Indiana Tribüne, Volume 17, Number 234, Indianapolis, Marion County, 13 May 1894 — Page 9

Jndimm Tribüne.

e i l a g e. Indianapolis, 3nd.. 13 Mai 1894. Die Kunst des Gedankenlesens. Indiskretionen eine? Ein geweihten. Man weiß, daß das, was wir jSeele nennen, jenes uns unsichtbare und unfaßbare EtwaS, und der uns sichtbare Körper deS Menschen in innigen Wechselbeziehungen zu ein ander stehen. Wenn Sie die Vorsiellung von etwas Heiterem haben, so setzen Sie Ihre Lachmuskeln in Bewegung, haben Sie die Vorstel lung von etwas Traurigem, füllen sich Ihre Augen mit Thränen, haben Sie das Eesühl der Scham, so süllen sich die Blutgefäße Ihrer Wangen, d. h. Sie errothen. Und umgekehrt, wenn sie jemand kneift oder stößt, so empfinden Sie in Ihrer Seele die Vorstellung des Schmerzes. Bei dem Gedankenlesen handelt eS 'ch nur um das äußere Erkennbar werden seelischer Vorgänge. ES ist durchaus nicht nothwendig, daß diese Voraänae sich gleich in einer so dra stischen Weise, wie durch Crröthen, durch Lachen oder durch Wemen ot merkbar machen; für den aufmerksa men Beobachter giebt eS noch ganz 'andere äußere Merkmale - seelischer Vorgänge, wie z. B. die unsreiwil lige momentane Bewegung eineS Muskels,die erhöhte Athemthätiglelt, beschleunigter Pulsschlag u. a. m. Die Kunst deS Gedankenlesens ersor der also keine manuelle Geschicklich seit, wie die deS Taschenspielers, sie beruht vielmehr im großen Ganzen auf einer außerordentlich fernen Beo bachtunasaabe. In der Reael beschränken sich die Experimente fast aller Gedankenleser darauf, einen Ort aufzufinden, wo sich ein gedachter re p. versteckter Ge genstand befindet, eine Stelle des Körpers zu entdecken, an der jemand Schmerz empfindet, oder gedachte Zahlen oder Karlen zu errathen. Alle diese Experimente' sind ver bältnißmäßig leicht aufzuführen in kleinen Räumen und im Kreise llei ner Gesellschaften. Die Schwierig leiten steigen, je größer die Räume roerden.in denen das Experiment aus geführt wird, und je größer der PersonenkreiS ist, der dem Experiment? belwohnt. Nehmen wir zunächst daS Auffinden emer Karte. Der Gedan kenlefer legt eine Reihe Karten auf den Tisch. Dann bittet er eine Per son der Gesellschaft, sich eine der vor gelegten Karten auszusuchen und möglichst intensiv auf diese ihre Ce danken zu konzentriren. Hieraus läßt der Künstler sich die Augen zubinden. In diesem letzteren Umstände wird so häufig eine Erschwerung deS Ex perimenteS geseben, und zwar ganz mit Unrecht. Vielmehr giebt das Verbinden der Augen dem AuSfüh renden Gelegenheit, seine Gedanken ganz von der Außenwelt ab und ie diglich der Beobachtung seines Medi umS zuzuwenden, wobei noch bemerkt sei, daß der Künstler sich die Binde derart umlegen läßt, daß er im Stande ist, durch Krausziehen der Stirne auch die Binde hochzurücken und unter derselben bervorzuschielen. Sodann pflegt der Gedankenleser die Hand deS Mediums an seine Stirn zu leeen, als wolle er ein Fluidum zwlschem seinem Gehirn und dem Me oiiini yer neuen, i t die es tvi natürlich ganz überflüssiges Mätzchen, welches mit dem nachfolgenden Auf suchen der gedachten Karte gar nichts zu thun hat, aber nichtsdestoweniger aus die gespannt zuschauende Gesell schaft einen recht wirkungsvollen Ein druck macht. Nachdem der Künstler dann das vluidum der Hand anscheinend genü gend auf sein Gehirn hat einwirken lassen, ergrelst er die Hand deS Me diumS und zwar so, daß sein Dqu men aus die Pulsader zu liegen kommt. Sodann sührter die er griffene Hand über dieKarten hin weg von rechts nach links und umge kehrt, mehrmals hin und zurück, und beobachtet, hinsichtlich welcher Karte die Erregung seines Mediums am größten ist, d. h. der Puls desselben am stärksten klopft. Je länger die ses Hin- und Herfahren der Hand dauert, desto gespannter und erregter pflegt das Medium zu werden. Hat der Künstler feine Wahl getroffen, schwankt er aber, ob die von ihm gewählte Karte die gedachte oder viel leicht die neben ihr liegende die rich tige ist denn bei so geringer Ent sernung der Karten ist eS kaum noch möglich, einen verschiedenen Grad der Erregung bei dem Medium zu konsta tiren, so wendet er folgenden Kniff an: Er läßt scheinbar unwillkürlich die Hand aus einer der Karten, bc züglich deren er noch zweifelhaft ist, ruhen. Ist die Karte die richtige, so greist daS Medium fast stets von selbst zu, verhält eS sich aber ruhig, so führt der Künstler die Hand aus die daneben- liegende Karte, die dann fast immer die gedachte sein wird. Dabei ist natürlich, daß, je größer die Nervosität deS Mediums ist. der Künstler um so schneller und sicherer die gewünschte Karte herausfinden wird. Ebenso wie mit dem Herausfinden einer Karte, verhält eS sich mit dem Aufsuchen einer Person öder eines Gegenstandes, weun daS Experiment in kleinen Räumen ausgeführt wird. Auch in diesen Fällen kann der Kunst. ler, vorausgesetzt, daß er sich ein ei nigermaßen nervöses Medium auSge sucht bat. ohne weitere QilfSmittel

na lediglich auf die Nervosität' deS

Mediums und sein eizenes feines Gcfühl verlassen. Er wird bei einiger Uebung fast immer zum Ziele gelangen. Schwieriger schon wird daS Expe riment, wenn eS sich um die AuSführung desselben in größeren Städten handelt. Hier wird der Künstler eiNiger Hilfsmittel kaum entbehren können. Konnteer sich nämlich vorher an der Beobachtung deS Pulses feines Mediums genügen lassen, so ist eine solche subtile Beobachtung in großen ülen und bei dem Geräu ch, welches sast immer unter größeren Menschenmassen zu herrschen pflegt, unmög llch. Und wenn die Gedankenleser zehnmal behaupten, sie verließen sich auch hier nur aus die Beobachtung des Pulses, so sage ich dennoch: diese Behauptung ist nicht wahr. . Und jeder, der einmal gesehen hat, wie ein solches Medium von dem Gedankenlk scr oft im Laufschritt durch den Saal und durch die sich öffnenden Stuhl reihen der Zuschauer durchgeschleift und durchgezwängt xoxxp, der wird mir zugeben, daß von einer subtilen Beobachtung des PulöfchlageS unter diesen Umständen nicht die Rede sein i-- . v i.:. if.: iann. vier ivercen nun oic wcwmi Hilfsmittel in Anspruch genommen. -Der Künstler, welcher wayrenv oes BersteckenS eines Gegenstandes, m der Regel einer Nadel, hinausgeführt vnd von einer Vertrauenkommission bewacht war. wird von der letzteren wieder hereingeführt. Noch ehe er sich nun die Binde natürlich m der bereits vorerwähnten Art umlegen läßt, benutzt er einen Augengeblick, um genau die Haltung seines Dieners, der rhm bei seinen Produktionen assistirenden Person, die wäh rend seiner Abwesenheit in dem Saale geblieben ist, zu beobachten. Sitzt dieselbe und hat den Kopf nach rechts, resp, links gewendet, so besindet sich der gesuchte Gegenstand in der vorderen rechten resp, linken Hälfte des Saales. Steht die Perfon, den Kopf nach rechts resp, links gewendet, so befindet sich das isesuchte in der rechten resp, linken hin teren Hälfte deS SaaleS. Blickt sie gerade aus, so befindet sich der Gegenstand in der Mitte des SaaleS. Hat der Künstler auf diese Weise die anfängliche Schwierigkeit bereits ganz erheblich reduzut, so kann er sich getrost an das Au uchen des Gegen stand? machen, .indem er sich dabei aus die Spannung der Zuschaue? und die Nervosität sein MedlvmS ver läßt. Hierbei ist die Beobachtung des Publikums von ebenso großer Wichtigkeit, wie die deS Mediums, zu dessen ruhiger Beobachtung de? Künst ler ja doch nicht Gelegenheit hat. Das Publikum hat seme Gewohnheiten, die der Künstler genau kennen muß. daS tuschelnde Stimmengewirr, so lange der gesuchte Gegenstand noch weit entfernt ist, die Erwartung, die steigende Spannung, je näher der Suchende an brtt Gegenstand heran kommt, die athemlose Stille, , wenn er ganz nahe am Ziele ist. Ist der Künstler m der Nähe der gesuchten Person angelangt, so pflegen sich überdies unwillkürlich die Umsttzen den unter Kichern oder sonstigen Zei chen derHeiterkeit zu erheben.während gerade die gesuchte Person stets sitzen bleibt. Und nun gelingt dem Kunst ler es leicht, den gesuchten Gegen stand, in der Regel eine Nadel, an der ihm so kenntlich gemachten Per son zu entdecken. Sollte übrigens das Experiment wirklich nicht glücken, so ist auch für diesen seltenen Fall gesorgt: eS besin sich nämlich im Saale vertheilt min bestens vier Personen, welche alle die Ausgabe haben, im Nothfalle den Künstler durch Zeichen auf die richtige Spur zu bringen. Um den Effekt noch zu erhöhen, pflegt der Künstler überdies niemals gleich die richtige Spur einzuschlagen und, nachdem er bereits ganz dicht an der gesuchten Person gewesen ist. noch einmal die entgegengesetzte Rich tung abzusuchen, um dann allerdings gleich wieder zurückzukehren. Die Ausdrücke des Bedauerns, die das Publikum bei seinem Entfernen ver nehmen läßt, hatten ihm ohnedies deutlich genug gesagt, daß er sich auf der richtigen Spur befunden hatte. Ein sehr häufig ausgeführtes Ex periment ist es auch, eine gedachte Zahl zu errathen und an eine Wand tafel zu schreiben. In der Regel sor dert der Künstler eine Person auf. an ein für sie bedeutsam gewesenes Jahr zu denken. Fast immer wird die Person, schon um daS Publikum resp, den Künstler nicht zu lange war ten zu lassen, an das ihr zunächst lie gende Jahr, nämlich ihr Geburtsjahr. denken. Tadurch hat eS sich der Ge bantenleser waS dem Publikum zelten auffällt schon recht leicht ge macht. Zunächst weiß er, daß die Zahl eine vierstellige ist. sodann kennt er die beiden ersten Ziffern, welche wohl immer eine 1 und eine 3 sein werden. ES handelt sich nur noch um die beiden letzten Stellen. Ist die Person eine derartige, daß ihr Alter leicht annähernd zu taxiren ist und der Künstler besitzt in derRegel auch hierfür eine feine BeobachtungSgabe , so hat er unter Umständen auch einen Anhaltepunkt für die dritte Ziffer, und eS handelt sich nur noch um die vierte. Um nun aber dem Publikum nicht zum Bewußtsein zu bringen, daß die beiden ersten Ziffern eigentlich als bekannt vorausgesetzt seien und eineS anscheinend mühevollen ErrathenS nicht bedürften, hat der Gedankenleser die Eigenthümlichkeit, die zu findende Zahl von rechts nach links zu schreiden. Der Künstler läßt eine eigene Hand, welche die Kreide hält, von der Hand deS Mediums ganz umschließen und fordert lektereS aus. reckt inten-

mratf dft letzte Ziffer zu denken. In

der Hoffnung, daß das Medium unwillkürlich die Führung semer Hand übernehmen werde, macht der Künst. ler , zunächst einige unentschlossene Schreibbewegungen. Sobald die fremde Hand hieraus Nicht reagirt. macht er zunächst einen undeutlichen senkrechten Strich und zieht denselben nach einer kleinen Pause, sobald er merkt, daß seme 1 keine Gegenliebe Nndet. zu einer G aus. Nun wendet er den Kopf sragend halb zu seinem Medium, welcher im Falle der Rich tialeit gewöhnlich mit .Ja" antwortet. Erfolgt diese Antwort jedoch nicht, oder gar ein Nein-, so wischt der Künstler unter dem'Vorwande der Undeutlichkeit die Zahl fort und probirt es mit einer 3, die man aber ebenso gut für eine 5, wie für eine 2 ansehen kann. Findet auch diese Ziffer keinen Anklang, so versucht er , r v . k . v ...il : l es Mil einer y, vie aoer 10 unoeuititH ist, daß sie ebenso gut für eine 4, als auch für eine 7 gehalten werden kann. Ist auch diese Ziffer nicht die richtige. dann malt er schließlich eme van und setzt, falls auch bei dieser kein zustimmendes Zeichen erfolgt, noch eine Schlinge hinauf, so daß eine 8 daraus Wird, welche dann die gesuchte Ziffer sein muß. Fragt eine Person gar: Nicht wahr, es soll doch eine 2 sein?" so kann der Künstler eine derartige Frage unbedingt bejahend beantworten. Genau ebenso wird bei dem Aufschreiben der zweiten Ziffer verfahren. Nach einigem Zögern und scheinbaren Nachdenken werden noch eine 3 und eine 1 davor gesetzt und die Aufgabe ist glänzend gelöst. Ebenso wird beim Errathen der Nummer einer Banknote verfahren, nur daß dieses aus leicht erklärlichen Gründen mit bedeutend größeren Schwierigkeiten verbunden ist. Auch die berühmte Mordfcene". mit welcher der englische Gedanken leser Cumberland das Publikum ver Müsste, läßt sich ziemlich einfach erklären. Cumberland ließ eine mit Wachs überzogene Tafel ausstellen, in welche mehrere Messer gestoßen waren. Der angebliche Mörder" hatte nun in Abwesenheit des GedankenleserS ein Messer zu wühlen, mit demselben an einer anderen Person einen Mord zu fingiren und dann daS Messer an feine frühere Stelle zurückzustecken. Cumberland wird alsdann wieder hineingeführt und findet mit Hilfe eines Mediums UN' ter Beobachtung der vorhin mitgetheilten Kunstknisse leicht den .Mörder". Wie die rächende Nemesis schleift er ihn alsdann vor die Tafel, UM durch ihn als Medium das Messer, mit welchem der Mord ausgeführt wurde, aufzufinden. Nach kurzer Zeit gelingt dieses auch. Triumphsrend schwingt er es in theatralische? Pose und stürzt nun mit dem Mörder unter daS Publikum, um den Leichnam" aufzufinden, was ihm Dank seiner kleinen Hilfsmittel eben. salls gelingt. Oom Kaviar. Der russische Kaviar wird immer theurer; im Laufe eines Jahrhunderts ist er um das Jünszigsache ge stiegen. Selbstverstüädlich ist der echte Kaviar, früher em allgemeines Genußmittel deS Volkes, in Rußland heute nur noch auf den Tafeln der Reichen zu finden. Wie groß die Preisunterschiede zwischen heute und damals find, ersehen wir auS den Reiseberichten deS vorigen Jahrhunderts. Pallas, ein Reisender, erzählt, daß um 1770 ein Pud Kaviar in Astrachan zwei Rubel gekostet habe. Kaum achtzig Jahre später war astrachanische Waare schon auf fünfzig Rubel emporgeschnellt. Nun aber bezahlt man für gepreßten Kaviar fünfzig, für frischen, körni gen sogar achtzig, neunzig und hundert Rubel. Wenn jedoch der Preis deS Kaviars in so fabelhaften Prozressionen ge stiegen ist, so darf man durchaus nicht folgern, daß heute weniger gewonnen werde. Im Gegentheil die auf den Markt gebrachten Kaviarmkngen nehmen von Jahr zu Jahr zu. So berichtet Pallas in semer Reise durch verschiedene Gegenden Rußlands", daß der Gesammtgewinn an Kaviar auS dem KaSpischen See und seinen Zuflüssen um 1770 123.000 Pud betrug. A. v. Humboldt, der ja auch durch Rußland reiste, versichert, daß die Ausbeute am Ende des vorigen Jahrhunderts sich auf 110.000 Pud belief. In. einem Kommifsionsbericht aus dem Jahre 1800 wird von 131,000 Pud gesprochen, während wir jetzt ungefähr 200,000 gewinnen. Bon dieser erstaunlich großen Menge gehen jährlich etwa 10,000Pud Kaviar direkt auS Astrachan ins AuSland, nach Wien, Dresden Berlin, London, Paris und anderen Städten, wo er alS Astrachan caviar" zum Verkauf kommt. Der Ruhm des russischen Kaviars geht weit über die Grenzen Europas hinaus, daß sogar die Amerikaner ihr Produkt alS äch ten russischen Kaviar- bezeichnen, um den Verkauf zu ermöglichen. Gewöhnlich aber senden die amerikani schen Händler den Kaviar ihreS Lan deS nach Deutschland, wo er in Blechdosen umgepackt, und mit russischen Etiketten versehen, wieder nach Amerika geht. , Mit der Gewinnung des Kaviars sind Hunderttausende von Arbeitern an der Wolga, dem Ural, dem Kura, dem Don, dem Dujepr und anderen Flüffen deS. Kaspischen. Asowschen und Schwarzen MeereS beschäftigt. Unter Anwendung aller möglichen Gerätschaften, die der einfache Sinn des Volkes erfunden, bemüht man sich, die Bewohner des naffen Elementes aus der Tiefe zu ziehen, was nicht selten mit Lebensgefahr verbun den ist. ... Der Kaviar wird auS den .Stör-

anen gewonnen, unter denen besonderö die Hausen, der Stör, die Ssewringa, der Schip, der Sterlet die geschätztesten sind. Der Hausen gehört zu den größten Fischen und liefert daher auch die größte Menge Kaviar, die oft zehn Pud erreicht. Ein Hausen von siebzig Pud giebt zwanzig Psud Kaviar. Ein Reisender versichert, im Jahre 1730 einen Hausen von acht Jaden Lange gesehen zu haben, der Hundert Pud wog: nach dem Zengniß eines Änderen fingen Fischer in den Stawro-

polskschen Gewäffern einen so gewältigen Hausen, daß er ihnen beim Herauswinden den Schiffsmast zerbrach. Sie schnitten eiligst das 2an durch, um nicht in die Tiefe gerien zu werden, und erschraken ordentlich vor der riesigen Große des ungeheuers. In den vierziger Jahren war im KaSpischen See ein Hausen aus die Haken gegangen, den die ut scher, ungeachtet der größten Anstrenaunaen. nicht herausziehen konnten. Trotzdem verspürten sie keine Lust, diesen Fang, den sie aus Tausend Rubel taxirten, fallen zu lassen, und ermöglichten eS, ihn durch Hebekraft bis an die Oberfläche des Wassers zu schaffen, wo sie ihm den Schwanz abhieben, der allein 13 Pud schwer war, während der Fisch selbst sich losgerissen hatte. Nach den Berechnungen der Leute käme dem ganzen Thier ein Gewicht von über 200 Pud zu. Hausen von gewöhnlicher Größe enthalten bis zehn Millionen Kaviarkörner, woraus ersichtlich, daß dieser Fisch zu den allerfruchtbarsten gehört. Wenn die Eierchen ihre Reife erlangt haben, verlassen die Thiere daS Meer und ziehen die Flüsse hinauf, wo sie sich Stellen mit steinigem, rauhem Boden aussuchen, um den Rogen abzulegen. Um . einen zum Laichen geeigneten Ort zu finden, schwimmen sie mitunter sehr weit stromaufwärts, wobei sie gewöhnlich in die auSgestellten Netze gerathen. Denn auf dem ganzen, langen Wege erwartet sie eine zahllose Menge scharssinnig erdachter Fangvorrichtungen. Sollte eS dem Hausen aber doch geglückt sein, alle die ihm drohenden Gefahren zu umschwimmen, und den Ro gen auSzustoßen, so schiebt er sofort in die Tiefe deS Flusses und sucht sich die kältesten Stellen aus, wo er dann gierig Alles verschlingt, waS ihm in den Weg kommt, selbst Steine, Holz stücke und sehnliches. Wegen seiner außerordentlichen Gefräßigkeit in dieser Periode nennen die Fischer ihn auch den Fresser. Was den Stör anbelangt, so ist ex bedeutend leichter als der Hausen, und giebt natürlich auch weniger Kaviar. Der Stör wiegt selten mehr als fünf Pud. Nach den Messungen des Akademikers Baer liefert ein lleiner Stör bis 260,000 Körner, ein großer dagegen über eine halbe Million. .Die Quantität dieses schmackhasten Fisches verringert sich in Folge des unrationellen Fange? beständig. Fast dasselbe Gewicht wie der Stör hat auch die Ssewringa, tt bis 400,. 000 Eierchen giebt. Der Sterlett schließlich erreicht gewöhnlich eine Länge von zwölf Werschok (ca. 20 Zoll) und ein Gewicht von 2 bis 5 Pfund, obgleich auch in manchen Gegenden vpsundlge vorkommen. Die Sterlets lieben tiefe Stellen, führen eine verborgene Lebensweise, und halten sich aus dem Grunde auf. Zur Absetzung des RogenS suchen sie meist die überschwemmten Flußwiesen und geben biS zu hunderttausend Eier. Erschöpft von dem andauernden Hungern denn die Sterlette fressen wahrend der Laichzeit sowohl als auch den ganzen Winter über fast Nichts stürzen sie sich nun an die Ufer der Flüsse und Seen, wo sich unter den Überhängenden Weidenae . büschen und im Schilf Myriaden von - r . . likinen Organismen ausbauen, uno füllen sich den Bauch derart an, daß ein Naturforscher in sechs Werschok langen Sterletten gegen 35,000 9fau pen und Fliegen finden konnte. . Der Kaviar vom Hausen gilt lß der beste, und hat auch die größten Körner, weshalb man ihn auch nicht mit anderen Sorten vermischt; der Kaviar vom Stör, Schip und Ssevrinza wird zusammen verarbeitet in den Handel gebracht. Der Sterlett liefert die feinstkörnige Waare, die daher auch meist nicht verkauft, son' dern von den Fischern verbraucht wird. Gewöhnlich werden vier Sorten Kaviar bereitet, die folgende Benennungen führen: I. körniger, II. gepreßte?, III. Sommerfang und IV. roher Kaviar. Die technische Seite der Zuberei tung des Kaviars erfordert nur sehr wenige Fertigkeiten und Kenntnisse. Der frische Rogen wird durch ein Sieb geschüttelt und so von den fepen und häutigen Theilen gereinigt, dann gesalzen in Lindenfäßchen ver packt und fest verschlossen. Diesen Kaviar nennt man körnig. Der Preßkaviar wird anders bereitet. In einer leicht angewärmten Salzlake muß der durch Siebe gedrückte Rogen zehn bis fünfzehn Minuten ziehen, wodurch die Körner fester und haltbarer werden." Wenn der Kaviar beim Drücken in der höhlen Hand keine milchigen Theile mehr abgiebt, so beginnt eine andere Ar. beit. Der Arbeiter hebt den Kaviar aus dem Trog, läßt die Lake abfließen, schüttet ihn in Mattensäckchen. die zwei bis drei Pud fassen und bringt ihn unter die Presse. Ungefähr fünfzehn Minuten wird er dem Drucke guögesel)t, wonach man ihm Stunden. Tage, selbst eine Woche Ruhe läßt. Darnach-kommt er aus den Mattensäcken in eichene Fässer, die mit Servietten-Leinwand ausgelegt sind, um hier mit den Füßen, die in Lederstrümpfen stecken. . ae

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nampsk zu werden. Mn ldrnigen und den gepreßten Kavair bereitet man in kühler Jahreszeit, im Herbst und im Frühling. auS ganz frischen Fischen. Wenn der Fang an heißen Sommertagen gemacht worden, so erscheint der Kaviar aus diesen Thieren schon ein wenig verdorben, weZ halb auch solcher nie unter die Presse gethan wird. Dieser Sommerkaviar wird direkt aus dem Salztrog in den Handel gebracht. Die vierte Sorte .Jastytschnaja" ist von noch geringer Qualität. Er stammt von Fischen, die in den heißesten Hochsommertagen in die Netze gegangen. Dieser Kaviar ist schon ein wenig in Fäulniß übergangen. Er kommt ungereinigt unter die Presse und wird so schnell als möglich verpackt und versandt. Der Kaviar ist eine sehr gesunde und nahrhafte Speise, die den Appetit wunderbar anregt. Seine Zu trüglichkeit für unsern Organismus ist so groß, daß er in dieser Bezie hung sogar die Milch übertrifft, die doch für eins der allergefundesten Nahrungsmittel gehalten wird. Er steht an Stickstossgehalt gleich hinter t und Fleisch. Nur schade, daß auch dieses so werthvolle Produkt neuerdingS Fälschungen unterliegt, die auS dem nahrhaften Kaviar ein ungesundes, werthlofeS Zeug machen. Also Vorsicht! General Vooth. der Leiter der Heilsarmee, ist unerschöpflich in der Aussl..)ung von Mitteln und Anlassen, . Steuern für sein Werk auszuschreiben. Im Juli feiert er sein Jubiläum als Geistlicher und da .hat er dem Drängen seiner lieben Offiziere, worunter sich ja auch viele seiner nachsten Angehörigen befinden, nicht widerstehen können und hat ihnen die Erlaubniß ertheilt, ihm einen Jubilä-ums-Fonds von 50.000 Pfund Sterling (250.000) zu überreichen' 20.. 000 Pfund Sterling will der großmUthige Empfänger selbst dazu beitragen. Line Dame hat ihn nämlich kürzlich in ihrem Testament zum Universalerben eingesetzt. Ueber die Verwendung des .ubiläumsfonds hat der General" nach der Sitte der Heilsarmee allein zu entscheiden. . Schön und rem Soll da Hauö stets fein! Die besten Bürsten dazu kauft man bei h. Schmedel 420 Oft McCarth ot. Ein Ausruf, ' den wir so oft hören, ist Ach, ich bin so nervös- und gerade dieser Klasse von Leidenden wird es fast niemals klar, was ihnen eigentlich fehlt und waS die Ursache ihrer Leiden ist. Dr. Schoop fand nach einem langjährigen Studium von chronischen Krankheiten, daß gewisse Nerven dem Körper Stärke und Krast verleihen. Diese Nerven kontrolliren vollständig den Magen, die Leber und Nieren. Wenn diese Nerven geschwächt sind, werden die Speisen nicht verdaut und als eine natürliche Folge entstehen dadurch Dyspepsia und Nervosität, denn zur Herstellung von Blut, Knochen und Muskeln ist eine vollständige Verdauung der Speisen absolut nothwendig. Dr. Schoop'S Wiederhersteller heilt Magen-, Leber- und Nieren-Krank-heiten durch Kräftigung und Stärkung dieser Nerven. Diese Arznei ist kein Nervine oder giftiges Nervenreizmittel, sondern dient zur Ernährung des geschwächten Nerven-Systems. Diese Medizin reinigt das Geblüt und stellt die Kräfte wieder her. ES ist eine Arznei, welche die Ursache deS Leidens entfernt, Ja Spotbkkm oder fran per Eivrrk für tl.00, . Der deutsche .Wegweiser zur Gesundheit. jf welcher die Behandlung v w. x y ZT r T l ro" a " v? y beschreibt, nebst Vrobea. v 2 rnii dtp irr vnrtp nennw

fx) 'werden an irgend ein? j VE2,r X Asse frei versandt, d El J Man schreibe an Sr. Schoyp, Lox 9, Nacine. Wis.

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Offizieller Bericht

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Indianapolis, den 38. Februar 189. Aktiva. Anleihen : $ 416,135 09 Anleihe-Conto 137,704 12 Vereinigten Staaten BondS 250,000 00 Stadt Indianapolis, Marion und andere Counth VondS 667,927 54 Baar-Aktiva. Fällig von Banken . .'. $697,941 82 Fällig vom Ver. Staaten Schatzamt 10,212 55 Baar (Gold 5280.000 00) 481,748 01 1,189,902 38 Gewölbe, Geldschrank und Möbeln 18,000 00 12,679,669 13 Passiva. Eingezahltes Kapital. $ 800,000 00 Ueberschuß-Fond und Gewinne 80,607 15 Nationalbank-Noten im Umlauf 224,350 00 Depositen 2,074,711 93 $2,679,669 13 John P. Frenzel, Präsident. Otto N. Frenzel, Kasfirer. O. F. Frenzel, Assistent-Kassirer. n6ianapott8u8inss8niver8!tV XVULIs BLOCK, Nord Pennsylvania Str. Schöne luftige Zimmer. Unterricht den ganzen Sommer. Eintritt z jeder Zeit. klevat,r, sowie die modernsten Einrichtungen ,ur equemlichkeit der Studenten. 4iShrige Bestehen. Schiiler, l.MM in gnter Lebenslage. Unterricht einzeln ertheilt von tüchtige Lkh rern. Zmet geschtte Lehrer für Schönfchreibekunst. Buchführung, Stenographie und englischer Unterricht ertheilt. Offen da an;e Jahr. Tretet jetzt ein. Eine besondere Klasse für Schönschreiven am Vormittag. Sprechen Sie in der Offtce, IQ When Block für nöthige Aufklärung vor. Sehr schöne Eataloge werden frei ugefandt.

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