Indiana Tribüne, Volume 17, Number 241, Indianapolis, Marion County, 20 May 1894 — Page 6
Frühlinge, NkkNnatisatiol,.
Bon Theo. S eelm ann. Wie der N:isende, der die Tropen auflucht, sich an die neuen Lebensbedingungen gewöhnen muß, die das heiße Klima für ihn mit sich bringt, so haben auch wir in unseren gemäßigten Breiten alljährlich eine Periode durchzumachen, in der wir uns akklimatisiren müssen, die Uebergangszeit vom Winter Z'.lm Sommer, den Frühling. Ist doch die Einwirkung des Winters auf unsern Körper von der des Sommers in vielen Beziehungen grundsätzlich verschieden, so daß hier erst eine Anpassung von der kalten Jahreszeit her an die warme Jahreshälfte für unsern Organismus von Nöthen ist. Wir befinden uns also im Frühling in einem Akklimntisationsstadium. Und wie eine jede Akklimatisation gewisse Schädigungen und Gefahren im Gefolge hat, so greift auch die Früh-lings-Alkliniatisation vielfach verändcrnd in unsern Körper ein und macht ihn dadurch zugleich widerstandsloser und krankheitsempfänglicher. Der Europäer, der nach den Tropen kommt, bräunt sich. Auch unsere Haut erfährt,wcnn die Frühlingssonne kräfiUy.z zu scheinen beginnt, eine Vermehr.':'.,1 ihrer Pigmentkörper, sie röthet sich und nirnrn, eine zuweilen ziemlich tiefe Bräunung an. Da! ist der Verlauf unter normalen Bedingungen. Anders ab:? gestalten sich die Verhältnisse bei lichtentwöhnter Haut, wie sie ja viele Stadtbewohner und namentlich die Damen zu besitzen pflegen. Hier treten die Pigmentirungen oft sowohl hinsichtlich der Intensität als auch der Ausdehnung in recht unliebsanier Weise auf. Das an sich unschuldigsie,aber trotzdem bitter gehaßte Angebinde des Frühlings sind jene Keinen gelben bis braunen Flecken, die als Sommersprossen das Kreuz und Leid so vieler Damen und junger Herren sind. Waren sie auch im Winter völlig verschwunden, sobald die erste Frühlingssonne lacht, erscheinen sie wie hervorgezaubert auf dem Gesicht. Welche Unmenge von eleganten und theuren Geheimmitteln und angeblich sicher wirkenden Hausmitteln, von der 2ait antephelique" bis zum Meerrettiasaft hinab, gibt es nicht, die immer wieder angepriesen und angewendet werden zur Vertreibung der winzigen, braunen Sonnenkinder? Der Kampf gegen sie ist hart und häufig erfolglos. Aber doch besitzen wir einige Mittel, die sie wenigstens für eine Zeit lang zum Weichen bringen. Einfach und mild ist eine Auflösung von Vorar in Nosenwasser. Mit dieser Lösung reibt man vor dem Schlafengehen die von den Sommersprossen durchsetzten Hautpartien ein und läßt die Flüssigkeit eintrocknen. Sind nach längerem Gebrauch die unerwünschten Gäste verschwunden, so kann man die Kur unterbrechen, muß sie aber wieder aufnehmen, wenn sich neuerdings Versärbungen zeigen. Schneller und kräfiiger wirkt gewöhnliche Schmierseife. Sie muß etwas dick während mehrerer Nächte auf die Haut aufgerragen werden und zeitigt dann einen vorzüglichen Erfolg. Allerdings ist damit bei empfindlichen Personen oft eine ziemliche Neizung der Häut verbunden. Gute Dienste leistet für Damen auch ein rothe? Schleier. Die rothe Farbe schaltet die Wirkung der chemisch thätigenLichtstrahlen aus und bekämpft dadurch die Entstehung der Sommersprossen. Doch muß, soll ein Erfolg eintreten, das Roth des Schleiers gesättigt sein. Viel unangenehmer sind die Erscheinungen, die sich da einstellen, wo es sich um eine ungewöhnliche Empfindlichkeit , der Haut gegen die Sonneneinwirkung handelt. Es gibt nicht wenige weibliche Personen, die in einem jeden Frühjahr längere Zeit an einem nässenden Gesichtsausschlage leiden, wäh?end sie im Winter immer davon frei sind. Ist die Hauterkrankuna durch äußere Mittel zur Heilung gebracht, so bricht sie doch sogleich wieder hervor. wenn das Gencht der Sonnenbestrah lunz ausgesetzt wird, wo hingegen nach Sonnenuntergang Ausgänge bei den ungünstigsten WitterungsverhältNlNen ohne jede Beeinträchtigung un ternommen werden können. Auch die Männerwelt muß dem Sonnengott einenTribut zollen. Wenn wir :m Frühling eine Tagwanderung hinaus in die sonnenbeschienenen Ge filde antreten oder durch unsern Beruf gezwungen sind, uns anhaltend im Freien zu bewegen, so macht sich zuweilen auf Ges:cht,Nacken und Händen schon nach einigen Stunden eine mehr oder weniger intensive Röthe bemerkbar. Die Röthe nimmt immer mehr zu und schließlich schilfert sich dieOberhaut ab oder löst sich sogar in größeren Stücken los. In letzterem Fall entstehen oft sehr beträchtliche Entzun dungsschmerzen und Anschwellungen Das ist der Sonnenbrand. Zeigen sich diese Erscheinungen nur aus nahmsweise, wie nach, einer längeren Fußwanderung, so sind sie ziemlich belanglos, da sie nach einigen Tagen von selbst wieder zurückgehen. Dagegen können sie recht lästig werden, wenn sie sich h?iufiger einstellen, wie es ja bei Menschen, die sich andauernd in der freien Natur aufhalten, zu sein pflegt Als em ausgezeichnetes Schutzmittel gegen den. Sonnenvrand empfiehlt sich nun Chininglycerinsalbe, die auch späterhin für die Sommerfrische und das Seebad vortreffliche Verwendung finden dürfte. Uebrigens ist die Verfärbung durch das Sonnenlicht ein gutes Zeichen. Nur gesunde und kräftige Leute verbrennen", während Bleichsüchtige, Blutarme und überhaupt Kränkliche es wegen Blutarm"th der Haut und der Schlaffheit der Vlutbewegung und des Stoffwechsels in derselben nicht zu dieser Art hochgradiger Bräunung brinszn.
Es ist eine heiß umstrittene Frage,
welche Kleidung die Ankömmlinge auö Europa in den Tropen tragen sollen und ebenso wichtig ist es für uns, wie wir uns in derAkklimatisationszeit des Frühlings zu kleiden haben. Es gibt Leute, welche, sobald nur das erste Sonnenstrahlchen sich blicken läßt und das erste laue Lüftchen weht, am liebsten aus ihrer Winterkleidung schlllp fen möchtcn,wie ein Schmetterling aus der Puppe. Diese Frühlingsfreudig seit ist nun an sich zwar recht nett,aber P I 1 M, tc lomml cm ehr theuer zu stehen. DerFrühling mit seinen täglichen gro ßen Temperaturschwankungen, wo am Mittag die Sonne heiß . herniedertraylt und der 'Morgen und Abend uhl und manchmal noch bitter kalt ind, wo die Luftbewegunq als Wind oder Sturm uns fast immer zu schaff en macht, und wo heftige Negenqusse dem glänzendsten Sonnenschein fast unmittelbar folgen, der Fruhlina macht für uns noch warme Kleidung nöthig, so golden auch sein SonnenIcht funkeln mag. Ein gewisses Kraft meierthum freilich prunkt damit, in den ersten Frühlingstagen die leichteste ommerllelouna anzuleaen und aus vorsichtigere menschliche Wesen mit einer stolzen Verachtung herabzublicken, allein selbst auf den Vorwurf cn !. n c vzi erzarieiung mn, l,r oie wärmere Kleidung so lange zu wählen, bis der Gang der Witterung gleichförmig geworden ist. Kleiden wir uns imFrühjähr sommerlich, so kann uns ein jeder Regenguß bis auf die Haut durchnäsfen, wo wir uns vielleicht kurz vorher i r ?.. . in wannen onnenjazein ungewoynich erhitzt hatten: sind wir am Nachmittag, wo es warm wie im Juli war, zu einem Spaziergang aufgebrochen. unv es finkt der Abend herab, ehe wir wieder nach Hause gelangen, so müssen wir oji in wenigen stunden einen Tempera turunterschied von fünf, acht und medr Grad überwinden, während vielleicht noch ein fauchender Wind uns u.i.spielt. Für den Genuß atfo, uns eil.: kurze Zelt rn leichteren Klei dern be. )egt zu haben, setzen wir uns den mannigfachsten Unannehmllchkeien und mch ernsteren Zufallen aus. deren Tragweite nicht immer abzusehen ist. Behalten wir dagegen die wärmere Kleidung bei, so haben wir höchstens vcn Zeit zu Zeit unter dem Uebelstand zu leiden,daß es uns etwas zu warm wird. Das aber hat nichts zu sagen gegenüber der Thatsache, daß wir durch die wärmere Kleidung alle die Nachtheile vermelden, welche ein elchteres Kostüm mit sich brinat. Wir gehen durch die wärmere Kleiduna allen den Erwerbungen aus demWege, welche man als Rheumatismen, Neuralgien und mit anderen schönen Namen bezeichnet. DleVeränderlichkeit der ??rühZahrsWitterung gebietet ferner eine strenge Diät. Gegen die schädigenden Einflüsse einer schwankenden Witterung ist eine sorgfältige und stärkende ErNahrung ein vorzüglicher Schutz, auf die wir im Frühjahr ebenso bedacht sein müssen, wie die Europaer in Afrika, der, um sich nach Möglichkeit zu akklimatisiren, tn der Auswahl seiner Nahrungsmittel auf das Sorqfältigsie zu Werke gehen muß oder doch soll. Welchen Schutz eine zweckmäßige i Ernährung gegen klimatische Unbilden Z verleiht, zeigen am besten die Ersahrungen, die der Verlauf elnes Feldzuges über den Gesundheitszustand der Armee zu sammeln Gelegenheit bietet. Zu Anfang der Campagne, wo die Verpflegung der Truppen noch glatt von Statten geht, erträgt der Soldat alle Schwankungen der Witterung stets ohne alle bleibenden Nachtheile. Sowie aber im Fortgang des Krieges, was ja in der Natur der Verhältnisse begründet ist, die Verpflegung hier und da etwas zu wünschen übrig läßt, sowie das Glelchgewicht der Ernahrung gestört wiriund die Nahrungseinnahmen die täglich vermehrten Ausgaben nicht mehr zu decken vermogen. ziehen die kleinsten atmosphärischen Veränderungen die ernstesten Folgen nach sich. Nicht mehr leichte Katarrhe der Luftwege, Verdauungssiörungen und kurzdauernde Rheumatismen, sondern heftige Lungen- und Herzbeutelentzündungen, epidemische Dysenterien und massenhafte Typhen stellen sich nach einem einzigen Nachtfrost oder starken Regenguß bei derselden Truppe ein, die im Beginn des Krieges bei geregelter Ernährung von derartigenWitterungseinslüssen so gut wie unberührt blieb. Aber wir haben auch noch einen an deren Grund, bei den häufigen atmosphärischen Schwankungen des Frühlings auf unseres Leibes Krästigung gebührend Rücksicht zu nehmen. Die wechselnde Witterung des Frühjahrs ist geeignet, die Widerstandsfähigkeit unseres Organismus herabzusetzen und ihn für die Erwerbung ansteckender Krankheiten empfänglicher zu machen. Und auch gegen diese Todfeinde der Menschheit schützt nur eine sachgemäße Ernährung. Bei den Untersuchungen über den Milzbrand hat man gefunden, daß Ratten, die mit Brod gefüttert werden, eine außerordentlich große Empfänglichkeit für diese Krankheit zeigen, während sie bei einer Fütterung mit Fleisch völlig unempfänglich sind. Ebenso verlieren Tauben ihre Unempfänglichkeit gegen den Milzbrand, wenn man sie hungern läßt. Dagegen ist eine Wiederernährung im , Stande, ihnen selbst nach einer langen' Hungerzeit ihre Unempfänglichkeit zurückzugeben. Von gleimein Erfolge waren die an Kaninchen angestellten Versuche. Mit Heu gefütterte Kaninchen erwiesen sich als em npfänglich, dagegen zeigten sich mit ?ilck ernährte VersucSZthiere äußerst M widerstandsfähig. Darum, wer die Akklimatisation im Frühling wohlbehalten hindurchgehen will, der sorge für seinen Mag:n
Historische Uhren. ViS !n das früheste Mittelalter verliert sich die Erfindung mechanischer Zeitmesser, die genaue Zeit ihrer Erfindung ist jedoch nicht bekannt. Die Alitn hatten nur Sonnen- und Wasseruhren, doch war der Grundgedanke der mechanischen Gewichlsuhr schon von Aristoteles ausgesprochen und im frühen Mittelalter gab es solche Uhren in Deutschland. Da Sultan Saladin dem Kaiser Friedrich dem Zweiten eine Räderuhr zum Geschenk machte, so hat man die Sarazenen für die Erfinder dieser Uhren gehalten, einen positiven Beweis für diese Annahme hat man freilich nicht. .
Uhr von Hassan Emin. Als das älteste Erzeugniß der Uhrmacherkunst gilt eine von Hassan Emin im Jahre 1074 angefertigte Uhr.welche nebst anderen historischen Uhren sich in der Collection der Genfer Firma Pa tek, Philippe & Co. auf unserer letzten Weltausstellung befand. Wer dieser Hassan Emin war oder wo er gelebt hat, ist nicht bekannt; das ausgezeichnete Werk dieser Uhr beweist aber, daß er ein vorzüglicher Uhrmacher war. Das aus Bronze gefertigte Gehäuse zeigt die Spuren seines hohen Alters und ziemlich deutlich sind auf demselben noch die in arabischen Mustern ausgeführten Verzierungen zu erkennen; das Gehäuse hatte Feuervergoldung, doch ist dieselbe nur noch in den Vertiefungen vorhanden. Die Zahlen auf dem Zifferblatte sind arabisch und nur ein Zeiger ist vorhanden, so daß die Uhr mit einem Compaß eine gewisse Ähnlichkeit hat. Die Oeffnung zum Aufziehen, das mittels eines mit einer Kurbel versehenen Schlüssels geschah, befindet sich auf der Rückseite. Das aus Messing angefertigte Werk läßt sich herausnehmen und ist vollständig, so daß die Ubr geht, sobald sie aufgezogen wird. Das Messingwerk ist durch Feuervergoldung geschützt, allein sonst ist zur Herstellung der Uhr weder Gold noch Silber verwendet worden, mit Ausnahme einer reich mit Arabesken gravirten silbernen Platte auf der Rückseite des Werkes. Nürnberger Ei. Im Mittelalter waren die Niirn berger Eier" hoch berühmt. In Nürnberg soll Peter Henlein die ersten Taschenuhren um das Jahr 1500 gemacht haben; dieselben hatten cylindrische Form. Die eiförmigen Uhren kamen erst ein halbes Jahrhundert später auf. Die vorstehende Illustration gibt ein correktes Bild von einem Nürnberger Ei" aus der Collection der vor genannten Firma. Diese Uhr, welche ein Schlagwerk hat, ist wahrscheinlich um die Mitte des lö.Jahrhunderts gemacht; allein keine Inschrift gibt den Namen des Verfertigers, noch das Jahr ihrer Herstellung kund. Quarc's Ulzr.
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Zu den ältesten Taschenuhren mit Schlagwerk gehört auch die vorstehend abgebildete Uhr, welche den Namen Qüare in London trägt, während die Jahreszahl fehlt; nach dem Urtheil Sachverständiger stammt dieseUhr aus dem Jahre IM. Das Werk ist leider unvollständig, allein trotzdem ist eine Achnlichkeit mit den Werken modeiner Uhren unverkennbar. Das Ziffcrblatt ist von Silber, und seine Zah. len unterscheiden sich durchaus nicht von den jetzt gebrauchten; dagegen hat die Uhr nur einen Zeiger und das äufcere Gehäuse ist in durchbrochener Ar beit ausgeführt, um den Schall des Schlagwerkes besser hören zu lassen.
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Uhr von Rouffeau. Von Jean Rousseau, dem Ur-Groß-vater des Philosophen Jean Jacques Rousseau, ist um das Jahr 1675 eine Uhr gemacht worden, welche zu den merkwürdigsten Erzeugnissen der Uhrmacherkunst gehört und die seit einer Reihe von Jahren in Genf ausgestellt ist. Das Gehäuse hat die Gestalt eines Kreuzes und ist aus einem Quarzkrystall in vollendeter Weise hergestellt; die beiden Theile werden durch goldene Hespen zusammengehalten. In einer Aushöhlung im Innern befindet sich das Werk, welches in der unregelmäßigen Kreuzesform gearbeitet ist. Alle Goldtheile sind prächtig gravirt und haben die Gravirungen einen durchweg religiösen Charakter. Die Uhr geht noch sehr gut. Des großen Napoleon Uhr. Dieser Zeitmesser hat einst dem groß:n Napoleon gehört und ist kaum ein Jahrhundert alt. Die Uhr ist ein Pariser Fabrikat, und befindet sich zur Zeit im Besitz eines Amerikaners. Das Werk, das noch mit großer Genauigkeit geht, hat die Gestalt einer griechischien Urne, auf deren Vorderseite sich das Zifferblatt befindet. Napoleon machte diese Uhr einem holländischen Landmanne zum Geschenk, der ihm das Leben gerettet hatte. Für einen Curiositätensammler von großem Werthe ist eine Uhr, welche von I einem nach Sibirien verbannten russischen Uhrmacher gemacht ist. Zur Herstellung dieses Kunstwerkes verwandte der Mann fast ausschließlich Buchsbaumholz, und sein einziges Werkzeug war ein Federmesser. Das Werk ist so genau gearbeitet, daß man nur unter Zuhilfenahme eines Vergrößerung glases kleine Unregelmäßigkeiten entdecken kann. Die Wahlen auf dem Zifferblatt und die Rädchen desselben sind aus kleinen Stückchen Elfenbein, letztere in eingelegter Arbeit, hergestellt; Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger sind aus Schildpatt gefertigt. Das zweite Zifferblatt tritt von dem Hauptzlfferblatt cm wenig zurück. Räder und Platten des Werkes sind aus Holz geschnitzt, während zur Herstellung der Zapsen. des Cylinders und der Hemmung . (Echappement) Elfendein verwendet wurde. Die Sperrfeder ist ebenfalls aus Holz und die Platten werden durch hölzerne Stifte zusammengehalten. Der Schlüssel ist aus Holz gefertigt und hat eine elfenbeinerne Spitze. Die Uhr ruht m einem Kästchen, wleches so sorgsam gearbeitet ist und so gut schließt, daß kein Staubchen eindringen kann. Für die Anfertigung dieses KunstWerkes erhielt der geschickte Uhrmacher, von dem wenig mehr als sein Name Tagansog bekannt ist, seine Freiheit. I m m m ' Kindliche Sckläue. Die Kleine Anna: Ach, Mamachen, schenk' mir-doch noch eine Juckerstange, vevor ;m ,;r,rs,ik, " yta ms wrw . VtUUUV UUilW vw lAnnchen, im Bette ißt man doch nicht mehr, das ist nicht gesunoyeitszutraglich." Annchen: Q doch, liebes Mamachen, bitte, bitte! Ich möchte so gerne mal recht süß träumen!" Beim Scheidungsprozesse. Richter (zum Gatten gewenbti): JXhxt Sckeidunasaründe sind nicht stichhaltig, und es ist das Beste, r' . . r". r.i : i rvt rn ii' V3ie ocis vollen itu ltill gier vnaillll . . Huben Sie noch etwas vorzubringen?" Gatte (nach längerem Bedenken): .Ich bitt' ergebenst.ich nehm' dieStrafe an! Der Vrablbans. Gmtin: Hopkins sagte mir, daß seine. Frau . .? rc :, - üt.r. v von einer qlllpllge uoersauren uno ernstlich verletzt worden sei." Jones: Sie können nickt Alles glauben, was Hopkins sagt: er ist solch' ein Prahl Hans, Wird wohl nur cm rpreh wagen gewesen sein!"
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Unsere letzte Küchenfee.
j Sonntag. ; .- v i. " i: -....--' j .? tfAi Vjf jß&tA ' , ' 1:;: --.' Montag.. V:.. . ..'.-,. Dienstag.' Mittwoch. Donner st ag Freitag. Samstag.
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Der milttt des eisernen KreuzeS.
Eine Erzählung auö dem Leben. Es war an einem Sommerabend. Langsam, aber sicher wandte sich die Erde von der Sonne ab, und . lange Schatten kündigten das nahe Ende des Tages an. Ich stand in meinem Garten an der Straße und bewunderte die Natur in all' ihrer Pracht, als eine Stimme in meiner nächsten Nähe mich veranlaßte. mich umzusehen. Vor dem eisernen Thore stand ein Mann mit dem Hute in der Hand. Habe ich die Ehre, mit Herrn Dr. Braun zu sprechen?" fragte der Fremde. Der bin ich, gab ich zur AntWort. Dann darf ich mir vielleicht die Freiheit nehmen, Ihnen diesen Brief zu überreichen, ich bin nämlich " aber hier kam seine Nede zu Ende. Indem ich die Hand nach dem für mich bestimmten Brief ausstreckte, besah ich den Ueberbringer desselben. Er war ein Mann von etwa 48 Jahren, von mittlerem Wuchs. Sein Gesicht zeigte wenige Runzeln, dafür aber um so tiefere Falten, die ihm ein sonderbares Aussehen gaben. Die Gesichtsfärbe war fahl, die Augen klein und verschwommen. Der Mann trug einen Schnurrbart und einen Knebelbart, im Uebrigen sah ich, daß er sich längere Zeit nicht rasirt hatte. Sein Anzug, obwohl nicht neu, war dennoch in gutem Zustande. Seinen Hudbehielt er in der Hand. Aus dem Knopfloch seines Rockes hing das Band des eisernen Kreuzes. Das Weiße in demselben ließ sich nur noch schwer von ver schwarzen Farbe unterscheiden. Bitte, setzen Sie Ihren Hut auf," sagte ich, indem ich aus dem offenen Umschlag den Inhalt desselben yerausnahm. Nebst einem Betteibries enthielt das Eouvert einen Militärpaß, welcher den Namen des vor mir Stehenden angab. Er hatte den Feldzug gegen Frankreich im Jahre 187071 mitgemacht, sich überall tapser geschlagen, und hatte schließlich vor Paris das eiserne Kreuz erhalten. Er war also, wie er sich am Schlüsse seines Briefes nannte, Ritter des eisernen Kreuzes, In seinem an mich gerichteten Schrei ben beschrieb er, wie sein damaliger Oberst ihm diese schone Auszeichnung überreicht hatte. Sein Vorgesetzter r. f- T L . t - Y -! ri eijL. 1 oer, pra, iome et ucrmaicuii iuy ui Noth befinden, ihm immer helfen zu wollen. Allem nach vierundzwanzig Jahren wußte der Gefreite .Natter nicht mehr, wo er aufzufinden war. In der Angst und Noth" hatte er sich also an mich gewandt, wie er sagte. Vielleicht schlief sein Oberst schon lange in kuhler Erde. Aber warum betteln Sie denn?" fragte ich den Mann, indem ich ihm seine Papiere zurückreichte. Auf der Verpfleaunasstatwn bekommen Sie Speise und Trank und auch Nachtouartler: dafür müssen Sie allerdings etwas arbeiten." Natter sah mich verdrießlich an. Was denken Sie denir," meinte er, dort bekommt, man höchstens etwas Suppe und Brod, davon kann man doch nicht leben." Leben sollen Sie auch nicht davon," gab ich als Antwort, aber Sie können doch auf diese Art welterkommen. Aber wenn ich Ihnen helfen soll, so sagen Sie mir doch, was Sie seit. dem Jahre 1870 getrieben haben, Zeigen Sie mir Ihre Zeugnisse, d Sie sich seit jener Zeit erworben haben, denn Ihr Paß genügt doch nicht in diesem ffalle." Wenn Natter mich vorher verdrießlich angesehen hatte, so verrieth sein Blick dieses Mal, daß er sich geradezu ärgerte. Zeugnisse? Ja, die kann man doch nicht mit sich herumschleppen, die habe ich in meinem Koffer," meinte er. Aber ohne Zeugnisse kann ich Jh nen doch keinen Glauben schenken sagte ich. , Jetzt ging aber dem Natter die Ge duld aus. Das sind ja nur Ausreden von Ihnen, damit Sie mir nicht helfen brauchen," zeterte er. Das muß anders werden. Wir liegen zu TaufenaiiF ! fc;!rtf itrV HiT-ir ftr 7 . rrc" vT I "sklrten. Und die Offnere, die das Kreuz auch bekamen, die haben alle hohe Pensionen und gute Stellungen, wahrend wir leer ausgegangen sind. Es ist eine Schande. Das gibt noch ein Unglück, wenn das nicht anders wird!" Sie irren sich," meinte ich ruhig, Es gibt recht viele Officiere, die. obwohl sie im Besitze des eisernen Kreuzes sind, nur in recht dürftigen BerHältnissen leben." : Das können Sie Anderen erzählen," schrie Natter, indem er auf mich zutrat, ich aber weiß das besser!" ; Sein Auge wurde verschwommener, eine leichte Röthe überflog sein Ge?nfc,m tr nr, itrf fornnW 1 v v v v vvuiuu merkte ich, wie er nach Alcohol' roch. ' Nun ick kann für Sie nichts :i.L3:a?2 n'?. ,,. ,cc iu,. v luumnc ?vdn 5' 5ne m 3 nfv , . , , . Ich hatte keinen Zweifel mehr darüber, daß Natter em Gewohnheüstrinker war. Sein ganzes Benehmen und Aussehen deuteten darauf hin. Ich mußte mir sagen, daß Hier eine Hilfe ganz unrichtig gewesen wäre, denn bekanntlich hat der Staat doch, gerade für die Inhaber des eisernen Kreuzes sein Möglichstes gethan: es konnte mithin .iur an Natter selbst
liegen, daß er sich in solcher Lage be-fand.
Es vergingen einige Tage, und ich hatte diesen Vorfall ganz vergessen, doch als ich eines Morgens das städti sche Hospital betrat, um die Kranken wie gewöhnlich zu besuchen, wurde mir ein schwerer Unglücksfall gemeldet. Eln m der Stadt fremder Mann war kurz vorher in das Lazareth ge bracht worden. Er war von einem Wagen am vorherigen Abend übersah ren worden, der Kutscher war mit seinem Wagen davongejagt, und erst am nächsten Morgen hatte man den Verunglückten aufgesunden. Die schweren Räder des Gefährts waren ihm Über die Brust gefahren. AIS ich an das Bett des ManneS trat, erkannre ich Natter wieder. Er athmete schwer, aus der Nase und aus dem Munde floß ihm das Blut: der Tod war in seinem Gesichte zu lesen. Nun, Natter, wie ist denn das geschehen?" fragte ich, indem ich mich an sein Bett setzte und seine Hand in die meinige nahm. Erzählen Sie mal." Herr Doctor, viel kann ich nicht erzählen," antwortete der Sterbende, denn die Zeit ist kurz ja, ich weiß es Sie brauchen mir es nicht zu verheimlichen. Und wissen Sie, es wäre für mich besser gewesen, wenn ich in Frankreich geblieben wäre. Sie haben für mich doch einen Augenblick Zeit? Ich bin hier fremd und möchte Ihnen das Alles sagen. Sehen Sie. als ich damals auszog im Jahre 1870, da weinte meine alte Mutter, denn ich war ihr einziger Sohn. Ich hatte es ja nicht nöthig gehabt, mitzugehen, aber davon hatte ich schon immer geträumt als Kind: Wenn es Krieg gäbe, dann gmg ich auf alle Fälle mit, und nun war doch die Zeit endlich oekommen. Es ging mir ja auch gut. Sie wissen es schon, ich bekam das eiserne Kreuz und kam unversehrt zurück. Das war ein Jubel, als mich die Mutter wie der zu Gesicht bekam, -und was war sie doch stolz! Ueberall mußte ich mich :m Orte zeigen, das war ein Em pfana. und überall mußte oetrunken werden, und wieder getrunken werden, und das kostete Alles nichts. So vergingen Tage, Wochen und Monate, und ich bekam auch eine gute' Anfiellung bei der Bahn. Aber das Trin ken hatte ich mn nach und nach so angewöhnt, daß ich die Arbeit nicht mochte. Ich sehnte mich nach der Freiheit im Felde, und es gab immer I r- y . mn c - rcunoe, mt tur Micy, oen nllier oes eisernen Kreuzes, die Zeche gern bezahlten. Aber das Unglück mußte bald kommen. Durch mein Berschulden kam ein Zusammenswß auf der Bahn vor, bei der ich angestellt war. Ich wurde entlassen, und von der Zeit an mußte ich von meinem eisernen Kreuz leben. Denn ich konnte das Trinken nicht lassen." Den Sterbenden ergriff eine Ohnmacht. Nachdem ich ein Recept für ihn geschrieben, verabschiedete ich mich von ihm. mit dem Versprechen, am Abend wieder zu kommen. Herr Doctor, ich muß mich keeilen." sagte er, als ich m der Dammerung sein Zimmer betrat, denn die Zeit ist kurz. Meine Mutter, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe, lebt noch. Ich kann ihr nichts schicken, nicht einmal mein eiserne Kreuz, denn das habe ich verkaufen müssen. Aber das Band habe lchmoch. das wollen Sie ihr. bitte, senden. Ja, das Kreuz war mein Verderben, . denn dieses gerade hat micrdazu verleitet, die Arbeit zu hassen Ich war bei Natters Tod, der noch Qm selben Abend eintrat, zugegen und seiner Mutter übermittelte ich da3 Band als letzten Gruß von ihrem Sohn. Auf sein Grab aber ließ ich ein einfaches eisernes Kreuz setzen. Und so hatte der Ritter des eisernen. Kreuzes sein Kreuz verloren und auch wieder gefunden. Geheimnisse der Tyeaterküche Die Tendenz nach möglichst realisti scher Darstellung der Bühnenereignisse l ' . v r i m f . o ill ya: sich auaz aus oie cayrungsminn rftrorf nS 7kf. dsls fiA r stfinstte rrDectiri. ist weit bQn seiner veralteten, naiv-primitiven Ausfassung entfernt, welche es gestattete tln zumahl mit Schauzerichten ausi w . L - c - Allein ließ. :auiuiuy inutf uuii zgelt des schönen Scheines" sich 0 mli Täuschungen . behelfen. So g im WZer Burgtheater an. nslt bct Suppe Thee servirt; die subsianziellen Gänge. Fisch, Rindfleisch Braten werden durch täuschende Nachahnungen ' aus Marzipan ersetzt, und uch der Käse und die Birne zum Schlüsse des. Diners sind Werke des Zuckerbäcker. Nur so ist es möglich, den Wirklichkeitsdrang des Publikums zu befriedigen, ohne den Kauwerkzeugen des Salonliebhabers und der Naiden zuviel zuzumuthen. Wen auch die Weinkarte interessirt, dem wollen wir, verrathen, daß der feurige Rhem-oder Ungarwein Limonade der dunkle Bor. bzaUT obtl BurgUNdtt INID I fr . sind. Nur der Champagner wird durch die Munificenz der Intendanz echt, und, in bcn sten Marken beigestellt. . fo .j icht die übrigen Weine,, die Stimme umschleiert, viellerchd! auch, weil man von ihm einen befeu gmdm Einfluß auf die Darstellunz' wartet, m m m Wenig st ens etwas. Shi. bent: Na, wie ist's Dir im PHysikum gangen?" Bin gerasselt. Aber diei drei ersten Fragen hab' ich doch ganz zu! beantwortet." Wonach haben Dich denn da gefragt?-' Nach Rainen. Geburtsort und Alter."
