Indiana Tribüne, Volume 17, Number 186, Indianapolis, Marion County, 25 March 1894 — Page 2
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Derttretslauf der Wissenschaft.
Herr Studiosus juris" George siZerfritz ging brütend in seiner StuHirstube auf und ab. Ihm war seh? Zatzenjämmerlich zu Muthe; physisch, rjoralijch und hauptsächlich finanziell. Wenn der Fasching kurz ist, muß man ihn ausnützen; und wenn Papa, wohlabend ist, desgleichen. Beides hatte jSerr Bierfritz redlich genug gethan. Das fatale war nur, daß die Freigebigkeit des Papas womöglich noch engere Grenzen hatte, als die Dauer des jheurigen Faschings, und daß aller TnenschlichenVoraussicht nach von allen drei vorhandenen Spezies des Katzenzammers dem finanziellen für den Aucenblick am schwersten abzuhelfen war. Er sann und sann. Endlich faßte er einen kühnen Entschluß und ging in siapa's Arbeitszimmer", wie der alte Herr den behaglichen Schauplatz seines süßen Nichtsthuns zu nennen pflegte. .Papa, ich bitte Dich, ich brauche Dcrnburg's Pandekten; sei so gut, gieb mir das Geld dazu." Pan Handelten? Ja hast denn Du die nicht schon? Mir ist doch..." Nein, Papa, gewiß nicht; ich wollte mir sie nur schon lang: kaufen, jetzt läßt sich's aber mcl mehr aufschieben." Herr Vierfritz der Aeltere sah seinen Sprößling mißtrauisch von der Seite an. Pandekten Pandekten," murmelte er kopfschüttelnd, ich glaube alleweil, die mußt Du schon drüben haben." Nein, wahrhaftig nicht, Vapa, Du kannst ja nachsehen Der Papa, noch immer zweifelnd.stand auf, ging in das Zimmer seines Sohnes und inspicirte den Bücherkasten. Nichiia. die Pandekten waren nicht da. pNa, denn in Gottes Namen, ich geb' Dir nachher das Geld." Aber als der flotte Studiosus nach einiger Zeit Wieder beim Papa wegen des Geldes nachfragen wollte, war der alte Herr bereits ausgegangen. Aber es dauerte nicht lange, so kam der Alte keuchend wieder heim, mit einem ansehnlichen Packet beladen. Er trat sofort mit Hut und Stock in das Zimmer seines CobneZ und rief ihm triumphirend zu: p5o, da hast Du Deine Pandekten; sehr billig hab' ich sie bekommen, beim Antiquar." Biersritz junior machte ein langes Gesicht. Der Alte bemerkte es nicht und begann auszupacken. Er legte die Bändi auf den Tisch. Da schau her, wie gut erhalten!" Damit .schlug er den ersten Band auf. Plötzlich aber stutzte er, rückte an seiner rille und steckte die Nase tief auf's Titelblatt. Dann blickte er über die Brille nach dem mißmuthigen Gesichte des Herrn Sohnes, dann wieder in's Buch. . Neuerliches Schütteln des'Kopfes. Endlich brach er daS Schweigen. .Du, Georg, ich möcht' doch einmal wissen, woher der Antiquar das gewußt hat, daß die Pandekten einmal für Dich gekauft werden. Da sieh' Zber!" Junior folgte mit den Blicken dem Zeigefinger Seniors und bekam plötzlich einen gewaltigen Schreck. Da stand zierlich aus dem Titelblatte der Name George Bierfritz mit einem gewältigen Maiupropria", wie es der Studiosus gern .hinter seinen hoffAungZvollen Namen malte. Und auch idas Buch kam ihm jetzt sehr bekannt Jbor, er dürfte es vor acht Tagen in seimem Bücherkasten zuletzt gesehen haben. Der Herr Papa weidete sich eine Weile on dem nichts weniger als geistreichen Wesicht seines Sprößlings, dann sagte er: Weißt Du, George, ich sehe an diesen Pandekten, daß Eure Juristerei eigentlich gar nicht so uninteressant ist. Dlchwerde mir hie und da eines von .Deinen Büchern zum Lesen ausleihen. Aber da wäre es mir angenehm, wenn Du mir zu diesem Zwecke eine Liste aller Deiner Bücher anfertigen wolliest...." r Nicht unter dem Pantoffel. Es gibt Männer, die durchaus nichts tavon merken lassen wollen, daß sie unter dem Pantoffel stehen. In Herngesellschaft besonders liegt ihnen daran, ihre unangetastete Herrscherwürde zu betonen, und sie haben garnichts dagegen, in dem Verdacht eines tyrannischen Ehe- und Hausherrn zu stehen. Ein solcher Mann sah einige Gäste bei sich, mit denen er sieb zu vorgerückter Abendstunde in behaglichem Geplauder gehen ließ. .Ja sagte er, in meinem Hause vln ict) Herr und thue, was mir bel ebt Meine ZZrau hat sich unbedingt meinen Wünschen zu fügen und ich kann wohl lagen, daß ich m meinen vier Pfählen ein so unumschränktes Reaiment tübre. wie nur Julius Cäsar es gethan haben Zann." Gerade bei diesem letzten Satze trat seine ??rau in's Zimmer. Der 2v rann" sah etwas genirt drein, aber Madame venoa Um Miene und tbat ls hätte sie nichts gehört. Nach einer lurzen Weue ließ sie zedoch m sehr veZtlmmtem Ton die Bemerkung fallen! Es ist spät, meine Herren, und Jul!us Cäsar muß zu Bette." Alsbald erbob fickj der Ttirann stammelte eine Entschuldigung und überließ es fernen Gasten, lyren veg us dem Sause zu finden. Mit seiner Tyrannenherrlichkeit war es zu Ende. Verrathen. (Das Wchterlein in Begleitung des Vetters und des kleinen Schwesterchens.) Mutter: Liesbeth, warum bist Du so roth?" Kl. Schwesterchen:,. Der Bet ' sei Gustav macht ihr immer so angst!' Mutter: Wieso?" Kl. Schwesterchen: Er sagt immer: sie sei zum An beißen!" ModerneAnzeige. Meineu Freiern die Mittheilung, daß meine Hand jetzt vergeben ist. Allen Bewerben um dieselbe nochmals besten Dank. Amalle .Schulze, Verlobte.
Gardinenpredigt der Frau ttanz'
keirath Grisselspitzer. Griffelsvider! Kanzleiratb! ?leremias! Du entsetzlicher Mann! Jetzt sollst du nicht schlafen, jetzt mußt du mich erst anhören! Willst du gleich die Augen .aufmachen? Ein Glas Wasser schütt' ich dir in's Gesicht, wenn du jetzt schläfst! Jeremias! Zetermordio fe&völ' irfx t i? 2 Xrr ?Enftr shrtnrt mtfrk IU, uu viui T ij ch. wenn du nicht wachst! Das werd' ick wobl bleiben lassen? Du Bösewicht! Du kannst hmliegen uno schnarchen irne tm Bar, wahrend dein armes, gekränktes Weib schon zwei Stunden in der Stube auf- und abrennt und die Hände ringt! Warum ich's nicht bleiben lasse? db will dir's saaen: Um elfe bist du heimgekommen, statt um zehne, wo's Hoftheater aus ist! Wo hast du dich die aanze Stunde herumgetrieben? Willst du wieder tte alte Mode anfanaen und mit deinem sauberen freunde Rothnasel wieder halbeNächte n den Kneipen hemmsiken? Schäme dich. Kanzleirath! Was? Einen Svazieraana bast du gemacht? Das machst du mir nicht weis, daß du mitten in der Nacht spa zieren gehst! Weil's Wetter so schön gewesen sei? . Griffelspitzer, das ist eine Lüae! Ich hab' um zelme zum Fenster binausgesehen, und da ist mir ein Regentropfen m's Gesicht aelloaen. Sckäme dich. 5eremias. mit deinem armen. geplaaten Weibe so Hohn und Spott zu treiben! Was hast du so spat in der Nacht noch zu promenieren? Ganz sicher hat dich deL schleckte, liederliche Mensch, dein freund Rothnasel, wieder verfuhrt! Der ist :a m der aanzen Stadt als ein aroßer Dummiean bekannt, vor dem keine Schürze sicher uu So. Don Juan" saat man? Also verstehst du doch, was ich meine? Also als großer Don Juan ist er in der ganzen Stadt bekannt und m anständiger Gesellschaft gar nimmer gelitten. Der hat dich ganz sicher beschwatzt, mit ihm statt in's Königliche Hoftheater in's Schützen - Hoftheater Was? Es gibt aar kein SchützenHoftheater mehr, sondern ein TivoliTheater"? Das ist mir ganz gleich! Dort warst du mit deinem sauberen freunde Nothnasel, beim Ballet und Dinasdrianael Also Tingel-Tanael" heißt man's? Du kannst doch alles gleich corrigiren und we't. wo's hinaus will! Schlaf nur '-:t nicht, gib Antwort, Griffelspitzer! ,st's nicht so? Bist du nicht dort gew.'-.n? Pfui, schäm' dich, alter Kanzleirath! Ein anständiger. reputlerlicher Mann geht zum moralischen Schauspiel, oder Lustspiel oder Trauerspiel oder auch zur Oper in's Hoftheater, aber Nicht rn's Ballet, wo nicht mit dem Mund, sondern mit den nüßen und Händen gesprochen wird! Wie? Was? Wunderschön ist so ein Ballet? Du hast foeud' an Tanz und Glanz? Jeremias, lüg' mich nicht an. deine ftrau ist nicht so dumm! Dreh' dich nur Nicht herum und schlaf' nicht ein! Ich weiß wohl, an was du I im Ballet dein Vergnügen hast! Du j freust dich an dem kottelenerten Ko-' stüm ! .Dekolletiert" hätt' ich saaen wollen? Schäm' dich, Jeremias, alter Sünder, überhaupt dies Wort zu kenuen! Also daran hast du deine ffreude und dein Vergnügen! Nein!" sagst du? Und doch ist's wahr! Ich seh' dich im Geiste dasteh'n im Parterr'. unmittelbar vor dem Desvotium So. Podium- heißt man's? Also hier stehst du und bast deine Brille extra sauber geputzt und noch dazu deinen Zwicker' aufgesetzt und guckst hmauf mit solcher Gr, als wenn Goldstücke ausgestreut würden! Ja. Jeremias. ich hör' im Geist, wie du die Ballettänzerinnen lobst und Beifall klatschest, wenn sie rechte Hopser machen und die Bein: recht graziös in der Luft herumschlenkern und damit Kußhändchen in's Parterr' wirft! Ich seh' im Geist, wie du ganz verrückt und entzückt bist, du alter Esel! Sag', ist's nicht so. Jeremias? Du falscher, ungetreuer Mann! Hast du's nicht so gemacht? Dreh' dich nicht weg. schlaf' nicht, oder ich kitzle dich! Wenn du blos am Tanz Vergnügen bast. kann ich dir's daheim auch verschaffen! Ich kann dir gleich was vortragen, wenn ich auch nicht bei den Ballettänzerinnen bin, und wenn du erade an den kurzen Röckchen eine 5?reud' hast, kann ich die meinen auch inaufnähen! Du lachst!? Ich würde eine kuriose Figur abgeben? Jeremias! Hast du vor zwanzig Jahren auch so gesprochen? Wie hast du mich als deine liebe Braut immer so liebenswürdig und göttlich gefun den! Wie hast du gebittet und gebettelt und gedroht, du würdest dich erschießen und, stechen und in's Wasser springen und obendrein noch verrückt werden, wenn du mich yicht krieg test! Sag', war's nicht so? Warst du nicht stets entzückt über mein, wundervolles blondes Haar? Was? Du hast damals roth für blond angesehen? Hast du mich nicht vor Liebe fressen wollen? Es thut dir leid, daß du's nicht gethan hast? So sind die Männer! Erst haben sie Krokodilsthränen und machen uns zärtlich die Cour, besonders wenn sie' sehen, daß noch was Klinaendes daber herauskommt; ist man aber verheirathet, dann hat die Zärtlichkeit ein Ende, dann sind sie blind für unsere Reize, dann betrügen sie ihre armen Frauen und würden sich, wcnn's erlaubt wäre, einen Harem halten wie die Türken!
Wie? Was? Dir ist schon Eine zu viel? Still soll ich sein? Nein, da schweig' ich nicht! Du bist mir treu? Es' fällt dir nicht ein, mich zu betrügen? Du hast mich nie beloaen und willst mich auch nicht belügen? Griffelspitzer! Jeremias! Kanzleirath! Ist das dein Ernst? Wo bleibt denn der neue Hut und die goldene Uhrkette, die du mir schon an Ostern versprochen hast? Hast du dein Wort gehalten 'als Kanzleirath und königlicher Beamter? Ich soll endlich still sein, es sei zwei Uhr? Nein! Ich will gleich die Zeugen holen, die's mit angehört haben. Die Kinder sind alle dabei gewesen. ich wecke sie gleich auf: das Elsale. das Klarale, das Laurale, daö Berthale. das Emmale und daS Fridale. alle sechs waren dabei, ich hole sie gleich herein, die Pfänder deiner früheren Zärtlichkeit, sie sollen's bezeigen, wie du mir Hut und Uhrkette versprochen hast! Wie? Ich soll sie nicht hereinholen? Ich soll 'sie schlafen lassen? Ich soll Kette und Hut zum Geburtstage bekommen? Äu hast heute schon daran gedacht? Jetzt seh' ich's ein, lieber Jercmiss. daß ich dir Unrecht gethan habe und daß du mir nicht untreu sein kannst! Komm', lieber Jeremias, da hast du einen Kuß, ich hab' mich in Mr geirrt! Schlaf' wohl, Herzenskanzleirath! Jetzt fchläft er auch wirklich schon und schnarcht wie eine Sägemühle, ohne meinen Kuß zu erwidern, und morgen früh hat er sicher Hut und Kette und alle sonstigen guten Vorsätze vergessen. Ich werde sie ihm aber schon in's Gedachtniß zurückrufen! O diese Männer! Die stille Brigg.
Es wiegt ein Schiff auf hoher See, Das ist die Brigg Haho-Dulje!" Sie schaukelt ohne Ziel und Zweck, Verlassen, öde ist das Deck; Und keine Mannschaft ist zu seh'n. Nicht Steuermann, nicht Capitän. Wie ausgestorben ist der Raum, Kein Ruf, kein Ton, es ist wie Traum. War es Gefahr und Hungersnoth. War es wohl gar der schwarze Tod, Die Pest, die so dahingerafft Der Brigg gesammte Dienerschaft? Darinnen liegt in stiller Ruh Mannschaft und Capitän dazu, Da liegen sie dahingestreckt. Kein Stoß, kein Wellenschlag sie ' weckt. , Ein Jubiläum machte, wißt. Daß Alles so betrunken ist. Eine Negerlcgende. Zu Noahs Zeiten, so erzählt man sich bei den Aschantinegern, waren noch Männlein und Weiblein ohne jegliche Ausnahme schwarz; und es war das schönste.reinste Schwarz, gleich der Nacht des Urwaldes. Da geschah es eines Tages, daß Gott der Herr die drei Söhne des Weinvaters Noah zu sich berief. Es war aber Ham, der zu erst herbeilief, und der Herr sprach: iSiehe, da ist ein Brunnen in der Wüste, der sich geöffnet hat, da ich dich rief; gehe hin, wirf dich hinein, damit du von seinem Wasser weiß werdest wie die Lilien." Aber Ham fürchtete sich und blieb. Und Japhet kam herzu, .tauchte in den Brunnen und ging als bald daraus hervor mit einer ganz weißen Haut. Dann kam auch Sem, der dritte Sohn Noahs, und that gleich seinem Bruder Japhet; doch war die Wundlrquelle fchon fast versiegt. Es war nur noch so viel des Wassers, um ihm die Haut zu bleichen, also daß Sem braun wie eine Olive wurde. Und siehe, ermuthigt durch seiner Brüder Beispiel, sprang nun auch Ham in den Brunnen. Aber kaum daL er noch eine dünne Schlammschicht fand, die ihm die Fußsohlen und die inneren Handflächen netzte und ihm die Augen spritzte. So ward sein Augapfel strahlend weiß, und die Ballen seiner Füße und Hände wurden gebleicht. Aber alles andere blieb schwarz. Und die Neger, die die Söhne Hams, des Noahsohncs, sind, konnten somit auch nimmer weiß werden, wie die Söhne Japhets, noch braun, wie die Söhne Sems ' Zerstreut. Dienstmädchen (einem Gelehrten die Geburt eines Sohnes meldend): Herr Docwr, ein Junge ist da! Schon, liebe Minna! Nehmen Sie ihm nur seine Sachen ab, und .lassen Sie ihn wieder gehen! Unter Gaunern. A.: Wie gefällt Dir mein neuer Mantel? B.: Wunderbar was hat Dich denn der gekostet? A.: Nicht viel zwei Monate! ' Unpassend. Ei sieh, gu ten Tag, Herr Baron von Silberstein. Baron von Goldstein, bitte! Heißen Sie nicht Silberstein? Gott der Gerechte, wer wird heißen wollen bei die miserable Silberpreise Silberstein! Aengstlich. Einbrecher: Ihr Geld' oder Ihr Leben! Familienvater: Schießen Sie nur um Gotteswillen nicht, Sie wecken mir ja sonst- das Kind auf! Der neue Hut: Sie: Ich zlaube, ich bekomme wieder mein ner oöses Kopfübel. Er: Das dachte ich mir schon gestern, als ich die PutzmaZherin bei Dir sah! Schmeichelhaft. Es läßt sich nicht leugnen, Herr Lieutenant, saß alle Damen für die Herren vom Militär schwärmen." -Seh? schmeiHelhast, mein gnädiges Fräuleins .Das werden die besten Ehegatten, ?enn die sind doch an Subordination zewöhnt!"
Für unsere Frauen. Was wir lernen sollten.
Jede Mutter, die das Glück hat. Töchter zu besitzen, wird es als ihre heiligste Pflicht erachten, den Mädchen eine, solche Erziehung angedeihen zu lassen, welche dieselben in den Stand setzt, ihren Platz im Leben einstmals so gut als nur irgend möglich auszufüllen. Wenn auch gar manche der weiblichen Kind:?, um für alle Wechselfälle des Lebens gerüstet zu sein, zur Ausübun einerbestimmten Erwerbsthätigkeit herangebildet werden, so bleibt es doch der geheime Herzenswünsch der meisten Frauen, auch ihre Töckter einst als Gattinnen und Mütter am eigenen Herde walten zu sehen, und von dieser Idee geleitet, beschränken sich viele 'Frauen sogar darauf, ihre Töchler ausschließlich für die zukünftige Hausfrau und Familienmutter zu erziehen. Sobald Jemand nun für eine specielle Thätigkeit ganz besonders ausgebildet wurde, dürftn wir von ihm mit vollem Rechte erwarten. daß er diese seine Special-Fächer auch meisterhaft beherrscht, und wir vermuthen also, daß aus der häuslichen Akademie alljährlich eine ganze Anzahl diplomirter Hausfrauen und perfccte Mütter hervorgehen. Für alle jene Frauen, welche bei Heranbildung ihrer Töchter gleich hoh:n Zielen nachstreben, müßte es aber von hohem Interesse sein, einen Einblick in die anaewandte Methode zu thun und hauptfächlich mit dem Lehrplan der praktischen Hausfrauen- ' und Mutterschule bekannt zu werden. So viel uns bekannt, gehen die lehrenden Führerinnen ihrer Töchter ungefähr nach folgendem System vor: Zuerst erhalt das Mädchen eine allgemeine Schulbildung, dieser folgt gewohnlich etwas schöngeistiger, künstlerischer und musikalischer Aufputz, wovon namentlich auf Zeichnen oder Malen. Klavierspielen oder Gesang ziemlich viel' Zeit verwendet wird. Dann ist der Moment gekommen, wo die kluge Mutter auf Erlangung praktischer Kenntnisse, wie im Nähen. Kleidermachen. Kochen und diverser häuslicherBerrichtungen bringt. Wenn all' dies erreicht ist. blickt die lehrende Mutter stolz auf ihr Werk, und der zukünftige Schwiegersohn erhält eine Perle von einem Weibchen, gewappnet für alle und jede Vorkommnisse des täalichen Lebens. Zu den ersten Vorkommnissen bei einem jungen Haushalt, dem daS Frauchen glänzend vorsteht, gehört aber manchmal auch ein ganz kleiner Weltbürger. Die jugendliche Mutter hofft nun mit Zuhilfenahme ihrer allgemeinen, schöngeistigen, künstlerischen. musikalischen, Nadel-, Kochund Haushaltungskenntnisse, die ihr bisher als Hausfrau so vortreffliche Dienste geleistet, auch bei der zarten Menschcnblüthe erfolgreich zu mani vuliren. Gar bald erkennt sie jedoch mit Schrecken, daß ihre Bildung auf ! diesem Felde gleich Null ist. daß Nie1 mand unwissender, unerfahrener die ' r rw r , , , m lein tzcue iyrer gemahnen zerussthätigleit gegenüberstehen kann, als sie selbst. Ja, warum ist dem nun so?" frägt sie bestürzt, und wir wiederholen die Frage. Warum glaubt man. daß die Kenntnisse der Hausfrau und Mutter identisch seien, daß iede? Beruf einer Vorschule und vorbereitender Studien bedarf, nur der der Mutter nicht? Ist das Amt der Mutter vielleicht ein gar so leichtes, so wenig bedeutendes, wichtiges und verantwortliches? Oder fehlt es den lebrenden Müttern an der richtigen Gelegenheit oder Einsicht, auch diese Vorstudien der Töchter richtig zu leiten? Gewöhnlich heißt es: Ach. das lernt man später ganz von selbst, das gibt sich und übt sich, wenn man nur ein wenig Geduld und Liebe dazu mitbringt, und diese besitzt jede Mutter, welche das Herz am rechten Fleck hat!" So sprechen die mütterlichen Beratherinnen - der jungen Frauen. Aerzte und Fachmänner dagegen können beweisen, daß unzählige zarte Menschenblüthm alljährlich bei aller Geduld. Liebe und normaler Herzensbeschaffenheit ihrer Erzeugerinnen zu Grunde geben oder jahrelang elend dahinsiechen, nur weil die Mütter diese wichtigsten Kenntnisse so ganz von selbst erlernen und an ihrem eigenen Fleisch und Blut einüben sollen. Wie vielen jungen Müttern steht der Angstschweiß auf der Stirn, wenn sie blos vor die Nothwendigkeit gestellt sind, ihr Kind zum ersten Mal zu baden. zu kleiden u. s. w. Welch' rathlose Verzweiflung bemächtigt sich dieser unerfahrenen, unwissenden, jungen Frauen, wenn das zarte Wesen wimmert. weint und schreit, ohne daß sie im Stande sind, die Laute dieser Sprache zu deuten, zu verstehen und dem Würmchen entsprechende Linderung zu bereiten! Wie kann da Abhilfe geschaffen, wie den jungen Mädchen und Frauen, welche später vielleicht den Beruf der Mutter ergreisen, Gelegenheit gegeben werden. die Kunst der Kinderpflege rechtzeitig zu erlernen? höre ich meine freundlichen Leserinnen fragen. Ebenso wie in unserer modernen Zeit die Kunst des Kochens in öffentlichen Schulen gelehrt wird, weil es den Müttern oft an Zeit und Gelegenheit gebricht, ihre Töchter darin im Hause zu unterweisen, so ist man nunmehr bestrebt, auch Schulen für Kinderpflege zu errichten, weil es in der Familie zumeist an den Objekten zur praktischen Erlernung auch dieser Kunst fehlt. In aNerjüngster Zeit haben die Bestrebungen, solche Institute in's Leben zu rufen, bestimmte Formen angenommen, und man kann bereits
vuf einige praktische Resultate hin
weifen: wenn auch die Ausführung perschieden, die Grundidee ist überall ungefähr dieselbe. Das Verdienst, den bahnbrechenden Anfang gemacht zu haben, gebührt der Präsidentin des Vereins christlicher Frauen in Brooklyn. Dort existirt, vielleicht allerdings mehr in Rücksicht für Frauen und Mädchen, welche die erworbenen Kenntnisse auch außerhalb der eigenen Famil verwerthen wollen, schon seit drer Jabren ein Kurs, in welchem mit dem besten Erfolge häusliche Pflegerwnen für kleine Kinder, alte Leute u. s. w. herangebildet werden. Zum Unterschied von den trained Nurses", Welche natürlich ein weit eingehenderes. ernsteres, jahrelanges Studium im Krankenhause zu absolvlren haben. nennen sich diese Pflegerinnen amateur oder .convalescent Nurses und beabsichtigen, nur so viel Kenntnisse zu erlangen, als man im täglichen Leben als Frau und Mutter oder deren Ersatz und Helferin unbedingt benotblgt. In Boston hat in diesem Jahre eine bvaienische Gesellschaft die ursprüngliche Idee noch in erweitertem Maße cusaeführt. Eine absolvirte Doctorin der Medizin leitet den Unterricht der soaenannten Attendents". welche praktische Unterweisung in Allem erhalten, was man in der Krankenoder Kinderstube zu wissen braucht. Die Schülerinnen bekommen Unierweisuna im Bereiten von Umschlägen,
NaHruna, Bädern, wie die Ventilationultus dieser paradiesischen Inseln
und Desinfektion zu besorgen, wie Vuls und Temperatur zu nehmen seien. Und was uns als das Beste erscheint, es werden von verschiedenen Aerztinnen und anderen erfahrenen Damen und Müttern Vorlesungen über alle Zweige der Kinderpflege gehalten, bei welchen große Gummipuppen als Berjuchsooiekte vienen, an welchen praktisch erklärt wird, wie solche leoende puppen am besten z baden, zu waschen, zu massiren, sro4 tiren. anzukleiden, u. s. w. sind. Ferner wird gelehrt, wie man Betten macht. Dürchzüge wechselt nv s. w. Auch wird gezeiqt, wie man in einem Hausapparat Milch sterilisirt und andere Nahrungsmittel für Babies bereitet. Und all' dies wird nicht nur besprochen und demonstrirt, sondern die Schülerinnen müssen einzeln vor treten und die praktischen Handgriffe so lang wiederholen, bis sie dieselben ausgezeichnet ausführen können, sonst erhalten sie kein Zeugniß, welches sie berechtigt, sich als Schülerinnen des Wurfes auszugeben, cnn ich em junger Mann wäre, würde ich ein solches Document als zur Eheschließung unbedingt nöthiges Utensilium verlangen, und wenn ich ferner ein Mann wäre, der bei der Leitung verschiede ner deutscher Vereine etwas zu sagen hätte, würde ich schleunigst darauf bringen, daß solche deutsche Kurse für deutsche Mädchen und Frauen ernch tet würden, denn die Kenntniß der richtigen Kinderpflege ist etwas so ungemein Wichtiges, daß wi? dies vor allen anderen Dingen lernen sollten. Brahmanen als Cxecntoren. i Jn Ostindien gab es, und gibt es wohl auch noch heute, schlechte Schuld- ! ner, bei denen kein Bitten und Mahnen etwas half. Das wird Niemanden Wunder nehmen, denn es ist in. der ganzen Welt so, und weshalb soll Ostindien eine Ausnahme machen? Aber in der Art der Beitreibung solcher Schulden unterschied sich Ostindien wesentlich von allen anderen Ländern. Während man in diesen den Klageweg beschreiket und nach erstrittenem Erkenntniß zur oft fruchtlosen Exekution schreitet, gibt der religiöse Glaube der eingeborenen 'Bevölkerung 'Ostindiens dem Gläubiger ein viel bequemeres Mittel in die Hand, den Schuldner zur Zahlung zu zwingen. Nach den Grundlehren des Brahmanismus ist es nämlich ein: unsühnbaieSnd:. Schuld an dem Tode eines Brahmanen (eines' indischen Priesters) zu sein. Auf diesen Glaubenssatz fußend, miethet sich der Gläubiger einen Brahmanen untersten Grades, deren es hunderttausende gibt und die daher billig zu haben sind. Dieser Brahmane setzt sich nun auf die Schwelle des Hauses, in welchem der Schuldner wohnt, und ißt so lange nichts, bis der Schuldner bezahlt hat. Zögert der Schuldner mit der Bezahlung so kann der Brahmane verhungern und dann fällt die Sünde. seinen Tod verursacht zu haben, auf den Schuldner, welcher ihn durch seine Saumseligkeit im Zahlen gezwungen hat, zu verhungern. Es soll nun niemals vorgekommen sein, dafe ein zum Zweck-der Schulden-Eintreibung gemiethete? Brahmane sein Wort nicht gekalten, und vor erfolgter Zahlung feinen Platz an der Hausthür des Schuldners verlassen habe, aber ebenso soll es auch nur sehr ausnahmsweise vorgekommen sein, daß ein Schuldner sich durch Nichtzahlung der Todsünde schuldig gemacht habe. Die richtige Lesart. Stud. A.: Kannst Du mir nicht Dein corpus juris" auf einige Tage leihen?" Stud. B.: Thut mir leid, ich finde es garnicht. Das muß ich wohl verlegt haben." Stud. A.: Verlegt? Du meinst sicher: ver. setzt!- . Kasernenhofblüthe. Unterofficier: Wenn Ihr Euch den Pferden von hinten nähert, so müßt Ihr ihnen immer etwas zurufen, - sonst schlagen si: Euch auf Eure dickenSchädel und das Ende vom Liede ist wir haben schließlich lauter lahme Pferde in der Schwadron!
Hawaiische Götzen.
U e b e r r e st e des Aberglaubens der Kanaken. Die hundertjährige Herrschaft des Christenthums hat wohl vermocht, die zahlreichen Götzen zu entthronen, denen die Kanaken opferten, als der kühne Seefahrer Cook zum ersten Male die paradiesischen Inseln ds Hawaiischen Archipels betrat; allein den finstern Aberglauben vollständig auszurotten, ist dasselbe, außer Stande geWesen. Die Kanaken bekennen sich zur christlichen Religion, aber viele von ihnen verehren trotzdem im Geheimen manche ihrer alten Götzen, in denen sie gewissermaßen eine Art von Vasallen des Christengottes erblicken. Die Wälder von Hawaii sind heute noch von Kini Akua (Nymphen) bevölkert und die unheimlichen Kahunas (Zauberer) treiben ihr Unwesen wie früher. Es gibt nicht wenige Kanaken, welche fest davon überzeugt sind, daß die Apo Leo, Kuni und Pahiuhius den Commandsr Wiltse von dem BundesKriegsschiff Boston" zu Tode gebetet" haben, weil dieser der Königin Liliuokalani nicht freundlich gesinnt war. Der Einfluß der europäischen Civilisation und das Wirken der Missionäre haben zahlreiche Götzenbilder zerstört, doch sind deren noch im Innern der Inseln zu finden, wo sie von den Eingeborenen freilich mit der größten Äengstlichkeit behütet werden i?S ist finmihümMrh hrtft her lAnkeneinen so düsteren Charakter angenommen und grauenhafte Wahnvorstellungen hervorgebracht hat, wie dieselben in dem Glauben an die Gistgötter und Göttinnen zu Tage treten. Die Göttin Die Giftgöttin Kalaipa h o u. Kalaipahou, welche in demjenigen Theile der Insel Molokai haust, der den Aussätzigen zum Aufenthalt dient, treibt dort immer noch, ihr Unwesen, ebenso wie der. Gott Ku, dessen Hauptvergnügen in dem Brennen von Menschenseelen besteht. Ein anderer Giftgott ist Thamehaweda. Als der Negengott wird Lono verehrt, während Milu in dem Reiche der Todten. Po, die Herrschaft führt; Pele ist die gefürchtete Göttin des vulkanischen Feuers. Der Oberste aller Götter ist der alte Kane, der, trotzdem er den Menschen wohl will, das übrige GLttergesindel sein Unwesen treiben läßt. Auch sein jüngster Bruder Kanalva gilt als guter Gott, denn er hat die Quellen sowie 56äche und den Bananenbaum geschaffen. ! Der Aberglaube, daß die Seelen der Abgeschiedenen von ihrem himmlischen Aufenthaltsorte Kuahairo auf die Erde zurückkehren können, wird von den Kahunas in vollstem Maße ausgenutzt. Diese Betrüger lehren, daß alle Krankheiten und Uebel durch den Der Giftgott Thameha- . w e d a. Zorn der Götter oder durch die Zauberei böswilliger Kahunas, denen Geister zur Ausführung ihrer bösen Streiche dienen, verursacht werden. Zur Zeit der Noth sendet der abergläubische Kanake zu einem Kahuna, den er für besonders mächtig hält, und dieser vertreibt das Uebel durch seine Specialgeister. Dem Einfluß der bösen Geister kann man übrigens durch eifrige Verehrung seiner Vorfahren vorbeügen. Daß ein Mensch zu Tode gebetet" werden kann, wird vielfach geglaubt und bemächtigt sich dieser Glaube eines AnHangers der Kahuna, dann ist er rettungslos verloren. Er legt sich' hin und stirbt vor bloßer Angst, ohne Nahrungsmittel zu sich zu nehmen oder Trostworten Gehör zu schenken. In lebhafter Erinnerung ist noch der Tod der am 3. Februar 1837 verstorbenen Prinzessin Likelike, der Tochter des Königs Kapaakea und der Mutter der Prinzessin Kaiulani. Derselbe ist nach dem Dafürhalten det abergläubischen Kanaken durch die Göttin Pele berbeiaefübrt worden. Sie war von einem leichten Unwohlsein befallenal sich ein Lavasirom aus dem Vulkan
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Kilauea auf Hawaii zu ergießen beigann. Hierin erblickte sie die ihr von
Göttin Pele gesandte Todesbot. schaft und als gar der Mond emen Hof hatte, verlor sie alle Hoffnung: am nächsten Tage war sie eine Leiche. Memoiren eines Schmarotzers. Briefe eines berufsmäßigen Dinerout wie man in England die Schmarotzer der guten" Gesellschaftnennt , der die zweifelhafte Ehre hatte. Anwalt des Prinzregenten und nachmaligen Königs Georg des Bierten von England zu sein, sind soeben in London veröffentlicht worden. Der. Mann heißt Jeckyll. In jener Eigen--schaft und als Parlamentsmitglied, so-, wie als Freund des Lord Lansdowne kam er viel in Gesellschaft; man sah! ihn gern, weil er ein Witzbold und guter Erzähler war. Seine Briefe wimmeln von allerhand Erinnerunzen und Anekdoten. Jeckyll erhielt feine AusBildung in Frankreich; er brachte einige Tage in Blois, im Ehateau des M. La Balliere, zu. Das Haus war voll von Gästen, und da Mlle. Char'tier, ein. hübsches 17jähriges Mädchen, im selben Zimmer schlafen sollte, in ,dem die Gesellschaft gespeist hatte und ,da die Herren ihren Burgunder zu sehr liebten, als daß sie ihn im Stiche lassen konnten, so zog sie sich an's andere Ende des Zimmers zurück, kleidete ,sich aus, ging zu Bett und schlief ein, nachdem sie den Gästen noch ein paar Lieder unter der Nachthaube hervor gesungen hatte; wozu Jeckyll die Be,merkunq macht, daß Tahiti undFrankreich ungefähr auf derselben Stufe der Civilisation stehen. Ein Engländer, der lange Zeit in Paris wohnte, hatte die Gepflogenheit, zede Woche- mehrere Abende der der. Marquise X. in ihrem Landhaus zwei Meilen von Paris zuzubringen; die beste Gesellschaft war dort anzutressen. Eines Tages fragte sie ihn: ' Wk kommt es, daß Sie mit einem Lakaien ankommen und immer mit zweien wegfahren?" Der Engländer behauptete, nur einen Livree-Bedienten zu besitzen und stellte diesen Tags darauf zur Rede. Unter der Androhung Polizeilicher Maßregelung gestand der Bediente, daß er seit Langem von einigen .Pariser Aerzten bezahlt werde, denen er Leichen zum Sezlren aus der Umgebung von Paris verschaffte. Einige Burschen brächten ihm diese Leichen von einem Kirchhof in der Nähe der Villa der Marquise, und um allen. Fragen bei der Barriere von Paris um Mitternacht auszuweichen, habe er immer die Leiche in eine seiner abgelege,nen Livreen gekleidet und hinter dem Wagen aufrecht gehalten. Thcatergeschichten gibt es in diesem Buch natürlich eine Menge. Ein irischer Schauspieler, der mit seiner Truppe im Land umherzog, sollte Othello in einer Scheuer spielen. ,Er 'guckte durch eine Spalte in den Zuschauerraum und zählte nur acht Personen. Diesen rief er zu : Hol' mich der Teufel, wenn ich mich für acht .Personen schwärze. Heute Nacht spi;7 'ich den Neger weiß!" Als Kean den Hamlet spielte, kriegte der Geist einen Anfall von Nießen und nießte so stark und anhiltend. daß er nicht zu Worte kommen konnte. Die Zuschauer, denen nie zuvor ein in der anderen Welt erwischter Schnupfen vorgekommen war, brachen in Beifall' aus und riefen: bis! encore!" Jeckylls Urtheil üer Georg den Vierten sieht natürlich in scharfem Gegensatz zu der bitteren Satire, welche Thackeray über den ersten Gentleman von Europa" ausgegossen hat. Dagegen ist Jeckyll dem König Wilhelm dem Vierten gar nicht sehr günstig gestimmt: Der König hält Reden von Morgen bis Abend; ein gutmüthiges Geschöpf, der es gut meint, wenn er überhaupt etwas meint. Die Königin ist nützlich; 'so oft seine Tiraden über das gewohnte Maß der Albernheiten 'hinausgehen, unterbricht sie ihn oder svriebt über den Tisch.- dim Un, Halt zu gebieten und dem Gespräch eint andere Wendung zu geben." Widersprüche. Nein, eine solche Bosheit kanrr unmöglich möglich sein. Daß Sie das nicht glauben wollen, finde ich recht unrecht von Ihnen. Na, ja. Sie Pessimist haben gut schlecht von anderen Leuten reden. Sie finden so Etwas natürlich unnatürlich. - Na, dabei kann einem auch Wohl unwohl werden. Und Sie olauben nicht, daß die Sache nun gerade fchief geht? - . Ich sage ja nein ! Na, ein solcher Optimismus ist allerdings ein wenig zu viel ! m m m i Berufsstolz. Amtsrichter (zu einem bewährten Einbrecher): Diesmal hat Ihnen nun noch nichts bewiesen werden können, Sie sind daher entlassen. Wählen Sie sich aber doch einen anderen Erwerbszweig, der Ihrige ist doch gar zu schlecht." Einbrecher: Na, wissen Se, Herr Amtsrichter, mehr als Sie verdiene ick immer noch dabei !" Verfehlt. Rentner (zu seinem neuen Dienstmädchen): Sehen Sie sich mal diese Photographie meines Neffen an, Marie; wenn der Herr kommen sollte, sagen Sie jedesmal, ich sei nicht zu Haus, verstanden !" Dienstmädchen : Jawohl I" Der Neffe (nach einigen Tagen): Ist Herr Müller zu Hause ?" Dienstmädchen: Ick . . . warten Sie mal. da muß ich zber mal erst in unserem Photographiealbum nachsehen !"
