Indiana Tribüne, Volume 17, Number 241, Indianapolis, Marion County, 20 May 1894 — Page 2
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Jdiancru!Nsik. s DaZ Indianergeheul" ist ein $t 'flügeltes Wort geworden, von Jndiaermusik hat man kaum etwas gehört. 'Und doch haben die Indianer eine Menge von Volksliedern, die sogar urllt sind. Nur haben Weiße sehr sel ,ten Gelegenheit gehabt, die Indianer singen zu hören. Die Rothhaut miß.traut jedem Bleichgesicht, und gewiß nicht mit Unrecht. Um aber die Musik der Indianer zu verstehen, muß man lehr tief in ihr Seelenleben ngedrun xp sein. . Ihre 3Jta(il und ihr 6te .fühls leben decken sich so völlig, datz man die eine nicht verstehen lann,wenn man das andere nicht genau kennt. lDaher kommt es, daß die wenigen EuTOväer, die die seltene Gelegenheit hatten,. die Indianer bei ihren Volksliedern zu belauschen, immer nur zu beirichten wußten, der Gesang der Jndia3i bestände in einigen unangenehm ltlinaenden Klagetönen ohne jede Spur einer Melodie. Freilich kennt der Indianer keine Harmonie, seine Gesänge .sind immer unisono und ohne andere Begleitung als Trommeln und Klap'vern. Die Melodien sind meistens in !Dur und oewegen sich nur in fünf Tönen. Darin gleichen, sie denen der primitivsten Völker, den Melodien, der alten Chinesen, der Hindus, der alten Schotten und Indianer. Halbe Tön? kennt der Indianer nicht.wie überhaupt .keine regelmäßigen Intervalle. Er smat. indem er die Töne gewissermaßen herausstößt, wodurch der Gesang 'sich dem Sprechen nähert; es ist eine .Art Deklamation mit einer hohen und 'scharfen Stimme, die dem Europäer unanqenehm klingt, natürlich weil r die Worte nicht versteht, und weil die Stimme eben kekn Intervall zu halten, sondern von einem Ton zum anderen -zu gleiten scheint. Dagegen empfindet -der Indianer die kleinsten Uebergänge; Wierteltöne und noch geringen Jnter?alle kommen ihm als besondere Töne zum Bewußtsem, so daß er seinen -scheinbar so eintönigen, nur in fünf 'Ganztönen sich bewegenden Gesang als außerordentlich reich moduliert empfinden muß. Aus diesem Grunde auch erkennt er seine Lieder nicht wieder, wenn man sie m auf dem Klavier .vorspielt. Einer der besten Kenner indianischer Gesangs kunst, M. John Comfort ffellmore, stellt übrigens die merkwürdige These auf, daß die Musit lder Indianer sehr viel mit der'Musik tSchuhmanns und Wagners und überHaupt der deutschen Schule der Roinantik um 1830 gemein habe. Dort wie hier seien die Hauptsache die Gesühle. d durch die Musik ausgedrückt erden sollen. 2)i Rhythmen der Indianer sind oft . S complizirt iind ebenso schwer wie v.., welchen wir Zn den Werken Schumanns und ChoPins begegnen. Die Indianer wenden aern Synkopen an. und man kam in ihren Gesängen bereits den, strengen Ähythmus von Schumanns Abschied" und der Mendelssohn'schen Lieder ehne Worte" finden. Spanische Romanze. Zu der edlen Donna Xanta, Als sie saß auf hohen Zinnen, Trat der Sänger Don Cervanta, , JÖilo um ihre Gunst zu minnen. Und es sprach der edle Sänger ' Mit gewaltigen Geberden: wJch ertrag' es nun nicht langer; LLollt Ihr nicht die Meine werden?" Ja, ich will!" rief sie voll Freuden. Will Euch weih'n mein ganzes Leben, Vller Sorgen, aller Leiden jSollt Ihr mir die Hälfte geben!" Also," sprach der Ritter schnelle. Da Ihr alle meine Sorgen" Theilen wollt, könnt Ihr zur Stelle Mir mal gleich zehn Gulden borgen!" Doch sie rief darauf: Ach wehe, flch hab' selbst nichts zu verlieren, Und ich qlaubte, bei der Ehe Mürde ich was profitiren! ZDa's uns beiden nichts kann nützen, 'Wollen wir uns lieber trennen, Da wir, die wir nichts besitzen. Einzeln besser pumpen können!" Bierleiter. Der übermäßige Trunk ist ein uzltes Nationallaster der Deutschen, dem besonders im 16. und 16. Jahr hundert auf'sStärkst? gestöhnt wurde. Namentlich das Zutrinken fjav zu einer Landplage geworden, gegen welche die Obrigkeiten zwar einschritten, aber ohne daß sie eine wesentliche Besserung herbeizuführen vermocht hätten. Ja, manchen Ortes war das Zutrinken in in förmliches System gebracht worden. wie eine kleine Leiter des 16. bis 17. Jahrhunderts bezeugt, die sich jetzt im Museum zu Breslau befindet. Der Äortrinkende einer Zechgefellschaft steckte sie in ein Trinkgefäß und trank so und so viel Sprossen seinen Kumpanen vor. Jeder derselben mußte ihm das gleiche Quantum nachkammen, und zur Feststellung, daß dies euch Wirklich geschehen sei, wurde wieder die Bierleiter benutzt. E i n T r o st. Ach, Herr Fritz. enn Sie nun wieder in die Stadt zieihen, werden Sie mich gewiß vergessen, Herr Fritz! Nein, Kathi daö ist nicht möglich! Ich t)ab schon meine Jagdhündin, die Diana, nach Deinem Namen umgetauft! Ein echter Münchener. Stammgast: Kathi, jetzt kommt's zweit'! athi: Aber, Herr Trinkhuber 's ist ja scho d' dreizehnte Maaß! Stammgast: Red' nit so dumm daher i zähl it die einzeln' Maaß i ßähl nach 'em Dutzend.
uf Posten vor UrkalZe.
Von K. vo Winkle Skl. Vier Uhr Morgens. Ueber den schneebedeckten Felstrümmern der Puha-gora lag noch der schwarze Mantel der Winternacht ausgebreitet. Kein Sternchen am wolkenbedeckten Himmel sichtbar. Das ganze wilde Bergland erschien düster und öde; doch ganz verödet war es hier damals nicht. Hinter einem riesengroßen Felshang brannte im mäßiges Feuer, in dessen Umkreise eine Abtheilung Soldaten, theils liegend, theils sitzend, aus dem Schnee kauerte. In nächster Nähe des Lagerfeuers besanden sich drei österreichische Offiziere und sprachen mit gedämpfter Stimme zu einander. Was meinen Sie, Herr Hauptmann?" redete der eine derselben den bärtigen Abtheilungssührer an, ist es nicht wahrscheinlich, daß wir die In suigenten hier vergeblich erwarten?" Der Angeredete schüttelte die Asch: von seiner Cigarre und entgegnete nickend: Bestimmt kann es Niemand wissen, aber unwahrscheinlich ist es. Die Denunciation lautete ausdrücklich: Jwon Sputitsch zieht die Aufständischen auf Pletari zusammen und wird mit ihnen über Ulobitsch-Planina auf Kikalo und Mrkalje losgehen..." Also müßten sie hier herüber kommen ..." Ja wohl," warf der andere Lieutcnant ein, aber auf diese Insurgenten warten wir hier seit vierundzwanzig Stunden schon, und noch immer bleiden sie aus!" Sollte man da nicht glauben, Herr Lieutenant Praunwitz. daß Sie dieses ben mit Sehnsucht erwarten?" meinte flüchtig lächelnd der Hauptmann. Natürlich!" entgegnete Praunwitz, seit zwei Monaten befinden wir uns im Territorium des Aufstandes; tagtäglich bekommen wir von allerwärts Nachrichten von blutigen Scharmützeln und Treffen; fast alle Regiments!meraden sind schon im Feuer gewesen, und ich habe bosnisches Pulver noch nicht einmal gerochen!" Ich habe als Junker genug davon gerochen während der Besitzergreifung vor vier Jahren," bemerkte der andere Lieutenant, bei Banjaluka und bei der Einnahme von Serajewo war ich mit dabei; doch muß ich gestehen, daß mir jene Campagne lieber war. Sie verlief regelrechter, mehr wie ein richtiger Feldzug . . . Diese ist mehr zerstückelt, wie ein Bandenkrieg, also auch grausamer und entsetzlicher... Es könnte scheinen, als wären diese Menschen mit der Zeit erbitterter und wilder geworden ..." Es trat eine Pause in der Unterhaltung ein. Die soeben in'S Feuer geworfenen, nassen Aeste zischten und schwelten recht träge; von Osten, von dem Butschevo-brdo und der Drina her erhob sich ein leichter Wind als Vorbote der nahenden Morgenröthe. Der Hauptmann unterbrach das Schweigen. Muth läßt sich diesen Rasenden nicht absprechen," brummte er, indem er sich fester in seinen Mantel einhüllte, man kann sogar behaupten, daß etwas vom mittelatternazen etventtzum m diesen Räubern steckt, und daß sie zu erhabenen Opfern bereit sind; aber es fehlt auch nicht an gewöhnlichen Galgenstricken!" Wie zum Beispiel jener Topon Sputitsch, der uns seinen leiblichen Bruder denunzirt hat!" rief Lieutenant Praunwitz. Ueber dies Thema hat man mir in Fotscha eine ganze Geschichte erzählt. sagte der andere Lieutenant, ich weiß nur nicht, wie viel Wahres daran ist. Meinen Sie das Verhältniß der Brüder Sputitsch zur Tochter ZLo batsch-bea's?" Jawohl; der jüngere, Topon, sollte sie heirathen ... der Hochzeitstag war schon bestimmt, da stellte sich der ältere, Jwon, unversehens ein, gewann die Eltern des Mädchens für sich und heirathete die Braut dem Bruder vor der Nase weg . . . Auch gab es verschie dene romanhafte Auftritte: das Mädchen wollte fliehen,, Topon wollte sich das Leben nehmen; endlich aber schwor er, sich entsetzlich am Bruder zu rächen . . . auch soll er seitdem fortwährend hinter ihm her sem und ihn ver folgen. Jetzt hat er einen bequemen Weg gefunden, um zur Ausführung seines Schwurs zu gelangen; er lic fert ihn in unsere Hände aus . . ." .Uns zum Nuken ist das allerdings,," unterbrach ihn der Haupt mann, denn Jwon Sputitsch hat uns schon manchmal viel blutig zu schaffen gemacht . . . auf feden Fall aber ist dieser Topon em Galgenstrick!" Im selben Augenblicke wurde der Ruf eines entfernten Vorpostens ge hört: Halt! Wer da!Die Offiziere sprangen auf, die Sol daten griffen an die Gewehre und traten in Reih' und Glied. Alle waren voll Erwartung, als der Unteroffizier mit einem Gemeinen in der Richtung des laut gewordenen Vor Postens abmarschirt war. Anfänglich hörten sie das Knirschen deS Schnees unter den Tritten der bei den Soldaten recht deutlich, dann immer schwächer, bis es endlich qanz stille wurde. Mit gespannter Aufmerksamkeit horchten jetzt Offiziere und Soldaten und waren darauf gesaßt. dak sie im nächsten Auaenblicke das Geschrei der Angreifenden und da Knallen von Schüssen hören werden. Doch statt dessen vernahmen sie nach einiger Zeit den gedämpften Schall von Menschenstimmen, dann das Stampfen nahender Tritte und das Knistern d: SchneS, und endlich sahen sie au3 der
'Dunkelheit die beiden Soldaten her-
vortreten. Diesen voran ging ein junger Bos niake. dem die Hände gebunden waren. Er schritt recht unerschrocken einher, und als er vor dem Hauptmann anlangte, konnten alle Anwesenden beim Widerschein des Wachtfeuers seine schlanke, schöne Gestalt sowohl, wie die für einen gewöhnlichen Bauernburschen ungewöhnlich reiche Tracht desselben bewundern. Sein kurzer Kaftan war mit Wolfspelz gefüttert, der rothe Gürtel mit Gold durchwirkt und der Griff des dahinter steckenden Handschars und der Pistolen war mit Edelsteinen besetzt. Er Uh aus wie der Sohn eines reichen Bcgs und hätte überhaupt einen sehr vortheilhaften Eindruck auf die Anwesenden gemacht, wenn er nicht durch den düstern Ausdruck seines fahlen Gesichtes und durch den unhcimlich:n Aufdruck der tief liegenden Äugen, die unablässig zur Erde blickten, abzstotzen hätte. Wer bist Du?" fragte der Hauptmann, indem er den A'nlömmling mit strengen Blicken mah. Der Angeredete sah nun endlich auf und blickte dem Offizier fest in die Augen. Jch bin Topon Sputitsch," antwortcte er. Es entstand eine allgemein: Vewegung, als der Name ertönte; die Mienen der Offiziere aber drückten Neugier und Verachtung aus. Hast Du etwas bei Dir, wodurch Du nachweisen könntest, daß Du derjenige wirklich bist, für den Du Dich ausgibst?" fragte der Hauptmann weiter, ohne eine innere Bewegung zu verrathen. Die Lippen des Bosniaken verzogen sich etwas zum Lächeln. Ja, Herr! ich habe... neue Anzeigen über die Aufständischen!" Rede!" Nach einer Stunde, beim Sonnenaufgang werden sie von drei Seiten auf Euch losschlagen ..." Wie? so viele Leute hätte Dein Bruder unter sich?" Der Bosniak schüttelte sich und nak)m eine wüthende Haltung an. Mein Bruder? Nein, Herr! Er ist mir kein Bruder, sondern ein schwe?er Feind! Mag ihn Seitan' erwürgen!..." Bei diesen Worten zog sich sein längliches Gesicht zusammen, die Au gen blitzten unheilverkündend auf, und zwischen den Lippen erglänzten, wie bei emem Wolfe, zwei Reihen weißer, scharfer Zähne. Doch hatte sich diese Erregung bald verzogen und er gab eine ruhige Antwort auf die gestillte Frage: Jwon Sputitsch hat sich gestern auf der Ulobitsch-planina mit einer zweihundert Mann starken Abtheilung des Stanko Srdjewitsch vereinigt, und da Beiden bekannt ist, daß nur eme Kompagnie Soldaten gegen sie ausge schickt wurde, so haben sie beschlossen. Euch zu umzingeln und Mit Sonnen aufgang von drei Seiten anzugreifen, und zwar von Wutschewo-brdo, von der Peruschiza und von der Ulobitsch planimi. Zuerst wird Euch Srdjewitsch von Wutschewo-brdo anrücken, aber das wird nur ein Scheinangriff sein, und Ihr sollt es nur mit einer ganz unbedeutenden Abtheilung zu thun haben. In demselben Augen blicke aber, in dem Ihr Euch gegen ihn wendet, wird Jwon mit der ganzen Abtheilung von der Ulobitsch-Plamna und der Peruschiza her auf Euch los schlagen . . ." Der Hauptmann sah den Sprecher mißtrauisch und forschend an.. - Wenn Du lügst," entgegnete er tro cken, wirst Du unter einen Baum gestellt und bekommst eine Kugel vor den Kopf!" Der Bosniak zuckt: verächtlich mit den Achseln. Wenn Ihr mir nicht glaubt, so seid Ihr morgen qewesen! Lautlose Stille. Der Hauptmann stand eine Weile unentschlossen, dann winkte er die Offiziere herbei und gab die entsprechenden Befehle, mdem er lhnen in kurzen Worten den Plan zum Sandeln auscinandcrsente. Es war einfach und bot allein die Aussichten auf günstigen Erfolg. Fünfzig Soldaten sollten unter dem Befehl des Lieutenants Praunwitz auf der bisher eingenommenen Position zurückbleiben, uns den fteind ZU täuschen, der Nest der Kompagnie sollte sich vorläufig auf Sniesniza-Planina zurückziehen und im qeqebenen Augenblicke unversehens auf den angreifenden Jwon Sputitsch von der Seite losschlagen. Bevor an die Ausführung der gegedenen Befehle 'gegangen wurde, rief der Hauptmann noch einmal den .opon vor sich. Höre!" sagte er zu ihm, sage mir mal aufrichtig, was Dich dazu bewogen hat, hierher zu kommen, um uns zu warnen?" Wenn Jwon Sputitsch heute siegte, müßte ich lange auf eine Gelegenheit warten, mich an ihm zu rächen, ant wortete Topon freimüthig. Der Hauptmann schüttelte den Kops. ohne jedoch etwas zu erwidern; er gab Praunwitz nur noch die Ordre, den Bosniaken bis auf Weiteres als Ge fanaenen bei semer Abtheilung zu oe halten; alsdann marschirte er mit seinen Leuten nach dem von ihm oezeich neten Bergrucken ab. Lieutenant , Praunwitz aber führte unverzüqlich die Aufstellung seiner Mannschaft aus. Von Wutschewo-brdo trennten ihn ein tieser Abgrund und ein schmaler elsarai und außerdem noch ein ftcls hang, so daß er. von dieser Seite gegen das feindliche rttutx nmlänalick, aedeckt. tint einer geringen Anzahl Soldaten
bedürfte, um diese Flanke zu schützen; sein Hauptaugenmerk i$ete er auf die rechte Flanke und aLfdie Front. Die Soldaten nahmen to aufgelöster Ordnung ihre Stellungen ein, indem
sie sich bei Zeiten solche Platze aussuch ten, wo sie bei möglichst guter Deckung den Feind mit Erfolg beschießen konnten. Bald hatten sich die Schützen theils an ringsumher zerstreute F:ls stücke gelehnt, theils in Bcrtiesungen und Felsspalten eingezwängt, und so hoben sie sich auf der vom Nebel und Schnee bedeckten Fläche als eine ausgedehnte, krumme Linie ab, die sich aus einzelnen grauen Flecken zusammensehte. Der Nebel wurde endlich dunner unv durchsichtiger, auch bekam er im Osten eine rosige Färbung, und hierauf erschienen die Gipfel von Wutschewo-brdo mit goldigen Säumen an den höchsten Spitzen. Allmällg kam die Sonne heraus. Mit verhaltenem Athem wendeten die Soldaten ihre Blicke auf das Tagesgestirn; es erschien, wie sie sich sagten, wohl für so manchen von ihnen zum letzten Mal! Noch immer jedoch störte kein Laut die Stille, keine Vewegung konnte auf den nahen Berghöh:n wahrgenommen werden. Plötzlich erhob sich Topon Sputitsch. der auf Befehl Praunwitz', von einem Soldaten bewacht, in unmittelbarer Nähe war, von dem Felsstuck, auf dem er bisher gesessen, und schien mit vorgestrecktem Halse zu lauschen. Sie kommen...," flüsterte er nach einer Weile, indem er mit den Blicken nach Osten zeigte. Der Lieutenant strengte vergeblich seine Augen in der angedeuteten. Rich rung an, er vermochte mchts zu erbncken. Wo erblickst Du denn dort Jemand?" fragte Praunwitz leise, es ist ja Niemand da!" Sie kommen...," wiederholte der Bosniake. indem er sich in die Laute, die nur ihm vernehmbar sein mochten, beharrlich vertiefte. Und im selben Augenblicke begann sich's auch jenseits der Schlucht zwischen den Wachholdersträuchern zu regen, als hutschten jetzt undeutliche Schatten von einer Eiche zur andern dahin; in der Lust jedoch herrschte so vollkommene Ruhe, daß man hätte meinen dürfen, es habe das Spiel von Ne bel und Licht dem Auge die Wahrneh mung von Phantomen vorgeführt... Da auf einmal flog es entlang dem Kamme jenes Bergrückens wie eine feurige Schlange dahin, und unmittelbar darauf kam das Dröhnen einer Gewehrsalve heruberaerollt. Praunwitz zweifelte nun nicht länger. Die Anzeigen Topons bestätigten sich. Es hatte Stanko Srdjewitsch . tr rw ' 1 ' oen ÄNgnn vegonnen. Feuer!" kommandirte Praunwitz den Soldaten, die den linken Flügel bildeten. Von beiden Seiten dröhnten jetzt die Schüsse hinüber, herüber; anfänglich erfolgten sie seltener, dann aber schneller hinter einander, und mit zedem Au genblicke massenhafter und weniaer re gelmäßig. Sehr bald war die Luft von einem blä'ulichgrauen Pulverdampf rZlll-i c c;. r. . c yciuiiigi, unv oie,er oiioeie IN verölndung mit dem noch immer nicht aanz verflogenen Nebel eine Masse, durch welche die, die gegenüberliegendenBergHöhen trennende Schlucht überbrückt war, so daß es das Ansehen gewann. als wurden die Bosniaken geradeaus vorwärts stürmen und mit einem Schlage den an Zahl schwächeren Feind erdrücken. Sie dachten aber nicht daran, sondern schössen beständig und erhoben von Zelt zu Zeit die lanaaedehn ten Rufe: Weh, weh! Udri go schwaba! Wegen der recht bedeutenden Entfer nung waren ihre ziemlich gut gezielten Schusse doch nicht lm Stande, einen großen Schaden anzurichten. Nur ein Soldat war bald zu Ansang todt zusammengebrochen und im weiteren Verlaufe wurden zwei leicht verwundet; Die Kugeln flogen jedoch sehr dicht, und alle Augenblicke fielen Fetzen gefrorenen Schnees den Soldaten auf die Köpfe und Gesichter. Praunwitz schlich in gebückter Haltung von einer Stelle zur andern, in dem Bestreben, keine Bewegung deö Feindes aus den Augen zu verlieren. So bemerkte er auch, daß die Feinde ganz unvermuthet eine sehr lebhafte Bewegung machten, und er glaubte einen Augenblick lang, daß sie in ihrer Unachtsamkeit einen Sturmangriff ausführen wollten. Die Nasenden!" murmelte er. doch im selben Augenblicke belehrte ihn schon eine gewaltige Gewehrsalve aus dem rechten Flügel über die Veranlassung zu jener lebhaften Bewegung. Jwon Sputitsch tritt mit der Hauptmacht aus!" sagte sich PraunWld. Unbekümmert um die Geschosse, die wie Hagel sielen, eilte er ln vollem Laufe nach der bedrohten Position. Dort stellte sich die Situation noch viel anders dar. Der kleinen Schaar Soldaten ge genüber hatten die Bosniaken, die soeben hinter den Bergabhängen heraufgekommen waren, sofort in geschlossn nen Reihen Stellung genommen und rückten auch schon, begünstigt durch die Unebenheit des Terrains, mit schnellen Schritten vorwärtZ. Immer enger wurde der vorrückende Halbkreis, mit dem die BoZnialcn die ihnen verhaßten Schwaben erdrücken wollten. Es war augenfällig, daß ein langer Widerstand gegen sie nicht möglich sein werde, und Praunwitz blickte verzweiseit in der Richtung der SniesnizaAbhänge, von wo der verabredete Entsah kommen sollte. Nichts zu sehen? Schon waren die Bosniaken auf der
flachen Ebene angelangt, wo sich ihnen vor den Kugeln der Soldaten auch
keine rechte Deckung mehr darbot; sie machten also Halt und eröffneten eine energische Beschießung. Das ??euer war überaus hikia, und da die Entfernung, durch welche die beiden Gegner jetzt von einander getrennt wurden,nur noch eine kurze war. gab es viele Todte. Nach wenigen Minuten lag der dritte Theil der Soldaten erschossen oder verwundet da; dennoch steigerte sich ihr grimmer Widerstand, weil sie wußten, daß allem aus der Behauptung ihrer Stellung das Hul noch beruhe. Durch einen einzigen Schritt vorwärts würden sie die Bosniaken zuin Losstürmen gegen sich herausfordern und sich schließlich die Äbsalachtung mit dem Handschar zuziehen. Wie ein Feuersalamander tummelte sich unter den bosnischen Reihen ein noch junger Heißsporn, im schwarzen Bart, ohne Mütze und den blanken Kindschal in den Zahnen. Durch kurzes, abgebrochenes Schreien machte er seinen Leuten Muth und Lust zum Kampfe. Auf den ersten Blick war in ihm der Anführer zu erkennen. Die Soldaten nahmen ihn auf Korn, doch die Kugeln thaten ihm nichts an. Das ist Jwon Sputitsch," sagte sich, Praunwitz, der muß fallen, oder wir werden fallen!" Und indem er sich, auf den Ellbogen gestützt, von der Erde erhob, fing er aus vollem Halse an zu schreien, um beim Dröhnen der Schüsse gehört zu werden: Korporal Marko, heran zu mir!" Der Korporal, der beste Schütze im Regiment, kroch auf allen Vieren an ihn heran. Sie sehen dort den lm Vart." rief Praunwitz, wenn Siö den treffen. gibt's einen Dukaten und Avancement! Doch beeilen Sie sich!" Der Korporal kniete hinter einem ffelsstück nieder und legte den Gewehrkolben an die Schulter; in demselben Augenblicke aber bekam er eine Kugel in die Stirne und stürzte rücklings nieder, wobei der Offizier mit seinem Blute besvritzt wurde. Praunwitz ergriff nun selber das Gewehr, da er ebenfalls ein guter Schütze war; doch als er eben anlegen wollte, zerrte ihn Jemand mit den Zähnen am Aermel. Topon Spulitsch war es. Herr!" sagte er mit verzerrtem Gesichte und unheimlich leuchtenden Augen, zerschneiden Sie mir die Stricke, ich .... ich werde ihn schon treffen. . ." Der Offizier wankte einen Augenblick; trotz der entsetzlichen Lage, in der er sich mit seinen Leuten befand, empfand er doch einen instinktiven Widerwillen dagegen, dem Bruder gegen den Bruder dieMordwaffe in die Hand zu geben; aber er überwand sich schnell, legte das Gewehr nieder, und zerschnitt mit seinem Degen die Fesseln des Bosniaken. Schieße, wenn Du willst .... aber triff!" Topon ergriff fieberhaft das auf der Erde liegende. Gewehr, und nachdem er. sich aus den Bauch gelegt, fing er an.langsam und bedächtig zu 'zielen. Er setzte mehrmals das Gewehr ab und führte es wiederum in die Schußlinie. Er zielte lange Zeit, schließlich fing er an, am ganzen Körper zu zucken und schleuderte das Gewehr von sich. Sem Gesicht war bleich, und die Lippen bebten ihm wie vor Angst. Herr!" rief er mit dumpfer Stimme. ich kann nicht schießen.... ich könnte einen Andern treffen, und ich will nur ihn ermorden! Praunwitz vernahm seine Worte Nicht mehr, weil die Bosniaken eben wieder zu einem neuen Sturmangriff aufgesprungen waren und ihr donnerndes Feldgeschr Ku handscharu! sogar das Dröhnen der Schüsse übertonte. Vraunwitz erkannte, daß jetzt der entscheidende Augenblick gekommen, und wie Blitze fuhren ihm die Fragen durch den Kopf, 'was jetzt weiter geschehen werde, was er noch machen könnte, wenn der Hauptmann nicht sogleich mit Hilfe käme? Doch die Hilfe kam noch zu rechter Zeit. Da dröhnte ja vom rechten Fiügcl her ein heftiges Schießen, sowie das Hurrah" der frisch zum Kampfe elnaetroffeneit Soldaten. Plöklich blieb jetzt auch die Sturmlinie der Bosniaken stehen. Sie rollte sich zusammen und gerieth ins Wanken, wie eine Elche, die am Fuße säst durchgehauen, ebenfalls zu wanken anfängt, bevor sie krachend zur Erde stürzt. Der plötzliche Angriff von einer Seite, von der sie keinen Ueberfall befürchtet hatten, setzte sie in Berwir rung und erzeugte die Vorstellung, sie könnten von so überlegenen Streitkräften umzingelt sein, daß sie weder WiVerstand zu leisten, geschweige denn als Sieger hervorzugehen im Stande wären. Von zwei Seiten mörderisch deschössen, nahmen sie also den Rückzug, ja, schon in der nächsten Minute stoben sie wild auseinander. Vergeblich hatte Jwon Sputitsch versucht, sie mit Donnerstimme zu sich zu rufen, nichts vermochte sie zum Stehen zu bringen. Die Soldaten folgten ihnen auf den fersen, schössen unaufhörlich und a'önnten sich keinen Augenolick Ruhs. Von einem Kampfe konnte keine Rede mehr sein. Die Abtheilung Jwon Sputitsch hatte aufgehört zu eristiren. Eine halbe Stunde später wurde auf der Puha-gora kein einziger Schuß mehr vernommen, und die Soldaten, noch von Kampfeswuth erfüllt und siegestrunken, fingen wieder an, in Reih und Glied zusammen zu treten. Ohne
Ende aber schien ihr Bivatruscn, La-
chen, herzliches Umarmen und Singen. Der Hauptmann stand mit den beiden Offizieren am Rande der Schlucht und schaute mit dem Fernrohre nach allen Rltungen aus. Ueberall sonst öde, nur auf der schneebedeckten, zerstampften Ebene der Puha-gora lagen in ihren Blutlachen die Leichen der Gefallenen. Da erhoben sich auch Verwundete mühsam von der Erde und jammerten und ba:en um Erbarmen, manche aber walzten sich vor Schmerzen im Schnee herum. Doch da5Jammergestöhn wurde don den Jubellauten der Glücklichen verschlungen.... noch horte es Niemand. vielleicht nur die Geier, die,' frischen ffraß witternd, hoch in den Lüften kreisten. Die Offiziere erzählten sich die Einzelheiten des ganzen Treffens und waren so davon eingenommen, daß sie es nicht merkten, als Topon Sputitsch in ihrer Nähe austrat. Er war so verändert, daß man ihn nicht wieder erkannt hätte. Eine gebeugte, geknickte Gestalt, die kraftlos die Füße nachschleppte. Dem Gesicht hatten Seelenschmerz und Reue ihren düstern Stempel aufgedrückt. Herr!" sagte er nach einer Weile, zum Hauptmann gewendet, mein ganzer Verrath ist zu nichts gewesen.... er ist entkommen!" Bei diesen Worten fiel sein Blick zufällig auf einige gefangene Bosniaken, die von den Soldaten mit Kolben gestoßen und gefesselt vor den Hauptmann geführt wurden. An ihrer Spitze ging jener Heißsporn im schwarzen Bart, der Anführer der Insurgenten. Seine Hände, waren auf dem Rücken fest zusammengeschnürt, in der Wange klaffte eine von einem Bajonettstich herrührende Wunde, aus der ein breitesBand gerinnenden Blutes hervorkam; doch hatte er den Kopf trotzig erhoben, und aus den Augen zuckten Blitze von Haß und Stolz. Ah!" brüllte Topon. endlich haben sie ihn doch erwischt! ... Er ist mcht entkommen!... Ah! Und wie ein wildes Thier sprang er auf ihn ein, aber ein einziger Blick des Bruders machte, daß er wie festgewurzelt stehen blieb. Dobro utro, bratschie!" redete ihn Jwon mit ruhiger und scheinbar kuh ler Stimme an. Topon erwiderte ihm nichts, son dern wendete sich zum Hauptmann. Herr!" schrie er mit Leidenschaft, das ist Jwon Sputitsch, das ist der Anführer der Rebellen!" Solch grimmer Haß erregte in dem Hauptmann einen Schauder, während Praunwitz mit halber Stimme, doch deutlich genug vor sich hin murrte Kanaille!" Der Hauptmann gewann sofort die Herrschast über sich und ließ den gefangenen Anführer der Bosniaken zu sich kommen. Du bist Jwon ' Sputitsch? fragte er. Ich bin's." Weißt Du, was Deiner wartet?" Ich weiß es." Du wirst nach Fotscha abgeführt. vor das Kriegsgericht und. . . Ohne den Satz auszusprechen. machte er Kehrt und ertheilte den Os fizierenVefehle mit Bezug auf das Begraben der Todten und die Bersor gung der Verwundeten. Die leicht Verwundeten sollten der Abtheilung zu Fuß folgen, und für schwer Verwundete wurden Frohnsuyren aus Mrkalie requirirt. ' Es war beller Tag geworden. Die Nebel hatten sich verzogen, und die Sonne, die nun über NujewatschPlanina stand, goß ihre Ströme goldenen Lichtes auf die schneebedeckten Berghohen aus. Die Soldaten bemühten sich um die Gefallenen. Die Verwundeten bekamen einen Nothver band, die Todten wurden bei Seite gezogen und in zwei Hausen gelegt, getrennt die Soldaten und getrennt die Bosniaken; die ' Bauern aus Mrkalje. nach denen man Voten geschickt hatte, sollten die erforderlichen Lwei Gruben graben. Der Hauptmann hatte soeben die Gefangenen der Reihe nach m's Verhör genommen und wollte sich, wieder von ihnen abwenden, als Jwon Sputitsch einen Schritt vortrat. Gospoda!" sagte er, bevor ich von hier abgeführt werde, erlaubt mir noch mit meinem Bruder einige Worte so unter vier Augen zu reden. Boga-mu fügte er schnell hinzu, als er auf dem Antlitze des Offiziers ein Schwanken wahrnahm, ich habe ihm nichts Ber dächtiges zu sagen, nur einige Worte von unserm Vater, erlaubt doch. molim-was! Der Hauptmann machte Topon ein Zeichen, heranzukommen, und trat hierauf Mit den Soldaten etwas ad seits. Die Brüder standen auf einige Schritte einander gegenüber.. Topon am Rande der Felskluft und Jwon an der Wand des uderhansenden Felsens. Schweigend blickten sie einander mit forschenden Blicken an, und erst nach einiger Zeit ergriff Jwon Das nxon: Topon, Du hast uns zweimal verrathen!" Ich habe Dich verrathen, denn ich wollte. Du solltest unter den Händen der Schwacen sterben! Wiederum Schweigen. Abermals unterbrach es Jwon. .Denkst Du noch. Tobon. an Ba-nim-han im Eichenhaine auf dem ' Tscherni-verch. . . . Dort wurden wir Beide geboren. Vorgestern war ich dort; auf meinen Kopf ist ein Preis ausaesetzt, also brachte ich durch die Reise dahin mein Leben in Gesahr. Der alte Vater lag im Sterben, so muhte ich hingehn. Er ist in meinen Armen gestorben und befahl mir noch, Dir zu sagen Topon, daß er als
Vampyr zurückkommen und Dich ver folgen werde, wohin Du auch Deine
schritte lenkst, und daN er in den Nächten Dir das lebendige Blut aus saugen werde." Schön!" entgegnete Topon mit bleichen Lippen und erzwungenem Lächeln. Vor seinem Tode sagte er noch." fuhr Jwon swr, dajz Topon nicht fein Sohn ist! Zein rechter Bosniake hatte das getl-an, was er. sagte er. Wenn er durch seinen Bruder sich gekrankt mme, daß ihm Dieser das Mädchen weggehascht hat, so konnte er za verwegene Burschen anwerben und Mit Gewalt ihm die Frau entfuhren! lr hatte ihn sogar zum Zweikampf herausfordern können! Aber er zog "3 . Ort I i es vor, nerraiyer zu weroen, er zog es vor. unsere beiliae Sacke mit cujunuc zu oeucaen; er z?g es oor aus Rache ein Schwabendicner zu . C.V.Jl i . werden! Und deshalb soll er derflucht sein für ewige Zeiten, sollen verflucht sein seine Kinder und Enkellinder, soll er elend wie ein Hund umkommen, denn um eines Mädchens willen verkauft man nicht Treu und Glauben! Hörst Du, Topon, das hat ver Vater sagen lassen!" Topon schwieg, den Kopf auf die Brust geneigt. . Ueber Jwons Gesicht zogen nun, wie fchwarz Wolken, wohl schwere Anschläge ein nach dem andern dahin. Bete," sagte er endlich zum Vruder, bete und bereue Deine Sünden!" Topon erhob seinenKopf und blickte den Bruder verwegen an. Bete Du nur selber! Du wirst früher aus dieser Welt scheiden! Uebermorgen wirst Du in Fotscha auf dem Galgen hängen ich aber werde Dich und Deine Qualen mir ansehen und es laut ausrufen, daß sich mein Herz erfreut!" Niemand ist seines Tages und seiner Stunde gewiß!" entgegnete Jwon düster. Die Gerechtigkeit wandelt auf verschiedenen Wegen, und Niemand vermag, vor ihr zu entschlüpfen! Topon, höre! Der Vater befahl lmir. Dir ferner zu sagen, daß er in der StundeDeines Todes von Banimhan her Dir sichtbar erscheinen und vor Dich hintreten werde, um Dich zu verwünschen! Ha, sieh doch, sieh doch hin, ich sehe ihn! Blicke doch nur hinter Dich, sieh doch, da steigt er von den Wolken herab und kommt hieher. ..." Topon drehte seinen 'Kopf automatisch um. Im selben Augenblicke stürzte Jwon mit einem Sprunge vor, und da ihm die Hände auf dem Rücken gefesselt waren, stieß er zugleich mif der Wucht und Schwere seines Körpers den Bruder um und fiel selber. Verrath wegen eines Mädchens ist nicht erlaubt! schrie er wild auf und rollte zugleich mit dem Bruder in die Tiefe. Die Soldaten sprangen zur Nettung hinzu, aber es war schon zu spät! In dem schwarzen Spalte da unten regte sich nichts; keine Stimme, kein Klageton drang von dort unten herauf, nur Jwons letzte Worte, die an dem felsigen Gipfel widergehallt waren, rauschten noch einmal in undeutlichem Eckio über die mit Schnee und Leichen bedeckte Puha-gora dahin. Bekenntniß eines Hagestolzes. Bei 1 da lieb ich der Locken Pracht, Bei 2 den Mund wie Rubine, Bei 3 die Augen wieSterne derNacht, Bei 4 die reizende Miene. Bei 5 die Zähne wiePerlenges chmeid'. Bei 6 die griechische Nase, Bei 7 die wonnige Heiterkeit, Bei ' 8 die ernste Extase. Bei 9 das schelmische Grübchen im. Kinn, Bei 10 die liebliche Hülle, Bei 11 den sparsamen.häuslichenSinn, Bei 12 ihres Geistes Fülle. Bei 13 den Wuchs, wie die Tanne so schlank, Bei 14 ihre Talente. Bei 13 ihren schwebenden Gang, Bei 16 Füßchen und Hände. Bei 17 daß sie zu kochen versteht, -Bei 18 daß sie verständig. Bei 19 daß sie ein wenig verdreht. Bei 20 daß sie unbänoig. Bei 21 ein Herze wie Gold, Bei allen von ihnen, daß sie mir hold. Zu schildern, was sonst noch das Herze mir schwellt, Ist leider zu schwach meine Feder. Denn Reize hat Jede.sei's selbst schnödes Geld, Kurz Etwas gefällt mir an Jeder. Wenn Alles bei einer gefunden ich hätt'. Dann glaub' ich, die würd' mir gefallen, Dem Hagestolzthum sagt' ich fchleu- . nigst Valet Inzwischen huldige ich Allen! Herausgeplatzt. Schwiegermutter: Sehr liebenswürdig von Dir, lieber Schwiegersohn, daß Du mich zur Bahn begleiten willst, aber ich will es durchaus nicht leiden, daß Du Dir meinetwegen Mühe machst." Schwiegersohn: Was, das -nennst Du Mühe? Das ist mir doch nur ein Vergnügen." New Yorker Dienstboten. Mrs. Hightone: Nehmen Sie Ihre Dienstboten mit auf's Land?" Mrs. Westside:. Nein, ich lasse sie in der Stadt, damit während meiner AbWesenheit nichts im Huse gestohlen wird." Mrs. Hightone: Das ist just der Grund, weswegen ich die meinigen mit auf's Land nehme." Die Nachbarinnen.- Die ff . . am rvi r - - 1 . - . i . ! ü:rnc: X'Cis. :cni5 lacic inic ge irrn. sie sei das unglücklichste Geschöpf aus der ganzen Erde." Die Zweite: Das sieht ihr wieder ähnlich. Sie muß immer etwas vor ihren Nachbarinnen voraus haben."
