Indiana Tribüne, Volume 17, Number 220, Indianapolis, Marion County, 29 April 1894 — Page 6

G

siarr,:.a&Sbig. Liüii-Uiiin ii tm in'ii iiiii"iiwi mM.AUMWumjm

Immer praktisch:

Humoreske von I. H. 3.. fr.-.-? or..c. .ut I "Ernas Ankunft mochte ich g:n einen a,:giiua,cn van er ain-.ra. i gut und bleibt länget frisch als Topf-luch-n .d ,BUKigZ..Waz Du dazu, liebe Mama? 3a, mein lind, das wäre wohl Ux wir besitzen keine Las neue, a Schichtkuchenform!" Q, das ist nicht schlimm, da schit ... k t . I (, . Mnnn n k.nnst den Nicht wahr. Mannchen. Du kannst den 5TTc;rrTm :tni (3;Kinfcrn n4fc,fcrrn r r: r . rvr;s: :sv; ' ; t ; ZV"!". ' Msi ...k. ... o1".... . I rzi u:l rrr. czjz.r r,t: i iimm; uuix it uu ei ujuciVtt Af,.r r,.-a St Krr,,t VntTY .m I Gott V V V V VU V V VV VMU an erhob sich vorn Y i-Vt I j nacy oppreu- ..- - I Cm tl I wlchcr Sitte eine ge egnete Mahl . , , . r cvx rji'Ti' ant und gmz fern Bescha t.gung t?ÄW.K? Don Dzmsk: die Thur de WohnzrmThür des Wohnz ut:l,h welchem sichFrau und Schwiegerinutte? befanden, und theilte ihnen mit. das der Braune gesattelt und Wilhelm draußen sei, um ihrem Wun sch f.. rrfT,t. 11t ?! 7 T , ä V in eZ WHelm recht ans Herz zu leUm etn. Die Bot ait aüt auszuriazten. aIma äTT TN; k tÄit I mn. " i i Lieutenant lassen herzlich grüßen und u, uiiv. uuv 7jviir4. r i r ' ii , n i Cln2e ÄÄ Ü

7 : . V Ä V '' Tück. schüttelte den Kopf und sagte etH:rr V. Demski, denn Wilhelm machte lJ r7; r;.J i v ' 3 ri f3 l was kleinlaut zu seiner ?rrau: Ja, ja, in nn hitmmre2 lnftmT nlä rr-s I ... . .. y. . V '

ein noch dümmeres Gesicht als gewohnlich. Ja, woll, 'gnä' Herr," war WilHelms Antwort. .Gestatten Sie, lieber Sohn," nahm ' l l v rv sti y i, i , Ä W' 7h i :1 r i i. rzl w Wort, ich b;rc sehr praktisch und Tn-QUI m'if ?le ordentlich einscharfe. Vergißt er's gewiß nicht. Sich' Wilhelm." wandte sie sich nn hmUltJn U ist an denselben, ti i ist ja leicht. Du kannst ja die Schlchtkuchenform gar jiicht vergessen, wenn Du denkst, daß jetzt bald Weihnachten kommt und Du f ( i s"f .t w.-finlM I7v 3 "U .ffch'ch, Me.der erhältst!" Damals n ,n Op7eußend,e Knechte mir nTT trtrT sWTV7 U V" w;; r 1 T -m- i y zu Weihnachten., der be:m .Miethen gleich mit dem Lohne ausbedungen Pl't ber 0lterrnb -ei?fcf G$it Kleider nannte. Also Vergiß n:azt, Du denkst immer an die Schicht (jf ;t i I JiieiCSci I eys; n',nrr trS TO,imrnT men gingen ms Äoh.zimm.r :rnck. Gütchen." meinte d:e Ge--.:xi;."ic" f-v fn . I r:cht-rath:n, Du bist za wirklich eine II i ' I - , .ee tüchtige Hausfrau, aber U Du mußt durchaus pra!t?,cher wer-

;S?A?äw-Ke6est anne Ctt Mit dem 'ist's eben nichts. Altercar nicht zu reden. Afn ft ,7 ftffmnri

Ä'- a wT Vr; denke Dir das zierliche Weibchen mit mu.ien. antwortete Gretchen und ihrer Wespentaille und mich, die einen gähnte herzhaft, setzte sich beque m Primaner zum Sohne hat. da paßt ihr igren hub chen Schaukel stuhl, schloß ;f sivt o?,1f,, ' v u

trt vV A P. VriX X rrns X - v 1

iviiii ii.uiii, viui-ii;t;i uus xuivi lieh benswürdige Dame ihr Steckenpferd. die Lew vom PrattlMn' , w stieg, so', gab's kein anderes EntrmL ttn oV w 1.1 c c rr, . rr v. Demski, der jefet ebenfalls in das Zimm r trat, ergriss ferne ßtu tag und legte sich auf den Eckdwan. Den Hausherrn mit ihren praktischen Ideen zu beglücken hatte Frau Born 's V ,äK V- J Tsct rnude vorn Felde heimgekehrt, wahrend S ..

er Müdigkeit, hauptsächlich aber, w nA r'

omage Der iDe n iwama angenehme Persönlichkeit ZU entgehen, denn wenn die sonst lle- ' ; 1 '

t IV I L W I UVV. t VII. IIVU IIHII1W. WHIV. V. . I

, ""L." " das Ehepaar, die Sachen einzupacken. ?. rlf bur Wirth- Nach kurzer Zeit ritt Wilhelm, welschafterm m die Speisekammer, um sich r rA m.L.U.z

. 1 jf 3?f?H'.Vn, ? Ablasen, das kannte sie Gottlob nicht und wurde sich zu solchen Neuerungen auch nie entschlossen H cJ"C sr 4 .i n-ru r i Indessen trabte Wilhelm vergnügt ?2?. fcÄ ?.. "-ui 'u' " v. ä ucn brauchen nein, statt dessen im Sonn-föV-'T T!ra!o-6t( ta"l sich beinahe mit der Herr L.eute selber vor. :nn das nicht eigentlich 4 (f r. l r . rf Y S. SiÄ if?iS iS wenn mich doch ,edt reqt Viele sehen sonnten dachte er le.der ar die Landstrabe entlang letne Mensazen,ee!e Zlk erniirtert nur n Y nrrn 111 flrv-r 3in .uv uiiu q n .VV.. Viil i rr ci- n c tuten besanen eben kein Verständnis dafür, wie-stolz er zu P erde saß. Es war auch gewiß nicht sqon von der ana nrau daß sie ihn mcht lieber geI1' ?? ST flAfi ?" Im VnorSfr i'Aurfi r strv ritrPil --"-u., .uu u.v vfc iu; iuu, so kam dort Jemand; zwar war es Imt s;, tu WnUnTur. S?.V. uuv w.vn.iv vi vu., uiui. vv. Last ihrer Packete keuchend, näher kam. nie er jetzt deutlich erkannte, aber weniaitens sie durfte ikn anstaunen und l würde es schon allen Andern erzählen. Er zupfte sich sein grellrothes Halstuch zurecht, gab seiner Mütze einen kleinen j- i r r i r . . Stoß, so daß sie verwegen auf dem ' linken Ohre saß, und rief die jetzt vor ihm stehende Alte herablassend an: Tag ooch. Liefe!" Gotts Dunner. Willem, na nu, to , .Perd an'n Werkeldag? Du häst woll in'ne Lottrie gewunnen un reitst nu oö Gootskoop oder am End' ob de Friegene? Na, denn man tau, i oll' dämlich Hann: ut Schillev ward woll all' ob Di lure!" Mit diesen Worten keuchte die Votenliese, in sich hinein kichernd, weiter. Geärgert, daß die ab--scheuliche Alte, anstatt ihn zu bewundern, wozu sie doch allen Grund hatte, noch obendrein höhnte, ritt Wilhelm

paar Krähen an ihm rn&er. Doch fften frf a ; in ?"en-fi! l8 "ltn 'm om1 den Stall. Wortlos gingen die Dascymeichelhaft. denn die dummen Krea- a :n2 o?mm,r m m.u

' i V Vi r-l L L-l in ein gar nicht enden wollendes Geu".d Peter ln Wartnicken. wo er dicht Achter aus. das ihm Thränen in. die beim Guishof vorbei . mußte, gesehen r;., . .

schnell Wetter. Es man blos Neid bei die Olle," beruhigte er sich, im da draus derf man sich nischt maafen." Dann dachte er weiter, wie drüben in rv ir. . tj " : . :c

Vieiuuiue;i jjic vimuuiyc ujui uucuct ' . ,: . , u '". machen, bei der man einzig und allein 'L'Z fc an die Schicht leider zu denken J" ' In Gertlauken saßen Herr und frau Bär gemüthlich am Kaffetisch. Letztere schaute durch das Fenster, von welchem man den Gutshof imbUrie ' v; vr.r., lv"C' .4" Wr 3" führte, überblicken konnte, .m denn das für ein possierlicher ReiSnrt rWfc im (rrBoT fmnrtpnh Lnnmmio. ri n. Zf... flUHon v., .V ... -w.... 7v...y , "b" , ..w. tf J IVfcVII V UUJJV - . r ... . f s , ffit,nm 'im.klt VU.V CI VUW .MVfclllllv WVM v.l ..f.... utiiiii uiiu ui(iut( yjm uuv vuu tuttnant , Dcmsli aus Dragehnen lassen beglich grüben und um eine rr,.;. ,.:I t:." V?UI1UJ( illllU'U VUlCll. Was?" polierte Herr Bar heraus, eine Schicht Kleider? Bei Dir rappelt es wohl?" ."P"? D "v"f Crf rt tt Vrt a XX & Vn 3 Vhad Wilhelm aus Dragehnen gesagt hat." ba . bltb 'mal selb? se- . ' ' ' v 00V viHvn..vy ' denn das Mi, der Schicht Kleid-r. das r rti rr rmifir pi ir i i n i m ntA v, avui iiuiu v.itiHVtt viuwviivttuk kehrte er wieder insohnzin1mer zues ist so richtig, Riekchen, sie wollen eine Schicht 'Kleider, na, das verstehe ein Anderer!" Nun, lieber Mann, das ist gar nicht so sonderbar, wie s den Anschein hat; w vnvvvva., vit a vn. 4iiu.yt.ii. uu.. ist Demzii nach Braddauzui ause eingeladen; aus seinem Hochs rack wird er in den drei Jahrin was herausgewachsen sein, denn er ist iekt stark aeworden und da br jV Ä letzt beinahe dre gleiche Figur habt, so ßt er Di5 um Deinen Frackanzug ?tten " ' ' & fc. ' s - m . .&t & jf "XfS" 2 .VUJi t.i Vl-il lllUf UVU JU I chi Frauchen. Dab i M mir eben ein s ist in dsen Tc. ..' große Jagd in Wartniöen. und Demski weiß, daß ich meines leidenden wec- n nickt binaebe- seine Jagdjoppe ist nicht mehr schön, da will er am Ende die meinige baben!" wichtig, lieber Ernst, und um ganz n" Z .fn A, qia. yuiu, fuum ivi. i.yu.ik vvti v c t. rv . Uuuuiijug uuu ücu uguaiijug cui Cylinder mit. f '? v:. suJ. . l uui) u vit cuu ( tittiiiiuuji. m n,t,U2 - n tn m? vm llHVV. W.W Vt... IlUtt ..... Will ffl b. Frau?" fragte 1 u 16 (Vl V V V QUV V W ri?rff ?r ?)sriitnl Rielche lab .z gut sein, jünweiß schon. Du ver-' wohnst Deine Alte, für Dich bin ich immer die Beste." ' Aber unpraktisch sind die Drageher doch immer, hatten sie ein paar Worte geschrieben, wie wir es stets $ büßten wir jetzt genau, was wünschten " Unpraktisch? Riekchen, wie kannst Du nur so etwas sagen, sie haben doch Wl fu,,;;;' mr:2 ;n Person, zur Se'" und labend ging vik iu; vv.iwi.iu WIIIV MVV.V.VViS nicht verrechnet hatte, mit einer Hutatytl und zwei Packeten beladen, lukn L;mnH8v r i Dragehnen hatte Frau Gretchen unterdessen den Kuchen angeteigt, ctm. .uJ föffr i och biriörrn u7d M Bzn tonnte beginnen. Jetzt erblickte Wilhelm, er bog um die Ecke und ritt vor's Haus. Ihrer Mama zur, fenb m d Erwartete gekommen sei. r "znUl R K iu,MirS-J ifc liv, UV VMI VWt U VW. IW. IUU l... s'lbst hinaus, um die Form in : . Triumphirend ichte Wilhelm den Damen zuirst die dann die Packete, bestellte . ' ' ' . ' . . ' ' ... i.. ..., v iii.'.ii v -uuww.b mit tsetzten Augen bald bU Kinder, bald den Cylinder an. urde die Thür geöffnet. Herr v. Demski trat herein, und als er, näher tretend, die Anzüge erblickte, bracht (V, OrT) L a ,r zz.' M mach n, man muß lrnrner hübsch praktisch sem," rief er, wahi pv cr , rr, , rr "'lta mit Worten: Es 'st. 'ich , ganz unerhört, davon 1 ' nrau Gretchen wußte Nicht recht, ob fr. des verunglückten Kuchens wegen weinen oder mit dem Lieutenant ob der i t r 'S ' 1 1 rr f r n ihr Yll nrnn Tiar verunglückten Idee ihrer Mama lachen sollte, zog aber schließlich das Letztere vor. Ihr Mann aber ritt selbst nach Gertlauken,' um das Mißverständniß aufzuklaren. Seit diesem Tage wurden die Dra aehner in der That praktischer, wenigstens wurden von nun an alle Bestellungen aufgeschrieben. Die Gerichtsrathin aber verschonte ihre Umgebung auf immer mit ihren praktischen Vor schlagen, wodurch sie an Liebenswürdikeit entschieden gewann. Sobald ihr jedoch Vilhelm begegnete, wandte sie. ihn mit ihrer Verachtung strafend, den uo'pf zur Seite.

I st?r trT? iTi-f it na3 Striinmpn Vnnhs

Pin? irmTiJphntnT rir srtTrtitf r vorr

Blumenmädchen.

Wa bewundn' ich zuerst? waZ zuletzt? T! hcrichen Blumen? Oder der Finger Geschick? oder der Wähle, rin Geist? Aus ihrem unerschöpflichen Füll Horn hat die anmuthige Flora ihre lieblichen Gaben in verschwenderischer Weise über unser großes Land ausgeschüttet. Die Kunst des Gärtners hat diese Freigebigkeit in hohem Maße auszunutzen verstanden und die prächtige Mannigfaltigkeit unserer Blumen durch zahlreiche neue Arten vermehrt. Der Reichthum an duftenden und farbenprächtigen Kindern Florens ist nicht auf den sonnigen Süden und den gesegneten Goldstaat am Gestade des StillenOceans beschränkt.auch in jenen Gegenden, in welchen der grimmige Voreas zu den regelmäßigen Gästen gehört, wird die Blumencultur mit großem Erfolge betrieben. Wenn Eis und Schnee dort das Land unwirthlich machen, müssen "die zarten Pflanzen freilich in Treibhäusern untergebracht werden, allein die geschickte Hand des Gärtners sorgt dafür, daß sie auch zur Winterszeit ihre Farbenpracht entfalten. Gerade dann bedarf die schöne Welt, welche sich im Strudel der Gesellschaft bewegt, der Blumen mehr, als zu anderen Zeiten.denn trotz Sammet und Seide und Edelsteinen bilden sie doch den lieblichsten Schmuck für eine junge Schöne. In keiner großeren Stadt fehlt es denn auch an wohl assortirten Blumenläden, deren Reichthurn an den prächtigsten Blumenarten mit dm Rivalen in den alten Culturländern einen Vergleich wohl aushält. Unsere junge Cultur huldigt wohl der lieblichen ; Flora, allein ein anmuthi ges Blumenmädchen hat sie noch nicht hervorgebracht. Den Damen, welche ihren Bedarf aus einem Laden oder direct aus einem Treibhause beziehen, mag dieser Mangel weniger aufgefallen sein, als dem Herrn der Schöpfung", welcher sein Knopfloch mit einem bescheidenen Sträußchen zu schmücken liebt. Welch' ein gewaltiger Contrast in dieser Hinsicht zwischen den Großstädten unseres Landes und denjenigen in dem alten verrotteten" Europa! Von hübschen, graziösen Blumenmädchen, welche ohne freche Aufdringlichkeit und mit bescheidenem Anstand ihre duftende Waare feil bieten. ist bei uns keine Spur zu finden. Wenn man nicht 'von einem schmier!gen Stiefelputzer, der an Sonntagen eine Hand voll dyspeptisch aussehender Nelken als Side line" zu seinem Geschäfte mit sich führt, ennuyirt wird, ist es ein unsauberes Mädchen im kurzen Kleidchen, das mit weinerlicher Stimm? auf der Strane oder in der Kneipe dürftige Sträußchen zum Kauf anbietet. Es ist ohne alle Frage recht brav, daß die Kleinen auf ehrliche Weise einige Cents zu verdienen suchen. allein der Contrast zwischm den duftenden Kindern Florens und den Straßenarabern ist doch zu groß, daß er nicht in die Augen springen sollte. Fesche Wienerin. Viel Chic und Geschmack bekunden die Pariser Blumenhändlerinnen, wel che ihre duftenden Waaren unter vollendeter Beachtung der Farbeneffccte in ihren Verkaufsständen zu arrangiren verstehen. Das Auge des Passanten wird durch die Farbenpracht in unwiderstehlicher Weise gefesselt undie zuvorkommendenMädchen können stets sicher sein.ihre Sträußchen gegen einen guten Preis an den Mann zu bringen. Diese Blumenmädchen beschränken ihren Handel nicht bloß auf Sträußchen, welche sie übrigens mit seltener Zierlichkeit zusammenstellen; auch ' große Bouqucts sowie Topfpslanzen in schönen Exemplaren halten sie feil, so daß auch der verwöhnteste Geschmack befriedigt wird. Ihren Pariser Schwestern stehen die hübschen Blumenmädchen der lustigen Kaiserstadt an der Donau durchaus nicht nach. In den sögenannten Blumenmärkten wetteifern die feschen Verkäuferinnen unter einander, ' durch ihr schmuckes 2leußere wie durch Zuvorkommenheit Käufer anzuziehen. Außerdem besitzen sie einen so vorzüglichen Geschäftsinstinkt, daß sie, ohne ihre Kunden zu ermüder' Berliner Blumenhändler! n. oder durch Aufdringlichkeit lästig zu fallen, deren Interesse für ihre geschniltenen Blumen, Bouquets, Topf-

JltkH " vft8 frM ÄM $k 11 M U? i'' ' im' S -

- ,

i

pflanzen zu erregen, zum Beschauen

!wie Bewundern zu animiren verstehen und ihren Zweck, die Kauflust wachzurufen, stets unfehlbar erreichen. Sie lernen auch in kurzer Zeit den individuellen Geschmack ihrer Kunden kennen und befriedigen. In der deutschen Reichshauptstadt an der Spree fallen dem Fremden gewiß viele ältere Frauen auf, welche mit einem Körbchen voll kleiner Sträußchen, die sich mehr durch ihren Duft, als durch ihre Farbenpracht auszeichnen, die Straßen durchwandern und in allen öffentlichen Localen zu finden sind. Fehlt diesen antiquirten Blumenmädchen" auch die Attractivität der Jugend, so befleißigen sie sich doch der skrupulösesten Sauberkeit. An halberwachsenen Mädchen, die mit Blumen hausiren, fehlt es übrigens in Berlin auch nicht. , , . SchrnuckeVierländerin. Ein gewaltiger Contrast besteht zwischen der Berliner und der Hamburger Blumenhändlerin. In der letztge.nannten Handelsmetropole sieht man dralle Mädchen in der schmucken Vier-länder-Tracht, dem kurzen buntsarbigen Rock, der blendend weißen Schürze und dem eigenthümlichen Kopsputze, in bescheidener Weise ihre Blumen feil bieten. Die Hamburger Blumenmädchen sind ungewöhnlich zurückhaltend; es kommt nur sehr selten vor, daß sie einem Passanten.von dem sie wissen.daß er eine bestimmte Händlerin bevorzugt, mit einschmeichelnden . Worten ihre Sträußchen anpreisen. Wer das heilige Rom besucht hat, wird aus Erfahrung wissen, daß sich dies von den dortigen Blumenmädchen aerade nicht sagen läßt. Die schwarzäuqigen und schwarzlockigen Kobolde fallen wie ein Cyclon über den Frernden her und unter verwirrendem Geplapper werden ihm oft von einem halden Dutzend Hände zugleich lieblich duftende Veilchen dargeboten. Wer einmal unter diese Mädel geräth, kommt nicht ohne ein kleines Opfer davon. Allein trotz ihrer ZudringlichRomischeKobolde. keit. die sich durch ihr heißes südliches Blut wohl erklären läßt, machen die römischen Blumenmädchen durchaus keinen unangenehmen Eindruck, soviel sie auch einander schelten mögen; der natürliche Wohllaut ihrer Stimmen läßt ihr ungestümes Gebühren vergessen. Das spanische Blumenmädchen wird niemals unterlassen, einige ihrer schönsten Blumen zu ihrem eigenen Schmuck zu verwenden. Eine prächtiae Granatblüthe in ihrem rabenschwarzen Lockenhaar ist das Geringste, was sie sich gönnt. Es liegt in ihrer Natur, sie muß 'einen Blumenschmuck baben und ein solcher ist ihr ein Lebersbedürfniß, wie das goldene Sonnenlicht. Während man ihre Blumen kritisch mustert, ehe man sich zu einem Kaufe entschließt, sprechen ihre dunkeln Augen mehr, als Worte vermögen. Ihre Zunge ist dagegen stets diskret. Ist ein amerikanisches Blumenmädchen überhaupt denkbar? Diese Frage ist oft verneint worden. Es wird behauptet. daß ein junges Mädchen uns:res Landes, welches auf der offenen Straße ihren Lebensunterhalt zu verdienen versuchen sollte, in kurzer Zeit alle Bescheidenheit verlieren würde. Gebildete Amerikanerinnen, welche läneure Zeit im Auslande gelebt haben, sind der Meinung, daß die jungen Schönen unseres Landes durch ihre Sucht nach Flirtations" von ihren Schwestern jenseits des großen Hassers unvortheilshaft abstechen und daß dieser fehler besonders der einem amenkanlschen Blumenmädchen sich in un angenehmer Weise bemerkbar machen würde. Das ist ein herbes Urtheil. das wir durchaus nicht zu dem unsriaen machen wollen. . Im Uebrigen yibt es in Amerika.eine Abart des Blumenhandels. welche man wohl in keinem anderen Land: kennt: den Handel mit gebrauchten Blumen. Der große Luxus, welcher bei Gala affären in den vornehmen Clubs der großen Städte Mit Blumendecoratw

f MX F ) 1 i .,M

nen aetrieben wird', ist enorm. So-

bald derartige Festivitäten vorüber sind, werden- die meistens kostbaren Blumen von den dienstbaren Geistern Graziöse Spanierin, sorgfältig gesammelt, sortirt und aufgefrischt, um am folgenden Morgen an dem Busen eines flotten Ladenrnädchens oder in dem Knopfloche eines unternehrnenden Clerks zu prangen. In New Aork und anderen großen Städten gibt es Leute, welche diesen Zweig des Vlurnenhandels als besondere Specialität mit großem Erfolge betrei'ben. ' NedaktionSgeheimni?se. Won Jenn y Neumann. C Ein schriller Pfiff ertönt, der Zug Verläßt langsam die Halle, er entführt zwei Glückliche in's blaue Wunderland Italien." DieIeder fiel aus meiner Hand, ein Seufzer der Befriedigung entschlüpfte meiner Brust. Meine Blicke hafteten voll stolzer Zärtlichkeit auf einem ansehnlichen Stoß beschriebener Bogen. Wie kam es nur, daß die einfache Geschichte so groß geworden! Das war einzig die Schuld der häuslichen Censur. Unter den wenigen Autoren, deren Werke nicht der Konfiskation anheimfielen, erglänzte Walter Scott, der schottische Barde, und in dem ungeschickten Versuche, seine prächtigen.aber langathmigen Schilderungen zu imitiren, widmete ich einer Pariser Prome-nade-Toilette vier eng geschriebene Seiten. Und die Garderobe meiner Helden war reichlich bestellt, wie meine zukünftigen Leser aus der im 73. Capitel enthaltenen Strafrede des empörten Gatten erkennen werden. Um meinen riesigen Bedarf an Schreibmaterial zu decken, opferte ich meine dringendsten Erfordernisse an Spitzen und Bändern. Bei meinen Handschuhen ward Knopf um Knopf zum Heile der Mus: unbarmherzig weggelaljen. Alle diele kleinen Entbehrungen sollten in unvergänglichem Dichterruhm ihren ibren Lohn finden. Knisterten die Blätter meines Manuscriptes. war's mir, als ob der Wind in den Lorbeer Hainen rauschte; nur kurze Zeit, und das Symbol, das im südlichen Himmel grünte und blühte, es sollte meine Stube zieren! Allein das Schreiben genügt nicht, um die stolzen Träume zu verwirklichen, man mußte meinen Roman auch drucken, und der Entschluß stand fest in mir, daß keiner jener engherzigen Verleger.deren Aengstlichkelt schon so manches ausblühende Talent zur Verzweiflung getrieben, mein Urtheil sprechen sollte. Ich kannte einen besseren Weg die Spalten eines großen Journals. Die Wahl desselben machte mir einige Schwierigleiten. Das eine Blatt hatte sich der Hexe Politik" anheimgegeben und ließ die interessanteste Romanfortsekuna nicht selten einer langen Parlamentsrede weichen, das andere wieder hatte den Sinn seiner Leser auf bluttriesende Sensationsromane gestellt. Ich schwankte. Da las ich eines Tages in metnem Liebllngsblatte an betreffen der Stelle die Worte? Schluß folgt." und nun war das Loos entschieden. Hoch über dem Leitartikel fand ich die Adresse der Redaktion verzeichnet, und kurz darauf stand ich vor dem großen Hause, und hielt einen Augenblick stille, mich dem äußeren Eindruck hingebend. Da hinter den hohen Fenstern hausten die gestrengen Herrenon deren Machtwort Wohl und Wehe meiner Schöpfung abhlng. Hochklopfenden Herzens schritt ich die Treppe hinan und wandte mich mit unendlicher Ehrerbietung an den imCurridor wandelnden Redaktionsdiener um Auskunft. Der Mann maß mich und mein Manuskript mit Kennerblicken, wußte sofort, wo wir Beide hingehörten, und öffnete mir eine Thüre. Nach einem mißlungenen Versuche, einen Gruß zu stammeln, schlugen einige Worte anmein Ohr, ich war allein in der Höhle des Löwen. Meine Blicke bohrten sich am Fußboden fest, und merkwürdiger Weise zogen mir Gedanken durch den Sinn, die mit meinem heutigen Geschäfte gar nichts zu thun hatten. Ich war empört, daß die Beine des Schreibtisches nicht rein gefegt waren. berechnete die Dienstjahre des Teppichs etc. Plötzlich drang eine tiefe Männerstimme an mein Ohr, ich besiegte meine Befangenheit, sprach einige Worte meiner lang memorirten Rede und ging sofort zu Thätlichkeiten über, indem ich mein Riesenmanuscript auf dem Schreibtische deponirte. Der Herr Redakteur maß schn die äußere Form mit kritischen Blicken, als ich aber - dann in rührender Naivetät fragte, ob ich morgen die Entscheidung haben könne, tönte ein helles Lachen an mein Ohr. Ueberräscht blickte ich auf. Klare, graue Augen schauten nach mir, und zu spät machte ich erröthend die Entdeckung, daß ein Redakteur jung und stattlich ,sein könne. Spießbürgerliche Gesinnungen erwachten in mir, ich fand es unschicklich, allein im Zimmer eines fremden Mannes zu weilen, und rüstete zur Flucht.

:Y ff

ln meiner namenlosen Anast war mir

bis nun jeder Redakteur in der Gestalt eines Wahrwolfes erschienen, und so war denn die wirklilche Persönlichkeit ganz programmwidrig. Ohne Gewissensskruvel firirte der aestrenae Richter als Termin der Entscheidung volle vier Wochen. Ich war pünktlich. Von Bürstenabzügen wußte ich damals noch nichts; so schmeichelte ich mir, die ersten Capitcl mit großgedrucktem Autornamen vorräthig zu finden. Ich war voröereitet, dem Herrn Redakteur für feine Abonnenten mein: Biographie zur Verfügung zu stellen, und schämte mich innerlich, daß mein Lebensweg sich so einfach gestaltet. Bei meinem zweiten Besuche in der Redaktion war mein Respect für den Diener bedeutend abgeschwächt, ich wußte einen Namen zu nennen, und das verlieh mir Sicherheit. Der Herr Redakteur theilte mir ohne irgend ein Zeichen reuiger Zerknirschung mit, daß er noch nicht Zeit gefunden, das Ding zu lesen. Verwundert über diesen Mangel an Neugierde, wagte ich einige Vorstellungen und wollte mich dann entfernen. Bei diesem löblichen Beginnen stieß ich jedock aus Widerstand. Der Herr Redakteur wollte über mein literarisches Vorleben Aufklärungen; er unterzog mich einem Kreuzverhör und war siehtlieh befriedigt, als ich ihm .bei jenen Göttern, die in den Töchterschulen Zutritt haben, schwur, daß das Uneröffnete" auf dem Schreibtisch mein Erstlingswerk ser. Gewissenhaft berichtete ich einige Huldigungsgedichte, unserem ersten Mimen gewidmet, und zum Lohn meiner Aufrichtigkeit gab mir .der Herr Redakteur einige hochinteressante Daten aus Hamlet's Privatleben. Der Herr Redakteur erzählte, daß er recht häufig in dessen Gesellschaft sein Vier trinke, und daß eine Volksschülerin kaum im Stande wäre, die geleerten Gläser des Künstlers zu addiren. Ich erwachte aus meinem Jugendtraum. Die Besuche in der Redaktion wiederholten sich, der Herr Re.dakteur hatte noch immer zu wenig Zeit zum Lesen, hingegen recht viel zum Plaudern. Als ich eines Tages die Treppe hinabschritt, blieb ich. entsetzt stehen. Ich hatte diesmal vergessen, von meinem Roman zu sprechen! Der Wind fuhr eisig über die Landschaft.schneebedeckte Bäume undSträucher begrüßten mich, als ich an der Seite des Herrn Redakteurs durch den Park schritt. Ich schwieg. Das Schuldbewußtsein -des ersten Rendezvous drückte und erdrückte mich. Da plötzlich umfaßte mich ein starker Arm aus treuen Augen lachte es mich an, als schiene lind die Maiensonne; heiße, sehnsüchtige Liebesworte drangen an mein Ohr, sie mahnten an den süßen Sang der Nachtigall. Der erste Liebeskuß.der auf meinen Lippen brannte, berauschte mich gleich Blumenduft, ich feierte mitten im Winterungcmach den ersten blauen Liebesfrühling meines Herzens. Die Mittagsstunde hatte geschlagen. aus der Kuchenregion kamen schreckliche Berichte über den desolaten Zu'stand des Mittagessens. Ich studirte die erste Gardinenpredigt, da ertönten ,di: wohlbekannten Tritte im Vorzirn'mer. Gewaltsam hielt ich mich am Tische fest, um meinem Gatten nicht entgegenzueilen doch blieb ich standhaft. Der Schuldbewußte ließ den .traurigen Ueberresten edler Kochkunst ,Lobeshymnen ertönen, als gelte es den 'Trillern der Patti, den Todesseufzern .der schlanken. Sarah Bernhardt. Dies erschien meinem Hausfrauenherzen als Ironie und verbitterte memen Gernüthszustand. Als die ungemüthliche Mahlzeit zu Ende, zündete mein Gatte eine Cigarre an, und die Erklärungen begannen. ' Will die gestrenge Herrin nun die Entschuldigungen entgegennehmen?" , Für solches Vergehen gibt's keine Entschuldigung. Doch, doch, und ich will sie sogleich vorbringen. Der Roman in unserem Blatte geht dem Ende entgegen, drei Intriganten sitzen hmter Schloß und Riegel, der Hauptschuldige endigte durch Selbstmord. Trauungsrede und Hochzeitsrobe sind vorbereitet, und so entschloß ich mich, die bewußte linke Lade meines Schreibtisches zu öffnen. mich für das undankbare Publikum zu opfern und ein. ganzes Heer von Romanen die Auferstehung feiern zu lassen. Schon war der Papierkorb von Manuscripten überfüllt, da bekam ich ein Heft in die Hände, dessen kritzliche Schriftzüge mich wunderbar an die' allerzartllchsten Liebesbriefe gemahnten. Gewissenhaft las ich es zu Ende. Es war Dein Roman." Ich war versöhnt. Wann wird er erscheinen, Herr Redakteur?" ' " Blitzartig flog ein spöttisches Lächeln über das Angesicht des bösen Kritikers. Er zog mich in seine Arme und flüsterte zärtlich: Sag', Liebchen, wie kann man so schone Romane spielen und so abscheulich schreiben?" urianni. cajmroe cuuer rv .. r?n. rrvY sin einem Drygoods-Laden):' Ist der Stoff, den S mir da für Brautschleier gezeigt haben, auch haltbar?" Clerk: Haltdar'5 Ben können Sie ein Paar hundert mal gebrauchen. (Nach einer kleinen Pause.) Sie, Madame. da kann ich J'hnen noch eine reizende Novität zeigen: Orangenölü-then-Brautkränze aus Metall du sind ganz unverwustllcy. Der Pessimist. Nun. Sans. Du hast aebeirathet wie ge fällt Dir die SachT Ja weißt D'. Nandl. da kann ma,' die ersten fünfundzwanua Jahr' G'wiffes sa?zen!" . ..

! Verlsrene Kinder in der Oper.

t Daß es nicht leicht ist, einen guten Operntext zu verfassen, bestreitet wohl Niemand. Nur wenige haben ausgesprochenes Talent dazu, und auch diesen muß große Biihnenkenntmß und vielfach technische Gewandtheit zu Hilfe kommen, um wirklich brauchbares zu liesern. So ergibt eim Prüfung der heute noch bekanntesten und beliebtesten Opern, daß in textlicher Beziehung gar vieles auszusetzen ist. Unter der großen Anzahl finden sich nur wenige köstliche Perlen, und manche treffliche musicalische Leistung muß unter dem unbefriedigen Texte leiden. Zuweilen ist zwar auch das Umgekehrte der Fall. Zu den vielen Schwierigkeiten, welche die Herstellung eines vollkornmen brauchbaren und gleichzeitig in teressnten, wirksamen Librettos bietet, kommt wohl noch in letzter Reihe der Umstand, daß alles schon dagewesen ist", daß das, was musicalisch verwendbar sein soll und sein kann, auch stofflich beschränkt ist. So bekundet ein Gesammtüberblick der Opern, die heute noch bei uns zur Ausführung ge-, langen, in gewisser Beziehung eine eigenthümliche Armuth der gewählten Stoffe. Es berührt in der That so misch, wenn unter den etwa 90 bis 100 zur Zeit, in Betracht kommenden Opern mindestens 25 den eigentlichen Entwicklungsstoff der Handlung auf verlorene Söhne oder Tochter begründet haben. Eine flüchtige Prüfung ruft uns nachstehende Beispiele ins Gedächniß: Die weiße Dame (Georg Brown); Lucrezia Borgia (Genaro); Martha (Lyonel); Die Jüdin (Rccha); Joseph in Aegypten; Die beiden Schützen (Wilhelm Stark); Robert der Teufel; Figaros Hochzeit (Figaro); Trompeter von Säkkingen (Werner); Belisar (Alamir); Mignon; Der Ziaeuner (Franz); Ernani; Preciosa; Der Schwur (Brigitta); Parsifal; Troubadour (Manrico); Lohengrin (Herzog von Brabant); Die Hochländer (Reginald); Siegmund (der Wälsung); Silvana; Glocken von Corneville; Regiments tochter (Marie); Die verkaufte Braut (Hans). Dieses Verzeichniß dürfte im Vergleich mit den Opern, die sich ohne verlorene Kinder auf die Bühne gewagt haben, doch von etwas übertriebener Länge sein. MalerMalhcur. Ich Uit Dich an. Du süße Maid. Erhöre mich,' holde Leni! Du bist unmuthig und hoheitsvoll Wie eine Madonna von Rern! ; O. werde mein, ich bitte Dich, Sei Stern mir im Leben unb Führer. Du liebliches Bild von Tizian, Du Frauengestalt von Durer! So sprach er einst nun ist sie sein! Nicht an Rafael oder an Rubens, Nur an Murillo mahnen ihn Die struppigen Mädels und Bubens. m m m '" A ucheineFeengeschichte. Einen Wunsch will ich Dir gewähren. Sterblicher." sagte mild lächelnd die Fee. Also sprich!" Nun, dann wünsch' ich mir," entgegnete schnell gefaßt das schlaue Menschenkind, daß alle meine Wünsch: in Erfüllung ge hen." - '

illl M JJ

rbslJj rrsJTÄv j3yf'c'' ffiyfrTsls.