Indiana Tribüne, Volume 17, Number 206, Indianapolis, Marion County, 15 April 1894 — Page 3

n ÄiiöOiiMeiiluiig. Von Antysuy &oyu '1. Capitel. ; Im Jahre des Herrn 1884 befand sich die Republik Aureataland ganz gewiß nicht in einem blühenden Zustand. -Obgleich höchst günstig gelegen (sie liegt m der Küste von Südamerika, etwas nach Norden zu deutlicher darf ich Aicht werden) und ein sehr auZzedehnItZ Gebiet umfassend, beinahe fo groß ivie die Grafschaft Forkshire, war sie doch in Bezug auf ihre materielle Ent Wickelung hinter den Erwartungen ih?er Gründer zurückgeblieben. AllerdingZ darf nicht vergessen werden, dafc der Staat sich noch in seiner Kindh:it befand. Er war in Ableger eines cadern, grüßern Reiches und hatte das kostbare Gut der Freiheit und Selbst, ständigkzit erst w Jahre 1671 nach einer Reihe von politischen Umwälzungen sehr heftiger Art erlangt. Man kann diese in dem bnühmten Geschichtswerk 2ie Entstehung don Aureataland", von einem hochgelahrten Professor an der Jcrernrnh P. JeckZ-Unidersität in 'den Vereinigten Staaten von Amerika, rnit großem Nutzen studircn. Dieser tiefe Geschichtsforscher trifft ohne alle Frage den Nagel auf den Kopf, wenn cr den Löwenanteil am Erfolg der nationalen Bewegung der Thatkraft und Klugheit dts ersten Präsidenten von Aureataland, Seiner Excellenz des Präsidenten Marcus W. Whittingham, eines geborenen Äiriniers, zuschrieb. Da ich mich, wie sich 'im Verlauf dieser Geschichte zeigen wird, des Vorzugs der personlichen Freundschaft und des Vertrauns dieses begabten Mannes erfreute (das sich unglücklicherweise je doch nicht auf Staatsangelegenheiten ausdehnte), habe ich das Vergnügen, die ÄbeSerhebungen des Professors hiermit öffentlich zu bestätigen. Der Präsident rief Aureataland nicht 'nur in's Dasein, sondern er machte auch dessen ganze Verfassung. Sein Genie war," wie der Professor sehr zutrefsend bemerkt, von dem Gedanken begeistert, einen wahrhaft modernen Staat zu schassen, erfüllt von demGeist des Fortschritts, der die angelsächsische Rasse beseelt. Sein Genie war es, das die veralteten Ueberlieferungen europäiscker Rgierungssormen beiseite warf und seinen Mitbürgern lehrte, datz sie, wenn auch nicht alle durch ihre Geburt, doch einer wie der andere aus eigener Wahl Söhne der Freiheit seien." ZZehler in der Ausführung dieses herrlichen Gedankens erklären sich aus der Thatfache, daß der Präsiden! seine großen Fähigkeiten mehr einer glücklichen Gabe der gütigen Natur, als seiner Bildung verdankte. Für diese Wahrheit war er keineswegs blind, und er pflegte seinen Mangel an Bildung dem durch den amerikanischen Bürgerkrieg herbeigeführten Zusammenbruch aller, gesellschaftlichen Verhältnisse, der auch seine Familie mit in's Verderben gerissen hatte, sowie der dadurch verursachten Unterbrechung seiner Studien zuzuschreiben. Da der Präsident im Jahre 1880. als ich die Ehre hatte, seine Bekanntschaft zu machen, zum mindesten fünfzig Jahre alt war, so ist diese Erklärung nicht recht mit den Daten in Einklang zu bringen, wenn man nicht annehmen will, daß der Präsident zur Zeit, als der Krieg ausbrach und er sich in einem Alter von etwa fünfunddreißig Jahren befand, noch seinen .Studien oblag. Unter der Leitung eines so begabten Führers in die Reihen der Staaten eintretend und von einem so edlen Eifer, auf der Bahn des Fortschritts zu wandeln, beseelt, war Aureataland beim Beginn seiner Geschichte als felbstständiges Gemeinwesen derGegenstand vieler glühender und stolzer Hoffuungen. Allein trotz der glorreichen Morgenröthe, worin seine Sonne cmporgestiegen war (deren Widerschein sich in dem Werke des Professors deutlich spiegelt), war seine Blüthe, wie schon gesagt, nicht von langer Dauer gewesen. Da5 Land war zum Ackerbau wie zur Viehzucht sehr wohl geeignet, aber die Bevölkerung eine höchst sonderbareMischrasse war träge und hatte mehr Neigungen, kirchöche und Weltliche Feste zu feiern, als ehrlich zu arbciten. Die Mehrzahl war geistig nur wenig befähigt, und dieVeoabteren lebten von der Beschränktheit derer, die es nicht waren, eine Erwerbsweise, die für den Einzelnen ganz befriedigend fein mochte, aber dem nationalenWohlstände nur in geringemMaße förderlich war. Rur zwei Klassen brachten es zu irgend nennenswerthem Vermögen Beamte und Kneipwirthe und wenn man den englischen oder amerikanischen Maßstab anlegt, war auch deren Reichthum nicht erheblich. Die Production war flau, der Erfindungsgeist schlief und die Steuern waren, drückend. Ich glaube, die Naturanlagen des Präsidenten machten ihn fähiger, im Wirrsal und Tumult des Krieges einen Staat zu begründen, als sich mit Erfolg mit den lanaweiliaen Einzelheiten dcrVerwaltuns zu befassen, und obgleich er dem Namen nach von einem Cabinet von drei Ministern und einer VolksVertretung von fünfundzwanzig Mitgliedern unterstützt wurde, waren es doch seine Schultern, die die ganze Last der Regierungsgeschäfte trugen. Auf ihm ruht demnach auch die Verantwor tung eine Bürde, die der Präsident mit einer Heiterkeit und einem Gleichmutfc trug, daß man meinen konnte, er sei si ihrer überhaupt nicht bewußt. t i r i i veirar nureaiaiano zuerst im März 1830, ton mich ein Dampfer nach der Haupt.aot Whittingham brachte. Ein junger Mann von sechs undzwanzig Jahren, war ich sehr stolz darauf, daß ich in so jugendlichem AlV V f . ' 1. te? hinausgeschickt und an die Spitz - unseres ZnZggeschästes rn Aurea'

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fand gesteht worden war. Die Direkt?ren der Bank betrieben damals das Geschäft in einer Weise, die man, ohne ihnen zu nahe zu treten, als abenteuer lich bezeichnen kann, und, den dringenden Vorstellungen und glühenden Schilderungen des Präsidenten nachgebznd, hatten 'sie sich dazu bewegen lasfen. in Whiitingham eine Zweignderlassung zu begründen. Mir stand ein gewisser Einfluß beim Vermaltungsrath zu Gebote, weil dessen Vorsitzender meinem Vater eine Summe Geldes schuldete, zu geringfügig, um sie hier zu nennen, aber zu erheblich, um sie zurückzuzahlen, und als ich, ae-

trieben von jugendlicher Abenteuerlust, mich um die Stelle bewarb, ward mein Wlunsch befriedigt, und ich erhielt den mit einem Gewalt von einhundert Dollars monatlich verbundenen Posten. Es thut m:r leid, es aus!pr:cyen zu müssen, daß infolge eines späteren Sefchäftes sich die Sache umkehrte und mein Vater Schuldner des Vorsitzenden wurde, ein sehr unalückliches Ereiani. denn eö beraubte mich meiner günstigen Stellung derGesellschaft gegenüber und beeinflußte mein Verhalten in späteren Tagen in höchst bedeutsamer Weise. Als ich in Aunataland ankam, war die Jank seit etwa sechs Monaten im Betrieb, uno zwar unter der Lertuna Mr. Thomas Jones', eines setzten alten Buchhalters, der in Zukunft alZHaupt(in Wirklichkeit einziger) Ganiier unter meinen Befehlen thätig fein sollte. Whittingham war, w:e ich fand, ein angenehmer kleiner, von etwa fünftausend Seelen bewohnter Ort, der da, wo der Fluß Marcus sich in das Meer ergoß, malerisch an einer schönen Bucht gelegen war. Die Stadt bestand zum großen Theil aus RegierJngsgebauden und Gasthöfen, aber es gab auch eine Straße mit Läden, die durchaus nicht zu verachten waren, und ein hübscher Platz, der Piazza 1871- nannt und mit einem Reiterstandbild desPräsidenten geschmückt war. Rings um dses nationale Denkmal war eme aroe Anzahl von Bänken aufgestellt, und in der Nähe befanden sich ein Cafe und ein Musiktempel. Diese Piazza bildete. Wie ich sehr bald entdeckte, an schönen Nachmittagen und Abenden den Mit telpunkt des städtischen Lebens. Folgte man einer prächtigen Allee etwa eine halbe Meile, dann kam man an das Goldene Haus", die Amtswohnung des Präsidenten, eine imposante Villa von weißem Sandstein, geschmückt mit einer vergoldeten Statue von Aureataland, einer sinnbildlichen weiblichenGestalt, die auf emer Pflugschaar saß und in der rechten Hand ein Schwert, m der linken ein Füllhorn hielt. Zu ihren Füßen lag etwas, das wie eine im Guß verunglückte Kanonenkugel aussah. Wie ich später hörte, sollte es einen Goldklumpen vorstellen, und aus diesem Emblem sowie dem Namen des Hauses -schloß ich, daß der Präsident einst gehofft hatte, die Blüthe der iungen Republik auf der festen Grundlage mineralischer Schätze aufbauen zu können. Diese Hoffnung war indeß schon lange aufgegeben worden. Gastho e sind mir stets widerwärtia gewesen. Ich verlor deshalb keine Zeit, mich nach einer meinenMitteln entsprechenoen Wohnung umzusehen, und war auch so glücklich, ein paar Zimmer in einem von einem katholischen Priester, Vater Jacques Bonchretien, bewohnten Hause zu finden. Er war ein sehr guter Geselle, und wenn wir auch nicht gerade vertraut wurden, so konnte ich doch stets aus.stlne freundliche Gefälligkeit zahlen. Dort lebte ich sehr behaglich für fünfzig Dollars monatlich, und ich fand sehr bald, daß die übrigen fünfzig Dollars meines Einkommens mich zu einem gut gestellten Mann in Whittingham machten. Ich hatte in den besten Hausern Zutritt, darunter auch das Goldene Haus, und bewerte nich r.. in einem jcijr anJeneynien izeinen Kreise. Dann und wann ein Tänzchen, häufige Diners, viel Lattn Tennis und Billard ließen das Gefühl der Langeweile, das ich etwas gefürchtet hatte, nicht aufkommen, und die jungen Damen von Whittingham thaten ihr Möglichstes, mir meine Verbannung zu erleichtern. Die Bank machte, wie ich merkte, zwar keine, großen, aber ziemlich befriedigende Geschäfte, und obwohl wir einige faule Schuldner hatten, erhielten wir von den guten doch so hohe Zinsen, daß ich im Ganzen zufriedenstellende Berichte nach Hause schicken konnte, und trotz gewisser Anzeichen einer Mißstimmung, unter der Bevölkerung ging die Zeit angenehm dahin. Die erwähnten beunruhigenden Anzeichen traten mir zuerst deutlicher vor Aug?n, als ich in Angelegenheiten verwickelt wurde, die die Staatsschuld von Aureataland betrafen, und da sich meine ganze Geschichte darum dreht, erscheint es vielleicht angemessen, diesem Gegenstand ein neues Capitel zu widmen. 2. Capitel. Als unser Zweiggeschäft n Whittingham eröffnet worden war, hatten wir mit der Regierung ein Uebereinkommen getroffen, demzufolge wir alle Geldangelegenheiten der Regierung besorgten und thatsächlich die halb-amt-liche Stellung einnahmen, deren sich dieBank von England zuHause erfreut. Als guid pro quo" sollte die Bank der Republik den Betrag von fünfmalhunderttausend Dollars zu sechs vom Hundert vorschießen. Der Präsident verhandelte zu jener Zeit wegen eines Anlebcns von einer Million Dollars zum Bau eines Hafens bei Whitting ham. Dieser kluge Staatslenker hatte, wie es schien, den Plan gefaßt, Lffentliche Arbeiten in großem Maßstabe als Geaenmittel gegen die Unzufriedenheit des Volkes zu unternehmen, in der Hoffnung, dadurch nicht nur den Han del zu entwickeln, sondern auch vielen r ... . rjf cr C! i . beulen Äroel! zu verfassen, oic, 05 schäftiaunasloS. mißveranüateUnruhe , tister l nfter waren. )as war wenigiiens oic Vamlliche Rechtfertigung seines Versah

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ren, daß sie auch der Wahrheit enisprach, hatte ich später Ursache zu bezweifeln. In Bezucz auf dies Anlehen war ich nur derjenige, der von Andern gefaßte Beschlüsse auszuführen hatte. Die Vereinbarungen waren bindend getroffen, die verlangte Sicherheit gegeben, und im Juni 1880 hatte ich das Vergnügen, dem Präsidenten fünfhunderttausend Dollars auszuzahlen. Bei diefer Gelegenheit hörte ich - von ihm, daß zu seiner großen Äefriedignug auch der Rest des AnlehenS begeben sei. Wir werden die Sache sofort in Gang bringen. Mr. Martin," sagte der

Präsident in seiner gewohnten vertrauItn. aber ruhigen Art. In zwei Jahren wird der Hafen von Whittingham in der ganzen Welt bekannt sein. Seien Sie wegen Ihrer Zinsen nur unbesorgt; Ihre Direktoren haben niemals ein Capital besser angelegt." Jco dankte dem Präsidenten, nahm eine Cigarre und entfernte mich beruhigtenGemüthes. Aus mir ruhte in dieser Sache gar seine Verantwortung, und ob die Direktoren ihre Zinsen er hielten oder nicht, war mir seh: qlecchgiltig. Neugierig aber war ich, wer den Rest des Anlehcns übernommen hatte, eine Ncugier. die noch läng:?: Zeit unbefriedigt bleiben .sollte. Die Arbeiten wurden begonnen und die Zinsen bezahlt, allein ich kann nicht sagen, daß die Haienbauten rajch: Fortschritte machten; ich bezweifle in der That, daß jemals mehr als hunderttauscnd Dollars ihren Weg in die Taschen der Unternehmer und Arbeiter fanden. Der Präsident lie einige Lo cher graben, ein paar Mauern bauen, und als etwa zwei Jahre nach der oben geschilderten Unterredunq die Sache soweit gediehen war, wurden die wen:gen noch beschäftigten Arbeiter entlassen und die Arbeiten geriethen völlig in's Stocken. Kurze Zeit nach diesem Ereigrnß wurde mir die Ehre einer Einladung zum Diner im Goldenen Haus" zu Theil, das war im Juli 1332. ES ist wohl unnöthig, zu, sagen, daß ich die Einladung annahm, nicht nur, weil eS mehr ein Befehl war, sondern auch, weil der Präsident ganz ungewöhnlich gute Diners gab und, obgleich Junggeselle (jedenfalls in Aureataland), einen so wohleingerichtettn Haushalt besaß, wie ich ihn nur je kennen gelernt habe. Meine Befriedigung steigerte sich noch erheblich, als ich bei meiner Ankunst fand, daß ich der einzige Gast war, und eS mir somit klar ward, daß der Präsident meine Gesellschaft an sich für eine ausreichende MendunterHaltung hielt. Es kam mir der Gedanke, daß ein Geschäft verhandelt werden sollte, und die Sache wurde dadurch in meinen Augen keineswegs weniger angenehm. Wir speisten auf der berühmten Veranda, dem Schauplatz so vieler glänzender Haupt- und Staatsaktionen in Whittingham. Das Mahl war über alles Lob erhaben, die Weine ausgezeichnet. Der Präsident war ein reizender Gesellschafter. Obgleich, wie fchon angedeutet, kein Mann von umfassender Bildung, hatte er doch viel im Leben erfahren und sich ein ebenso qemüthliches wie ruhiges Wesen angeeignet, das mir sofort das Gefühl der Ungezwungenheit gab. Ueberdies zollte er mir das einem jungen Menschen stets so schmeichelhafte Compliment, micy als einen Mann von Welt zu behandein. Mit herablassender Vertraulichkett erzählte er mir viele Geschichten aus seinen jungcn Jahren, und da er überall gewesen war, wo ein junger Mann nicht gewlsen sein, und alles getyan yatte, was er nicht gethan haben dürfte, war seine Unterhaltung natürlich sehr anziehend. .Ich will mich nicht als Muster hin stellen," sagte er nach einer seiner außerordentlichsten Geschichten. Ich tann nur hoffen, daß die Dienste, die ich dem Gemeinwesen geleistet habe, die Fehltritte meines Privatlebens aufwiegen." Er sagte dies nicht ohne Vewegung. Selbst Ew. Excellenz," entgeznete ich, können sich damit begnügen, in dieser Hinsicht dieselbe Nachsicht in Anspruch zu nehmen, wie Cäsar und Henri Quatre." Sehr richtig," meinte der Präsident. Sie waren Wohl auch nicht gerade so!" Ich glaube nicht," antwortete ich, des Präsidenten Gewandtheit bewundernd, denn er hatte gewiß nur eine sehr unklare Vorstellung davon, wer die Beiden waren.' Das Mahl war beendet und der Tisch abgeräumt, ehe der Präsident zu einer ernsten Unterhaltung aufgelegt war. Dann befahl er Cigarren, und sie mir anbietend, sagte er: Bedienen Sie sich und füllen Sie Ihr Glas. Ich glaube den Leuten nicht, die sagen, man solle nicht gleichzeitig trinken und raüchen. Wein schmeckt besser ohne Rauch, und Rauchen bessei ohne Wein, aber eine Verbindung beider ist besser, als jedes einzeln." Ich folgte seiner Aufforderung, und einige Augenblicke saßen wir schweigsam rauchend und unsern Wein schlürsend einander gegenüber. Dann sagte der Präsident plötzlich: Mr. Martin, das Land befindet sich in einem gefahrlichen Zustand." Großer Gott, Excellenz!" rief ich, meinen Sie wegen des Erdbebens?" (Einige Tage vorher war ein fchwaeher Erdstoß gespürt worden.) Rein, mein Herr," erwiderte er, wegen der Finanzen. Die Hasenbauten sind viel kostspieliger gewesen, als ich erwartete. Ich habe die Bescheinigung des Ingenieurs in Händen, daß thatsächlich neunmalhundertdreitausend Dollars dafür verausgabt worden sind, und sie sind noch nicht fertig noch lange nicht fertig. Das waren sie allerdings nicht, .sie rsaren kaum begonnen. Lieber Himmel," wagte ich zu sa-

gen, das scheint eine große Äenge Geld, wenn man in Betracht zieht, wie wenig dafür aufzuweisen ist." Sie können die Richtigkeit der Bescheiniaung nicht in Zweifel ziehen, Mr. Martin." sagte der Präsident. Zch bezweifelte die Richtigkeit der Bescheinigung sehr stark und hatte am liebsten gefragt, was der Ingenieur dafür bekommen habe; allein ich beeilte micb zu versichern, daß sie über jeden Zweifel erhaben sei. Ja," entgegnete er fest, völlig über jeden Zweifel erhaben. Sehen Sie, Mr. Martin, ich bin in meiner Stellung zur Freigebigkeit gezwungen. Die Regierung kann andern Arbeitgebern nicht das schlechte Beispiel der Lohndrückerei geben. Aber Gründe ganz beiseit, haben wir's hier mit einer Thatsache zu thun. Ohne weitere Geldmittel können wir nicht weiter arbeiten, und ich kann Ihnen wohl im Vertrauen mittheilen, daß die politische Lage die Fortsetzung der Ardeiten gebieterisch fordert. Nicht nur ist meine persönliche Ehre für die Sache verpfändet, sondern wir müssen auch mit der vom Oberst geführten Opposition rechnen, Mr. Martin, und diese Opposition fängt an,. unangenehm zu werden ja, ich kann sagen, seh? unangenehm." Der Oberst, Herr Präsident," sagte ich mit einer Zwanglosigkeit, die eine Frucht des Diners war, der Oberst ist ein Vieh!" Richtig," entgegnete der Präsident mit einem nachsichtigen Lächeln, der Oberst ist zum Unglück für das Land kein wahrer Freund deö Vaterlandes. Aber er ist mächtig, er ist reich, er ist nächst mir der erste Befehlshaber der Armee. Und außerdem, glaube ich, steht er gut mit der Signorina. Die Lage ist Wirklich verzweifelt. Ich muß Geld haben, Mr. Martin. Würden Ihre Direktoren mir ein neues Anleihen machen?" Was das Schicksal einer solchen Zumuthung sein würde, wußte ich ganz genau. Die Direktoren waren schon entschieden beunruhigt wegen ihres ersten Darlehens. Einige Aktionäre hatten sehr unbequeme Fragen gestellt, und es hatte dem Vorsitzenden nicht geringe Schwierigkeiten gekostet, ihnen klar zu machen, daß daö Geschäft sich als sicher und vortheilhsft herausfiellen werde. Ferner hatte noch vor nur vierzehn Tagen die Regierung in aller Form bei mir in derselben Angelegenheit angefragt. Ich hatte an die Dinctoren gekabelt und umgehend alS Ant wort das einzige Wort Tootsums" erhalten, und daö hieß nach unserem Wörterbuch: Jedes derartige Ansinnen aufs entschiedenste und unzweideutigste zurückweisen." Den Inhalt diesesTelegramms hatte ich dem Finanzminister, Senor Don Antonio de la Casabianca, mitgetheilt, und dieser hatte ohne Zweifel den Präsidenten davon in Kenntniß gesetzt.

Ich wagte es. Seiner Excellenz diesen Vorganz in's Gedächtniß zurückzurufen, und er hörte mich mit schweigender Aufmerksamkeit an. Ich fürchte deshalb," schloß ich. daß ich Ew. Excellenz nicht dienen kann." Er nickte und stieß einen leisen Seufzer aus. Vernunftgründe würden bei den Directoren wohl verschwendet sein," sagte er dann in einem Tone, als ob die Sache damit abgethan sei. Bedienen Sie sich mit Cognac und SodaWasser." Gestatten Sie mir, ein Glas für Sie zu mischen," erwiderte ich. - Während ich unser Getränk zubereitete, verharrte e? in Schweigen Sie haben eine sehr verantwortliche Stellung für einen so jungen Mann," begann er, als ich mich wieder gesetzt hatte, gewiß Ihren Verdiensten entsprechend." Ich verbeugte mich. Sie lassen Ihnen " ziemlich freie Hand, nicht wahr?" Ich erwiderte, daß, soweit die gewohnlichen laufenden Geschäfte in Betracht kämen, ich viel nach eigenem Ermessen handeln könne. Gewöhnliche laufende Geschäfte? Auch Cavitalanlagen zum Beispiel?" Ja," entgegnete ich. Capitalanlagen im gewöhnlichenGeschäftsverlauf Discontiren von Wechseln, Darlehen auf Hypotheken und sonstige Sicherheiten hier. Ich bringe das Geld unter und theile unseren Leuten zuHause einfach mit, was ich gethan habe." Ein Ihnen gegenüber sehr wohl angebrachtes Vertrauen." war der Präsident so gütig zu erwidern. Vertrauen ist die Seele des Geschäftes; man muß den Menschen trauen. Es würde lächerlich sein, wenn sie verlangen wollten, daß Sie die Wechsel und Dokumente und Bescheinigungen und was nicht alles nach Hause schicken. Natürlich werden sie das nicht thun." Obgleich dies eine Behauptung war. klang es doch auch wieder wie eine 'Frage. In der Regel erweisen sie mir die Ehre," antwortete ich deshalb, sich mit meinem Wort zu. begnügen. Sie sind thatsächlich, wie Ew. Excellenz sagten, genöthigt, irgend Jemand zu trauen." Genau so, wie ich mir dachte. Und Sie haben manchmal große Sum men unterzubringen?" . Als das Gespräch diese Wendung nahm, fing ich. trotz meinerHochachtung für den Präsidenten, an, Lunte zu riechen. O nein. Excellenz." erwiderte ich. gewöhnlich sind die Betrage seh klein. Unser Geschäft ist nicht fo aus gedehnt, wie wir wohl wünschten." Wie es gewöhnlich ist, kümmert Mich nicht, sagte hierauf der Vrätt dent, mir fest in's Gesicht schend. In diesem Augenblick haben Sie eine große Summe einen sehr ansehnlichen Betrag in Ihrem Geldschrank liegen, der auf Verwenduna wartet." Woher, zumT(uftl, wiffenSie denn daSZ-riesick. - - "i

Mr. Martin! Es ist ohne Zweifel meine Schuld, ich lege, zu wenigWerth auf äußere Formen, aber Sie vergessen sich." beeilte mich, um Entschuldigung zu bitten, obgleich mir ganz klar war, daß der Präsident ein sehr eigenthümliches Geschäft, wenn nicht geradezu Raub beabsichtigte. Bitte Ew. Excellenz wegen meines unpasfendenToneö zehntausendmal um Verzeihung; aber, wenn ich fragen darf, woher haben Sie diese MittheiIurraT Jones Hat'S mir g:sagt," antwor tete er einfach. Da es nicht hoNiÄ aewesen wäre.

wenn ich der Ueberraschung Ausdruck verliehen hätte, die ich über Jones' Einfält empfand, sich einen solchenVertrauten auszusuchen, verhielt ich mich still. .Ja," fuhr der Präsident fort, infolge der kürzlichen Verkäufe Ihres !rün?stiTff(iim2 f?r tr QftttS (tfr ' - wiMiuMiv yivfc 14 kw yJWkaufe, die, wie ich fürcht:, auf einen Mangel an Vertrauen in meine Regierung schließen lassen), haben Sie in diesem Augenblick den Betrag von drcimalhunderttauscnd Dollars inJHrem Geldfchrank. Die Erfahrungen (bitte, unterbrechen Sie mich nicht) eines sehr thät:a:n Lebens haben mich gelehrt, daß der Ruf geschäftlicher Tüchtigkeit und Rechtschaffenheit von den Ergebnissen, nicht von der Ar! der Geschäfte abhängt. Ihre Direktoren haben ein Vorurtheil gegen mich und meine Regierung. Dies , Vorurtheil können Sie, der Sie so viel Gelegenheit haben, sich ein richtiges Urtheil zu bilden, unmöglich theilen. Sie werden Ihren Auftraggebern am besten dienen, wenn Sie das thun, was diese zu thun nicht die Einsicht und den Muth besitzen. Ich schlage deshalb vor, daß Sie die Verantwortung übernehmen, mir dies Geld zu leihen. Das Geschäft wird zum Vortheil der Bank auSschlagen. Es soll auch," fügte er langsam hinzu, zu Ihrem' Vortheil aus schlagen." Es fing an mir klar zu weiden, wie ich mich zu verhalten hatte; aber noch gab es einige schwierige Punkte. Was soll ich den Direktoren sagen? fragte ich. O, Sie erstatten Ihren gewöhnlichen Bericht über die stattgehabten Eapitalanlagen, ausstehenden Forderungen, Hypotheken, Darlehen auf genügende Sicherheit aber Sie wissen ja das alles viel besser als ich." Gefälschte Berichte meinen Ew. Excellenz?" Allerdings werden sie der Form nach ungenau sein," gab der Präsident zu. Und wenn sie die Belege verlangen?" fragte ich. Kommt Zeit, kommt Rath," entgegnete der Präsident. Sie haben mich einigermaßen überrafcht," sagte ich, indessen möchte ich Ihnen sehr gern gefällig sein und die Wohlfahrt von Aureataland fördern. ES bleiben jedoch noch' zwei Punkte zu regeln. Erstens, welche Sicherheit erhalte ich, daß die Zinsen pünktlich bezahlt werden, denn die muß ich haben?" Sehr richtig," unterbrach er mich. Und den zweiten Punkt kenne ich, auch ohne daß Sie ihn nennen. Welchen Beweis meiner Dankbarkeit für Ihre rechtzeitige Hilfe kann ich Sie überreden anzunehmen?" Ew. ExcellenzKenntniß der menschlichen Natur ist erstaunlich." Schenken Sie mir gütigst einige Augenblicke Ihre Aufmerksamkeit, Mr. Martin, und ich will versuchen, Ihre beiden sehr verständigen Bedenken zu beseitigen. Sie haben dreimalhunderttausend Dollars; diese werden Sie mir aushändigen und dafür sechs procentige Schuldverschreibungen der Regierung in gleichem Betrag" erhalten. Hierauf werde ich Ihnen fünfundsechzigtausend Dollars zurückgeben. Davon legen Sie fünfundvierzigtausend Dollars als Sicherheit für Ihre Zinsen zurück. Im Falle Aureataland seine Verpflichtungen nicht ehrenhaft erfüllt, zahlen Sie die Zinsen für den ganzen Betrag von dreimalhunderttausend Dollars aus dieser Summe. Das stellt Sie also für mehr als zwei Jahre sicher, im Falle gar keine Zinsen gezahlt werden- sollten, was. Sie übrigens nicht zu fürchten brauchen. Bis dss Geld dazu nöthig wird, haben Sie dessen Nutznießung. Die übrigen zwanzigtausend Dollars werde ich Sie bitten, als Ihre EomMission, oder vielmehr als Zeichen meiner Werthschätzung anzunehmen. Zwanzigtaufend vollständig, fünfundvierzigtausend solange als Aureataland Zinsen bezahlt! Sie müssen zugeben, daß ich mit Ihnen alsGentleman mit einem Gentleman verhandle, Mr. Martin. Das Ergebniß wird sein, daß Ihre Direktoren ihre Zinsen, ich mein Anlehen und Sie Ihre Vergü tung erhalten. Wir alle haben unseren Vortheil, niemand wird geschädigt, und alles wird durch einen harmlosen Kunstgriff bewerkstelligt." Ich war voller Bewunderung. Das Plänchen war so nett, und soweit der Präsident und ich in Betracht kommen, hatt: er die Vortheile aanz richtig dargestellt. Und was die Direktoren anlangte, so würden sie wahrscheinlich ihre Zinsen erhalten, jedenfalls für zwei Jahre. Natürlich hatte die Sache auch ihre gefährliche Seite. Ein Ver langen, die Belege für meine angebli chen Capitalanlagen vorzulegen, oder eine plötzliche Anweisung, eine große Summe in kurzer Frist flüssig zu machen, würden mir, mein Haus über dem Kopfe zusammenstürzen lassen. Lluf einen solchen Contreiempö rechnete ich indessen gar nicht, und schlimmsten Falles hatte ich ja meine zwanzigtausend Dollars, mit denen ich verduften konnte. Diese Berechnungen waren für den Augenblick ganz richtig, allein ich selbst stieß sie spater dadurch über den Hausen, van tch die Dollars ausgab und ein Band knüpsre, das eine

Flucht von Aurea?a?and zu esnÄksehi wenig schmackhaften Auökunstsmittel machte.

Nun, Mr. Martin," fragte der Präsident, sind Sie einverstanoen?" Ich zögerte noch. War eS em sittliches Bedenken? Wahrscheinlich nicht, wenn nicht Klugheit und Sittlichkeit derschiedene Bezeichnungen für denselben Begriff sind. Der Präsident erhob sich und legte seine Hand aus meine Schulter. . ES wäre gut, wenn Sie I sagten. Ich könnte das Geld ja einfach nehmen und Sie verschwinden lassen, wie Sie' wohl wissen aber glauben Sie mir, Mr. Martin, daö thäte ich sehr ungern. Wirklich, ein derartiges Verfahren wäre nicht nach meinem Geschmack. Es würde meine Stellung hier vielleicht unhaltbar machen. Aber wenn ick das Geld nicht bekomme,' wird sie jedenfalls unhaltbar. Ich fah das Ueberzeugende dieser Gründe, und meinen Cognac mitSoda hinunterschüttend, sagte ich: Ew Excellenz kann ich nichts abschlagen." Dann nehmen Sie Ihren Hut und kommen Sie mit nach der Bans," entgkgnete er. ... Das hieß scharfe Arbeit. ' Ew. Excellenz haben doch nicht die Absicht, das Geld jetzt diese Nacht zu holen?" rief ich aus. Nicht zu holen, Mr. Martin eS von Ihnen in Empfang zu nehmen. Wir haben unferGefchäft abgeschlossen. was steht im Wege, daß wir eS sofort zur Ausführung bringen?" Aber ich muß doch dieStaatsschuldverschreibungen haben, und die müssen doch erst ausgestellt werden." Die sind schon hier, entgegnete er und zog ein Bündel aus' dem Schubfach seines Schreibtisches. Dreimalhunderttausend sechSprocentige, von mir selbst unterschrieben und von Don Antonia gegengezeichnet. Nehmen Sie Ihren Hut und -kommen Sie mit."' Ich that, w mir geheißen, ward., ' 3. Capitel war eine vrackwolle Mondnacki. und Whittingham sah so lchön. aus, w es nur konnte, als wir die nach der Piazza 1371 führende Allee entlang scbritten. Der Präsident ging rasch, scyweigsam, aber heiter; ich folgte,, und ' . . . ? r rr 'in . . - sie unrue meines Mmuiyes ram m einer Haltung zum Ausdruck, die der eines aevrüaelten Sundes alicb. Aucb brachte es mir kein:n Trosts als der Präsident endlich das Schweigen der Nacht unterbrach. Sie haben Ihren Fuß auf die erste Sprosse der Leiter gesetzt, die zu Ruhm und Reichthum führt, Mr. Martin." sagteer. Mir war viel eher zu Muthe, als ob ich ihn auf die erste Sprosse der Leiter gesetzt hätte, die zum Galgen führt. Aber da stand der Fuß nun einmal; was es für eine Leiter war, lag in der Hand der Götter. Ich schüttelte meine Aengstlichkeit also ab, und als wir die Piazza betraten, wies ich auf das Reiterstandbild. Sehen Sie dort mein erhabenes Vorbild, Ew .Excellenz." sagte ich dabei. Bei Gott, ja," erwiderte er. Ich weiß meine Gelegenheiten auszunu-j tzen." Ich wußte, daß er mich als eine seiner Gelegenheiten ansah und mich ausnutzte. Sich von einem solchenGesichtsPunkt aus zu betrachten, ist nicht sehr angenehm; ich wechselte demnach den Gegenstand des Gespräches. Sollen wir Don Antonia abholen?" Warum?" Nun, er ist doch Finanzminister. Ich glaubte, seine Gegenwart würde der Sache einen mehr ordnungsmäßigen Anstrich geben." Wenn die Anwesenheit des Präsidenten," entgegnete dieser Würdentrger, eine Sache nicht ordnungsmäßig macht, dann weiß ich nicht, was sie so machen kann. Lassen Sie ihn ruhig schlafen. Ist nicht seine Unterschrift auf den Staatsfchuldverfchreibungen genügend?" WaS konnte ich thun? Ich machte noch eine schwache Einwendung: Was werden wir Jones sagen?" Was werden wir Jones sagen?" wiederholte er. Mrklich, Mr. Martin. Sie müssen in Bezug auf das, wasSt Ihren Angestellten sagen wollen, ganz Ihrem eigenen Ermessen folgen. Sie: können doch nicht erwarten, daß ich Mr. Jones überhaupt etwas sagen werde, als höchstens, daß wir einen sehr schönen Morgen haben." Wir waren inzwischen bei der BanZ angelangt, die sich in Liberty Str. befand, einer sich von der Piazza abzweigenden Straße. Ich zog meinen Hausschlüssel hervor und schloß auf, worauf wir zusammen eintraten und uns in's Allerheiligsie begaben, wo der, Geldschrank stand. Worin besteht die Summe?" VereinigteStaaten-Schuldverschrei-' bungen und Wechsel auf New Fork und London," antwortete ich. Gut," sagte er. lassen Sie sehen." Ich öffnete den Schrank und nahm die Papiere heraus. Er prüfte sie sorgsaltig und legte sie, nachdem er sie rich-. tig befunden hatte, in eine kleine Hand--tasche,' worin er die Verschreibungen, die ich erhalten sollte, mitgebracht hatte. Ich stand daneben und hielt ein Luht. Zn diesem Augenblick schrie eine Stimme an der Thür: Wenn ihr euch rührt, seid ihr deö Tedes!" Ich fuhr zusammen und blickte em por. Der Präsident sah, ohne zusam menzufahren, ebenfalls auf. Da stand der liebe alte Jones, der auS den oderen Zimmern, die er mit seiner Frau bewohnte, heruntergestiegen war. Er war nur mit. einem Nachthemd bekleidet und hicA eine furchtbare Donnerbüchse aus das geheiligte Haupt d:s Vrassdenien aericktet. Ab. Mr. Jones," sagte der letztere. sf'm srfnnr TOnrrtMt hriit trV yv -7 (Fortsetzung folgt). - .

In der Kaserne.

Pfui Deichsel, det odeurt ja hier als ob man in'n chemischer Labratorjum käm'. ??enster uff! Wat habt Ihr denn eigentlich da vor?" Wir wir Probiren man blos de misten Erflndereien. Herr Unterusszier. So! und verpest't de ianze Luft. Der Hohm wascht de Schnupptücher Mit Petrolzum. Mit wat wascht er?" Mit Petroljum wasch ick, Herr Unterusszier aber et scheint. det de Schnupptücher davon, ausjehn." Det scheint Ihnen Affe bws so?! Die Fahnen sind ja schon janz jrützejrau und de Tunke schimmert ielbroth durcheenander." Und daderbei hab' ick man nur höchstens 'nen Viertelliter uff'n janzen Waschnapp von Wasser zenommen" O, Sie Kameelo-' jramm! Haben Se denn, nich ielesen. det höchstens een Theelöffel von uff'n janzen Emmer verwendt werden derf? Aber ick möcht' druff schwören, det. wenn morgen Eencr austifstelt: Petrolzum is ooch ut vor n Magen, denn verkonsumirt Ihr det Zeuchs mit Franzbranntwein verdünnt." Wat haben Sie sich da for n Futtral uff Ihren Löthkolben uffjestilpt. Bierwagen? Sie haben woll 'n Bammel. det Ihnen de Bazillen von's Putzpulver in de Nase fliejen?" Nee, des- wen ger, aber ich hab Sie aguden Schnupfen und weil Sie das e beese Empfinduna is, hat mir der Einjährche gerathen, Ollegolonje inzuadhmen. Da hab ich nu e. Dibbchen Wadde a'nommen und mir a Neesenfuddral a'näht' und nu zieh' ich den scheenen Duft alleweil in de Höh'." Hören Se mal. mein kutestes Threrchen, sehr helle scheinen Sie nu jrade nich zu sind. sonst hätten Sie's wissen müssen, det der Erfinder von't neie Schnuppenmittel. Doktor Rucks (Rour), nur dran jerochen haben will. Aber so is et, weil Dawe's Ruhm Euch Kerls nich schlafen läßt, wollt Ihr immer noch wat Reuet zu komponiren. Vorwärts runter mit de Veneblunasmaske! Ick werd' Ihnen lieber 'ne Priese Mcntholin kredenzen. Na. sag ick's nich? Da fänat det 'Kölnische schon an, dem Sächfer nach'm Kopp zu steijen. Niechen Se mal hier dran!" Psi psi!" Sehen Se,. det schafft jleich Luft!" .Ick iloobe Zar. Hohm. Sie wollen bier noch Ihre Petroljumdochte zum Trocknen uffhangen. damit wir alle sammst und sonders in de Nacht an den Erdöldunst ersticken. Scheeren Se sich mit Ihre Voomwollfetzen uffn Hof und lassen Sie fe vom Regen ausspülen; hernach jeben. Sie se in de Wäsche, vorausgesetzt, det se sich nach die Prozedur noch for ihren Beruf eijnen. So, und nun steckt Euch wat zu roochen an. damit wir mit Fidibus unitus". wie der Lateiner sagt, dem Jeruch uff de Beene helfen."' LIlso sprach Tarah Tustra' Gedanken einer hohen Dreißigerin. Die- Jahre' machen den Menschen betaat. die Taae bejahrt. Aber sie machen ihn auch weise, würdevoll, wahr. wählerisch.wehrhaft, wetterfest und WaS alles mit kleinem Weh geschrieben wird. Mit welcher Begeisterung und welchem Respekt spricht man von den alten Germanen, von den alten Griechen,. von den Alten überhaupt! Ich freue mich recht, daß ich nicht mehr jung- bin. Jung- kann jeder Backfisch sein. Das ist aber auch alles, was er kanm Was er aber gar nicht kann, daS ist: unverheirathet blnbm. Jedes junae Mädchen nimmt den ersten Besten, d. h. den Erstcir und selten den Besten. Den Ersten nahm ich Nicht. Ich sagte, ich sei zum Heirathen noch zu jumz. Da wurde er wüthend, sagte, er wolle wiederkommen,, wenn ich zum , Heirathen zu alt sei, und so kann er jetzt jeden Augenblick eintreffen. DenBesten nahm ich dann nicht.weu er mich nicht gefunden hat. Das' ist sein Unglück. Enstirt denn überhaupt der Be te Ich sah mich nach ihm um, aber da v r o Y"VJ vr. r.x. iJCi. meß es, ein iicaotn lill, uu. umsehen. Nun, entgegen kam mir keiner, und so blieb ich nnverheirathet. Dafür bin ich dem Schicksal verbunden. ' In dem Tanz mn den goldenenRinz bin ich sitzen geblieben. Ich verabscheue die Scanner. Sie geben- uns die Rechte, um sie uns zu nehmen, sie saaen zu den Vätern: Ich bin so frei., Sie um die Hand Ihrer Tochter zu bitten. Indem sie also vorgeben-, sich zu binden,, betonen sie datz sie- so frei sind. Wenn wir reich sind, so nehmen sie uns zum Schatz. Sie sind denMädchen viel zu.- schlau. Wenn ihnen ein Mädchen einen: Finger reicht, i nehmen sie nicht he ganze Hand. Auch die Unbartlgsten haben Haare auf den Zähnen. Ein Herr, der von Liebe- spricht, ist herrlich,, eine Dame, die es, 3jm glaubt. dämlich. Die Treue ist den Mannern verloren gegangen. Bon den Wnnern ist sie .uf den Hund gekommen. Seitdem ist dieser das Sinnbild der Treue. Und wenn sich Schiller auf den ntif ri.YYi aTii !kt nrt nn nrt JXUpi IUJ yiUUV UlUl Uii -tvyyuiburg. Ich freue mich, daß ich unverheira thet bin. Nun brauche ich es mir tt niastens nickt an wünschen. Also sprach Sarah Thustra. : ' 4 Ein s chwere? Gang. Du nimmst ja heut Abschied vor mir, als gingst Du zum Tode. ..." Fann scho' sein! h M fcvf gU biert-