Indiana Tribüne, Volume 17, Number 206, Indianapolis, Marion County, 15 April 1894 — Page 10
Dein Magen Leiden kann geheilt werden und Du ri rsiji .-. - v-C ffs
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v "''öV.t'M1"" nur noch wenige Gäste. NaBehandlung von Unverdaullchkett und Herren. Damm kommen nie anderen Krankheiten des Magens, der gu fpSt wenn es Tanzkarten gib!. Leber und Nieren und inneren Organe Die zuerst kommen, deren Tanzkcrrie r c s. F . W 1
gesunoen yar. r. cyoop oeyanoen oie nerven, weicye cteje Organe lontrolliren und wo die eigentliche Ursache dieser Leiden zu suchen ist. Diese Urfachen werden entfernt durch die BeHandlung mit Dr. Schoop's Wiederher st eller, welcher , Magen, Leber- und Nieren -Krankheiten voll ständig heilt, durch Kräftigung der er krankten Organe und Einwirkung aus die Nerven, welche diese Organe kon trolliren. Diese Arznei ist kein Nervine oder giftiges Nerven Reizmittel, sondern dient, zur Kräftigung der Nerven und Hebung der Verdauungs-Organe und heilt alle Magen- und Leber-Leiden, durch die Entfernung der Ursachen. Ein Versuch wird Dich überzeugen. Ja pothekeu od franco per iptt fit $L00. Der deutsche Wegweiser zur Gesund kett", welcher die Be Handlung mit dieser Arznei ausführlich beschreibt, nebst Proben, werden an irgend eine Adresse fr nprfrtnM. Man schreibe an Dr.Schoop, Box 9, Racine, Wis. Dr. PFAFF, . Office: 134 Nord Pennsylvania Str. Osftce'Stxnden von Kt Ukr Nachm. No. 425 Madison .Avenue. Etinden von l 11 Uhr Vorm. Cetnsr.s: :?? N.Nlabam-str. .SteBermentftr. "W'isag Dr. C. N. Schacfcr, 523 nnd Chirurg, No. 430 Madison Avenue, nahe MorriZ Str. Svrechstundcn : 8 9:S0 Nkr Morgen, 1-4 Uh, asitna, 78 Uhr Abend. TelevbsnLSZ. Dr. Wagner, Office : Po. 60 Ssl Shw Str. OfstceStuden : i0 Tllr Vormi::. -t llhr Rachmittaäb. Sotznunz: StkeBrpadway nud Lisrol Kt. Ztltttca Dr. I. A. Sutcliffe, efchasngr ftch auischlietzitch mir undLrztltche Fällen und vr.it elülecht und Urtnkrankdetten. ?io. 83 Oft Blattet Strafte. l)sfteeStunden : bis 10 Uhr Sonn. S bt 8 Uhr Nachm. Eonntazk aulflenccraen. Tele 0 911. W. C. EVerts, Deutscher Zahn-Alzt, 0. 8i Nord Pennsylvania Str. Sa? wird f 23unf anacvaalt. Dr. I. B ü h l e r. Deutscher Arzt. Office und Wohnung: 337 Süd Delaware Straße Osstce-Ltundea: 8 Uhr Vorm.: 1 8 Nd' ackm.; 7 9 Uhr bend. XUhon 144. Dr. Bur ö hardt, Deutscher Arzt. Offtee und Wohnung: No. 382 Süd Meridian Str. O!nreLrunde: bt Uhr orm. 3 bt Uh? Raedm. 7 diB SUHr Add. Sonntag t Vormlttaal Televdan . CliAS. U. 11UELLKR, Deutsche Apotheke. Nachfolger von TS. 13. Groll. Po. 66? Wirginin Dvenue Sc!e Eoburn Str. Telephon 1747 Nackrgiocke an der Seitenthüre. Rezepte Tagl und Nackt largiältta gefüllt, ftrde ÄMtf ferunc AN IDEAL FAMlLY MEDICIN Ei Tor IadlceatU. UUlvaurM. lleadacke, Con.tlpatlon. Üod Calexlm OffealYireath( and all diaurdra ot tkm Btornx'h, Uverand Boweia, Mi reaüj yrt prumptl ferstet dlg tion follows their m Bold RIPANS TABULt. br dranlata or Mn by ulL Bnx f t!ä1v, iia. PackA0(t boxe), 2. ror irM unntcarft UIFA.N CHEMICAL CO. Tftw TrV. 8 0 OHCE TBIED, ALWAYS USEO. uj (S 12 Oll f" coü..-t.CLiA.-aoPouniMi fl V CIVTIIDiTC N BAR FIXTURES, ti rr Aini onadin&i ircizv. . avtuxuz AND ALL U TIn. ZIncV Drass, Coppor, c d NIckol ond oll Kltchon end Cj Plotod Utensils. g g CIcss, Yood, r.larblo, Por- g ceiain. Etc. a S CEOnCE VM. HOFFMAM s tola Ku&Sietvor aad rropztetor. ß 295 Cact Wminton St.. Inoianaoli. I" , m BAR-KEEPERS' FRIEHD. A ZS322S2SZS3S3S2S2S2S2SZSS32!?. 'ihm mm atarca. ,.. nit.T X7 gu Vnkauf in Upotheke 55 Cents per ysund.
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Tragische Epijode aus der EesellZchast ' Lon I. Routsq. Der Letzt: war er gerade nicht,doch ? I ' ' wird auch zuerst bemalt. Aör er wol!!: ja mit Absicht etwaZ ! spät kommen. Das Herumstchen auf , den langen Schleppen, das fortwäh rende Sichbücken und Lächeln beiden uuzufhörlicken, Vorstellungen, bei d:mn derHausherr die Namen der Gäste durchemanderwirft und d:r Borgestellt: gar nicht zuhört, das planlo se Umheriren von 40 oder 50 hungrigen Menschen, die alle Augenblick: auf die noch geschlossene Doppelthüie starren, um das erlösende F:ldg:schrei: Zu Tisch:!- nicht zu üö:rhören, das ganze Ensemble von lächelnder Langeweile und schn zum tausendstenMale ausgetauschten Redensarten, dcr grelle Wechsel aller möglichen Parfüms und Gerüche, die seine Nase eher -verwirren als erheitern: kurz, das wollte cr sich diesmal schenken. Er wußte ja vorher, daß in dieser Gesellschaft wie in allen anderen Herren und Damen sind, beide unveränderlich: und bekannte Typm. 'Die Herren lassen sich ganz bequem in drei Klassen eintheilen: erstens in solche, die schwarze Futter im Chapeau claque haben, zweitens solche, die weißes Futter in den Hüten haben, und drittens solche,, die überhaupt noch keinen Chapeau besitzen. Die. Letzteren zählten natürlich eigentlich gar nicht mit; sie treten aucb erst nach dem Essen und der Polonaise inThatigkeit, wo sie dann gewöhnlich die lebhaften Gewissensbisse über ihr zu starkes Essen und Trinken damit- beruhigen.daß sie sich mit jeder Dame, die sie unbe schäftigt an der Wand sehen, zwanzig Mal im Kreise drehen. Wenn sie dann endlich keine Lust mehr haben, und die kalte Härte ihres schön gestreiften Oberhemdes wie Frühlinosschnee dahingeschmolzen ist, da schleichen sie heimlich tn's Hintertreffen, um Bier zu trinken. Ach, die Aermsten! Kaum werden sie vom Haus Herrn erblickt.da nimmt er sie lächelnd unter denArm. stellt sie vor daö nachsie junge Mädchen hin, und wieder dreht sich der Herr ohne Chapeau claczue im Kreise, gepeitscht von der Angst, nicht mehr eingeladen zu werden, wenn er nicht seine Schuldigkeit thut. Die. Herren mit schwarzem Futter im Hut und die mit weitem unterscheiden sich von der dritten Klasse hauptsächlich dadurch, daß sie älter sind, weniger tanzen, selten etwas Vernünftiges sagen und nur aufthauen, wenn sie mit einer Frau-sich unterhalten, die etwas gttoagte, sögenannte vttfciraiht! Gesprächsstoffe besonders goutirt. Ein häufigeZUnterscheidungsmerkmal besteht noch darin, daß ein Theil von ihnen mit Herr Doktor" angeredet wird. Die. so Titulirten unterscheiden sich indeß sonst nur wenig von den anderen Herren, vorausgesetzt, daß sie- keine Brille tragen oder etwas -nach Carbol riechen Die Damen.'.. Mein Eott. waZ laßt sich von den Damen so im meinen sagen? Diejenigen, die rnager sind, sind wenig decolletirt, und diejenigen, die voller gebaut sind, haben gut abgeschnitten." Einige haben schon einen Mann, andere wollen erst einen haden und manche haben zwei oder drei. Einige haben für tausend Mart Orillanten auf sich, andere für Drei tausend und einige gar keine. Diese letzteren sind w:g:n dieser Eigenschaft leicht als Zunge Mädchen" kenntlich Ein Theil lächelt und sagt nie etwas Werthvolles. iinTheil lächelt und sagt selten etwas Wahres und der dritte Theil lächelt und thut nichts weiter. Während dem Referendar Witzig dieses Ergebniß seiner gesellschaftlichen Studien wieder in'ö Gedächtniß trat, nahm ihn der die Empfangsthüre bewachende Hausherr am Arm und schleifte ihn durch die dichte Menschenmasse, ohns ihm Zeit zu lassen, irgend, ein Biöelot herunterzustoßen, die Fettschminke eines nackten Frauenarmes an seinen Frackärmel abzustreifen oder sonst irgendwo einen medizinischen Doktor für einen juristischen zu halten, sondern stellte ihn sofort einem rundlichen Knäuel .von rosa Gaze und weißen Bändern vor von dem er behauptete: das sei seine Tischdame. Der Hausherr verdiente Glauben: denn er war ein respektabler Imvorteur derFettwaarenbranche und Großaktionär der Nord-Büddeutsch:n Margarinefabrik A.-G." Da außeri ortv.r. oem ein ung.auo:ger vioeriorucn zwecklos gewesen Ware, so schob der r.e i ii .1 resereuoar mii einer mzqi energischen als graziösen Bewegung seinen jj u l Oberkörper vor daS Sep. Tischdame Mit den Fuße? tI leider nicht folgen, da ei n.kt,? Ktts,s Manök, daS Gesicht seiner en konnte ein ausaestopfter Pudel dieseö Manöver bei der großen Enge unmöglich machte und versichttte mit müder Stimme, daß er diesmal den Vorzug habe, gnavtgeö Fräulein zu Tische zu führen. Fräulein Bertha nahm diese' für sie kaum überraschende ' Mittheilung ' mit fnarien Viertelläcbeln auf, welches bei ihr dem Gedanken Auz druck geben sollte: Ob eö ein Vorzug sei, wenn der Referendar Witzig ihr Tischnachbar ist, bleibe erst noch zu beweisen. Der Referendar aber deu tete diese kühle Aufnahme alZ Geringschätzung seiner Person uud nahm sich vor, bei nächster Gelegenheit sich ein mal aründliH nach ihrer Mitkitt zu
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den den Muth, ihren Tischherrn nur ein wenig" anzulächeln. Mädchen unter 100.000 Mark sind viel entgegenkommender. Während diese freundlichen Gedanken seinen Kopf erleuchteten, hob er den dünnen Arm von Fräulein Bertha vorsichtig an den Fingerspitzen auf und schzb ihn mit der einer derartigen Mitgift schuldigen Rücksicht langsam und vornehm unter den seinigen. Dann schloß er sich dem sich polonaiseartig entwickelnden Zug: an. Während er mit der linken Hand den allzu discreten Anfängen se'neZ Schnurrbartes ein w!ltinänniscq:Z Aeußere zu geben suchte, erzählte er einige ganz kurze Auszüge aus verschiedenen feuilletonistischen Kritiken, ging dann ziemlich uumotivirt dazu über, von Nizza zu sprechen, wo sich eben eine Schwester von ihm aufhalte. Brüder, gewiß. Brüder Ftte er auch, wovon der eine eben bei den Gardedrago.nern diene. Ja, als er selbst bei. den Dragonern diente, da waren noch ideale Zeiten. Da war t? zum ersten Mal verliebt. Warum tk ihr daS erzähle? Oh, er fühle eben das innere Bedürfniß, gerade ihr gecjenüber zu- beichten,' nicht von uninteressanten Dingen zu sprechen, sondern von sich selbst und seinem Seelenleben. Psychologische Probleme interessiren gnädiges Fräulein gewiß auch sehr?" ,0 gewiß, wir Mädchen dürfen nur nicht viel von unserer Seele zeigen, das schickt sich nicht!" . Aber wie schwer macht dieses System der Schüchternheit und ZurückHaltung uns Männsrn, die Eigkpschaften eines Mädchens richtig schä tzen zu können?" Bei diesen Worten sah sich der Referendar im Saale um, ob nicht Einer da wäre, der ihm eine gut fundirte Auskunft über die Mitgift von Fräulein Bertha geben könnte. Fräulein Bertha aber war sehr angenehm überrascht, zu sehen, welchen Werth der Referenda? auf die genaue Kenntniß ihrer seelischen Eigenschaflen legte, und sie war um so mehr davon entzückt,' als er, wie sie soeben bemerkte, seh? hübsche und treue braune Augen hatte. Mit der Haltung eines Reservelieutenants nahm er eleaant und dock kraftvoll das Hinderniß, daS die Schwelle zwischen Salon und Speisezimmer bildete, indem er mit ängstlicher Sorgfalt den Arm seiner Dame etwas drückte und hob, und sah sie, alS sie beide glücklich darüber waren, mit einem seiner feuraukn "nd dkbarsten Blicke .an, als ob sie soeben der wilde Ocean gemeinsam au, c.iu Koralleninsel geworfen und gerettet hatte. Da, was war denn daS?! Seine linke Hand läßt den Stützpunkt,. welchen ihr einige länger gerathene Schnurrbartharchen soeben noch htlfreich gewährten, fahren und fällt schlaff in die Gegend herunter, wo die haßlichere Hälfte des Geschlechts eine Tasche in aewissen namenlosen, aber beiden Geschlechtern ' gemeinsamen Kleidungsstücken hat, und in seinem Gesichte beginnt ein merkwürdiges Farbenspiel zwischen der Blässe der Angst , und der Rothe der Verlegenheit.. Statt daß der Anblick einer femen Tafel mit soviel silbernen Gabeln und Messern und einem (wahrscheinlich massiv) aoldenen - Aussät; in der Mitte sein Auge froh erstrahlen ließe, irrt sein angstvoller Al.ck unsicher zur Thüre zurück, denken Sie, QtlltWt Leser, er hatte ! kein Taschentuch! Gerade in diesem. Mom?n'e: k.'in Taschentuch! Vor sich eine glanzende Tafel, die wenigstens zwei Stund. lang ihre Oberfläche alle 15 Minuten wechseln wird, ohne daß sich Jemand vom Platze rührt, - hinter sich die nachdrängende Menge hungernder Herren und Damen, die unaufhaltsam vorwärts schieben, bind neben sich eine Mitgift von na, ganz genau in Zahlen , kann er eZ noch- nicht angeben, aber, immerhin eine , sehr beträchtliche Mitgift, und jetzt kein Taschentuch bei sich! Wie leicht konnte bei der Hitze seine Nase zu bluten anfangen! Entsetzlich! AnS Vorsicht hob er sie sofort so hoch, als der Stehkragen am Hinterkopf ge stattete. Bei diesem. Manöver aber fiel sein Blick auf die glänzenden und glitzernden Kronleuchter und sofort stellte sich, wie bei vielen Menschen, wenn sie in die Sonne sehen, ein un erträglicher Kitzel zum Niesen ein. Bluten oder Niesen daö war jetzt die Frage! Angstschweiß trat ihm auf die Stirn und ein Gefühl von Feuchtigkeit im Gesicht meldete sich leise an, von dem er 'nicht mehr unterscheiden konnte, ob eö Täuschung oder Wirklichkeit oder gar der Anfanq einer speciellen Function jeder Nase war. Zwar waren. Servietten und Tischtuch son in fast greifbarer Nähe, doch das balf ihm ia nichts. Hätte er sich nicht alle VuSstq: aus passende Heirath ein für allemal verdorben, wenn er sich mit der Serdiette die Nase ge diesen Ge danken wagte er natürlich gar nicht auözudenken! , Nur noch eine viertel Sekunde, und er war am Ziel. Er laS schon seinen Namen auf der Tischkarte, faßte die Lehne deS Stuhles Wenn er sich setzte, so setzte er sich mit dem Gedanken, zwei Stunden ohne Tascheniuch bleiben zu müssen! Da dachte er an Alexander, Napo leon und derartige Mann für gor bisch Knoten, sprudelte gegen seine mürea e Tiscbdamr eimae unver siändlicht Wo: von Aerzllovkn.
frische Luft schöpfen, und stürzte stcy mit distanzmarschmäßiger Geschwindigkeit zu der nach dem Corridor führenden Thür, um zu seinem Ueberzieher zu gelangen. Während wir dem Davonstürzenden nachblicken. - schen wir vier Pastetchen von dem Tablett des unsanft angerempelten Dienstmädchens auf den Boden fallen (ein Umstand, der den Ruf des großen Fettwaarenhau ses sehr gefährden konnte, da 43 Personen und jctzt nur 44 Pastetchen da waren) und vermögen gerade noch zu erkennen, wie er sich, tapfer kämpfend, von zwei stämmigen Lohndienern, die, ein anderes B'dürfniß bei dem jun gen Herin voraussetzend, ihn durchaus ZU einer kleinen, oben mit matter Glasscheibe versehmen Thür hereinschaben wollten, gewaltsam losreißt und um die Ecke herum die Trepp: zur Garderobe heraufstürzt. Hier entschwand er unseren Blicken und wir haben jetzt Mize, in Ruhe zu überlegen, wie die Geschichte jet weiter gehen wird. Wird er wiederkommen? . .Od:r wird er seinen Ueberzie'her nicht sinden? Oder, wenn er ihn auch gefun den hat, wird derrn ein reines Taschentuch darin sein? Oder, wenn lein reines, vielleicht ein bis jetzt nur mäßig gebrauchtes? Oder wird er in der Verzweiflung sein weißes Cachenez in den Frackschoß stecken? Und die ehrenwerthe, junge, verlassene' Dame? Was wird sie denken? Wird sie überhaupt erwaK denken? Und wenn sie daS thun sollte, wird sie ihm ihr Vethmann'sches ArZadncthum verzeihen können? Und diese Blamage vor ihren Freundinnen! Und endlich der Hausherr, der soeben den leeren Platz bemerkt? Er erschrickt jäh und stürzt 'auf rie ohne Angabe der 3ründe verlassene Jungfraü, resp, auf den leeren Stuhl zu, während ihm der Gedanke durch den Kopf blitzt, daß Fräulein Bertha beleidigt sein und ihr Vater morgen an der Börse gegen ihn spekuliren, ihn mit seiner Feindschaft ruiniren wnde. Die Jungfrau aber schmollt mit dem Auge und lächelt mit dem Mund:, da, wenn sie mit dem Munde schmollte, sie ihre Zähne verbergen müßte, und lächeln muß doch eine junge Dame immer irgendwo. Das Glück eines zukünftigen Ehepaares, resp, die Zukunft eineZ sich eben heranbildenden Glücks, die Solidität oder der Ruin eines alten Fettwaarenhauses Alles hängt in diesem Moment von einem reinen Taschentuche ab, das nicht einmal vorhanden ist, also von einem wirklichen, Jdcftl. einem Ding an sich. Schneller aber, als wir die Folgen eben überlegen konnten, stieß der Lt--ferendar (diesmal von seitwärts) an das tablettbalancirende Dienstmädchen, wobei nur die Remouladensauce (wahrscheinlich weil sie nicht dick, g? nug war) aus dem Gleickaewicht kam und mit einigen übermüthigen, goldgelben Tropfen dem netten Mädchen auf die weiße Schürze sprang, und setzte sich mit den. verbindlichsten Entschuldigungen und der ch:valer:sk:n Bemerkung neben seine Tischnachbarin: Mein körperliches Unwchlsi'.n hat mir viel weniger Schmerz ge macht, als der Gedanke an Ihre verlassen: Situation." Das war irichl einmal gelogen und vers.llt: trotz dem nicht, auf die junge Dzme einen günstigen Eindruck zu machen. Daö Diner verlief wie all: Diners. Die Meisten aßen wenig und trans pirirten viel. Einige aßen viel und transpirirten mehr, und endlich redeten auch Einiqe, und diese transpirirten am meisten. Einzeln: jüngere Herren gössen etwaZ Rotbw:in auf die weißen Kleider ihrer Nachbarin-, nen. ein älterer, als Östreich b:kannter Herr steckte einen Knallbonbon in den weit dekolletirten Halsausschnitt einer berühmten Riesenbitsendzme und sreute sich gottvoll auf den Mo m:nt, wo der Knallbonbon am .ent--aegengesetiten Ende der Dame w'? herauskommen würde, ein gewandter Redner warf mit dem Schwänze sn ner Rechten eine halbe Karaffe Bordeaux auf das weiße Tischtuch und du vor Wuth kreid'0: Wirth!'.lächelte sofort wie ein: Medufa und flötete: Bitte, das macht gar nitts." Dabei redeten Alle gerade überDinge. welche sie eigentlich am wenigsten in teressirten, und die Damen beobachteten sich gegenseitig, ob sich nicht irgmdwo eine ihrer Geschlechtszenossinnen etwa zu gut'amüsire. Wie gesagt, 'daö Diner verlief wie alle Diners. , Unser auö der Noth befreiter Referendar aber hatte seine Zeit vortrefflich ausgenützt und so gut Pose geredet vor seiner aushorrunden .Tischnachbarin, da sie zum Schluß khm ganz begeistert versicherte, sie habe sich selten so gut .verstanden" gefühlt. Der Referendar aber hatte sich vergebens abzeängstigt, da seine Nase sich in keiner Weise irgendwie vordringlich bemerk, bar gemacht hatte. Die Ballmusik begann mit dem Donauwalze? die H:?zen de? Damen aufzuregen, und die jüngere HerrenWelt lief heimlich in's Rauchzimmer. wo sie vom Hausherrn sofort einen Chartreuse ehielt und umgehend wieder hinausexpedirt wurde. Und dann kam , die Blumentour. Ah, das war prachtvoll! Der Schlußeffect aber davon war die Ernennung einer Dame aus der Gesellschaft zur Ballkonigin. der daö noch unvergibene ern.e . - . ....
licilmon.lr.'rolk'ndouquet überreicht ?urde. Jeder Herr, mußte jetzt mit seiner Dame' do? diesen Sessel, hintreten und diejeni. der von du Pvth.'
wn;?m pllte. Die Paare gruppirkn iich zu einem qroßen Kreise, in dessen eitteein.S:ssel f Ur die Pythia, unsete VuU fuaiiVm &4&a aufaßet
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illflllM) ver mrtMumen umwundene Sdep'ter Übersicht wurde, war JallkonZ-in". Hinter dem Stuhle von Fräulein Bertha stand mit. noch ergebener, aber schon vertraulicher Stellung unser junger Referendar, der jetzt kühn in die Zukunft blickte, da im Verlauf des Gesprächs auch ein unoerheiratheter Onkel desMädchens genannt Korden war. Fräulein Vertha blinzelt mit den Augen." Sie guckt," ertont es von verschiedenen Seiten. Augen befser zubinden," erschallt weithin das Commando. Da das Taschentüchel von Fräulein Bertha so klein war, daß es kaum ausreichte, das schön gestickt Monogramm aufzuncihmin, griff unser Referendar resolut in den Frackschoß und band ' trotz lebhafter Gegenwehr des Mädchens ihr mit seinem großen Taschentuche die Augen zu. Halt! WaZ war dis? Hallucinirt: er? Ode? sah er recht? Das war ja gar nicht sein Taschentuch! Es war ja bunt und die Köpfe von Bebel, Aue?, Liebknecht und Vollmar waren, mit rothem Rande eingefaßt, darauf gedruckt zu sehen, und mitten zwischen diesen- ein rostfarbener, schwarzer Fleck, der dem kundigen Auge schon auf 30 Schritte verrieth, daß der Besitzer des Taschentuchs ein starker Schnupfer war! Die ganze Corona brach in lauteS Gelächter auS. Viele Herren schrieen entrüstet: Grobe Taktlosigkeit!" Schnupftabak!" Sozialdemokrai!" Ausgezeichneter Ulk!" während Fräulein Vertha, dem zur Bildsäule erstarrten Referendar giftige Blicke zuwerfend, mit Thränen in den Augen davonstürzte. Er schrie, daß er sich .die Sache nur !o erklären könnte, daß tz in der Eile und FinZlerniß daö Taschentuch auö dem Ueberzieher eines LohndienerS gezogen und zu sich gesteckt hätte, doch kein Mensch verstand ihn. ,Der Spektakel wurde im Gegentheil im mer größer, so daß derUnglücksmensch händeringend, mit einem gräßlichen Fluche, zu? Thu? , stürzte, während in demselben Momente die im Nebenzimmer befindlich: Musik, angefeuert durch den Lärm, einen donnernden Tusch auf die, wie sie glaubte, eben fundene Ballkönigin ausbrachte. Inmitten des aufgeregten KreiseS aber laaen Bebel. Liebknecht, Au und Vollmar nebst .dem Schnupftaoakfleck ein in diesem feinen West-endhause-geradezu gräßliches Corpuö delicti. Der Referendar hatte 210.. 000 Mark verloren, wie er am näch sten Tagz erfuhr (den Onkel schon mlteingerechnet), Fräulein Bertha va aegen einen netten Refermdar, und die Actren der nordsüddeutsch:nMargarine Fabrik AG. fielen am nach sten Tag: um 10 Procent. -.i Der Oberste. Frau McGinty: Wirst Du , gleich machen,daß Du da 'runter kommst.Pa trick? Herr McGinty: Fallt mir nicht im Traum ein. Ich will doch 'mal zeigen daß ich der Oberste im HauS bin. Geheilt. Nun, wie bist Du mit der schönen Elsa gefahren, mein Freund, in die Du so rasend verlieb! warst? Du sagtest doch, ihre Liebe habe Zauberkraft, sie machte Dir daS Herz gesund!" Hat'S auch. Hat mich von meiner ?AiU vollständig geheilt!" -
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O&H und rein Ooll daS HauS yetk sein! Die bekei'.vürken dazu kauft man bei H. Och edel 420 Ost ' NeCsrtj CtZ , '
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sitliene t? une ist daS einzige Llatt in Indisna, rselLeS hlt Interessen des Volkes gegenüber der Macht der Plutokratie vertritt. . Als Organ des Volkes und nicht einer Partei oder Partelinteressen kärnpft sie unentwegt für Freiheit .Recht auf allen Gebieten deS Lebens. Die Arbeit deS Volkes ist die Schöpferin olles Wohlstandes und darum wirken wir für sslche soziale Reformen, welche die Arbeit . zur freudebringenden Lust, Patt zur niederdrückende Last machen. Jeder fortschrittlich Gesinnte, fällte eS als moralische Pflicht empfinden Leser der Jndiana Tribüne zu sein Das reichhaltige Sonntags Blatt bietet eine Fülle unterhaltenben LeseRosses. Ter Abonnements PrekS der täglichen Tribüne ist I2e, deS SonntagöblattS Je, beider zusammen lg CtS., per Woche oder SA CtS. per Monat. Durch die Post versandt, kostet boi Tageblatt SS, daö SonntagSblatt T2 per Jahr, beide zusammen yg in Voeeusöezahluug. , rucksttchM aller Art werden rasch und billig ausgeführt. Eintrittskarten, Quittungen. Conftitutionen, Rechnungen GefchSftSkarten, DzUWpUi Zirkulare, Programme n. s. w. für Geschäftsleute und Vereine wecb geschmackvoll ausgeführt. 11SI1I1 ZÄw5li5, Jc). i
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