Indiana Tribüne, Volume 17, Number 241, Indianapolis, Marion County, 20 May 1894 — Page 7
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Neue Moden.
Oon C. Hoerfel. Paris, Ende April. . Dn Frühling mit seinem Gesellschaftstrubel, seinen Wettrennen und Modeturniren läßt sich auch heuer, trotz Anarchisten furcht, Geldklemme und entsprechenden Sparsamkeitstheorieen, gar so übel nicht an. Die Jugend verlangt nach Fast- und Bußtagen eben nach Spiel und Tanz, wie wir Alle während der Regenzeit uns nach der Sonne sehnen. Die aristokratischen Salons sind allerdings noch nicht vollzählig geöffnet, indeß ist doch schon recht sröhlich dinirt und getanzt worden. Die anwesenden Oberen Zehntausend" aber treffen sich bereits allnachmittaglich zwischen 2 6 Uhr in der Gallerie (Xoncours hippique", sehen stolz auf die ansteigenden Sitzreihen unter ihnen herab, und führen hübsche ' Frauen am Arm, die im. Glockenrock von antikem Taffet, den feinen Arm unter einem Gigotärmel, unter einem Capothütchen. bepflanzt mit schwarzen ode: geraniumrothen Veilchen sich bewundern zu lassen. Denn der Concours hippique" ist ja immer noch die Ouvertüre zu der nun folgenden Serie von sportlichen Festen und Gesellschaften, welche das Paris veranstaltet und die mit dem Grand Prix" enden, von welchem Ereigniß aö die französische Großstadtlust ihren Parfüm des Höheren Chic verliert. Die neuen Moden, soweit wir sie bis jetzt in eleganten Cirkeln oder in den Ateliers in Vorbereitung gesehen, zeichnen sich durch eine große Freiheit im Stil und durch entschiedene Vornehmhcit in Stoff und Farbe aus. So wird sich Heuer Keine über die so oft verschrieene 'Tyrannei der Mode zu beklagen haben, und der Schwanenhals kann sich vortheilhaft in einer Collerette Präsentiren, während dem Taubenhälschen vergönnt ist, durch einen kleidsamen Ausschnitt etwas länger zu erscheien. Unter den neuen Stössen fiel uns eine feine und besonders ungemein leichte Art Wollpiquee auf, hier wegen seiner kleinen Vertiefungen in der Webart: rnds d'abeilles", Bienenzellen, genannt. Auch die Wollkrepons und andere Gewebe mit eigenartigen Tezwren. sind sehr beliebt. Die obenerwähnten kleinen Vertiefungen wirken durch Licht und Schatten, den sie der Farbe verleihen, selbst bei einfarbigen Stoffen, sehr vortheilhaft; sie rufen nämlich hervor was früher durch das Zusammenweben von zwei Farben entstand: sie schillern. Wo aber wirklich zwei Farben in Anwendung kom- . men, wie das moderne Neuroth (eine Art Geraniumroth) und Grün haben sie bei entsprechender Beleuchtung ein Gcflimmer, das an die Reflexe eines Feuerwerks erinnert. Weiß und Schwarz wird viel getragen, sehr klein karrirt ist beliebt. Einfarbige Stoffe dagegen sieht man nur selten, und wo es der Fall ist, erscheinen sie wie oben gesagt durch die Webart in zwei Nuancen gefärbt. Getupfte, jaspirte, chinirte Muster tauchen wieder auf. Ein feiner Krepp in Wolle, den wir neulich in Verarbeitung sahen, war in Zwischenräumen von starken Fäden durchzogen, welche die Zwischensätze Plissirt erscheinen ließen. Unter den Seidenstoffen ist besonders eines antiken Taffets zu erwähnen, welcher den Foulards Heuer den Rang streitig macht. Er hat auf Hellem Grunde ein Dessin an kleine Chimären erinnernd, das ihm ein sehr eigenartiges Ansehen gibt. Der venetianische Foulard", der mit winzig kleinen, in allen Farben schillernden, venetianischen Lampions bedeckt ist, hat einen pikanten Reiz, eignet sich jedoch nicht zu jeder Toilette. Die Röcke zeichnen sich an unteren Rande immer mehr durch eine höchst ansehnliche Weite aus. Um sie nicht einfallen zu lassen, versieht man sie in einigen Schneiderateliers mit einem leichten Roßhaarstreifen; in anderen verwendet man einen schmalen, sehr schmiegsamen Aluminiumstreifen zu demselben Zwecke. So übertrieben 'die Weitz eines solchen Glockenrockes bei extravaganten ToUetten oft erscheint, die ein: Entschuldigung in den Vorschriften. der Mode" finden, wird die vernünftige und feinere Frau doch hier das Maas von 3 1-2 bis höchstens 4 Metern nicht übersteigen. Wie ist es auch möglich, daß eine kleine DamenHand beim Aufnehmen eines Glockenrocks eine größere Weite bewältigt? Diese weiten Röcke, oben immer noch sehr eng, werden meist stark gekeilt oder auch das Hintere Blatt wie ein riefenhafter Fächer geschnitten, um die ansehnliche Faltenreihe nach unten zu liefern. Daß sie leicht gefüttert werden, versieht sich von selbst. Dagegen ist bei den Röcken moven age" der Doppelrock wieder ganz und gäbe. Unter den Besätzen sind es immer noch die quipüreartigen dicken Spitzen, die den Vorzug haben. Man trägt sie als Rockbesätze. Tabliers, als Applikationen über untergelegter Seide, einge'raust als Kragenbesatz auf den Tail.en u. s. w. Eine vielbcwunderte Toilette in lavendel- und himmelblauer Seide fiel . auch uns an einem der sonnigsten Tage ''im Concours hippique" auf. Der j Rock war aus lavendelblauem Taffet j mit einer über der rechten Hüfte leicht ' gerafften Tunike aus Libertyatlas in himmelblau, die auf der einen Seite glatt herunterfiel. Vorn wurde die Raffung durch eine goldgelbe Atlasschleife zusammengehalten Die Taille ebenfalls aus Libertyatla5 hatte ein Korsetett und Barbe aus derselben Guipürespltze wie der Rock, die aus der rechten Seite ein Fingerjäckchen bildete. Eine goldgelbe Atlasschleife saß wie
ein großer Schmetterling auf der linken Schulter. Die Aermel, halblang, oben in flache Falten gelegt, um die Weite am Ellenbogen zu konzentriren, waren aus Taffet. wie der' Rock. Der runde Hut, aus himmelblauer Seidengaze mit goldenem Knopf, hatte rechts und links auf dem Rande ein Rouquet von violetten Anemonen mit ebenso!chen Blättern. Die Symmetrie in den Hutverzierungen, so lange verpönt, taucht nämlich wieder auf. Möglich, daß es die Anmuth der Trägerin war, welche diesem Anzug einen solchen Reiz verlieh, denn wenn man an eine Farbenzusammenstellung von zweierlei Blau. Goldgelb und Violett denkt, will Einem das doch etwas wunderbar scheinen. Eine andere, in ihren Farben vornehme Toilette, die wir bei derselben Gelegenheit bemerkten, bestand aus einem Rock in Prinzeßform aus weiß und schwarzkarrirtem Wollpipuee, und endete oben in einem Gürtel (Corselet), der die Taille einschloß; auf der linUn Seite eine leichte Raffung. Die Taille, ein Etonjäckchen mit großen, ispitzen Aufschlägen, die mit schwarzem Moiree gefüttert und je durch zwei große Perlmutterknöpfe verziert wa
Iren, hatte Gigotärmel. 'Ein runder 5 Hut in altgelbem Stroh mit großem Schirm, Schmetterlingsschleifen aus grun und roth glacirtem Band und auf die Seite fallenden Federn vervollständigte den Anzug. Doch dürfen wieder Rüsche aus weißem Tüll nicht vergessen, welche das unter dem Etonjäckchen plissirte Chemisette aus weißem Battist am Halsausschnitt umgab. Eine allerliebste Toilette für junge Mädchen wird aus blauer Serge gefertigt. Der Rock hat am unteren Rand statt allen Besatzes ein paar Steppnähte Ton auf Ton. Dazu ein Jäckchen mit kurzem Schooß und drei aufeinanderliegenden Spitzen-Aufschlä-gen aus weißer Faillc, die eine weiße, in enge Falten gelegte Weste sehen lassen. Ein Gürtel aus Montmorencysammet, von der Seitennaht ausgehend, umspannt die Taille und wird durch eine große Schnalle auf der linken Seit? zusammengehalten. Hie? noch eine recht originelle und in ihrer Einfachheit elegante Toilette aus blauer Bengaline. Der untere Rand des Rockes endet in kleine spitze Zacken, die über einen Streifen lederfarbener Faille gelegt sind. Kragen Louis Philippe" aus weißer Leinwand, der vorn zugleich Weste bildet. Darüber eine Art Jäckchentaille mit FledermausPelerine, stark abstehend auf den Schultern, mit markirten Zacken am Rande, die ebenfalls wie der Rockbesatz, auf lederfarbener Faille ruhen. Zwei schwarze Sammetbänder, die unter der Pelerine fortlaufen, bilden vorne eine Art Kravattenplastron. Die Fledermausborten sind überhaupt noch' sehr modern. Die Umhänge haben mit der steigenden Wärme an Länge, abgenommen, sind dagegen über den Schultern immer abstehender geworden. Man trägt sie in den verschiedenfarbigsten. Sammeten mit leichter Seide gefüttert, auch gern aus Moiree und Taffet und Spitze. Da diese Kragen leicht und nicht zu warm sind, werden sie sicher bis spät in die Saison vorhalten. Vielfach werden Guipürespitzcn in Hell oder Schwarz zu Kragen aus dichter Seide verwandt, oder auch einemAchsel stück aus Jet und Spitze als Volants angekräuselt. Auch aus breiten Seitenbändern namentlich in Moiree oder Taffet lassen sich mit Hinzuziehung von etwas Spitze, hübsche Garnituren ausführen, welche die Stelle des Umhangs an besonders warmen Tagen vertreten. Bei älteren Damen, die sich nicht gerne in der Kleidertaille vor die Thür wagen, sind solche Ausputze sehr 'beliebt; sie vertreten dann die Pelerine, das Camail", wie unsere Großmütter diese kleinen Umhänge nannten, und eignen sich für Theater oder kleine Gesellschaften. Einen eleganten und auch Theatermantel sahen wir aus chinirtem Wollstosf Sevres und Schwarz. Er war glatt und am unteren Rande ringsum mit einem breiten, schwarzen Atlasbande besetzt. Um Hals und Schultern lief eine stark gekräuselte Pelerine aus schwarzer Spitze, die an einen graden Streifen von Atlas mit schwarzem Spitzeneinsatz überzogen, befestigt war. Das Rennen von Longchamps war diesmal vom herrlichsten Wetter begünstigt; eine Sonne, wie sie im Juli nicht mehr Hitze ausstrahlt; der mittlere. Raum so gefüllt, daß man sich in den Grand Prix" versetzt glaubte. Trotzdem war das Gros der Toiletten einfach gehalten; viel Taffet, sogar Tuch. Figarojäckchen von allen Größen und Farben, meist in Moiree antique" mit Weste aus cremefarbenem Linon und Guipüreeinsatz. Die Hüte entschieden umfangreicher als im Vorjahr. Veilchen in allen Nüancen am wenigsten in der natürlichen übertrumpften an Beliebtheit alle anderen Blumen. Große Auswahl in Puffs und Schmetterlingsschleifen, vorzugsweise in Kirschroth, das sich in's Ponceau verlor. Der Selbstmord bei Naturvölker. Professor v. Oettingen hat die Ansicht ausgesprochen, daß der Selbstmord bei den Naturvölkern etwas Unerhörtes sei, gerade so wie bei Thieren,. und Core wie der Italiener MorseNi nehmen an. daß mit dem höheren Kulturzustande sich auch die Zahl der Selbstmorde häufe. Alle -diese Annahmen sind ohne genügende thatsächliche Grundlage aufgestellt worden und unt richtig. Es liegt hier wieder ein schlagender Beweis vor, wie ohne die nö- : thigen ethnologischen Vorarbeiten
tüchtige Forscher, wie die oben genannten, aus Abwege gerathen können, denn nach einer neuen Arbeit von Dr. R.S. Steinmetz ist das Gegentheil der Fall,der Selbstmord bei Naturvölkern nicht selten. Einen Grund dafür macht er in dem stärkeren Glauben derselben an ein zukünftiges Leben, welcher den Einzelnen seine Lebensinstinkte leichter besiegen läßt. Bisweilen wird der Selbstmord besonders bei alten Leuten als ein freiwilliger Abgang einem drohenden gewaltsamen Tode vorgezogen: so erzählt Cranz von einer alten Grönländerin.die sich ertränkte, um nicht wegen ihrer Hilflosigkeit getödtet zu werden; eine andere entleibte sich aus Furcht vor einer Anklage wegen Zauberei, die ihr den Tod zugezogen haben würde. Nansen berichtet von derOstküsteGrönlands, daß alte Leute von ihrenFreunden getödtet wurden oder Selbstmord begingen. Auf den Meuten entspringt der Selbstmord oft dem Schmerz über den Tod Verwandter oder einem Ehrgefühl. das vor Gefangenschaft oder Sklaverei zurückschreckt. Die Kamtschadalen, bei denen der Selbstmord für erlaubt und sogar preiswürdig gilt, sönnen durch Drohungen und Schmähungen in den Tod getrieben werden, und unheilbare Kranke hungern sich bei ihnen zu Tode. Hall erzählt von einem Jnnuitweibe, die sich entleibte, obwohl sie an eine Bestrafung ihrer That im Jenseits glaubte. Wenden wir uns zu den Indianern Nordamerikas, so stoßen wir hier häufig neben anderen auf sexuelle Motive. Bei den Dakotas erhängen sich jedes Jahr junoe Mädchen aus Eifersucht oder aus Furcht vor der Ehe mit einem ungeliebten Manne, obwohl auf dem Selbstmord Strafen im Jenseits stehen. Ebenso wirkt bei den Omahas oft urwiderte Liebe. Die MandanWeiber tödten sich aus Verzweiflung über brutale Behandlung, die ihnen ihre Männer und Söhne angedeihen lassen. Bei den Chippewas werden die Eltenr zwar nicht von ihren 5Nndern getödtet. wählen aber oft selbst den Tod. Eifersucht,unerwiderte Liebe und Verlust von Kindern sind bei ihren, grauen wirksame Beweggründe. Der Volksglaube betrachtet dabei den Selbstmord als krankhast, setzt aber ckeine Strafe im jenseitigen Leben auf ihn. Aehnlich glauben dieHidatsa, daß der Selbstmörder nach dem Tode zwar nicht bestraft wird, aber zu einem isolierten Leben verurtheilt ist. Im südlichen Alabama dagegen wurde dem Selbstmörder das Vegräbniß versagt und er als Feigling verachtet. Bei den Talkotin am. Columbia verfallen die Weiber unter dem Drucke von Krankheit oder übermäßiger Anstrengung geistigen Depressionen, wobei manche Hand an sich legen. Unerwiderte Liebe bildet in einigen beglaubigten Fällen auch für männliche Indianer das Motiv zum Selbstmord. Aus , Südamerika liegt ein Bericht vor, daß Frauen sich oft auf den Gräbern ihrerMänner entleiben. NachOchsenius kommt es bei araukanischen Mädchen vor, daß sie, gegen ihrenWillen , verheirathct, sich im Walde aufhängen. Analoges erzählt Vurckhardt von den Beduinen Arabiens. 7 Im Kaukasus tödten sich bei den Chewsuren schwangere Jungfrauen aus Furcht vor der Schande durch ErHängen oder Erschießen. Eine cirkassische Sklavin, in Gefahr, gegen .ihren Willen verheirathet zu werden, entleibte sich selbst; ebenso oft der cirkassische Krieger, wenn er vonKosaken umringt, keinen anderen Ausweg mehr sieht. Die alten. Griechen hieben dem Selbstmörder'die Hand ab und begruben sie allein,' weil sie als das Jnstrument einesVerbrechers gegen Gott und den ganzen Staat galt. Bei den Juden wurde ebenso der Selbstmord für ein Verbrechen angefehen, auf das göttliche Strafe gesetzt war. während er den. Germanen besonders bei Altersschwäche als Zeichen von Muth galt und in Walhalla belohnt wurde. Auf den Neuen' Hebriden, den Fid-schi-und Kingsmill-Jnseln ist Selbstmord aus den verschiedensten Gründen wohl verbürgt, während er bei den westlichen Stämmen der TorresStraße und den Andamanesen unbekannt ist. Auf den Pelau-Jnseln ist er selten, er gilt in der Volksmeinung als ein Akt der Geistesstörung, entsprungen aus Liebesunglück oder Eifersucht; ein ehrenvolles Begräbniß wird dem Selbstmörder versagt, sein Geist nach dem Tode gefürchtet. In Neuseeland tödten sich Ehebrecher bisweilen aus Furcht vor den Folgen ihrer Handlung, und auf Tonga und Tahiti bilden Liebe und Gram Motive der Selbstentleibung. Die Völker Borneos -wenden nach Willen auf Selbstmord den Vergeltungsgedanken an: der Selbstmörder lebt nach dem. Tode isolirt und wird mit einer entsprechenden Strafe belegt; wer sich z. B. ertränkt hat, steht bis zum Leibe im Wasser u. s. w. Im Volksglauben der Bewohner der Insei Nias führen die Selbstmörder zusammen mit denen, die eines gewaltsamen Todes gestorben sind, eine abgetrennte Existenz. Bei den Karo Botaks dagegen genießt der Geist eines Selbstmörders Verehrung. Die Völker Afrikas hat der Verfasser von seiner Rundschau ausgeschlossen während ihm über die Australier und die . Naturvölker Süd-Jndiens das von ihm benutzte Material keine Daten lieferte, womit aber noch nicht der Beweis geliefert ist, daß der .Selbstmord dort fehlt. Blicken wir jetzt zurück, so scbeint derSelbstmord am häufigsten zu Herr.schen unter den Hyperboräern und den 'Indianern Nordamerikas. Auch entfällt allgemein auf das weibliche Ge.-
schlecht ein weit höherer Prozenrscry als auf das männliche. Als Grund ergiebt sich in den vom
Verfasser zusammengestellten Daten !(von denen hier der Kürze halber einige fortgelassen sind): Liebe, Kummer und verwandte Regungen in zwanzig Fällen, gekränkterStolz undEmpfindlichkeit in dreizehn Fällen, Furcht vor Sklaverei und Gefangenschaft in fünf, Niedergeschlagenheit und Schwermuth infolge von Unglück, Krankheit etc. in sieben, häusliches Ungemach in vier Fällen. Jedenfalls sehen wir hier überall dieselben Motive wirksam., die auch bei civilisirien Völkern den Menschen in den Tod tviben. Uebrigens scheint im Ganzen gekränkterStolz die größte Zahl von Selbstentleibungen zu veranlassen. Die moralische Beurtheilung des Selbstmörders endlich bewegt sich, wie wir gesehen haben, in allen Stufen zwischen Bewunderung und Verur theilung. Kann man zuletzt angesichts dieser weiten Verbreitung des Selbstmordes unter den Naturvölkern der Ansicht zustimmen, die den Selbstmord als ein Symptom des Verfalles betrachtet? Gewiß nicht! ChemannSkttisse. Drollige Scenen aus dem Eheleöer. des Mechanikers Vachulke kamen gelegentlich eines Termins zur Sprache, welcher neulich vor der 5üniurien-Ab-theilung des Berliner Schöffengerichts anjtano. Bachulke verlangte die Betrafuna des Oandlunaskommis M.. weil dieser ihn in einer Restauration lächerlich gemacht haben sollte. Der Vorsitzende machte zunächstVergleichsversuche. Kläger: Nee.det leidet meinSchimpf nich. Wenn ick eenenSchamberjarnisten babe un er stickt sich mana Ebeleite. denn mag er ooch nehmen.wat darnach komt. Richtig is et ja, bet d mancher Mal een. bisken später nach Hause komme und det meine Olle denn 'ne Lippe riskirt, aber braucht da een anderer Hauscomplice darieber zu reden? Eenmal wäre ick so jejen eens rum nach Hause jekommen un denn hätte er von seiner Stube aus jehört, det ick Au! unWeh! jeschrieen hätte un meine Frau würde mir woll ordentlich vertobakt haben.hat'er erzählt. Nun frage ick eenen, wat versteht so'n junger unverheiratheter Junggeselle von eheliche Verhältnisse? Jeschrierr habe ick an jenen Abend.det is richtig, aber wer will mir det in meineWohnung verwehren? Meine Frau hat die Anjewohnheit. det sie die Lampe, die bei ihr Bette steht, erst ausschraubt, wenn sie inschlafen will. Als ick nu in jener Nacht janz leise in dieSchlafstube rintrete, höre ick ihr schnarchen. Un da kam mir denn eem Idee. Ick nahm leise die Jlocke herunter, un als ick den Cylinder ansasse, mache id mit eenmal een jefährliches Jefchrei, so det meine Frau uffährt un frägt, wat mir is. Ick denn nu uf un ab in de Schlafstube un schlenkere mit den Arm hin un her un puste un spucke uf den Finger un jammere. det ick mir an den Cvlinder verbrannt hätte, der müßte woll noch jlüyend gewesen sind. Meine Olle jlobte denn och richtig, det sie eben erst injeschlafen wäre un sagte von die späte Stunde nischt, un hatte Noth, mir zu beruhijen. Det sind so'ne kleene Ehemannskniffe. Aber noch döller war et . mit die Jansjeschichte. Ick war zumJänseausspielen jewesen, un weil ick een tllchtiger Billardspieler bin, hatt: ick drei Stück jewonnen. Na, denke ick, als ick so jejen dreie rum nach Hause wanke, heite hab ick richtig schwer jeladen. einesdeels von wejen die Jetränke un anderndeels wejen die drei Jänse, die mir der Wirth mit eenen Strick zusammenjebunden un mir denn um den Hals jehängt hatte. Heite wird meine Olle jewiß nischt sagen, denke ick, als ick mit Noth und Mühe in't Haus bin un nu nach demDrücker von dieSchlafstubendühre fummele. Endlich habe ick ihn un stolz will ick mit meinem Halsschmuck ihr vor die Oogen treten Sie hatte mir aber schon kommen hören un wußte, wat die Jlocke jeschlagen hatte. DieLampe hatte sie so'n bisken brennen lassen, aber sie hatte sich umjekehrt.indem sie an meinen Oogenschein keine Freude erleben wollte. Karline." sagte ick. ick habe drei Jänse", da stolpere ick aber über een StückKledasche un falle mit meine drei Jänse lang hin. MeineOlle. sagt nischt un rührt sich nich. Ick will mir denn nu wieder ufrichten, der Strick von die drei Jänfe is mir bei't Fallen aber um den Hals jerutscht, und det Jewicht von die Thiere reißt mir immer wieder mit den Kopp nach unten. Karline," sage ick, helf mir doch uf, ick habe ja drei Jänse". Ach wat, Jänse. sagt sie. eenen Affen haste, un det eenen tücktigen. 'Na, ick sielte mir denn nu mit meme drei Bratvoael eene Zelt, lang uf'n Fußboden herum, bis ick zuletzt Hilfe schrie. Da is sie denn ufjesprun'gen von wejen dieNachbarn, un da ha! sie mir von meinenJewinnst losjcmacht un hat mir in't Bette jeholfen. Un bet legt der fo aus, det ick meine regelrechten Senge jekriegt hätte? ' Nach längerem Zureden des Borsitzenden läßt der Kläger sich doch zu einem Vergleich herbei. Modern: Dieses Mädchen, sag' ich Dir, dieses Mädchen! Es ist mein Ideal! Is! sie denn reich? en..'. rc: cv n yicin. vim ciu muß aucg reiq MXRl Der Prinzregent von Baiern hat den französischen Malern Jeatt Paul Laurens und Eormon sowie dem Bild Hauer Saint Marreaux den Michaelsorden dritter Klasse, den Malern Doucet und Maignan denselben Orden vierter Klasse verliehen.
Unser uns Frauen
Die Welt tg vollkommen ütoral 53 o der Mensch nicht hinkommt, mit setner Qual. (Schiller.) Im wunderschönen Monat Mai. !tede 5iabreszeit bat ihr eiaentbümliches Gepräge und jede Saison ihre aanz besonderen Gesvräche. die mit belvunderungswürdiger Regelmäßigkeit -mvc-ri.. . . 1 lluiayrlill) mieoerieuren. oringi l. O. - -tl . . i . cm.rY. w.j oenn oic crjtc 100911g roaiinc uxue vc lvonniaen Mailiifterl" nicht nur alle Blätter. Blüthen und Babys zum Borschein, sondern den vorausdenkenden Menschen auch die Ueberzeugung, daß sobald fte erst auf dem Höhepunkt des holden Frühlings angelangt sind, sein heißblütiger Bruder, der sengende, sonnenglühende Sommer ihm allsogleich nachfolaen wird. Und so passirt es denn, daß der Mai zumeist erfüllt ist von sommerllO)en Vorahnungen, Borbereitungen, Vorgefühlen und Vorbesprechungen. Wenn all' die büblcöen Sommerluftschlösse! des soliden aoldqlänzenden Geld-Fonds nicht gänzlich entbehren, da hören wir .die Mailuft gar bald don den verschiedensten Landgesängen wiederhallen, welche in allen Tonarten und vielfachen Variationen vorgetragen werden, zum Beispiel: Wohin, wohin soll ich. in diesem' Sommer ziehen? ferner Wer zahlt die Volker, nennt die Namen, die sommerlich hier zusammenkamen? . Dahin, dahin laß mich, 0 mein Geliebter ziehen! oder Kennst Du. das Land, darinnen Milch und Honig fließt? Der Bien muß! oder Ver Hunger ist der beste Koch Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt! und So willst Du treulos von mir scheiden? schließlich Ein süßer Trost ist ihm geblieben, (Er ungestört wird Skat dann spielen!) Diese trauten Weisen dringen wohltönend an unser Ohr, und enden in merkwürdiger Gleichheit mit dem berühmten Refrain: Land, Land!" Wenn der Durchschnittsgroßstädter auf das Land zieht, so ist es nicht etwa, um ein richtiges und echtes Landleben zu genießen, sondern nur, um seine städtischen Lebensgewohnheiten an einem anderen angeblich weniger heißen Orte fortzusetzen. Und wenn die Durchschnittsstadtdame sich nach dem Lande sehnt, so ist es nicht etwa, um der städtischen Toiletten und Etiquette los zu sein, sondern nur, um für tvenige Wochen oder Monate der Hausfrauensorgen überhoben zu werden, und gleichzeitig ihr Gewissen-damit zu beruhigen, daß sie ihre Pflicht gegen die Kinder besser erfüllt, indem sie diefelben aus der lzeißen Stadt entfernt. Die Haupterfordernisse eines solchen sogenannten guten Landaufenthaltes sind also die Möglichkeit de? Befried!gung all' der Ansprüche, welche der verwöhnte Städter an das Leben stellt. Vor Allem gehören ein schön möblirter moderner Parlour, geräumige Eßsäle, vorzügliche, gewählte Speisen, flinke Kellnerbedienung, kühler Wein und Champagner, herrliche Spielsäle mit Billard- und Kartentischen, gute Tanzmusik. entzückend bequeme Schaukelstühle, elastische Betten, elektrische Beleuchwng. elegante Gesellschaft, exquisite Toiletten, eine breite Piazza und lange Rechnungen zu den Attraktionen des Landlebens. Schöne Gegend, schattige Spaziergänge, erfrischende Waldluft.' gutes Duellwasser und ein Schwimmbad für Jene, welche nicht die Seekllste aufsuchen, sind ebenso nebensächliche als überflüssige Dinge nach der Ansicht dieser eifrigen Freunde und Freundinnen des Landlebens. Und auch für die Kleinen ist prächiig gesorgt, sie müssen zwar mit wenig geräumigen Schlafzimmern Vorlieb nehmen, aber das geht auf dem Lande nicht besser, auch essen und trinken sie am Kindertische manche Dinge, von deren Frische und guter Qualität sich die Mütter selten persönlich überzeugen können, dafür dürfen sie unter irgend einem vereinzelten Baum sich herumtummeln, auch in Hängematten schaukeln und als B:lohnung sür gute Aufführung allabendlich im tcppichbelegten. dumpfen heißen Parlour, angethan mit den reizendsten Produkten der jüngsten Mode, die würzige, kräftige, erfrischende, nervenberuhigende Landluft athmen und dabei ihre zarten Füßchen und Körperchen fein graziös nach den neuesten Tanzmelodien schwingen. Wem all" diese verschiedenen ländlichen Genüsse zusammengenommen für Alt und Jung nicht als der Inbegriff alles Guten, Schönen und Begehrenswerthen erscheinen, wer sich erlaubt, anderer Meinung zu sein, der ist eben ein ganz eigenthümlicher Schwärmer. und deshalb aufrichtig zu bedauern. Selbst auf diese Gesahr hin, möchte ich doch allen Müttern, welche Kinder besitzen, die noch im Wachsthum begriffen, die während des Schuljahres angestrengt thätig sind, den wohlmeinenden bescheidenen Rath geben, bei der Aus-wähl-eines Landaufenthaltes zuerst darauf zu achten, daß er den Menschenlindern auch ein wirklich ersprießliches Landleben möglich macht. Weniger Toiletten und mehr gesunde kräftigende Bauernkost, weniger tanzen und mehr rudern und schwimmen, weniger raffinirte Anregungen und mehr einfacher Frohsinn, das , sind vielleicht . etwas langweilige aber jedenfalls recht heilsame Mittelchen. Der Sinn sür bescheidene?, echtes ländliches Leben muß in der Großstadt ja abhanden kommen, drum sollen wir unsren Kindern wenigstens die Mög-
lichkeit geben, im Sommer etwas davon kennen zu lernen. Niemand mag die Natur und .ihre Schönheiten bewundern, der sie nicht kennt. Wer aber hinauszieht, in Wald und Flur, und die Natur in ihrer ganzen jungfräulichen Schönheit und Frische aus sich einwirken läßt, der wird empfinden, daß man besser, reiner, edler denkt und fühlt im unmittelbaren Verkehr mit der herrlichen Schöpfung Gottes. Der wunderschöne Monat Mai hat uns auch in diesem Jahre, in seiner reizenden Blumenfprache die ersten Grüße von Berg und Thal gebracht, und mit ihnen die frohe Kundschaft von dem Wiedererwachen der Natur. Sehnsüchtig blicken wir nun empor nach den rauschenden Wäldern und den grünen Höhen, und wünschen, sie blieben uns nicht in unerreichbarer Ferne, denn nur: Auf den Berg:n ist Fr.'iheit!" Die Talcniprove.
Humorisiischc Elizze vor, ?3. S avallla c. Laura von Schmierinsky war Malerin. Vor ihrem Pinsel war Niemand sicher, selbst der größte Pinsel nicht. Ihre Blumenstücke wuchsen ordentlich aus der Leinwand heraus, so wenig sparte sie die theuren Oelfärben. Entzückend waren ihre Genrebilder; ihren Barfüßigen Kindern im Walde" sah man schon den Schnupfen an. den sie bekommen würden, und ihre Schnupfende Alte" verschnupfte Jeden, der sie sah. Wenn nur die Kritik nicht gewesen wäre! Ein Kunstschriftsteller hatte einmal von ihren Gemälden gesagt, sie seien unter aller Kritik. Als Laura von Schmierinsky das las. war sie einen Augenblick im Zweifel, ob sie den hämischen Federknecht malen oder ihn heirathen sollte beide Strafen wären gleich fürchterlich gewesen. Aber als sie den Gehaßten von Angesicht zu Angesicht sah und entdeckte, daß er eine dicke Warze auf der Nafe hatte, und zugleich erfuhr, daß er verheirathet und Vater von neun Rangen sei, da verzichtete sie auf beides. Wie jede Künstlerin, so war auch Laura von Schmierinsky eine Beute des blassenNeides gegen erfolggekrönte Collegen und Colleginnen. Eines Tages las sie von einem berühmten, leider fchon, längst eines seligen Todes verblichenen Malercollegen des griechischen Alterthums. Wenn schon Laura von Schmierinsky die Griechen haßte, weil sie einen Theil ihres Vermögens in griechischer Rente angelegt und natürlich fürchterlich da ran verloren hatte so wurde sie jetzt geradezu griechentoll, als sie die Geschichte von dem alten Collegen und den Trauben las. Bekanntlich hatte der gute Grieche Weintrauben so außerordentlich naturähnlich gemalt, daß die Vögel durch die offenen Fenster hereinflatterten und an den Trauben zu picken begannen. Nunmehr stand eins für Laura v. Schmierinsky fest: Der Herr College vor Christi Geburt mußte übertroffen werden. Zunächst versuchte sie das an demselben Object; auch sie malte Trauben, eine riesige Leinwand voll, und stellte sie an das breiteste Fenster, das ihre Wohnung hatte. Aber kein Vogel kam.' Dafür kam der Delicatessenhändler von drüben und fragte nach dem Preise des Bildes. Er wollte fernerhin Astrachan-Cadiar als besondere Specialität pflegen, und das Bild, das doch einen Haufen Caviar darstellen solle, werde ihm als Aushängeschild nicht unwillkommen sein.. Der arme Mann sah noch drei Tage nach dieser unvorsichtigen Aeußerung verstört aus. so hatte Laura v. Schmierinsky ihm den Text gelesen. Auch ein zweiter Versuch trug keine besseren Früchte. Laura malte eine Scheibe Schweizerkäse und wäre selig gewesen, wenn sich eine Maden-Fami-lie darauf angesiedelt hätte. Aber diese blieben aus. Dafür aber erschien der Sonnenwirth unten vom Markt und fragte, ob er nicht die hübfchc gelbe Sonne, die sie gemalt hätte, kriegen könne, als Wirthshausschild. Die Strahlen, die sie wohl vergessen habe, könne sie immer noch daran malen. Das war zu viel! Laura packte ihre Malutensilien zusammen und machte eine Studienreise auf's Land. Sie malte Alles, was ihr unter die Finger kam. So war sie auch eines Morgens mit Staffelei und einer, frisch aufgezogenen Leinwand hinausgepilgert auf einen Rain, in der Absicht, eine idyllisch gelegene Windmühle für die Nachwelt rn Farben zu setzen. Allein die fortwährend sich drehenden Windmühlenflllgel zerstörten ihre Illusionen vollständig und sie sah von dem Anfangs gewählten Objecte ab. Und während ihre Augen noch hin- und hergingen, um ein anderes zu erfassen, fielen ihre Blicke plötzlich auf einen wunderschönen Distelstrauch, der hart neben ihrem Standorte aus der Wiese hervorgewachsen war. Disteln?" jubelte Laura plötzlich auf. Das ist ja mehr als originell, das ist göttlich! Ich werde die Disteln malen!" Und mit hurtiger Hand ging sie an's Werk. Noch nicht zwei Stunden waren vergangen, da prangten auf der Leinwand in dunklem Blattgrün und rosig-violetter Blüthenfarbe die Disteln. Die scharfen, kantigen Blätter waren bewundernswerth genau wiedergegeben. Für das Scharfe und Kantige hatte Laura ein besonderes Faible, das man ihr sofort ansah, denn sie schien erfolgreich bemüht gewesen zu sein, auch ihr Aeußeres danach 'einzurichten.
Kurz Laura besah ihre gemalten ' Disteln und fand sie vortrefflich. Und; das stärkte ihre Kunstbegeisterung so,j daß sie nach, neuen Objecten für ihre! überschäumende Malbegierde aus-! schaute. Sie zog ihr Fernglas her-! vor und würdigte das Panorama um: sie her einer kritischen Uebersicht. Inzwischen trabte das Schicksals heran. Es sah nicht aus wie andere'. Schicksale: Das in munteren Sprüngen über die Wiese daherkommende! hatte vier Beine, ein. graues Fell und ein Paar recht lange Ohren. In Summa: es war nichts mehr und' nichis weniger denn. ein rechter Esel,' der hierher auf seinen Weideplatz geeilt kam. um ein paar Disteln seinem ewig hungrigen Magen einzuverleiben. Plötzlich stützte das Grauthier! Was war denn das? Disteln wurzelten doch,!
soweit sein Eselshirn die Erinnerung daran bewahrt hatte, in dem Boden' und nicht in der Luft. Aber das da auf einem seltsamen, auch dem ältesten Esel ganz unbekannten. Gerüste sah doch unzweifelhaft aus wie ein paar Disteln, die sachlichen Blätter. die röthliche Blüthe hm! Wir wissen nicht, ob der Esel aerade Hm!" gesagt hat. Sicher ist daß er nicht sein bestätigendes' F-ah-ausrief, denn Laura, die sich inzwifchen einige Schritte von ihrem Standorte entfernt hatte, merkte nicht ' davon, daß ein Esel sich der Stätte ihrer künstlerischen Thaten näherte. Im Esel aber erwachte plötzlich ein, neues Gefühl, das der Neugierde. Er schob seme Schnauze an die bemalte Leinwand heran, auf de? die Farben noch feucht standen, und der Oelgeruch schien dem grauen Wesen zu behagen. Denn bald schob sich auch die scharfe. Zunge aus dem Maule hervor und strich lasirend über das Distelnbild. Und das mußte wohl schmecken, denn! nun kanren auch die Zähne an dieReihe. Und als erst ein Fetzchen der farbgetränktcn Leinwand sich zwischen' den Eselszähnen befand, da war's bald um das Bild geschehen da, wo die Disteln gewesen, war eine klafsende Oeffnung. umsäumt von Fetzen und der Esel stand stumm und betreten vor diesem Resultat seiner Neugierde. Da kam Laura zurück. Ein Schrei des Entsetzens entfuhr ihr. als sie näher tretend die zersetzte Leinwand sah. Aber dies Entsetzen verwandelte sich in die höchste Freude, als sie die Ursache in Gestalt des Esels erkannte. Mit einem Jauchzen, das den Esel zu; einem mitfühlenden A-ah!" bewegte, fiel sie dem völlig fassungslosen Esel um den Hals und netzte sein graues Fell mit Thränen der ' Freude utfr Rührung. . Meine Disteln von einem Esel gefressen? O, nun kommt heran, all' ihr kritischen Lästerer verstummen sollt. Ihr Alle vor dieser bestandenen Prüfung meines herrlichen Talentes !" Und spornstracks eilte Laura von? Schmierinsky in die Kunststadt zurück und suchte sofort den berühmtere . Kunstkritiker auf, dem sie mik strahl lenden Augen ihr Menteuer berichtete Es waren wirklich Disteln, die da malt waren?" fragte der Strenge. .Ja!" Und Sie hatten diese gemalt?" Ich!" kam es mit dem ganzen. Stolze der echten, göttlichen Künstlerin auö der schmalen Brust Lauras, zurück. Und das Thier hat daS gefressen?" Bor meinen Augen!" Dann muß das Thier in der Thatj ein richtiger Esel gewesen sein!" schloß der Kunstschriftsteller. Es sind doch schlimme Leute, diese. Kunstkritiker! ' Aus der Rolle gefallen. MffMW j&JHLrtti?lj Vorstädter: Ich sage Ihnen. Sie sollten auch nach Lonesomehurst ziehen. Ist der gesündeste und beliebteste Platz auf fünfzig Meilen in . der. Runde. New Yorker: Ja. da dürfte es mir aber schwer fallen, dort ein Grundstück zu erwerben. Vorstädter: Schwer fallen?! Ich verkaufe Jhnen mein Grundstück noch heute. Ich. sag' Ihnen, einen solchen Bargain" machen Sie nicht alle Tage. 'Unterschied. Mutter (zum Arzt): Ich freue mich herzlich. Herr, Doctor, daß Sie gekommen sind, wir, waren gerade in so fürchterlicher Angst, wir dachten, unser kleiner Karl hätte ein Goldstück verschluckt!" Arzt: Und es war nicht der Fall?" Mutter: Nein, es war nur ein Quarter." Beförderung. Herr (zu einem Schusterlehrling): Nun, Kleiner, bist Du denn schon bald Gehilfe?" Lehrling: Na, so weit bin ich noch nicht! Aber den jüngsten Lehrbuben darf ich schon durchhauen!" Pietätvoll. Privatiers-Witt-we (welcher der fünfte Mann gestorben ist): Du. Bader, gelt, schreib' fei' den Todtenschein ak'rat so groß wie die andern i' möcht' f jetzt binden lass'n!" Galant. Dame: Ich hab:Jhr letztes Buch gelesen; welch schöne Ge danken Sie haben!" Schriftsteller: Mein einziger Gedanke sind Sie, mein Fräulein!" ; .
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