Indiana Tribüne, Volume 17, Number 234, Indianapolis, Marion County, 13 May 1894 — Page 6
6
NrühttngSvüfte.
Ton Dr. Luswig ttarclL Es linb ebenso leichte als eigensinnige Gesellen, die der erwärmend Hauch der Sonne in die Lüfte trägt. Jeder von ihnen hat sein eigenes Wohnhaus, der eine schlüpft nur in fr;e Blüthe des Veilchens hinein, der andere läßt sich nur in den weißen, nickenden Maiglöckchm von dem Lenzesodem hin und her schaukeln. Der eine liebt die mit Brokat ausgeschlagenen braunen Sammtpolster des Goldlacks, der andere klimmt an den blüthenrcichen Stauden der Hyacinthe empor. In den bald weiß, bald rosig angehauchten Blüthen des Geißblattes schlummert der eine, in den offenen und sternförmig ausgebreiteten des wilden Jasmins schläft der andere, so lange, bis der Strahl der Frühlingssonne sie zu lustigem Treiben erweckt. Da beginnt nun das übermüthige Spiel der zarten Hauchgebilde. Getragen von "den leichten Schwingen Zephyrs, erheben sie sich von den freudiggrünen Matten, hier huschen sie über den rieselnden Bach, dort streifen sie den Rand des Waldes, sich mit den Düften des Waldmeisters vereinigend. Da begleiten sie eine blau und grün schillernde Libelle, die eben ihr LarDenk leid abgelegt, auf ihrem . raschen Fluge von einem Schilfrohr zum andern; dort umgaukeln sie mit ihrem süßen Athem ein liebendes Paar. Sie sind dabei, wenn der schwirrende Käfer über die Wiese dahinfährt; sie fehlen nicht, wenn die summende Biene sich das honigreichste der goldgelben Köpfchen aussucht. Nur wenn der alles erklügelnde Mensch kommt, um sich ihrer zu ,be-, mächtigen, wenn er sie m fernen eigenartig gestalteten Apparaten festhalten will, um zu sehen, was an ihnen Vöxperl ich ist. wie sie reagiren, wie sie sich destilliren lassen, und ob man sie condensiren kann, dann jagen sie pfeilschnell dahin in rastloser Flucht. Man kann ihnen dieses Vorurtheil nicht verargen, es ist eben angenehmer, sich frei und ungebunden in der Natur heimzutummeln, Liebende zu belauschen, keimende Verse zu umschweben, als sich über Gasflammen als Destillat behandeln und mit Aether oder Alkohol extrahiren zu lassen. Daher ist es gekommen, daß wir noch keine Kompendien über das chemische Verhalten dieser leichten Kumpane besitzen, wo mit prosaischer Pedanterieverz::chnet ist: ob der Maiglöckchendust sich zu einer farblosen oder gefärbten öligen Flüssigkeit verdichten läßt, deren spezifisches Gewicht 0,25 beträg.7, oder ob demHyacinthenduft ein wachsähnlicher Körper zu Grunde liegt, der bei 24.5 Grad Celsius schmilzt u. s. w. Die Blumen selbst mußten Stand halten, als Gelehrte kamen, um sie zu messen und zu zerlegen, sie mußten sich bis in ihr Innerstes, bis auf den.,Zellkern" prüfen lassen, sie mußten sich in gewöhnlichem und. in polarisirtem Lichte zeigen, sie, die gewohnt waren, sich nur in dem goldenen Strahle der Sonne auf grünem, sammtenen Teppich sehen zu lassen. Die Düste aber, die ihnen innewohnen, konnten größtenteils bisher nicht gezwungen werden, ihr Jncognito zu lüften. Heute sind die Botaniker meist erst so weit, daß sie muthmaßlich aus den Düften auf die Natur ihres Trägers. schlienen können. Nur bei wenigen Pflanzen kennt man die Zuiammen setzung des Duftstoffes, so weiß man. daß der kräftige, würzige Nelkenduft dem Eugenol. der Duft des Waldmeisters dem Cumarm. und der des He liotrop'dem Vanillin ihre Entstehung verdanken. Man kann nun muthmaßen, daß alle ähnlich dustenden unter den bun ten Kindern unserer Auen aus eben so zusammengesetzten Stoffen ihren sinnberückenden Athem entströmen lassen. Gerade die meisten der Frühlings düste gehören hierher, so der des Flie ders, der Reseda, derAurikel, der Aka zie, des Veilchens, des Cyclamens, des Maiglöckchens und des Jasmins. Weil die oben genannten Stoffe Eugenol, Cumarin etc.) in dieBenzolreihe de? organischen Chemie gehören, nennt der bekannte, Botaniker Kern in Wien die angeführten Düfte: oen z.oloide. Wenn die ??rllhlinassonne die re benbekränzten Hügel mit dem Morgenkusse der erwachenden Natur begrüßt, dann sprießen an dem Weinstock die kleinen grünlichgelben Blüthen, die aber trotz ihrer Unscheinbarkeit köstlichen Wohlgeruch in sich bergen. Es .ist dasselbe Aroma, wie daszenige, welches das edle Naß aushaucht, wenn es als schäumender Bur gunder oder als feuriger Tokayer kredenzt wird, und sinnig bezeichnen es d:e Feinschmecker als: Bouquet" des Weines. Seiner sind Chemiker schon bor längerer Zeit habhaft geworden. es ist nämlich der Oenantäther". Aehnllchen Substanzen wie diejer verdankt die Nose, die Linde, der Nacht schatten, die Päonie, der Höllunder und andere ihre Dufte, man nennt sie: paraffinolde. Der Athem de? aroßen weißen Magnolienblüthe dünkt uns ähnlich demienrgen, welchen der unansehnliche, am Boden dahinkriechende Lavendel den Lüften mittheilt. Derselben Duft art liegen 'bei den Orangen- und Citronenbäumen sauerstofffreie, ätherische flt zu Grunde, die Terpene, darum heißen diese Duste die terpe noiden". An wüsten, sandigen Orten erhebt sich kerzengerade eine Pflanze, deren Haupt eine weithin glänzende gelbe Blüthe schmückt. In dem fahlen Mondeslicht leuchtet sie über die stille
Ebene, daher sie der.Äolksmund die
Nachtkerze" (Oenothzra) lc nannt hat. Wahrscheinlich um ihrem Namen noch mehr gerecht zu werden, entringt sich ihrer gelben, trichterförmigen Krone ein Duft, der keineswegs als balsamisch bezeichnet werden kann, ebenso wenig wie der von den unansehnlichen Blüthen des sich weithin rankenden Epheus, sie erinnern damit an den der Blrnbaumbluthen, sowie an den der Vogelbeere, des rothen Hartriegels, des Schneeballes, der Mispel und anderer. Riechen wir einige dieser aminMton" Düste schon mit gemischten Ge fühlen, so lst dies noch mehr der Fall bei den soaumnnten. .indrloiden" Düften, die wohl nicht so heißen, weil sie sich unserem Geruchsorgane ge genüber indolent" benehmen, fondern weil ihnen das Jndol zu Grunde liegt. Solche zweifelhafte Düfte hauchen die Niesen unter den Blumen, die Aristolochia Gigas", mehrere Rafflesiaceen und andere aus. Sie sind auf den Besuch von Aasfliegen und Aaskäfcrn angewiesen, darum haben sie mit dem faulenden Fleische nicht nur den Geruch, sondern auch das Aussehen gemeinschaftlich. Die Natur gleicht emer vornehmen Dame, welche ihr Parfümfläschchen nicht so vor aller Welt stehen läßt, damit Jedermann wisse, was es enthält, sie will auch hierin, sowie in ihren Herzensangelegenheiten' em Räthsel sein. Nur langjährigen, consequenten nnd zähen Verehrern geS" umyKin yc lingt es manchmal, bis zur Etiquette des Varfümfläschchens vorzudrinaen. Eine trotz Mutter !akr,ebnt den Ebemikern. die ia am bar näckialten den Gebeimnissen der ' A-ß i i uuciuiuuuiiiyc -yumc uuu; uuicju Es gelang ihnen nämlich, von dem Toilettentischchen der Natur das trll.1:1 7. c.. U.!i7.i. ... :: Ks:.. rr. tfia ajmcn mir oem anluenouile ju tli '1 . 0 1 , . ' einmal in loren ues anairniren den Händen, war auch das Räthsel dieses Duftes gelöst. Sie fanden, dak der würnae Aauck. dn nnlkre sichten und Tann n ausa hmen? e n AZ:. an:... c ..r... uymiujc uuiuiiu uu uu tu ssuhk Z Ti r l 1 V , , , . I ! 3tl Kä VntA 4 K 1 4 1 ri I yBi"i ic vcu JJ0Miiccn ciucu ütt un
i rr r u , , ; .im., " t i 'wG0nv!frij; ' Sfu3Ur0r"5bs sieht, aber gerade dann ist der ZeitsllbstaNZ des Bamllenduftes, ZUM Ba- unkt mUmmtrx. wn hnhi hmttrn
nillin, w enger Beziehung steht in V? VmiIIm , . . I yw Hi; vuic letztere fabnksmablg darstellen. Die Untersuchung ähnlich zusammengesetzter Verbindungen aus der TJ..t.w V.. st -1 - . viiut uzi ,uÜCuuuiucii wwciuiic führte vor Kurzem auf die Enthüllung eines weiteren ParfumgehelMNisses und zwar des Bellchenduftes. Auch dieser wird seit wenigen Monaten zu Holzmlnden in Deutschland und in Paris künstlich bereitet. Ebenso compllcirt, wie die Herstellung des Trägers eines solchen Aromas ist, ist auch sein wissenschastlicher, das heißt chemischer Name; ein jc . . loicjer icqn oen unoigen, woraus C l r - L S i f . m m, t Ä oer oeirenenoe wss oejleyt, 10 l,t das Vanillin .Qrthooxybenzaldehhdmethyläther" oder der Methyläther- des Protokatechnaldehyd . Um der Zunge des Lesers keine Verlegenheiten zu be- . . . . . . ..!4i K-lff I 11 S. . I r I wen, wiu iu jiiu;i uui uaiuja;cn 'amen des zungsten Retortengeborenen des Beilchenduftes hier anwyren. sondern bemerke nur, dah seine Entdecker (Haarmann und Krüw. t.rt.. .. . ger) ihn der Kürze halber auch Jonon" nennen. Er steht nämlich .in enger genetischer Beziehung zu dem Dufte der sogenannten Veilchenwurzel , die aber mit dem Veilchen nichts r v v. cm (fi. j cuiclll yai, onccrn oer uurzei 10a der Schwertlilie ist; weil letztere Iris 'heißt, fuhrt der daraus dargestellte .Stoff den Namen Jron". Mag heute die Natur ihren Frühlinqs - Toilettentisch noch so sorafäliia vor iedem Unberufenen hüten, mö-
gen die Duft: selbst, die der frohe Lenz nunstlgen Befehle, die daS ebeN Geschein den Wäldern und auf den Fluren hene über den Haufen werfen, kein hal-
erweckt, sich noch so sehr dagegen weh?en, in die Gewalt des Menschen zu r r 1 t n . Eprouvetten, mit Feuer und Aether zwingt er sie, ihm den Zauber ihres 1l-.flj. CiflC i . i iieoiimcn aincrns zu oerraioen. Und so ist die Zeit nicht mehr fern, wo man mit dem Waldesaroma des Weihnachtsbaumes auch noch der sunen Duste Schaum der Fluren und Auen mitten im Winter in unsere Stube verpflanzen wird. Ein Kölner ArtillerieSergeant, dem Fortuna ein Viertel eines Gewinnlooses in den Schoofe geworfen, fragte ganz verblüfft ob seines Glückes seine zukünftige Schwiegermutter, was er mit all dem Gelde thun folle. Diese, eine Kölner Blume, entIgegnete: Ra, Du h'as setz lang genog als Gesell bei da Zolldate geärbeit', jetz kof Du Dich en paar Kanunne un en Dick alt Fort, und dann fangste für an: Hlinitiertl C). VI.. Bil)te , n r f t rm gvj ml,Ui ü"lcuc.1 fullVclj.c' .ti y m nav iKti nnmiBT 11 in t r ri t r rw i atv tt r ir t n rä vtvcfcU4"'" Liciuiüncu vui uvi künstlerisch! Der Mann braucht nur einen Wunsch zu äubern, dann malt sie ihm etwas, und will sie etwas haUCtl U tyUUl IC UU9( c n. ..p - Beruhigung. Frau Rath: Ach, Herr Doktor, wären Sie doch heute Morgen dagewesen! Ich habe wohl fünfzig Mal niesen müssen!.... Was hatten Sie dazu gesagt r Arzt:- Fünfzig Mal Prosit", gnädlge Frau!" ; M 0 d e r n e r ü e i r a t b 5a ntrag:... .Mein Fräulein, darf ich Ihrem Herrn Papa meine Schulden! gestehen?
lommcn icincrn gruoeinoen vreijic iuuiucu jziu)ut, wzn uzn jicncn können sie nicht lange mehr ihr Ge- den die Arbeit erleichtert wird, indem beimmn entziehen. Mit Retorten und sse ihrem instinktiven Dränge folgend
C Alles komm, bkim Tenken darauf an. ! fca& üintm d cht, Vorstellung im I a.... cm.. i I rechte Moment einfällt Hartmann. y Gedankenarbeit. unter (öeoanlenardeit verstehen wir gewoomlll) nur jenes yvyere genüge I I Schaffen, welches Gelehrte, Schrift-
leer utitf icHi(.;
steller. Dichter und Forscher, über-1 Drum nur niemals den Kopf verHaupt alle Helden des Geistes vollbrin- loren. was auch immer im häuslichen
gen. Daß auch die simple Hausfrau c . m . r je i. ; i ir. cm i . I in oer eillzraniiyeli iqrer vier uanoe Gedankenarbeit verrichten kann, za.daß I ste dies thun mutz, wenn it ihren verschiedenen Pflichten als Oberhaupt des I
Hauswesens, als Gattin und Mutter nützung des Momentes, also durch vergenügen will, das bedenken gar viele I nünstiae Gedankenarbeit die Schwie-
Männer, aber manchmal sogar die Frauen selbst nicht genug. Woyl erzcyernt oer gronte qtil der praktischen Thätigkeit des Weibes als bloße mechanische Routinearbeit, und man wird kaum vermuthen, daß die annrungen mn vt)tri, Staublappen, Kochlöffel und Nadel mehr als ein minimalesQuantum Verstand erfordern, und doch kann keine ersprießliche Handarbeit ohne eine begleitende GeI t I m P i I .canienarocii augcsuyrl weroen. uno doch w:rd & in jenem groneren HausHalt gar bald hapern", wo die angebiiaii eele oeueioen nur aroenen uno nicht denken, nur selbst schassen und
nicoi anlassen, o. g. ocqien, wo jic Wüste, bei den Madagassen, den Ponur zugreifen und nicht auch zuweisen, zysiern und Australiern singen die nur selbst leisten aber nicht leiten kann, i, WnSn in s,lktt?n?n,n
it - nh T,rtrrtm. rs n,r f-Zn,n Tnn I Ä'T V?' SAl X.Ta"."1 L?? ?Ä ,"C"U"? - n i t w itvii vn ii iin l m t-t tt m t ir rw t m l l' 'wö- 1 I ..r.:.:,?; rw,. tx.,: SW' r j l Aufmerksamkeit der Hausfrau sich neben der körperlichen auch der aei-
n:rtn l,n?,'M?s.-:t iml1tuw" ö" ,uyv.a "v1 istigen Gedanken-Arbett zuwendet und nnmöal ck. e n vaar Ter e d e-
sie dieser ihrer unsichtbaren stlllenThas h;frf fm;At;fst m XL t tmnS beimißt, wie der sichtbaren lärmendem. K. c?. es.Tages an unsere Arbeitskraft so h ;ftfn, hnh w i hnrnh i,n (ffnh? hrs w v l v vri v f vv i r r r VV Vvv 1 ' - ' I itcren, daß er uns brummt, oder wir m.ftr m ss?n wn d,i- ffnnf i,n? mitgenommenen 'Hirnkasten in seine ..... ' Hand zu stutzen und in kurzer, sicherer Ueberlegung nachzusinnen, was nun zu tun nothwendig, und in welcher Aufinanderfolge die einzelnen Arbeiten . ' 3 . - . . j . am besten zu abfolviren sind. Haben wirerst einen richtigen Ueberblick geWonnen, die Dinae einaetbkilt. wie sie Znes nach dem anderen in geordneter Reihenfolge erledigt werden können, dann wird Alles ohne Aufregung, ohne Ueberstünuna -wie am Sckmürcken" laufen, wenn nur die Hausfrau im Stande ist. diese unsicktbaren ?äden oder Zügel der Regierung fest im Kopf und in der Hand zu behalten. ... ' . . Niemals ist es er für die Frau ... 1 . . nöthiger, ihren Gedankengang in feste Ordnung aebannt zu kalten, als zu jenen Zeiten, wo iraend ein arö!?eres " 1 J Ereignib den sonst so geordnetenHaushalt auf den Kovf stellt, wie z. V. ein Umzug, eine ytctc, eine größere en- , m r . r . n lichkeit, ja selbst nur die alljährlichen Ueberaanqsstadien des Herbstes und Frühlings. Da- zeigt stch die ganze Bedeutung der Gedankenarbeit der &...3t.... v!. Hausfrau, die wir Ueberlegung und richtige Eintheilung nennen. Und all' die Zeit, welche man dieser vorherhenden Ueberlegung widmet, wird reichliche Zinsen tragen durch die mich I f- 1 t. . t . tr cr gewonnenen lunoen oei oer ÄUS führung der verschiedenen Arbeiten. Wer am frühen Morgen genau welk. welche Verrichtungen und Bewegungen im Laufe des Tages hubscb auf einander zu folgen haben, bei dem giebt es lein Zögern und Zagen, keine unverdes Fertigwerden,, kein unvollkommenes sollenden, keinen Zeltverlust, keine I i;;:f.&... ra.rcxi... , : v, rr : mit zeder möglichen Handreichung der roeiien roeil )qon enlgegengeyen I f nnnn tnAh.in 4 . Vv.. ..! k fc. i wuvu' wie u vei ricyien. Beim Umzug z. B. muß die Haussrau damit beqrnnen, sich einen Plan, eine Zelteintheilung zu entwerfen, m welcher Reihenfolge die Abloiungsar oeiten in der alten, und die der Einrichtung in der neuen Bebausuna er folgen sollen, da giebt es später kein kopfloses Umherlaufen und Schreien, kein nervöses hastiges Fragen: Was thue ich jetzt nur zuerst?" Wie ein gewiegter Stratege die Taktik der Kriegsführung beherrschen muß, ehe er rn's Feld zieht, so ist es für die tüchtige Hausfrau erforderlich, einen guten Feldzugsplan entwerfen zu können, ehe d:e tückischen Verfolger der Verwor tentt und Unordnung auf sie einI fcrtnrtn rntt& nsfV 9TinfFnrtrtt ttW.. V t., M V V VMf VIIVU' itrArt non i 1 1 ftnntrt mnlft'Js' St I "Hut MV niiiv. iiHuitiiiuui WIV ;,:., im CfrrnV TrnS s:V ""a"' -v- .... .-"-v v,v ftetnbe des käuslichen Friedens und - . - . Behagens zu besiegen, und diese sind manae ndes Aers ändn k für e t- und ys,,z,zs,,' zohl mag diese Gedankenarbeit mnnrfn tt nTa n, nfrftnfinr l u- ' 0 unbedeutende Waffe erscheinen, aber 11? dann, wenn sie ibre aanze Mackt zckt ervroben aelernt baben. Denn gerade in der Gedankenarbeit finden wir den besten Förderer für Alles.was wir unternehmen, sie sichert uns erst den wshrenErfolg für die emsige Thätkakeit der stände. Und wenn wir oft bewundernd und staunend vor der Leistungsfähigkeit einer Hausfrau stehen und. uns sragen: Wie bringt sie dies
nur Alles fertig?- dann mag sie lavm moer maz: o gmaq: : ,
chelnd antworten: Erst seh' ich's im
.Kopfe vor mir, und dann fuhr ich es mit den Händen aus!" Ja, und die ses geistige Vorausblicken, dieses im 1 p l p ' Kopse haben, all' dessen, was zu geschehen hat. das ist eben jene geHelm nißvolle Gedankenarbeit, das ist die Macht, welche uns all' jener Seanuncm theilhafiia werden laßt, die aus .. .. . r, überlegter, wohlerwogener yal em svrinaen. und Familienleben sich begeben mag. . l Wer oen iiop ooen veyall. oer rann allen Anforderungen des Lebens begegnen, indem er durch rasches Ersas sen der Situation.durch oünstiae Aus riqkeiten alle heldenhaft beseitigt und besiegt. Ttchterlnnen vei dcn Wtldcn. 5n allen Ländern und bei allen . Völkern gibt es Lieder und Melodien, denen Mütter ihre Kinder in den $chfof singen. Es ist wohl anzunehmzTlt daß alle ursprünglichen Wiegenqefänge dem dichterischen Genius des ffruengemüths entstammen, zärtlich man fanden sie. ibre Kleinen ein zulullen. Vei den primitiven Völkern ;rt j'.berbzuvt d e ??rau d e Dimterin. Bei den Arabern, den Beduinen der !C, 0 W r r "IC lropyen inrer leoe cymerz uno luck. 20 den Indianern UND vielen stammes vt alten grauen Seduinen haben Frauen und Mäd . . . tfn. ftvinr ihr Mnrt'hfTfn iHrfnnar 1" r bie den Männern zu singen verboten s ist für die europäischen Rei.t LU1B(u tsLilX rmi??.. . ul jjmx- iiv-"fti1-wn5 Unb Märchen von Generation zu Generaiion hat auch bei den Culturvolkern Frau immer weitaus den größten prftfis nrhnht. o-i 1 " Die größte Ueberraschung seines Lebens. J ti'X I - 2j 1 jknJPm 'iIa ßxtöfcffli 'nvAl t?v-Jfaw JV I wfivV-!!. V t sn y v J: Pclizist: Well, how much for den Wbi-keN?" I v i. r srt . I arreeper lrianolicyes srunyorn): Zehn Cents bitte. Polizist: W a a a s ? ! -k,rcke l'bomme' nickt v11" vv'l"v " Cherchez la femme ! Warum ist denn Ihr Kindermäd von Ihnen fort?" I r . rY i -rn leoen vte, mein zaou vziaiu Mumps" und ihr Polizist hat diese Krankheit noch nicht gehabt. Doch zu E t w a s g u t. Du, Patfy, komm schnell her! Schlittenfahren is jar nischt dagegen!" Die Probe. Der Waldhw ber ist wieder einmal wegen Betheiliaung an einer Rauferei angeklagt und der Richter ermahnt ihn: .Geben Sie den Kampf mit dem Gesetz auf, es ist doch stärker als Sie." Da streift der Waldhuber sich die Aermel aus und entgegnet grimmig: Schafft's her, 's G'setz! Seh'n woll'n mer's!" S ch m e l ch e l h a f t. A.: Ja, I wie ich Ihnen sage, ich bm seit zehn Jahren Wlttwer. und Sie? B.: Ich
-FX ... . 5 -i - vzi W U I I 7?ch J. '- sV41 HU I L MMV' iS v - , .vA-V ' - JM vw nr : TT tM , ü 1 1 . . 4- 3 1 XjCdr-'a . M i 1 WUiMWUAvp iWy,' Lr V imWiLil' T -vliV Wtt I -t i I oLVtt II
- tisT-V I lTIrflR
j fii
! r-'.
wr-
rm
ÄW. ' " Xfw rCn' v wst'js .MU'k TIJ M. ßß
M. ! J mm ' ü !?! ) s'i ' Jr ' O-J i 'ü ' f s ar ' S . T 1 V j- il'U i X 1 . L ; .i.Ä..-- 'ff I Ar, r, ' l'tr V 1 ' ' i h-i v -Ür v "-n i liC Ä A, " M fSi frsih T 'Tk ü- vM W 4 9Cl ? Vvxekk r WN
Neber Veränderungen seö Qe fchmu?.
Der gelehrte Franzose Brillat-Sa. darin sagt in seine:' Physiologie des Geschmacks: ?age mir, was du ißt, und ich sage dir, was du bist." Das Wort hat sehr viel Wahres für sich, denn sogar m unserer heutigen alles kosmopolitisirenden . Zeit könnten wir beinahe an dem verschiedenen Geschmack der Menschen unterscheiden, welcher Nation dieser oder jener angehört. Die Vorliebe für pflanzliche ode? mehr fleischliche Kost, wie die verschiedenartige Zubereitung sind Hauptsachlich auf die klimatischen VerhaltNisse, unter denen die verschiedenen Völker leben, zurückzuführen. So wird der Engländer durchschnittlich mehr Fleisch genießen, als der Italicner, da das Fleisch infolge des Herrlichen Viehfutters in England von außerordentlicher Güte ist und sich bei dem kühlenKlima besser hält, während der Italiener schon naturgemäß bei der großen Wärme seines Klimas mehr auf die leichte, pflanzliche Kost angewiesen ist. Zunge und Gaumen behalten sozusagen am längsten ihr Nationalgefühl, denn sogar bei vielgereisten Leuten bleibt eine gewisse Vorliebe für Gerichte ihres Landes, die sie in der Kindheit gegessen haben. Den Russen wird stets ein Gefühl des Behagens beim Anblick eines Tellers Schtschi (Sauerkohlsuppe), Barschtsch (Suppe von gesäuerten rothen Nüben), oder Vlinij (einer Art Plinsen, die' mit saurer Sahne oder 'Kaviar gegessen werden) überkommen, der Südländer wird seine' Speisen am liebsten mit Olivenöl und Tomaten zubereitet essen. Maccaroni 'mit ,Oel, geröstete Kastanien und Maiskolben, verschiedene Muscheln, Schnecken und Seespinnen sind sehr beliebte Nationalge richte des Italieners. Wie wir aus den Schilderungen moderner Völkerkunde ersehen, gibt es bei den der Civilisation noch entrückten Völkern gewisse Speisen und Gerichte, die uns Europäern ein wahres Grauen einflößen. So essen z. B, die Tungusen und Jakuten (in Sibirien) große Quantitäten ganz reinen Fetts, ohne jegliche Zuthat. Die Samoieden halten rohes Fleisch für einen ganz besonderen Leckerbissen: beson ders gilt dies von den inneren Theilen des frisch geschlachteten Rennthieres, die in das warme Blut aetaucht und dann verspeist werden. Die Buräten in Sibirien trinken den Thee mit Salz. - In den Somaliländern Afrikas werden, wie G. Revoil schildert. die Kaffeekirschen in Fett geschmort. sodann nnt Honig oder dem Safte des Zuckerrohrs begossen und mit gekochtem Mais zusammen gegessen. Wenn es uns nicht von glaubwürdigen Bolkersorschern erzahlt wurde, so könnten wir kaum an manche jener entsetzlichen Gerichte glauben, die von den Chinesen gegessen werden. Ratten-, Mäuse- und Hundebraten sind dort gang und gäbe. Als roße De llkatesse gilt aber das Milhi; es be steht aus eben geborenen blindenMäusen, die in Honig getaucht und dann, ähnlich wie bei uns die Austern, langsam heruntergeschluckt werden. Wie m, allem anderen, so hat die steigende Civilisation und Cultur, besonders durch den zunehmenden regen, Verkehr unter den Völkern, auch in ihrer- Ernährungsweise große Umwälzungen hervorgerufen, die uns heute so selbstverständlich erscheinen, daß wir uns das Leben ohne sie aar nicht mehr denken können. Die Grundstoffe, aus denen die verschiede nen Völker ihre Speisen bereiteten, waren dieselben, die uns heute zu Geböte stehen, dieselben Pflanzen, dieselden Thiere, nur die Art der Zubereitung war eine so grundverschiedene von der ' unserer Zeit. Bei .unseren Vorfahren erforderte das Kochen wenig' Kunst, damals kannte man keine Chemie in der Küche, bereitete vielmehr die fleisch- und pflanzlichen Speifen in einfachster Weise zu, .da z. B. die verschiedenen Gewürze, womit wir heute unseren Gerichten den pikanten Geschmack geben, infolge der großen Entfernungen und ber mangelhaften Verkehrsmittel sehr wenig bekannt waren. Was heute dem Aermsten bei der geregelten und raschen Communication zugänglich ist, prangte früher allein auf der Tafel der Könige, Fürsten und der ungewöhnlich Reichen. Im Mittelalter hielt man z. V. Pfeffer für eins der kostbarsten Gewürze Indiens, und ein Geschenk von mehreren Pfund Psesser galt noch im dreizehnten Jahrhundert als außerordentlich werthvoll. In einer von Ulrich von Hütten verfaßten Schrift wird allen V'öllerei" vorgeworfen, die ihre Speisen mit Pfeffer würzten! Ehemals war der Reis so theuer, daß er blos den Reichen eine zugängliche Speise war. ' Chocowde wurde im Jahre 1520 durch die Spanier aus Mexico 'nach ' Europa gebracht, und erst durch die ' Kreuzzüge wurde der Zucker in Europa .bekannt. Noch am Ende . des siebzehnten Jahrhunderts war er so theuer in Deutschland, daß nur die Wohlhabenden davonGebrauch machten. . Sogar viele der heute allgemein bekannten Gemüsearten ' bürgerten sich erst vor einigen Jahrhunderten allgemein ein. ' Zwiebeln und Petersilie galten in England noch im fünfzehnten 'Jahrhundert für eine seltene Delikatesse. Als die Gemahlin Heinrich des Achten, Katharina von Aragonien, während eiuer Krankheit Salat verlangte, wurde er erst durch Boten auö Flandern bezogen. Während die Kartoffel schon' im Anfang des sMehnten Jahrhunderts in Eng-
and allgemein in Aufnahme kam.
wurde sie noch im Anfange des siebzehnten Jahrhunderts in Frankreich auf der königlichen Tafel als Leckerbissen gegeben. Heute kann der Arme sich das Leben ohne Kartoffeln gar nicht mehr denken. Wenn wir heute zum Frühstück unseren wohlschmeckenden, aromatischen Kaffee oder Thee rinken, so können wir uns gar nicht mehr in jene Zeit zurückversetzen, wo drese letzt allgemein beliebten Getränke in Europa noch gänzlich unbekannt waren; damals aßen z. B. die alten Polen Biersuppe, mit saurer Sahne Ziuberenet. zum Frühstück. Erst im Jahre 1679 gründete ein englischer Kaufmann das erste Kaffeehaus in Hamburg, und 1723 entstand das erste Kaffeehaus in Paris, 1721 das erste in Berlin,. Den Gebrauch des Thees lernten die Europäer gegen die Mitte des siebzehntenJahrhunderts kennen, und erst seit der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts fand er allgemeine Verbreitung, während das Theetrinken heutzutage bei den Rufsen. Englandern, Schweden, Normegern und Holländern zur Volkssitte geworden ist. Auch Butter kam erst vom Jahre 1500 als Nahrungsmittel auf, im Alterthum wurde sie nur als Pomade gebraucht und später zur Zimmer-, hauptsächlich aber zur Klrchenbeleuchtung. Noch heute füllen die russischen Bauerfrauen die Lampen für den- Hochaltar mit Butter und Wachs. Obgleich wir schon in der römischen Geschichte von den berühmten und vorzüglichen Gastmählern des Lucullus hören, so würden uns heute dennoch vielleicht d:e Pfauenzungen, d:e gemästeten Schildkröten und Austern in der Zubereitung jener Zeit nicht schmecken. So sollen die 'alten Römer mit Salmiak ihre Speisen gewürzt haben. - Wahres Grauen ergreift uns, wenn wir z. B. die Rezepte aus einem im fünfzehnten Jahrhunderd erschi-ne-nen Kochbuche lesen. Man denke sich nur: Eiersuppe mit Pfeffer und Honig! Ebenso entsetzlich sind folgende beide auS dem dreizehnten Jahrhundert stammende . Sveisefolaen: 1. Brühe mit Safran, Pfeffer und Honig. Lammfleisch mit Zwiebeln oder Zwetschgen. Stockfisch mit Oel und Nosinen. Kleie in Oel gebacken. Gerösteter? Bückling mit Senf. Schweinsbraten mit Gurken. 2. Schweinefleisch. Eierkuchen mit Honig und Weinbeeren. Gebratener Hering. Kleine Fische mit Rosinen. Gebratene Gans mit rothen Rüben. Gesalzener Hecht mit Petersilie. Salat mit Eiern. Bei dem Gedanken an diese Menüs und ihre einzelnen Leckerbissen würde sich der heutige Culturmensch schütteln. Man vergleiche damit nur irgend einen Speisezettel von heutzutage: Königinnensuppe, Austern in Muscheln, Steinbutt mit holländischer Sauce, Rinderfilet a la Financiers, Spargel. Fasanenpastete, gebratener Rehrücken, Salat, Compott. frische Trüffeln. Nesselroder Eis. Käsestangen. Nachtisch. Daß die Leute in der guten alten Zeit nicht so ganz unempfindlich für die Freuden der Tafel waren, ersehen wir daraus, daß auf einem Reichstage zu Regensburg Herzog Heinrich von Braunschweig bei dem Festmahl einen langen. Zedel (Speisezettel) bei ihm auf der tafel liegen that, den er öftermal besähe." Gefragt, was er so eifrig lese, liehz in der Herzog den zedel sehen. Darin hat ihm der kuchenmeister alle esen und drachten in der ordnung aufgezeichnet und kunt sich demnach der Herzog mit sehnen esen darnach richten und seinen appetitum ufdie besten trachten sparen. Trotz der obenerwähnten beiden abwechlungsreichen Menüs sind wir, ohne Gourmands zu sein,, doch froh, daß wir an einem ähnlichen Festmahl nicht theilzunehmen brauchen. Unser Geschmack ist eben ein andere? geworden, seitdem dieProducte anderer Erdtheile so bequem und leicht zu uns kommen, zumal seit der Entdeckung der Dampfkraft, die geradezu eine Umwälzung in unserer Ernährungsweise und unserem Geschmack hervorgerufen hat. Die besiegte Dorfschöne Ewe .Radreiseerinneröng von 23. T. Wir waren, -aus hohen Zweirädern von Frankfurt a. O. kommend, spät Abends in dem zwei Stunden von Berlin entfernt liegenden Dorfe F. angekommen. Unterwegs hatten wir einen kleinen Igel, der uns über den Weg gelaufen war, eingefangen. Er hing, in ein Taschentuch gewickelt, hinten am Rade meines Freundes Rottmann. Im Dorfe fanden wir bald :inen kleinen Gasthof mit einem netten Wirth und einer noch netterem Wirthstochter. Mein Freund Rottmann, ein hübscher, zwanzigjähriger Äenael. hatte sich gleich m die hübsche Landschöne verguckt. Ohne Kuß von der aehe ich heute. Nicht schlafen: meinte er leise zu mir, als die Kleine mit dem Bier ankam. Aber er fiel ab! Gründlich! Sie ließ sich überhaupt nicht in ein Gespräch mit uns Beiden ein. Rottmann schimpfte. Aber was half es? Wir mußten eben ohne Kuß respektive Küsse schlafen gehen. Wir fuhren unsere Maschinen in einen kleinen Stall, den man uns zur Verfugung stellte, ließen den Igel ruhig an dem einen Rade hängen und ließen uns von einer alten Maad nach unserem eine Treppe hoch belegenen Zimmer leuchten. . Das Zimmer war niedlich eingerich tet. die Betten hübsch sauber. Durch eine Thür, welche offen stand, sah man. in ein kleines. Nachbarzlmmer.
Wer , schläft hier nebenan?' fragte
Rottmann die Magd, welche die Thür schlitzen wollte. .Das Fräulein! war die kurze Antwort. In Rottmanns Augen blitzte es auf. Er stand, während die Magd das Zimmer des Fräuleins- betrat und dasselbe von innen abschloß, eine Weile sinnend da. Dann, als die Bedienstete das Zimmer durch eine nach dem Corridor fuhrende Thür verließ, packte er mich plötzlich. .Otto!" rief er lachend, die kriegt den Igel in's Bett!" .Mensch!" . Schon war er fort. Nach kaum zwei Minuten kam er schon wieder. mit dem Igel in der Hand, die Treppe heraufgerannt. Luft noch rein?" fragte er athemlos. Ja aber - Ruhig!" Er schlich sich vom Eorridor auS mit dem Igel in das Zimmer des jungen Mädchens. Er war knapp zurück, da kam auch schon Jemand, leise singend, die Treppe heraufgehüpft. Wir stellten uns Beide an die Thür und horchten. Unser Licht hatten wir ausgelöscht. Die Schöne zog sich sehr schnell, ohne erst Licht zu machen, aus. Wir hörten, wie Kleider rauschten und dann über einen Stuhl geworfen 'wurden, dann, wie die Schuhe ausgezogen und unter's Bett geschofte wurden. .Jetzt!" flüsterte Rottmann erregt. Nein sie kam erst an die Thür geschlichen, untersuchte, ob abgeschlossen, und schob dann noch dxn Riegel vor. Dann ein Bettstelleknarren plötzlich ein lauter Aufschrei Todtenstille. Was ist denn los?" schrie Rottmann, indem er gleichzeitig Licht anzündete. Ach Gott! Ach Gott!" Sind Sie überfallen, Fräulein? Machen Sie doch auf!" Rottmann rüttelte an der verschlossenen Thür. Ach Gott! Ach, 'n AugenbliS!" Gleich darauf wurde mit zitternden Händen aufgeschlossen und aufgeriegelt. Rottmann drang, mit dem Licht n der Hand, in's Zimmer. Ich folgte, das Lachen mühsam verbeißend. Unsere Kleine stand, schreckensbleich und mit nur emem Unterrock bekleidet, am Bette. Ach Gott! Hier im Bette!" rief sie. Da hat mich Einer gepiekt!" Rottmann leuchtete in's Bett. Ha, ha, ha! 'n Igel, Fräulein!" Ein Igel?!" Sie kam. während Rottmann mit einem Stuhlbein das Stachelthier aus dem Bett stieß, furchtsam naher. Der wollte bei Ihnen schlafen. Fräulein!" sagte Rottmann lachend. Wir werden ihn letzt .in unser Zimnrer mitnehmen, ja?" Ach. bitte, bitte!" - Wie sie bitten konnte! Rottmann stieß den Igel in unser Zimmer und wollte sich dann. :ndem er mir. der ich mir bald die Lippen abbiß, einen Rippenstoß gab, entfernen. Nun schlafen Sie wohl, Fraulein! Morgen " . Ach. bitte, meine Herren, nichts davon erzählen, daß Sie in meinem Zimmer waren und mich so " Ja das kostet einen Kuß, Fräulein! Sonst erzählen wir Alles!" Ach. pfui!" Rottmann gab mir das Licht. Ich drückte mich damit natürlich schnell und ließ die Beiden im Dunkeln zurück. Ich hörte erst hastiges Flüstern, bann schließlich Schmatzen. - Aha! Dann nochmals Schmatzen I dann mußte ich auch meinen Spaß haben! Ich packte den Igel, der muten m der Stube lag. auf ein klelnes Tablett und warf ihn dann meinem Freunde in's Bett. So zur Abkühlung! Dann löschte ich das Licht aus und ging an's Auskleiden. Jetzt kam Rottmann. Hinter ihm wurde sofort abgeschlossen. Die hat's gekriegt! Mindestens zwölf Küsse!" lachte er. Na. nun geh' nur schlafen!" rief ich. Ich bin verdammt müde." .Ich auch." Rottmann zog sich schnell aus und warf sich in's Bett. Mit einem lauten Schrei schnellte er natürlich sofort wieder auf. Verflixter Kerl!" Mein lautes Lachen vermischte sich mit demjenigen unserer Nachbarin, welche sich wohl den Sachverhalt schnell erklärte. Nottmann warf den Igel aus seinem Bett und schimpfte noch eine Weile. Schließlich lachten wir alle Drei. Daß ich den verdammten Igel am anderen Morgen in meinem Bett entdeckte und daß ihn schließlich der Herr Wirth in .seiner Ladentischkasse fand, das erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. Jedenfalls, das ist wohl die Hauptsache, endete diese kleine Geschichte, die außerdem, den Vorzug hat, wahr zu sein, nicht traurig. Nein ganz und gar nicht traurig! Freund Rottmann hat es ja nicht unterlassen können, noch einige Male nach F.' zu fahren, um sich Küsse" zu holen, aber. . die Sache hat ihm nichts geschadet gekriegt" haben sie sich nicht! Hoher Preis. Sie haben mir das Leben gerettet! Wie kann ich' mich Ihnen dankbar erweisen?" : Heirathen Sie meine Schwiegermutter und verlegen Sie Ihren Wohnsitz nach Australien!" -Kasernhofblüthe. Ser-i geant (zum Rekruten): Wegen de? zwei Tage Kasernarrest macht derKer! ein Gesicht wie ein Zebra, dem man hine Streifen weggewaschen $atr '
