Indiana Tribüne, Volume 17, Number 186, Indianapolis, Marion County, 25 March 1894 — Page 3
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. Mia. Rsman ass dcmZtaliemschcn des gtcslai Fortsetzung.) Jtb bad-, aber Lust zu gehen! Und e3 ist auch ganz recht so; ich weiß, daß der Landaufenthalt Dich auf die Dauer langweilt. Wir gehen also in's Bad.., natürlich dorthin, wo Du am liebsten killst, und kann kehren wir hierher zurück. Ach, hier ist einein so tool!, nicht wahr?" Geroip,- sagte Giuliano fröhlich; aber ein flüchtiger Schatten zog über , seine Stirn. Also," fing Milla wieder an, wo hin gehen wir? Nacht Sankt Moritz?" Ei, geh' mir doch mitSankt Moritz." Oder nach Recoaro, Lucca. Sorrent, Villa d'Este? Genug, daZ machen wir späte? aus. Wir haben ja einen ganzen Monat Zeit, daran zu. denken. Und diesen Winter gehen wir wieder einen oder zwei Monate nach Neapel?" Gewiß, wohin Du willst! Wenn nicht die Geschäfte." ' O, die Geschäfte," sagte Milla und verzog schmollend das Gefichtchen. Du 1 bis unausstehlich mit Deinen Geschäfien. weifet Du? Seitdem Du Dir in den Konk gesetzt hast, jene Besitzungen im Genuesischen zu verkaufen, hast Du Dich kopfüber in die Zänkereien, in die Processe, in die Verhandlungen mit -den Advocaten gestürzt, bis Du am Ende selbst ein Rechtsgelehrter wirst." Sie sagte es lachend und versuchte umson eine böse Miene dazu zu machen; aber in ihremHerz:n war sie Giulianos Beschäftigungen durchaus nicht abgeneigt. Man hatte ihr gesagt und sie war davon überzeugt, daß ein: unabläsiiqe fesselnde Beschäftigung eine gute Schutzwehr abgeben würd?. Jenun." fuhr sie, auf die lieblichst: Weise Ungeduld heuchelnd, fort, Hoffen wir wenigstens, daß es möglich sei, nach Neapel zu kommen. Denkst Du noch an Neapel?" Ja." sagte er heiter und stieß die Asche seiner Cigarre ab. Oder dann gehen wir nach Nizza. Erinnerst Du Dich noch an Nizza?" Ja," sagte Giuliano nochmals, aber er sagte es nicht heiter. O. ich erinnere mich, weißt Du! Die Promenade des Anglais. derCercl: de la Mediterrane?, die Plaee Massena, das Restaurant francais, wo wir so ausgezeichnet frühstückten. Und das Ballon obscur? Und Cannes? Und Montecarlo? Apropos, paß auf, wenn wir nach Nizza gehen, will ich aber diesmal gewiß mit nach Montecarlo kommen." Er zog die Augenbrauen zusammen und schien unzufrieden. O ganz gewiß!" fuhr Milla, in ihrtn Plänen immer eifriger werdend, fort. Alle gehen hin, ich will auch geK:n. Und ich will sehen, wie sie spieUn; wer weiß, ob ich es nicht auch wage; wüßtest Du, wie leid es mir war, an dem Tage, da Du gingst, nicht mitkommen zu können! Denkst Du an jenen Tag? Ich fühlte mich nicht wohl und blieb zu Hause. Ich zeigte es nicht, aber ich verging sast dor Verlangen, auch nach Mona.o zu lorn men!" Giuliano machte eine sonderbare Grimasse und murmelte etwas in den Wart. Aber diesmal," sprach Milla weiikr. will ich meine Laune Ksriedigen. Ja, Signore, ich will auch spielen, und Wir wollen sehen, ob der Berlust von einigen tausend Liren auch mir ein Armensündergesicht aussetzt wie Dir an jenem Abend, als Du zurückkamst Die Lachlust überkam sie, und sie Zachte laut auf und verbarg ihr Gesichtchen in den duftenden weiße Ro sen.
Er batte sich rasch weggewandt, um d:e Cigarre fortzuwerfen. Ein frischer Wind erhob sich, er säu selte durch die erzitternden Gräser und slbaukelte die Rosen auf ihren Büschen, als waren es ebensoviele ZZopfchen kleiner furchtsamer Elfen. Milla erhob ihr Gesicht und sog begierig das frische Lustchen ein. Sie blickte rund um sich und sah die schöne, herrschaftlich?, idyllische Billa, umzogen von dem grünen Gürtel der Schlingpflanzen. Sie fah den lachen den Garten und die majestätische Ebene und die nahen Hügel, und "alles dies kam ihr so schön vor. Dann dachte sie. daß Giuliano, ihr treu Giuliano, auch sehr schön war. War also das Leden nicht auch schön? Sie schloß die Augen und murmelte leise, mit zufriedenem. von Dankbarkeit und sroher Wonne überströmendem Herzen: . O Giuliano! Wie glücklich bin ich!" Sie blieb einen Augenblick wie verfunken in den Gedanken ihres Glückes, während Giuliano, erblaßt, das Uhrgehäng: durch seine vollenFinger zerrte. Milla össnete die Augen wieder und seufzte. Wie schade, daß Du immer nach Genua gehen mußt, um mit jenem Ad docatcn zu verhandeln! Könnte er nicht hie und da hierher kommen?" Unmöglich," antwortete Giuliano kurz und biß sich auf die Lippen. Aber ich werde nur wenige Tage abwesend sein, ich verspreche es Dir.7 ' Und wirst Du an mich denken?" fragte Milla schüchtern mit dem unbe stimmten Gefühl, ein: große Thorheit zu sagen. Und Du, wirst Du an mich densen?" antwortete Giuliano mit demBe wußtsein, etwas recht Leeres und Berfchltes zu fagen. Hm!...." antwortete Milla, das kommt darauf cm,.... wenn ich Zeit habe. Denn." fügte sie mit reizender Schelmerei bei, wenn Du zu thun hast, so ist es möglich, daß auch ich zu thun habe. Wichtiges, wie Du." Er sah sie mit einem unbeschreibli6en Ausdruck an.
Wie?.." murmelt: er .waZ meinst Du damit?" .M. Du bist neugierig. Das freu) mich. Ei, wie lustig! Warum sollte ich nicht meine Geschäft: haben gerade so gut, wie Du?" Warum?" wiederholte Giuliano.. warum?" . Geh', geh', mach nicht so böse Augen. Du weißt doch, daß ich von ei gentlichen Geschäften nicht fünf Mimt ten nacheinander kann sprechen hören ohne einzuschlafen. Ich bin mir wohl bewußt, daß meine Einmischung nur die reinste Pfuscherei wäre; und dann, beschäftigst nicht Du Dich damit und denkst und sorgst für alles, um mir jede Sorge zu ersparen?" Eine tiefe, peinliche Verwirrung zeigte sich einen Augenblick auf Giulianos Gesicht. Liebe Milla!" flüsterte er fast unwillkürlich mit erstickter Stimme. Äuhig. ruhig, Giuliano; kommen wir zur Sach zurück. Ich sagt? also, daß ouch ich mein: Beschäftigungen habe. Ich gebe zu, daß sie den Deinigen nicht ähnlich sind; aber das thut ihrer Wichtigkeit keinen Eintrag, und eines Tages wirst Du.... vielleicht.. dasNesultat derselben sehen." Ei, ei," sagte Giuliano, der wieder ruhig geworden war, und darf man jetzt nichts davon vernehmen?" Durchaus nichts. Es ist eine Ueberraschung! Was wirst Du für Augen machen!" Und sie lachte, lustig wie ein Kind, und freute sich schon im Voraus der Ueberraschung und Zufriedenheit ihres Mannes. Dieser ergriff ihre Hand, die auf dem Fensterbrett ruhte. Milla?" fragte er ängstlich und in hastigem Tone. Milla! Du bist glücklich, nicht wahr?" Milla hörte auf zu lachen. Sie neig!: sich über das Fensterbrett hinein und legte ihr Haupt auf seine Schulter. Er fühlte das heftige Klopfen dieses wahren Frauenherzens und dieWärme der Stirne, über welche toxxz die goldenen Löckchen fielen. Kling, kling!.... es war die Glocke, die zum Frühstück rief. Sie trennten sich lachend und verließen das Fenster, um in der Halle wieder zusammenzutreffen. A propos," sagte Milla zu Ihrem Gatten, vergiß diesmal nicht, mir Pan douce (eine Art süßes Gebäck) und Confect mitzubringen. Und w-enn Du Deine Geschäfte beendigt hast, wollen wir in's Bad gehen. Ich will nicht die grüne Rose sein." fügte sie lachend bei und befestigte eine der weißen Rofen an ihrer Brust. Giuliano verreiste den folgenden Tag. Milla blickte bis über das Gitter der Allee hinaus dem eleganten Phaeton nach, welcher, vomHerzog selbst ge führt, den Weg nach der Station einschlug. Dann kehrte sie zurück, trocknete sich die gerötheten Augen und ließ, im Erdgeschoß angelangt, Drollino rufen. Höre. Drollino," sagte sie, sobald sie ihn vor sich sah. ernst und stumm wie gewöhnlich, Du mußt mir einen Gefallen thun. Suche mir im Stalle ein gut:s, zuverlässige, ganz ruhiges Thier aus." Das wäre Kalis," antworteteDrolIino nach einigem Besinnen. Kalif war zu seiner Zeit ein feuriger Nenner gewesen, aber jetzt war er schon ziemlich alt und hatte jedenUebermuth abgelegt. Bravo! Kalif, ganz recht. Weißt Du. was ich thun will? Ich will reiten." Sie!" sagte Drollino erstaunt. Es war Allen auf demGute bekannt. daß die engelgleiche Herzogin immer eine furchtbare Angst vor den Pferden gehabt hatte. Gewiß... fuhr Milla fort Der Herzog hätte so gern, daß ich es lernte. Und nun, versiehst Du, will ich seine Abwesenheit benutzen und ihm diese Ueberraschung bereuen. rrs rr: i w i. trii. roulno unicroruaie eine nri onieren Lächelns und hörte unbeweglich zu. In Nizza haben wir es vusucht in der Reitbahn; aber weißt Du, es at lang mir nicht rocht. Ich fürchte, ich bin nicht sehr muthig. Oder sie verstanden es nicht, mich zu lehren. Aber jetzt wirstDu mich lehren, nicht wahr?" Ich?.... sagte Drollino ungestüm. beinahe entsetzt. rv rrs . u . i. II rm v a, u.... anirooricie x'nua ia chend; von heute an. Ich habe den Sattel und alles Nöthige. Geh' und laß Kalif satteln und erwarte mich in der Reitbahn. Ich werde mich indessen anziehen und rn einer halben Stunde nachkommen. Und so geschah es, daß Drollino ipso facto der Reitlehrer der Herzogin wurde. Anfangs kostete es viele Mühe, die Sache in's Werk zu setzen. Milla war schrecklich unbehilflich in ihrem langen Reitkkid und wußte sich in mchts zu recht zu finden. Sie war jedoch sehr hübsch und ihre zarten kleme Gestalt gewann in dem weiten Raum der Reitbahn einen neuen Reiz. Der Hals erschien äußerst zierlich, fast schmächtig in dem ausrecht stehenden, stark ge steip ten, . knapp anliegenden kleinen Riagen, der von einer dunkelgrünen dia vattenschleife abgeschlossen wurde. Das junge, frische Gesichtchen Mit den im Naaen f&st zui ammengehaltenenHaa ren und beschattet von der schmalen Krempe des englischen Hütchens schien das eines Junalmgs. Es kostete Drollino zuweilen Mühe, seines Amtes zu walten, wenn er sie betrachtete, gefesselt von ihrer neuen Erscheinung, die so sehr mit den Idealen des Berufes harmonirte, dem er mit Leib undSeele ergeben war. Und feit der Abreise de Herzogs befand er sich täglich zwei Stunden bei der Herzogin, die immer in dieser Kleidung und völlig ihm anvertraut war. Er mußte sie in Ven Sattel beben, mußte ficjbrc Zugelfah
runa, die Rufe, T1; Stellungen lehren.
Milla sand die Sache noch schwieriger, als sie sich vorgestellt hatte; sie kam nur mit ihrem ausdauernden guten Willen und den heroischen Anstrengungen zur Besiegung ihrer Furcht vorwärts. Aber diese kehrte unbesiegbar jeden Augenblick wieder, und Milla, die in ihrer unsinnigen Angst, zu fallen, außer sich gerieth und doch jeden Schrei erstickte, erfaßte oft mit krampfhafter Hand den Arm Drollinos. Dieser fühlte sich seinerseits von einem eigenthümlichen, jä hen Schrecken durchzuckt, fühlte, wie sein Innerstes inAufruhr gerieth. Aber ohne sich zu besinnen, was es wäre, beherrschte er sich und beruhigte, selbst ruhig, die Herzogin, indem er ihr mit überzeugendem Ton wiederholte, sie möge sich nicht fürchten und ihm vertrauen. Er machte ihr Muth mit einem Lächeln, in dem etwas Gebieterisches und Flehendes zugleich lag, mit einem selten gespendeten Brav so!" Milla faßte Vertrauen, und das half ungemein. Sie bestand auf ihrem Unternehmen, gehoben von dem Gedanken, daß sie all' diese Beschwerden um Giulianos willen aushielt, um ihm das Vergnügen einer Ueberraschung zu machen. Und in den kritischen Momenten, wenn es rhr schien, sie könne sich unmöglich mehr im Sattel halten. dann blickte sie gespannt auf Drollino und schöpfte Kaltblütigkeit aus der Ruhe, die in seinem Blicke funkelte. überzeugt, daß m allen Fallen seine Hand sie stützen würde. Ach ja, Drollino war wirklich ein guter Lehrer! Da die Zeit beschrankt war, mußten die Lektionen jeden Tag wiederholt werden, odschon diese übermäßigen Leibesübungen die Herzogin wirklich sehr ermüdeten, da sie Nicht daran gewohnt war. Wenn sie aus dem Sattel stieg, konnte sie sich kaum mehr auf den Füßen halten, und oft mußte sie sich, wenn sie die Reitbahn verließ, auf Drollinos Arm stützen. O, wie müde war sie, so müde, so kraftlos, daß sie sich fast ganz dem starken Arm des jungen Lehrers überließ. Die Rückkek.r deö Herzogs machte der ersten Periode de? Lektionen ein Ende. Er war blaß, niedergeschlagen: aber er gab Milla als Ursache davon dieErmudung durch die Nachtfahrt m der Eisenbahn vor. Auch war er etwas nervos, etwas ausgeregt; die Geschäfte wurden immer verwickelter; aber er wollte um jeden Preis sie nach seinem Kopfe durchsetzen und mußte daher die Reise nochmals, vielleicht noch mehrere Male machen. Er brachte außer dem Pan douce und demConfect ein Prachtvolles Corallenhalsband und eine Menge Filigrannadeln mit. Milla war so entzückt darüber, daß sie vor Freude zu weinen anfing und ihrem Mann nicht genug danken konnte. Aber Giuliano sch:en von diesen ubcrschwangllchen Dankesbezeigungen nicht sehr erfreut und fragte plötzlich, vielleicht um denselben ein Ende zu machen: Und die Ueberraschung?Noch nicht." antwortete Milla lzchevd; das nächste Mal." Aber sie war auch nicht für daZ nächste Mal, obschon die Herzogin, so bald Glullano wieder verreist war, die Lektionen bei Drollino mit großem Eifer von neuem wieder ausnahm. Als der Herzog zurückkam, hatte sie die Reitbahn noch nie verlassen. Diesmal brachte er ihr einen Jrmantring zum Geschenk, fragte aber nicht nach der Ueberraschung. Und nach vierzehn Tagen erhielt er abermals Geschäftsbriefe, cic ihn Zortriesen. Milla, die ansanas und cu2 dem schon angeführten Grunde eine gute Miene zu Giuliano neuen Beschästigungen gemacht hatte, fing an, diecl ren letzt doch etwas lästig zu finden. Gerade jetzt, da er so freundlich, fo gefällig, fo zuvorkommend gegen sie geworden war. zwangen sie ihn immer von ihr fortzugehen... immer.... die verwünschten Geschäfte. M:lla war wirklich glücklich: sie dergaß die Vergangenheit, wie man einen häßlichen Traum vergißt. Giuliano hatte vollständig Genugthuung geleistet für die schlimmeUeberra'schung des versloenen Herbstes. Schließlich war sie auch ein wenig Schuld daran gewesen mit ihrer Unklugheit. Nein, jetzt wußte sie. was das Leben ist. Man muß klua sein, die Gelegenheiten meiden, kein Stroh zum Feuer legen. Nun war kein: derartige Gefahr mehr vorhanden; sie war des Herzens lhres Giuliano jetzt ganz sicher, sicherer alZ t zuvor! Am Tag: nach der dritten Abreis? ihres Gatien hatte Milla eine tteberraschung, als sie rn die Reitbahn kam. Statt Kalif erwartete sie Mia. welche schon gesattelt und von Drollino gehal ten bereit stand. Sie zögerte einen Augenblick und sah den jungen Mann an. Er errothete und sagte leise: Stelgen Sie auf, Frau Herzogin!" Uno alss sie bequem im Sattel saß, fügt: er leise bei: Ich habe gedacht, daß es jetzt, nach den Fortschritten, die Wir gemacht haben, gut wäre, ein neues vserd zu versuchen. Aber thut es Dir nicht leid?" fragte Milla lachend. Nein antwortete Drollino, und Sie werden mehr Veranllaen haben. Mia zu reiten!" In der That, das war etwas ganz anderes! Mia hatte ein außerordentlich weiches Maul, schnell: und leichte Bewegungen. Milla legte nach und nach die Furcht ab und fand ein unaussprechllches Vergnügen am Reiten. Sie fing an, sich gut im Sattel zu halten. erlangte Geschicklichkeit und Ungezwungenhelt, und Drollino empfand keinen geringen Stolz, wenn er die reizende Amazone frei und sicher auf MiaS Rüaen sah. Sie kamen ihm beide m der aristokratischen Schönheit ihrer Rasse als bevorzugte Wesen von unschatzbarem Werthe vor. Beide waren in diesem Augenblicke ihm Unterthan, er lei tete Beide mit Stimme. Geberde und Vlick; er sühlte für Beide eine merkwürdig verwandte. leidensckaiUilbe
Oewun7?erung, fUr MMa und für Mia wäre er jeden Opfers fähig gewesen. Die Stunde der Lection war für ihn die schönste de2 Tages geworden; er sehnte sie herbei, aber doch nicht ohne eine gewisse unbestimmte, neue Furcht, die ihm, dem Unerschrockenen, unerklärlich war. Wenn Milla z. B. etwas widerfahren, wenn sie fallen... sich verletzen sollte? Es kam ihm manchmal vor, daß er ein fast schmerzhaftes Zittern bekämpfen mußte, wenn er auf dem englischen Stiefelchen der Herzogin die Schnalle des Steigbügels schloß, oder wenn beim Uebergeben der Zügel seine Finger mit denjenigen der Herrin in Berührung kamen. Manchmal stiegen sonderbare Ideen in ihm auf, unsinnige Hypothesen stellten sich in seinemKopfe zusammen. Wenn z. B. ihre Pferde plötzlich scheuten, gemeinschaftlich durchgingen und sie über Stock unt Stein in die Ferne, weit, weit fort trügen..., en einen Ort, von wo keine Rückkehr möglich wäre.....; wenn Mia störrisch würde und er die Herzogin, wenn auch mit dem Opser seines eigenen Lebens, retten könnte! Aber alle diese müßigen Hirngespinste befchästigten nur selten auf einen Moment den zweiundzwanzigj'ährigen Kopf, oder besser gesagt, kaum tauchten sie auf, so waren sie auch schon wieder verschwunden vor der sehr einfachen
Logik der Wirklichkeit. Welcbe Lust, als man endlich die Reitbahn verlassen konnte! Nun fand die Lection in dem unermeßlichen Raum der Triften statt. Drollino ritt in seiner Eigenschaft als Lehre? neben der Herzogin; und da diese keinen Stolz gegen ihre Untergebenen kannte, hielt sie es nicht unter ihrer Würde, freundlich mit ihm zu sprechen und ihn zum Sprechen zu veranlassen, wie damals, da sie noch Kinder waren. Drollino war stolz darauf, die Herrin durch das weite Grün der Triften führen zu dürfen, die ihr angehörten; er ließ die Herden an ihr vorüberziehen, erklärte ihr die Gebräuche der Pferdezucht, lehrte sie die Eigenschaften unterscheiden, welche den Werth derThiere bestimmen. Er brachte ihr einiges aus seinem reichen Schatz von Kenntnissen auf dem Gebiete der Pferdezucht bei und wußte sie ihr' auf eine weder pedantische, noch plumpe Weise mitzutheilen. Er gerieth inEifer, wenn er ihr von diesen Dingen sprach, die für ihn so innige Beziehung hatten zu seinem geliebten Beruf; seine Stimme nahm eine Art offener, männ licher Energie an, durch welche es wie ein fernes Echo einer unbesiegbaren Leidenschaft Aitterte... Der Schauplatz lag endlos in voller Schönheit vor ihnen. Milla athmete in vollen Zügen die ruhige, freie Luft der Ebene und machte sich ein Vergnügen daraus, Drollino über alles zu befragen, was ihr unter die Augen kam. Ein andermal hingegen war die Herzogin nicht zum Sprechen aufgelegt, und sie durchritten schweigend lange Strecken im Galopp, während der Hufschlag ihrer Pferde so einträchtig und gleichmäßig auf dem Boden ertönte, als wäre es der rasche Rhythmus eines endlosenRitornells. Milla gewann Mia lieb; sie brachte chr Zucker und liebkoste sie häufig. Und es kam vor, daß Drollino zuweilen, wenn er.das Pferd wieder in denStall geführt hatte, lange unbeweglich stehen blieb, auf Mias glänzende Mähn: starrte und die Hand auf der Stelle ruhen ließ, welche die Herzogin einen Auaenblick liebkosend aesireichelt batte. chc Wenn der Herzog aus der Villa war, wurde alles anders; Drollino that dann sem Möglichstes, um ein Zusam-, mentrefsen mit der Herrschaft zu vermeiden. Er hielt sich viel im Stalle auf und meist in der Nähe von Mias Verschlag. Im Haus waren wieder frohe Zei ten eingekehrt. Die Zeit der Scenen war vorbei; de? Herr hatte sich von Grund aus gebessert...., die Krankheit der Herzogin hatte Wunder gewirkt. Er dachte nicht im Entferntesten daran, sich über die Einsamkeit zu beklagen, er schien keiner Zerstreuung zu. bedür fen, war äußerst liebevoll gegen Milla und brachte ihr jedesmal sehr schöne Geschenke. Alle sagten, es sei eine wahre Freude, und die Frau Herzogin sei jetzt wirklich vollkommen glücklich. Um sich davon zu überzeugen, brauchte man nur Millas heitere, strahlende ?lZiene zu sehen. Sie wußte aewisse r-flndigkenen, gewisse Eokettenen auszuüben, die ihr früher nie im Traume eingefallen wären. Immer wieder langten aus Paris die elegantesten Toiletten an. in welchen die jung: Herrin jedesmal bei Giulianos Rückkehr prangte. Man sah sie. überall im Hause und hörte oft im Garten ihre schwache und liebliche Stimme eine Ätorpye irgend nneö artigen Liedchens Probiren. Sie war freundlicher und leutseliger als je; sie, vertheilte reichlich Almosen an die Armen; sie hätte gerne allem Elend abgeholfen, das ihr unter die Augen kam. Sie füllte die unzähligen kleinen Vasen ihres Zimmers bestänbig mit Blumen und wgte sich stundenlang in ihrer Hängematte und träumte halbwachend vor sich hin, wahrend ein süßes Lächeln ihre halbgeöffneten Lippen umspielte. Aber eines Tages fragte sie Drollino ungeduldig: Kann ich jetzt mit dem Herzog allein gehen?" Drollino blieb einen Augenblick stumm, als ob e? den Sinn dieser Frage, die doch so einfach war, nicht recht erfaßt hätte. Ich meine," drängte die Herzogin, tij r oo ic? aus eigene Rechnung, rurz, ohne Lehrer reiten kann?" Er zögert: ein wenig und sagte dann mit stockender Stimme: Noch nicht." Milla zupfte unzufrieden an der Spitze ihrer Reitpeitsche. Sie müssen sich noch ein wenia üben fügte Drollino leise bei. .Aber , . " vle lonnen.vaiv. allein Lehen..
Sie machte eine unwillige GeVerve. Mein! Es fällt mir nicht ein, allein zu gehen.... Geh' -nur." sagte sie dann zerstreut zu Drollino. Drollino verneigte sich und ging in den Stall zurück. Er ginalangsam, gesenkten Hauptes, wie ein Mann, den ein Schlag in den Nacken getrosfen hat. Gewiß... die Sache war sehr einfach, so einfach, daß er sich selbst fragte, wie er sie aus den Augen hatte verlieren können. Richtig! Das war ja die un-
mittelbare Folge seines EiferS, die Herzogin reiten zu lehren.... er setzte sie in den Stand, ihren Mann auch zu Pferde zu begleiten. Noch einige Tage, und die Lectionen waren zu Ende. Milla bedürfte seiner nicht mehr. Nun gut... Desto besser! Er war es müde, dieses Leben, es drückte ihn manchmal wie eine schmerzliche, verhaßte Last; er befand sich feit einiger Zeit in einer unablässigen, geheimen Aufregung. Hie und da stieg der sieberhafte Wunsch in ihm auf, fortzugehen, ein anderes Leben anzufangen, sich einer neuen, mächtigen Zrstreuung hinzugeben, die ihn wegreißen sollte aus dem dummen, unthätigen Leben, das er in Astianello führen sollte, wenn die Lectionen in der Kunst, die er vergötterte, ein Enöe erreicht hatten. Die alte Versuchung kam mit all ihrer Macht wieder über das Herz des ungestümen jungen Mannes. Er fühlte, 'daß er in Astianello nicht am rechten Platze- war, wußte, daß seine Gefährten ihn nicht lieb hatten. Was die Herrschaft anbelangt... Ueber den Herzog konnte er sich, im Grunde genommen, nicht beklagen. Warum haßte er ihn denn immerfort?.. Warum zitterte er, warum fühlte er sein Blut aufwallen, wenn er ihn ankommen sah. so schön, so gelassen, mit seinem wohlgekämmten goldblonden Barte? O nein! Er hatte sich nie daran gewöhnen können, ihn als Herrn zu betrach ten, diesen Eindringling, . diesen Bruder Lustig, der alles der Liebe einer Frau verdankte und sie zum Lohne dafür einst unglücklich gemacht, sie fast an den Rand des Grabes gebracht hatte!... Drollino schwieg und biß sich auf die Lippen, wenn er hörte, wie seine Kameraden oder die Bauern das -gegenwärtige Betragen Giulianos rühmten. Haß undWuth kam über ihn, wenn er ihn an der Seite der Herzogin sah, und immerwährend und erbarmungslos dauerte sein Mißtrauen fort, das in sich selbst die fürchterliche Nahrung fand. Jetzt, da er keinen bestimmten Grund mehr hatte, diesen Mann zu hassen, wußte er, daß er ihn um so mehr haßte. Es gab Momente, da es wie wahnsinniger Verdruß über ihn kam, daß Giuliano die Russin verlassen hatte. Und doch hätte er sein Leben für Millas Glück hingegeben.. Woher denn dieser sonderbare Widerspruch?.... Diese Empfindung? Er wurde ganz verwirrt durch diesen in neren Kampf, der ihn so quälte, unv den er sich nicht erklären konnte. Und eines schönen Tages faßte Drollino UNVersehens einen Entschluß. Unmöglich!" rief die Herzogin aus, als der Verwalter sie benachrichtigte, daß der Oberftallmeister aufEnde des Monats denDienst gekündigt hatte. Unm'öalich!" wiederholte sie mit sichtlichem Mißfallen. Warum will Drollino denn fort? Was ist geschehen?... Was hat er für Gründe?" , Er gibt wirklich keinen Grund an, Ftau Herzogin. Er ist diesen Morgen in die Schreibstube gekommen und hat gesagt, er wolle fort, das ist alles!" Milla konnte nicht begreifen. Schicken Sie ihn zu mir, wer weiß, ob eS mir nicht gelingt, etwas heraus zubringen. Es muß ein Mißverständuiß sein. Und Sie, Herr Damelli, haben Sie keine Idee über die Beweggründe, die Absichten des jungen Burfchen?" Keine, Frau Herzogin. Wenn nicht ich weiß nicht.. man hat mir gesagt, er habe im Sinn Soldat zu werden." Soldat?". wiederholte' A!illa. Soldat?" Herr Damelli verabschiedete sich, und fünf Minuten später traf Drollino ein. DieHerzogin befand sich in dem gleiHrn chinesischen Salon, wo sie vor so vielen Jahren für Drollino Mia zum Geschenk zu erlangen acwuLt und ihm mit Gewa?t jenen merlwürdigen Kuß gegeben hatte. Milla hätte nun bei Drollino gerne diplomatische Künste angewendet. Aber die Diplomatie war nie die stärkt Seite der guten kleinen Frai geesen. Sie beschränkt: sich also darauf, den jungen Mann, der ernst und stamm vor ihr stand, ungestüm zu fragen: O Drollino 1 Ist es wahr, daß Du fort willst?" ' Es ist wahr, Frau Herzogin." Aber warum.... welche Jdece! Was fällt Dir ein? Hat man Dir etwas zuleide gethan, irgend einen Streich gespielt?" Nein.... Frau Herzogin." Sag' die Wahrheit.... Hast Du irg:nd einen Grund?" Keinen Grund, Frau Herzogin. Es ist so.. eine Idee von mir." Willst Du, daß ich Dir den Gehalt erüöhen lassen? Willst Du zum Gestute zurückkehren? Wenn Du etwas wünschest, so sag' es frei heraus. Du weißt, daß ich immer zufrieden mit Dir bin undDich immer gern gehabt habe." Ich weiß es." antwortete Drsllino mit zitternder Stimme. Und ein fonderbareö, trauriges Lächeln zog über sein Gesicht. Und auch mein Mann," fuhr Milla fort, auch er ist Dir jetzt freundlich gesinnt." Das Lächeln verschwand blitzschnell von Drollinos Gesicht und machte ei nem leichten nervösen Zucken Platz. Gewiß," fuhr Milla mit freundli- ! cher Beharrlichkeit fort, wir haben i auch schon ausgemacht. Dich naÄ Lon-
don zu ich'Sen, um 7)ie neuen Pferde für das Viergespann hierher zu holen." Aber als die Herzogin Drollinos Gesichtszüge unbewegiich bleiben sah, er srmnt fi wobl. dak nickt einmal die-
ser glänzende Vorschlag ihn von seinem W999WW W 7 " ß w w www " Vorhaben abzubringen vermochte. Sie drang nicht weiter in ihn. Diese unbesiegbare Hartnäckigkeit beleidigte sie. Nun gut," sagte sie mit plötzlichem Stolz, wenn es so steht, so geh' nur." Aber einen Augenblick nachher hing eine Thräne an ihrer Wimper. Sie hatte ihre Leute lieb, die Leute ihres Hauses. Und es waren jetzt nur noch wenige ln Asttanello. Die neuen vom L - - - . . . tW 11 tf- I herzog geivaynen wiener yanen nacy und nach die besserenPosten bekommen. Und nun.... auch Drollino. Wieder ein Stück aus der Vergangenheit, das verschwinden sollte. Er sah diese Thräne und blieb blaß, erschrocken, wie angewurzelt stehen. Frau Herzogin sagte er mit zitternder Stimme, glauben Sie... auch ich.... verzeihen Sie mir...." O Drollino," rief die Herzogin auS und zeigte sofort keinen Groll mehr, warum machst Du mir diesen Verdruß?" 1 Er trat einen Schritt näher. O nein,... reden Sie nicht so..... Frau Herzogin... Glauben Sie.... vielmehr.... daß ich....." Ich versichere Dich," fuhr Milla fort, daß es auch dem Herzog sehr unlieb Ware. Drollino trat einen Schritt tOtf. er wollte sprechen, aber er brachte es nicht zu stände. Es ist unmöglich," sagte er endlich, ich muß gehen." " Aber er sah dabei so verstört aus, daß Milla nicht mehr böse werden konnte Willst Du mir wenigstens sagen, warum?" fragte sie traurig. Der junge Mann schüttelte denKopf. Was soll ich sagen, Frau Herzogin, es ist ein Wunsch, was weiß ich, eine Sehnsucht über mich gekommen, in die Welt hinauszuziehen, andere Orte, andere Besitzungen zu sehen. Aber ich werde immer an Sie denken., wissen Sie..., und an Ihre Güte gegen mich. Und in einigen Jahren vielleicht, wer weiß. komme ich.... wieder hierher.... zu meinen Pferden... nach Astianello." Drollino wußte nicht mehr, waö er scgte. Milla fing an einzusehen. Ach! Drollino!.... Es thut mir so leid. Ich hatte gewisse Ideen, gewisse Absichten... Denk doch nur... jetzt fortzugehen, nachdem Du mich reiten gelehrt hast." Der junge Mann biß sich auf die Lippen. Gewiß..." antwortete er, jetzt werden Sie Freude haben.... Jetzt, da Sie allein reiten können.." Im Saale herrschte einen Augenblick Stille. Dann sagte Drollino schüchtern mit furchtbarer Anstrengung: Frau Herzogin, wollen Sie Mia be halten?" rm ? . i r k. Z . xrna; zict aiz erzozm oci rücat und erstaunt aus ?Ja.' Herrinn, entschuldigen Sie, .daß ich so frei bin; aber ich habe gesehen, daß Sie beide so gut zusammen passen, und ich bin überzeugt, daß Sie dieselbe, immer gut behandeln werden, nicht wahr.. und so.... werden Sie vielleich: zuweilen.... an mich denken." O Drollino sagte die Herzogin aerübrt. Du willst mir Mia wirtlick überlassen?. Aber reut es Dich nicht? wirklich nichts Nem, neiiw es reut mich nicht.... Auch wüßte ich nicht, wie ich sie jetzt versorgen sollte..., und dann ist es billig, weil erinnern Sie sich.... weil Sie mir dazu verholfen haben...." EZ kam ihm dor, als führe er einen schmerzlichen Akt der Gerechtigkeit aus Lebhaft stand vor seinem Geiste, vor seinen Augen die Scene, die sich hier in dem gleichen Saale vor so vielen Iahren abgespielt hatte. Er fah sich selbst als kleinen Knaben in seiner Schwäche, seiner Aufregung, er fühlte wieder, wie ein glühendes Eisen, den Kuß eines Madchens auf seinen Lippen brennen, Einem unwillkürlichen Impulse nachgebend, streckte ! Milla ihm die Hand säalick aerübrt und murmelte: O Drollino. o Drollino! " mit einem Tone inniger Dankbarkeit, der das ganze Opfer des armen Burschen würdigte und belohnte. Ein. leichtes Zittern hatte ihn befallen, er hielt das Haupt gesenkt, wie ein Schuldbewußter. Es entstand in dieser merkwürdi'gen Unterredung eine ebenso merkwürdige Pause voll unerklärlicher Ungewi'ßheit für Beide. 'Höre Drollino sagte die Herrin endlich, ich sehe, daß.... Du Dir's fest vorgenommen hast fortzugehen. Vxbtt thu' mir das Leid nicht an jetzt zu gehen, da wir hier sind. Binnen kurzem aehen wir m's Bad." Sie hoffte, tr würde sich indessen anders besinnen und. wer wein, sein albernes Vorhaben aufgeben. , Er war unzufrieden, geschlagen. Er wäre lieber gleich fortgegangen. Ein geheimer Instinkt rieth ihm. abzulehnen und Astianello so schnell als möglich zu verlassen. Aber Millas kastanienbraune Augen, noch seucht don zener .Thräne, waren aus ihn gerichtet ohne zeden Stolz, vollMüde und Wohlwollen. Er konnte nicht mtm lagen, er nickte zustimmend und senkte auf'L Neue.das.Hauvt. Sortsetzuns fafet.) Ein Freund: Möglicherweise konntest Du deiner Frau einen heilsa?nen Schrecken einjagen, damit sie Dich anständiger behandelt wenn Du ihr "ri rr.ihiX mm9 TT:.?ri. mu cwiuiwiy vu Vtv. lein Pantoffelheld): Das hatte leinen Zweck! Die würde mir den läiop dollends herunter reißen, wenn ich Drohung nicht :..msWrte. - di:
mn.... TOl"3."iai1 ilC Plötzlich ließ die Elsässerin den Arm daß dies sich nicht schicke, und zog die (liebten los und stürzte sich in's Hand wieder zurück. Aber sie war un- nrr,r n,fi. s,v
Trophäen aus Tahomey.
Mit der Besiegung und Gefangennähme des Königs Behanzin von Da homey durch die Franzosen ist der. Vlutherrschaft, durch welche jenerTheik von Afrika seit Jahren terrorisirt. wurde, für immer ein Ende gemacht Das wilde Amazonencorps, das auS mehreren Tausend blutdürstiger Wei ber bestand, ist zum Theil aufgerieben. zum Theil zersprengt. Die ausge zeichnet bewaffneten Amazonen kämpfe ten wie Tiger, wurden aber schließlich durch die gewaltige Uebermacht der. ffranzosn erdrückt. Als sie ihren KöNlg Behanzin rn den Hander der Sie ' " König Behanzin. qer sahen, erschossen sich viele von ihnen; nur wenige von ihnen wurden i,wuuu., uc. Fetische und andere Gegenstände welche für Anthropologen höchst inte-; ressant sind, m Massen m die .Hände ej,acn Diese Fetische bringen den, vlld l Charakter des Volkeson wel.' .chem sie verehrt, und die Menschenotf", We ihnen a95fMt utben durch die Scheußlichkeit ihres Ausse-, ws zum Ausdruck. Viele sind von! gewaltigen Dimensionen, schillern iw allen Farben des Regenbogens und ihre Augen sind aus Edelsteinen geblldet. Der Thron des Königs befindet sich ebenfalls unter den Trophäen, Derselbe ist aus einem gewaltigen Block seltenen Holzes hergestellt und, mit primitiven Schnitzereien obscönew Charakters bedeckt. Ein Sessel, deo bei Staatsaffären von dem Könige be, nutzt wurde, ist ein weiteres bemer kenswerthes Beutestück. Derselbe iA vollständig mit menschlichen Augen . s,.,,hf rf, a.. n bedeckt. Unter ben etfieafete Waffm befinden sich zahlreiche eigen. Fumlch geformte Messer, mit den die Amazonen ihren Opfern die Ropjc absäbelten; auch fehlt es mcht an Beu teln, in welche diese blutdurstlgerr Weiber die abgeschnittenen Köpfe als. Trophäen mitnahmen. Behanzln S Thron und eine Collection der interes-. lautesten Beutestücke wird dem antbropologifchen Museum in Pari einder leibt werden. Die LiebeSprobe. Beausire, ein französischer (5del mann, besaß eine unerschütterliche Kaltblütiakeit wie den stärksten Unglauben an wahrhafte Liebe und Treue eines Weibes. Eme junge hübsche Elfüsserin war ihm nach Paris gefolgt, aber die rührendsten Beweise von der treuen Anhänglichkeit konnten Beausire' nicht bestimmen, ihr seine Hand zu reich. Eines Taaes, als sie ihn wieder bestürmt und er sich hartnäckig geweigt, ine bestimmte Erklärung zu geten gingen Beide über eine Brücke. Wasser. Erschrocken übergehenden stehen und riefen nach Hilfe. Ach, sie wird schwimmen können!" sagte Beausire mit unverwüstlicher Ruhe; eines Mannes wegen nimmt sich ein Mädchen das Leben nicht!" Indessen wurde die Arme von der Strömung fortgerissen, sie begann'zu sinken. So ist es wirtlich keine Komödie r rief Beaustre, dann nur vorwärts! Und mit einem Satze fprang er in die Wogen, erfaßte die Sinkende und brachte sie an's User. Hier reichte er der Halbtodten galant die 5xmd und sagte: (zs ist genug. Therese; Du Beausirel" wirst jetzt Madame Und alö DeinI Und- als Dein Mund es mir gesagt. Daß Du auf ewig mein. Da schien mir Kopf und Herz undWelt Für so diel Glück zu klein. Doch jetzt, wo all mein Liebesglück Wie Nebeldunst zerrann, Da frag' ich mich, wie Kopf und Herz So vielen Jammer fassen kann ! Kinderliebe. Aeltere 2te: (ein kleines Baby im Kinderwagen besichtigend): Welch niedliches Wesen! Wem gehört denn das?" Kindermäd chen: Herrn Jsidor Eohnheim." Die Dame: So? Wie reizend! Kann eZ schon Papa" rnauscheln?" t z j 1 "vT- mll '"Ct kZT sick M den KaZknlranzchen der Eom K r i't i k. Wie unterhalten Sie rrrI oori zu vüvuuv, Lwttg.
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