Indiana Tribüne, Volume 17, Number 179, Indianapolis, Marion County, 18 March 1894 — Page 3

UN 6.

Roman aus dem Italienischen des "gXcvxlnl. (7. Fortsetzung.) Olga faßte den Entschluß abzureisen zur rechten ?:t. Zweifel oder kerne Zweifel, ihr Verweilen in Ast:an:llo war nicht mehr angezeigt; die anderen Damen bildeten einen furchtbaren Areopag. j ' Die Sympathie für Milla war zu--ruckgekehrt, freilich nicht" über die Ma en, aber doch lebhaft genug und ge stärkt durch den Neid, welchen Olga doch mii der Akt in einem weiblichen .Kreise wecken mußt?. Vom Neid zur Kritik ist ein kurzer Schritt, und die Russin wußte sehr wohl, was ihr nii -tzen oder schaden konnte. Sie hatte bis jetzt verstanden, immer so zu thun, daß -man ihr viel nachsah, und daß durch Xtmt ihrer verschiedenen Herzensangclegenheiten die beneidenswerthe Stelle gefährdet wurde, die sie in der Gesellschaft einnahm. Sie war darin verblieben gleichviel wie sogar trotz ihres langen Abenteuers mit Giuliano abtz sie wußte sehr wohl, wie lange man ungestraft Sand in die Augen streuen darf. Sie erfand also einen sehr glücklichen Vorwand zur Abreise; der ehrenvolle Rückzug war mehr als gesichert. Aber im Grunde war sie ärgerlich, und im letzten Augenblick noch hatte ein Zweifel sie beunruhigt. Vielleicht war MillasKrankheit eineKricgslist.... die Herzogin' wurde sie auf diese Weise los und damit von ihren Be fürchtungen frei... Und unter dem Eindruck dieses Verdachtes biß sie sich einen Augenblick auf ihre schönen Lippen. AnGiuliano lag ihr durchaus nichts; foch wu5te sie bei ihm so gut zu heucheln, daß in seiner Seele der kaum und mühsam erwachte Gewissensbiß plötzlich verstummte, um einer Art feigen Aergers Platz zu machen! Olga bemerkte dies, und während sie in den Wagen stieg, der sie zum Bahnhof bringen sollte, warf sie einen raschen, aber eigenthümlichen Blick nach dem geschlossenen Fenster von Millas Zimmer hinauf. Sie ließ die herzlichsten, zart lichsten riifce für sie zurück und sprach die sicher? Hoffnung aus,' sie bald vollkommen gesund und frisch wie eine Rose wieder zu sehen. Inzwischen war sie selbst wunderschön, üppig, unwiderstehlich in der kräftigen Fülle ihrer Formen. Sie war im Reisekleid ungeuiein verführerisch. Ihr Pelzwerk machte sie nicht plump wi: die meisten Damen; es schien sich an sie zu schmie gen, wie der Mantel einer Königin des Waldes. Und Giuliano blieb allein miS der Kranken. Die Kran!7)eit war jedoch nicht schwer. Von Typhus keine Spur. Das Fieber nahm nicht zu und kam nur hie? und da wieder. Milla war aufgestanden, um die alte Dame, die Freundin ihrer Schwiegermutter, zu grüßen und sie zu versichern, daß es ihr jetzt wieder ganz ordentlich gehe. Aber nach der Abreise der letzten Gäste war es wieder etwas schlimmer mit ihr geworden. Sie verließ das Zimmer nicht mehr, aß wenig oder mchts und weinte im Stillen alle Augenblicke. Mit Giuliano wechselte sie nur selten em gleichgiltiges Wort. Ihre Kräfte waren erschöpft, aber sie leistete W: verstand, und in diesem von Niemand bemerkten Kampfe verzehrte sich ihre Energie. Sie war von jener stets zu--nehmenden Schwache befallen, zu im C:i weibliche Temperamente eine verlängnißvolle Neigung besitzen. Diese -".erkwürdize Art Krankh'it ist nicht icdtlich an und für sich und ist sehr 5u! zu heilen, jedoch nur, wenn der kranke den festen guten Willen dazu hat. Wenn nicht, so stirbt er und begeht unschuldigerveise einen unsinn: gen und grausamen Selbstmord. So vergingen zwei Wochen. Giuliano fing an, sich ernste Gedanken zu machen, und der Arzt desDorfes wußte nickt mehr, was er lagen sollte. Eines Tages rückte er mit dem Vorschlage heraus, man möo' noch einen Arzt rufen.... um eine ? nung mehr zu h b:n. . - Ahl" sagt: Giu 1110. ' Er erschrak. Und sollte die arme Milla wirklich so krank sein, weil fr das unglückliche Gespräch gehört hatte! Wie oumm war er doch gewesen! Zu dem hatte Olga ihn gehörig zum Besten gehabt.... während Milla, das gute Wesen, ihn vergötterte! O gewiß, ein tüchtiger, ein berühmter Arzt mußte herbei. Und der berühmte Arzt, Ä rt i . ' r von ViUiiano reiearaoolim oeroeiaerufen. traf wenige Tage nachher inAstia nello ein. Im Grunde genommen sagte er nicht viel. Er sprach von Nerven, von großer Gefuhlserregtyelt. von Blutarmuth, Schwäche. Und während er diese Bemerkungen machte, Millas weiß:, abge magerte Hand hielt und den VulS befühlte, betrachtete er aufmerksam bald Giuliano, bald das starre Antlitz der Herzogin. Schließlich erklärte er, es sei nichts Gefährlickes; er verordnete Eisenmittel. hob die Nothwendigkeit eines sehr ruhigen Lebens hervor und r:eth, den Winter im Süden zuzubringen. Dann ging er fort, im Herzen überzeugt, daß d:eie Frau schwer litt, ohne sich einen erleichternden Erguß zu gönnen. Der berühmte Doktor war nicht nur berübmt, er war alt. er kannte dieFrauen und das Leben gleich gut. V:i seinem Weggang: wurde ihm eine Ueberraschung zu Theil. Als er zur Eisenl.ahnstailcn kam, fand er dort einen braunen, sehr magern jungen Mann mit sehr dunklen, lebhaiten Au . gen, der auf ihn wartete, sich als einen Angestellten des Gutes Aukancllo zu er kennen gab und ihn einfach, aber Ziemlich kategorisch fragte, oö dieHerzogm sehr, sehr krank wäre. Der Arzt verweigerte die Antwort n:r. aab aber dem lunaen Mann nu

eine jener kurzen Ankworten, d!e er

als qenugend erachtete, um die vltw ierde oder die Anhänglichkeit eines Dienstboten an die Herrschaft zu be friedigen. Aber Drollino gad sich Nicht zusneden. Könnte lie sterben?" fragte er mit äußerster Ruhe. Die medlanische Berühmtheit zuckte ungedulidg die Achseln. Mein Lieber, was fragt Ihr? Warum sollte sie sterben? Sie hat eine gute Natur uid ist jung. Sie bedarf der Ruhe und hat nöthig, daß man sie in Frieden läßt, das ist alles." 3a," sagte Drollino.... Aber wenn indessen ." Er verstummte mit einem sonderbaren und tiefbekümmerten Ausdruck. Ob es nicht noch anhängliche Dienstboten gibt?" sagte der berühmte Arzt zu sich selbst, während er in einen schönen Wagen erster Klasse stieg. r Seht einmal brummte die alte Tonia im Ankleidezimmer, bas ist das dritte Mal, daß er heute kommt, mit der Entschuldigung, sich nach dem Vefinden der Frau Herzogin zu erkundigen." Ei, ei! antwortete Theresa, die zweite Kammerfrau, er hat so ganz Unrecht nicht; Earolma ist gar nicht übel. Und er hat jetzt einen schönen Lohn, und Beide gehören zum Gute. Es wäre eme gute Partie. Carolina trat unversehens ein. Was gibt's?" fragte sie ärgerlich, als sie errieth, daß ihre Ankunft ein Gespräch abgeschnitten hatte. Nichts, nichts. Wir sprachen nur ?on Drollino.." Merkwürdig!" erwiderte daS Mädchen. Natürlich um Böses über ihn zu sagen: Alle haben es auf den armen Burschen abgesehen. Ich aber behaupte, daß..." Ja, ja! Man weiß, man welß.. Was weiß man?... Es ist nichtZ wahr, mir liegt ja gar nichts an ihm. aber er mißfällt mir nicht, weil er ein guter Junge und der Herrin zugethan ist.' Das glaube ich," siel Theresa em; .die ganze Familie ist mit Wohlthaten überhäuft worden zu Lebzeiten des alten Herrn." Schon aut, schon gut... Und sind die Anderen vielleicht nicht auch mit Wohlthaten überhäuft worden?... Und doch. seht, denken sie einmal daran, nachzufragen, ob die Herrm lebendig oder todt sei?" Potztausend!" flüsterle Tonia. sie haben vielleicht nicht die gleichen Gründe, in die Garderobe zu kommen, die Drollino haben mag." Carolina erröthete und versuchte zu schmollen. Nein, nein, ich versichere Euch, er kommt ganz gewiß nur, um zu vernehmen...." Aber sie sagte eS leiie mit einem schelmischen, etwas heuchlerischen Lächeln. Es ist nicht wahr, daß er schlimm ist," fuhr sie fort; er hat vielmehr die besten Manieren. Er kommt sachte herauf, um kein Geräusch zu machen, und hört aufmerksam auf das, was ich ihm sage." Und sie sagte ihm vieles, das gute Mädchen.... Sie entschädigte sich bei ihm für die langen, stillen Stunden, die sie im Zimmer der Herzogin zubringen mußte. Sie erzählte ihm ausfuhrllch, wie die Herrm jeden Tag blässer und magerer wurde, und wie sie dieselbe immer unbeweglich mit geschlossenen Augen und immer wieder mit großen Thränen auf den Wangen fand. Nem, nein, der Carolina konnte man nichts weiß machen, und dieAerzte mochten lateinische Namen sagen, so viel sie wollten das Uebel der Herrin war nur Leidenschaft, das wa? es, und Eifersucht und das Leid, welches der Herzog ihr zugefügt hatte wegen der kicken Here, der Russm, die xmmtt lachte. Drollino horte diesen Ergüssen Carolinas aufmerksam zu, ohne etwas zu sagen, ohne zu mzrken,daß das hubfche, artige Kammermädchen vielleicht auch noch gern von etwas anderem gesprochen hätte. Er hatte in diesen Tagen sehr wenig zu thun, und deshalb schlug er die Zelt mit langen, ermüdenden Kitten todt, von welchen Mia sehr oft ganz schaumbedeckt heimkehrte. Manchmal traf Drollino im Hause ode? in der Allee den Herzog an. Giu liano bemerkte die Gegenwart des jun gen Burschen nicht immer, aber Drol lino gewahrte jedesmal mit einer Art Ahnungsvermögen das Nahen deZ Herzogs, und wenn er Zeit hatte, wich er der Begegnung aus. Er fühlte w bei seinem Anblicke das Blut in ihm wallte, und es kam wi: wahnsinnige Lust über ihn, diesem Manne mitStolz und Empörung gegenüberzutreten. Ein wilderFluch drängte sich ihm auf die Lippen. Aber dann kam ihm die Herzogin in den Sinn, welche das Fluchen nicht leiden konnte, und er wagte nicht, ihn auszusprechen... Und doch, wie gerne hätte er dem Herzog die Berwün schungen in's Gesicht geschleudert! Er thaßte ihn aus Herzensgrund., ohne irgend welche Scrupel. Er wa? nicht überzeugt, daß er in seinem Diensie stand. Seine Herrin war Milla. Und nun sollte Milla. vielleicht sterbnV um dieses Menschen willen! Ein andermal, als Drollino in den Stall kam, traf er den Herzog darin, wie er langsam und gesenkten Hauptes durch den Gang schritt. Er sah ihm mit einem grimmigen Blicke nach, und ein unbestimmter, aber furchtbarer Ge danke zuckte ihm durch den Kopf. Und um sich vor diesem Gedanken zu retten, beschwor er aus der Vergangenheit einen andern, nie vollständig ausgegebenen herauf, einen Gedanken, der ihn von Kind auf bewegt hatte, denjenigen, mit Mia zu fliehen, weit, weit fort. So würde er nickts

wissen, nichts sehen..... gesetzt den Fall, daß.... Er verließ den Stall und ging seiner alten Wohnung zu. l3 war ein kleinesBauernhauS, daS an ein großes Heumagazin angebaut war und vor dem sich die große Ebene ausdehnte. Ein alter Weidhüt mit seiner Familie wohnte darin. Drollinos Wohnung bestand aus einem Raum im Erdgeschoß, der früher als Küche gedient hatte; er hatte sein Bett, zwei Stühle und eine alte Truhe dort, in letzterer bewahrte er die wenigen von seinem Vater geerbten Kleider, seine eioenen, ausgenommen die zur Livree gehörenden, und etwas alten Kram bunt durcheinander auf. Er war schon eine Zeitlang nicht mehr dagewesen. Die Hausfrau hatte seine Abwesenheit benutzt, um in einer Ecke des Raume? die letzte Kartoffelernte aufzuhäufen; große Spinngewebe hingen - zwischen den Valkm der Decke, und das einzige kleine Fenster hatte zerbrochene Scheiben. Er öffnete dieTruhe und fing an, in den alten Kleidern herumzuwühlen. Plötzlich hielt er inne. ES wa? ihm ein kalter, schwerer Gegenstand in dieFinger gekommen. Mit einer lebhaften Geberde zog er ihn hervor. Es war eine alte, zweiläufige Pistole, und er erkannte sie sofort als die Waffe, welche fein Vater als Wächter immer benutzt

hatte. Er untersuchte sie lange, sie war noch in ordentlichem Zustande; und als :r weiter suchte, fand er in einemWintel der Truhe sogar noch Munition. Drollino dachte nicht daran, dieKleider wieder zu ordnen. Starr, wie magnetisirt, blickte er auf die alte, etwas vom Roste angefressene Waffe. Langsam fing er sie an zu putzen, brachte sie in Ordnung und lud sie mit dem Gedanken: Sie wird mir auf der Reise dienen." Aber als er sie sauber und glänzend, zum Gebrauch: bereit, mit nachgiebigem Drücker vor sich sah. hielt er nochmals inne. Sein Gesicht glühte, die Schläfen hämmerten, und er spannte den Hahn und setzte ihn vorsichtig mit einer fast krampfhaften Geberde wieder in Ruhe, wie in einem furchtbaren inneren Kampfe. Endlich zuckte e2 blitzartig über daS verstörte Gesicht, und ein Gedanke schien zu siegen. Drollino verbarg die Pistole in der inneren Tasche der Jacke, welche cr eben trug, dann warf er die Kleider alle wirr durcheinander wieder in das Innere der Lade. Zu Hause angekommen, erkundigte er sich nach der Herzogin. Das Fieber hatte zugenommen.. Am folgenden Tage fiel der erste Schnee und hüllte die prächtige Villa in tiefes, winterliches Schweigen. Im Hause herrschte eine schwermüthige Stille. Man sah den Herzog selten, und Milla war seit mehreren Tagen nicht mehr aufgestanden. Die so plötzlich eingetretene Kälte war ihr schlecht bekommen. Sie fühlte sich zwar nicht sehr leidend; in der tiefen, trauervollen Ruhe, in welche sie sich versenkt hatte, kam es ihr sogar vor, als werde sie gewiegt von einer sie langsam einschläfernden, vorrückenden Erschlaffung. Und wenn dieselbe schließlich auch das Ende bringen sollte,.... je nun.... desto besser! Das war kein Leben mehr.... Sich demüthigen, sie?.... So beleidigt.... vergessen? O nein', eher sterben, sterben!.... Giuliano seinerseits war im hochsten Grade aufgeregt. Schwere Gewiffensbisse beunruhigten feine schwache ' Seele. Er wünschte aufrichtig die Frau zu retten, welche seiner grenzenlosen Eitlkeit ihr eigenes Leben zum Opfer brachte. Der unmittelbaren Herrschast Olgas entrückt, kehrte er in sich; cr bereute, sie wieder geliebt zu haben, und glaubte sie jetzt zu verabscheuen. Das Schicksal seiner Gattin rührte ihn, und er weinte ost, wenn er aus dem blauen Zimmer kam. Wie gern wäre er soaar er, dem die Scenen so sehr zuwider waren Milla zu Fußen gefallen, hätte ihr gesagt, daß er im Grund: nicht so schuldig war, wie sie ihn vielleicht hielt.... hätt: dessenunqeachtet ihr: Verzeihung erflehen, ihr für die Zukunft eine aufrichtige, unumfcbränkte Treue schwören.... und halten mögen. Er versuchte zwei- oder dreimal eine Erllärung. Aber sie blickte ihn mit so unnahbarem, eisigem Stolze an, daß cr in den einleitenden Bemerkungen so fort abbrach und die Erklärung., auf tpatcr verschob. Eines Tages verkündete Carolina Drollino etwas, das sie unaemein betrübte.... die Herzogin hatte nach Pater Ilona verlangt. Drollino antwortet: nichts darauf als sein gewohntes Ah! ", aber es klang diesmal rauh und wie erstickt. Nun wollte Carolina ihn beruhigen. O, deshalb war es noch nicht zum Aeußersten gekommen; aber die Frau Herzogin war so fromm, und dann.... v:el leicht.... Drollino blieb ernst und finster und starrte auf den großen Tisch, wo eben 1. ? , r r n . oie qcre geianx wuroe. Der Schnee fiel unaufhörlich in aro ßen. ausgefransten Flocken, und Pater Lona kam in einem wirklich bemitlel denöwerthen Zustand in der Lorhalle an. Während er vor dem großen, im Kamin des Speisefaales angezündeten Feuer sich abtrocknete, kam der Herzog, um ihn zu begrüßen. DasGespräch war kurz und kalt, fast wie der Tag. Der Priester und der Hausherr studirten sich gegenseitig und mißtrauten einander auch gegenieltig. Giuliano hatte für ihn zwei oder drei etwas gewundene Phrasen: er empfahl ihm, die Herzogin nicht zu eri r-r r rv. jr muoen, oie Arme, oie gar o icywaa) war. Dafür hatte Vater Lona em zwei- oder dreimaliges Kopfnicken, was vn JSrtJf yftr rtlthl ftfi?nf v. yvtgvi jbvvu y v vw.v. Und doch mußte dieser auf derSchwelle des Zimmers ein höfliches : Bitte, ma-

czen Sie stch'S bequem," murmeln und sich fachte zurückziehen, während die väterliche Gestalt des freundlichenGeistlichen sich Millas Bett näherte. Pater Loria hatte gewiß nicht die Ablickt, die Herzogin Milla zu beimruhigen und zu ermüden, aber soviel ist sicher, daß sie schrecklich beunruhigt und ermüdet, und ihr Gespräch kritisch und stürmisch wurde. Es war ein förmliches Duell zwischen der Autorität und der Empörung. Milla erzählte ihm alleS mit fieberhafter Hast mit dem ganzen Ungestüm ihreSGrolleF, mit dem Bedürfniß nach Mitgefühl, das sie so sehr quälte. Sie erzählte ihm mit plötzlich erwachender Energie, wie sie ihren Gatten liebte, wie sie fühlte, daß der Schmerz an ihrem Leben nagte wie der Wurm an der Wurzel der Pflanze! O! Ihre Liebe war so groß, so .glühend gewesen, ihre zärtliche, schrankenlose Folgsamkeit nicht die Schwäche eine? zur Herrschaft unfähigen Seele; nein, ein vernünftiges Wollen, ihre Auslegung der Liebe, ein unersättlicheö Opferbedürfniß, die Selbstverlcugnunsmanie des liebenden Herzens. Sie hatta volles Vertrauen gehabt, hatte ihm dies volle Vertrauen beweisen wollen!. Sie wollte um jeden Preis dem Herzen dieses ManneS genügen! Und alles das war um-

sonst gewesen. Er war wieder jener . zu Fußen gefallen. Und nun? Pater Loria ließ sie ausreden. Aber als sie zu Ende war, als sie noch ganz zitternd von ihrem Herzenserguß mit heftiger Geberd sich in ihre Kissen zurücksinken ließ, fing' er an zu sprachen. Er hielt keine langen Reden. Jch verstehe Sie und bemitleide Sie sprach er sanft. Und dann, als sie ihn wie außer sich mu weinenden Augen ansah, fügt: er gelassen bei: Nun thut zweierlei noth: erstens verzeihen." Sie smauderte. .Und dann? naate sie mit leidenschaftlicher Ironie. Und dann leben, war Pater LoriaS einfache Antwort. Als der alte Priester eine Stunde nachher das Zimmer der Herzogin verließ, traf er mit dem Herzog zufammen, welcher, ungeduldig und beunrubigt durch die langandauernde Unterredung, mit großen Schritten imGange auf und ab ging. Der Beichtvater und der Gatte grüßten sich äußerst höflich, noch höflicher als beim ersten Zusammentreffen, aber nicht weniger mißtramsch und voll gegenseitiger Abneigung. Gluliano fühlte etwas in der Luft liegen. Vielleicht eine nahe bevorste hende Erklärung, welcher er jetzt, da der Priester sie veranlaßt hatte, mit schrecken entgegensah. Es war sur ihn eine wahre Erleichterung, als er von der Kammerfrau vernahm, die Herrin sei müde und habe befohlen, man solle sie ruhen lassen. Milla hatte ausgeruht... aber jetzt war sie ermattet.... Diese Nuhe war in Wirklichkeit einer der hartestenKam pfe ihres armen beleidigten und zugleich liebenden Herzens gewesen. Die Religion hatte einen Rath gegeben, und die Natur und die Jugend hatten ihn mit geheimer Zustimmung aut cttm ßen aber der Stolz hatte auch sein -t tY?r . em t r , reoeuicycs zuozi gksUizri. Die winterliche Dämmeruna, verlungert durch den weißen Wid:rsch:in des gefallenen und des noch immer fallenden Schnees, breitete langsam ihr grauweißes Zwielicht aus. In dem zu Nkkmenk?n ?V.!Ti!?l irnt hrt3 nrAhp v v v v v w v v mm WW W W V 3 Mit den hellblauen Wanden deutllÄ hervor. Millas blasses. Eesichtchcn hod sich nickt mehr ab von dem weichen Weiß de? Kissen und schien beinahe die unbestimmten Umrisse em:r Maske anzunehmen. .Befehlen Sie Licht?" fraate das nainmerinaoen inje. - w f 9 fr .Nem," antwortete Milla mit Ull sam schwacher Stimme. Geh' nur., ich will ruhen.Das Madchen gma auf den ftun spitzen hinaus. Im Zimmer herrschte ein tiefes, seierlichcs Schweigen. Giuliano empfand eine unerklärliche Angst, sah wie ge bannt auf das blendend weifc Bett und versuchte mit dem Blicke die una wissen Umrisse.de kleinen weiblichen orpers zu ersassen, der regungslos unter den Betttüchern lag und in dem Dunkel, welches das Zimmer nach und nach einhüllte, dahinzusterben, sich in Nebcl aufzulösen schien. Er hätte gern mit Milla gesprochen, ihre Stimme gehört; es war ihm ein anastvollesBedürfniß. Und während er dachte, wie er er wenn auch gleichgiltige Frage an Milla richten könnte, auf die sie ihm antworten müßte, siehe, da ertönte plotzlick, durch die beängstigende, geheimnißvolle Stille ihr schwaches Stimmchen und sprach ein Wort, das lange nicht mehr über ihre Lippen gekommen war: lMlano! i Er fuhr in die Höhe und neigte sich r . m i7 - - w. . ' raicg uoer oas eu, eriqreal von diesem Tone und dem Unbestimmten, das da kommen sollte. Sie reichte ihm bie kleine, abgemagerte Hand. .Giuliano..". wiederholte sie lang, sam, ich muß nicht., ich muß noch nicht sterben. Und deshalb... weißt Du " O! Sie konnte es fast nicht über die Lippen bringen: es war fo hart, so übermenschlich Sie zitterte sie kam aus der Fassung. Weißt Du fuhr sie mit einer heldenmüthigen Anstrengung fort; ich wollte sagen, daß... daß ,ch alles vergessen willAber auch Du mußt, wenn Du willst, daß ich. . Er ließ sie nicht ausreden. Er warf k!ch auf die Kniee, ergriff sie bei den Handen, bat sie Mit erstickter, leidenschaftlicher Stimme um Verzeihung, schwur, daß er sie liebe, daß er nicht wirkliÄ schuldia sei. daß. was sie

geyorr yane, nur der AuZdrucr erner momentanen, flüchtigen Tollheit, einer flüchtigen Laune ohne irgend welche

tiefere Bedeutung und Folgen gewesen sei. Und er wiederholte seine Veiheuerungen, die glühend und aufrichtig waren, wie rn diesem Moment auch seine Reue glühend und aufrichtig war. Und in dieser stürmischen Reaction, in diesem plötzlichen Wiederaufleben seiner Liebe zu der Frau, die er zu verlieren fürchtete, wurde Giuliano beredt und zeigte sich in einem neuen Lichte, ,n einem Lichte, m welchem er, semer Herrschaft über Milla vollkommen sieher, sich nie die Mühe gegeben hatte, zu erscheinen. Du liebst mich also, Du liebst mich?" fragte die Kranke, in diesem Augenblicke hingerissen von ihrer rasch erwachten, warm ausbrecbenden Liebe. 6 sie wieder alles entschuldigen, verzeihen, vergessen ließ und sie blindlingS und selbstvergessen einer noch mächtigeren und unerschütterlicheren Tauschung überlieferte Er bedeckte sie mit Küssen. O, wie er sie Irebte! Wie er oelitten hatte! O seine Milla, seine angebetete Milla! Er war nicht.. Kreole rn diesem Augen blick! Plötzlich fühlte Milla, wie in der sie. verhaften Erregung ihre Kräfte wieder erwachten. Sie setzte sich im Bette aus. umklammerte mit ihren abaezehrtenArmen Giulianoö Hals und schmiegte sich , r l. i n an iln Mil emem ?curei oes yocynen TnumpheZ und Entzückens: Leben! Leben!" In der Villa war noch immer das Unterste zu oberst gekehrt. Vor wenigen Stunden waren der Herzog und die Herzogin nach Neapel abgereist, wo die alte Herzogin Lantn mir ihnen zusammentreffen sollte. Die Abreise hatte eben stattgefunden und eS wurde noch immer darüber hin und her gesprochen. Die Herrin war Wirklich noch nicht hergestellt, doch ging es ihr viel besser. Aber sie hatte viel auZgestanden, die Arme! Und waS für eme Freuds war es für Alle gewesen. als sie zum erstenmal zum Essen herun terkam. Den Abend vergaßen sie so schnell nicht. Die Mahlzeit war nicht im qro ßen Saale aufgetragen worden, fondern in einem gut erwärmten, mit den schönsten Camenen des Treibhauses ge schmückten Zimmerchen. Nach beende tem Mahle war die Herzogin, auf den Arm ihres Gatten gestutzt, einen Au genblick in dir Halle gekommen, um den guten Leuten für ihre. vielen Le behoch" zu danken. Sie hatte fast mit jedem gesprochen, hatte die alte Pfort nerin wiedererkannt, die Verwalterin gegrüßt, hatte auch gesehen, daß zwei Weidehuter da waren und sogar Drol lino, der, scheu wie immer, sich hinter einen Pfeiler halb versteckt hatte. Sie ließ ihn sogar vor sich rufen. Ich habe vernommen," sagte sie freundlich zu ihm, daß auch Du oft kamst und Dich nach mnnun Befinden erkundigtest. Ich danke Dir dafür. Er fah sie starr an, wie bezaubert Wie schön und blaß war sie... wie verschieden von allen Anderen! Gmliano, welcher der Herzogin zu Ehren ganz alten Johanmsberger ge trunken , hatte, war sehr fröhlich auf gelegt. Gewiß," rief er leutselig, er kam jeden Tag, um bei der Carolina nachzufragen.... ei!.... ei!. schau.... Drollino!" Und Drollino schaute den Herzog auch an, aber auf eine Art und Weise, daß dieser, wenn er auch weiter lachte. doch keinWort weiter sprach Und gleich t. r e'r i . nr?v . r7;oarauf luyrie er llua weg, er jutu) iete, sie möchte sich ermüden. Milla widersetzte sich nicht: ohne es zu bemerken, verfiel sie unwiderstehlich rn den blinden, vertrauensvollen Gehorsam ihrer Liebe. Sie verreisten also in den ersten Ta aen des Dezember, zufrieden, glücklich, in vollkommener Harmonie Im Hause blieb derjenige Theil der Dienerschaft zurück, welche der Herrschaft später nach Neapel folgen sollte, und derzenlge. welcher ständig m Astranello blieb. Am gleichen Abend waren Alle in der Küche um daö lustlgeFeuer des gro ßen Kamins versammelt. Auch Drolli no kam einen Augenblick, bevor er zu Bette gmg. Von der fröhlich plaudernden Gesell schaft wurden natürlich die Ereignisse der sturmischen Vllleggiatur bespro eben. Und die Russin?" fragte auf emmal der Küchenjunge. Der Oberkoch brachte eine Hand auf gleiche Hohe mit dem Kmn und blies mit einer lebhaften Grimasse rasch über die Handflache hm. Fort!" fügte er mit komischemAus druck bei, wie einTaschenspieler, der ein Zuckerkuaelchen verschwinden laßt. Es folgte ein allgemeines Gelächter. Aber der boshafte Junge fuhr fort: Aus immer?" Der Koch zog mit einer dhilosophi schen Miene die Achseln in die Höhe: Mein Lieber, wer welk das Kunr tiqe?.. Hoffen wir, ja! So viel ist sicher, daß dank dieser Teufelm unsere gute Herrin in großer Gesahr gewesen ist. Und ich sage, wenn ihr das noch einmal passirt..", ließ sich jetzt der Mawrdomus vernehmen. So stirbt sie, he? So stirbt sie wirklich? fiel der Junge rasch ein. Zum Teufel mit dem Jungen, antwortete der Majordomus ärgerlich; was verstebltDu davon, zungerNlchts nutz, daß Du Dein Maul darein hängst?" Und um ihm zu beweisen, daß es ihn gar nichts angehe, versuchte er ihm emen Fußtntt zu geben. Aber er konnte ihn nicht erreichen und mußte lachen. Drollino ging unbemerkt auS der r. r: 2. ... I jiuuc uuy t;uuy iuu wul'ti ui ucu Stall..

In vem wetten Raum herrschte eine

angenehme Wärme und ein dem Auge wohlthuendes Halbdunkel, welches hin und wieder durch das Licht kleiner, an den Gewölbebogen aufgehängter Lampen unterbrochen wurde. Hinten neben der Auöganasthür brannte ein kleines flackerndes Oellicht vor dem Bilde deS heiligen AntoniuS. In einem offenen und eben leeren Verschlag lag auf einem Klappbett ausgestreckt und rn feinen großen, grauen Mantel gehüllt der diensthabende Wächter und schnarchte rn festem Schlase. Im Stalle waren eben jetzt mchk mehr alö fünfzehn Pferde. Sie waren ruhig. Die meisten schliefen; einige ließen ab und zu ein leichtes Stampfen hören und verriethen jede Bewegung durch den Larm der hölzernen Kugeln, die an den Halftern angebracht waren und gegen d äußeren Wände der Krippen schlugen. Mia war zuhinterst, im Verschlag rechts, und schlief, seitlich auf dem Stroh ausgestreckt; aber als Drollino näher kam und sie halblaut beim fla men nef, erhob sich das gute Thier, aus dem Schlafe aufwachend, ungestüm mit der raschen, dem edlen Pferde eigenen Bewegung, das nicht in einer unthätigen Stellung überrascht werden will. Es wandte den kleinen, intelligenten Kopf und schaute seinen Herrn mit den großen, ausdrucksvollen Augen an.. Mia," sagte Drollino mit dem einförmigen Tone eineZ im Traume Sprechenden, indem er liebkosend den glänzenden Rücken des Pferdes streichelte.. Mia, sie ist abgereist.' Der Widerschein deö kleinen Lichtes vor dem heiligen Antonius strahlte als ein leucktender Punkt auS Mlas ausmerksamem Augenstern. Mia!" fuhr Drollino in gleichem Tone fort, wenn sie gestorben wäre. hätte ich ihn getödtet.. weißt Du?. EmeS oer nächsten Pserde tm hef tig am Stricke, und die Kugel schlug lärmend gegen die Wand. Hoho!" brummte der Stallknecht zwischen Wachen und Schlafen. Im Stalle herrschte tlese Stille. 1 8. Capitel. Der Mai und feine Blumen waren wieder da, der Mai und sein heller Himmel, seine leichten Wolken, seine frühzeitige Wärme! Der Mai, welcher der Villa Astianello zulächelt, undMilla, welche den Rosen des Mais, den Rosen von Astianello zulächelt. Im Garten blühen sie in zahlloser Menge, in allen Sorten und Farben; es ist sogar eine ganz grüne darunter. die gar nicht schon ist, und deren Strauch doch sehr viel Geld kostet. Eine Seltenheit, natürlich Diese ehrliche Abart der Rosen möchte bei uns lieber nicht wachsen, da sie wohl weiß, wie schlecht sie sich mitten unter ihren wunderschonen Schwestern aus nimmt. Aber wir, statt ihr Dank zu wissen für ihre ästhetische Erkenntniß und ihre Sprodlgken, strafen sie da für und zwingen sie zu einem küm merlichen Wachsthum und widerwllligen Blühen m unseren Garten. Milla hat sich eine Zeitlang über den Strauch gebeugt und ihn betrachtet. Jetzt richtet sie sich auf und ruft: .Giuliano! Jede Spur von Krankheit ist aus ihrem Gesichtchen verschwunden, das jetzt runder geworden und von einem leichten Roth überbaucht ist. Ihre Ge stalt ist immer noch schlank und klein. aber von der früheren Magerkeit ist nichts mehr zu sehen. Milla tragt ein elegant gesticktes Morgenkleid aus weißem Musselin, reich verziert mit blauen Schleifen und rosafarbenen Blümchen. Das reizende Geschöpf strahlt wirklich von Gesundheit; der frische Morgenwmd hat ihre Frisur etwas zerzaust und die blonden Haare fallen wirr über die Stirn und beschatten die freundlichen braunen Augen vollLicht, Freude und Liebe. Giuliano!" wiederholte sie lauter und wandte sich gegen das Fenster eines im Erdgeschoß liegenden Zim mers. Giuliano, dem fröhlichen Rufe folgend, erschien endlich in der Fensterfullimg. Sein Oberkörper, sein welkes Gesicht und die reiche Fülle von Haar und Bart nahmen sich sehr gut aus auf dem dunkeln Hintergrund des ZiM mers. Wenn man ihn jedoch näher an sah. schien er ein wenig älter geworden zu sein, Und unter seinen schönen I? w ! r . blauen Augen yalien ncy einige sazwache, kaum bemerkbare Runzeln eingestellt. Auch er hatte einen heiteren und zufriedenen Ausdruck, und der Duft feiner hellen Havannacigarre drang bis zu dem Rofengebüsch und mischte sich auf sonderbare Weise mit den verschiedmen starken Wohlgeruchen der Blumen. Milla verließ den Strauch und nä herte sich dem Fenster. In der Rechten hielt sie die berühmte grüne Rose, in der Linken einen Strauß wundervoller Gloire de Dijon. Denk nur, Giuliano, sie gefällt mir nicht." WaS?"' Diese Rose." - . - Und warum gefällt sie Dir nicht?" Weil es nicht eine Ittose ist wie die andern auch; sie hat em Original sein wollen, und das taugt nichts. Wirklich?" Rein. Man muß vernünftig sein und thun wie die Andern auch. Ich bin so überzeugt davon, daß ich nicht gut vrediaen und schlecht handeln will. Ich will nicht sein wi: die grüne Rose. Wir wollen also m Juni m's Bad gehen. Aber, meineLiebe, warum denn in'S Bad gehen, wenn Du keine Lust dazu haii? Mr konnten ganz gut hur vlelven." t (Fortsetzung folgt) ' Dem Reinen ist alles rein. Den Schwein auch.

Münnerkleider für Frauen. Kleiderreform für die Frauenwelt

bildet heutzutage ein fchier unerschopflcbes Thema. Verschiedene Systeme, welche ein Mittelding zwischen der Männer- und der Frauenkleidung darstellen, wie das modmarte syrische System" und andere mehr haben begeisterte Vorkampfer und AnHanger gefunden, andererfeits haben, diese Re formbewegungen eine entschiedene Verurthellung erfahren. Ein! berühmter Pariser Künstler, der um sein Gutachten in dieser vielfach erörterten Frage ersucht wurde, gab eine zwar deutliche. wenn auch brüske Antwort. Wenn meine Frau Hosen anziehen wollte, würde ich sie (die Frau) zum Fenster hinauswerfen," erklärte er. Trotzdem gibt es m Paris zahlreiche Frauen, welche vollständige Männer kleidung tragen und denen die dazu erforderliche Erlaubniß von den Behörden bereitwilligst ertheilt wird. Meistens tbun dies Frauen, welche die Arbeit von Männern verrichten. So kam kürzlich be: einem Unfall ein 5wtfcher zu Schaden, der, in das Hospital überführt, um Unterbringung in der Frauenabtheilung nachsuchte; es war eben eine Frau, die, als Mann geklndet. besser zahlende Beschäftigung aefunden batte. Allein auch Frauen der soaenannten besseren Stande haben die Männerkleidung adoptirt. Unter ihnen ist besonders Madame Jane Dleulafoy bemerkenswerth. Bereits im Jahre .. .. . ' 'Jane Dieulafoy. ' 1870 folgte sie in Knickerbockers" ihrem Gatten in d:n Krieg. Als ihr Gatte später eine Forschungsreise nach Persien unternahm, blieb ihr, wie sie sagte, die Wahl, entweder zu Hause zu bleiben und sich mit Flirtations" die Äeit zu vertreiben oder Mannerkleider anzuleaen und ihm zu folgen. Sie itbat das Letztere und seitdem trägt si5 dieselbe Nicht nur auf ihren ausgedehnten Reisen, sondern auch in Gesellschaft. Ihrer Ueberzeugung nach als billiger ist und das weiblicher Gesckleckts auch von Frauen adoptirt werden, da dieselbe sowohl praktischer als billiger ist und die weibliche 3t schlecht in den Stand setzt, Berufsarten zu ergreifen, die das jetzige Bettel dungssystem dem Weibe verschließt. Auch ein Fumilienglied. Run. mein lieber Felsenbauer, wie gehts denn Euch und Eurer Familie?" danke, untertbäniast. für hoch gräfliche Gnaden, meine Kinder, ich und enei' Weiberl' san g'sund, nur idie alte Muttersau, die is jetzt g'rad' a wengerl unpäßlich!" ..Sein Begriff.. ".Mein Sohn widmet sich der Forsckercarriere. wird Reisender und geht nächstens in die heißen Länder. ..." - Gott, will er machen in Sonnenschirmen?" Qezei chnend. Wie alt sind denn die drei Tochter der Baronin?" .O. die erste ist heirathssahig, die zweite heirathsberechtigt und die dritte heiraihslustig!" Splitter. Auf der Bühne, endet die Comödie mit der Heirath; im Leben beginnt die Tragödie mit de,; beiwifj!