meine Persönlichkeit darunter leidet und ich gegen den Herrn Bürgermeister nicht klagend vorgehen mag. erkläre ich öf fentlich. daß ich weder eine Hexe bin, noch hexen kann. Viktoria Seifritz." 4. Die Hexe von Dach (an der eanitz. Bezirksamt stürtd. Bauern

verhandelt im Dezember 1892 vor dem Schöffengerichte zu Fürth. Die Dienstmagd Elisabeth Hörrath von Obermichelbach hatt, ihre Tante, die Oekonomenfrau Gugel von Vach, beschuldigt, daß sie eine Haushexe, und deren Mutter, daß ste eine Stallhexe sei. Einmal will die Hörrath gese hen haben, wie eine der Vorgenann ten auf einer Kuh einen Ritt im Stalle ausführte, um solcher die Milch zu vertreiben. Es gab wirk lich Leute genug, welche die ange schuldigten Frauen in der That für Heren hielten, die dem Bieh Schlimmt anhaben könnten, und sie des halb verjekmtcn. Das Urtheil gegen die Hörratl? lautste auf 10 Tage Gefängniß. 5. Tcr Hcicnmesster von Wang. Verhandelt im Juni 1884 vor dem Landgericht zu Kmptcn, Bayern. Xaver Elidtcs in Wang kurirt das

Vieh und entert eS auch. So hatte cr bei dem Bauern Oftheimer in HaSlach den verhexten Viehstall von den bösen Geistern gereinigt, wobei er folgendermaken verfuhr: Er entzün dete Feuer im Kvhftall, nahm zwei Eisenftangen, machte sie glühend und goß Milch darüber, bedeutete dann dem Oftheimer, indem er dazu betete. daß die aus dem Eisen zurückgebne bene Milchhaut du Haut der Hexe sei, und daß diese selbst bis auf jenes Ueberbleidsel nun glücklich verbrannt wäre. Der Spaß kostete dem Bauern siebzehn Vark und dem blederen Hexenmeister drei Woche Hast wegen groben Unfugs. 6. Die exe von Trulben (Bezirks amt Pirmasenö, Bayr. Pfalz). erhandelt vor dem Bezirksgerichte ln Zweibrücken, August 1874. Marga rete Klein verklagt die Frau Frenzel in Trulben, weil sie gesagt hatte, ihr Kind sei von der Klein verhext wor den. Das kranke Kind der Frenzel mußte, so schloß diese, von bösen Leuten verhext sein, und um der Hexe auf die Spur zu kommen, fuhr fie zu einem .Hexenmeister" nach Jxheim bei Zweibrücken, welcher heraus brachte, die Margarete Klein, ein un bescholteneS Mädchen von 22 Jahren, sei die Hexe. Er hatte dieses durch Approdiren" erfahren, indem er ei nen Schlüffel in die Bibel legte, den die Frenzel berühren mußte. Sie hatte nun die Namen sämmtlicher Bewohner von Trulben zu nennen und als sie den Namen der Marga rete klein nannte, drehte sich der Schlüssel. Gretel war demnach die Hexe. Auch daß sie das Heren von ihrer Großmutter gelernt habe, of fenbarte der Schlünel. Nach Trul den heimgekehrt, wusch die Frenzel ihr krankes Kind; da hörte sie drau ßen klägliches Geschrei, wie von einer Kake. DaS konnte nur die Hexe Klein sein, denn der Hexenmeister hatte der Frenzel gesagt, daß die Klein sich nach Belieben in einen Hund oder eine Katze verwandeln könne. Nun wurde in Trulben die Margarete Klein allgemein als Hexe verschrieen und gemieden; sie klagte, und die Frenzel wurde zu fünf Ta gen Haft und in die Kosten verur theilt. 7. Wiener Hexe. Verhandelt vor dem Strafrichter deö Bezirksgerichtes Mieden ,m Juni 1891. Die Au mär terin Fanny trodt klagte gegen das Dienstmädchen Marie Wirzar, weil ihr dieselbe fortwährend offene Kor respondenzkarten mit den Titulatu ren: Menfchenfresferin, Trud, Here, geschickt habe. Eine derartige Karte lautet wörtlich: Du Blutsaugerm, Du haft mir schon daS ganze Blut ausgesogen, ich habe nichts mehr als die Haut, jede Nacht fährst Du durch den Rauchfang! Die Schreiberin dieser Karten erzählte dem Richter, daß ihr die Privatklägerrn, feit sie, die Angeklagte, von ihr weggezogen sei, ferne Ruhe laise, sie von icbern Dienftplatze wegbringe und sie selbst während der Nacht bejuche. Rich ter: Während der Nacht? Erklären Sie sich doch deutlicher.- Angekl: ..So eine Trud kommt wie ein Wind über die Menschen und betäubt sie. Wenn der Mensch zu sich kommen u.:d ausrufen kann: Jesus, Maria und Joseph! dann läßt sie nach. Diese Frau (mit dem Finger auf die $fv vattlägerin weisend) ist eine solche Trud. Sie vertreibt mich aus jedem Posten so daß ich nirgend länger als Drei Wochen bleiben kann. Gegen 12 Uhr, ven ich un Bette liege, kommt sie unter dem Bette hervor. setzt sich auf mich und saugt mir das Blut aus der Brust. Ich bin schon so matt, daß ich gar nicht mehr ar beiten kann. Früher war ich stark und gesund. letzt bin ich ganz mager. weil fie mir schon alles Vlut ausge sogen hat' Jetzt schrie eine Frau auS dem Zusc uuerraume: Tos is auch wahr! Sie soll ihr a Ruh lassen. I hab selber g sehen, daß sie auf der Bruft an ganz rothen Fleck g'hadt hat. und am Arm ls sie so zerbissen. daß man urndli die Zühn siecht!" Der Richter vertagte die VerHand Urng, um erst ein Gutachten des Ge richtsarztes über den Geisteszustand der Wtrzar einzuziehen. m Offener azreibebrie? eS Philipp Sauerampfer. Mein guter Herr Redaktion! Pa, warum machst Du nit mit mich un die annern KiddS e May Wahk? so Hot mich mein Willie, wo neckste Eaftern konfi? mirt wird, gefragt. Well, hen ich gesagt, ich geb nicks drum, mer wolle neckste Sonndag gehe, awer eens mißt Ihr mich pra misse, daß Ihr Eich beheft ej is schon

Vaner genug, wann ich Eich mit-

nemme, un for den Riesen mutz ich eckspeckte, daß Ihr mich nit mehr Truwel macht, wie nothwendig." Ich sage Jhne, Herr Redaktionär. die Kids hen sich gefreit, als wie de Sckneekeenig. Ich hen schuhr gedenkt, daß bis zum Sonndag keens nit mehr an die Wahk denke deht, awer do hatt ch mich scheen in de Hals qeschrntte. Wie se mich nor geseh hen, do hen se Froge gefrogt, wo ich puttiniehr nit änsere gekonnt hen. Pa, könne mir auch im TschuleiMay Wahks mache?" Hot des Baby qefrogt. Er is 'Zwar schon finf Johr alt. awer mer rufen immer noch Baby, bikohs er is soweit unser Jingster. Pa. gelt, wann's de Sonndag regne duht, dann gehe mer schon am Samstag?" Hot der Johnny gefrogt. Pa. darf ich mei Keit un mei Marbels mitnemme? Hot der Joe aefroqt. Ich henn immer ..Ja, ja." gesagt, awer wenn ich gewuht hätt, was ich mer da for e Supp einbrocke deht. do hätt ich liewer de Pohker genomme un hätt die verdollte Lausbuwe e Licken gewwe, daß en die May Wahk Bosse vergange wäre. Awer ich will nit vorgreife. Der Sonndag kam un mein Truwel auch. Was war deh vor en Schapp. bis die Buwe gewasche UN gedreht Ware! So lang mei Altie do war, Hot die off KorS zu all deß getend. Jetz is des dlfferent. Schließlich. nachdem ich se alle Drei geheerig versohlt gehatt hen, hen se sich soweit beheeft. daß ich se reddig mache konnt. Ich hen e Bäsket mit Lunch gefickft. denn Hunger hen die Kids doch im mer. Ich hen. e Dutzend un e halb Eier mitgenomme, selbstgelegte, off Kors mer hen jo en ganze Peil Schickens in die Yard biseids deß hen ich noch e ordentlich Porzion Hähm und Belohni un en Leib Reibrod eingepackt ich sage Zhne, es war e geheerige Lohd. Die Kinner hen sich arig gefreit un ich muß sage, der Wahk hat mich auch Spatz gemacht. Mer wäre noch kee zeh Minute gange, do Hot das Baby gekrische. weil er sei Täcks verlöre gehatt Hot un er Hot auch nit ehnder gestappt, bis datz mer sie widder gefunne hatte und dann Hot er gekrische, weil er keen Maybocks ketsche konnt. Dann gings weiter, awer lang Hot's nit gedauert, do Hot er Hunger gehatt. Ich hen so ebbes komme seh un hen em e Sänwitsch gefickst. Kaum war'n ich domit gedahn, un hatt das Bäskett Widder zugemacht, do fyen die Annern kumplänt: .No, kriege mir nicks?" Off Kors. hen ich Jeden! e Stick Brot gewwe misse, bo jetzt gebt mer awwer emol Aest v?r e &UUmg," hen ich gesagt wwerdem sin in?c in die Wuttö lumme. Es Kot die ?'acht besor gettgent gehüt un off jtors war ziemlich lnolig un i.yoeetM'ipt war's auch arig dämp mm: die Bäum. Ich hen e Buwe gesJgt. se solle hurnopp mache, datz mer widder enaus käme un se sollte Kehr nemme. daß se nit in de Mott steppe dehte. Mei Rimarks hen so viel gut gedahn, als wann, ich se zu meim Karo gemacht hätt. Der Joe is grad in die größte Mottlöcher gesteppt un sei Schuh und Stockins hen ausgeguckt, als wann se in ere Suhr gelege hätte. Ich hen e Wuth gehatt, wie noch nie. un von dem viele Schwetze hen ich en Dorscht krieht.daß mirs ganz grien un gehl vor die Auge geworde is. Gehn mer nit in de Saluhn?" Hot der Johnny gefrogt. Do sin ich awer mäd worde. Wanns de noch eemol das Wort Saluhn sechst, dann kill ich Dich. Du nicksnutziaer Bub," sagt ich, Du brauchst Mich auch noch Mlt so Sache ufszurege. Bald wäre mer uff die annere Seit oun die Wutts un grad vor eme Warmhaus. Do werd gestappt," sagt ich. Ich hen den Farmer gekennt. Er war frieher unser Milchmann. Hot sich awer auskaufe losse un is uff die Zsarm gange. In seine Spärzeit, tschenerally im Winter, macht er Wein; sei Eckspirienz Hot er beim Milchhannel krieht. Well, mer sin inseid gange un ich hen reiteweg een gepackt. ch söge Jhne. es Hot ordentlich Tschschch gemacht, wie der Ätoff mei Droh! ennunner gelause iS. Die Buwe hen for e Tschänsch Widder e bissi gesse. Wie ich mich e Sänwitsch tackele hen wolle, do war das Bäsket so leer wie eme arme reisende Handwerksborsch sei Packetbuch. Ich war nor zufridde. daß se kee Foß mehr gemacht hen. Se hen in die Aard ge spielt un hen viel Fonn gehatt. Uff emol hen ich de Baby nit mehr gesehn. .Wo zum Deibhenker is dann das Kid?" hen ich gedenkt un sin mitaus Hessuehschen gestart, nach ihm zu gucke. Wie ich an de Menuhr Pit kumme, do seh ich ebbes dnn zawwele. Ich denke, es is e Schicken, was in de Mist gefalle war. Ich kriege das Ding ze packe UN ziehe's eraus UN was warsch ? mei Baby warsch. Gasch, Hot der ausgeguckt! un wie Hot der geschwellt! un was Hot der gekrische! Well.datz Hot die May Wahk for mich gesettelt. Ich hen dem Farmer e poor Schilling gewwe, daß er uns heimgefohre Hot. Dem Baby sei Suht hen ich dem Paperracks Mann gewwe un das Baby hen ich for drei Stund in Salzwasser gelegt, daß er den Schwell verlöre Hot. An die May Wahk will ich denke, so lang wie ich lewe. womit ich verbleiwe Jhne Ihr liewer Philip-p Sauerampfer. eil!tSrVllon. Die Fortschritt t der Wissenschaft tt Lnftsch.fffahrt. In den Militärkreisen Europas wird heutzutage ein vollständig auögerüstete Luftballon - Corps als eine absslute Nothwendigkeit erachtet. Und selbst w den Ber. Staaten fängt man an. der Sache besondere Aufmerksamkeit zu schenken. ES scheint, daß man w Frqnjxejch am Weitesten im Fache

der mMtärischen Luftschifffahrt forkgeschritten, obgleich die Versuche und Erfindungen in dieser Beziehung geheim gehalten werden. Die Franzosen behaupten, daß ihre Ballone eine Geschwindigkeit von 28 Meilen per Stunde erreicht hab:n und durchai's lenkbar seien.

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Gastransport an der Küste. Der deutsche Kaiser ist nicht geneigt, hinter seinem feindlichen Nachbarn zurückzubleiben, und hat neuerdings der Gesellschaft zur Forderung der Luftschifffahrt ein Geschenk von 60.000 Mark gemacht. Das Geld soll als Beitrag zur Herstellung eines Nie senballons verwendet werden. Derselbe soll die Höhe eines vierstöckigen Hauses erhalten und groß genug sein, um 2.530 Kubikmeter Gas aufzunehmen. Der Stoff wird aus egyptischer Baumwolle hergestellt und mit vulkanischem Gummi überzogen werden. An dem Ballon soll eine Vorrichtung angebracht werden, durch welche sich das Gas auf längere Zeit rein erhält. Hierdurch wird natürlich auch die Flugzeit des Ballons verlängert. Man hat die Absicht, mir dem Ballon in eine Höhe von 33.000 Fuß zu steigen, wobei künstliche Athmungsvorrichtungen mitgenommen werden müssen. Die deutsche Armee hat im Laufe des Frühjahrs ein Ballon-Corps in's Feld geschickt, welches dem französischen in nichts nachstehen dürfte. Uebersetzen eines Flusse. Bei Metz wurden mehrere gelungene Ausfahrten unternommen und ergaden, daß Ballon - Forschungen für das Heer von großer Bedeutung sein können. Es hat sich bei den Uebungen ferner ergeben, datz man die Ballone beim Uebersetzen von Flüssen verwenden kann. Ein Ballon wurde mit einer Anzahl Stricke versehen, welche man herabhängen ließ. Ein Soldat ergriff einen der Stricke und wurde im Handumdrehen über den Fluß getragen. Er befestigte nunmehr seinen Strick am Boden, und nun konnte sich in kurzer Zeit ein Bataillon Soldaten an den übrigen Stricken über den Fluß schwingen. r Billon mit Auf- und Ab-stieg-Borrichtungen. Ein französischer Erfinder hat ein Luft-Torpedo erfunden und seine Erfindung an die russische Regierung verkauft. Das Torpedo kann nach Angabe des Erfinders von einem Luft-, da Kon auö mit großer Sicherheit ob geschossen werden. Man kann das Schreckenöding, welches nahezu 1000 Pfund Sprengstoffe enthalten soll, auf den kämpfenden Feind herabfchleudern und somit eine gewaltige Verheerung anrichten. Bearaben eines Ballons.

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Das amerikanische Kriegsministerium hat den ersten Schritt im Ballonwesen durch die Herstellung deS Ballons General Myer" gethan. Dem Ballone dienten die französischen und englischen Militär - Ballone zum Vorbilde. Zu seiner Füllung sind 13.000 Kubikfuh Wasserstoffgas nöthig. Er ist im Stande, zwei Männer mit sich in die Höhe zu tragen. Ein Luftballon, wenn er eine entsprechend leichte Gasfüllung und Bauart besitzt und groß genug ist, steigt vollkommen sicher auf und ist auch im Stande, große Lasten zu heben. Infolgt seines Riesenkörpers aber stößt seine Lenkbarkeit auf unüberwindliche Schwierigkeiten. Man ist diesem Uebelstande dadurch begegnet, daß man einen zigarrenförmigen Ballonkörper herstellte, damit derselbe beim Fluge die der Fortbewegung Widerstand entgegensetzende Luft leichter durchschneide, sowie ferner eine im Gondelgerüste gelagerte Kraftmaschine, welche mittels immer laufender Luftschrauben die Flugbahn in vorgeschriebener Richtung erzwingen soll. Die Leistungen diese mit Mowrbetrieb ausgestatteten Ballons erweisen sich schon gegen mächtige Luftströmungen unzulänglich. Die französischenHauptleute Renard und Krebs bauten .einen solchen Ballon, und es gelang ihnen, mit demselben unter sieben Freifahrten : j Der Ballon General M y e r". fünfmal wieder an den AusgangsPunkt zurückzukehren. Die Länge des Ballons betrug 50.4 M.. der größte Durchmesser 8.4 M. Die Hülle war aus Seidentaffet hergestellt und mit einem Netzhemde umschlossen. Der Motor, eine Elektrodynamomaschine, leistete 8.5 Pferdestärken und lieferte mittels einer zweiflügeligen Propellerschraube, welche 46 Umdrehungen in der Minute machte, bei ruhigem, windstillem Wetter eine Ballonfahrgeschwindigkeit von 6 bis 6 M. per Minute. Es mag noch zum Schlüsse bemerkt werden, daß in der Armee der Ber. Staaten schon zur Zeit des Bürgerkrieges von einem Luftballon Gebrauch gemacht wurde. Im September 1881 stieg der Luftschiffer La Montaine mit seinem Ballon in die Höhe, um dem General McElellan Information zu verschaffen. Der Ballon erhob sich über der Stadt Washington und stieg anderthalb Meilen in die Höhe. Bon diesem Observationspunkte aus konnte der Luftschiffer die Bewegungen deS Feindes übersehen und dessen Stellung notiren. Nachdem er diese? gethan hatte, stieg er bis zur Höhe von drei Meilen und ließ sich von einer Luftströmung fortführen. Er landete schließlich glücklich in Maryland, kehrte nach Washington zurück und erstattete dem General Bericht. Jahrelang wurde indessen in den Ler. Staaten seitens der Militärverwaltung nichts mehr in Bezug auf Ballone gethan. Wie eingangs bemerkt, ist aber neuerdings die Aufmerksamkeit wieder auf die Luftschiffe gelenkt worden. Ein Krieg in Europa würde bald zeigen, wieweit die Luftschifffahrt im Dienste des Heeres in unserer Zeit der Erfindungen entwickelt ist. Freundlichkeiten. Clara: Kannst Du morgen Abend ein bischen zu mir kommen, liebe Freundin?" Maud: Liegt etwas Wichtiges vor?" Clara: O ja, Dein Bräutigam will mich besuchen."

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