Indiana Tribüne, Volume 17, Number 206, Indianapolis, Marion County, 15 April 1894 — Page 2
OollSwltz in Namen.
s Unsere rein deutschen PersonennaKien, d. h. also die sogenannten Vornamen, sind vielfach von unvergleichlicher Poesie. Das rührt daher, daß sie 'zu einer Zeit entstanden sind, in der nser sinniges, gemiithvolleS und sanesftohes Volk im Alter naiver Kindheit stand. Unsere Personennamen Isrnd uralt . Die deutschen Familienamen dagegen sind ungleich später, dielfach erst zu Ausganz des Mittellters geworden, zu einer Zeit, da das jHandwerk und mit ihm auch großentheils die Prosa verbunden mit burjfcstan, theilweise rohem Witz blühte. ,Gerne zog man das Thierreich für die Familiennamen heran. In so man'chem deutschen Reinicke, Voß, Schöps, fBiltz, Hecht, Vock, Frosch, Stockfisch &l s. w. sind offenbar EigenthümlichZeiten des Stammvaters die Ursachen zu der Benennung gewesen. So haben uch Namen wie Sauerhering, Rindfleisch, Suphan, Meerkatz, Rußwurm, Kohlhase, Gänsichen ihren Ursprung 'in gewissen äußeren und inneren Merknalen der einzelnen Personen ebenso ?vie minder bekannte Familiennamen, ls da sind Adebor (Storch), BohmHammel, Gans, Gaul, Hammel,Lamm, iMeyfisch, Ringeltaube, Pelikan, -Schweinigel, Rodochs. Sonnenkalb. Während die Thiernamen meist das Lußere oder innere Merkmal, das den Mamen der einzelnen Person veranlaßt, nur errathen lassen, liebte es der Äolksmund zu Ende des Mittelalters lauch unter Vermeidung der Bilderspräche den Namen schlechtweg durch 'Nennung des auffallenden Kennzeihens zu geben. Da findet man den Großepaul, Großhans, Großkopf.Pappelbaum, Hemzelmann, Stifft, Hanfstengel. Dickmann, Feist, Backofen. ,Bierbauch, Block. Fornefett. Madeiweiß, Rübe, Hampel, Plumperdump; nach Einzelmerkmalen sind bekannt: 'Blaufuk. Streckfun. Qasensckarte. !Knickebein, Krummbein, Kaßfuß, eucytewange, Fettebacius- Fratz, Dichterhaupt, Quastbarth, Rüsselmann, Saugefinger, Rotzmaul. Man Meht, wählerisch war der Volksmund gerade nicht. Ebenso unerbittlich der.fährt er in der Namengebung bei BeZeichnung der mehr sittlichen und geiIstigen Eigenschaften der Einzelperson. !Das deutsche Nationallaster des Trunks verrath sich z. B. m dem überaus zahlreichen Vorkommen von Famitten, welche Brand heißen. In der Regel wird sich diese Bezeichnung wohl uf den inneren Brand, den Durst ihktx Träger bezogen haben. Auch die ,Jamen Bierling, Bierauge, Bierbauch, iWeinhold, Vollgießer u. A. gehören 'bierher. Neben dem Durst findet auch ,der Hunger seine Berücksichtigung in den Familiennamen Esser, Fraß, (Mieter, Fleischfresser, Rindfleisch. Recht munter klingen die Namen, Zvelche das Wesen der einzelnen Person m günstigem Lichte erscheinen lassen. ZDa giebt es Gutgesel, Frischelach, iLiebchen, Liebeskind, Schelmiger, Un'verzagt, Reinekindt, Gutsmuths. RoZsenmund. Frischauf, Schlasmunter u. .'s. w. Ein recht verlegener Stammivater wird den Namen Schamroth er- ' y . r xjanen yaoen, ein zayzorniger rieger den Namen Scheidenreißer. Zahlreich ind die Namen, welche mit dem Ner!vus rerum m Zusammenhang stehen. Da giebt es Hundertmark, Dreisig,mark, Penningsack, Pennigpeutel, Ha'benicht, Schmalvogel, Heidenreich, Findepfcnningk, Protze u. s. w. Die ganze Schale urwüchsiger Grobheit, die dem deutschen Volkswitz zu Gebote .sieht, wird aber in Familiennamen lote Greiner, Zenker, Lüger, Hoffertig, iDeibel, Dreckmeyer, Schuft, Schurke, Mucker, Flegel, Feig, Bube, Beest, Grundekel u. s. w. ausgegossen, der zotigen Namen gar nicht zu gedenken. Es mag kein Vergnügen sein, sich mit ssolchen Kosenamen durchs Dasein zu schleppen. m m I Dasisteseben. Fürst: Ich 'hatt den Glauben an die Menschheit verloren. Alle Leute, die um mich find, verstellen sich. Es gibt keine ehrliche Menschen mehr. Freund des Mrsten: Oh, doch Durchlaucht, es gibt noch ehrliche Menschen, aber diese kommen nicht zu den Fürsten! : Wennernurzuschlucken b ä t t e. Armen rath: Wenn die Schilderung Ihrer Lage wahrheitsgetreu ist, dann sind Sie in der That ein aner Schlucker. Bettler: Wenn ich's nur wär, Herr Rath, aber ich hab' ja gar nichts zu schlucken! ' Bei der Gardinenpredigt. Er: Ach, käme noch einmal der Auaenblick, wo wir vor dem Altar standen! Sie: So! Daß Du nein sagen könntest! Nicht wahr? Ja wohl, das ist Dir zuzutrauen. Ja, das sieht Dir ähnlich .. . Er: Nein. Weil ich da Deine kürzeste Rede hörte. Sie war die schönste! Boshaft. Dame (alte Coquette): Was? Sie sind schon Major? Wie die Zeit vergeht! Erinnern Sie sich noch an mich, da ich noch Mädchen war?! Sie spielten oft mit mir!" Major: Das war mein Vaicr!" Dame: Nicht doch, Herr Major!- Major: Dann war's znein Großvater!" Aus eigener Erfahrung. Mutter: Aber Du mußt doch endlich einmal lernen, Dich allein anzuziehen. Fritzchen. Wenn Du mal später Soldat bist, wirst Du auch kein Kindermädchen haben!" Der kleine Fritz: O doch, Mama, Soldaten haben immer Kindermädchen bei sich!" So geht's. Laternenanzünder über die Einführung des elektrischen Lichts: So is es auf der Welt. Da lernt mer nu sein G'schäft un nachher erfinde s'was, wo s'unsereinen'
gar rnmmer vraucyen.
Lieutenant von LöweS :-i icnreuer.
Novelle von Robert Mis Lieutenant von Löwe war einer der beliebtesten Officiere des Regiments. So energisch er sich auf dem Exerzierplatz bezeigte, ein ebenso liebenswürdiger und vorzüglicher Gesellschafter konnte er im Kreise der Kameraden sein. Gegen daö weibliche Geschlecht war er; wie sich das bei einem preußischen Lieutenant eigentlich von selbst versteht, galant und zuvorkommend. Trotzdem bereiteten ihm gerade die Frauen schwere Sorgen und umdüsterten sein sonst so fröhliches Dasein. Diese Grausamen und Thörichten erkannten nur das Recht des Stärkeren" an; sie wollten überrumpelt sein und hatten kein Verständniß für sanftes, schüchternes Werben. Wie oft hatte er sich nicht schon Altmeister Goethes weise Mahnung: Doch wer kühn ist und verwegen, kommt fürwahr noch besser fort!" in's Gedächtniß gerufen... umsonst! Rümpfen Sie nicht die Nase, liebenswürdige Leserin, und behaupten Sie nicht so unbedingt, daß es einen solchen Lieutenant nicht gäbe. ' Ich habe ihn selbst gekannt, wenn ich auch zugeben muß, daß er eine merkwürdig: Ausnahme unter dem Geschlecht der Lieutenants bildete. Er, der auf dem Exerzierplätze schreien ionnte, daß sein hübsches, dunkles Gesicht ganz blau wurde, lispelte und flötete in Gegenwart einer Dame in den sanftesten Molltönen. Sein Muth, den er in den schwierigsten Situationen erprobt hatte, erlahmte einem Mitglied deö schönen . Geschlechts gegenüber. Niemals hätte er die Initiative ergreifen können, und schon zweimal hatte ihm ein Anderer die Dame seines Herzens, die noch dazu eine gute Partie war, vor der Nase weggeschnappt. Das ist nicht angenehm, nicht wahr? Besonders, wenn man deswegen noch von den Kameraden gehänselt wird. Lieutenant von Löwe kämpfte vergeblich mit allen Kräften gegen diesen verhängnißvollen Temperamentsfehler an. Er wollte Herr werden über diese naturwidrige Schüchternheit, über diesen Sentimentalitäts-Bacillus. Uebrigens war das nicht etwa so zu verstehen, daß er stets und allenFrauen gegenüber nicht die richtigen Worte fand. Q nein, sprach er fremd und oberflächlich mit einer jungen Dame, so konnte er lebhaft, ja sogar geistvoll plaudern, tauchten aber wärmere Regungen in seinem Herzen auf, so war's um ihn geschehen. Plötzlich war es wie abgeschnitten. Wortkarg stand er vor der Holden; seine sonst so munteren blauen Augen blickten dann schwärmerisch empor wie von einem gestochenen Kalb, behaupteten die Kameraden und sein ganzes Wesen löste sich in ein sentimentales Schmachten auf. Das konnte den Frauen natürlich nicht gefallen;, er sagte es sich selbst mit schmerzlicher Wuth. Zum Teufel, es mußte anders wcrdi! Die Neckereien der Kameraden über seine Liebes Aventiuren" waren nicht mehr zu ertragen. Er wollte ihnen beweisen, daß er auch im Stande sei, eine, Eroberung zu machen. Er wollte auch sein Abenteuer haben um jeden Preis! 5!ln diesen Gemüthszustand unseres Helden fiel das Manöver. Glücklich sechs Wochen lang kein Gamaschendienst! Mit Begeisterung zog er in die Feldschlacht des Friedens; er wich und wankte nicht im dichtesten Feuer der Platzpatronen; er erstürmte mit Todesverachtung die uneinnehmbarsten Schanzen an der Spitze seiner Mannschaffen, wofür er im Kriege wahrscheinlich das' eiserne Kreuz erster Kkasse erhalten hätte. Ach, hätten ihn so die Frauen sehen können, die einst sein Herz in Fesseln geschlagen! Er war schon vierzehn Tage unterwegs; fast jede Nacht hatte er in einem andern Bett zubringen müssen. Da wurde er plötzlich wegen der Erkrankung eines Kameraden als Adjutänt zum Stäbe des Kommandeurs befehligt. Seine Kameraden beneideten ihn alle. Er kam nach Bendorf, einem der größten Rittergüter der Provinz, wo Baron und Baronin vonMey-rinqen-Bendorf für das ganze Generalkommando gastfreie Tafel hielten. Man erzählte einander begeistert von den luxuriösen Diners, den Bällen und Gartenfesten mit Feuerwerk, von den schönen Frauen und denz exquisiten Champagner, die den Kameraden auf dem Gute des Barons vorgesetzt wurden. Sie werden da wie im Schlarasfenland leben, lieber Löwe, während wir arme Schlucker uns bei den Bauern 'rumtreiben müssen!" sagte sein Hauptmann beim Abschied. Es war denn auch Alles so, wie man es ihm geschildert. Ganze vierzehn Tage sollte diese Herrlichkeit dauern, von der er gleich einen Vorgeschmack bekam, als man ihm sein Zimmer anwies. Es war Sonntag, daher Ruhetag. Er machte sogleich Diner-Toi-leite in dem mit grauseidenen Tapeten ausgeschlagenen, koketten Nestchene, 'eher für eine schöne,' elegante Frau, als für emen preußische Lieutenant bestimmt schien. Der Varon war ungeheuer reich und hatte bei seiner Verheirathung das Stammschloß der Familie vom Dach bis zum Keller auf das Eleganteste neu einrichten lassen. Als Peter Markowski, Löwes polnischer Bursche, sich nach einiger Zeit blicken ließ, hatte er ein ganz verklärtes Antlitz. ' ' Na, Du siehst ja so heilig aus, Markowski?" Ach, Panje Leitnant, Zimmer fein. Essen fein. Mädchen fein guttev Quartierchen, braves Köchin;"
So, so... die kennst Du auch schon?" Wie oft hatte er nicht schon den Kerl beneidet um die Leichtigkeit, mit der Peter alle Köchinnen der Nachbarschaft eroberte. Für jeden Wochentag hatte er nämlich eine andere, darum sah er auch so wohlgenährt aus. Werden Herr Leitnant freien ganzes Schloß voll schöne FräuleinZ!" Löwe zuckte zusammen. Der dumme Kerl hatte natürlich sich freuen" statt freien" sagen wollen. Peter war im ganzen Regiment berühmt wegen seiner unbewußten Bonmots, die bekanntlieft die besten sind. Löwe machte sich sehr fein. Er benutzte sogar die Brennscheere und den kleinen Spiritusapparat, die er für außerordentliche Zwecke mitgenommen, um seinem Schnurrbart den kühnen Schwung nach oben zu geben, den dieser vierzehn Tage lang hatte vermissen lassen. Die Brust von Watte und kühnen Entschlüssen geschwellt, begab er sich endlich, als eine große Glocke geläutet wurde, in den Speisesaal hinunter. Vielleicht fand er hier endlich die ersehnte Gelegenheit, den schneidigen Kerl zu spielen und Eroberungen zu machen. Als er in die Salons trat, in denen sich die Gesellschaft versammelt hatte, wäre er beinahe wieder . umgekehrt, solche Furcht bekam er urplötzlich vor den vielen schönen Frauen- und Mädchenaugen, die sich forschend auf ihn hefteten. Herrgott, wo kommen die nur alle her? Eine immer hübscher als die andere! Man hatte die Auswähl zwischen Lppiaen Brünetten und zarten Blondinen, sogar goldrothes Haar a la Tizian war vertreten. Entweder war die Gegend eine wahre Pflanzstätte weiblicher Anmuth, oder die Bendorfs hatten ein Massenheirathen unter dem Generalstabe anrichten wollen und von nah und fern eingeladen. was sie nur an Schönheiten auftreiben konnten. Der. allgemein beliebte Löwe wurde von den Kameraden freundschaftlichst begrüßt, und dann ging es an's Vorstellen. Er behielt natürlich keinen einzigen Namen ja doch, den der rothblonden Frau mit dem lieblichen Oval und den lachenden blauen Augen. Es war eine Frau , von Schlickeysen. Er bedauerte sogleich, daß sie verheirathet sei. Und wie daö Schicksal manchmal seine Launen hat: gerade sie, die ihm von Allen am besten gefallen, war ihm zur Tischnachbarin bestimmt. Sollte das ein Wink des Himmels sein? Uebrigens konnte sie ihm als verheirathete Frau ja nicht gefährlich werden. In der BeziehungHwar er viel zu vernünfti und praktisch, und dann hatte er gewisse strenge Grundsätze. Aber vielleicht eine Wittwe?! Bei dem Gedanken, daß sie ihm dann erreichbar sei. fiel ihm sofort das Herz in die Kniekehle. Er mußte Gewißheit haben. Die erste beste Gelegenheit er hatte die Gastfreundschaft des Hauses und den angenehmen Ausenthalt gerühmt und dabei erfahren, daß sie für einige Wochen hier zu Besuch sei benutzte er zu der harmlosen Frage: Herr Gemahl ist gewiß zur Jagd hergekommen?" Ich bin allein hier; mein Mann ist auf Reisen." lautete die etwas verlegene Antwort. 'Der Mann auf Reisen, die Frau zu Besuch auf einem befreundeten Gute dazu ihre Verlegenheit: dahintersteckte etwas. Er war Seelenforscher und Menschenkenner. Sicherlich lebten Mann und Frau nicht glücklich mit einander. Und schnell flog es ihm durch den Kopf, als sie so liebenswürdig mit ihm plauderte, ob ihm das Schicksal nicht hier sein Abenteuer" zugeführt hätte. Natürlich in allen Ehren! Frau von Schlickeysen sollte ihm nur , das sein, was dem Vivisektor das Hündchen oder Meerschweinchen ist: das lebende Versuchsobjekt für die Abneigung der nöthigen Routine, zur Gewinnung der Taktik des Herzbrechens. Damit beschwichtigte er sich selbst gegenüber .die Bedenken, die ihm aufstiegen. Vor allen Dingen durfte sein Herz nicht mit ihm durchgehen. Er wollte es aus dem doppelten Grunde: ihres verheiratheten Zustandes und seiner verd . . . Schüchternheit halber mit Erz und Stahl panzern, bis es einem einbruchssicheren Geldschrank glich. Also: nur die Cour schneiden, nichts weiter, aber auf Tod und Leben, bis er sein kleines Abenteuer" weg hatte. Worin es bestehen sollte, darüber war er sich selbst noch nicht recht klar. Vielleicht nur in wortlosen Geständnissen, vielsagenden Blicken, ausgetauschten Erinnerungen und Vielliebchengeschenken. Als -höchstes erreichbares Ziel schwebte ihm ein Ren-dezvous-im verschwiegenen Park beim Mondenschem vor. Er würde ihr zu Füßen fallen und ihr seine hosfnungslose Liebe' gestehen. Dann würde sie ihn sankt auf die Stirn küssen und seufzend lispeln: Ach. warum habe ich Sie nicht früher kennen gelernt! Ich bin vermählt, unsere Wege müssen sich trennen, aber ich werde Sie nie vergessen!" Dann würde er sie auf den rothen Mund küssen, der jetzt gerade Champagner schlürfte, und auf die schimmernden Augen, und dann würden sie sich trennen. Er würde es bedauern, aber das Bewußtsein mit sich nehmen, endlich ein.ZWeib erobert, ein Herz gebrochen zu haben; dann würde er sie vergessen. Aber sie würde sein gedenken, lange, lange Jahre! Ein famoser Gedanke! . Während seine Phantasie den Ereignissen so voraneilte, versäumte er übrigens ganz, sich mit seiner schönen Tischnachbarin zu unterhalten.
. Nun, Herr Lieutenant, was haben Sie denn? Sie starren ja so entzückt in's Champagnerglas!" weckte ihn endlich ihre Stimme cüj seinen Träumereien. Wie sollte ich nicht entzückt sein, meine Gnädigste! Aus den scheußlichsten Bauernnestern plötzlich in dies Feenschloß versetzt, und dazu dies fabelhafte Glück bei Tisch!" Welches Glück?" ' Sie als Nachbarin zu haben!" Eine Blutwelle röthete ihre zarte, schneeweiße Haut, wie sie die rothblonden Frauen gewöhnlich haben. Sie lächelte fein und sah ihn voll, aber durchaus nicht böse an, eher etwas kokett. Ein kaum hörbares Oh!" war neben diesem unmerklichen Gruß der Augen ihre einzige Antwort. Lieutenänt von Löwe staunte über sich selbst, über seine Verwegenheit. Das hatte er sich einem weiblichen Wesen noch nie zu sagen getraut. Aber nun ging's ganz gut, und mit jeder Viertelstunde ging's besser. Das Diner verlief auf'sAmllsanteste, und nachher zerstreute man sich imPark oder zog sich in seine Gemächer zurück. Für den Abend gab es bal champetre mit kaltem Büffet und Feuerwerk. Löwe verplauderte mit seiner Tisch dame den größten Theil des Nachmittags im Park, bis sie sich zurückzog, um ihre Toilette zu wechseln und ein wenig zu ruhen. Auch Abends wich er nicht von ihrer Seite. Sie war wirklich ein reuendes Weib, so natürlich und offen, soweit Frauen es gegen Männer überHaupt sein können, und so lustig und klug und gut. Er mußte sich verteuseit zusammennehmen, um nicht lichterloh zu brennen. Nur nicht ernsthaft verlieben! New, er wollte auch mit dem Feuer spielen, wie die Anderen! .Sobald die Sache tief ging, war es ja aus mit der Unbefangenheit und der Liebenswürdigkeit, das wußte er. Er hatte es ja zu oft erlebt, wie er dann ,stotternd und erröthend seiner Herzensdame gegenübersaß und kein Wort sprach oder wenigstens nur Dummheiten. für die er sich nachher auf den Mund hätte schlagen mögen. Ei, ei, Herr Lieutenant," sagte die schöne, stattliche Frau von Bendorf neckend, als er von nun an der ständige, erklärte Kavalier der rothblondenDame wurde. Sie gehen meiner Freundin iia gar nicht mehr von der Seite! Nehrnen Sie sich in Acht!" Oh, Gnädigste scherzen!... Wirklich eine reizende Frau! Wie ich höre, bleibt sie noch einige Wochen hier! Der Herr Gemahl kommt gewiß erst später nach?" Nein, er ist aus Reisen!" sagte Frau von Bendorf, und es kam ihm vor, als ob auch sie verlegen sei. . Natürlich neckten ihn auch die Karneraden sehr bald, als sie den Flirt" zwischen ihm und der rothblonden Schönheit entdeckten. Man fragte ihn, wie weit er schon mit seiner neuesten" Eroberung gekommen sei. Der Regimentsadjutant meinte: ' Der Duckmäuser! Mit jungen Mädchen bandelt er nicht an. Die ,sind ihm zu gefährlich... fallen Einem gleich um den Hals und lispeln: Sprechen Sie mit meiner Mutter!" Drum macht er sich jetzt an die jungen Frauen." Löwe lächelte nur überlegen und zwirbelte seinen Schnurrbart. Man begann, an ihn zu glauben. Er wollte es ihnen noch Allen zeigen, was für ein Kerl er sei. . Die Zeit verging im Fluge. Morgens die Manöverritte, dann zurück, ein Bad genommen und Toilette gemacht, darauf etwas Ruhe, später das Diner und Spazierfahrten oder Gesellschaftsspiele im Park, Abends Tanz oder bei schlechtem Wetter Musik. Mit jedem Tage brannte der arme Löwe heller, ohne es selbst zu ahnen. Er glaubte, wunder was für Fortschritte in der schweren Kunst des Herzenssturmes zu machen. Er kam sich schon ganz umgewandelt vor. Aber wie meisterhaft verstand es auch die Frau, seine Schüchternheit durch ihre Liebenswürdigkeit im Keime zu ersticken. Es war ganz merkwürdig, wie frei und leicht er sich in ihrer Nähe fühlte, wie unbefangen er mit ihr plaudern konnte. Uebrigens sprach sie niemals von ihrem Manne; jedem Versuche, auf dies Thema zu kommen, wich sie ängstlich aus. Das Manöver näherte sich seinem Ende. Morgen früh sollten sie das Gut des Barons verlassen, der noch einmal Alles aufgeboten hatte, seinen Gästen den letzten Abend so angenehm als möglich zu gestalten. Die Gutsbesitz aus der ganzen Umgegend waren mit ihrer OffizierslÄnquartirung geladen. Im großen, von allen Seiten offenen Gartensaal tanzte man. Nur Löwe und Frau von Schlickeysen, die sich ein Tuch um die Schulter geschlungen, wandelten durch die einsamsten Pfade des ausgedehnten Parkes. Ohne jede Verabredung, ohne ein Wort darüber auszutauschen, hatten sie sich plötzlich aus dem fröhlichen Getriebe fortgestohlen. Ein wundervollerAbend lagerte über dem grünen Paradiese; wie im Juli so mild, nicht wie im September war die Luft. Hell funkelten die Sterne, und ein zarter, blasser Halbmond hing am ' lichtblauen Firmament. Des Lieutenants Herz schwoll von unsagbaren, sehnsüchtigen Gefühlen. War es der schöne Abend oder der nahe Abschied? Er wußte es nicht. Aber es kam ihm plötzlich ungeheuer frivol vor, daß er mit dieser Frau hatte- ein .Abenteuer", haben wollen. ,Nein, er wollte sich diese Erinnerung rein bewahren. Er war eben doch. nicht aus demselben Holz geschnitzt, wie die meisten . seiner , Kameraden; und diese
Frau war zum Spielen zu gut und zu vornehm. Nun schritten sie neben einander hin. Unausgesprochen bewegte Beide derselbe Gedanke. Sie gehen nun fort?" sagte sie endlich. Ja, morgen früh! . . . Ach, es war doch schön!" Ja, das war es! - -r Werden Sie ein wenig an mich zurückdenken?" Oh, Herr Lieutenant!" Sie zitterte; er fühlte es an ihrem Arm. den sie leicht in den seinen gelegt. Da war er nicht mehr Herr seiner selbst. Vergessen waren plötzlich alle guten Vorsätze, weggeweht alle Schüchternheit. Wie von selbst drängte sich ihm ihr Vorname auf die Lippen. . Hedwig . . . mein Gott, warum sind Sie nicht frei?! Sie leben unglücklich, ich weiß es!" Was wissen Sie davon! Und wenn ich frei wäre?" O, dann... dann würde ich Sie in meine Arme schließen und Sie fraaen: Wollen Sie mein Weib werden?" Da blieb sie stehen, sah ihm voll in ,die Augen und hauchte leise: So fragen Sie doch!" Wie? Hedwig! ... wie soll ich das deuten?" Ich ... ich bin frei; vor acht Tagen ist meine Ehe geschieden worden!" Da war es ihm. als ob sich ihm der Himmel öffne. Er fragte nicht, wie und was? er schloß sie freudetrunken in seine Arme, küßte sie wieder und wieder auf den Mund, auf die Augen und stammelte: Hedwig, liebe Hedwig. süße Hedwig!Erst später, viel später, fragte er. Natürlich hatte sie nicht aller Welt mit,theilen wollen, daß sie in Scheidung lebe. Ihr Mann sei roh, habe sie mißhandelt; schließlich hätten sie sich in Güte getrennt und wegen gegenseitiger Abneigung die Scheidung ihrer Ehe beantragt. Wie eine Erlösung sei ihr die Nachricht gekommen, daß sie frei sei, ganz frei. Auch über ihre sonsiigen Verhältnisse klärte sie ihn auf. Als sie sich der Baronin als Verlobte vorstellten, drohte diese ihm schalkhaft mit dem Finger. Ei, ei, mein lieber Herr Lieutenant, mir scheint, Sie haben hier ein pikantes Abenteuer gesucht! Sie wußten ja gar nicht, daß Hedwig frei ist!" Oh, ich ahnte es," stammelte er verlegen. Gestanden hat er es ihr erst am Hochzeitsabend. Mein Abenteuer habe ich nun doch nicht gehabt," meinte er lachend. Ich bin wohl nicht der rechte Mann dazu." O ja. Du hast es gehabt, aber ich will dafür sorgen, daß es das einzige bleibt!" Und das bat sie wirklich gethan. LluS der schweren Zeit der Noth. In -dem Besitz des städtischen Museums von Paris befindet sich ein Briefwechsel, den Geoffroy Saint Hilaire, Direktor des Jardin des Plantes. während der Pariser Belagerung mit dem Schlächtermeister Deboos führte. Derselbe betrifft die Thiere des Gartens, die dem Schlachtmesser überliefert wurden. Am 24. Oktober 1870 kaufte Deboos 6 Yacks, 3 Zebras und 1 Büffel für 2650 Fr., einen wahren Spottpreis. Wenige Tage darauf ein junges Rennthier für 200 Fr., einen Hahn für 150, 19 Stück Geflügel für 152. 23 kleine Enten für 145, 11 Gänse und 14 Entm für 300 Fr. Am 8. November wurde ein Antilope geschlachtet, dann kamen 2 kleine Eber und 2 kleine Schweine für 1200 Fr., 3 russische Rennthiere für 1200, ein Kasuar für 200, 2 kleine Eber und 2 kleine schwarze Schweine für .1200, 1 Rennthier für 400, 1 Kasuar aus Neuholland für. 200, 2 Rennthiere 'für 800, 2 Fasanen für 100, 2 Fasanen für 60, 1 Donau-GanZ für 35, lEnte um 15, 2 Enten von den Karolinen um 30, 1. Känguruh um 100, 1 Schwein um 300. 2 verendete Fasanen um 50 Fr. Am 20. November werden 3 Antilopen und 1 Silberfasan mit 1020 Fr. bezahlt. Eine andere Antilope nebst 3 Gambia-Gänsen und einem schwarzen Schwan kosteten 1000 Fr. Am 25. November wurden veräußert zwei große Hirsche für 2500 Fr., dann zwei andere Hirsche für 3000, ein Wir für 500, 3 afrikanische Antilopen für 400, ein Moufflon, 2 kleine Böcke für 200, eine Antilope für 650 Fr., zwei Hirschkühe und zwei kleine Schweine für 2200 Fr. Am 20. Dezember wurden zwei Kameele mit 5000 Fr. bezahlt; am Vorabend des Weihnachtsfestes ein Dromedar mit 2880, zwei Gänse mit 120, zwei Pfauen mit 80, vier Enten mit 100 Fr. Am 29. Dezember zahlte Deboos 27.000 Fr. für zwei Elephanten, deren hartes Fleisch sonst keine Liebhaber findet. Hieraus geht hervor, daß die Fleischnoth schon im November und Dezember sehr groß geworden war, während die Belagerung erst Ende Januar endete. Nach Neujahr war denn auch kein Fleisch mehr zu haben, außer Pferdefleisch. Aerztliche Praxis. Ein Arzt erhält spät am Abend die Karte eines Eollegen. Komm' doch noch ein Bischen in die Kneipe, uns fehlt der dritte Mann zum Skat!" Liebe Emilie, sagte er , nun zu seiner Frau, ich werde nochmals fortgerufen. Ist es denn so wichtig? Ach, ein schwieriger Fall, antwortete er. ZweiAerzte sind schon da! Kindermund. Söhnchen des Staatsanwalts (betet): ....Und führe mich nicht in Untersuchungsarrest.... ,.
Eitt guter Naty.
Humoreske von C. CromeSchwieninS. Sänge? haben den Vorzug, daß Mädchenherzen ihnen mit Schnellzugs eschwindigkeit zufliegen, während ein gewöhnlicher Sterblicher, der nicht in einer Scala von Tönen schwelgen kann, froh sein darf, wenn ihm per Bummelzug ein leidlich treues Herz sich zuwendet. Aber dieser Vorzug wird durch einen klemen Nachtheil fast ausgeglichen: Die p. t. Herren Schwiegerväiter sind selten geneigt, ihre Töchter einem Sänger zu geben, besonders wenn sie reich und Commerzienräthe sind, die Schwiegerväter nämlich. Denn so locker, wie einem Sänger die Triller im Hals schen, so locker sitzen die Kronen und Doppelkronen in seiner Tasche wenn ein natürlich, ganz unverbürgtes Gericht auf Wahrheit beruhen soll. Emil Haber Pardon, für die Theaterwelt lautete sein Name Emile Havere hatte immer solch lockere Kehle, ein lockeres Herz und eine lockere Tasche, aber er war dabei ein gründguter Gesell, aufrichtig, stets bollLaunc und der beste Gesellschafter von der Welt. Kein Wunder also, wenn er in der Weinstube Zum Rautenkranz", wo die Notabilitäten der Unwersitätsstadt verkehrten, gern gesehener Gast war. Besonders Einer hatte ihn gern, das war der joviale Commerzienrath Winter, der Besitze? einer großen Maschinenfabrik, einen schönen Vermögens ,und eines liebreizenden Töchterleins jLllma geheißen. Freilich bis auf sein Allerheiligstes, seine Wohnung, Übertrag Commerzienrath Winter die Freundschaft ffür Emil nicht und als der letztere einmal eine Alma berührende Anspielung machte, die als sehr vorsichtiges Sondiren gedeutet werden konnte, da war der Herr Commerzienrath plötzlich aus seiner sehr lustigen Laune in eine sehr ernste gerathen und hatte sehr kurz replicirt: Nein, lieber Freund Tenoristen sind die besten Leute, aber die schlimmsten Schwiegersöhne!" Natürlich Amor hätte nicht solch einKobold sein müssen, wie dieser kleine Hallünke nun einmal ist, wenn er nun nicht Emil lockeres Herz festgemacht" und auf einen Punkt, auf die schöne Alma Winter concentrirt hätte; und er hätte sein Werk nur Halb verrichtet, hätte er nicht zu gleicher Zeit das Commerzienrathstöchterlein entbrennen lassen in Liebe zu dem Sänger. Wie die beiden sich fanden und sich aussprachen über das, was hre Herzen füllte ja, du grundgütiger Himmel, wie soll das ein armer Humorist wissen! Die Wege, die Verliebte einschlagen, um zu einander zu gelangen, sind so wirr verschlungen und vielfältig, daß man ihnen als Unbetheiligter doch nicht zu folgen vermöchte. Genug also beide hatten sich ausgesprochen und was nun folgen mußte, war klar: EM mußte um Almas Hand anhalten. Der lustige Tenor war seit einigen Tagen wie umgewandelt. Es fehlte ihm sichtlich was. Die Stammgäste im Rautenkranz" waren ganz perplex. Was konnte es nur sein, das ihn bedrückte? Schulden? Unsinn, wann hätten solche je einen Sänger bedrückt? Es mußte eine innere" Sache sein, so aus dem Ressort des Herzens heraus. Und die das riethen, trafen ja auch das Richtige. Morgen war der Tag, an dem Emil im schwarzen Gala-Anzug anpochen sollte an die Thür und das väterliche Herz des Commerzienrath. -Grund und Ursache genug, um heute sich Muth anzutrinken zu dem schweren Gang am anderen Morgen. Und so war denn Emil am heutigen Abend im Rautenkränz" bemüht, bei gutem Schanzhofberger alle Grillen wegzufangen, die in ihm den Begriff morgen" umschwirrten! Der Commerzienrath Winter war heute bei goldigster Laune. Ja, als die Anderen , zu noch früher Stunde aufbrachen, bestellte er eine neueFlasche, diesmal Steinberger Cabinet, und lud Emil ein, mitzuhelfen und noch ein .Stündchen in dem intimen, behaglichen Raume auszuhalten. Das that Emil auch mit Freuden. Als die Flasche noch nicht halb ge.leert war. rückte der Commerzienrath dem jungen Sänger näher. Hören Sie. was fehlt Ihnen eigen!lich? Der Kuckuck mag wissen, was , Ihren Frohsinn zerstört hat. Eine Gewrssensfrage: Haben Sie den?Der Sänger schüttelte den Kopf: Nein, wenigstens nicht solche, die ich nicht aus eigenen Mitteln sofort zu decken vermöchte. Ich . bin wohl ein leichter Gesell gewesen, aber zu den blinden Schuldenmachern gehöre ich nicht." m Und er seufzte trotz dieser beruhigenden Erklärung tief auf. Na, dann kann's nur eins sein! Irgend eme Schöne in unserer Stadt hat's Ihnen angethan." Ja! Inun sehen Sie! Aber die Schöne will von Ihnen' wohl nichts wissen? Und nun spielen sie den modernen Werther, wie?" O nein! Sie liebt mich, wie ich sie!" Na, Potz Wetter, was bildet denn da das Hinderniß, daß Ihr jungen Leute Euch nicht in die Arme fliegen könnt?" Der Vater!" Hm! Ist wohl 'n stolzer Kerl, wie?" Nein das eigentlich nicht. Ein ganz reizender Mann sonst, aber er hat solche Aversion gegen Tenoristen." . .Mu ein schnakischer Patron, sein,-
der alte Herr!" sate der Commerzienrath vergnügt. Na, Prost erst einmal trinken!" Nach einer kleinen Weile fing Winter wieder an: Sie müssen dem Alten imponiren lieber Freund imponiren!" Aber wie?" Hahaha! Wissen Sie, waö iä thäte, wenn ich an Ihrer Stelle wäre?" Ich bin sehr begierig!" Ich träte vor ihn hin und sagter Ich liebe Ihre Tochter und sie liebt mich wieder! Sie geben sie mir und damit basta!" ' Die Folge würde ein Wink nach der Thür sein!" - Dann fügte ich hinzu: Was wollen Sie denn? Ich bin gesund, 'n flotter Kerl und werde Sie zum samo sen Großpapa machen!" Und dann?" Na dann steht der Me auf, gibt Ihnen gerührt die Hrnd, ruft seine Tochter und dann wird gefrühstückt." Ach," seufzte Emil, wenn ich mich darauf verlassen könnte!" Verlassen Sie sich darauf."
Garantiren Sie's mir?" fragteder Sänger schnell. Natürlich," lachte der weinseligeCommerzienrath so wird's, mein Wort darauf!" Am andcreckMorgen um elf Uhr saß der Commerzienrath im Wohnzimmer, behaglich seine Pfeife rauchend, als ihm Emil gemeldet wurde. Was will denn der?" sagte er erstaunt und rieb sich die Stirn. Der Abend hatte ihm doch einen Anflug von Kater eingetragen. ' Emil überschritt die Schwelle. Er sah äußerst feierlich aus in der bekannten Herren-Gala-Tracht. Sie überraschen mich, lieber H.," empfing ihn der Commerzienrath womit kann ich Ihnen dienen!" Und prompt kam es über Emils Lippen: ' Ich liebe Ihre Tochter und diese mich wieder. Sie geben sie mir und damit basta!" Ter Commerzienrath riß die Augen weit auf: "Waas?" , Und ebenso prompt tönte es von Emils Lippen zurück:, Was wollen Sie denn? Ich bin gesund, ein flotter Kerl, und werde Sie zum famosen Großpapa machen!" Das Antlitz des Commerzienrath röthete sich, er sprang auf und rief : Herr, sind Sie des Teufels?" Bitte lächelte Emil. Sie fallen aus der Rolle. , Jetzt müssen Sie mir die Hand geben, Ihre, Tochter rufen und dann gehen wir zum Frühstück." Aber, Freundchen das ist ja Unsinn " Bewahre, es ist die volle blanke Wahrheit und daß Alles so geschieht, darauf gaben Sie mir gestern Jbr Wort!" Der Commerzienrath sank wie sprachlos auf seinen Sessel zurück. Dann raffte er sich wieder empor: Sie haben mich da in einer schönen Schlinge gefangen!" Papa," klang es da von der Thür her und zwischen den Portieren erschien Almas Gesichtchen. Ja, Papa. es ist Wahrheit, er liebt mich und ich liebe ih wieder!" Der Commerzienrath ' brummte noch ein Weilchen, dann gab er, bewegt von den Bitten der Liebenden, seine Einwilligung. Und allem Anschein nach wird der aute Commerzienrath seinen guten Rath" nicht zu bereuen haben! Warum weinst Du? Vor einigen Jahren fand bei dem Präsidenten Arthur ein Gastmahl statt,zu welchem auch einige indianische Häuptlinge eingeladen waren. Eine der Rothhäute bemerkte, daß sein bleichgesichtiger Nachbar sich zum Fleische eine ganz kleine Menge eines Breies nahm, der in einem zierlichen Gefäße vor ihm stand. Es war ein scharfer Senf. Der in dieser Bcziehung unerfahrene Indianer meinte, diese Speise müsse eine besondere Kostbarkeit sein und benutzte die Gelegenheit, sich recht ausgiebig mit ihr zu versorgen. Er verzehrte auf einmal einen großen Löffel voll davon, verspürte ein gewaltiges Brennen, verschluckte aber tapfer die schreckliche Speise, wobei er jedoch richt verhindern konnte, daß ihm Thränen in die Augen traten. Sein anderer Nachbar, auch eine Roihhaut, fragte erstaunt: Was weinst - Du denn?" Weil ich daran denke, daß heute vor acht Jahren mein Vater im Mississippi ertrunken ist," antwortete jener. Nach einiger Zeit nahm der andere Indianer eine ebenso große Menge Senfes zu sich, und nun war das Weinen an ihm. Da fragte spöttisch sein Genosse: Und warum weinst denn Du jetzt?" Weil ich mich darüber gräme, daß nicht auch Du damals im Mississippi ertrunken' bist," lautete die Antwort. Geringer Unterschied. Landwirth: Wissen Sie, meine Nichte ist wirklich ein Prachtmädel, sie näht sich ihre sämmtlichen Kleider selbst. Von der hat noch niemals eine Schneiderin auch nur einen Dollar aekrieat!" Städter: Hm! Die meiniae läßt sich allerdings immer die allerneuesten .und geschmackvollsten Roben anfertigen. Im Uebrigen verhält es sich mit ihr sonst genau so, wie mit der Ihrigen!" . HöchsteTeufelei. Schwieaermütterchen (sehnsuchtsvoll): Ach, wenn ich doch blos 100.000 Dollars mein Eigen nennen könnte." Schwiegersohn: Ein vorzüglicher Wunsch. Und was würden Sie damit machen, wenn ich fragen darf?" Schwiegermutter: Sie enterben!"
