Indiana Tribüne, Volume 17, Number 255, Indianapolis, Marion County, 3 June 1894 — Page 3

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in MannoonMentang. Von Anlhony Lope. (7. Fortsetzung.) ' Was meinen Sie?" fragte er. Ich erklärte ihm, es sei für mich un-möglich,-das 'Geld herauszugeben. Meine Ehre stände auf dem Spiele, es wäre meine Pflicht, in der Vertheidigung des Geldes nöthigenfalls mein Leben zu opfern eine Pflicht, die ich, wie ich mich hinzuzusetzen beeilte, keiueswegs die Absicht hätte, zu erfüllen. Aber," fuhr ich fort, obgleich ich verpflichte bin, das Geld unter keinen "Umständen herauszugeben, bin ich nicht verpflichtet, eine gewaltsame Beschlagnähme vorherzusehen. In so unruhigen Zeiten gibt es Halunken genug, die zu plündern suchen Selbst die sorgfältigstcn Vorsichtsmaßregeln können das nicht hindern. Es ist demnach sehr möglich, daß schon diese Nacht eine Bande solcher Spibuben einenAngrisf auf die Bank macht und alles im Schrank befindliche Geld fortnimmt." Aha!" sagte der Oberst und pfiff leise, das ist Ihr Spielchen, was?" Das ist mein Spielchen." erwiderte ich, und noch dazu ein sehr nettes Spielchen, wenn Sie's nur richtig fingern." Und was werden die Herren in Europa sagen, wenn sie hören, daß die Regierung Prwateigenthum stiehlt?" Mein lieber Oberst, Sie zwingen mich, sehr deutlich zu sein. Sie dürfen natürlich bei der Geschichte nicht zum Aorschein kommen." Ich wäre aber außerordentlich gern dabei," bemete er, die Kerls könnten die Geschichte sonst falsch verstehen." Natürlich mü)en Sie dabei sein, aber incoznito. Höre.n Sie zu, Oberst, die Sache ist so klar wie Wasser. Sie verbreiten, daß die Küste bewacht und die Sängerin" beobachtet werden soll. Unter diesem Vorwand werden die Truppen von -der Piazza entfernt. Dann nehmen Sie fünfzehn bis zwanzig Mann, denen Sie fernen können mehr nicht, denn es wäre unnütz, mehr zu nehmen, als unbedingt erforderlich sind, da von Widerstand keine Rede sein kann. Etwa um zwei Uhr, wenn alls ruhig ist, umstellen Sie die Bank, Jones wird ösfnen, wenn Sie klopfen. 2hun Sie ihm nichts zuleide, bringen Sie ihn einfach heraus und halten Sie ihn fest. Dann gehen Sie hinein und holen das Geld. Hier ist der Schlüssel zum Geldschrank. Nachher können Sie die Bude in Brand stecken, wenn's Jhnen Spaß macht." Bravo, mein Junge!" rief der Oberst. Es steckt doch was in Ihnen. Ich fürchtete, auf Ehre, Sie wollten tugendhaft werden." Ich lachte so niedertrachtig, als ich konnte. Und was wollen Sie bei der Sache herausschlagen?" fragte er. Das wird wohl jetzt kommen?" Wie der Leser weiß, wollte ich bei der Sache nichts herausschlagen, als mich selbst und die Signorina. Das konnte ich aber dem Oberst nicht sagen, denn einem uneigennützigen Vorschlag von mir würde er nicht getraut haben. Ich verlangte also ein Douceur von dreißigtausend Dollars, die er mir so bereitwillig zusicherte, daß ich seine Absicht, sie zu zahlen, stark bezweifelte. Meinen Sie, daß Gefahr eines Angrifss seitens Whittinghams vorhanden ist, während wir mit der Geschichte beschäftigt sind?" Der Oberst war, wie man im Rathespiel sagt, heißer, als mir gefiel, und es war nöthig, ihn irre zu führen. Nein, das glaub' ich nicht," erwi-

derte ich. - Es ist unmöglich, daß er jetzt schon eine in Betracht kommende Partei für sich organisirt hat. Mißvergnügen ist ohne Zweifel vorhanden, aber noch nicht genug, daß er sich darauf verlassen kann." ist genug Mißvergnügen vorHanden," entgegnetc der Oberst. Aber in einigen Stunden nicht mehr." Wie so?" Weil Sie jetzt in die Kaserne gehen und dort bekannt machen werden, daß morgen früh eine neue Zahlung an die Truppen gemacht werden soll eine hübsche Zahlung." Ja," sagte er nachdenklich, das müßte sie für eine Nacht ruhig halten, sollte ich denken. Thatsächlich haben sie weder für mich noch für Whittingham für einen rothen Heller Anhänglichkeit, und wenn sie denken, aus mir mehr herausschlagen zu können, werden sie zu mir halten." Natürlich stimmte ich zu. Und es war auch wirklich gründet, so lange der Präsident nicht an Ort und Stelle war. Im Stillen aber dachte ich. daß der Oberst doch zu wenig - mit seines Nebenbuhlers persönlichemEinsluß und Uebergewicht rechnete, wenn dieser den Truppen Aug' ZnAuge gegenüber stand. Ja," fuhr der Oberst fort. Ich werde das thun, und was noch mehr werth ist, ich will das Volk in gute Laune versetzen, indem ich bekannt mache, daß aus der Piazza heute Abend freies Getränk verabreicht werken wird." Ganz reizend altmodisch und großartig," bemerkte ich. Das ist ein famoser Gedarke. Machen Sie die Sache vollständig und lassen Sie ein Feuerwerk abbrennen. Ich glaube nicht, daß Whittingham im Traume daran denkt,' etwas zu unternehmen, aber es wird die Ausschreitungen bei der Bank noch erklärlicher erscheinen lassen." Jedenfalls werden sie alle viel zu besoffen sein, um Schwierigkeiten zu machen, sagte er. Das wäre ja wohl alles, wie? fragte ich. JÄ will gehen: ich muß an weine Direktoren schreiben und um Anweisungen wegen Anlage des Gel-

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Sie werden es noch erleben,' daß Sie gehenkt werden, Martin," antwortete der Oberst mit unverhohlener Vewunderung. Aber nicht von Ihnen, Oberst, wir? Was wäre wohl vorgefallen, wenn ich eigensimiig gewesen wäre? Hoffe, ich lebe jedenfalls noch lange genug, um auf Ihrer Hochzeit zu tanzen. Keine ganze Woche mehr!" Ja,"' sagte er. Heute ist Sonntag (bii Gott! ich hatte das vergessen) nd nächsten Sonnabend ist die Hochzeit." Als er dies sagte, sah er ganz wi: ein glücklicher Bräutigam aus, und ich verließ ihn, um ihn sich seines Glückes erfreuen zu lassen. Ich wette zehn gegen eins." dacht: ich, als ich fortging, daß dieser Tag nie kommen wird. Selbst wenn mein Unternehmen mißlingt, wird der Präsident lanqe vorher zurück sein." Des Obersten Geldgier hatte üb:r seine Ueberlegung gesiegt, und er war mit größerer Blindheit in meine Fall: gegangen, als ich zu hoffen g:wat hatte. Nun war die Frage: Was wird der Präsident thun, wenn er den Brief der Signorina erhält? Es wird dem Leser das Verstänonß der Sachlage erleichtern, wenn ich dessen Inhalt mittheile. Sie hatte ihn mir zum Durch'.?sen gegeben, nachdem wir ihn zusammen ausgehet hatten, und ich besitz: noch eine Abschrift davon. Er laute:e folgendermaßen: 3ch darf kaum hoffen, daß Sie mir wieder trauen werden, aber wenn ich Sie verrathen habe, so haben Sie mich selbst dazu getrieben. Ich habe ihnen Ihr Geld gegeben, und es liegt jetzt in der Bank. M. weigert sich, es auszuliefern, und der O. will es dieseNacht mit Gewalt nehmen. Er wird nur ein paar Leute bei sich hav:n, und der Rest wird nicht in der Nähe sein. Um zwei Uhr will er mit etwa zwanzigMann die Bank überfallen. Danach treffen Sie Ihre Maßregeln. Die Stimmung hier ist Ihnen günstig. Er bedroht mich mit Gewalt, wenn ich ihn nicht sofort heirathe. Die Sängerin" läßt er beobachten, aber wenn Sie die Facht vor Anker liegen lassen und landen mit einem Boot hier, wird das keinen Verdacht erwecken. Ich schwöre, daß alles dies wahr ist. Strafen Sie mich nicht dadurch noch mehr, daß Sie mir nicht glauben. Aber wenn Sie zu mir zurückkommen, will ich als Tank für Ihre Verzeihung alles thun, was Sie verlangen! Christina. P. S. M. und der O. stehen auf gespanntem Fuße und M. wird nicht feindlich gegen Sie handeln." Im Ganzen glaubte ich, dies werde ihn herführen, wenn ich auch meine Zweifel hatte, daß er viel davon glauben werde, aber es klang wahrscheinlich (es war in der" That in gewissem Sinne Wort für Wort wahr), und es hielt ihm einen Köder vor, dem er nur schwer widerstehen würde. Ferner liebte er einen kühnen Streich so sehr und war so frei von Furcht, daß die Wahrscheinlichkeit, er werde kommen, um sich von der Wahrheit zu überzeugen, sehr groß war. Wenn er, wie wir argwöhnten, schon eine beträchtliche Anzahl von Anhängern in der Stadk hatte, konnte er landen und sich umsehen, ohne zu große -Gefahr zu laufen, in die Hände des Obersten zu fallen. Endlich aber hofften wir, daß der Brief, selbst wenn er ihn nicht veranlaßte zu landen, hinreichen würde, ihn vor jedem Gedanken an fliehende Boote und durchbrennende Liebespaare abzulenken. Ich hätte den Brief noch verlockender machen können, allein die Signorina weigerte sich mit der ihrem Geschlecht eigenen so außerordentlich verdrehten Gewissenhaftigkeit, in einem Briefe, der dem Sinne

nach vom Anfang bis zum Schluß eine einzige Lüge war, etwas buchstäblich Unwahres zu beschwören. Wenn sie auch nicht em besonderes Studium aus der Ethik gemacht hatte, so hatte sie doch erne außerordentlich feine Empfindung für den Unterschied zwischen einer expresslo fälst" und der suppressio veri." Deshalb hatte sie auch ihre Bedenken über die Zulässigkeit des letzten Satzes: Wenn Sie zu mit zurückkommen. Aber er kommt ja nicht zu mir, wenn ich nicht mehr hier bin." rief sie schließlich triumphirend. Was ihm nach der Landung zustieß ob er des Oberste. Suppe aß, oder der Oberst die 'seinige darum konnte ich mich nicht kümmern. Soweit meine persönlichen Neigungen in Betracht kamen, würde ich das erstere vorgezogen haben, aber persönliche Neigungen durften in diesem Augenblick keinen Einfluß auf mein Handeln ausüben. Meine einziaeHoff nung war, daß das Todtschlagen lange genug dauerte, um uns Zett zu lassen, uns unbemerkt zu drücken. Aber doch., wenn es sich um eine Wette gehandelt hätte, würde ich einen hohen Einsatz gegen McGregor gewagt haben. Meines Dafürhaltens ist es beinahe ebenso schwierig, unbeirrt selbstsüchtig. wie vollkommen unselbstsüchtiq zu sein. Ich hatte in diesem Augenblicke alle Veranlassung, alle meine Gedanken auf mich und mem Vorhaben zu richten. und doch wollte mir Jones nicht aus dem Sinn. Es war gewiß unwahr scheinlich, daß Jones den Versuch ma chen würde, den PlllnderernWiderstand zu leisten, aber weder der Oberst noch seine auserlesene Bande würden vor irgend etwas zurückschrecken, und ich konnte unmöglich meine Augen daaeqen verschließen, daß Jones vielleicht eine Hügel durch den Kopf erhielt, ja, es schien mir, daß ein derartiger Zufall" dem Obersten vielleicht ganz gut paßte. da cr der ganzen Sache einen gewissen fcona side" Anstrich gab. Jones war mir häufig sehr unbequem- gewesen, aber seinen Tod wollte ich mir doch nicht auf's Gewissen laden, und ich war demnach sehr froh, als ich ihm au dem Rückweg' vom Goldenen Haus zufällig begegnete, und oenutzte die Ge legenheit, ihm einen freundschaftlichen Wink zu geben.

Ich faßte ihn unter dem Arm und

setzte mich mit ihm auf einen der Sitze

an der Piazza. Die neuqieriaen Blicke dreier Soldaten, die offenbar beauftragt worden waren, die Bank und mein Thun in Bezug auf sie im Auge zu behalten, ließen mich kalt. Ihn zunächst zu vollitanomem Schweigen verpflichtend, deutete ich ihm auf Umwegen an, daß der Oberst und ich in großer Sorge wegen eines Angriffs aus die Bank seien. Die Stadt," sagte ich. ist sehr unruhig und man sieht sehr viel gefährliche und verdächtige Gestalten. Unter diesen Umständen habe ich mich dazu gezwungen gesehen, die Vertheidigung unseres Eigenthums der Regierung zir überlassen. Ich habe den BeHorden in aller Form mitgetheilt, daß wir sie für jeden durch Itt öffentlichen Unruhen veranlaßten Verlust verantwortlicy machen müssen, und der Oberst bat diese Verantwortung Namens der Regierung übernommen. Ich mochte Jhnen deshalb rathen, lieber Mr. Jones. daß Sie, im Falle das beklagenswerthe Ereigniß eines Angriffs auf die Bank eintritt, Ihr Leben durch Widerstand nicht aus's Spiel zusetzen. Zu einem solchen Opfer liegt gar keine Vcranlassung vor und es würde nunlos sein. Die Regierung besteht darauf, daß wir ihre Maßregeln nicht durch voreiliges Handeln unsrerseits lahm legen. Ich kann diese Nacht nicht in der Bank sein, aber im Falle irgend etwas vorfüllt, werden Sie mich zu Dank verpflichten, w:nn Sie keinen Versuch machen, der Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Sie werden sich fügen, und wir müssen uns darauf verlassen, daß die Regierung uns für jeden Verlust schadlos hält." Diese Anweisungen sagten Jones friedlicher Natur so sehr zu, daß er freudig zustimmte und sich sehr dankbar über meine Umsicht aussprach. Seien Sie vorsichtig um Ihrer selbst und Mrs. Jones willen, mein Lieber," schloß ich, das ist alles, was Sie zu thun haben, dann werde ich zufrieden sein." Ich nahm einen warmen Abschied von ihm und dachte darüber nach, ob mein Lebensweg wohl jemals wieder den dieses ehrlichen, dummen alten Burschen kreuzen werde, un'ö hoffte von Herzen, sein gutes Glück möchte ihn bald aus dem Wejpennest entfuhren, in dem er jetzt saß. 14. Capitel. Die Nacht sank hernieder, schön und still, klar und sternenhell, aber der Mond schien nicht, und, außer in der Nachbarschaft der Hauptstraßen, war die Dunkelheit tief genug, um uns zu ; der Hoffnung zu berechtigen, unbemerkt zu bleiben, und doch nicht so hes, um unsern Schritten hinderlich zu sein. Alle Umstände schienen uns wirklich zu begünstigen, und ich war voll froher Zuversicht, als ich ein letztes, einsames Glas auf unsern Ersolg leerte, meinen Revolver in die Tasche steckte und Schlag Mitternacht mich aus meiner Wohnung fortstahl. Ich warf einen Blick nach dem Bankgebäude und erkannte undeutlich drei oder vier regungslose Gestalten, die ich für die den Schatz bewachenden Posten hielt. Die Straße selbst war beinahe verödet, aber von dem Ort, nzo ich stand, konnte ich sehen, daß eine große Menschenmenge auf der hellerleuchteten Piazza hin und her wogte, und ihr wüstes Schreien und Singen sagten mir, daß der Gastfreundschaft des Obersten alle Ehre angethan wurde. Nach den Klängen der Militärmusik wurde getanzt, und alle Zeichen sprachen dafür, daß unsere guten Burger den Becher des Vergnügens bis zur Neige leeren wurden. Nasch und schweigend ging ich nach dem Hafen. Ja, das Boot war in Ordnung. Ich sah nach dem Femr und verließ es dann, vo nur einem Tau gehalten, bereit, in emem Augenblick in die ruhige, dunkle See zu stoßen. Dann schlenderte ich am Hafen entlang. Dort stieß ich auf ein paar Schildwachen. Harmlos fing ich ein Gespräch mit ihnen an, bedauerte ihr hartes Geschick, das ihnen schweren Dienst auferlegte, während die Freude auf der Piazza am Steuer saß. Mit leisem Spott über diese übertriebene Vorsicht zeigte ich ihnen die stillliegenden Lichter der Sängerin", und mit einem achtungsvollen Lächeln über die Aengstlichkeit des Obersten überließ ich es der in den wohlvorbereiteten Boden gesäetenSaai, aufzugehen. Mehr zu thun wagte lch nicht, und ich mußte mich wegen des Uebrigen auf ihre natürliche Neigung zur Pflichtverletzung verlassen. Als ich an den Ort hinkam, wo wir uns treffen wollten, verbarg ich mich in einer Baumgruppe, die an einer Seite der Straße stand. Auf der anderen Seite desKorso, der hier LibertyStreet in rechtem Winkel schnitt, begann ein Gehölz. Ein viertelstündiger Spaziergang durch seine tiefen Schatten brachten uns an das Boot. Meine Bäume bildeten einen förmlichen Schirm, und dahinter stand ich und wartete auf die kommenden Ereignisse. Eine lange Zeit war nichts hörbar, als der immer mehr zunehmende Lärm von der Piazza her. Nach etwa zwanzig Minuten aber kam mir die Thatsache zum Bewußtsein, -daß fortwährend Leute, einzeln oder paarweise von der Piazza die Libertystraße herabkamen, den Korso überschritten und in dem Gehölz verschwanden. Einige waren in Uniform, andere in bürgerlichen Kleidern. Unter letzteren erkannte ich einen oder zwei als zu Johnny Carrs verschwundenen Leuten gehörig. Der scharfe Gegensatz zwischen dem lärmenden Vergnügen auf der Piazza und ihrem scheuen, vorsichtigen Gebahren, würde schon allein darauf hingewiesen haben, daß sie etwas im Schilde führten, und wenn ich zwei und zwei zufammenaddirte, war ick nicht einen Augenblick im Zwei fel, daß es die Anhänger des Präsi Renten waren, die sich nach demStrand

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begaben, um dort die Ankunft ihres Führers zu erwarten. Er kam also, der Brief batte seine Wirkung, gethan! Einige fünfzig oder mehr mußten vorbeigegangen sein, ehe die Bewegung aufhörte, und ich bedachte mit großer Genugthuung, daß der Oberst während der nächsten zwei Stunden alle Hände voll zu thun haben würde. Hierauf ging eine halbe Stunde vorüber, ohne daß etwas vorfiel, daSFreudenfeuer auf der Piazza flammte noch, Gesang undTanz waren noch in vollem Gange. Es war dicht vor der verhängnißvollen Stunde, zwei Uhr, als ich von meinem Versteck aus eine zierliche Gestalt, in Schwarz gekleidet, .mit raschen und ängstlichen Schritten den Korso herabZommen sah. Ich erkannte die Signorina sofort, wie ich sie jeden Tag unter Tausenden heraus erkennen würde. Als sie dem Ort. wo ich mich befand, gegenüber ftehen blieb, rief ich leise ihren Namen und zeigte mich einen Augenblick. Sofort eilte sie zu mir. , Ist alles geheuer?" fragte sie athemlos. 1 Das werden wir im Augenblick sehen," entgegnetc ich. Der Angriff wird stattfinden, er muß sofort beginnen." Allein der Angriff war nicht das nächste, was wir wahrnahmen. Wir hatten uns wieder in den schützenden Schatten zurückgezogen, von wo wir sehen konnten., ohne gesehen zu verden. Kaum waren wir dorthin gelangt, als die Signorina mit demFinger über den Korso nach dem Gehölz wies. Was ist das. Jack?" flüsterte sie. Ich folgte der Richtung ihres Fingers und unterschied eine Reihe von Gestalten, die still und regungslo? dicht am Rande des Gehölzes standen. Um einzelne Personen erkennen zu können, dazu war es zu dunkel, aber noch während wir hinblickten, trug uns die stille Luft ein leises Befehlswort zu: Achtung! Nicht ein Laut, bis ich das Zeichen gebe!" Der Präsident!" rief die Signorina in ziemlich lautem Flüsterton. Still, oder er hört uns," zischelte ich, und dann sind wir verloren." Von dieser Seite konnte sich offenbar nichts ereignen, bis die Begebenheiten von der entgegengesetzten Richtung in Gang gebracht wurden. Die Signorina war auf's tiefste erregt; sie drängte sich dicht an mich und ich sah mit Besorgniß, daß schon die bloße Nähe des Mannes, vor dem sie eine so scheue Furcht hatte, zu viel für ihre Fassung war. Als ich sie beruhigt und zum Schweigen gebracht hatte, wobei. wie ich fürchte, ihre Angst das meiste that, wandte ich meine Blicke wieder der Piazza zu. Das Feuer war halb erloschen und das Gelage schien in den letzten Zügen zu liegen. Plötzlich erschien eine Abtheilung in fest geschlossener Ordnung und marschirte die Straße herab nach dem Bankgeüäude zu. Die Entfernung unseres Standortes von diesem betrug etwa hundert Schritt, und die des Gebäudes von der Piazza zweihundert. Festen Tritts kamen sie naher; am Rande des Gehölzes blieb es todtenstill. Das wird interessant," sagte ich leise; gleich wird's losgehen." Soviel ich erkennen konnte,' war des Obersten Bande denn das war der Trupp ohne Zweifel höchstens fünfundzwanzig Mann stark. Jetzt waren sie an der Bank. Was dort vorging, konnte ich nicht sehen, allein es schien eine Pause einzutreten; wahrscheinlich hatte einer geklopft, und sie warteten. Eine Sekunde später ertönte lautesGeschrei durch die Straße, und ich sah einen Hausen von Gestalten an der Thür, die sich hineinzudrängen suchten. Mögen die Götter Jones schützen!" flüsterte ich. Hoffentlich versucht der alte Narr nicht Widerstand zu leisten." Noch während ich sprach, hörte ich hinter mir einen kurzen, scharfen Befehl: Vorwärts!" Kaum war das Wort heraus, als eine andere Abtheilung von fünfzig oder mehr in toller Hast an uns vorbeistürzte. An ihrer Spitze sahen wir den Präsidenten, der mit geschwungenem Degen rannte, wie ein Jüngling, und seinen Leuten winkte. So liefen sie die Straße hinauf. Unwillkürlich warteten wir einen Augenblick, um ihnen nachzusehen. Als sie in der Nähe der Bank angelangt waren, erhoben sie den Kampfruf: Hoch der Präsident! Tod den Verräthern!" Dann krachte eine Salve, und nun erhob sich ein wildes Getümmel bei der Bank. Vorwärts, Christina! Jetzt-.ist unsere Gelegenheit!" sagte ich. Sie klammerte sich fest an meinen Arm, und wir eilten über die-Straße in das Gehölz. Es schien mir dunkler zu sein, als vor einer Stunde, da ich zuerst hindurchgekommen war, oder vielleicht waren meine Augen durch das Licht der Straßenlampen, geblendet. Aber wir kamen doch ziemlich rasch vorwärts, da ich meiner Gefährtin hals, so gut rch konnte. Können wir's durchsetzen?" stieß sie atyemlos hervor. SoGott will." entgegnete ich. wird eine gute Viertelstunde genügen, und so lange brauchen sie, um mit dem Oberst fertig zu werden." Denn über den Ausgang des Handgemenges war ich mcht. zwelfetyast. Weiter stürmten wir, und schon konnten wir das Schimmern derWel len durch die dünner stehenden Bäume sehen. Noch fünfhundert Schritt, und vor uns lagen Leben, Freiheit und Liebe! Nun ja, ich hätte es vorauswissen tonnen. Alles war bis dahin so glatt gegangen, daß ein jeder, der die Launen des Zufalls kennt, orausaesed haben würde, daß das Geschick den unvermeidlichen schlag m'5 Gesich nur aufgeschoben hatte. Bei einem au , den ersten Blick abenteuerlichen und ge-

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fährlichen Plan hatte alles geklappt, als ob es der weiseste gewesen wäre. Nack dem Naturgesetz der Ausgleichung sollte ihn ein ganz unbedeutendes Hinderniß zum Scheitern bringen. .Zwischen Lipp' und KelcheSrand Schwebt noch finstrer Machte Hand. ' Sehr wahrscheinlich! Eine finstere Macht war für uns vollständig genug. Denn gerade, als wir uns dem Rande des Gehölzes näherten, gerade als unsere Augen durch den vollen Anblick des Meeres hinter dem zwischenliegenden, schmalen Streifen freien Landes erfreut wurden, stieß dieSignorina einen Schmerzensschrei aus und fiel trotz meines stutzenden Armes schwer zu Boden. Im Augenblick lag ich auf den Knieen an ihrer Seite. Eine alte Wurzel, die aus dem Boden hervorragte! Das war alles! Und da lag mein liebes. Mädchen blaß und still. Was ist Dir. mein Lieb?" slüsier5e ich. . Mein Knöchel!" murmelte sie. O, Jack, es thut so weh!" und damit sant sie in Ohnmacht. Eine halb: Stande dreißig tödtliche (aber anscheinend unsterbliche) Minuten lni:te ich an ihrer Seite und suchte ihr zu helfen. Ich verband das arme Füßchen, flößte ihr Cognac aus meiner Flasche ein und fächelte ihrAntlitz mit meinem Taschentuch. Nach cinigen Minuten kehrte sie zu sich, aber nur, das arme Kind, um vor Schmer zen zu schluchzen. Vewezen konnte und wollte sie sich nicht. Wieder und wieder beschwor sie mich, &i gehen und sie zu verlassen. Endlich gelang es mir, sie zu überreden, den Versuch ;u machen, die Schmerzen zu verbeißen und sich den Rest des Weges von mir tragen zu lassen. Ich hob sie aus, so sanft ich konnte, bis in's Herz bewegt von ihrem tapferen Versuch, ein Aechzen zu unterdrücken, und langsam und mühsam setzte ich meinen Weg bis zum Rande des Gehölzes fort. Keine Schildwachen waren zu sehen, und mit neu erwachender Hoffnung überschritt ich das offene Land und näherte mich der kleinen Gitterthür, die nach der LandungsPlanke führte. Ehe rch sie erreichte, macht: der Weg eine scharfe Biegung, und als ich um dieEcke schritt, die Signorina noch in meinen Armen tragend, sah ich em Pferd und einen Mann an der Thür stehen. Der Mann war ruhig und gesammelt. Natürlich war er das! Es war ja der Präsident! Meine Hände waren von meiner füßen Bürde inAnspruch genommen, und ehe ich etwas thun konnte, sah ich die Mündung einesRevolvers. Auf mich i . rk. v t s gerlcylel k nein, aus die signorina: Noch ein Schritt, und ich schieße sie durch's Herz!" sagte er im ruhigsten Tone, den man sich denken kann. Als sie seine Stimme hörte, sah die Signorina empor. Leg' mich nieder, Jack! Es nützt nichts!" sagte sie. Ich wußte, daß es so kommen würde." Ich legte sie nicht weder, aber ich stand da, hilflos, an den Boden gewurzelt. Was fehlt ihr?" fragte er. Gefallen und den Fuß verrenkt antwortete ich. Kommen Sie, Martin," fuhr er fort. Es ist nichts mehr zu machen, und Sie wissen das. Es hing an einem Haar, aber nun haben Sie das Spiel verloren." Wollen Sie uns aufhalten?" fragte ich. Natürlich will ich das," antwortete er. LassenSie mich sie niederlegen, und dann wollen wir's ehrlich ausfechten." Er schüttelte den Kopf. Für junge Leute 'ist ' das, ganz schön," sagte er. EinMann in meinem Alter hält die Trümpfe fest, die er in der Hand hat." Wie lange sind Sie schon hier? Ungefähr zwei Minuten. Als ich Sie bei der Bank nicht fah, dachte ich mir, es sei etwas un Werke. Ich galoppirte nach Ihrem Haus. Niemand dort. Deshalb ritt ich hierher. Ein guter Streich, was?" Der Fall war daran schuld. Ohne den wären wir jetzt in Sicherheit gewesen. Nun?" fragte er. In der Bitterkeit meines Herzens konnte ich kaum sprechen, aber ich war entschlossen, weder den Hundssott, noch den Narren zu spielen. Sie haben den letzten Stich gewon nen," sagte ich also, Sie haben die Vorhand. Ich muß thun, was Sie mir sagen." Ehrenwort, Martin?" Ja," entgegnete ich. Ich gebe mein Wort. Sie können meinen Revolver nehmen, wenn Sie wollen," und ich bezeichnete durch eine Kopfbewegung die Tasche, worin ich ihn stecken hatte. Nein," antwortete er, ich traue Jhnen." Ich versperre jeder Hilfe den Weg," sagte ich. Hilfe kommt nicht," erwiderte ex düster. Wenn der Oberst kommt " Der Oberst kommt nicht," unterbrach er mich. Wessen Haus ist das?" Es war das meines Bootsmanns. Bringen Sie sie dorthin. Armes Kind, sie hat Schmerzen." Wir klopften den Bootsmann heraus, der demnach doch um seine Nachtruhe kam. Sein Erstaunen kann man sich vorstellen. Haben Sie ein Bett? fragte der Präsident. Ja," stammelte r, alZ er erkannte. wer mit ihm sprach. Dann trögen Sie sie hinauf, Mar tin, und Sie tonnen Ihre Frau zu x schicken. Ich trug sie hinauf und legte sie sanst auf's Bett. Der Präsident folgte. Hierauf gingen wir beide wieder hinab m das kleine Wohnzimmer. Ich muß mit Ihnen sprechen," sagte , er, uns zu dem Mann gewendet, fügte

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er hinzu: Bringen Sie' uns Cognac, rasch! Und dann gehen Sie!" Sein Befehl wurde ausgeführt, und wir waren beim trüben Schein eines einzigen Lichtes allein. 7 Der Präsident setzte sich und fing an zu rauchen. Er bot auch mir eine Cigarre an, die ich annahm, aber er sagte nichts. Ich war über seine ruhige, nachdenkliche Miene überrascht. Anscheinend hatte er auf der weiten Welt nichts ; zu thun, als mir Gesellschaft Zu leisten. Wenn Ew. Excellenz,"' begann ich,, ihn unwillkürlich mit seinem alten Titel anredend, an einem andern Ort etwas zu thun haben, können Sie mich ruhig allein lassen. Ich werde mein Wort nicht brechen." Das weiß ich das weiß ich," antwortete er. Aber ich bleibe lieber hier, ich möchte mit Ihnen sprechen." Aber sind nicht einige Angelegenheiten oben in der Stadt zu ordnen?" Das besorgt der Doktor," entgegnete er. Da oben ist keineGefahr mehr, sehen Sie. Es ist niemand mehr da, der sie gegen mich führen könnte." Der Oberst ist also ?" Ja," sagte er ernst, er ist todt.. Ich Kabe ihn erschossen." ' Beim Agnrifs?" Nicht gerade beim Angriff. Der tu gentliche Kamps war vorüber. Es war ein sehr kurzes Geschäft, Martin. Sie hatten von vornherein keine Aussicht, und sowie zwei oder drei gefallen waren und der Rest mich erkannte,, warfen sie die Flinte in's Korn." Und der Oberst?" Er weh.rte sich tapfer. Er hat zwei von meinen Leuten niedergeschossen, dann' warf sich eine ganze Schaar auf ihn und entwaffnete ihn." -Und Sie haben ihn mit kaltemBlut getödtet?" Der Präsident lächelte sein; Sechs Mann sind in dem Kampf gefallen fünf außer dem Oberst. Sehen Sie nicht ein, daß thatsächlich Sie die fünf getödtet haben, um mit dem Mädchen, das Sie lieben, entfliehen zu können?" In dem Licht hatte ich dieAngelegenheit noch nicht betrachtet, aber das that nichts zur Sache. Ohne Ihren Plan wäre ich ohne Schwertstreich zurückgekommen," fuhr er fort, Aber McGregor hätte ich doch erschossen." Weil er die. Revolte angezettelt hat?" Weil," entgegnete der Präsident, er von Anfang bis zu Ende em Verräther gewesen ist, weil er versucht hat, mir alles zu rauben, was. ich auf der Welt lieie. Wenn Sie wollen." fügte er achselzuckend hinzu, weil' er zwischen mir und meinem Willen stand. Ich trat also zu ihm, sagte ihm. seine Stunde sei gekommen, und schoß ihn durch den Kopf. Er starb wie em Mann, Martin, das muß ich. anerkennen. Ich konnte kein Bedauern für den Todten heucheln; thatsächlich war ich nahe daran gewesen, dasselbe zu thun. Aber diese kaltblütige. Grausamkeit ließ mich doch zusammenschauerm. Wieder folgte eme lange Pause. ..Alles dies thut mir sehr leid,.Mar-. tin," hob er dann wieder an, sehr leid, daß es zwischen Ihnen, und mir so weit gekommen ist." Sie sind m der Geldangelegenheit falsch gegen mich gewesen," sagte ich bitter. . Ja. ja," antwortete er sanft. Ich mache Ihnen keine Vorwürfe. Sie waren ja durch nichts an mich gebunden. Sie merkten naturlich, was ich vorhatte?" Ich alaubte, Ew. Excellenz wollten das Geld behalten und mich fallen lassen." Doch-mcht ganz entgegnete- er. Das Geld mußte ich natürlich haben. Aber es war die andere Sache, wissen Sie. Was das Geld anbelangt, wurde ich schon dafür gesorgt haben, daß Sie keine Unannehmlichkeiten hatten."' Was war es denn? Ich glaubte, das wüßten Sie schon lange," sagte er wirklich überrascht. Ich sah, daß Sie mem Ucebenbuhler bei der Signorina waren, und. mein Spiel lief. darauf hinaus, Sie dadurch aus dem Lande zu treiben, daß ich den Boden zu heiß für Sie machte." Sie hat mir gesagt, Sie hatten :n Bezug auf mich und sie keinen Argwohn gehabt, bis ganz zulcht. Das hat sie gesagt?"' sagte er lachelnd. Es scheint mir, als ob ich in der Kunst, so aufgeweckte junge Leute zu täuschen, Fortschritte gemacht hättfc. Selbstverständlich hatte rch es schon lange durchschaut.. Aber Sie hatten mehr Grütze im; Kopf, als ich glaubte. Niemals im Leben bin ich einem Remfall so nahe gewesen, wie. jetzt." Hätten Sie nicht so unverschämtes Glück, so wären sie reingefallen," ent-.-gegnete ich. Richtig, aber ich rechne mit dem. Glück als Bundesgenossen." Und was werden Sie jetzt thun?"' Er beachtete die Frage nicht, sondern fuhr fort: Sie haben zu hoch gespielt. VeiJhnen heißt es: Alles oder nichts,"' gerade wie bet mir. Wäre das nicht, könnten wir zusammengehen. Es, thut mir leid, Martin, ich habe S gern vas wissen Sie." Und wenn, e mir das Leben gekostet, hätte, ich hatte nicht umhin gekont, auch ihn gern zu haben. Aber Neigungen haben nichts mit unserer Pflicht zu thun," fuhr er la chelnd fort. W25 für Ansprüche können Sie'an mich machen?" Ein anständiges Begräbniß, denke ich," antwortete ich. Er erhob sich und' schritt einige Au genblicke im Zimmer aus und ab. Ich wartete mit einiger Angst, denn das Leben, ist einem jungen Mann immerhin etwas werth, der Ausblick in die Zukunft mag noch so düster sein, und Sin Held war ich nie. (Fortsetzung und Schluß folgt.)

3 EsesoBcai

Gin Gaunerstreich. Zu früher Morgenstunde sitzen di: beiden Hochstapler Sanftleber und Schleichebald auf einer Bank in. den Promenaden. Die Geschäfte sind in den letzten Wochen auffallend schlecht gegangen. Der Dummen und Leichtgläubigen sind, zwar nicht weniger geworden, allein bis auf einen armeir Provinzialen, der die Beiden für ehrliche Leute hielt und mit ihnen Scat spielte,- fanden sie kein Opfer. Und der Gefundene lohnte der Mühe nicht. Denn als er drei. Mark verloren batte ging er 'mal 'raus und kam nicht wie--der, so daß die beiden Hochstapler auch nock die Zeche deä Gerupften zahlen, mußten. Schleichebald traf diese Geschäftsstille besonders hart Denn bei seinen, eleganten Stiefeletten, hatte sich die Sohle vom Oberleder so bös- getrennt daß eine Reparatur aussichtslos erschien. Und mit solchen Stiefeln dew eleganten Mann spielen unmöglich! Sanftleber hörte die beweglichen Klagen des Genossen gelassen mit an. Du mußt halt neue Stiefeln haben!" fagte er ruhig. Das weiß ich selbst!" brummte Schleichebald grimmig. Aber wo hätten wir Credit! Die Scöuster, in der Residenz sind verdammt, vorsichtige Leute!" . Hml" erwiederte Sanftleber. Haben mußt Du die Stieseln nun laß uns nachdenken, wie wir sie ergattern!" Und sie sannen eine ganze Weile. Endlich rief Sanftleber: Halt Freunder! ich hub's!" Los damit!" rief Schleichebald begierig. 's wird nur was. losten!" meinte Sanftleber. Dann wird's nichts!"' brummte Schleichebald. "Ich habe.- keinen Fünfzigpfennigermehr!" Nicht Geld nur. eine, gesalzene Ohrfeige!" Auf eine oder zwei soll's mir nicht ankommen!" . Dann hör' zu!" Sanftleber entwickelte nun seinen Plan, bei dem Schleichebald immer mehr schmunzelte, bis er endlich aufsprang und rief: Bist . ein Hauptkerl,. Gespann. Vorwärts, daß ich zu neuen. Stiefeln lommC Eine Stunde später standSchleiche-. bald beim Meister. Knieriem im Laden. Ach, Meister. schnarrte er komme da von. meinem Gute, 'rein iw die Res'denz habe Malheur ge habt mit Schuh scheußlich, sehen Sie ja! Also ein Paar hochelegante Stiefeletten können kosten, was sie wollen Vorbezahlung natürliche nun, wird's bald!" Und der biedere Meister, froh, am,. Vormittag schon ein gutes Geschäft zu machen, brachte., seine schönstem Stiefeleremrlare,.bis endlich ein Paar: sich an Schlelchebalds Füßen befand,von dem er, sich vollkommen befriedigt, erklärte. In diesem Augenblicke wurde die Thür aufgerissen,, ein. Herr stürmte berein und versetzte- dem anscheinend total verblüfften Pseudo-Guts besitzen ein paar knallendeOhrftigen, um dann, sofort wieder davonzueilen. Himmeldonn. knirschte oer Pseudobaron Solch ein Af front warte. Dich werd' lch gleich der Polizei übergeben." Und in gewältigen Sätzen, eilte er dem Emslohenen nach.. Der Schuster fah den Beiden, nach. wie sie einander verfolgend um die nächste Ecke bogen.. Recht wär's, . wenn er ihn kriegte!" murmelte er. Und er wartete,, eine yalbe eine aanze Stunde. Und dann ward ihm alles klar, er.- war von zwei schlauen. Gaunern- betrogen worden. Schleichebald aber spaznte stolz mit seinen neuen Stiefeletten am Arme Sanftleber's,. dem er für seine- passenden Ohrfeigen herzlich dankte aus derj: Promenade einher! Schelmculiev. Wenn- aus! der- Mädchen Aüaen Ein Schelm mir freundlich' winkt, Scheuch ich ihn nicht von:dannen. cch such' ihn fest zu bannen, Wohl. mir. wenn es gelingt!Und ob der Mund auch'-spröde thutj. Es währt nur kurze Zeit Bald' küßt er herzhaft, m auss Aud Und ich bin benedeit! Und treibt mich'5 in die: Ferm, Zieh ich zum grünen Rhan, Dort- ist ein fröhlich'.' Wandern Von einem Wein zum-andern Dem Durste hintndrern. Und wo die Wirthin blank und. rund. Bin ich zur Rast, bereir. Dg gluckt kein Saurer un!er'm.Spundi Und ich bin beurdut! Ja. erst wenn meinem Werbnr Kein Schätzchen mehr gewillt.. Der Brust, der freudelosen. Trotz Lenz, und Wein und Rosen Kein Heller Sang entquillt, Erst wenn auf Gottes fchöner Erd', , Nur Grillen mein Geleit Kurz, wenn ich ein Philister werd', Ruf' ich: Vermaledeit l Die propere Hausfrau. Mann: Sich 'mal die Spinngewebe an den Decken. Emma! Frau (eifrig): Die müssen aber noch von den Leuten herrühren, welch: vor uns hier ge wohnt haben, Fritz! Zur Reserve. A.: Schon wieder eine neue Flamme, Herr Lieute nant, ist schön Röschen bereits kalt ge stellt? Lieutenant: Ei bewahre, nur zur Reserve beurlaubt! r ...

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