Indiana Tribüne, Volume 17, Number 206, Indianapolis, Marion County, 15 April 1894 — Page 6
Gluth unter der Nsche.
Von Tor Hedberg. rmfrr4nr fTrrrT wmflhrna h5n Etahr war ein Mann, der seiner Zeit sehr gefeiert, sehr gesucht, sehr geliebt itnS fr rnonirr f?n? m.ir. srr hwr rfnff i'nr Wrnfrfsn. wcke den Anderen einen starken Glauben an ihre Fähigkeiten einflößen, aber er K-rff. r-rf ntaTs Kr ßritif hslbnr ausgesetzt, daß er die Fähigkeiten zur Wirtlichkeit gemacht hätte. Man sank don jm. dan er. wenn er aewollt, gekonnt hätte und man dachte nicht schlechter von ihm, weil er nicht gewollt hatte, im Gegentheil. Man sagte zum Beispiel, wenn er gewollt hätte, hätte er Kriegsminister werden oder eine brillante Partie machen oder ein Vermögen gewinnen köni.ns mnn s.'nl? ?5 wrum so ?rn. weil er weder Kriegsminister gewor- - l den. noch eine brillante Partie geTTT.t. nA -777 N.'rmön tonnnrn fc!L So erklärte ex zum Mindesten dv: Sache selbst mit seinem feinen, septischen Lächeln unter dem getrifan Sckn'irrbart. b:nn er war weder, noch stellte er sich unkundig seines Rufes. Er sagte: wer ein Vollblutpferd reitet und doch Andere auf sülechteren Gäulen vorbeireiten läßt. y-Wm iiWn imFf&Ifcrrr ein G'iübl der Dankbarkeit erregen. Ich bin immer meiner Pferd: wege.f berühmt qeweftn. war aber niemals ein Freund von Wettrennen und auf einem edlen Rosse im Schritt zu reiten, ist in jedem Falle das nobelste Vergnümit. das ti eibl. aber man muk ein 'mma scnfcbs!ttfer sein, um sick da- -- . u i i 11 rauf zu verstehen. Während er nun im Schritte geritten war, waren in jedem Falle die meisten seiner Altersgenossen ihm zuvorgekommen. Und nun geschah es, daß, als er die Fünfzig überschritten und niÄt mebr werden tor. als mr.2 ,r v.r Wx Mkt Auskassuna von ihm ansing, gleichsam in Vergessenheit zu gerathen. Man äußerte sie wohl U ' . . - r . Tiiim vi w i iii w iiiii iii i i ii nr i iiii .1 V 4 ,4 4 SW. W I Allgemeinen war man der Ansicht, daß es sich nicht gerade verlohnte, sie zu äußern. Er empfand die aufkei-m-ende Mißachtung, die hierin lag, un?d das kränkte ihn tiefer, als er sich selbst bekennen wollte. Es gibt Menschen, die sich das ganze Leben hindurch gleich bleiben, für welche fugend und Alter Nur VVL; WtWl VW 1" v vcrschicheiurtize Masken sind, hinter denen, die wirkliche Ratur mit demself)n 7tnhrHndrfn 5ftTfsf herhnrvAdl. I cfer ti atbt auck andere, bei welcken hfrinfirrf.nbf lün ein durckoreisende Veränderung mit sich bringt. Dies wzr mit Rittmeister v. Stahr d?r ftir Nm fünhi.iftpn nhr n f,r:rT7 Tin.". Krnnh nS R?fii77Nim ihn nicht mehr wieder. Er sei fllecMarn n anderer Mensck, flfftnr den, sagte man. Aber, der Blick war doch im Grunde derselbe sein Charakter 'hatte f.ch nur sozusagen umgekehrt. War er früher mittheilsam gewesen, so war er jetzt vurschlossen, us , , , ' ; ' einem Gesellschaftsm?nsch:n wurde kr f-n ßiniTrtifrr. die fifcrVnSfciiirhtstiViJ kerwJndlte sick, in Arit?rkeit. die Soralosigke-it in Unteren elosiakeit. Er hatte um lange ltixt abzuhas- ' i " Kt f ' peln gehabt., langer als dis meisten änderen .aber nun war Die Lein: abgelaufen, er hatte den vrrhänzniß- . v . 1 queren wua gespurt, uno nun wand das- Leben sie langsam wieder auf. Zoll für Zoll. Ganz plötzlich, nachdem er bei einer Zöeforoerung uoergangen, naym er seinen Abschied. Seitdem lebte er einsam, ohne Freunde, fast ohne Umgang. Jeden Vormittag konnt? man ihm auf seiner schönen braunen Stute reitend begegnen noch immer ein hübscher Mann, Tadellos, die freie Haltung jetzt ein wenig steif, indem er seine ehemaligen Freunde mit einem Wink und die Damen mit einem Lächeln grüßte, welches die fehlerlosen Zähne entblößte, aber niemals das Auge erreicht Die Abende brachte er immer im muo zu, iuo er ? ? m..-cu Sckack spielte. Er war iett nämlick ein leidenschaftlicher Schachspieler a:worden. Sein Partner war zumeist ein gewisser Revisor Roth, der ungefähr in gleichem Alter und Junggeselle, wie er, war. Sie hatten sich schon früher flüchtig gekannt, und nun war es ihr gemeinsames Jnieresse für dasSchachspiel, das sie zusammenführte. Sie traf.-n sich übrigens nur am Schachtisch, und auker den unvermeidlichen Spielausdrücken sagten sie nur Guten Tag" und Adieu" zu einander. So ging es etwa ein Jahr. Da aeschak es. daß der Rittmeister sich den Z?uk verrenkte und vier.zebn Tag? zu Hause bleiben mußte. Die Abende wurden ihm entsetzlich lang; eine Woche hielt er es aus, aber dann ergab er sich und schickte einen Boten zu dem Revisor mit der Anfrage, ob dieser ihn nicht besuchen und bei ihm zu 5-ause eine Vartie svielen möchte, statt im Club. Der Revisor kam und 1 . kam von nun an jeden Abend, so Tnnrt brt Rittmnsttt ,u .Nause laa. Dann trafen sie sich wieder im Club, aber gefielen sich dort Nicht meh? so aut wie früher. Und dann fügte es sich denn so ganz allmälig, daß f sie regelmäßig eine Partie zu Haufe bei dem Rittmeister spielten, da sie dort ungestört waren und ohne Ungelegenheit eme. unbeendigte Partie unterbre chen konnten. Denn ihre Partieen begannen sich immer weiter hinauszu 'ihhm. tb?'lls weil sie i5.re Taktik iekt nmh'iiln durck und durck kannten. ihnU ftttil sick zwiscken dsn üa?n die Unterhaltung auszuspinnen begann. Revisor Roth machte bei der ersten Bekanntschaft den Eindruck du Per-
fcmfutmn Bescheidenheit. Er war
äußerst entgegenkommend in seinem Wesen und stimmte Demjenigen, mit dem er sprach, immer bei. Dies jedoch nicht aus Falschheit oder SchmeichepV. sondern aus Scheu oder Unver. Ö m uuuuiuikh. uuuui ilauvig, iiaatQKVia egrnuver mein dkN, würd? k? fest UNd selbstständig st gegenüber Denen, welche ihm näg" gekommen; er mußte mit einem Menschen befreundet sein, um ihm widersprechen zu können. Aber er war auch so, daß er unbedingt für jeden Menschen Freundschaft faßte. mit dem er nur lange genug zusammin gewesen war. Der Rittmeister hatte ihn im Anfang mißachtet, oder richtiger gesagt. als Menschen vollkommen ignorirt und ihn nur als ordentlichen Schachspieler geduldet. Aber als der iftebi sor ein Jahr lang mit ihm gespielt. 3ann die Freundschaft bereits bei ia m . a r - - 9 - - & Wji rmPzu,qB,. roauj roagrenu des Rittmeisters kurzer Krankheit und blühte auf. als sie das erste Mal m n ordentliches Gesprach kamen. Der Nlttmeister war ganz erstaunt das lU lc ancnurcr, mu ucr zt zu thun 'hatte, sondern eine Person mit selbststandlgen Meinungen; ihre Ansichten stimmten nicht sonderlich uoerem und sie kamen oft in Streit. Sie disputirten bald ebenso gern, als sie zusammen Schach spielten, und wurden, wie es schien, einander allmalig unentbehrlich. Namentlich der Revisor für den Rittmeister, o Ergingen ein paar Jahre. ?& einem Fruhlingsabend safcm sie zusammen in der kleinen Wohming des Rittmeisters; sie hatten eme Par , t-v:.i vi. nx . ire beendigt, die sich eine ganze Woche hingezogen, und ruhten nun, indem sie schweigend ihre Cigarren rauchten. Der Revisor saß und sah -träumend zum Fenster hiMlus zwischen zwei Giebeln auf der anderen Seite fiel das Sonnenlicht in das Zimmer mit dem starken strahlenden Glanz, den es schönen Frühlinflsabendm hat. Der trceisto T-. SVXMXs KrtiTr LA.ILLJ XVI. ' e plötzlich sardonisch. - - Weißt Du waS, Alter," sagte er, .Du sichst aus, tls wärest Du derliebt." Der Revisor sah ihn gedankenvoll an, ohne daß er verletzt oder verlegen zu sein schien. Ach nein," sagte er. dazu ist es zu spät. Aber ich mußte daran denken " Er schwieg eine Weile und fuhr dann fort: Warum hast Du l"fr"a' ocuxaiqnt Sich Der Rittmeister riß die Augen auf und lachte kurz. "Hast Du le gehört, daß man mit Stecknadeln fangt? Ich wurde Niemals gefangen, mem Lieber. Aber Du, das könnte man eher fragen, warum hast Du Dich vixqcixaitjn Ich fing keine," Ersetzte der Reviso? einfach, Der Rtttmenter sah ihn an und drkhte seinen Schnurrbart. Ja, rch habe Dich immer trn Verdacht gehabt, daß Du Dich auf Frauen nicht verstundest. Der Revisor lachte ein wenig zer-, streut. k 7 . 11 : T iT - l ; J ? ' . igcirnraj, giaucr ia?, qaee icg . . . rich nie um mehr als eine gekümiuaiC Und die bekamst Du nicht?" Rein." Sie saßm eine Weile stumm da, dann fragte der Rittmeister: War sie hübsch?" Ja, damals war sie die Schönste, die ich mir wenigstens denken konnte." Der Rittmeister schob anzüglich die Lippen vor, sagte aber nichts. Wessen ich mich eigentlich am besten besinne, das sind ihre Augen, ich habe niemals gedacht, daß so viel Ausdrück in einem Paar Augen liegen konnte, und gleichwohl wurde mn aus ihnen niemals klug. Und wenn sie über etwas unzufrieden war, biß sie immer in die Unterlippe." Der Rittmeister sah hastig auf. Ra, das ist wohl nichts so Ungewohnliches !" Der Revisor hörte ihn nicht, sondern fuhr mit einem wehmüthigen Lä cheln fort: Es ist merkwürdig, welch' tiefe Wurzeln ein solches Gefühl haben kann; man glaubt, es sei vorkommen todt und dann bleibt doch immer etwas davon am Leben, und. wenn man es am welligsten ahnt, spriekt ein Wurzelschößling hervor. Ich traf vemeaus ver ? träne. Aha!" . , Der Rittmeister entblößte seine weißen Zähne und es leuchtete in seinen Augen auf. : Ja, das ist wirklich ein ganz kurioses Gefühl, seinen alten Flammen auf der Straße zu begegnen. Aber es wird bedeutend weniger intensiv, ivenn es oft geschieht. Jetzt rührt es mich nicht sonderlich mehr, aber früher." seine Augen leuchteten immer stärker da durchführt mich stets wie em leichter elektrischer. Schlag I r w leyr oeyagircy uongens. Der Rittmeister Pflegte niemals mit seinen Erfolgen bei den Weibern zu Prahlen obgleich er nichts dagegen hatte, wenn Andere davon fprachen aber nun fühlte er eine unwiderstehliche Lust, seinen Freund ein bischen zu blenden. Er war aufgestanden und ging, seinen Schnurrbari zwirbelnd, mit elastischen Schritten im Zimmer auf und ab. Dann war es auch eine alte Erinnerung, die Macht über ihn bekommen hatte. .Auf Eine besinne ich mich beson ders, der ich niemals begegnen konnte. ohne daß es mir in die Bnne ging. Ich wurde formlich schwach rn den Kniekehlen. Ra ja, das war auch
das einzig? Mal, daß ich nahe daran war, im Ernst gefangen zu werden."
,Srehst Du auch Du, sagte der Revisor gutmüthig. ,Ra ia, das war doch auch etwas. um sich fangen zu lassen. Ah, solch' ein Weib eine Königin, eine vollkommeve 5conlg:n und doch so sehr Kind. Ja, es war eine absonderliche Mischung. Und dann so schön schon wie em Engel! Schultern und Arme so und dann trug sie ihren zfops der Mund trn welg spottisch, aber leidenschaftliche Augw man glaubte, sie wäre kalt, allein die Augen verriethen sie. Ich traf sie in einem Badeorte. Ja, das war ein Sommer! Ich entsinne mich noch unserer letztenBegegnung ich mußte am Tage darauf fortreisen vielleicht geschah es darum: aber als wir schieden, ließ fr: sich von mir küssen ein einziges Mal! Der Kuß brannte mich die ganze Nacht ich hätte wer weiß was gegeben, um noch dableiben zu können, und dann wäre mein Schicksal besiegelt gewesen das weiß ich aber ich mußte fort und dann, na, dann ging es, wie es ging, und das war wohl ganz gut. Ich tauge nicht dazu, im Joch zu gehen. Aber wunderlich war es sie wiederzusehen. Ja, nun hat sie erwachsene Kinder ihr Mann ehrte mich eine Zeit lang durch seineFreundschaft, ich habe viele Mittage bei ihnen u Hause gegessen, er gab gute Diners, der alte Holm! Der Revisor rückte näher und sah ihn verwundert an. Holm, sagtest Du?" Der Rittmeister biß sich in die Lippen. Pardon neiu, davon weiß ich nichts." Der Revisor sah ihn noch immer an und wurde immer gleicher. Holm Consul Holm und sie hieß" seine Stimme wurde plötzlich rauh Anna Hjelm?" Der Rittmeister drehte sich der drießlrch aus dem Absatz um. Der Tausend Du kennst sie es geschah rem in Gedanken es bleibt natürlich unter uns!" Er wandte sich wieder gegen .den Revisor um, blieb aber bestürzt stehen. Dieser war todtenblaß. und die Aucen, die noch immer starr auf den Rittmeister gerichtet waren, nahmen allmalig einen krankhaften, fast feindlichen Ausdruck an er hatte densel ben früher in Anderer Aug:n gesehen und er verstand sofort Alles. War sie es?" fragte er. Der Revisor antwortete nicht, aber sein Vlick glitt hinweg. Der Rittmeister ging ein Mal durch das Zimmer und blieb wieder stehen. Das ist ein sonderbares Zusam mentreffen," sagte er. Ja sehr sonderbar!" wiederholte der Andere mit erzwungenem Lachen. Der Rittmeister sah ihn an und prustete plötzlich los. Er konnte sich nicht helfen, nun. nachdem sich die erste Ueb:rraschung gelegt, kam ihm i . ' das sanze so komisch vor. Der Revisor erhob sich, warf ihm einen hastigen und scheuen Vlick zu und ging nach der Thüre. Da wurde der Rittmeister doch wieder 1 nii. -v Aber so höre doch wo willst Du denn hin?"Allein der Revisor war bereits zur Thür hinaus. Der Rittmeister ging ihm bis in den Flur nach, aber er war bereits fort. Der Rittmeister zuckte die Achseln und ging wieder hinein. Eifersüchtig auf nnch so lange hernach! Solche Dummheiten!" dachte er. Bah es geht wohl vorüber bis morgen!" Er beruhigte sich und lachte wieder über das Ganze. Am folgenden Tage, um die Zeit, da der Revisor zu kommen Pflegte, war er aber doch ein bischen unruhig. Der Revisor kam nicht, und ebensowenig am nächsten Tage. Drei Tage lang erwartete it ihn vergebens. Dann ging er in den Club auch hier war er nicht. Da schrieb er einen langen Brief an ihn er bekam kein: Antwort. Da wurde er ärgerlich, verfluchte die Dummheit der Mensck):n und endete mit einem Achselzucken: Wie er will meinetwegen!" Vierzehn Tage lang hielt er es aus, obgleich seine Abende unendlich leer und lang waren, aber dann biß er endlich seinen Stolz in sich und ging zum Revisor hinauf, selbst auf die Gefahr hin, nicht angenommen zu werden. Aber der Revisor empfing ihn. ja. fcn ersten Augenblick schien er sich fast zu freuen, daß er ihn wieder zu sehen bekam. Der Rittmeister that,' als 'wenn nichts gesck.en wäre, sondern plauderte auf seine alte Art. Am Anfang stimmte auch der Revisor in seinen Ton ein. aber dann allmälig überkam ihn ein gewisser Zwang sein Blick nahm wieder den verwundeten, feindlichen Ausdruck an und es kam eine gezwungeneArtigkeit in sein Wesen hinein. Schließlich saß er ganz still da oder antwortete nur einsilbig. Der Rittmeister schwieg dann auch, und eine Weile saßen sie steif und unbeweglich einander gegenüber. Ich quäle Dich?" fragte er schließliÄ kurz. Der Andere nickte, ohne aufzusehen. Aber der Tausend!" rief der Ritt'nieister, das ist ja doch längst vorbei; und es war, ja nichts ein einziger Kuh ich gebe Dir mem Ehrenwort!" Der Revisor erhob abwehrend die Hände.
Nein, ich bitte Dich red:, nicht
davon ich ich kann das nicht ertragen." Der Rittmeister biß die Lippen fest zusammen und erhob sich langsam. So leb wohl! sagte er traurig, verbeugte sich mit stäfer Würd: und ging. Dann trafen sie sich zwei Jahre lang nicht mehr. Sie gingen bisweilen auf der Straße aneinander vorüber, aber nickten sich nur aus der Ferne zu. Der Rittmeister ntt wie früher jeden Vormittag aus. Aber seine weiblichen Bekannten bemerkten, daß er sie wohl mit derselben ausgesuchten Höflichkeit wie früher . grüßte, ihnen aber nicht mehr sein hübsches Lächeln schenkte. Abends dagegen hatte er begonnen, in die Theater zu gehen. wo er bald einer der treuestenStammgäste wurde, sah aber immer ein wenig lrornsch-umnteressirt aus. Man meinte auch, er hätte angefangen, gründlich alt zu werden. Eines Tages las er in der Zeitung, daß Frau Anna Holm, geborene Hjelm, gestorben sei. Im ersten Augenblick gab es ihm gleichsam einen Schlag vor die Brust es machte einen besonderen Eindruck auf ihn, diese Todesanzeige zu sehen; doch spielten die Jugenderinnerungen hierbei keine Rolle, nein, es war so sonderbar, weil er diese letzten zwei Jahre ihr immer gegrollt hatte. So, nun war sie also todt!" Als er mit diesem Gedanken vertraut geworden war, machte er weiter keinen Eindruck auf ihn, er wunderte sich bisweilen selbst darüber, wie gefühllos er geworden. Einen stärkeren Schlag vor die Brust bekam er jedoch, als er einige Abende später ein wohlbekanntes Läuten an der Flurglocke vernahm und die Haushälterin hereinkam und Herrn Revisor Roth anmeldete. Sein Gesicht leuchtete einen Augenblick auf, aber dann beherrschte er sich, erhob sich und stand wartend, in strammer Haltuna, nur ein wenig ble'.cher als gewöhnlich da. Der Revisor kam herein; er sah ziemlich verlegen aus, blieb an der Thüre stehen, hustete, vermochte aber nichts zu sagen. Der Rittmeister rührte sich nicht. Plötzlich ging der Revisor auf ihn zu, erfaßte seine Hand, drückte sie warm und sagte schnell, als wenn r eine Lektion auffagte: Ich ich bekam eine solche Lust auf eine Partie und da dachte ich. ein wenig bei Dir hinaufzusehen aber Du hast vielleicht keine Lust?" Der Rittmeister sah ihn fragend an, machte dann eine schnelle Bewegung nach dem Schachtischs hin und verfetzte: Oh warum nicht!" Sie setzten sich schweigend, began nen schweigend das Spiel und setzten es den aanzen Abend schweigend fort. Aber unter diesem Schwelgen kamen sie so ganz allmaug wieder i das alte Verhältniß 'hinein liYWtf V, ? L. swe Blicke, die im Anfang einander vermieden, trafen sich allmälig immer fester und vertrauter; es wurde wieder ganz wie in alten Tagen. Die Uhr wurde elf, sie wurde zwölf, aber die Partie wollte gar kein Ende nehmen. Da erhob sich schließlich der Revi sor und sagte: Ja wir müssen wohl morgen fortfahren! Im selben Augenblick senkte sich etwas von der früheren gezwungenen Stimmung über sie ihre Blicke flo gen hastig aneinander vorbei. Dann sagte der Revisor erklärend, in seiner gewöhnlichen, schlichten Art: ,Siehst Du nun ist sie ja todt! Ja, ich komme also morgen!" Der Rittmeister sah ihn ein wenig verwirrt an, hatte sichtlich eine Frage auf der Zunge, bezwäng sich aber. Du bist willkommen! sagte er nur. Sie drückten einander kräftig die Hand und der Revisor ging. Als der Rittmister allein war, ging er eine Weile nachdenklich auf und ab. und das alte ironische Lächeln schwebt: um seine Lippen. Was ist der Mensch doch für ein wunderliches Geschöpf!" .murmelte er schließlich. Aber dem mochte nun sein, wie ihm wollte, froh war er in jedem Falle, fast glücklich, denn er hatte sich fo einsam gefühlt er begriff nun erst recht, wie schauerlich einsam er gewesen. Berliner Tischzeit. Ein Hausirer aus Posen verläßt seine Heimatb. um sich Berlin anzusehen. Nach seiner Rückkehr verblüfft er seine Nachbarn, indem er ihnen erzählt, wie spät die Leute in Berlin zu Mittag speisen. 'Um zwölf Uhr, wie bei uns eßt dort überhaupt kein Mensch erzählt er. Nun. wann essen da die Geschäftsleut'?" Nicht vor zwei Uhr oder gar erst um drei Uhr!" Gott, wie spat! Und die reichen Leut'?- Nicht vor vier oder fünf Uhr!" Und die Abgeordneten vom Reichstag?" Um sechs oder sieben Uhr!" Und die Herren Generäle und Minister?" Um acht oder neun Uhr." So? Nu, wann eßt dann aber Eaprivi?" Der Reichskanzler? O, der eßt immer erst am nächsten Tag!" A l l e s v o l l. Reisender (aus einer Sekundärbahn, bei der es noch recht gemüthlich zugeht): Wo ist'sBeschwerdebuch" Diener: Det is voll!" Reisender: Wo ist denn der Stationsvorstehcr?" Diener: Der is ooch voll!" u,eulenant zu einem Kameraden: Wird Ihnen spanisch vorkommen, daß ich kurz vor dem Er sten noch solche Zeche zahlen kann?" O nem, jaoer hebräisch."
Parlamentarischer Noma.
In meinem Herzen, lieberfüllt ... verehrte ich ein Engelsbild. . . So ward noch nie ein Weib verehrt... von einem Sterblichen. (Hort! Hort!) Oft bin ich mitten in der Nacht . . . aus süßen Träumen aufgewacht, . . . dann eilte ich (der Weq war weit) . . . noch vor ihr Fenster. (Helterkeu.) Wenn ich ihr dieö dann eingestand l . . . mit einem Kuß aus ihre Hand, ... dann lachte sie gewöhnlich tüchtig ... und sprach, ich sei verrückt. (Sehr ruhtig!) So fragte ich Mich traurig bald, . . . warum sie gegen mich so kalt. ... und ach, in meinem Herzen fing's ... zu zweifeln an. (Unruhe links.) Oft dachte ich, um aller Noth ... ein End' zu machen, nur den Tod . . . zu geben, da die Liebe. schuf ... Mi? doch nur Leiden. (Ordnungsruf.) Ach, da vernahm ich . . . reund, ich mag's... kaum wiederholen, ... . - - dab sie ... und em Gefühl der Rache ...durchbebt mich heute noch! ... (Zur Sache!) Daß sie mit emem Springlnsseld. '71. vr n Das heißt: Nicht völlig, hr Portrat ... sah oft ich an mit Lust uno , -r , r " . I Weh, ... und schaut s zurück auch wie mit Hohn, ... ich sah s voch gerne, cniautm., 3ch will sie auch nicht wleoerjey n, " ' M , ' r . ' n t I .. - allem, ich muß doch elngestehn. ... pon seii zu ä?u m mll ,altc .2ieV4ril y) W uhl' es ja. tl ist r nicht klug. ... es ist em dummer Selbstbetrugs . . ich sage mir sehr of sogar: . . . ch bin TOLöaHe.rSeilt- I0Ä -t Mas bilfts denn auch? Man ist der- ' .'. W.r r" . . . ' . ... r- . t ..v liebt. ...und wtt sie jetzt Mm und giebt... Ihr 5andchen mir. ich glaub. wir trennten ... uns mmmer! (Hammer des Präsidenten.) ... Zwei Seelen und ein Gedanke. M '..5, , , 'Äffi mm m?m TiJv.i t-'X Dvnamitcrick: Wenn Sie mir nick! sofort znxlnzigtausend Dollars geben, lasse ich dieses Packet mit Dynamit rll., 1''' 1 02 .' L i. , ?.?..l06"t: r3!j!a' n5nff so heibblutig. Hier sind bis geunfchten zwanzigtausend Dollars. Nun ge. ben Sie mir aber auch Ihr Packet. Dynamiterich: Besten Dank. Für ... r- -n so öernunftig Hatt' ich Sie übrigens nicht gehalten, mein Herr. Beide (leise für sich, schmunzelnd): Na. Der wird aber Augen machen, wenn er sein Packet öffnet! Bankier Protzert: Da hätt' ich darauf wetten wollen, daß es so sein würde. Natürlich nichts als Sägemehl. . mg&jv W(a ffvvtjr im'xr' i 5'-' 'LZ. S il ki5vi:, Hii'rxji z-a?,&:iVi DUMM t it, I'' 7 i'bM-TPiV r??: 5 jjt- . va WCö'JCvi 3Dvnamiierich (in seiner Dachkam- ' . x 1 i . ',, mer) : Vlmmeilreuzoonnernieller N'cktZ als Sägemehl ! . . -
cm iccics ou,: yifiiuu., nen. durch das allgemeine StimmengeTrotz alledem und alledem, ... unv übertäubten Tischgespräch, oder ist mir's auch mcht angenehm. ... ich in bcn Pii eines Tanzes haben sübl'. dan :Ä noch für sie schwärm . . . . . r.;s
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ftstr unsere Frauen.
Tie Gabr, gut zu redeil, ist da? Wcjea des guten SesellschafterS. Ceroe. Gesellige Bildung. Die Seele der Geselligkeit ist und bleibt das Gespräch; aber bei unseren Zuständen muß es zum Aschenbrödel hvrh?T7 IPslir fint eben einander n:Ätg , rflfl.n. man ; ftof, wenn man durch irgend welche Unterbre. g Der beständigen Jagd nach cincm 2ma wird!" So ckarakteristri der geistreiche Dichter " des Talisman", Ludwia d, in ciner kürzlich in einem deut, m Magazin erschienenen Plauderei bic deutschländische Geselligkeit. Im weiteren Verlauf der interessanten Auseinandersetzung hebt der Verfasse, besonders hervor, daß unter den Mängeln der deutschen Gepflogenheikn ber Verkehr der beiden Geschlechtxn üm schlimmsten leidet. Denn Männer für sich und Frauen für sich tai noch andere Gelegenheiten, um n& Unnm 311 lcrncn unb auszusvreals die eigentliche Geselligkeit; je'JJiaium uiiu junge iuuu;ui luuuui ui btscken Kreisen nur in Gesellschaften ,,f.k. mn ;rtnw hcrfrpn. vv luiivjv ' .. ---"" g. 5 gestaltet sich dieser Verz frägt nun Herr Fulda weiter und schildert wie unter den obwaltenw w...irrf1 mnUmn ,Zn? inn??vhi wbii v v.7 1 1 v. v.v . n Annäherung und wahrhaftes Kennenlernen absolut ausgeschlossen. wie den jungen Leuten keine Möglichwt gegenseitiger Prüfung und Mündlicher Ausmache geboten ist. tnm während unterbrochefür's ganze Leben zu einander passen ' . . vwn miui i uu wuuu.u un vu können da nicht ausbleiu meint der Reformator der Geselir die Pärchen erst als Mnn und ffrau die Verschiedenheit Frau die Verschiedenheit ihrer Ansichten und Empfindungen entdecken können und also ihr derpfuschtes Dasein allein den Mißsiänden der Geselligkeit zu verdanken haben. Denn es fehlt uns nicht so sehr an den äußeren Gelegenheiten, als an den inneren Bedingungen und Voraussetzungen echter Geselligkeit, es fehlt an geselliger Bildung. Eine Reform unserer Geselligkeit wäre daher nur zu erwarten von einer Reform unserer Erziehung." Nun schildert Herr Fulda die einseitiqe deutsche Erziehung, wie viel sie für die .Schule und wie wenig sie für das Leben lehrt, wie die männliche Jugeno iyre mangemoe ANjcyauung woyi im zerussieoen nacyyoii, wie aoer ore I w am w -r yoyere .ocyler vei iyrer cyui0ildung stehen bleibt und von 'keinem Beruf eine klare Vorstellung hat, nicht einmal von dem, welchem., sie sich selbst später widmen soll. Wie diese Zwiespaltigkelt in der Erziehung beider Ge schlechter für ihren späteren Verkehr von den nachtheiligsten Folgen begleitet ist, und Wie sie Alles gelernt haben, nur nicht die Augen aufmachen und um sich blicken in ihre unmittelbare Umgebung. Mehr Anschauung ist nothig. das heißt genau dasselbe wie i fl,r,ffi' "ilduna!' mehr gesellige Bildung! Die freundlichen Leserinnen werden es vielleicht eigenthümlich finden, daß ich der Wiederholung der Aussprüche des deutschen Schriftstellers fo viel Raum und Bedeutung gegeben, da sie doch, nur auf die Verhältnisse in Deutschland Bezug nehmen. Meiner Ansicht nach enthalten sie aber auch goldene Wahrheiten für uns deutschen ffrauen und Mütter in Amerika. Wenn wir auch nicht mehr auf deutscher Erde wellen, so haben wir doch unsere deutschen Ansichten von drüöen mit hierher fthrftrnf ifnn Vrfitrn it innnr ht.r Tlw n vttjuv uHflv iuf vwi v.mw n rika noch in dem frommen Glauben weiter, dan was wir in unsedem geliebten Heimathland emst ge lernt, auch für alle Zukunft das ein zig Nichtige und Gründliche und Gute ist, und daß wir also unsere Kinder in denselben Anschauungen erziehen müßten. Die Worte Fulda's sind also auch an uns gerichtet, auch wir gehören zu denen, welchen er den Mangel an richtiger geselliger Bildung vorwirft, denn auch wir haben jene eigenthümliche Erziehung genossen, in welcker er die Ursacke dis,r fftfTihn geselligen Bilduna erblickt. Wenn also der Fehler nur in der Erziehung liegt, und eine Reform der Geselligkeit nur durch eine Reform dieser Erzie hung zu bewerkstelligen ist, so müssen wir eben an diese Erziehung die sormirende Hand anlegen. Nirgends kann dies aber leichter geschehen als ge rade hier in Amerika, denn Alles was Ludwig Fulda an der deutschen Erzie hung tadelt, das ist bei der amenkarn schen bereits ein überwundener Stand Punkt, so daß man meinen konnte, die amerikanische Erziehung hätte dem deutschen Dichter und Schriftsteller als Ideal vorgeschwebt. Hier gibt es keine Zwiespältiakei in der Erziehung beider Geschlechter mehr, hier lernen die Knaben und Mädchen von Jugend an die Augen auf den Salon angei?iesen, um sich iennen zu lernen, sonoern von oer I ,law u'hk" fl I CwtltlhrtTlf nrtrrnnnrt T2 TttT 5)1,, Z i a t .n: i n p uuuiii cuica ücuuurnicn ccuc W i mm m m t Ichreilen sie im eoen sicher uno ungezmungen uno mit emanoer yer. Hier gibt es keine höhere Tochter", die keine Vorstellung von dem Berufsleben hat. denn sie steht mitten dnn als nutzn .1 -r -, r.;.L r.i:L ru.:.rf : azes oer mrnin'ctt schaft. .
nivn viiiwwu gu vi vwvv, vv (vv
kj ausmachen und um sich sehen, und sich auch gegenseitig beobachten. Hier
ZM sind Manner und Madchen nicht erst
Wir würden also e?n Unrecht an unseren Kindern thun, wenn wir sie der großen Vortheile dieser amerika nischen Erziehung, welche zu einer vollkommenen geselligen Bildung führt, aus falschem deutschen Patriotismus berauben würden. Ja, wir müßten noch mehr thun und unsere deutschen Ideen so weit amerikanisiren, daß wir deutschen Mütter uns in dieser Beziehung auch die amerikanischen zum Vorbild nehmen. Es ist nicht Anöetung des Fremden, wenn ich gestehe, daß ich gar oft schmerzlich entdeckt habe, um wie viel gerade in geselliger Bildung die Amerikanerin uns Deut schen über ist. Die gebildete Amerikanerin versteht jene von Fulda gerühmte Seele der Geselligkeit, das Gespräch, ungleich leichter zu handhaben als wir, wenn sie auch faktisch vielleicht nicht so viel Seele besitzt als die Deutsche. Sie mag weniger wissen, auch weniger empfinden als die Germanin, aber sie besitzt eine virtuose Leichtigkeit, ein Anschmiegen an die Forderungen des augenblicklichen Gesprächsstoffe, eine Geläufigkeit von geselligen Rede- und Umgangsformen, ein oratörisches Talent. das uns schwerfälligen Deutschen meistens vollständig abgeht. Die liebenswürdigen Redensarten, die glatten Formen und namentlich aber auch die Gabe zusprechen, seine Gedanken in Gegenwart von Zuhörern in wohl geordneten Sätzen klar und verstände lich ohne Herzklopfen und nervöse Schüchternheit auszudrücken, all dies sind Dinge, die zur wahren geselligen Bildung gehören. Die amerikanische
ugend wird zu all Diesem erzogen. Wir Mütter können und wollen vieleicht die gute Grundlage unserer deutchen Erziehung niäzt mehr änderen. aber wir vermöchten auszugleichen. nachzuholen, was uns fehlt. Dies ist edoch unmöglich in der unter uns Frauen üblichen Form deutscher Geelligkeit, namentlich durch den Kaffeelatsch zu erreichen. Da gibt es nur ein Verharren in den alten Anschauungen und Erfahrungen, da ßjib keine überraschenden Ausschlüsse von dem Gespräch zu erwarten, da weiß man im Voraus ziemlich genau, wovon gesprachen werden kann und wird, namlich von Toiletten, Dienstmädchen und dem lieben Nächsten und außerdem ist noch in Gestalt zahlreicher Kuchen für willkommene Unterbrechungen m der aufregenden Jagd nach etwaigen anderen geistreichen Themen geborgt. Bei den Amerikanerinnen gibt es zu ähnlichen Gelegenheiten nur Thee und Wafseln, dort bedarf es also nicht so vieler Unterbrechungen des Gespräches, dort ist dasselbe nicht mehr das deutsche nebensächliche untergeordnete Asenbrödel. Ja, tadeln ist leichter als besser machen," werden mir sicherlich viele meiner etwas verstimm?en Leserinnen zurufen, und manche derselben würden es. vielleicht recht gerne besser machen, wenn ihnen die erwünschte Gelegenheit dazu geboten würden. Doch auch dies Ziel ist zu erreichen, wenn die deutschen Frauen nur ernstlich wollen. Nicht unschwer ließe sich eine Vereinigung gleichgesinnt weiblicher Wesen bilden, die es sich zur Aufgabe machen würde, jene höhere gesellige Bildung zu erlangen, wie sie unsere amerikanische Mltschwester bezitzt, und und wie sie zu unserer eigenen Fortbildung und zum Schritthalten mit dem Erzlehungsgang unserer Sobne und Töchter nöthig ist. Der einzige und ausschließliche Hauptzweck dieses geselligen Frauenvereins müßte es also sein, das Gesprach", die Seele der Geselligkeit in seiner veredelten Form zu üben und zu Pflegen, nicht nur oberflächlich zu plaudern, sondern Über wichtige Gegenstände ernst zu sprechen! Ein weiblicher A p o t h eker wird gesucht. Die Pharmaz.Ztg." enthält folgendes Gesuch: Wirthschafterin. Es wird für einen alleinstehendenApotheker auf dem Lande einFräulem oder kinderlose Wittwe zur ,Fuhrung seines kleinen Haushaltes gesucht. Dieselbe müßte die leichte Rezeptur und Handverkauf zuweilen besorgen können.' Bei einigem Vermögen wäre Heirath nicht ausgeschlossen. Salomonische Weisheit. A: Rabbileben, Sie sind doch ein so gescheidter Mann, , sagen Sie mir, wer ist glücklicher daran,ein Mann, der 100.000 Thaler hat, oder einer, der sieben Töchter besitzt?" Rabbi (nach kurzem Besinnen): Offenbar der, der sieben Töchter hat.- A: Wieso?Rabbi: Einer, der 100.000 Thaler hat, wünscht sich mehr; Einer, der sieben Töcizter hat nicht!" ? Resolut. Braut: Aber Emil, die alten Stiefel wirft Du bei unserer Hochzeit doch nicht anziehen wollen?! Bräutigam: Glaubst Du vielleicht, ich zwänge mich in neue? Nein, wenn ich die bequemen alten Stiefel nicht anziehen soll, dann heirath ich lieber nicht! Unverbesserlich. A.: Mein Ehrgeiz ist, keine Schulden zu haben. Ich sehne den Augenblick herbei, wo icb mir an die Brust schlagen und sagen kann: Ich bin keinem Menschen einen Cent schuldig." B.: Das ist ein sehr schöner Entschluß, alle Achtung!" A.: Ja. wissen. Sie, Sie können mir behilflich sein, meine Schulden zu bezahlen, pumpen Sie mir hundert Dollars." Enttäuscht. Er: Sehen Sie, Fräulein, wie meine Hand zittert?. Sie: Ja, Herr Doktor! Er: Und ahnen Sie nicht den Grund? Sir (verschämt): Nein! Er: Soll ich Ihnen die Ursache gestehen. Fräu lein? Sie (seh? verschämt): Sprelben Sie! Er: Nun denn ich bin erst heute früh 2 Uhr von einer Kneipe nach Hause gekommen!
