Indiana Tribüne, Volume 17, Number 241, Indianapolis, Marion County, 20 May 1894 — Page 9
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ag e. Indianapolis, Ind.. 20 Mai 1894. Offener CÄrelbebrie? des Philipp Sauerampfer. Mein guter Herr Redskttonär! imm tir'vi.?.3 Ware Sie schon Gräöwittwer ? Well, das is. was ich jetzt sin. Mei Lizzie. wo mei Altie iS. is fort un ich hocke jetzt do exäk!ly w!e devor, daß ich mich verheirath' den. mit de eenzigDif serenz, daß ich sellemol noch finfunzwanzig Johr jinger n?arn un noch zu kee Kids zu tende gehatt hen. Well, ich deht noch nit so viel drum gewe, wann se all so grod un so alt wäre wie mein Aelschter, wo schon 23 Johr alt is womit ich dorchaus un dorchin nit lUtmt will, daß eem die Große nit manchmal noch mehr Truwel mache duhn, wie die Kleene o Kontrolleur. Well, ich will Jhne ennihau verzehle, wie ich in mei pressent Zirkumstenzes gekumme sin. Die Lizzie Hot vor e lange Zeit zerick schon arig schlecht gefiehlt, daß se nit emol nach die alte Kontrie gehe un die alte Leit noch emol sehe konnt. Wisse Se, ich gleiche immer zu höre, . wenn Kinner, un wann se noch so groß un noch so alt sin, gut von ihre Eltern denke, die sich so die! Truwel un so viel Eckspenses gemacht hen, bis se gebore un gerehst wäre. For den Niesen hen ich auch nie nicks dagege gesagt, wann mei Altie von ihre Jntenschen gesproche Hot, noch emol iwwer de große Bach ze gehe. Wie se genohtist hat, wie ich in die Sach fiehle, do Hot se reiteweg Wort nach Deitschland ge . schickt, daß se intende deht, zu komme, un off Kors, kam dodruff Brief uff Brief, wie sich die alte Leit freie dehte .un wie se's gar nit stände könnte, bis daß se ihr Kind wiedersehe dehte un so fort. Des ging so e Zeit lang fort; ebaut drei Mol war die Zelt zum Reise festgesetzt, awer immer kam ebbeS da zwische, was es impassibel gemacht Hot, daß se gehe konnt; eemol war eens von die Kinner krank un mehrschtens Ware mer so korz an Geld, daß mersch nit erfordere konnte in die Erpenses zu gehe. Diesmol hat alles geklappt un alle ArrenschmentS konnte gemacht werre. Awwer was war das for en Schapp! Gutneß! ich sin nor froh.
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daß so en Trip nach Deitschland nit alle vergeh Dag gemacht werd, sonst wär' ich im erste Berteljohr dodt. Bier Woche hen mer die Dreßmäker in's Haus gehatt bei de Weg, e orfel neis Mehdche alle Dresses sin iwwer gefickst worre. dann e bissi muß man de Steil doch mitmache, Hot die Lizzie gesagt; off Kors. der Steil, wo die Lehdis zwanzig Johr zerick geworre hen, der iS heit, wie mer uff Deitsch sogt, oldfäschend, deß muß einiger Mensch sage, wo e bissi kommen Senz hat. Wie all die Dresses gefickst wäre, do Hot's geheiße: Phil, steig emol in dei Packet un geb mich Geld, for daß ich mich e nei Bonnet kaufe kann." Schuh? Ding." sagt ich. deß sollste 'hawwe." Ich hen ihr sechs Schilling g:wwe un sagt: Kauf Dir awer nor eöbes scheenes." Do hätte Se awwer emol die Lizzie sehe solle! Gasch, hol die gespauzt! Hot mich gefrogt, ob ich krehsig wär. For sechs Schilling kennt mer in eme billige Store t But scherkapp kaufe, oder e Paar Robbers, awwer e steilisch Bannet deht doch e paar Cent mehr 'ostc. Well, ich hen nit mehr Tschänsch gehatt, un do hen .ich ihr e zeh Dahler-Bild gewwe. Mach's nor gnedia," hen ich gesagt, un vergeh nit. mich die Bällenz widder zu gewwe.- Wisse Se. was se mich Widder gebracht Hot? N ä t t i n g! Den Weg is es sortgange mit die ExMenses, bis mich schließlich die paar Haar, wo ich noch auf mein Rohp hen, streht in die Höh gestanne hen. Zuletzt wie's ans Einpacke gange is.do lagt die Lizzie: Jesses, jetzt muß ich auch en neie Tronk hen." Mer hen doch noch den scheene alte Tronk uff die Gärrett, wo mer unsern Stoff aus Deitschland drin mitgebracht hen sagt ich, awer do Hot se scheen gekickt! Tm Host noch nit soviel Senz, wie dem Nochbar sei Antigoht sagt se, Du dehst nicks drum gewwe.wann die Leit in Deitschland mit de Finger uff mich Pointe dehte Was sollt ich thun? Ich sin dauntaun un hen auch noch en Tronk gekauft. So is emol mei Altie; die gleicht alles streht zu hawwe UN ich .kann se auch nit dervor blehme. In Deitschland solle se enniweg nit denke, :daß mer in die Juneited Stehts die Hofe mit die Beißzang anzieht. Am vorige Dunnerstag hen ich die Altie aufs Dipoh gebracht; se Hot arig gut ausgeguckt, daß muß ich sage. Die ,'jTrain Hot schon do gestanne un ich hen 1 schnell Gubei gesagt, un hen ihr noch ..trotz allem Kicke so ebaut verzeh Kisses gewwe un dann sin ich for heim ge''start. Ich war noch kee Halme Stund in mei Haus, do geht die Dohr usf un wer kimmt erein? Die Lizzie! . J2öa8 is die Matter?" hen ich gefrogt, haste vielleicht Dei Korsett vergesse?" Du bist en Schoofskopp," bot se ge sagt, Du hast mich in e Train gebracht, wo usf annere . Track geswitscht is worre un wie ich den Mißtähk genohtist Un im ausgestiege sin. tzo hatt ich off ors d!e richtige Train gemißt. So ebbeS kann mer nor von D i ch eckspeckte Well, ich muß sage. ich hen arig mien dodriwwer gefiehlt, awer waZ war zu mache? Ich mußt se am Owend nocö emol uffs Divoü
dringe, awer dieSmol is se in die richt..:ri..? : r.
Zige rain gange, luuwyiiui i t vi jetzt noch nit Widder heem gekumme. Jetzt sin ich e Gräswittwe?, womit ich verbleiwe Jhne Ihr liewer Philipp Sauerampfer. t Meine Pfingstsreude. Novellette von B. Herwi. ... Die Alte stand vor mir mit der frisch gestärkten, weißen Haube; sie spielte verlegen mit den Schurzenoan dern und hatte die Rede weniger in ihrer Gewalt, als gewöhnlich. Hr Baumeister," sagte ne, toie wissen ja, ich mach' sonst nicht viel Ansprüche und ich halte Ihre Wohnung in Ordnung, ich koche Ihnen gut und gehe fast nie aus, denn die paar Kindtaufm sind doch nicht zu rechnen, abec nun gerade morgen zu Pfingsten... und es ist doch nur einmal im Jahr, und weil nun gerade Feldwebels den Ausflug machen, und gar zu ipat werden wir ja nicht kommen und . . .Ja, ja, ja, in Gottes Namen, Frau Schröder, wenn Sie 'mal die Wanderwuth haben, gehen Sie nur. , Also morgen Abend sind Sie erst wieder hier?Punkt zehn. Herr Baumeister. Punkt zehn, nicht 'ne Minute länger, i wo werd ich denn?" . . . Im Bureau stand der lang aufgeschossene Gehilfe, verlegen an seinem Bleistift kauend! Vielleicht, daß der Herr Baumeister," begann er stotternd, .gerade diesmal . . . Urlaub etwas länger . . . vielleicht drei Tage . . und dann einen Anlauf nehmend, fuhr er herzhaft fort, .weil wir uns diesmal öffentlich verloben wollen, die Anna und ich, und die Reise dauert ja allein sechZ Stunden hin und sechs . . Nun hat der Mensch bei seinen fech zig Mark per Monat schon eine Braut und will mit ihr jetzt wahrscheinlich Natur kneipen. Natürlich! Zum anderen Kneifen würde es auch nicht reichen. Gehen Sie auch in Gottes Na men!" schrie ich ihn an, daß er erschreckt zusammenfuhr, die Pläne und Papiere schnell in's Pult schloß, sich eiligst den Ueberzieher und Hut vom Nagel riß und mit immerwährenden Bücklinaen rückwärts bmauseüte. .Daß Sie mir nicht vor Mittwoch zurückkommen," rief ich ihm wüthend nach. Na das kann ja amüsant werden, dachte ich bei mir und pfiff nach Ajax, meinem ireuen Freunde im Alleinsein, meinem Begleiter auf den Spaziergan gen, nichts rührte sich. Potz Tausend, hatte ich's doch ganz vergessen, daß daö gute Bich seit acht Tagen sein mehr denn dreizehn Jahre wahrendes Daseirk und mich, seinen bald dreimal so alten Herrn verlassen hatte und nun unten im Garten des Directors schlummerte. Herr Baumeister, die weiße Weste leg lch Ihnen 'rauS, und den Ca narienvogel vergessen Sie nicht, das Futter ist schon gemischt,- tönte eö aus der Küche, .und vergessen Sie auch nutzt den Regenschirm, wenn Sie aus gehen; Pfingsten ist ein tückischer Tag und man kann nicht wissen. Gehen doch der Herr Baumeister morgen zu Director Rechtheim.Da hatte die alte Schröder Recht, unten bei der lieben jungen Frau und den netten Kindern, bei dem prächtigen Freund, da soll s mir morgen gefallen, Es klingelt. Das Mädchen bringt ein Briefchen. Mha dachte ich, die Einladung; Rechtheims sind wirklich liebe Men schen. Lieber Möller," schrieb der-Direc ior, wir hatten es uns so nett gedacht, Pfingsten mit Ihnen zusammen ZU sein, nun bitten aber die Eltern meiner Frau so dringend, hinaus ausö Gut zu kommen, daß wir nachgeben, Hof fentlich . . . ein ander Mal . . . P. S. Wie wär's, wenn Sie mit uns kämen, Freundchen? Sie wissen, die Alten und Schwägerin Hedi wür den Sie seh? willkommen heißen, ma chen Sie deu Geniestreich." Das fehlte noch, fremden Leuten auf den Hals zu rücken. Was hat es denn überhaupt für einen Sinn, sich durch aus an den beiden Sagen eztra amüsi ren zu wollen; es ist wirklich, als ob alle Welt vom Bergnllgungsteufel befallen ist. .Ich lasse Herrn Director schön dan ken, sagte ich dem wartenden Mädchen, aber ich hätte schon meine Verabredgen. Dann ging ich eine ganze Weile im Zimmer auf und ab. Als ob nicht ein Tag und besonders ein schöner Frühlingstag so gut ist, genau so gut wie der andere, raisonnirtc ich inwendig, als ob die Blätter an den Bäumen nicht eben so herrlich maien grün, die Vögel nicht täglich dasselbe Lied singen, die Blumen nicht eben so duften, als ob nicht jede Stunde vom lieben Herrgott eingesetzt ist. Freilich die armen Menschen draußen wol len auch einmal wissen, daß Feiertag ist, aber w!e Wenige von Allen, Allen denken an die alten überlieferten Erin nerungen des Tages; nur putzen wol len sie sich, amüsiren, sich' abhetzen, Hitze ertragen, weil's nun mal Pfing. sten ist. - Pfingsten. Pfingsten, herrliche Zeit Oeffnest .die Herzen der Menschen so weit," sang es draußen in der Küche, wenn man Frau Schröders eigenthümliche Tonbildung singen" nennen konnte. Das war ihr Abschied, ich hörte die Thür zuschlagen, nun. war sie fort. ES war warn! im Zimmer gewor den, ich hatte den Tag über fleißig ge
arbeitet und öffnete nun das Fernster,
jum die milde Abendluft einzulassen. D Kastanienbaume vor mnncm Fenster waren voll und dichtbelaubt und streckten ihre rothen und weißen kräftigen Blüthen zum Himmel, ern lauer Wind ging eben durch ihreZweige und wie von weiter Ferne scholl leises Klingen. Jetzt brachte ein Luftzug deutlicher die Töne: bim bam, bim oam. Drüben auf dem großen Platz wurden die Kirchqlocken aelautet; ich horchte andächtig, wie im Fluge eilten meine st i i ... -...! seoanlen in Die ugcnozcli $muu, mu war's, als sähe ich unsern Pfarrgarten daheim mit der Bohnenlaube, als säh' ich die mit grünen Reisern geschmückte Thür, als athme ich den Duft des Feiertagskuchens, als höre ich das Klingen der Glocken, und wie aus einer anderen Welt tönt mir die liebe Stimme der guten Mutter: Horcht nur, Kinder, jetzt läuten sie den Feiertag ein." Na ja, das fehlte noch, daß ich mich un selbst von dem alten Zauber um spinnen lasse; fort ihr Gedanken, fort ihr Träume, fort auch mit der Arbeit für heut, ein Spaziergang draußen im Freien wird mir gut thun; heut wird man wenigstens nicht so von den Tau senden der Spaziergänger belästigt erden, wie es morgen der Fall sein wird und nun gar erst übermorgen. Vor dem Thore war es herrlich. Ein blauer Himmel mit kleinen weißen Wölkchen, die dort im Westen, wo die Sonne eben Abschied nehmen wollte, roth umsäumt waren, herrliches Grün prangte auf Bäumen und Feldern, von fern leuchtete der goldige RapS, und Fliederdüfte schienen die kleinen Bögelein ganz besonders zum Jubiliren ein zuladen. Deutlich hörte ich jetzt den Kukuk rufen, 5wei, dreimal und immer wieder und wieder. . Als Knabe zählte ich nach des Vo gels Ruf die Jahre, die ich auf Erden zubringen sollte, o manchmal waren es sechzig und mehr gewesen. Das kam mir damals herrlich vor, auch .jetzt wollte das Rufen kein Ende nehmen. Du lieber Himmel, was hätte ich so lange auf der Welt machen sollen, so tinsam, so liebeleer, ein grämlicher, eigensinniger Junggeselle mit Marotten und Schrullen, dem es Niemand besonders recht machen konnte, der nicht Liebe gab und nicht empfing und dessen Scheiden von Wenigen, von so Weni gen würde empfunden werden. Die Eltern todt, Geschwister weit entfernt. Jedes am eigenen Heerd, die Freunde verheirathet, erst spät im Beruf von Erfolg gekrönt, so spät, daß der blonde Vollbart, früher mein Stolz, jetzt schon bedenkliche, weiße Fäden zeigt, aber doch vomErfolg gekrönt, den ich so heiß herbei gesehnt, den ich in arbeitsvollen Jahren mir errungen und der meinem Leben seinen Werth gab. Doch für wen arbeitete ich, sür wen sparte ich, wer würde nach mir fragen, wenn die Hand einmal erlahmte, wer würde an meiner Seite weilen, zu mir aussehen, mich trösten, wenn das Alter käme und Enttäuschungen und Leiden! Ich wußte und fühlte es, hier in meiner Brust, da schlug ern warmes, volles Herz, das sich unter rauher Außenseite verbarg und daS doch so viel Empfindung für das große Leid der Mensch heit hatte. Ich wanderte den einsamen Weg entlang; mir ging eine große Arbeit durch den Kopf, ein festes Fundament erstand vor meinem innern Blick, Pfeiler ragten in die Höhe, Spitzbögen wölbten sich, eine Kuppel krönte das stolze Werk. Ich schaue hinauf zum Firmament, als konnte ick dort wirklich mein Phantasiegebilde erstehen sehen, der rothe Ball der untergehenden Sonne blendete mich, mir war's, als sähe ich Hunderte von kleinen, rothen Sonnenbällen in der Lust tanzen, immer höher und höher schweben, immer kleiner und kleiner werden; doch nein, nun sah ich deutlich hin, das waren wirkliche Gummiballonö, die sich an scheinend von der verbindenden Schnur losgelöst hatten und entschlüpft waren. Nun drang Lärm an mein Ohr. Am Ende der Mee, die ich -durch-schritten, war ein Vergnügungslocal. Eine Menge von Menschen hatte sich angesammelt und umriygte ein weinendes Kind, einen kleinen dunkelhaarigen, etwa achtjährigen Knaben, der mit gerungenen Händen, mit schmerzlich verzogenem Gesichtchen dastand und den nach allen Richtungen stiebenden rothen Bällen weinend nachsah. .Meine BallonZ,- schluchzte er, ach 1 meine Ballons, was wird die Mutter sagen," und immer wieder rang er die kleinen Hände und dicke Thränen rollten über seine abgemagerten Wangen. Theilnehmende Leute beriethen, wie dem armen Kinde, dem kleinen besannten Verkäufer an dieser Ecke zu helfen sei, denn der Schaden war nicht .unbedeutend. Die Leute schienen zu merken, daß ich Interesse an der' Sache, an dem Knaben nahm: ich hatte ihm wie un willkürlich die sich immer wieder ringenden Händchen, gelöst und ibn mit mir zu einer Bank in die Nähe gezogen. Ver nabe trank die Milch, die ich ihm durch einen herbeigerufenen Kellner reichen ließ, , in langen.' durstigen Zügen, die verweinten großen Augen suchten aber immer noch in den Lüften nach den verlorenen Schätzen. - Die Menschen verliefen sich. eS wurde kühl nach dem Sonnenuntergang; - ich hatte einige Erkundigungen über den Knaben bei dem diensteifrigen Kellner eingezogen ; eine vorüberfahrende Droschke nahm mich mit dem Kleinen auf und wir 'fuhren weit in die. Starbt hinein, in eine entlegene Seitengasse. Vor einem ärmlichen Sause, in des
sen Erdgeschoß ein Keller war mit
allerlei Grünkram, Kartoffeln und kleingehauenem Holz, hielten wir an. Ist's hier, mein Sohn?" fragte ich den Kleinen, der sich wie in Angst und zitternd vor Furcht an mich schmiegt;. Er nickte und sah mich mit einem Blicke an, der mir bis in die Seele drang. Nun führe mich nur zu der Frau," sagte ich und stieg die Steinfliesen der Treppe hinab. Dumpfe Kellerlust empfing mich, kein blaue Himmelslicht, kein Sonnenstrahl leuchtete in diese Stätte der Armuth, ein durchdringender Geruch von Gemüsen, erdigen, Kartoffeln, Zwiebeln und schlechtem Fett drang mir in die Nase, eine unordentlich aussehende Frau kam mir entgegen. Wrlly war ein sogenanntes Ziehkind. Es war die alte, unsäglich traurige Geschichte vom ungetreuen Vater, von der unglücklichen Mutter und dem verlassenen Kinde. Die Kellerleute hatten . sogar ihr Möglichstes gethan. Die Mutter des Knaben war todt, sie pflegten ihn schon seit zwei Jahren ohne Geld, natürlich mußte er in den Freistunden, in denen er nicht in die Gemeindeschule ging oder mit Arbeiten beschäftigt war, verdienen helfen. Das ist überall so, Herr," endete die Frau aus dem Volke ihre kurze Geschichte, und wäre es nicht ein so lieder, guter Junge, Herr, würde es mir nicht im Traume eingefallen sein; wir haben genug Mäuler zu stopfen; da hinten schlafen drei, das will verdient sein mit dem kleinen Kram, besonderZ wenn der Mann nicht immer Arbeit hat Sie sah mich ungläubig an, als ich ihr nun erklärte, den Knaben mit lir nehmen und ihn erziehen zu wollen. Sie fand anfangs vor Ueberrafchung keine Worte; aber bald wurden wir handelseinig. Ich zahlte ihr die derlorenen zwei Jahrgelder, wobei es mir vorkam, als ob sie im Moment Reue habe, nicht mehr angegeben zu haben. Ich ersetzte ihr die Gummiballons und gab ihr ein Eztrageschenk. Willst Du mit mir kommen, Willy?" fragte ich den Knaben, der müde auf der Steintreppe hockte und fragend von Einem zum Andern sah. Geh nur, geh!" sagte die Frau, der liebe Gott meint's gut mit Dir" Nun standen wir alle drei auf der Straße, ich sah, wie der Keller von außen mit Laub geschmückt war. - Man will doch auch seine kleine Pfingstsreude haben," entschuldigte sich die Frau, als sie meinem verwunderten Blick begegnete, sonst weiß man ja gar picht mal, daß Feiertag -ist." - Dann küßte sie das Kind und knizte wieder und wieder und fuhr auch mal mit der Hand über die Augen ... Man will doch' auch seine kleine Pfingstsreude haben," dachte auch ich und fuhr mit meinem neuen Freunde von Laden zu Laden und stafsirte ihn aus mit Stiefeln, Höschen und Hemden und einer Jacke; dann brachte ich ihn in ein Bad und statt des kleinen, zerzausten schmutzigen Knaben bekam ich ein bildschönes Menschenkind wieder,. und dann dann ging es heim in die alte Junggefellenwohnung. Nun war ich nicht mehr allein, nun war mein innerster Herzenswunsch er füllt, ein Geschöpf war da, das ich lieb haben wollte, das zu mir gehören sollte, ja ein guter Mensch müßte aus dem verkümmerten Pflänzchen werden, das gelobte ich mir. Und dann legte ich das Kind auf mein Sopha und deckte es zu und wunderte mich, wie schnell es einschlief. Ich begab mich erst spät nach Mitternacht zur Ruhe. Plötzlich fiel mir ein, daß ich den Kanarienvogel ganz vergessen hätte; ich stand noch einmal aus und gab ihm Futter. Piep, piep," sagte er aus dem Schlafe und pickte einige Körnchen auf. Dann deckte ich meinen Jungen noch einmal sorgfältig zu und horchte aus fein leises, regelmäßiges Athmen.. Was wohl die Schrödern sagen wird, dachte ich bei mir und der Direktor unten und Hedi, seine blonde Schwägerin? 1 Mir war's, als sahe ich ihre blauen Augen glänzen,' als neigte sich das blonde Köpfchen im EinVerständniß, als glitten die zarten Hände über den dunklen Kinderkopf. Und weiter war's mir, als müßte ich sie halten mit meinen großen starken Händen, aber ich griff in die Luft und daS Kind regte sich.. ES öffnete die dunklen Augen und lächelte, als es mich sah, dann schlief eS wieder ein. ES ist doch merkwürdig, was solche Pfingststimmung nicht alleS zu Wege bringt, dachte ich am anderen Morgen, als ich mit meinem Willy beim selbst bereiteten Kaffee saß. Weißt Du was, Junge? sagte ich mit einem Mal lustig, als ob i.iir die helle Junisonne, die da in's Fenster schien, das Herz im Leibe erwärmt mir, diesmal hat mir das Pfingstfest ein Kind gebracht, am Ende such' ich mir, nun bald die Mutter dazu! . Fremde Körper im Kehl-köpf.-Wenn Jemand beim Schlin gen zugleich spricht oder lacht oder schnell einathmet, indem er etwas im Munde hält, geschieht eS'östers, daß ein fremder Körper in den Schlund. oder in die Luftröhre gerüth. DaS gewöhnliche Klopfen mit der flachen Hand zwischen die Schultern, . wäh rend der Leidende sich nach vorn über beugt.'oder das Reizen zum Niesen mit Schnupftabak oder einer Feder. sowie das Kitzeln im Schlunde hilft nur zuweilen und nur in leichten Füllen. Bei schwierigen Fällen, wo der fremde Körper festsitzt, ist ein
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, .... Unsere iere, hergestellt auö den besten Stoffen, mit Verwendung der besten Sorten Hopfen sind sämmtlich krastlge, gesunde Getränks abgelagert und gut vergohren. Von unseren besten Marken, wie : ' Lager, Wiener, Pilsener, Budwciser und Spccial Bmv, geht keines auö der Brauerei, das nicht fünf bis sechs Monate gelagert hat. . . . Wir können, auf daö Urtheil Sachverständiger gestüht, dreist behaupten, daß unsere Biere zu den besten zählen, die ln Amerika gebraut werden, und ieder Vorurtheilslos Urtheilende wird dies anerkennen müssen.
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iana Arzt heranzuziehen, der Mitunter ohne Operation den Gegenstand fort schafft. Dr. Beveridge, ein englischer SchiffSarzt, erwähnt eine einfache Methode, um fremde Körper, wie Fleischstücke, Brosamen ?c. aus dem Rachen zu entfernen, die zwar nicht neu ist, aber ihrer Einfachheit wegen immer wieder genannt zu werden verdient. Die Methode besteht da rin, daß man dem Leidenden stark in'S Ohr" bläst. Dadurch entsteht eine so heftige Reflexbewegung. daß fast ohne Ausnahme das Auswerfen hes Fremdkörpers gelingt. AuS Paris meldet man unter'm 20. April: Die Generalprobe von Verdis .Falstaff" fand gestern Abend im Beisein deS Componisten in der Opera Comique" statt. .Der zweite Act zündete besonders. Am Schluß der Aufführung wurden dem Meister von dem anwesenden Publikum begei sterte Ovationen dargebracht. Die Posse im Trauerkleide. Aus Venedig wird geschrieben: Eine eigenthümliche Trauer'feier fand in unserem Goldoni - Theater statt. Die Bühne war vollständig schwarz ausgeschlagen, und in diesem dllsreren Milieu wurde der heitere, prickelnde, muthwillige Einacter Flirtation" von Francesco Garzes zur Aufführung gebracht. DaS Publikum, welches das Haus bis auf das letzte Plätzchen füllte, stand, nachdem der Vorhang gefallen war, von seinen Plätzen auf und applaudirte so lange, bis das gaize Stück wiederholt wurie. Sodann hielt einer der Schauspieler eine Trauerrede, welche mit den Worten Garzes schloß: Ich habe für eine Idee gekämpst. ich falle aber als. Sieaer. . . ! mn einer kleinen Äeschrän kung. Sicherlich sind die Frauen die lieblichsten Blumen dieser Welt, aber m-a muß, um gercht zu sein, doch sagen, taß sie einen großen Theil ihres Wohlgeruchs aus der Apotheke ht ziehen. . Fehlgeschossen. Farmer: Wenn ,ch so träge wäre wie Du, ginge ich lie ber in meine Scheune und hänate mich auf! Tramp: Das würden Sie aber bleiben lassen, lieber Mann! Farmer: Warum, Du unsteter Bummler? Tramp: Wenn Sie so träge wären, wie ich, hätten Sie überhaupt tdte Scbeune! Die Arsache chronischer Krankheiten wurde endlich entdeckt. Das Publikum nahm regel mäßig Blutreinigungsmittel und konnte nicht begreifen, weshalb durch dieselben keine vollständige Heilung erzielt wurde. Dr. S ch o o p ging einen Schritt witer und widmete seine Zeit dem speziellen Studium der Ursachen der sich so park vermehrenden chronischen Krankhettm. Er sand, daß gewisse Nerven vollpän dige Kontrolle über den Magen, die Leber und Nieren und alle inneren Or gane haben. Wenn diese Nerven geschwächt sind, so kann der Magendie Nah rung nicht verdauen.die Leber wird träge und das ganze Körpersystem wird binfällig,daden Verdauungs-Organen dieNervenkraft fehlt. Dr. S ch o o p's WiederHersteller ist ein Magen-, Leber-und Nieren.eilmitttl,welches auf die Nerven, welche diese Organe kontrolliren, einwirkt. Diese Arznei ist, kein Nervine oder giftiges Nervenreizmitel, sondern dient zur Kräftigung der Nerven und zur Hebung der VerdauungSkrüfte und heilt alle Magen und Leberleiden durch die Entfernung der Ursachen. - Ein Versuch Wird Dich davon überzeugen. I potheke od franco prr Srprck sü, $1.00. Ter dcutsHe .Wegweiser zur Gesundheit welche? die Behandlung mit dieser rznei genau beschreibt, nebst Proben. werden an iraend eine Adrette frei versandt, si Man schreibe an Dr. Schoov, Box 9, Racine, WiS.
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Offizieller Bericht
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Indianapolis, den 4 Mai 1894.
Aktiva. Anleihen -. $ 588,261 35 Vereinigten Staaten Bond? 250,000 00 Stadt Indianapolis, Marion und andere County Bond? 588,156 40 Baar an Hand und in Banken (Gold $34 1,000 00) 994,300 45 Bond-Prämien $13,500 00 . Gewölbe, Geldschrank und Möbeln ,c 18,000 00 $2,450,218 20 Passiva. Eingezahltes Kapital $ 300,000 00 UederschußFond und Gewinne 86,808 53 Nationalbank-Noten im Umlauf. 225,000 00 Depositen 1,838,409 67 $2,450,218 20 John P. Frenzel, Präsident. Otto N. Frenzel, Kassirer. O. F. Frenzel, Assistent-Kassirer.
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