Indiana Tribüne, Volume 17, Number 255, Indianapolis, Marion County, 3 June 1894 — Page 4

Jndmna Trwttne.

Crsqeint Täglich und OonntagS. Die tSgliqe, Tribüne-koyrt durch den Träge, Gent per oche, die ConntagS,Trtbüne' i lent per Woche. Beide zusammen 15Hitl ode' Cent perMonat. Per Post , geschickt in Vo, Rulbejahlung V per Jahr. Office :No. 18 Süd Alabama Str. ZndianavoliS. Ind.. 3 Juni 1894. Ein Kapitel vom Aberglauben. Von Irma v. Trott - Vorostyani. Wenn man einen Blick wirft auf die Geschichte der Entwickelung deS menschlichen Geiste und seiner vor schreitenden Erkenntniß der .Erschei nungen des Lebens und der Natur; wenn man unser Zeitalter, welches sich auf seine in die breiten Volks schichten gedrungene Bildung und Aufklärung so viel zugute thut, mit den dunklen Zeiten der Anfänge, der Civilisation : -und Kultur, da der menschliche Geist noch in den Banden krasser Unwissenheit gelegen, in Ver gleich zieht, so stößt man auf die überraschende Wahrnehmung, daß ungeachtet aller Aufklärung und Na turerkenntniß Jctoisie, den primitiv fien ttenntnijsen der Naturgesetze hohnsprechende, in einem ganz unde gräflichen Wahn und Aberglauben wurzelnde Vorstellungen noch immer unausrottbar festsitzen in den Gehir nen großer Massen von Menschen, die gleichwohl nicht zu den allerüngebil detften und unwissendsten gehören: eine Wahrnehmung, die einen ganz unerklärlichen Widerspruch ausdeckt. Und wenn man aus die Vorgänge des MittelalterS, auf die entsetzlichen Verfolgungen, welche der blinde, wahnwitzige Aberglaube über Tau sende von schuldlosen Menschen ver bängte, zurückschaut, so kann man sich wohl der Einsicht nicht verschließen. daß eS die Pflicht jedes Gebilde ten sei, soweit er eS vermag. Ausklä rung zu verbreiten und gegen die uralte Erbsünde des Aberglaubens, welche trotz der glänzenden Ergebnisse wissenschaftlicher - Naturerforschung noch immer in breiten Volksschichten nistet, zu Felde zu ziehen. Denn auch in unserer Zeit, wenn sie auch keine Hexenprozesse mehr kennt, wird durch den noch sehr verbreiteten Aber glauben vielfache Schädigung deS geistigen und leiblichen Wohles der menschlichen Gesellschaft hervorgeru fen. Aus dem Lande sowohl wie in den größten Städten hat er noch im mer seinen Wohnsitz aufgeschlagen, und nur dieFormen dieses DenkÜdelS nehmen in den verschiedenen Gebieten eine etwas verschiedene Gestaltung an. Eine der schlimmsten Formen dieseS Erbübels ist der uralte Glaube an die Kunst des Wahrsagen?. ES giebt kaum ein Wort in der deutschen Sprache, da so unrichtig gewählt wäre, den Begriff selbst so wenig decke, wie dieses. Wahrsagen sollte eigentlich Lügensagen yeißen! Aber freilich wenn die Leute erst einmal zu dieser Einsicht gelangt wären,so wäre es eben zu Ende mit dem die ver meintliche Kunst des WahrfagenS umgebenden Nimbus, und es gäbe keinen Aberglauben mehr. Eine befremdliche Thatsache besteht darin, daß als Centralpunkt der Wahrsagekunst die großen Städte gelten können, in welchen man Bil dung und Aufklärung doch schon wei ter vorgeschritten voraussetzen dürfen sollte. Es giebt solche moderne Py thien, die sich eines größeren Zulaufs als die berühmtesten Aerzte erfreuen. In ihren Wartesalons findet sich die beste Gesellschast vereinigt: Aristo'.ra ten, Künstler und namentlich viele Damen der vornehmen Welt. Da meldet man sich an wie bei ei nem berühmten Arzte, und der Reihe nach werden die Klienten von der Frau deS Hause adsolvirt, natürlich so rasch als möglich, denn je rascher daS Geschäft erledigt wird, je mehr Klienten, vorgenommen werden kön nen, um so reichlicher fließend Ein nahmen. Denn für die prophezeite Zukunft müssen sehr bedeutende Ho norar .gezahlt werben, sodäß diese auf den lächerlichsten 'Aberglauben gebaute' Professionen, wenn die Wahrsagekünstlerin eS einigermaßen versteht, sich Renommee und Ansehen zu verschaffen, ein sehr einträgliches Geschäft abgiebt. Viele Vertreterin. nen dieser edlen Kunst besitzen .luru riöse Wohnungen, kleiden sich mit vornehmer Eleganz, wetteifrrn in ih ren feinen Umgangsformen mit den Damen, der besten Gesellschaft und erwerben sich oftmals in ganz an sehnliches Vermögen. Die meisten dieser Wahrsagerinnen sind Matro nen mit weißem Haar und hrwürdi gem Aussehen, jugendliche Damen erfreuen sich. eines weit geringeren Zuspruchs. Dle Pythia des neunzehnten Jahr Hunderts sitzt bei der Verkündung ih rer Prophzjeiung der Zukunft der sie Befragenden auf keinem Dreifuß und nicht über berauschenden Schwe feldämpfen; sie gleicht auch in keiner Weise der braunen, -in zerfetzten Äleiderrudimenten gehüllten Zigeu znerhexe; sie hat sich verfeinert- und modernisirt und unterscheidet sich in ihrem , ganzen Wesen in nichts von den Damen der guten Gesellschast. Die Mittel und Wege, die ihr vor geblich dazu verhelfen,, die Schleier der Zukunft ihrer Gläubigen zu lüf ten, sind aber ziemlich dieselben ge blieben wie die von den Zigeunerin men beliebten: denn auch die moder en Se.beriunen künden die 3utaatt

ourcy ttarienaussqiagen un5aü5den Linien der Hand. Vernünftig denkende Menschen mö gen sich wundern, daßS heute noch den gebildeten EesellschastSkreisen angehörende Leute giebt, welche, sich durch den albernen Schwmdel dieser Art Jndustrieritterinnen verführen lassen und ihnen für ihre aberwitzigen Zukunftsdeutungen schwere Summen als Honorar für ihre Bemühun gen opfern.ZUnd doch ist eSThatfache, oaß die Zahl solcher Thoren und THS rinnen keine geringe ist. Die wäh rend der .Sprechstunden" der renom mierten Schicksalskünderinnen mit Kundschaften überfüllten Wartezim mer liefern den unwiderleglichen Be weis hierfür Wie es aber vornehme Wahrsage rinnen für die elegante Welt giebt, so giebt es andere, anspruchslcsere für minder bemittelte Klienten Zu diesen wallfahrenfföchinnen,Ammen, Bonnen, Haushälterinnen, Stuben und Ladenmädchen, Modistinnen und Schneiderinnen und, holen sich .für eine oder eine 'halbe Mark die freu dig'e Zuversicht auf einen bradenund gutsituirten. Gatten, : auf eine Erd schaft.und dergleichen freundliche Fü gungen des Schicksals.'. Denn., die Prophetinnen' halten darauf, ihren! Kunden männlichen- und -weiblichen Geschlechts mit Vorliebe angenehme Dinge in Aussicht zu stellen, da sie rechtgut wissen,'chcß solche lieber ge hört werden als Weissagungen trauriger.Ereignisse. : . Finden Wir. die beiden genannten Formen krassen: Aberglaubens ' nämlich den Glauben an die Wahr sagekunst.und an die mit dieser nahe oelwandten Kunst, aus Träumen und gewissen an bestimmten Tagen lkattfindenden Ereignissen, die. hei den Lotteriezithungen-"herauskommen den" Nummern errathen zu können vorzugsweise: in.Städten .vertre ten. so begegnen wir -auf dem Lande anderen, nicht minder bedauernöwer then und schädlichen Ausflüssen deS Aberglaubens. ist eS u. a. eine bekannte That fache, daß die Landleute, auf Anwen dung alberner Sympathiemittel, aus Wunder-, und .Abschwören der Krankheiten und ähnlichen lächerli chen Hokuspokus ein viel größeres Vertrauen setzen, als auf die wissen schastliche Heilkunde. Mancher Land mann zieht eS vor, bei größtem Un weiter einen meilenweiten Weg zu rückzulegen, um bei einem Krank heitSfalle in seiner Familie, oder in seinem Viehstand irgend einen kur pfuschenden alten Schafhirten oder ein im Rufe der. Kenntniß von Zauber künften stehendes altes Weib um Rath zu fragen und .die meist albernen Anordnungen mit , größter Gewissen haftigkeit zu befolgen, als sich an den Arzt zu wenden.Nun liegt es uns zwar fern, den vielen einfachen Hausmitteln,, deren man sich auf dem Lande gern bedient und unter denen sich erwiefenerma ßen viele ganz angezeichnete, besterprobte Mittel finden, welche zudem den großen Vortheil bieten, gleich zur Hand zu sein während die Herbeiholung eineS.ArzteS auf. dem Lande oftmals viele Stunden in An spruch nimmt. ' unsere Anerken nung versagen zu wollen. Im Gegentheil wäre ja, namentlich, in allen Gegenden, wo ein Arzt nicht immer gleich zur Stelle gerufen werden kann, eine gründlichere und auSge breitetere Kenntniß solcher Hauömit tel von außerordentlichem Nutzen. Aber gegen die mit .der Anwendung solcher Heilmittel oftmals verbünde nen, unsinnigen Ceremonien, ganz besonders aber gegen die massenhaf ten, die leibliche und geistige Gesund heit in gleicher Weise schädigenden Gebräuche und Vorurtheile sollten alle verständigen und aufgeklärten Leute energischer zu Felde ziehen, als eS noch immer geschieht) Durch rechtzeitigeS.undrichtigeSEin schreiten kann oftmals bei dem Auftre ten eines leichten Unwohlseins der Entwickelung einer, schweren Krank heit vorgebeugt werden. Vieles Unglück ist schon durch Vernachlässigung oder unrichtige Behandlung eines Kranken herbeigeführt worden. Je der kennt die alte Regel: Rasche Hilfe ist halbe Genesung!. Aber. gerade, der Befolgung dieser ebenso einfachen wie richtigen Regel-wird durch den Aberglauben gar häufig entgegenge arbeitet. Wenn . eS Leute giebt, die sich scheuen, am Freitag eine Reise anzu treten oder sonst ein Unternehmen zu beginnen, welche die Zahl dreizehn sür eine Unglüszahl hallen, 'welche an daS Verschreien- glauben .-und dessen unheilvolle Wirkung durch daS leise gemurmelte Wort .Unberufen!?, zu paralysieren hoffen - welche über zeugt sind. eS müsse ihnen etwas Un. angenehmes . widerfahren, wenn ih.' nen eine schwarze Katze über den Weg läuft, welche Pfauen und Pfauenfe dern für ein Danaergeschenk halten, da eS Unglück bringen müsse, welche sich einen Pfennig erbetteln, um in der '.Mitternachtsstunde., des neuen JahreS ihrem unter tiefem Schweigen 'überzählte Gelde , hinzufügen da! dieses Mittel-aeeianet .fei, ihren Wohlstand auch ohne ihre xigene thäti'ge Mithilfe zu mehr,nk im, da, mag man doch lächeln, , denn olle derartigen abergläubische Vorurtheile bringen wenigstens keinen Schaden Anders aber gestaltet- sich die ' Sacht, wo es sich um Aeußerungen deS Aber gläubens handelt, durch welche daS köstliche Gut deS Menschen, die Ge sundheit, geschädigt wird. -In selchen Fällen wird die. Thorheit deS Men schen zum Unrecht, und an die Stelle deS mitleidigen Lächelns muß Beläm. pfung und Aufklärung tretend Man könnte ein Auch füllen', wollte man auch nur einen Theil der massen hasten Beispiele aufzuzählen,- wo durL Aberglauben lchvereL und nicht

messr gü'tzumaasendes'Anglück'?erbes geführt worden ist. Wer kennt nicht einzelne Fülle aus eigenen Erfahrungen oder aus jenen von Freunden und Bekannten, wo der Unverstand durch Ausübung abergläubischer Gebräuche und Un terlassung der Aussuchung und An Wendung geeigneter Hilfsmittel gro, ßeS Unglück verursacht ht. Ich selbst kenne eine Frau, die Gattin eineS gutsituierten und für seinen Stand gar nicht ungebildeten Handwerkers, welche vor einigen Jahren von einem ernsten, schmerz haften Unterleibsleiden befallen wurde und, anstatt sich an einen Arzt zu wenden, bei einer Kurpfufcherin Hilfe suchte. Nach einiger Zeit, als das Uebel nicht besser wurde. tnU schloß sie sich, den Zusprüchen ver nünftiger, denkender Leute nachge dend, einen Arzt um Rath zu fragen. Unter seiner Behandlung verringerte sich das Leiden zusehends, aber nicht rasch genug für ihre Ungeduld. Sie unterbrach. die Kur, um sich an ein im Rufe 'der Kenntniß merkwürdig wirksamer Sympathiemittel stehendes altes Weid:um Hilfe zu wenden, die allerlei Hokuspokus mit der Kranken vornahm, sie mit verschiedenen. Sal den bestrich, sie rieb und knetete und dabei die albernsten BeschwörungS formeln herableierte,- wofür- sie sich obendrein schweres Geld zahlen ließ. DaS Leiden wurde durch -solche Kur natürlich nicht nur nicht besser, son dern steigerte sich beständig, und als die Kranke in ihrer Verzweiflung sich nach geraumer Zeit endlich wieder ei nem-Arzte anvertraute, war es zu spät und hatte daS Uebel sich bereits zu einem unheilbaren entwickelt. So hatten Dummheit und Aberglaube, welche auf die Heilwirkung lächerli. cher und betrügerischer Hexenkünste mehr Vertrauen setzen als aus die Be Handlung eines tüchtigen Arztes, un heilbares Siechthum über die Kranke gebracht. Ein. ganz ähnliches Beispiel deS selbst in den höchsten GesellschaftSkrei sen nistenden bedauerlichen Aberglau denS bietet eine mir persönlich be kannte Gräfin N., welche für ein böses Augenleiden bei verschiedenen be rühmten Aerzten Hilfe suchte,' gleich zeitig aber, während sie von diesen gegen da Uebel behandelt wurde, die verschiedensten, unsinnigsten Quacksalbereien, an ihren kranken Augen ! von ' .berühmten" Kurpsu schern-vornehmen ließ, sodaß die ärztliche Behandlung natürlich nichts nützen konnte und das Leiden sich fortwährend verschlimmerte. .Ein anderer mir bekannter Fall ist folgender. Der Sohn eines Wirth schaftsb-sitzers aus oem Lande war ils kleiner Junge über die Treppe -estürzt. und obgleich er sich dabei .einen sichtbaren Schaden zugezogen hatte, klagte er doch beständig über Schmerzen. Auch dieser Knabe wurde von seinen unverständigen Eltern ei ner derartigen Heilkünstlerin in die Kux gegeben, welche den Körper deS armen Kindes reckte, dehnte und ,be sprach, um daS Uebel zu .wenden-, was allerdings so wenig gelang, daß sich die Glieder gänzlich verkrüppel ten und unterhalb der rechten Schul ter sichseiu Höcker entwickelte, wodurch der arme Bursche zu zeder anstren genden Arbeit unfähig geworden und seiner Familie, die ihn ernähren muß, zur Last ist, was ihm obendrein von seinen Angehörigen .fühlbar ge nug gemacht wird, da sie nicht zu er kennen vermögen. daß hexUnglückliche berechtigt wäre, den Jammex seines Daseins ihnen zum Vorwurf zu ma chen.' Man hat es off versucht, die Weisung der Landleute, in KrankheitS fällen -lieber bei Hexenmeistern und Kurpfuschern, als bei einem Arzte Hilfe zu suchen, mit ihrer Liebe zum Gelde und der darauSentspringenden Furcht, vor Doktor und Apotheker rechnungen 'zu erklären. Da. jedoch auch diese Pseudo Heilkünstler sich ihre albernen und in gar vielen Fäl len' .geradezu schädlichen .Kurenganz gehörig, oder vielmehr ungehö rig. bezahlen lassen, und da ander seit der durch Siechthum oder früh zeitigen Tod verursachte Verlust ei ner Arbeitskraft auch einen materiel len Schaden mit sich bringt, so wird dieser- Erklärungögrund . hinfällig, und eS zeigt sich, daß einem, derarti gen verkehrten Vorgehen nichts ande reS als Dummheit und haarsträuben der .Aberglaube zu. Grunde liegen kann, ES ist allerdings eine bekannte Thatsache daß unter Landleuten der Werth eines Menschenlebens biSwei len weniger hoch angeschlagen wird, als Vernunft und Humanität dieses erfordern: -Die im Verhältniß zu den Städten-im allgemeinen - kräftigere Gesundheit der Landleute und ihr größere Widerstandsfähigkeit gegen die' verheerenden Krankheitöwirkun gen mag Ursache- dieser Erscheinung sein. Ein Landmann, mit dem ich hierüber einmal gesprochen, - sagte eö mir ganz unumwunden:. .Ja. frei lich,' meine Burschen und Mädeln (seine Kinder nämlich), die hab' .ich ßratiS bekommen, das Vieh aber hab' lch'kaüfen müssen." Von diesem Ge sichtSpunkte aus, welcher den materi tlley Werth drr Arbeitskraft, der-er roachse'nen Kinder' zu wenig in An schlag hringt, iß eS begreiflich (wenn auch keineswegs entschuldbar), daß der .Bauer, bei .Erkrankung seine Aiehe welches er sich ja hat .kau fen müssen. sich schneller ent schließt, ärztliche -Hilfe in Anspruch zu nehmen, alö bei Krankheitsfällen eines i seine? 'gamilienmitglieder die er doch .gratis- bekommen-hat Und dennoch geschieht eS auch in sol chen Füllen gar nicht' selten, daß Landleute bei ihrem Vieh, dessen Ge sundheit ihnen oft mehr am Herzen liegt als ihre eigene, lieber bei He oveibern undQuacksalbern,OUke

suchen, als bei einem tüchtigen Thier' arzt. Es ist noch gar nicht lange her.

daß in einem schlesischen Dorfe die Ätallmagd eines wohlhabenden Bau ern von dessen Söhnen und Knechten halbtodt geprügelt worden, weil der im Rufe des Besitzes verschiedentli cher Zauberkünste stehende Wasen meiste?, der behufs Heilung mehre rer, gleichzeitig ertränkter Kühe deS Bauern herbeigerufen worden war, erklärt hatte, jene Stallmagd habe die Kühe verhext". Und vor wenigen Jahren las ich in einer landwirtschaftlichen Zei tung die Mittheilung folgenden Fal leS: .Bei einem reichen Bauernguts besitze? in einem Dorfe der sächsischen Oberlausitz zeigte der ziemlich bedeu tende Rindviehbestand einen erheb!: chen Rückgang im Nutzen; man ließ deshalb einen bekannten Hexenmel ster holen, dieser bestätigte denn auch die Vermuthung der Mägde, daß das Vieh -verhezt sei, und erklärte, der Zauber sei nur zu lösen, wenn er in der nächsten Nacht Schlag 12 Uhr dem Vieh daS Abendmahl reiche! Der Bauer selbst und zwei Mägde müß ten aber der Ceremonie beiwohnen. Um 12 Uhr begann die Crtheilung,und die Kühe ließen sich auch alles ruhig gefallen. Als aber der Hexenmeister sich dem Bullen mit der Weinflasche nahte, da wurde dieser wüthend und drückte ihn mit solcher Gewalt an die Wand, daß er ihm die Rippen zer brach. Tödtlich verletzt wurde der Herenmetster auf emen Wagen gelegt und in sein Dorf gefahren, wo er als Leiche ankam. Wenige Tage da rauf meldete eine offizielle Bekannt machung, daß auf dem Bauerngute T. die Klauenseuche ausgebrochen sei. ES würde die Leser ermüden, wollte ich die Aufzählung von Bei spielen der leider so zahlreichen, durch verschiedenartigen Aberglauben ver ursachten Unglücksfälle und sonstigen Ereignissen noch weiter fort führen. Nur auf die Sache selbst wollten wir die Aufmerkamkeit lenken und es jedem ans Herz legen, an der Ausrottung des noch so allgemein verbreiteten Uebels des Aberglau benS, soweit ein jeder es vermag, zu arbeiten. Nicht auf einmal, nicht mit einem Schlage kann es freilich beseitigt werden. Erwachsene Men schen die von Kindheit an in Aber glauben und Vorurtheilen erzogen wurden, vermögen eS nicht oder doch sehr schwer, sich in späteren Jahren freizumachen. Aber die heranwach' sende Jugend bietet daS geeignete Feld, um den Samen der Ausklärung zu säen. Die. Bildung ist die beste und einzig wirksame Waffe zur Be kämpfung alles thörichten Wahn und Aberglaubens, und durch all mählige Verbreitung der Bildung kann die heranwachsende Generation der Aufklärung schrittweise gewon nen werden. Alle gebildeten und aufgeklärt denkenden Menschen soll ten es daher als ihre Aufgabe betrach ten, bei Aeußerungen des Aberglau benS sich nicht damit zu begnügen, mit einem vornehm mitleidigen Lä cheln daran vorüberzugehen, sondern nach besten Krüsten an dessen Bekäm pfung mitzuarbeiten. Vornehmlich aber wird eS die Pflicht der Schule lein schon den Kindern rechtzeitig Be lehrung aus den einschlägigen Gebie fen zu geben. Nur so wird eS ge fingen, dieses alte Erbübel gründlich zu hefeitigen. Jim und Tom. Eine bübische Geschichte mit einer Moras und einem poetischen Stoßseufzer. ' - ! , . ... .Du, . Tom, sagt Jim. i weiß et. was. Wie mit L!-Hung wir unsern Spaß. Und alsogleich die bösen Buben . Sich dicht zu Li-Hung 'ran beguben. Den Wringer dreht der arme Tropf, kie Buben stecken 'rein den Zopf. "! ! vV'-sM. God dqm!' der Eingeklemmte brüllt. Die Rangen das mit Fretd' erfüllt.

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Sin Unglück ist eö, krank zu sein, doch gewährt eS dem Kranken eine größere Zufriedenheit, daß venn er Arzneien nehmen muß er wenig tenS eine Medizin nehmen kann, welche sur eine Fall speziell hergestellt ist. Die Ur. ache der Krankheit mutz zuerst in Erwäg una gezogen werden. Dr. Schoop war nicht damit zufrieden, mit sogenannten Blut remigungS'Mteln noch althergebrachtem Gebrauch zu behandeln, welche nur vor übergehende Linderung gewähren, da solche die Ursachen des Leidens nicht entfernen. Dr. Schoop'S einaehende Untersuch ungen zeigten, daß Magen, Leber und Nieren und alle inneren Organe durch ge wisse Nerven kontrollirt werden. Wenn diese Nerven geschwächt sind, verrichten die Ver dauungs'Organe ihre Funktionen nicht und Magen und LeberLeiden werden dadurch verursacht. Die Nahrung, die wir zu unS nehmen, dient zur Herstellung des Blutes und wenn dieselbe nicht gehörig verdaut und nicht in rei nes Blut, Knochen und MuSkeln venoan delt wird, so können wir unmöglich gesund sein. Dr. Schoov'S Wiederhersteller ist ein Magen. Leber und Nieren-Heilmit tel, indem derselbe auf die Nerven dieser Or gane einwirkt, wo allein die Ursache der Lei den zu sucken ist. Diese Arznei ist kein Ner dine oder sogenanntes giftiges NervenReiz Mittel, sondern dient zur Ernährung der geschwächten Nerven,-

3 potheken der franc, p rpreß für $1.00. Der deutsche .Weg weiser zur Gesundheit-, welcher die Behandlung mit dieser Arznei genau beschreibt, nebst Proben, werden an irgend eine QTfcv.rf t i taavfVi T FJ ""X vt. lv v(tUUVfe VTr? A Man schreibe an Dr.SÄo ov'. Box 9. Racine. Wis. ?äyVfl&V - Hoch oftmals argeZ Pech erlebt, ' Wer Andern eine Grube gräbt. Der Jim und Tom sind arg verbrüht, Waö ihnen völlig recht geschieht. Ausreißt das freche Bubenpaar, Li-Hung seufzt: .Weh', mein halbes Haar! . Moral: : !, Viel kommet niemals 'rauS beim Spaßen. Oft müssen Alle Haare lassen. ' Der edle Dichter. aber schreit: .Wo bleibt da die Gerechtigkeit?Aus der Schule. Lehrer: Fritz, nenne mix das 33 ich, das uns die Schinken liefert!- ??ritz: Der Metzger!" Beim Abschied. Sie: Gu stav, ich brauch' heute zehn Dollars! Er: Was bist Du zu beneiden! Ich brauch his heute Mittag zehntausend Dollars, sonst gbt's eine Pleite. Gu ten Morgen! ii $100 Belobnung. 9100. Die Leser dieser Zeitung werden sich freuen, zu erfahren, daß eö wenigstens eine gefürchtete Krankheit giebt, welche die. Wissenschaft in all' ihren Stufen zu heilen im Stande ist : Hall'S Ka tarryKur ist die einzige letzt der arzt lichen Bruderschaft bekannte positive ur. Katarrh erfordert als eine Con stitutionskrankheit eine konstitutionelle Behandlung. Hall'S Katarrh - Kur wird innerlich genommen und wirkt direkt auf daS Blut und die schleimigen Oberflachen deS Systems,' dadurch die Grundlage der Krankheit zerstörend und dem Patienten Kraft gebend, indem sie die Constitution deS KörperS aufbaut und der Natur in rhrem Werke hilft. Die Eigenthümer haben so viel Wer trauen zu ihren Heilkräften, daß sie einhundert Dollars Belohnung für jeden Fall anbieten, den sie zu kuriren verfehlen. Laßt Euch eine Liste von Zeugnissen kommen. Man adressire : F. 3. 5h e ney & Co., Toledo, O 3 Verkauft von allen Avothekern, 76e. Großer Verdienst. Wer n sein Adresse insendet, dem sende air ver Volt aenau Äulkunft über ei aan, neue Seschäft. omtt irgend eine Person mann neben oder we:vtten eilea,r aus ehrliche Weise und ohne große VuSlagen und v!2he über 100 Dollar ver Monat verdienen kaun, bne Reisen und Peddein. Sein aetschaktvm bua. sondern ein ebrlich Seschaft. dresftre: An vouse & H9m ant. uei vto. EU! EiS ! EiS ! Wir benüen da SouvonEkem für blirf. eruna von iSii an unsere Kunden. Sufen Sie Ihre Koupons, bevor da Et? geliefert wird. . Da wir einen auten Borrath von Si betze, V find wir in der Vagt zu solgenden Vxesse zvertfet 100 bi a Pf in einer pteseruna öe periMPs, 200 bil 1000 fd in einer Lieferung 90c ver - - looo dt X fd in etaer Lieferung. 17e . . . 2000 und mehr in einer Lieferung 15c V; ' , CDiira" Hc50 Qn., Cfllcc : Ro. 128 Dtp Oaltstr.-Tel. 1088.

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