Indiana Tribüne, Volume 17, Number 213, Indianapolis, Marion County, 22 April 1894 — Page 7

Wiener Modevericht.

Won Renee FranciS. '3)er Frühlingsodem weht durch die Welt er weckt schlummerndes Leben zu neuem Dasein, er füllt die PapierZörbe der Redaktionen mit Gedichten, er mahnt uns daran, unseren Leserintun in ergänzender Weise die Herrsehende und, soweit dies voraussichtlich ist. auch die kommende Mode erschöpsend zu schildern. Wir haben die Damenwelt bereits mit der Thatsache bekannt gemacht, daß wir uns immer mehr dem Stadium des drapirten Nockes nähern. Jetzt dominirt wieder der sogenannte falsche" Nock,der dem drapirten als Grundlage dient und nach Bedarf mit Stoff zu besetzen ist. Einzig und allein der Genre tailleur" emancipirt sich von der herrschenden Drapirungswuth und behält nach wie vor den glatten, mit schmalem Randaufputz versehenen Jupon bei. Was die Aermel anbelangt, so nehmen diese an Weite ungehindert zu und werden, allerdings nicht ausnahmslos, ebenfalls drapirt; bei dieser Bemerkung können wir wieder einen leisen Warnungsruf an nicht schlankeDamen nicht unterdrücken. 0sf2 ?Diif(ti 1 Via Warmafrt ifl tfr K U13 JUUljlll Vfcl Ufcil (Ullllllt ll liyib Verkürzung bis zum Ellbogen zu verzeichnen: diese kurzen Schoppen oder mit drapirten Doppeltheilen gedeckten Aermel gelten nicht etwa blos für Soiree- oder Dinertoiletten, sondern kommen auch auf das Straßenkleid in Anwendung und werden durch daruntertretende. sehr faltig zusammengeschobene schwedische Lederhandschuhe ergänzt. Zur Garnitur des eleganten Kleides werden fast ausschließlich Krägen oder Revers verwendet, zu denen momentan die Zeit Louis des Dreizehnten die Vorbilder liefert, während man bei den Winter-Toiletten nur bis auf Louis den Fünfzehnten zurückgriff. Sowohl was Facon wie Ausfüh?ung anbelangt, büßen unsere Kleider immer mehr an Einfachheit ein. Die überspannte. Taille beginnt allmälig der aus Theilen zusammengesetzten den Platz zu räumen, was in unmittelbalern Zusammenhange mit der Verlängerung der Taille unterhalb ihres Schlusses steht; dem glatten Rocke versucht man entweder lange, zweitheilige oder vorne und rückwärts als spitze Tuniques auftretende Doppeltheile beizugeben, ja auch die kurze englische Drapirung mit den regelmäßigen Falien hat schon schüchterne Versuche gemacht, aus dem Dunkel ihrer Bergessenheit zu neuem Dasein zu erstehen. Als Material für Straßen-Toilet-ien gelten Crepon, Etamine, gestickt und glatt, und Serge in den Farben Altroth, Altgrün, Lavendelblau etc. Verblaßten Schattirungen wird Heuer der Vorzug eingeräumt. An Aufputz wird mit Vorliebe dicke ecrufarbige Guipurespitze, welche sich an den Nähten (auch bei Mänteln) hinzieht, verwendet und Flitterstickerei in den mannigfachsten Arten. Aus Flitter, sögenannten Paillette", werden Passementerien, Stickereien und Hüte verfertigt. Sie treten in den verschiedensten Farben und' Formen auf; als Zleine Kleeblättchen, gezackte, runde Scheiben, Tropfen, Würfel, in ovaler und Ellipsenform, als getheilte, kleine unregelmäßige Fläche. Sterne, Huf eisen, Sichelt Herzchen u. f. w., in Grün. Roth. Blau und Violett schimmernd, und werden meist mit farbigen Perlen vermischt. Diese erscheinen auf Tüll in der Musterung von Moire antique craquele angebracht und rufen uch den Effekt eines solchen Stoffes hervor. Aufputzspihen haben vorzugsweise Wellenlinien-Dessin; neu sind die für Applikation bestimmten Spitzen- und Stickereifiguren, welche insoferne praktisch sind, da sie die Arbeit des mühevollen Dessinausschneidens der Spitzen ersparen und sich, weil sie als abgeschlossenes Ganzes gearbeitet sind, nicht fransen können. Die dicken ecrufarbigen Stickereien werden oft' als bis zur kzalben Höhe reichender Besatz für Rocke verwendet, welche von drapirten Dorveltheilen gedeckt sind. Die Applikatttnsfiguren setzt man gerne auf Seidenstoff in Farbe des Kleides und benäht mit diesem, in etwaiger Höhe von 20 Zoll, die nicht troussirten Röcke. Passementerie wird, besonders als hohe Rockgarnitur, für ältere Damen verwendet. Für die warme Zeit sind schwarze Tüll-Toiletten in Aussicht qenommen, mit fast hellergroßen Pailletten bestickt und mit farbigem Band in zwei Nuancen, etwa resedagrün und neuroth (der beliebtesten Farben-Eom-bination) geputzt, das als große Masche mit langen Enden, vorne, an der Seite oder auch rückwärts anzubringen sein wird. Jacken für 'den Sommer werden viel in Seide ausgeführt werden und entweder sehr lang und sehr faltig, oder, wenn sie für junge Mädchen bestimmt sind, ganz kurz und englisch gehalten, mit zwei Reihen großer Knöpfe, Herrenrockrevers und falbweiten Vorderbahnen. Von den Hüten wäre zu erzählen, daß als Ersatz für die rückwärts kzängenden Veilchen ode? Spitzenmaschen fingerlange Jaistropfen in Anwendung kommen, welche, natürlich in kleinem Maßstabe, auch als Umrandung der größeren Hüte auftreten. Spitzenhüte erscheinen meist miiStahlschnallen, Agraffen und großen Nadeln.mit knopfartigm Ansatz g:putzt; die Toque hat sich erheblich vergrößert und ist fast ausschließlich rückwärts hoch geputzt. Eine beliebte Zusammenstellung kleiner Hüte geben Stahlstickerei und hellblaue Sammtmaschen, eventuell mit Beigabe einer vorne in russischerArt angebrachten Jaisspange. Den projektirten großen Dimensionen der Sommerhüte entsprechend, die vor-

zugsweise aus Stroh und Tüll sich zu,::.mensetzen, werden auch die Beilchenchoux und Guirlanden in ganz respektabler Größe vorbereitet. Ein beliebtes Modedetail bilden gebogene Stahlspangen, die besonders von junen Mädchen an Stelle der Halsbänder getragen werden. Mir erübrigt nur noch, von den Schirmen zu berichten. Meist sind es Milles fleurs"-Stoffe und Mousse-l:ne-Chiffon, die als Material fungiren; verstreute Blumen, die an langen Stielen hängen, fallen über die Schirme und beleben sie in angenehmer Weise. Bei den Regenschirmen, die in Bezug auf Schlankheit mit dicken Stricknadeln rivalisiren, fungiren an den Stöcken kleine goldene Kugeln, mit Türkisen oder Smaragdsplittern besetzt. Abergläubische Damen wählen als glückbringend ihren Glückstein, das iheißt den Stein, der auf ihrem Geburtömonat fällt. Sollten Ihnen diese Steine unbekannt sein, meine Damen, so blättern Sie in Körner's Gedichten und Sie werden deren eines finden, das sich betitelt: Die Monatssteine".

Protzenthum. Von N. r-1 i Er braucht nicht vorgestellt zu werden, jeder hat ihn schon gesehen, den aufgeblasenen, goldstrotzenden Protzen, eine Inkarnation des Sprüchleins: Jch steck' die Welt mit meinem Geld, juchheissa! in die Taschen." Wie geschwollen er da sitzt, die schwere goldene Uhrkette auf dem herausfordend gewölbten Refektorium seines Leichnams, die Beine gespreizt, mit den beringten fetten Fingern in den Hosentaschen klimpernd, die Allüren eines Schweinezüchters mit dem Selbstbewußtsem eines Reserveosficiers veroindend, mit den verschmitzt stupidenAeuglein Blicke unverschleierter Geringschätzung auf die Hungerleider werfend, die es zu Nichts gebracht haben, und auf die Schwärmer, die Princip und Charakter nicht dem Mammon opfern mögen. Aber haben wir das Recht, über ihn zu lachen? Was ist der Mensch, wenn er nicht Geld, viel Geld hat! Reichthum ist heutzutage mehr als jemals die Wünschelruthe der Märchen, der Feenstab. Faust's Mantel, der ZauVerschlüsse!, der das Schlaraffenland das wirkliche, nicht das poetische mit allen seinen Herrlichkeiten erschließt. Wenn ich mit Menschenund mit Engelszungen redete und hätte kein Geld, so wäre ich ein tönend Erz und eine klingende Schelle," so würde heutigen Tags em kapitalistischer Paulus schreiben. Warum also erscheint uns der Protz als eine so lächerliche Figur? Halten wir vielleicht die Trauben nur deshalb sauer, weil wir sie nicht erreichen konnten? Oder ist darin doch noch ein Schimmer des Idealismus zu erkennen, den der krasse Kapitalismus unserer Zeit nicht ganz zu verdunkeln und zu verscheuchen vermochte. Gewiß, reich sein göttlich! aber reich werden das hat seine 'Haken. Gleich dem Distanzläufer muß er sich von allen idealen Empfindüngen, Bestrebungen. Anwandlungen drainiren; gleich dem Wettschwimmer oder dem Taucher muß er sich aller höheren, ethischen Ziele entledigen, wer sich in die wogende See stürzt, um Millionen zu erwerben und Perlen zu fischen. Und hat er sie endlich nach jahrelangem Ringen und Kämpfen erobert und gedenkt nun, sich des Dafeins in edlem Sinne zu freuen, vom Himmel die schönsten Sterne und von de? Erde jede höchste Lust" zu fordern, so entdeckt er schaudernd, daß ihm auf der Reise nach dem Goldlande die idealenOrgane abgestorben oder zum mindesten arg verstümmelt worden sind. Schaudernd? O nein; denn so sehr verödet die Hetzjagd nach der Million die Intelligenz und korrumpirt die Gesinnung, daß er selbst gar nicht merkt und fühlt, wie schal ein Dasein, das nicht durch das Wahre, Gute und Schöne geadelt ist. Item: Mitleid für die armen Reichen", die in der Sklaverei des Mammons ihr besseres Selbst eingebüßt haben. Mitleid daher auch für den Geldprotz; er ist im Grunde eine verhältnißmäßige harmlose, komische Figur gegen den Bildungs-Protz. Wie er die Lippen kräuselte, als ein Arbeiter am Wirthstisch Prinzipien" mit dem Accent auf dem dritten i" aus sprach und ein anderer Athaist" statt Atheist sagte, und als aar derselbe die Werke Homer's" erwähnte, da brach er in ein schallendes, homerisches Ge lächter. aus. Von dem Maulwurfs Hügel seiner Bettelgelehrsamkeit sah er mit souveräner Verachtung auf den Proletarier herunter, der in seinen so kärglichen Mußestunden in rührendem Wissenseifer autodidaktisch - einige Fruchte vom Baum der Erkenntniß zu pflücken sucht, den seine sociale Lage ihm so schwer zuganglich macht. Und wie hoch sieht häufig so ein Arbeiter über den Bildungsprotzen rn Bezug auf logisches Denken und klares, ge sundes Urtheilen, und was vollends das politiscye und sociale Wissen anbe langt, die aktuellsten Fragen der Geaenwart, welch' eine klägliche Rolle spielt oft so ein mit Gymnasial- und selbst akademischer Bildung ausgepap pelter Bildungsprotz gegen den schlich ten Schreiner oder Handschuhmacher! Der große Hans, ach, wie so klein" Die Äufgeblasenheii des Bildungs protzen ist doppelt und dreifach Wider lich, weil er das formalistische Wissen und Können,' die bloßen Hilfsmittel der Bildung, für das eigentliche We scn wahrer Bildung hält, und weil er ! sich ferner der Grenzen seines Wissens 1 nicht bewußt ist und sich gebärdet, wie . wenn er mit den armseligen Krugen .'seiner Fachaelehrsamknt das Welt Z meer ""der Wissenschaft ausgeschöpft

hätte. Derjenige ist ein 'Wissender. der da weiß, was er nicht weiß," hat Sokrates gesagt, und ein Moderner: Wenn ich wüßte, was ich nicht weiß, gäbe ich alles dafür, was ich weiß." Das Protzenthum hat aber noch eine dritte Kategorie: den moralischen Protzen. Schon Jesus hat ihn gekannt: Ich danke Dir, o Gott, daß ich nicht bin, wie jener Zöllner und Sünder." sagte der pharisäische Moralprotz. Gehüllt in den Mantel der Tugend, wie Horaz sagt, der satten Tugend und zahlungsfähigen Moral", und stolz auf dessen Integrität, er hat's ja. Gott sei Dank, nie nothwendig gehabt, durch's Dornengestrüpp der, Armuth sich zu winden und durch de Lebens Sümpfe zu waten blickt er vornehm, streng, Mitleid- und lieblos auf den armen Schlucker im befleckten, zerschlissenen Kleide, dessen Wiege in den Spelunken des Elends gestanden, dessen Gespielen die bösen Geister des Lasters gewesen und dem vielleicht sein lebenlang nicht vergönnt war. im reinen Aether zu athmen, im Licht zu wandeln. Wie fern steht der Moralprotz und Sittlichkeitsfanatiker der

echten Tugend, die aus einem warmen I verzcn Iprofct, als süße, köstliche Frucht", wie Aristoteles gesungen, die durch sich selbst beseligt ist und darum auch den sittlichen Parias den Sonnenblick de? Milde und deS Erbarmens gönnt; wogegen der Mann der moralischen Formeln mit kaltem Blick sein Du kannst, denn Du sollst!" in die Welt ruft und das sittlich verworfene Pack" protzig verdammt. Du kannst, denn Du sollst!" Sage dem Hungrigen: Du sollst satt sein!" Dem Frierenden: Du sollst Dich behaglich fühlen!" O. ein gutes Gewissen ist ein köstlich' Ding, aber gegen des Hungers Natterbiß ist der Gewissensbiß nur ein Insektenstich. So lange das Massenelend, der Wirthschastskampf und die Mammonsjagd nicht aus der Welt geschafft sind, wird die ethisÄe Kultur" ein seltene? Luxusartikel b'ubtn. Mit Recht sagt darum das zweite Flugblatt der Deutschen Gesellschaft für cthisch: Kultur: Wirtschaftliche Verbesserungen können zu dieser Erlösung (des ethischen Menschen in uns) beitragen. In vielen Lebensverhältnissen sind sie die unerläßliche Vorbedingung dazu.Internationale Bettler Organ! stion. Die jüngst in Paris erfolgte VerHaftung eines großen Bettler- und Fälscher-Consortiums veranlaßt den Herausgeber des Pariser Couriers" zu einer sehr interessanten Schilderung einer Talfer"-Spelunke. Talfen" heißt in der Gaunersprache betteln. In Begleitung eines Schriftsetzergehilfen, welchen der Erzähler materiell unterstlltzt und durch den er Kenntniß erhalten hatte von derEristenz des Tal-fer-Casinos", begab sich de? Schriftsieller eines Abends in eine nahe der Rue St. Antoine geleaene MUchmirthschaft. Dem Rathe seines Begleiters entsprechend, hatte er sich etwas defekt gekleidet und suchie auch nach Thunlichkeit die Kenntniß des Französischen zu verleugnen. Ich bestellte," erzählt der Pariser Schriftsteller, eine Chopine Wein und nahm an einem kleinen Tische des dumpfen, raucherfüllten Lokales Platz. Bald gesellte sich der Obertalfrr" zu uns, dem mein Begleiter bedeutete, ich sei in Baris fremd, Student der Medicin und suche nach Unterstützungen. Da wird es 5jhnen in Kurzem möalich sein, ein hübsches Sümmchen herauszuschlagen, meinte wohlwollend das Oberyaupt der Bettlergildc. Student de? Medicin ist ein schöner Titel." Vorerst," sagte er mir, müssen wir zu Rothschild gehen. Da schreiben Sie einen Äries ad er legte mir das vollständige Concept hin geben Sie sich lur einen Studenten der Medicin cui und verlangen Sie einen höheren Be trag, um sich besser kleideu zu können Bis Sie die Antwort von dem Almoferne: des Hauses Rothschild erhalten haben, wird die Fleppe" (BeweispaPiere) in Ordnung sein. Das wäre das Eine. Jetzt können Sie gleich auch an die Königin von Neapel schreiben. Wenn Sie da geschickt ankommen, haben Sie nicht etliche Francs in Briefmarken, sondern schöne Banknoten. Wie schade, daß Sie nicht serbisch sprechen, denn da könnte man den König Milan bei seiner Rückkehr nach Paris aufsuchen; es kommt ihm auf einige Goldfüchse nicht an. Das ist wirklich fatal, daß Sie nicht ein Wort serbisch verstehen, da Sie sich inzwischen der Familie Karageorgiewitsch vorstellen könnt:n,die für die armen Serben stets hilfsbereit ist. Sind Sie Freimaurer?" forschte der Talfer weiter. Nein." Das auch nicht? Was sind Sie denn eigentlich?" Durch eine zweite Chopine warm gemacht, erklärte der Oöertalfet": Ich hab: noch einige Freimaurer-Diplome in blanco. Gieb zehn Francs her," er duzte mich bereits dann zeige ich dir alle Erkennungszeichen, und du kannst dann getrost alle Logen besuchen." Die Diplome, welche in englischer, spanischer und französischer Sprache abgefaßt sind, werden in einer BuchHandlung im Quartier Latin gekauft und ausgefüllt. Die Siegel werden durch einen Gypsabdruck so gut als möglich hergestellt. Die Falsifikate sind so täuschend, daß selbst die schärfsien Beobachter sie für eckt anseben . . . , i - müssen.

Früher hatten wir noch akademische Diplome, die uns große Dienste leisteten; allein sie wurden so oft mit Bleikali gewaschen, daß sie absolut nicht mehr dienen können." Auch Empfehlungsbriefe einer Botschaft oder, eines ConsulatZ, die auf besonderem Papier mit dem entspre- ' ' " - " 4 v

chenden Kopfe geschrieben sein müssen, besaß der Ehrenmann. Während des Gesprächs war eine jung: Frau in das Lokal getreten und hatte sich meinem Tischnachbar genähert. Es war die Geliebte desSchwindlers, welche im Laufe des Tages zwei Gänge" gemacht hatte; einmal als Wittwe mit einem gefälschten Todtenscheine und dann als Rekonvalescentin. die eben aus demSpital entlassen worden war, selbstverständlich wieder mit einem falschen Spitalzettel. Sie war gekommen, um ihrem Geliebten zu sagen, daß sie ein Zimmer in einem Hotel für einige Tage gemiethet habe, da der protestantische Pastor, an den sie sich gewendet habe, Erkundigungen einzuziehen pflegt. Jetzt sitzt das ganze Gelichter im Polizeidepot und wird nach verbüßter Strafe über die Grenze geschafft werden." (?hestatt) Weyestand.

Eine Verhandlung, die ans Tragikomische streifte, spielte sich kürzlich vor dem Strafrichter de Bezirksge richtes Hcrnals ab. Eine hübsche, junge Frau, die Schneidermeistersgattin Barbara Süßel, hatte sich wegen wiederholter Mißharlungen, die sie ihrem dreiundsechzigjährigen Gatten, Joseph Süßel, angedeihen ließ, strafgcrichtlich zu verantworten. Die vom staatsanwaltschaftlichen Funktionär, Dr. Pittinger, vertre tene Anklage legte der angeklagten 'Frau zur Last, daß sie ihren Gatten mit einem Regenschirm derart geprü gelt habe, daß der Mann seither ar deitsunfähig ist. Richter (zu dem alten Manne): Ja, was war denn die Ursache, daß Ihre Frau Sie so unbarmherzig geschlagen hat? Herr Süßel: Wissen's Herr kaiserlicher Rath, i hab' mit meiner Seligen 32 Jahr guat g lebt, na und wie's halt g'storben war, hat (mit einem scheuen Seitenblick auf die Angeklagte) die mich gcheirat', eiqentli' net mich sondern mein Geld hat's a'heirat'. Ja. Herr kaiserlicher Rath, sie hat mi' schon oft, oit a ichlaoen, und aba'fah ren is sie mir a schon einmal mit '40 Gulden nach Italien Richter (zur Angeklagten): Ist das wahr? Angekl.: Ja. ich war damals krank und bin nach Bcrgano in Italien gefahren. Nichter: Und da haben Sie Ihrem Manne das Geld weggenommen. Angell.: Ich werde mir doch Geld mitnehmen dürfen, wenn ich krankheitshalber nach Jtalien muß? Zu was bin ich denn ver heirathet? Herr Süßel: Nit wahr. Herr Richter, abg'fahr'n is sie mir damals! Richter: Lassen wir das! Kommen wir zu jener Prügelscene; schildern Sie mir die. Herr Süßel: Herr Richter, mir hab'n an klan' Tis vut g'habt, und da is sie, wie sie dies schon oft 'than hat, auf mi' herg' fall'n und hat mi' mit'n Regenschirm so scyreckli' g'haut, daß i, Herr kaiserlicher Rath, als a Knieender vor ihr g'leg'n bin und sie bitt' hab' sie möcht' mi' net so hau'n. Sie aber hat net ehender aufg'hört, als bis der Regenschirm in Fransen g'haut war! (Er zeigt die Trümmer des Regenschirmes dem Richter vor.) Richter: Sie haben auch Verletzungen er litten? Herr Süßel: Freili', i hab' müss'n glei ins Stephaniehospi tal, und dort hab'n's mir an Verband ang'legt. Der Herr Primär hat g'sagt. i muaß mi' glei' niederleg'n. Richter: Nun. haben Sie das gethan? Herr Süßel: Na, i hab' mi' net z'Haus traut drei Tag. Angell.: Ich bitte, Herr Richter, er gibt mir jetzt kein Geld mehr, was soll ich da thun. Staatsanwaltschaftlicher Funktionär: Erlauben Sie, wenn Sie den alten Mann schla gen. soll er Ihnen auch noch Geld geben? Angekl.: Aber ich bitt'. z'waS hab' ich denn den g'heirath'? Richter: Damit Sie ihn durchhauen, gewiß nicht! Herr Süßel: I bitt', Herr Richter, machen Sie 's nur nit zurnig. i fürcht' mi. daß s' mi dann wieder schlagt, sie hat mir ja droht. daß sie mi no amol in d'Arbeit neh ? ... ; w rn v i m men miro. midier: ann yoien Sie die Polizei zu Hilfe. Herr Süßel: Ja. wenn dies so leicht wär'! Sie spiert sich mit mir ein und haut mi dann durch und geht dann fort, als wenn nir g'wesen wär'! Richter: Und verzeihen würden Sie ihr nicht? Herr Süßel: Nein! I kann mit ihr nix ausricht'n vor mir hat's kan Respekt, vielleicht wird's Gericht mit ihr fertig wer'n! Der staatsanwaltschaftliche Funktionär beankragte die Abtretung der Akten an das Landesgericht, weil die Mißhand lungen, welche der Greis von seiner Gattin erlitten hatte, mit Rücksicht auf die zwanzig Tage überschreitende Heilungsdauer eine schwere körper liche Verleitung involviren. Der Richter gab diesem Antrage Folge. Dereifersüchtige Gatte. Man hat Sie st vierzehn Tagen nicht mehr aus der Stammkneipe et sehen." Ja, ich mußte während der Zeit das Zimmer hüten." .Waren Sie krank?" Das nicht, aber meine Frau batte einen jungen Vetter zum Besuch!" Das in der Eisenbahnstraße zu Leipzig wohnhaste Kausmanusehepaar Buckisch hat sich im vollen Hochzeitsstaate vergiftet. Die jungen Leute waren erst seit Ociober verheirathet. Der Grund des unseligen Schrittes soll in ungünstigen Bermögensverhältnissen gelegen haben. Der Polizei waren die Schlüssel zur Wohnung des Ehepaares übersandt worden. Bei der Kindstaufe. Pfarrer: Wie soll der Knabe ge tauft werden?" Bauer: Einfach Michel, Herr Pfarrer. er wird ja doch nur zum Sauhüten verwendet."

Wenn man spät nach Haus kommt.

Es giebt eine lange Reihe von Erscheinungen im Leben und in der Natur. die uns in Staunen, in die frühlichste Laune, in Schrecken versetzen. und die wr über uns ergehen und auf uns wirken lassen, ohne daß wir ihr Entstehen zu erklaren, ihr Wesen, ihre Existenz, zu ergründen vermögen. Diese Erscheinungen sind vorhanden. und wir leiden unter ihnen, wir freuen uns über sie. wir lassen sie an uns vorLbergleiten, und vergeblich zerdenken wir uns dann das Gehirn mit der UIULC. wU9 UU VU3 Ultiuilin wt3 rtr v ? k1! r v. Eine dieser räthselhaften Erschelnungen kennen nur die Männer und zwar unter den Männern nur diejenigen, welche spät nach Hause kommen, d. h. sehr spät, nämlich früh, etwa drei Viertel auf Väckerjunge, wenn man im Sommer bereits Leuten begegnet, die schon zum Baden gehen, und im Winter Polizisten, die von dem Pfeifen des ersten abgehenden Zuges im Schlaf gestört worden sind. Frauen kennen die Erscheinung, von der ich sprechen will, gar nicht, und wenn sie sie kennen, so haben sie in ihrem reinen Herzen keine Ahnung davon. wie entsetzlich sie den Männern ist. Es ist geradezu auffallend, daß in dieser Zeit der Erfindungen, in der die Patente wild wachsen, noch keine einzige wenigstens in Angriff genommen ist, welche und nun komme ich zu meinem.eigentlichen Gegenstand den Lärm unmöglich macht, den der spät nach Hause kommende Gatte hervorbringt, indem derselbe alle Ursache und den besten Willen hat, ihn zu vcrhindern. Man muß das selbst auch nur ein einzigesmal durchgemacht haben, um zu wissen, wie wichtig eine solche Erfindung sein und welche Wohlthat sie für die Männerwelt bilden würde, nach meiner unmaßgeblichen Meinung eine arößere Wohlthat als die Ersindung der Seife mit der Eule, der Spazierstöcke mit Cognac und des Kneipp'schen Kinderkaffees. Es ist spät geworden im Kreise der Freunde. Immer noch wurde ein allerletztes Glas getrunken. Es ist erstaunlich, wie viele allerletzte Gläser dem letzten, wie viele letzte dem vorletzten Glas folgen können. Gestern Abend hatte beim Abschied die Gattin aeiaqt: Es wird wieder schon spat werden!" und nun ist es spät schön geworden. Der alte Witz zieht nicht mehr, mit dem man der Gattin sagt: Du hast es aut. Du kannst m Demem warmen Bett liegen, während ich auf dem harten Strohstuhl sitzen und den kalten Wem trinken muß. Sie hatte noch geäußert: Du wirst wohl wieder d:e halbe Nacht ausbleiben! und er, ein Mann von Ehre und Gemüthe hatte sie nicht getäuscht. Selbst der aus Aluminium anaefertiate Hausschlüssel verhindert nicht, daß wir uns fchwer im Kreise fröhlicher Genossen erheben, und so kam es, daß unser Freund erst, als das wirklich allerletzte Glas den Weg alles Trinkbaren gegangen war, sich unter dem Geheul der freunde: Du bist ein Pantoffelheros! auf den Heimweg gemacht hatte. Nun steht er vor seiner Hausthür. Eine Gattm hat bekanntlich meist einen festen Schlaf. Ein gutes Gewissen und viele Arbeit in der Wirthschaft sind zwei fanfie Ruhekissen. Aber wenn der Mann nicht zu Hause ist. dann ist Gott Morpheus leider so geschmacklos, sie nur ganz oberflächlich in die Arme zu schließen, und die Dame wird dann, wahrscheinlich zu ihrer Unterhaltung, von einer ganz fabelhaften Neugierde nach der Zeit erfaßt, zu deren Befriedigung sie einen Blick auf die dicht bei der Nachtlampe liegende Uhr wirft, um dann wieder einzuschlafen. Das weiß der Gatte, und er weiß auch, daß das Oeffnen der Hausthür durch die Stille der Nacht in seiner Wohnung gehört wird. Kaum aber hat er den Hausflur betreten und will die Thür, die er nicht, aus der Hand ließ, wieder schließen, da und nun beginnt der räthselhafte nächtliche Spuk da erhebt sich ein bischen Zugluft, sagt: Warten Sie, werther Herr, ich helfe Ihnen, Sie scheinen keine ganz sichere Hand zu haben," und prasselnd fällt die Thür in's Schloß, daß das ganze Haus widerhallt. Scheußlich! fagt wüthend der erschrockeneMann zu sich selbst und tappt nach der Treppe. Hier streicht er leise ein Streichholz an, denn er will langsam und behütsam. hinaufklimmen, indem er hofft, daß die Gattin von dem unglücklichen Zufall bei der Hausthür keine Kenntniß erlangte und weiterschläft. Kaum aber betritt er die erste ' Stufe, so knarrt diese. Bei Tage thut das die Stufe nie, da ist sie still und diskret, wie es sich für eine Stufe schickt. Niemals hat er sie bei Tage knarren hören. aber Nachts knarrt sie. Nachts steckt ein böser Geist in ihr. Warum Nachts? Das ist eben das Räthsel. Und nun geht er vorsichtig weiter, wie ein junges Mädchen setzt er zart den Fuß auf die zweite, die dritte Stufe, aleichsam um sie zu beruhigen, oder als sei die Stufe das Versteck, wo' still ein Herz von Liebe glüht, von dem Geibel singend bittet: O rühret, rühret nicht daran! Es hilft nichts, die Stufen knarren. Er geht rechts hart an die Wand, links hart am Geländer, erbarmungslos ertönt das Knarren, und nun stimmt das Geländer mit ein, indem es seine mageren Pseilerchen wie die Saiten einer mi! Holz bezogenen Harse erklingen läßt, ein Concert, das Männer, welche spät nach Hause lommen, rasend machen kann. Gott sei Dank, er hat die Treppe hinter sich, der Aufstieg ist überwunden, er ist auf der mit ewiger Ehe bedeckten Höhe angelangt. Goethe sagt im Faust: Die Sorge, sie schleicht sich durch's Schlüsselloch ein." Aber diese Sorge ist es leider nicht, er muß auf-

und zuschließen. Seufzend und 'vor-

,sichtig geht er an die Arbeit, die eine Herkulesarbeit ist, wenn sie ganz geräuschlos geschehen soll. Und nun beginnt er, den Athem an sich haltend, mit hörbar klopfendem Herzen diese Arbeit, in der rechten' Hand den Schlüssel, mit der linken diesen in's Schlüsselloch leitend, mit einer Vorsicht und Liebe, als gebe er einem Kinde einen Löffel Leberthran, mit blutendcm Herzen, doch es muß ja sein. Aber es geht nicht ohne Geräusch trotz aller Sorgfalt. Der Schlüssel stößt an den metallenen Mund des Schlüsselloches. der Schmerzenstone laut werden laßt. Nun endlich bringt er den Schlüssel vorwärts, aber er will sich nicht drehen lassen. Himmel, wenn drinnen der Schlüssel nicht abgezogen wäre! Immer stoßt der Schlüssel ärgerlich an irgend eine der eisernen Coulissen im Schloß.und der dadurch erzeugte Spektakel geht demManne durch und durch. Denn das Geräusch muß ja seine Frau aufwccken.die den Schlaf immer nöthig braucht wie einen neuen Hut, und der er heute auch nichts mehr mitzutheilen hat, wenigstens nichts, was er ihr nicht auch noch morgen früh sagen könnte. Endlich ist der Schlüssel umgedreht und er hat ein Gefühl, als habe er ein ausaezeichnctes Geschäft, oder eine bedeutende Erfindung gemacht, und nun öffnet er leise die Thür wie ein Einbrccher. Aber an der Thür befindet sich bekanntlich eine eiserne Kette, und diese ist im Komplott, sie fängt an zu llappern, indem sie sich an der Thür hin und her bewegt. , Nun denkt er an die geflügelten Worte Arndts: Der Gott, der Eisen wachsen lieh, der wollte keine Knechte." und in sich hinein seufzend sagt er sich, einen Knecht kenne er aber doch, und das sei er, und seinetwegen hätte Gott kein Eisen wachsen zu lassen brauchen. Er lauscht. O Wonne! Alles ist still, es regt sich Zein Wesen. um aus die Uhr zu sehen. Eme gut liebe, reizende Frau! Und ein guter, lieber, reizender Schlaf! Und er dank! dem lieben Gott und nimmt es ihm auch nicht weiter übel, daß er Eisen wachsen ließ. Im Schlafzimmer scheint alles still. Nun erhebt sich der aufathmende Gatte auf die Fußspitzen. ein wahres Trapezkunststück nach so vielen vorletzten Glasern, und schickt sich an, den Hut und den Ueberzieher abzulegen, die Uhr auf- und die Stiefel auszuziehen. Abu diese Stiefel! Sie haben die Form des Landes, in welchem der ewig rumorende Vesuv sieht. Welcher meiner lebenslustigen Geschlechtsgenossen hätte nicht schon durch die Stiefel mitleidergend gelitten, wenn er sie nächtlicher Weile geräuschlos ausziehen wollte! Am liebsten hatte er sie gar nicht ausgezogen, so wenig traut er ihnen. Man hat geräuschlose Nähmaschinen, stille Compagnons, Gummiräder, stumme Portiers, gerauschloses Pulver, ja selbst das lärmendste Unthier der Welt,- das Klavier, wird jetzt als stilles Instru ment für Flügelstudirende hergestellt. Aber stille Stiefel giebt es nicht. Wenn Gellert sagt, die Nacht sei keines Menschen Freund, so verdankt sie vielleicht I m W V1 M L. mttn 00 en Namen ttiettwe:ie oen Stiefeln, die der Mensch geräuschlos ausziehen will. Unmöglich! Der ge plagte Mann preßt vorsichtig die Hacke des rechten Stiefels an die Spitze des linken. Da fangt das Paar einKnar? Jbuett an, und da er wie Jeder andere oeim Stiefelausziehen eine Balletstcl lung einnimmt, so verliert er die Balance und stolpert, und das wiederholt sich beim Ausziehendes linken Stie fcls. Es ist entsetzlich und um so eniserlicher, als es unvermeidlich ist. Nach einer- durchlauschten Pause schleicht das unglückliche Opser der nächtlichen Spukgeister in das SchlafZimmer. Aber die Thur beneiden scheint mit Devcroux im Wallenstein zu sagen: Freund! Jetzt ist's Zeit zu lärmen." Alle ihre Eisentheile erinr.ern sich plötzlich, daß sie lange nicht o.eölt seien, und während sich die Thür n ihren Angeln bewegt, schreit sie, nq öffnend: Wer? Wie? und sich wieder schließend, umgekehrt: Wie? Wer? Jetzt ist sie geschlossen. Er steht einen Äugenblick wie festgebannt, dann thut er einen Schritt vorwärts. Da stot er an einen Stuhl -und der Stuhl stößt an einen Kleioerscvranr. ceues au L schen nach dem Bett. Nichts rühr! sich Gottlob! Nun fängt der Gatte an,sich zu entkleiden. Dieses einfache und durchaus nicht sensationelle, wenn auch rein realistische Schauspiel erweckt merkwürdiger Weise die Neugier eines zweiten , Stuhls, der sich herumdreht, nachdem er von dem Unglücklichen, der eine Stütze sucht, angefaßt worden ist. Das ist die räthselhafteste Nüance dieses Spuks, daß Möbel sich bewegen, .ohne von der Hand eines professionelIen Spiritisten berührt zu werden. So wird das Ausziehen, das sonst so leicht von Statten geht, zu einer qualvollen Thätigkeit. Namentlich bringt das Abstreifen der Beinkleider und Strümpfe neue Sorgen, denn dies ist nur dadurch möglich, daß man ein Weilchen auf einem Beine steht, und wenn man dies auch bei Tage mit großer Künstlerschaft auszuführen vermag, beiNach! verliert man sofort das Gleichgewicht, und' man hüpft und spring!, vergeblich sich festzuhalten suchend, und eräugt eine Reihe der verschiedensten Ruhestörungen, welche die schlafend.ste Frau aufwecken müssen. Aber sie rührt sich nicht bcriltch! Und NUN soll die letzte, dtt erlösende That geschehen: der Mann erTlimmr sein Lager, auf welchem er seine bessere Hälft: "in süße Träume versunken wähnt. Mit einer Vorsicht, welcher die Weisheit es verdanken könnte, daß sie eine Mutter hat, und die ich allen kühnen Bergfexen empfehlen möchte, geht er an das gewagte Unternehmen. Aber bei icdem Versuch, den Culm des Bettes zu erreichen, knirscht die Bettstelle wie der Schnee unter den Bergschuhen

eines Angeseilten. Selbst die sonst so sanfte Bettdecke scheint statt mit Gänse- mit Stahlfedern vollgestopft zu sein, fo klappert sie, während der end-

lich an's Zlet Gekommene ne itt an sich Zieht. . Kaum aber ist das letzte Geraujcy verhallt, so 0 Entsetzen! dreht sich die muntere Lebensgefährtin halb herum, und nicht nur sie, auch ihre alte Neugierde ist erwacht, und sie fragt: ,Mein Gott, was ist denn die Utjtr Eben eins! Da beainnt ' im Nebenzimmer die Uhr fünf zu schlagen. Wie lang das dauert! Schon beim zweiten Schlag frägt der Gatte, auf die Gardinenpredigt gefaßt: Du schläfst nicht?" Schlafen!" beainnt sie dlejelve. .Bei dem Spektakel schlafen! Wie Du die Hausthür zuschleudertest, die Treppen herausstürmtest, in den orridor poltertest, mit Deinen Stiefeln rumortest und dann in die Schlafstube hineinstampftest, dabei kann man doch nicht schlafen, das giebst Du doch zu 55ck mache meinen liebenswürdigen 'Leserinnen und Lesern den Porschlag, der Gardinenpredigt, welche ja in ihyrt L rt . t :r ren runozugen allgemein mum nicht beizuwohnen und das Paar auem zu lassen. . . : Beim Koffcrva5cn. .Wenn Du Dir nur ein Bischen Mühe gibst, lieber Wilhelm, wirst Du mit Leichtigkeit den Deckel so weit herunterdrücken, daß der ZosZer geschlosscn werden kann. , , Na, siehst Du, ein Bischen mehr 'geht cö sHon herunter." rS3 mMM f V-f i A I TZi vvV-'i ?$KS 4m:M mmm HGMM x -üi ' T- y Wenn ich auf den Koffer draufkniee, das macht schon etwas aus' Was?" Das ist gescheut, Clara! Deink hundertundzwanzig Pfund sind auch nicht von Pappe." Das ist recht. Edwin! Auch das kleinste Vischen hilft. Nun Alle, fest drrrauf!" , , 1 1 Hurrah! Hurrah! Siehst Du. Wil. Helm, ich Hab's Dir gleich gesagt, es würde geh'n." Papa (erschöpft): Ja aber wo is! denn nun der Schlüssel dazu? - , Edwin: Der Schlüssel der liegt Fr?P Unten im Koffer.

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