Indiana Tribüne, Volume 17, Number 199, Indianapolis, Marion County, 8 April 1894 — Page 3

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Scnun ans dem Italienischen des 3fjsUiL (10. Fortsetzung und Schluß.) Die Pforte schien geschlossen. XroU lino hatte sie beim Eintreten sorgfältig cngelehnt. Er bewegte sich nicht. Am Fuß der niedrigen Mauer niedrgekauert, derharrt: er schweigend, unbeweglich, wie die namenlosen Gräber, welche ihn umgaben..... Sein Gesicht war aschfahl, die Augen weit offen' aber auf fcen entstellten Zügen stand, wie eingemeißelt, unveränderlich der Ausdruck eines wil den Entschlusses. Auf einmal sprang er auf; mit einem Satze hatte er sich an die Ziegel geklammert, streckte den Kopf über die Mauer und blickte forschend in das offene Feld hinaus. I5r hatt: seiner. Hinterhalt gut ge vählt. Die Landstraße führte absteig:nd an dem kleinen Kirchhof vorbei. Einen Steinwurf weite? unten machte sie eine plötzliche, scharfe Biegung. Auf der anderen Seite des Weges fiel der Lodcn in jäh:m Absturz ab und endet: in einer kiesigen Schlucht, durch welche zur Regenzeit ein Bach strömte. Es war vielleicht die einzige Stelle desWeges, welche von dem Wanderer etwas Aufmerksamkeit verlangte. Vor Iahren hatte ein betrunkener Fuhrmann mit scinemMaulthier durch einenSturz über den verrätherischen Abhang in jeuer Tiefe das Leben eingebüßt. Es brauchte ein sicheres Auge und Besonnenheit, besonders bei der Biegung. Auf einem nahen Kirchthurme schlug es zehn Uhr. Sfach eine halbe Stunde,? dacht: Drollino. Er stieg hinunter, trocknet: sich den Schweiß ab, der ihm über die Schläfen rieselte, zog die Nistole aus der Tasche, betrachtete sie aufmerksam und legte sie neben sich im Bereich der rechten Hand us den Boden. Im nahen Busch spähien die Sperlinge ohne Aufhören, in der Ferne ertönte in gemessenen Zwischenräumen das seltsame Lied des Spechts, und durch dasGras des KirchHofs hasteten und hüpften die Jnsekien und bahnten sich ihre Wege. Um das allgemeine Kreuz gaukelten zwei vcrliebtz Schmetterlinge mit hellgelben Flügeln. Drollino fch nichts von allcd:m. I:nei furchtbare innerlich: Blick, welchen das Auge nur in den höchsten Augenklicken des Lebens findet, war starr auf den Boden gerichtet. Nur wenn er auf der U7.ten rorb:isührenden Straße das Geräusch eines näher kommenden Wagens hörte, wurde er blässer, erhob sich, horchte einen Augenblick und schaut: dann hinunter. Er ist es nichts sag!: er jedesmal fast laut. Und mit eine? grausenerregenden Geduld setzte er sich wieder in sein Versteck hinter der Mauer. Ein Lüftchen harte sich erhoben; das fette, wohlgenährte Gras des KirchHofs erschauerte, als wüßte es Entsetzliches. Der Zug war angekommen, jedoch fast eine Vicrt:lstunde verspätet, und der Herzog Giuliano kam eilfertig aus dem Bahnhof und sah sich mit suchendem Blicke nach demWagen um. der ihn ernzarten sollte. Und er sah nicht NUk den Wagen, die leichte Amerikana. an welche Mia gespannt war, er sah überdies eine äußerst elegante Amazone, welche in Legleitung eines Grooms in Liürce auf ihn zuritt. .Giuliano! Giuliano!" sagte die Amazone im Näherkommen mit sröhlichem Lachen. Er war wi? versteinert, als er sein: Gattin erkannte und: .Milla !" rief er in aufrichtig bewunderndem Tone. .Das war meine Ueberraschuna! fuhr Milla fort, welche glückselig war über den Erfolg ihres Geheimnisses. 3;ch wußte, daß Du es wünschest, und habe es gelernt, während Du abwesend warst. Sagt: ich Dir nicht, auch ich habe meine Geschäfte? Der Herzog betrachtete sie stumm uno d'asz. , Milla!" rief er unwillkürlich aus. Du bist ein Engel, und ich bin ein.. er hielt einen Augenblick inne und vollendete dann: ein wirklich glücklicher (Saite. Und soglcick machte er ihr tausend Comnliment.'. lobte ihren Gedanken, ih ren guten Geschmack. Dieses Kleid stand ihr entzückend wie hatte sie die sla'nqrüne Farbe so gut gewählt, welch' hübscher Gedanke waren die großen vergoldeten Knöpfe auf der Jacke! Und welch' reizender CylinderHut! Sie war wirklich eine klassische Amazone! Jetzt freilch war er zufrieden.... jetzt wollten sie am Morgen lange fröhliche Spazierritt: mitein ander ausführen. Wie lieb war Milla! Nun wollen wir nach Hause." sagte der Herzog endlich. Soll ich Dich zu Pferde begleiten?" Eigentlich habe ich jetzt meine Borstellung gegeb:n," antwortete Milla' ich möchte fast lieber mit Dir lommen, ich bin ein wenig müde." Sehr wohl!" sagte der Herzog. Jattista und Toni werden die Pferds nach Haufe führen, und ich selbst will Dich führen, wenn Du mein Junggesellenfuhrwer! nicht verschmähst." Milla schüttelte den Kopf, verließ ihr Nferd. stieg in den Wagen und setzte sich an die Seite des Gatten. Sie loaren sehr fröhlich. Wie fttUL ich mich," sante sie, wie bin ich so glücklich.. Es kommt mir vor, wir feien zwei von Hause entflohene Aus reier" Dieser Gedanke ergötzte sie höchlichst! Sie stellte, sich vor, wie die Sperlinge in den .Hecken sie sür ein gottloses, in voller Empörung gegen die Sitten, beyrisfenes Geschöpf halten müßten. Sie sag:? mit vor Vergnügen leuchtendem ßefrat: tausend ariia: Tcordciten und

.war, von vem mannltcyen Z)ute öe-

schattet, wirklich ungemein reizend. Und Giuliano, welck-er Mia führte, die an diesem Tage außerordentlich folgsam und klug schien, sah mit wahrer Freude auf die Herzogin, welche ihm hübscher als gewöhnlich vorkam mit diesem neuen, schelmischen, pri ckelnden Wesen, das sie an den Tag legte, vereinigt mit der kühnen, fast männlichen Art ihrer Kleidung. Und nun erwachte in der niedrigen Seele des Kreolen ein Gefühl unedler Zufriedenheit. Der Gewissensbiß ver stummte vor der heimlichen Genugthuung. das Hauptbuch seines Daseins so wohl mit doppelter Buchführung eingerichtet z hc,ben. Nun fing er an, Milla schätzen., er nay. s,ch foz, ihr em wahrhaft glückliches Leben g.z bereiten. War es nicht ein ausgesuchter Contrast, der ihn jedesmal bei seiner Rückkehr aus Genua erwartete? Der Edelmann hatte das Fundament seines künftigen Modus vivendi in den stillen, tiefen Sumpf seiner Seele gelegt und wünschte sich selbst Glück dazu. Als glücklicher Gatte und Geliebter genoß er den fieberhaften Sinnentaumel einer alten Leidenschaft, die neu entsacht worden war durch den höchsten Neiz eines zweiten Ehebruchs, uno zugleich die reinen, süßen Freuden einer offenen, zarten, edeln Liebe..... welche wirklich fast anziehend genug war, um sogar der langweiligen Prosa der ehelichen Liebe eine gewisse Poesie zu verleihen. So dachte er, und über seinem Hzupte blaute leuchtend der Himmel, die Sonne bestrahlte seinen Wea. die liebliche, lachende Landschaft begleitete ihn mit ihrem unabsehbaren erfreunchen Grün. Und die zwei Ausreißer plauderten eine Zeitlang fröhlich fort. Aber als sie zu dem Abhang kamen, sagte Giuliano zu Milla: Jet. Liebste, mußt Du mir den Gefallen thun und einen Au genblick rumg sein: wir sind nahe bel einer gewissen Straßenbiegung. und da yeltzt es aufpassen. Es brauch: ein offenes Auge und ein sichere) Pscrd. ., Mm nt em Kleinod, antworietc Milla, indem sie sich's in ihrerEcke bequem machte und scherzend die klasinerte Stellung eines Grooms auf dem Kutscherbock annahm. Giuliano 30a die Bremse an und lien Mia. obscbon sie noch nicht bei dem Abstieg angelangt waren, im Schritt geizen. Drollino hatte mnter der Kirchhofknauer Mias Schritt von ferne fchon gehört. O, der Schritt seines Pferdes! ...Er hätt: ibn unter Tausenden errannt. Das Herz wollte ihm brechen: ein furchtbarer Kampf erhob sich in seinem Innern. Aber er gab mcht nach. Nur um noch sicherer zu sein, blickte er noch einmal über die Mauer. Nein, er hatte sich nicht getäuscht. Die Sonne strahlte in vollem Glänze auf die Straße nieder und weckte in denSchei-' den der Wagenlaternen blendende Neflexc. Aber dies hinderte ihn nicht, Mia, den blonden Bart des Herzogs und ihm zur Seite Jattiltas grüne Uniform mit den vergoldeten Knöpfen zu erkennen. Jetzt war der Augenblick da. Er stieg hinunter, zog den Hahn dk?. Pistole aus und wartete. hinter die Mauer gekauert, bis der Wagen näher kam. Er murmelte zwei Namen: Mia und TixM" Ja. er befreite beide von einem schmählichen Joch. Sie wußten es nickt, aber er rächte sich beide im gleichen Augenblick. Mia und Milla! - Nein! Die Herzogin sollte nicht Ge fahr laufen, die Enthüllungen eines Spitzbuben anzuhören! Und wenn auch er, dieser Spitzbube, dabei umkam, gut. um so bezier, daß das Geh:lmniß, dessen Enthüllung die Herzogin todten konnte, mit ihm und dem Herzoa tt graben wurde, dort unten in jener Schlucht. In diesem Augenblick kamNia im Sckritl an die Knchhosmauer. Drollino hörte auf zu denken: er 15 chelte, hob die Pistole empor und drückt: los. Ein furchtbarer Knall! Plötilich vernahm man auf der Straße einen rasenden Galopp, dann den durchdringenden . verzweifeiten Schrei einer Frau. Drollino sprang auf, schwang sich aus die Mauer und blickte hinunter. Wüthend geworden floh Mia jäh linqs mit gewaltigen Sätzen den Aohang hinunter. Angstverzerrten Gesichtes zog der Herzog mit aller Macht rechts und links an den Zügeln, neben ibm war statt Battistas eine Frau. Ihr Kopf war zurückgebogen, der Hut war ihr abgefallen, und Drollino erkannte die Herzogin. Eine Sekunde war er wie vom Blitze getroffen. All.nähtiger!" schrie er dann laut auf, stürzte sich auf die an dere Seite der Mauer, nahm einen Sprung und fiel auf die Strafe hin unter. Er erhob sich mit blutendenHan den. Mia, welche, eine Beute ihres maßlosen Schreckens, den Abhang hin untersiürzte, kam in eben diesem Au aenblicke an in Sätzen, welche das Fuhrwerk zertrümmern mußten, mit fliegender Mahne und dampfenden vlw stern. Hilfe!- rief der Herzog mit weit aufqerissenen Augen; wahnsinnig vor Strecken starrte er auf die Schlucht, gegen die er sich unwiderstehlich fort gerissen fühlte. Er stieß einen wilden Schre, aus und schlon die Auaen.t Milla war ohnmächtig geworden. Drollino hatte sich mit dem Sprunge emes Panthers aus das Ps-erd ocroor fen, sicb an das Mundstück des Zau mes geklammert und dem wahnsinni gen Dahinstürmen einen fast übermenschlichen Widerstand entgegenge setzt. Der Mann und daS Pferd kämpfe t:n einen Augenblick, dann hörte man ein schmerzliches Wiehern, das Krachen zusammenbrechenden HolzeS unfc sah in einer Staubwolke weniae Schritte

vom Nande des Abgrundes eine un-

formlicke Masse von Menschen- und Pferdegliedern, welch? sich sträubend und sich überschlagend miteinander zu Boden fielen. Der Wagen blieb nach einem letzten heftigen Aufschnellen sie hen, während jene Masse in krampfhasten Bewegungen zuckend auf der Erde lag und nach und nach ruhiger wurde. Der 5rzog öffnete die Auoen. sah sich qerettet und Milla nur ohnmächtig. Er nahm sie in die Arme und. bettete e an einen sicheren Ort in'3 Gras. Darauf trat er wieder zu dem zervrocbenen Wagen. Er sah Mia in den letzten Zügen auf dem Boden und unter ihrer kramphaft zuckendenFlanke denjenigen, welcher ln dem Augenblick der höchsten Gefahr mit verzweifelt kühner Rettungöthat ihm zu Hilfe gekommen war. Er beugte sich, um genauei zu sehen, und erkannte in dem unbeweglichen, vielleicht todten oder besinnungslosen Mann Drollino. Der Widerhall des Schusses hatte Leute herbeigerufen. DieHerzogin, wel che nach und nach wieder zu sich kam, wurde auf einer in aller Eile gefertig tcn Bahre nc?ch der Villa getragen. Als der Herzog in Betreff feiner Gattin beruhigt war, kehrte er an denUnglücks ort zurück, wo die Heroelgeeilten nach und nach drollino freimachten. Der unglückliche junge Mann war noch am Leben, aber fein Zustand war schaudererregend. In seinem verzwelselten Kampfe mit dem Pferde hatte er von diesem einen heftigen Schlag auf die Brust erhalten; em Arm war ge brochen, und über dem rechten Auae floß aus einer großen Wunde das Blut des jungen Mannes in Strömen. Der Dorfarzt, der rn aller Eile ge rufen worden war, untersuchte Drollino, den die Bauern auf die Waaenkls sen gebettet hatten, an Ort und Stelle. Er fchlen noch ohnmächtig zu sein. Nachdem der Doktor ihn aufmerksam untersucht hatte, ließ er ein Hm!" hören, das wenig Gutes versprach. Der Herzog befragte ihn ängstlich. Es thut mir leid antwortete der Doktor, aber ich fürchte, die Lungen sind zerquetscht. Er ,st em verlorener Mann es kann sich nur noch um Tage handeln..... verstehen SU?" Drollino beweqte sich und seuute auf. Er war zu sich gekommen.. hatte er sein Todesurtheil gehört? Wer vermöchte es zu sagen? Der Ausdruck seines blut- und staubbedeckten Gesichtes war Nicht zu enträthseln. Man brachte lhn halbtodt in sein altes Kämmerchen im Meierhof, an . . 'n r weisen o rislen uteßcn. Die Herzogin war eingeschlafen, und Giuliano, der am Fußende des Bettes stand, betrachtete den schonen, kleinen. weich aus das Kissen gebetteten Kops mit dem heiteren Angesicht. Er hatte aus übermäßig:? Vorsicht gewollt, daß Milla wahrend der drei ersten, dem furchtbaren Ereigniß folgenden Tage im Bette bleibe. Aber die junge Herrin hatte fich rasch erholt. Uebrigens war die Erschütterung auch für ihren zarten Korperbau kern übermäßige gewesen. Beim Beginn der Gefahr ohnmächtig geworden, hatte sie niazt alle Stadien des Unfalls "durchgemacht; als sie sich unversehrt zu Hause fand und Giulia U0 unverletzt sah, hatte sie an nichts weiter gedacht, alS Gott inbrünstig ZU danken. Man hatte ihr g:sagt, die Stnl sche sel zu rechter Alt zum, Stillstand gekommen. Der Herzog hatte, um sie mcht zu vetrüben, ausdrücklich verboten, ihr von Drollino zu sprechen. Milla wußte nichts von seinem muthigen Einschreitcn und den verhängnißvollen Folgen desselben. Immer in der Absicht, ihr kernen Kummer zu machen, sagte man ihr sogar kein Wort von Mtas Tod. Giuliano versicherte, daß der verhängnißvolle Schuß, welcher das Pferd so sehr erschreckt hatte, nur von emem Jäger auf der perlingsjagd abgege bcn worden sei. Milla nam Guaianos Erllarunz ohne weiteres an; sie be ruhigte sich nach und nach und wurde heiter und fröhlich. War Giuliuno nicht ihr unfehlbarer, angebeteter Prophet? Warum sollte sie ihm nicht glauben, wenn er es doch sagte? So hatte er ihr z. B. eben jetzt gesagt: Sei lieb und versuche zu schlafen.Du hast wirklich ein wenig Schlummer nöthig. Sie suhlte durchaus kein Bedürfniß zu schlafen, und doch war dadurch, daß sie sich ru hig und unbeweglich heilt, der Schlaf gekommen. Nun schlief sie friedlich, sie hatte vertrauensvoll eine Hand in Giulianos Hände gelegt. Und fo verlassen wir in 'der Ruhe ihres sanften Schlafes unsere Heldin, die Herzogin Milla Lantieri aus dem .fürstlichen Hause von Ashanello. Giuliano löste sanft feitteFinger von der Hand seiner Gattin, legte mit zar-' ter Sorgfalt Millas Hand auf den Ueberschlag des Leintuchs und verließ dann heimlich auf den Zehenspitzen das Zimmer. Er war tief erschüttert... Die gefäh? liche Fahrt angesichts eines schrecklichen Todes, und sagen wir es offen, auch der Gedanke an das Schicksal, welches die Herzogin bedroht hatte, hatten ei nen tiefen Eindruck in seiner Seele ZUrückgelassen. Der Kreole war unsanft aufgerüttelt wordener konnte die Erinnerung an jenen Augenblick nicht er tragen, aber die unerbittliche Erinnerung verließ ihn nie. Seine Dankbar keit gegen Drollino war unbegrenzt, und der Gedanke, daß jener Unglück liche nun sür sie sterben sollte,' war ihm äußerst peinlich. Und nicht genug an elledcm. war ihm ein seltsames Gerücht zuOhren gekommen, das von dem Sperlingsjäger nichts wissen wollte und an dessen Stelle einen unbekann tcn, unversöhnlichen Feind setzte, welcher. unterrichtet von Mias Febler, die Folgen berechnet und sich eines Mit tels bedient hatte, das keine Spuren zurückließ und unausbleiblich die verderblichsten Wirkungen hervorgerufen hatte, warn nicht durch eine unerklär

liche, fast wunvervare FUgung des Schicksals Drollino in eben dem verhängnißvollen Augenblick sich eingefunden hätte. Aber wie ihn ausfindig machen, den geheimnißvollen Feind, wie in Zukunft sich vor ihm schützen, wen fragen?.. Drollino allein hätte vielleicht etwas sagen können. Aber Drollino, der Aermste, war gewiß nicht im stände, Auskunst zu geben; die in ncren Verletzungen waren so schwer, daß nicht die geringste Hoffnung übrig blieb; er wurds zusehend schwächer, yakie veitändige Blutsiürze, und jedes Wort, das er sprach, war der Vewegung derSanduhr zu vergleichen, wenn die letzten Körner durch das enge Glasrohr rinnen. In der Villa und auf dem ganzen Gute hatte die Erzählung des Ereig nisses eine groß: Aufregung, grenzenlose Bewunderung für Drollino und sehr scb.wereZweifel hervorgerufen. Von allen wurde der junge Stallmeister be dauert, seine hldenmüthige, selbswerleugnende That gerühmt; man verzieh ihm jetzt des Vorgefallenen wegen seinen rauhen, stolzen Charakter, seine Wunderlichkeit, die wilde Unabhängig keit seines vergangenenLebens. Am ersten Tag: hatte eine wahre Wallfahrt dcr Kameraden auf dem Gut n.ch dem Meierhof stattgefunden; aber jetzt ha! te der Arzt mit Drollinos Einwilligung die Besuche streng verboten, natürlich diejenigen des Herzogs ausgenommen. Der Herzog zeigt: sich über Drollinos Zustand sehr besorgt. Er besuchte ihn oft und begab sich, beunruhigt vom rafchen Fortschreiten des Uebels, so oft nach dem Meierhof, als er sich von der Villa entfernen konnte, ohne den Argwohn seiner Frau zu erregen. l!nd auch jetzt schlug er, sobald erMilla eingeschlafen sah. eilends den Weg nach dem Bauernhause ein. Im Hofe saßen im Schatten eines alten Feigenbaumes einige Bauern, Bewohner des Hauses, beisammen. Als der Herzog kam, erhoben sich alle und grüßten achtungsvoll. Giuliano blieb stehen und erkundigt: sich bei ihnen nach dem Befinden des Kranken. Ein rüstiger Alter antwortete fogleich und für alle: Schlecht, sehr schlecht, Herr. Diesen Morgen ist der Propst gekommen und hat ihn feine Andacht verrichten lassen, und der Doktor hat gesagt, es sei ein Wunder, wenn er die Nacht überleb:.Der Herzog stieß einen tiefen, aufrichtigen Seufzer aus.

Wollen Sie hineingehen?" fragte angelegentlich eine bejahrte kleine Frau, die aus der Küche herbeigekommen war. Es ist zum Erbarmen, Sie werden sehen! Ich wache bei demAerm sten und habe seit drei Nächten kein Auae geschlossen. Und damit ging sie vor dem Herzog her ein paar hölzerne Stufen hma und dann durch einen finstern Gang, der nach Drollinos Kammer führte. Sie tratui auf den Fußspitzen ein. Die Stube war sauber; die Kartof feln waren noch darin, aber nicht mehr unordentlich zerstreut, sondern sorg fältig in einer Ecke aufgehäuft. Da! Fensterchen war gejchlouen, uno an die Stelle der zerbrochenen Scheiben hatte man dickes Papier m die Rahmen gefügt, durch welches das TageZNcht Nur aedämpft hineindranq. Drollino say auf dem Aette aus einen Hausen Kissen gestützt, man hörte schon an der Thür sein angestrengtes, .mühsames Athmen. Der rbrockene Arm kina kraftlos, von Linden umwickelt, in einer aus einem rothen Halstuch hergestellten, am Hals befestigten Schlinge; die Hand war frei; jeden Augenblick wieder führte der junge Mann ein weißes Taschentuch zum Munde, um es gleich daraus blutbefleckt wegzunehmen. Eine weiße Binde lag quer über seiner Stirn und ließ nur sein linkes Auge sehen, ein Auge, so merkwürdig ruhig und tief, von fast erschreckendemÄlanzc. Da und dort war auf dem Lemtuch ein Blutfleck. Der Herzog saß mit angstg'qualtem Herzen am Fußende des Bettes auf einem Stuhle, den die Alte ihm geschäftig hingestellt hatte. Er grüßte den Kranken und suchte einige tröstende, Hoffnungsspendende Worte an ihn zu richten. Aber er verstummte. Drollinos Auge hatte sich plötzlich mit solch' Schweigen gebietendem Ausdruck auf ihn gerichtet, daß er den Faden der Nede verlor und schwieg. Drollino erhob die Hand, in welcher crrj. i..jr. r r 1 r c om . rr van -i,uu,:umuj iicu, iay 01c iiic an und deutete mit dem blutbefleckten Lappen nach der Thür. Die Alte wurde bestürzt und zauderte, aber nur einen Augenblick; dann verließ sie, dem stummen Befehl gehörchend. geräuschlos die Kammer. auf dem Stuhle sitzen. Drollino fuhr fort, sein vom Fieber glänzendes' Eyclopenauge auf ihn zu richten. Das Stillschweigen dauerte schwer und drückend fort. Endlich fragte der Herzog, um der Pein ein End: zu machen, Drollino, ob er ihm etwas zu sagen habe. Ja," antwortete Drollino. Drollinos Stimme war ?recklich zu hören; rauh, pfeifend, mit verändertem Kehlton, wie daS Triebwerk einer zerbrochenen,' unter der sie probirendcn anv ächzenden Maschine. Der Herzog unterdrückte emen Schauder und fuhr fort: Du wirst i:rr.:4U I,?::?? welleichl von dem Unglulsssall mit mir raL"8SiÄ?E 'ÄC.! Z.ri iÄÄTnfc Man sagt, es sei ein Mordversuch gr Wesen. Weißt Du's?., .Ich weiß es!- - , ich bite Dich.. sprich.. Du begreifst wohl, es ist nothwendia... damit ich mich vorsehen kann... für die

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drollino yatte eine Ätt Paweln da-

rauf. feineLippen verzogen sich ironisch, Es ist keine Vorsicht mehr vonnö then! Er kann Ihnen kein Leides mehr thun. Sehen Sie.." Und er zeigte mit dem Taschentuch auf sich selbst. Giuliano konnte, wollte nicht versiehen. Er stieß einen Schrei aus. Du?- sagte er endlich, indem er zitienri aufsprang und zurückwich. ur' .. . rir Ä'-:-- sichtlich? Msichlich?. Damit wir umkommen fouten? Drollmo schüttelte den Kopf. Nickt Sie bnde.... ich wußte mcht, daß die Hernn auch dabei war. Ich wollte..... nur Sie... Ueber die Schlasen des Herzogs rannen große Schweißtropfen m w w mm r w . i 1 a m mtmtm m A)us nes er wieoer, jüu iuuiuw denn? Was habe ich Dir gethan?' Mi?..... nichts, antwortete Drolli. no, unterbochen von seinem pfeifenden Athem. Warum führten Sie Mia? 1T..W i. ... , r" . . C. Vvi Ä ' J rin tödten? Ich?" schrie der Herzog entsetzt; .bist Du verrückt geworden?" Nein," antwortete Drollino, der Doktor hat es gesagt.., und sie sollt: nicht sterben..... wegen Ihnen Erinnern Sie sich.. im vergangenen Herbst ' :'c' r: w.ir.:-fc. wu?de Waß er ver u'chkeverge. bcns mit verzweifelter Anstrengung dem Sterbenden ein Wort des Leugnens, der Entschuldigung entgegenzu halten. Er konnte es nicht finden und konnte nicht lügen vor dem einzigen Auge, das ihn unverwandt ansah. Drollino winkte ihm, näher zu lommen. Fürchten Sie nichts," fuhr er immer mit dem gleichen trüben, starren Lächeln fort, jetzt, jetzt.... Sie fehen wohl . ist es aus r kielt inne. die Stimme verlaate ihm. ein Hustenanfall füllte seinen Mund mit Blut. MmWn wnrt.te zitternd wie ein Esnenlaub. Aber ient.. iekt.." versuchte er zu murmeln. t-w--- A m , 1 " Jetzt," antwortete Drollino mit ei nem erstickten Schrei. Und den Kopf aufrichtend, stieß er ein einzigesWort hervor: Genua!" Zu Boden geschmettert, vernichtet, ließ der Herzog den Kopf sinken. Er schwankte wie einSchilfrchr im Winde. Als er sich erholt hatte, fuhr Drollino fort: Nun würde sie vielleicht geftorben fein.... wenn sie es vernom men hätte Und Sie, Herr Herzog... haben Mia genommen....... da ist mir in den Sinn gekommen ich wollte.... Mia sollte die Ursache sein.... Aber da habe ich die Herzogin gesehen und bin gekommen.. Er konnte nicht weiter sprechen; ein neuer Hustenanfall fchnitt ihm das Wort ab. Da, mitten in dem Anfall, gequält von den Anstrengungen des röchelnden, krachenden Hustens, ließ Drollino das Taschentuch fallen, erhob gegen Giuliano, den er beständig im erbarmungslosen Banne seines Blickes hielt, den Arm und streckte wie ein ii . 1 1 rn ! ji 1 . ; unervillilcy veruriycrienoer nvqier ci nen Finger in die Höhe. .In der stillen Kammer war lttzt Nlchlö zu.voren aid vas . a?were gePreßte, beinah: gleich ängstliche AlyCtN' holen der Beiden. . , EiN Guraeln stlea m Drollmo ehle auf. Noch murmelte er mit hoch sier Anstrengung! Denken Sie daran: Hierauf schwieg er, wandte den Blick von Giulrano av unv lieg em aup: aus die Kissen sinken. Eme Mmute verging, eh: der Herzog die Kraft fand, fortzugehen. Auf dcr Hausthürschwelle traf er mit dem Doktor zusammen. Es geht ihm schlecht, dem armen Burschen, nicht wahr?" fragt: derArzt, als er Giulianos verstörtes Gesicht sah. Ja " stammelte der Herzog, ich fürchte, aß..Versteht sich!..... Ich habe es gleich gesagt, es handle sich nur noch um einige Tage. Aber Sie dürfen nicht mehr hierher kommen. Gehen Sie, das ist kein Schauspiel für Ihresgleichen; und jetzt ist's fo wie so aus. Gehen Sie, fage ich Ihnen, und machen Sie mir sofort ein anderes Gesicht, sonst - . . t. 1 rr . v om ich iin wlanve uno taue ynen utl stehenden Fußes zur Ad.' I 1 ' ' j w u Giuliano versuckte auf die Scherze und Nathichlage des Arztes zu lächeln; dann entfernte er sich ganz langsam. damit die Leute in dem Bauernhaus nicht bemerkten, daß er sich kaum auf den Äemen yairen ronnre. r,i ai er weü weg war fern von levem Blicke im tsp förfv-mm ?,n?5 VCItP Tfrmimt 3 strunk nieder. Der Herzog war überwältigt.. Die Scene war für ihn zu ergreifend gewesen. Immer neue Ströme Schweißes, rannen über seine blasse Stirn. Er stammelte unzusammenhängendeWort:, seine Zahn: klapperten, er schauderte, in der feigen Hilflosiqkeit dieses Mo- , v a rnentes ging die ganze Nuhe des vornehmen Herrn, die Gelassenheit des a,r.!in die wunderbare slIl..J.Tl..Itl ? IV MU 4tMA 1 Wi icitmcu u uiwi uui. vi hTrtrfi in tn rhn8 mnrt Ivitt rrtt brach in ein nervöses, man hätte fast sagen mögen, hysterisches Weinen aus, das er nicht zurückzuhalten suchte: Wer . cj.i. a.-o flm:rr w. I iU' ,ÜCl i'uuc iu V1..- jjuuu iuut x.m AbM. Olga w in Enua.wn niwm mckilhämgen "IN Elwven! Und d Spnlingk in, verzog in yranen, ozx roic loroen

auf dem Baunzstrunk saß und geschüt- totitn engagirt): .Nicht wahr.Sechstelt wurde von einem krampfhaften schritt möchten Sie mit mir tanzen, die

chluchzen... das vieueicyl Nicht nur yi ? ri..?rr a.;rr. . vurcyr, mazi nur wnin.?. c ania.BKni

DrollinoLKammer war beinabe sin-

sier. In einer Ecke auf dem Boden brannte ein Otllämpchen. dessen fchwa. ch.Z Licht von einer Art improvisirten Lampenschirms noch gedämpft wurde. An den Scheiben und dem Papier des Fensterchens brach sich ein Mondstrahl, der in das Innere zu dringen suchte und auf das Backsteinpflaster und d Wände lange weiße Streifen kalten. unbeweglichen Lichtes warf. Im Kamin brannten langsam einige Abfälle feuch kn Holzes, und in einem großen, Endlichen Strohsessel ruhte eine kleine alte Frau und kämpfte hartnäckig mit m Schlaf. Ein angenehmer Heuduft bt on dem nahen Heuboden her. er, und bis in das stille Gemach hinein tönte das unaufhörliche.rhythmische 3 ber willen us der nahen gb n welches eine nähere aus der Feuerstelle desKaminZ hervordringende Stimme einfiel. In langen Zwischen räumen ein schwaches Wiehern aus der rtkr Nachtigall.... vereinzelte einsame I i . . ... Stimmen aus den Triften, die zetzt. in s endlose nächtliche Dunkel derEbene gehüllt, im Schlafe lagen. Die Frau konnte dem Schlafe nicht mehr widerstehen. Sie hatte es dem Herzog aesagt, seit drei Nächten hatte sie kein Auae geschloffen! Und nun legte es sich bleischwer auf die armen, müden Lider. Das beängstigende pfeifende GeML t mehr, sie wach zu halten Und die Grillen ftRb Eintönigkeit ibreS Cbores kein ande res Wort zu singen als: schlafen! schlafen! Wirklich schien Drollino jetzt viel ruhiger; das Geräusch seines mühsamen Nöchelns schien abzunehmen. Statt dessen fing er an irre zu reden. Anfangs hatte sie auf die Worte, di: abgebrocbenen Sätze des Irreredenden hören wollen. Aber bald war sie es mu de geworden; es waren alles Reden, die seinen Stand betrafen, man wurde nicht klug daraus. Um wach zu bleiben. nahm sie lieber Zuflucht zu dem Rosen kränz. Aber auch das bewährte sich mcht; sie sagte die bekannten heiligen Worte nur mechanisck her; ihrGcist lag tm Banne des Schlafes. Mia! Sei ruhig," sagte Drollino sanft. Nein, nein, so ist's nicht gut, strammer.... das Knie vor.... jetzt halte ich den Steigbügel... ziehen Sie rechts." Die Alte versuchte es mit etwas Anderem. Salve regina, vita dulcedo, fpes nostra " , Drollino fuhr iinmer leiser fort: Nun kehren Sie um; warten Sie.... drücken Sie aus die Flanke, keine Angst..... den Zügel höher. Fürchten Sie nichts Es geschieht Ihnen nichts ... ich bin da." In diesen unzusammenhängenden Worten lag .em fast zärtlich schmei chelnder Ton. etwas unaemein Tiefes und Gefühlvolles. Die Alte fuhr erschrocken aus dem Schlafe auf und betete weiter: in hac lacrimarum valle..." Plötzlich veränderte sich Drollinos Gesicht. Die Züge wurden scharf und schmiegten stch an die Knochen, die unter der Haut hervorzutreten und in schärferem Relief sich abzuheben schienen. Das Gestcht nahm eine gräuliche Färbung von perlartlger Durchsichtigkeit an. utter welcher es blauschwarz schimmerte, in der Farbe einer überreifen Frucht, die durch jede Berührung zerquetscht wird. Die Alte war eingeschlafen. Sie schnarchte sogar und der Rosenkranz ' , i. rw! "j.f rubte auf ibren dürren ??lnaerknöckeln. Dqs kleine Lämpchen, inem das Oel ausama. verbreitete em flackerndes Licht, das endlich im Kampfe mit dem Dunkel der Kammer und der unqewisstn Helle des Mondlichtes erlag. ein seliger, wundervoller Traum to05 n ;n den -infamen Todeskamvf Drollinos. Die noch einmal aufflackernde Erinnerung versetzte ihn zurück in längst entschwundene Zeiten, und er durchlebte, dem Ende nahe, die unsagbare Wonne einer Stunde seiner frühesten Jugend, gib' ihm einen Kuß," fagte der Fürst lachend. Und das braune Köpschen des Mädchens neigte sich ihm zu; ein fest geschlossenes, gespitztes Mäulchn suchte seine Lippen, ein fröhliches Stimmchen wiederholte: Nimm, Drollino, nimm!" (?r wick nickt zurück, er weiaerte ftä nickt. Er beweate den schwankenden Arm im Finstern, als wolle er etwas ergreifen, an sich pressen, Und jetzt rief er mit dem Ausdruck des böcklten Triumphes: Mia!" Die Alte schreckte aus dem Schlaft f.... Jesus Maria!.... Er sprach in in fort, der Aermste, er hielt sich ... mr v-ii r r' r hnr Nk,sn naf mifsl?nHrL lln rubia stand ste airf. fachte denDockt des L'ämpchens wieder an und näherte sich dem Bette. Plötzlich eilte sie entsetzt davon, um Leute herbeizurufen. Die Kammer füllte sich bald mir Bauern. Aber niemand und nichts auf der Welt konnte den letzten Traum v v v vttv w vvi Drollinos stören. Der Geist hatte sich n bcn letzten Nöthen in jenen Traum flüchtet unb anc irdischen Fesseln ' W abgestreift. I Ende. Moderne Geburtsanzeige. Hierdurch beehre ich mich ergebenst Sie von meiner in der vorigen Woche erMalm Geburt in Kenntnik zu seien. Ich uni, mcim Mut! bkfindm sich tÄhl. Wls OmeMlind.' . . Tänzerin (m dem Tänzer der sie Schritt zu meiner Mama hin um I T mal endlich mit ihr zu sprechen, wol len Sie aber mcht machen!"

Ein Sorgeuvrecher.

In der Kneipe sitze ich, Einsam, in Aedanken, Trübe Sorgen langsam sich , Um mein Herze ranken. ' v Trink verscheuchen sie; Doch so schwer wie heute Wurde mr? die Sache nie Werd' der Sorgen Beute. Plötzlich einen Wunderlaut Höre ich erklingen: Einen Vogel hör' ich laut. Schmetternd lustig, singen. Trotz der raucherfüllten Luft Sing! der kleine Sänger Und ich ahne Frühlingsduft, Sorge mich nicht länger. Armer Vogel! Du, obzwar Jahre schon gefangen. Weißt wie schön die Erde war Einst im Frühlingsprangen. Sorgenbrecher, habe Dank, Sollst mich nicht beschämen, Werd', wenn's Herz mir wieder krank. Dich zum Beispiel nehmen. , Der Korb. Er hatte vor ein?m Korb gebebt Und kaum die Courage, anzufragen . . . Nun sie an seiner Seite lebt. Muß er ihn doch als Maulkorb! tragen! Eiherrcheses, ja meine Herren, die Engländer!" so läßt sich Herr, Bürstenbinder am Stammtisch vernehmen, .das sind Sie ganz grobe, ungeschliffene Batrone! Fahre ich Sie da neulich im Koupee und sitze zusammen mit so einem groß formten Weltumsegler! Und was denken Sie wohl legt er sich ganz ungenirt zum Schlafen nieder und legt mir weeß K neppchen beide Beine uffn Schooß! Und so lag Sie der unverschämte Beefsteakesser egal die ganze Tour, die ich mit ihm zusammenfuhr beinah' 'ne dreiviertel Stunde, ohne aufzuwachen!" .Na hören Sie 'mal. warum haben Sie denn den Kerl nicht aufgeweckt?" .Ai, wie konnt' ich denn das! Ich kann Sie ja kein Englifch!" Kaltblütig. Einen BelastungszeuLen sucht der Vertheidiger durch Fragen und Einwände unsicher zu machen. Vertheidiger: .Wissen Sie auch gewiß, daß der Vorfall sich am siebzehnten des Monats ereignet hat?" Zeuge: .Ja, am siebzehnten, ganz bestimmt." .Bedenken Sie, daß Sie geschworen haben, die genaue Wahrheit, zu sagen! Woher wissen Sie, daß es der siebzehnte war?" .Weil am Tage vorher . .Ueberlegen Sie wohl was Sie sagen!" .Weil am Tage vorher d sechzehnte und am Tage nacher der achtzehnte war." Wörtlich befolgt. Mutter (auf der Promenade): .Aber was schaust Du Dich denn so oft nach den Officieren um, die uns begegnen, Thekla, wie ficht das aus?!Tochter: Mama, sagtest Du aber gestern nicht selbst zu Papa, es würde nun Zeit, daß ich mich nach einem Bräutigam umschaute?" Ein guter Kerl. AmtMllNN (ZUM Gensdarm): .Sie, Mül ler, wollen. Sie die Mission ubernehmen, die Huberbäuerin zu benachrichttgen, daß ihr Mann beim Baden ertrunken ist?" Gensdarm: .Ich gehe gleich hin!" Amtmann: .Hören Sie mal. sagen Sie aber einstweilen noch nichts davon, daß- der Kerl . i - i rr an ver verooienen '.eue aeoaoer hat ... die Strafe wollen wir erst spa ter einziehen!" Der einzige Ausweg. Arzt (zu einer Operetten-Diva, die sich impsen lassen will): .Soll ich Sie am Arme impfen?" Drva: .O Gott, wo denken Sie hm, Herr Doktor? Bf?" denken Sie doch meinen Beruf! Sie müssen mich wo impfen, daß e nicht sichtbar wird!" Arzt (nach kurzem Nachdenken): .Dann,. Fräulein, wird Ihnen nichts Anderes ubng bleiben. als die Lymphe einzunehmen." Zur Sache. .Nun?" fragte ii i . 'f cw " eine ?5rau eroiiierr, oie iorem cann? seit einer halben Smde eine Gardincnpredigt hielt, ohne daß er eine Silbe darauf erwidert hatte, .hast Du gar nichts zu , sagen? Woran denkst Du eigentlich?" .An die Kosten," antwortete de? Mann, ein Telegraphist, .die Dein: Predigt machen würde, wenn Du sie mir an einen dritten Ort telearaphirt hättest, 133 Doll. 75 Cents." Fatale Beruhigung. Frau (zu ihrem in der Nacht hermkeh renden Gatten): .Aber, Emil. Du kommst jeden Abend später heim; gestern um 11 Uhr. heut um 12.. Wird das denn nicht anders werden?" Mann: .O doch, liebe Emma, beruhiae Dich nur, morgen fange ich wieder mit eins an." Genügfam. Onkel (auf Besuch gekommen): .Was! Du hast Ehrenschulden? Wieviel denn?" Neffe (Student): .Hm soviel Du augenblicklich entbehren kannst, Onkel, chen!" DieJnterprtation. Carlchen: Sg,', Papa, was heißt denn: Jemandem blauen Dunst vormachen?' Papa: .Hm Kind! eine gute Cigarre rauchen." Kindermund. Die kleine Elfe (die ein neues Hemd anbekommen hat, das ihr viel zu weit ist): .AÄ Mama, in dem Hemd: fühle ich mich fo schrealrch insaml" i i -

N.