Indiana Tribüne, Volume 17, Number 192, Indianapolis, Marion County, 1 April 1894 — Page 9
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Jttdiana Tribune. a g t Indianapolis, Ind., 1. April 1694. Ueber die Pflege der Nnge:,. Von 3t. ÖMtta. Tie Anspannung aller geistigen und körperlichen Kräfte, welche der Kampf um das Dasein in unserer Zeit erfordert, muß einen schädlichen lßinflub auf die Gesundheit und b: Inders aus daS Nervensystem aus, tcn. Diese folgen der ausreibenden Thätigkeit möglichst zu verhüten und zu mildern, wird zu einer immer dringenderen Nothwendigkeit, und eS ist erfreulich, daß endlich die Gesund heitspflege in den weitesten Kreisen größere Beachtung findet. Leider herrscht gerade in Bezug auf die Pflege des AugeS, desjenigen Organs; an da schon in der Kindheit große Anforderungen gestellt werden, die allgemeinste Unkenntniß und doch hängt von einer guten, ausdauernden Sehkraft in hohem Grade die Lei stungSfähigkeit und der Erfolg in Kunst. Wissenschaft und in vielen ge verblichen Berufsarten ab. Ent sprechend der unersetzlichen Wichtig keit gesunder Augen muß' daher sür deren Schonung und Schutz gesorgt werden. Vor Allem ist zu beachten, daß das Auge zwar ein gewisiermaßea selbstständiges Organ ist und nur die Aufgabe hat, das Sehen zu verMitteln, aber auch durch das Nerven system, die Blutgesäße :c. mit dem übrigen Körper in innigster Berbin dung steht. Daher wird das Sehoraan von vielen allgemeinen Krank heiten in Mitleidenschaft gezogen und die dadurch bedingten Veränderungen sind in Folge der Durchsichtigkeit und Klarheit der einzelnen Theile des Au ges dem Kundigen um so leichter ve merkbar. So äußern Gehirn und Nervenleiden. Nieren- und Herzkrank heiten. Bleichsucht. Skropheln, zahl reiche Vergiftungen u. s. w. sehr häufig eine Rückwirkung auf die Au gen und machen sorgfältig Beruckjich ligung dieser (Zntstehungsursachen wünschenswerth. 'Alles, was dahcr zur Verbesserung des Allgemeinbe findenS dient, gesunde Nahrung und Wohnung, reine Luft, zweckmäßige Kleidung und Hautpflege, wirkt auch aus den Gesundheitszustand der Au gen in günstiger Weise. Eine wenig beachtete Ursache der Entstehung von Augenleiden lst die Ansteckung, indem kleine, nur durch daS Mikroskop sichtbare Pilze (Balte rien, Aazillen) von kranken Augen und anderen Organen auf gesunde Augen übergehen und daselbst eine mehr oder weniger heftige Entzün dung hervorrufen. Schon die Augen der Neugeborenen sind auf das Höchste bedroht, wenn die Krankhatskelme eines bestimmten Leidens der Mutter, während oder nach der Geburt des Kindes, auf dessen Augen übertragen ni?rden und d:? dadurck mtfiffienhe .sogenannte eitrige Augenentzündung der Neugeborenen vernichtet bei man gelnder. zweckmäßiger Pflege oft sür immer doS Sehvermögen. Weniger gefährlich, aber häunger, .ist eine andere ansteckende Augen krankheit, die sogenannte ägyptische oder granulöse (törnlge) Augeneilt Zündung, die in Schulen, Semina ren, Kasernen :c. eine bedeutende Verbreitung zeigt. Das wichtigste Kennzeichen aller ansteckenden Augen leiden, auf deren Schilderung wir hier nicht eingehen können, besteht r , o t r w IN einer iazielM!gei!rigen Ävionoe rang welche die übertraqungSsähi gen Krankheitskeime enthält. Daher lst es am sichersten, bei allen mit Ei terung verbundenen Augenleiden VorllchtSmaßreg?lr. anzuwenden, um gesunde Augen vor der Berührung mit Schleim oder Eiter möglichst zu schützen. Die peinlichste Reinlichkeit ist im Verkehr Mit derartigen Augen leidenden das beste Vorbeugunqsmit tel nach jeder Berührung derselben. wasche man sorgfältig die Hände und hüte sich vor jeder Benutzung ihrer Waschgeräthe, Handtücher :c. Bei der ersten Nelnigung der Neugebore nen benukte man niemals das vom Waschen des übrigen Körpers schon beschmutzte Badewasser für die Au gen, sondern wasche diese mit reinem Wasser sorgfältig ab. Sobald aber die Augenentzll.ndung der Neuqedore nen sich zeigt, müssen Eltern und Pflegerinnen die grönte Vorsicht beo dachten, daß nichts von der eitrigen Flüssigkeit in ihre Augen gelange. Bei den ersten Anzeichen der Erkran kung. Röthe und Anschwellung der der Augenlider nebst Eiterung, wende man bis zur Ankunft des Arztes un unterbrochen Umschläge von kühlen Leinewandkompressen an, die alle ein biS zwei Minuten gewechselt werden. Während wir oft machtlos sind, die Augen vor der Uedertragung unsickt barer KrankheitSkeime zu schützen. weil wir die Erkrankung der Urheber der Ansteckung in den meisten Fällen gar nicht bemerken, läßt sich die Ge fahr, welche den Augen durch schad Ilche Einwirkung deS Lichtes erwächst. leichter erkennen und verhüten. So wohl zu geringe, wie zu große Hellig keit ist den Augen nachteilig; am gün stigsten wirkt helles Tageslicht, dage gen vermeide man in der Dämmerung jede Beschäftigung, die deutli cheS Sehen erfordert. Gefährlich kann daS Sonnenlicht durch helle Beleuch. tung weiter Schneeflächen, des Mee reö :c. bei längerer Einwirkung auf die Augen werden, indem Ueberblen. dung und Nachtblindheit entstehen, sowie direkte Betrachtung der Sonne oft bedeutende Trübung de Sehverrnögenö hervorruft. Aber selbst daö gewöhnliche Tageslicht vertrauen die
Avaen von viviarmen, ic?wac?en.
nervösen Personen nicht ohne Blen dung, und auch die zarten empsindli chen Augen der Neugeborenen setze nan nicht zu starker Helligkeit aus. Was die künstliche Beleuchtung be rifft, so soll sie ein gleichmäßiges. genügendes Licht gewahren, ohne die Augen zu blenden, welcher Ansorde rung am meisten die Leuchtkraft des Petroleums, des GaseS und des elek rischen Lichtes entspricht. Die Hei iakeit dieser Beleuchtungsarten muß durch Milchglasglocken und durch sinne Glastrichter, welche die Flam me umgeben, sogenannte Augenschü tzer, gemildert werden; elektrisches Licht, besonder? daS Bogenlicht, ver meide man anzublicken. Olfene Gas stammen brennen unruhig und tritt beim Arbeiten dadurch schnelle Er müdung der Augen ein. auch ist da raus zu achten, daß daS Gaslicht sich nicht zu nahe dem Kopfe befinde, weil die große Wärmeentwickelung dieses Leuchtstoffes ungefähr doppelt so stark wie vom elektrischen Glühllcht Kopsichmerzen, Blutandrang und Trockenheit der Augen zur Folge hat. Wenn eine Milderung deS Lichtes durch matte Glocken nicht genügt oder nicht ausführbar lst, empfiehlt sich die Benutzung blauer oder grauer Bril len. z. B. bet Beobachtung einer Sonnensinsterniß, auf Wanderungen im Schnee zc. und bei sehr lichtem psindlichen Augen. Für grelles Licht un) aroße Neizbarkeit der- Augen oassen dunkle, bei gering? rBlenonnc die Heller gefärbten Glis-r. soVt jedoch die Augen deS Sa,ntz s nicht mehr oedursen, i es ra:g m. b.e Brillen abzulegen. Viel häufiger als zu helle Beleuch tung findet man in der Schule und im Hause, in Werkstätten, Bureau räumen k. ungenügende Helligkeit zum Arbeiten, und die dadurch ent stehenden üblen Folgen für die G? sundheit der Augen verdienen die ernsteste Beachtung. Es bedarf kel ner weiteren Erklärung, daß die Deutlichkeit deS Sehens sich Mit zu nehmender Dunkelheit verringert. daher bleibt nicht? übrig, als größere Annäherung der Augen bei zu K&roa cber Beleuchtung, um besser zu sehen. Dabei findet aber eine Beugung des KopseS statt, wodurch Blutandrang und Reizung der Augen entsteht, und die Entwickelung der Kurzllchtlglelt befördert wird. Wenn trotz hellcr Beleuchtung Kin der den Kopf beim Arbeiten tief herabbeugen, so lst dies keineswegs. wie die Eltern glauben, stets eine üble Angewohnheit, sondern häufig Zwingen sie schwache Augen oder UN zweckmäßige Arbeitstische zu dieser schädlichen Körperhaltung. Deshalb ist eine Untersuchung der Augen noth wendig, ob nicht Kurzsichtigkeit, Hornhautflecke, Uebersichtigkeit :c. deutliche? Sehen in größerer Entfer nung unmöglich machen, in welchem Falle passende Brillen mit der Ver besserung der Sehweite auch eine gerade Körperhaltung bewirken kön nen. Mit dem besten Willen und vorzüglichen Augen aber sind- die Kinoer nicht im Stande, längere Zelt beim Arbeiten in der Schule und im Hause grade zu sitzen, wenn die Tische und Bänke unpassend sind. ' Gute Arbeitstische und Bänke tSubsellien) sollen der orpergrode möglichst ent sprechen und eine Rückenlehne und sZußstüke (Iukbrett) haben; die Tischplatte muß um einige Senil meter die Bank überragen. Leider finden jedoch noch immer alte, UN zweckmäßige Schultische Verwendung. und im Hause wird selten daraus geachtet, ob Stuhl und Tisch der Kindern eine aufrechte Körperhal tung gestatten. Sind passende Brillen schon in der Schule oft nützlich und nothwendig. so erweisen sie sich später bei der Er lernung oder Ausübung der verschle densten Berufsarten als unersedliche Hilfsmittel, die bei der Arbeit die Ausdauer erhöhen und die Seekraft verbessern. Noch immer ist die falsche Ansicht verbreitet, man müsse sich so lange als möglich ohne Augengläser behelfen, ln olge der übermäßigen Anstrengung entsteht aber Reizbarkeit und Schwäche der Augen und es tritt schnelle Ermüdung ein. Alle diese Uebelstände lassen sich durch ent sprechende Brillen vermeiden, j denn sie ersparen den Augen dit AnstreNl gungen, deutlich zu sehen, und er höhen die Leistungsfähigkeit. . Von größter Wichtigkeit ist die richtige Wahl de? Brillen und zu diesem Zwecke stets eine genaue Untersuchung der Augen erforderlich, denn nur passende Gläser tragen zur Schonung und Erhaltung der Augen bei, wüh rend sowohl zu schwache, wie zu starke schädlich sind. 'ft.'.'nrtsUU:, HescrzelHn :!,gci tu Tl. Zlkzu E i n H u n d o h n e M a g e n. Es sind einige Fülle in den Anna lcn ocr Chirurgie verzeichnet, in de nen durch irseno einen Unfall, mei stens durch Schuß, oder Stich'Ver leung, der Magen, welcher der vor deren BauchZLand anliegt, eröffne wurde und solcherweise eine söge nannte Magenfistel entstand, das also eine mehr oder weniger große Oessnung in der Magengegend der vorderen Bauchwand, durch welche man ein dünneö Instrument, oder. wenn die Oennung groß genug ist sogar den Zeigefinger in das Innere des Magens einführen kann. Für die chemischen Vorgänge bel der Ver dauunq wurde ganz besonders ein von Dr. Aeaumont' in Canada beob achtete? und mohlstudirter Fall be rühmt. Der Verunglückte war ein Jäger, Beaumont gab sich alle erdeutliche Mühe, die Schubverlet)ung am Bauch zu heilen, aber es blieb I eine große Maaenfistl zurück, tuxä
welche Beaumont bet günstiger Be i
eucdtung daS Innere des Magen ganz gut beobachten konnte. Auch Bidder und Schmidt haben einen ähnlichen Fall beobachtet und pudli zirt. Die erverimentirenden Physiologen erkannten nun sehr bald, daß es sür eine genauere Kenntniß der- Verdau unas . Vorgänge sehr bequem und lehrreich sein müßte, solche Magen fisteln absichtlich also künstlich anzu leaen. selbstverständlich nicht am Menschen, denn dazu wäre der Mensch in ungeeignetes Versuchsthler. aber an verschiedenen Viersünlern. unter denen der treue Hauswächter das be liebteste Zielobjett adgiedt. ganz und gar abgeseken von den zu Diesem Zweck nicht viel weniger beliebten Kaninchen und Meerschweinchen. Wie weit jedoch der ungestüme Trang und Eifer der Elperimental Hör schung reichen kann, das lehrt eine Mittheilung der Doktoren Earvallo und Pachon in der sranzönschen Zeit schrist Comptes rendus do la Soc. de Biologie"; oas Dezenlber.Hestv r genannten Zeitschrist für 1893.' Der Artikel betitelt sich: Une observation d'un chien saos estornac, das ist also: Beobachtung eines Hundes ohne Ma gen. DU hier folgende Operation? und Leidenöqe chichte des armen Pyy lax bringe ich nach einem kurzen Re ferat' aus dem ür.uinnaa vancet Clinic". Die genannten Herren entfernten am 23. Juni 1893 im biologischen Laboratorium in Paris den Magen eines Hundes vollständig; die Verbindung zwischen Speiseröhre und dem sog. Zwölffingerdarm (duode nurn) das ist, dem Anfang des Darm kanals. wurde durch eine kunstvolle Vernähung bewerkstelligt. Zur Zeit der Operation war daS Gewicht un seres Phylax rund 10 Kilogr.z fünf Monate später, bei. der Vorstellung vor den Mitgliedern der biologischen Gesellschast. zeigte sich Phylax in jeder Beziehung frisch und gesund und sein Körpergewicht ist 10$ Kilo gramm! Drei Wochen hindurch nach der Operation verabreichte man dem am Leben gebliebenen Opfer der Wissenschaft bloS flüssige Nahrung. namentlich gekochte Milch. Die Ver dauung war unvollständig: Klumpen von Casein (daS ist der Nährstoff der Milch) zeigten sich in den tntleerun gen und Diarrhöe hielt beständig an. Erbrechen wurde öfters beobachtet nach Darreichung selbst kleinster Stückchen Brotkrume. Während des zweiten MonatS ernährte man den Hund mit in Milch gekochtem Gersten schleim, was gut verdaut wurde besser als die reine Milch, und daS ewlcht von Phylax stieg von 8j bis 9 Kilog. Ein merkwürdiges Symptom war während dieser zwci Monate die Mattigkeit und Schläsrigteit,, was nach jeder Mahlzeit beobachtet wurde und zehn bis 30 Minuten dauerte. Von dieser Zeit ab bis eht (25. Nov. 1393) fütterte man den Hund mit gekochtem Pferdefleisch, feingehackt mit etwas Brot in Suppe. Der Hund fraß nur sehr wenig auf ein mal. denn er bedürfte 12 blS 14 Stunden, um die für einen Test fest gesekte Nahrungsmenge (400 Gr.) aufzunehmen. Eine heiöe Speise veranlaßte besonders leicht Erdrechen ober wenigstens. Brechreiz. Die Verdauung, von gekochtem Fleisch erwies sich als. vollkommen, was durch chemische Prüfung der Ab fälle festgestellt werden konnte; rohes Fleisch wurde aber nur theilweise verdaut, denn man begegnete unver ünderteni Fleischsasern in den Ab füllen. Linde gewedige Substanzen. wie z. B. Sehnen und Sehnenhäute. konnte Phylar gar nicht verdauen. Die srüher erwähnte einschläfernde Wirkung -einer Fütterung fehlte in diesem Zeitraum .vollends. Sehr interessant war auch die chemische Nealtion der erbrochenen Speise: Neutra! eine halbe Stunde nach Dar reichung der Nahrung, aber deutlich 'x.:uer zwei bis drei Stunden später: die Säuren .waren ganz und gar organischen Ursprungs, nicht m l n e ra lischer Abkunft. Um diese Stelle richtig zu würdigen, sei dem Leser mitgetheilt, daß man im Ma gensast deS Menschen und aller Höhe ren Wirbellhiere freien Chlorwasser ston oder Salziäurc, also eine mine ralische Säure, vorfindet. Phylax gehört nun der Geschichte der Phytt'o logi an. hat seinen Wärter und wird biS an S Ende seiner Tage auf Kosten der .Societe de Biologie- gehegt und auf 5 zärtlichste verpflegt werden. Dieses TblerErperlment war sicher lich grausam, aber' man darf nicht vergessen, daß hierdurch eine misten schaftliche Thatsache für die prakti sche Chirurgie kommender Tage er wachsen ist. daß nämlich selbst ein größeres Wirbelthier trod Beseiti gung deS ganzen Magens noch eine Zeit lang forbestehen kann. , Sine wichtige Entdeckung. . Leheimrath ffoch' ist eiuem hochin teresianten BacilluS auf die Spu gekommen, und ferne neue Entdeckung wird voraussichtlich in'noch weiteren Krelfen Jubel erregen, fii vor etl, chen Jahren die Ausfirung deS Schwind uchtöerzeuaerS. der dock, kei ner gewesen ist. Jm.Lputum eines Studenten, der Morgens um 3 llb zu ihm auf die Klinik gebracht wurde wegen eine chronischen. Falles von starker Bewuktseinstrübuna. die sich allmorgendlich um diese Zeit brim Patienten einzustellen pflegt und mit enormen Schmerzen verbunden sein muh, nach dem dröhnenden Jammer geschrei zu. schlißen. das. der arme Dulder in diesem Zustand ausstößt, fand Herr Dr. Koch, dje betreffenden Mikroorganismen vpx, unp zwar in m a & CHam a a tylUpCl ICIlgC,
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Die Bacillen sind boutelllenförmig und erzeugten. Kaninchen eingeimpft. Erbrechen, Schwindel, Ermattung und ein sortgeiettes klägliche- Wim mern der Vcriuchsthicrchcn. das man am besten mit dem Jammern von Katzen vergleichen kann. Reichliche Dosen von (lupea harengus acerbus bewirkten meist fchneue Neuerung mit gesteigertem Turstgefühl. Nur wenn sehr starke Quantitäten der Bacillen injicirt wurden, mußte An tipirin in Dosen bis zu zwei Gramm verabreicht werden. 0,3 ist kein Zweifel vorhanden, daß wir es hier Mit dem Erreger eines zwar nicht mörderischen, aber mörderisch unan genehmen Leidens zu thun haben, das in Deutschland allgemein, namentlich aber in den Städten Berlin, Mün chen. Leipzig. Erlangen. Jena. Würz burq, Bonn. Heidelberg. Rostock. Greisswald, Gießen. Marburg. Kiel u. s. w. stark vertreten ist. Es entsteht leicht durch intensive Genießen alkoholhaltiger Flüssigkei ten und complicirt sich noch durch an dauerndes Cinathmen des Rauches von Nico:iana labacum. Die WÜk senschast bezeichnete das Leiden bis jetzt allgemein mit dem französischen Namen lisers riss- Lameni&lio felium). Als der Bacillus durch Reinkulturen aus Nührgelatine ge züchtet worden war. ging Herr Pro seffor Koch daran, seine Versuchs thiere durch wohlabgemesiene Cin impfungen gegen die Wirkungen des Alkohols immun, unempfindlich zu machen. CS gelang in überraschen dem Grade : ein Kanarienvogel ver trug nach der dritten Jmpsung eine ganze Flasche Weißbier ohne jeden gesundheitlichen Nachtheil; ein Pudel wurde durch zwei Liter NordhSuser und eine Flasche Gilka nicht im Min besten auS dem Gleichgewicht gebracht: und ein Meerschweinchen, daS sünf mal geimpst worden war, soff in zwei Tagen einen halben Eimer Bock und blieb gesund und munter dabei. Mit einem Opfermuth ohne Glei chen boten sich nun zahlreiche Fre quentanten der Berliner Universität selbst als Versuchsobjekte an, und die Resultate waren geradezu verblüf send. Ein geimpfter protestantischer Theologe im dritten Semester, der bisher, wie durch Zeugen bestctigt, schon von 1j Liter Milch bis zur Be wußtlosigkeit betrunken wurde, hat den ungelmpsten guchsmajor der Verbindung Radaulia- in -drei Viertelstunden unter den Tisch ge trunken, und Studiosus Biermörder aus Patzendors kam nach wiederhol ten Impfungen zu der Fähigkeit, einen Hektoliter im Ganzen" zu sich zu nehmen und nachher noch stunden lang auf's Cfamen zu studiren. Die Berliner Studenten. Turner. Rad fahrer. Sänger und Schützen planen einen Fackelzug für Gemeimralh Dr. Koch So berichten und ver bürgen die Münchener .Neuesten Nachrichten? in ihrer jüngsten Karne yalS'Ausgabe. Habt' a Schneid? Cin fast kugelrunder Herr mit ei nem Toppel'Kinn, tellergroßen Hän den, erscheint vor dem Schöffengericht in München und ordnet mit sünf weißwurstartigen gingern, an we! chen eine Anzahl schwerer Ringe blil)t, seine Haare. Tarauf bktrach' tet er die fünf Zeugen und beant. wortet die NamensauZruse mit einem behaglichen Grunzen und als er vom Richter eingeladen wird einstweilen Platz zu nehmen,' sällt er auf die Nohrdank mit einer Wucht, daß die Bank kracht und ein Anwalt mit be rechtigter Angst seinen Aktenbündel weg und aus den Tisch in Sicherheit bringt. Richter: Herr Knödelmaier wollen Sie nicht lieber Ihren Einspruch zu. rückziehen? Nach Lage der Sache werden Sie kaum billiger wegkam men. Angeklagter: Billiger? Naa Herr Rath! gar nirn zahli'. waar net übel, i'muaß mi wehrn.wia a Nicht! ger. daß i' kane Schlög' krieg und weil's guet ganga is na' sollt' i' no recht sakrisch g'schtrast wer'n! Wir thuan verhandeln! Der Angeklagte Viehschaffner Knö delmaier wurde wegen Unfug und Bedrohung in zwei Geldstrafen von je 15 Mark genommen. Er erhob hiergegen Einspruch unter folgender Begründung: . Schaugen S', Herr Rath! In der Stadt München wenn's bei der Nacht hoamgenga. da können'ö Portion Schlüg' triag'n und brauche ka Wörtl z'sag'n; Da kimmt a so a Pazi Hera, rempelt an Eahna an und fragt recht damisch: WaS is' Eahna denn net recht? No! wenn Eahna döS recht is na gengaS weiter und lasj'n Eahna daherempeln. IS' Eahna aber net recht, nacher thuan'S anbandeln und d' Gaudi is' sirti. I' für mein Theil hab a Schneid und mir is' so waS gar nia recht, i' drah auf. wenn mir so a Bruada in d' Finger kemma thuat. Alfo da kimm i'von Sendling eina. sag nirn und will vo' Neamd nixn, da kemma in der Lindwurmstrab'n so a vier Schla winer nach, die si' b'suffa 'stellt hab'n. Wia die lkrauterer so lürma und an mir vorbei walz'n schreit dex Oane: heut' wen Oaner waS will.na' ders er bloS nach meiner Adreh frag'n dSS war auf mi'g'spitzt. I' bin grad net schreckisch, .aber Viere , wiss'n S' dös is a Nummera! I' sag d'rauf? Heut zu tag. wohnt Alles! vielleicht müeßtMa' dem sein Bett im Bävariapart sucha und die andern Drei wona daneb'n. 'S war mehr laut denkt, aber alle Viere war'n scho' da u.id wär'n über mi' einig'ruckt. Jetz'n b'ln.i' a wengl retirirt und hab 'sagt: Habt'? a Pchnesy.' Bürichlein!
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Unsere Äiere. paftfITf nii hn , ' . ' v. "aittge, gesunde Getränke, abgelagert Lager, Wiener, geht keines aus der Brauerei, das nicht cici : .e vo it.itT .. . " uu, va uuyzu die ln Amenka gebraut werden, und .p na Yav n n:er5 glei deianand! I' lang in mein Rocksack eina und ziag' was aua. Für Scchse g'langts. Kameraden! und zwoadrei papp' i' mit die Kluperln an d' Wünd! ver stand'n? Net a Oanziger hat a Schneid g'habt. Alle Biere san's vor mir heraganga, grad als wenn i' 'sz' transportir'n g'habt hätt' und wia i' mir denk: Jetz'n reit's 's beim Kran kenhaus Sie kenna ja die olt'n Münchner Sprüch? da kimmt a Gendarm und dem erzähln's die Ex pedltion. I' bin weiter und hab net glaubt, dak mi' Jemand kennt hat. da kimmt jetzt'n der Strafzettel. Richter: Sie sollen aber furchtbar gelärmt und die vier Zeugen mit ei nem Revolver bedroht haben? Angeklagter: Ka'Jdee. Herr Rath! Net a Wörtl mehrer hab' i' g'sagt. und der Revolver war meine Tabaks dos'n! A Schneid had i' und Hab's dene Bürschlein abg'schrickt. . Da schaug'n S' hererl mög'n S' a Pris? Unter größtem Erstaunen der vier Zeugen und lautem Gelächter im Zu. hdrerraum wurde der Scharfschütze mit der Dose freigesprochen. Genügsam. Der Maurergeselle Krawutschke war eine überaus selbstlos veranlagte Na wr. Hatte er z. B. keinen Doppelkümmel, so nahm er auch mit einfachem Schnaps vorlieb, nur daß er in diesem Falle dann naturgemäß das Quantum, als solches, verdoppelte: denn so sagte er sich ganz folgerichtig . die armen reichen Spiritusbrenner wollen ja auch leben, und waS ich in meinen bescheidenen Verhältnissen zur Ausrechterhalwng einer friedlichen Welt ordnung thun kann, das soll meinerseits ganz sicher geschehen!" Das war doch sehr edel gedacht und gehandelt. Deshalb genoß KrawutschK aber auch die allgemeine Hochachtung sowohl seitens seiner Genossen vom Bau, als auch von Seiten seines Ar beitsgebers, der stets gerne ein paar freundliche Worte mit dem .schlichten, biederen Menschen wechselte, wenn sich grade die Gelegenheit dazu bot. Jüngst traf er also denn eb:nfalls unsern guten Krawutschke mal wieder in emem ruhigen, arbeitsfreien Augen blicke, während dessen derselbe sich grade eine Pfeife anzuzünden bemüht war, wozu er sich in seiner grenzenlosen Einfachheit der urväterischen Einrichtung von Stahl und Stein" bediente, Aber, mein lieber Freund." meinte der freundliche Baumeister zuvorkam mend, was quälen Sie sich denn da mit dieser altmodischen Maschinerie ab? Hier, bitte, nehmen Sie doch meine schwedischen Streichhölzer, das geht ja bedeutend leichter!" Danke- bestens," erwiderte der genügsam: Krawutschke. solche Dinger habe ich selbst! Die benutze ich aber bloß, wenn ich im Akkord arbeite, beim Tagelohn genügt m ir Stahl und Stein vollkommen!!" - Schlau. Schneider: Herr Doktor, jetzt bin ich schon so ost!wegen Bezahlung der kleinen Rechnung hier hergekommen; ich mutz .Y.!" Junger Arzt (den Schneider mit. ernster Miene betrachtend): Aber, mein Bester, wie schlecht sehen Sie aus! Zeigen Sie 'mal. Ihre Zunge!... Ich werde Ihnen etwas verschreiben; daZ nehmen Sie. regelmäßig und bleiben ein paar Wochen zu Hause!" . A. Soiiuller, Ho. 106 u. 108 N. Mer. Str. Agent für die ans der Weltausstellung preisgekrönten Dclawarc und ckawba Weine der Firma Engels & Kradwi?, Ssnduskv, C. Ebenso StaalS-Agent für 5ommei's Cdam, pagner, welcher in Chicago mit der höchsten Auszeichnung einh.imischen Produktes bedach? wurte. . Ich loM lut Ä'eine auf's Best empfehlen und werden B st-llunten prompt ausgeführt. jul. A. Scliullpr, -X06u 108 N. Nerid. Str. Telephon
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