Indiana Tribüne, Volume 17, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1894 — Page 3
z auiw Homan cos dem Italienischen des Memink. (5. Fortsetzung.) Endlich nahm die grausame Qual ein Ende. Die Baronin und ihr Gefotoe scbifften sich nach Livorno ein. Abc? nicht, ohne mit der Badegesellschast von Viareggio einen neuen Ausfi;:g verabredet zu haben. In Genua sollten Rezatten stattfinden, die man gemeinschaftlich besuchen wollte. Es war Milla zu Muth:, als sitze ihr der Tod im Herzen. Und wälxend der illuminirte kleine Dampfer im hel len Mondlicht rasch über das Meer hin sich entfernte, sagte sie zu sich selbst: Diese Nacht will ich ihn fragen...." Gwliano kam übelgelaunt nach Hause zurück. Der Champagner war nichts wertb," sagte er zu seiner GzU Ün. Er batte aucü keinen Schlaf. Er war n:e in ücfcanlen vertieft. Nicht t:a:ut7, ein irnig aufgeregt. Und 'doch schien er Milla bezaubernder als je. Und ebenfalls aufaerea.t, platzte sie uorsiöiiz und ungestüm mit der Fr?.g: heiauZ: Waru.".i haben jene ? ü: daZ gesagt?" Öinliino blickte rasch auf, e? 1 i dem 'verstörten Gesicht: sei rau das Herannahen einer Scene. Er erhzb sich, machte ihr eine leichte Verbeugung und trat in das nächste ri f N) wl.itCl Und Milla blieb allein mit der Qual der Eifersucht, mit der Vermuthung, das sie eine große Thörin gewesen, mit dem Schrecken, Giuliano beleidigt zu haben. Es war das erste Mal, daß ihr solches geschah. Am folgenden Tag: erschien die Herzoain Allen sehr blaß. Giuliano hingegen war liebenswürdiger als je. Aber die arme Frau litt so sichtlich, daß sie cm Abend nicht mehr ausgehen konnte Und zwei Tage nachher nahm eine müde, erschreckte kleine Seele Abschied' von der Welt, ohne der Ewigteil den Tribut einer menschlichen Exi stenz bezahlt zu haben. Im Augenblick der Gefahr, als Milla fühlte, wie sie zwischen Leben und Tod schwebte, kam ein seltsames Wort über ihre Lippen. Verzeih mir," sagte sie zu Giuliano. Der Herzog war sogar in der Angst, die ihn gefangen hielt, einen Augenblick verwundert. Dann begriff er. Später, als die Herzogin, noch todienülasj, in ihren: weißen Hauskleide ihm zulächelte, glücklich im Gefühle d:s wiedergeivonnznen Lebens und des wiederacs.kien Gatten, sagte er sanft zu ihr: Du Böse!" Sie neigte errathend das Haupt. O ja! Sie war so böse gewesen.... Sie hatte schlimme Gedanken gehabt Aber sie hatte gelitten. Und sie erzählte ihm, was sie gelitten hatte. Er nahm eine ernste, beinahe Väterliche Miene an. Ach. wenn seine Milla nur nicht so kindisch gewesen wäre und Albernbeiten Gehör geschenkt hätte. Gewiß, es war einmal etwas gewe sen. Aber Ah, es war etwas gewesen?" bemerkte Milla, und eine dunlle Eluih ergoß sich über ihre blaffen Wangen. Der Herzog zuckte die Achseln und fing an zu lachen. G:wr," meinte er ruhig, ich war seinerzeit etwas leichtsinnig. Um Keruünftig zu werden, bedürfte ich eben Deiner...." ' Sie errcthete wieder, aber diesmal aus Stolz, aus dem wonniaen Stolz dcs geliebten Weibes! Und mit freudigem und reuevollem Herzen reichte sie ihrem Gatten die Hand. Er faßte sie. und Milla begriff, wie so gar thöricht und kindisch sie gewesen. O ja, er liebte sie. wie sie ihn liebte, ausschließlich und auf immer... Die Vergangenheit ezistirte nicht mehr sie war ein entschwundenerTraum. Sie kehrten vor der festgesetzten Zeit nach Astianello zurück. Milla merkte auf. genau auf! Würde Giuliano wieder gähnen? Nein, Giuliano gähnte nicht wenigstens nicht in Millas Gegenwart. Aber es kam vor, daß er ein wenig v:rdrießlich aussah und, wenn er langsam in der Mee hin und her schlenderte, mit der Spitze seiner glänzenden St?eselchen arme kleine Blumen quälte, die doch wirklich an nichts schuld waren. Eines Tages, als Milla zumFrühstück herunterkam, brachte sie einen sehr eleganten kleinen Bleistift aus einem Notizbüchlein mit. Sie hielt ihn fest zwischen den kleinen Fingern und fing an, auf den Rand der Zeitung, welche Giuliano fertig gelesen hatte, irgend etwas zu schreiben. Ihre kleine Hand zitterte ein wenig, aber die Worte waren schön geschrieben. Was machst Du da?" fragte Giuliano schläfrig.Sie hörte mit einer plötzlichen Bewegung. wie ein auf einem Fehler eratpptes Kin' auf zu schreiben und sagte dann -mit herzgewinnender Lieblichkeit: Ich denke, wir können auf Octover doch Jemand einladen." Und dabei sah sie ihn forschend an, als wollte sie in seinem Gestüte lesen; sie erwartete vielleicht, er würde nein sagen. Aber er saate nicht nein. Er saqte nur: Meine lUbe Milla, Du bist ein Engel!" Und später, als sie vom Tische eustanden, gab er ihr den Arm, schaute sie an und lächelte ihr zu, fast wie er in den ersten Tagen ihrer Eh: geschaut und gelächelt hatte. Und Milla, das gute Kind, genoß einen Augenblick der höchsten Freude! Gottlob! Sie hatte das Mittel gefunden.... Ihn in Kleinigkeiten zufriedenzustellen. Ja, jetzt wußte sie es! Milla war gluckselig. Ihr Giuliano war wieder guter Laune. Es war für ihn ein unbeschreibliches Vergnüoen, in der Villa alles auf den Kopf "zu stellen, die Ausstattung der Säle, das Mobiliar der Zimmer m erneuern, die
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Gemächer von Grund aus zu moder nisiren. Er hatte gewisse, ganz ihm eigenthümliche künstlerische Einfälle, er wußte auf wunderbare Weise zusammenzustellen, was in einem Zimmer außer dem Reichthum die Vornehmheit des Charakters und der Phantasie desjenigen kundgibt, der es bewohnt. Eine wahre Legion von Handwerkern hatte sich in der Villa niedergelassen, und mit fast zauberhafter Gefchwindigkeit bekam das Innere des Hauses ein neues, glänzenderes Aussehen. Der Creole wußte die nöthigen Befehle zu geben und Milla, die er nie zu Rathe zog, war in einem Zustande beständiger Bewunderung. Und doch wurde fit manchmal mitten in ihrem EnthusiasMus für Giuliano schwer um's Herz. Die alten Sachen wurden alle eine nach der anderen fortgeschafft. Sie irrte langsamen Schrittes. ast schüchtern, durch all' das Neue voll vteichtyunc und Eleganz, das für sie keine Erinnerung barg, keine Anziehungskraft hatte. Astianello wurde anders; das war ohne Zweifel schön, und es war auch recht, daß, da sie nun einmal eingewilligt hatte. Besuch zu empfangen, ihre Gäste in ihrem Hause alles finden konnten, was sie wahrscheinlich im eigcnenHause auch hatten: aber doch Und einesTages, als Giuliano sie lachend fragte, wo sie wohnen wollten während der acht Tage, die zur Erneuerung ihres veralteten Schlafzimmers unerläßlich waren, gab es ihr einen, gewaltigen Stich in's Herz. Sie senkte das Haupt, sie fühlte, wie die Thränen ihr in die Augen traten. Giuliano zuckte die Achseln. Aber er b-.stand nicht darauf, und Milla war ihm unsäglich dankbar für diefesOpfer. ' Ihre Liebe wurde immer blinder, immer ausschließlicher, sie wurde zum Götzendienst. Jedes richtize Urtheil über ihre gegenseitige Stellung, jede Idee von ihren eigenen Rechten ging darin unter; sie vermochte nicht imEntferntesten die Verhältnisse in , ihrer Wirklichkeit und Gesammtheit zu erfassen. Sie vergötterte ihren Mann; sie überschüttete ihn in. unsinniger Verschwendung mit allenZärtlichkeiten, deren ihr Herz fähig war; sie liebte ihn so sehr und so, wie sie ihren Vater, ihre Mutter und Geschwister ' geliebt haben würde, mit allen den Gefühlen, welche die Vergangenheit nie von ihrem Herzen verlangt hatte, und welche immer unthätig darin verborgen geblieben waren. Als einWeib in der gefunden, üppigen Vollkraft der Jugend konnte sie dem Zauber des schönen Mannes nicht widerstehen, welcher der heiligen, unerfahrenen Unschuld ihrer tiefslttlichen Jungfräulichkeit den unbekannten Gott enthüllt hatte, jenen Gott, der den wahrhaft reinen Seelen auch mit einem sonderbaren mystischen Geleite von unsaqbarer Reinheit und höchster Poesie sich offenbart. Milla ging in diesem neuen Leben vollständig auf. Sie liebte auf ihre Weise, nicht wie Klugheit und Vorsicht es erheischt hätten; sie lieble mit der unbewußten Kraft eines entwaffneten WillenS, mit der Blindheit des Herzens und der Blindheit des Instinktes. Sie war keine Heilige; vor allem aber war sie nicht vorsichtig. Sie fragte sich niemals: Thue ich wohl oder übel, daß ich so liebe?" Sie flehte zu Gott, daß es immer so bleiben, und da sie Ginliano immer glücklich machen möge. Es gibt ein: Art ehrlicher, tugendhafter Liebe, die sehr oft einen wunderlichen Charakter hat. Es ist nicht recht, daß. man sie nicht studirt; sie ist eine merkwürdige psychologische Spielart und nimmt die unergründlichsten, sonderbarstenSestalten an. Man hat schon gesagt, die Ehe sei das Grab der Liebe; aber wenn sie nun zufällig die Wiese derselben ist? Und ist es nicht noch schlimmer, wenn sie auf der einen Seite zum Grab, auf der andern Seite zur Wiege wird?.... Wenn auf das unfruchtbare Grün der Cypresse ein Rosenzweig im vollen Triebe seiner ersten Knospen gepfropft wird? Der Herzog ließ sich, besonders im Anfang, diese beständige, fast krankhafte Vergötterung gern gefallen. Sein: Eigenliebe war befriedigt, sein Herz wurde sogar hier und ha leicht davon gerührt. Und doch kam es zuweilen vor, daß er eine merkwürdige Rezung von Ungeduld verspürte. Gott! Welch' ein Kind war doch diese liebe Milla! Sie konnte gewisse Kindereien nicht lassen! Die erhabene Seite dieser Kindereien entging ihm.... er war nicht so gewöhnt gewesen.... die Phantastereien seiner Gattin, gewisse poetische Uebertreibungen ihrer Liebe zu ihm kamen
ihm, ach! etwas langweilig vor! Er mußte sich manchmal stellen, als ver stehe er, was Milla ihm sagte, und dies war für den Kreolen eine furchtbare Anstrengung! Seine vielerprote Kenntniß der Frauen ließ chn vollstän dig im Stich gegenüber dem phanta, stisch-zärtlichen Charakter Millas, ge genüber diesem vollständigen Vergessen ihrer selbst, welches bei ihr alles so au ßerst einfach machte. Nun war eben die .Einfachheit der Frau etwas ganz Neues für Giuliano, er verwechselte sie mit Armuth, und da er fand, die Liebe eines guten, natürlichen Weibchens sei doch etwas schrecklich Elementares, so stieg nie die Lust oder die Neugierde rn ihm auf, die mögliche Tiefe und das wahrscheinliche Triebwerk dieses elementarenGefühls zu studieren.Er tjaxte gewiß die Absicht, seine Frau in allem und für alles nach seiner Art zu mo dein, deshalb nur hatte er sie so jung geheirathet.und aus dem Kloster geholt; aber für sich erziehen war nicht gleichbedeutend mit studieren, und er verspürte durchaus reine Lust, die der haßte Rolle des Pädagogen zu spielen. Es war sein Grundsatz, mit Frauen rn etwas ernstlich zu besprechen. Und des halb besprach er auch nie etwas mit Milla. Er sagte oft zu ihr, sie sei hübsch, und manchmal, er habe sie sehr lieb. Und für ein solches Wort, für eme der eleaanten ÄarUlcbkcltSvarasen
die er zuweilen fallen ließ, wäre Milla durch's Feuer gegangen! Ihr Eifer, ihm Freude zu machen, wurde manchmal zur ängstlichen Be mühung. Sie hatte ihn zum irnumschränkten Herrn über ihr Hab und Gut, zum Herrn des- Hauses in der vollsten Bedeutung desWortes gemacht; sie empfand ein lebhaftes Gefühl der Freude, wenn sie für ihn irgend ein Opfer bringen konnte. Und als der Herzog mit einer Großmuth ohneglei-
chen nicht mehr von den in Aussicht genommenen Veränderungen in dem bekannten, blauen Zimmer gesprochen hatte, fing Milla, mitten in ihrer Zufriedenheit darüber an, Gewissensbisse zu suhlen. Wie ungefällig und eaoiitisch war sie gewesen. Sie nöthigte ia ihren Mann, in etnem schlecht ausgestatteten Zimmer zu bleiben, wahrend er mit seinem ausgesuchten feinen Geschmacke wunder was gethan hatte, um sie mit einem prachtvollen Schlafzimmer zu erfreuen. Gott! Wie schon war Gmliano! Hunderhnal schöner als sie.... natürlich! Und w:e gut er war! Welch edles Vertrauen hatte er in' sie; er blickte nie in ihren Schreibtisch, wie die Nonnen-im Zi.oster aethan; er las nie die Br.efe ihrer Freundinnen Während sie dagegen, egoistisch wie sie war, ihn gern hier auf dem Lande hätte absondern mögen.... und damals.... in Viareggio! Die Erinnerung an die Scene m Viareggio war für Milla in wahrer Schmerz. O! Wie dumm, wie unklug, wie b 6t war sie geweien! Wegen eines Wortes, eines Nichts hatte sie Giuliano jene unglückselige Scene gemacht! AIS ob Gmliano xm Stande gewesen wäre! Sie konnte sich die blinde Ungerechtigkeit jenes Zweifels nicht verzeihen.... es kam ihr vor, als liege ihr nun ein oanzes Leben lang die Verpflichtung ob, Verzeihung dafür zu gewinnen. Wer weiß, wie viel er dadurch gelitten hatte, der armeGiulans, ohne etwas davon zu sagen. Und eines Tages kam ihr in de? unglaublichen Thorheit ihres armen, verliebten Frauenherzens ein Gedanke. Anfangs wurde er strenge abgewiesen und verscheucht, später geduldet und schließlich angenommen. . Milla fürchtete zuweilen, Gluliano geistig nicht ebenbürtig zu sein. Da er sie immer mit der mehr oder weniger geduldigen Nachsicht" behandelte, die man einem Kinde erweist, hatte er sie leicht überzeugt, daß dem so sei. Und die glühende, leidenschaftliche Seele der kleinen Frau Ntt darunter. Sie einPfand hie und da ein heimliches Ge fühl der Demüthigung, sie wünschte sehnlich die Gesetztheit, di- Verständigkeit einer großen Dame, einer ihre? Sache sichern Frau Wie Giuliano zu werden, zum Beispiel.... er wurde me heftig.... Ach, wie weit war sie mit ihrer Unwissenheit, mit ihrer thörichten Schüchternheit, mit ihrer beständigen qualvollen Unentschlossenst von diesem Ideale entfernt! Eines Tages kam ihr zufällig ein englischer Roman in di: Hände. In demselben sahen zwei Gatten, die wie für einander geschaffen, wie zu beständiger Glückseligkeit und Tugendhaftigkeit bestimmt waren, ihr Glück durch ein trauriges Mißverständniß bedroht. Eine frühere Geliebte des Gatten tauchte aus. und die Dinge schienen einen Augenblick einen schlimmen Verlaus zu nehmen. Aber c5 gelang der Gattin mit ihrem Verstand, ihrer Gcistescezenwart, mit kühnen, vom Glück begünstigten und vorsichtig herbeigeführten Zwischenfällen, mit einem ihrem Gatten bewiesenen, unbegrenzten Vertrauen die Gefahr zu beschwören, während der Mann, der sofort seinen Irrthum einsah, in eben diesemKampfe zum erstenmal den sittlichen Werth seiner Frau erkannte. Die Rivalin mußte besiegt und verachtet abziehen, vnd der Triumph der Gattin und der Moral erschien 'unbestritten. Alles dies war recht hüfcfch geschildert in einem sauberen Bans der Tauchnitz-AuSgabe. Für zwanzig Jahre so alt war Milla, die Herz?gin Lantieri ist ein Buch gar oft eine gewichtige Stimme, eine Art geheimer Eingeber, mit welchem die glühende Einbildungskraft sich sogleich in Beziehung setzt. In der aufrichtigen Bewunderung für die Heldin des Buches erwuchs unserer Milla ein Gedanke, der ihr eine bewunderungswürdige Vorsichtsmaßregel schien. In der Angst vor einer Gefahr, welche jedotf in diesem Augenblicke nicht eri- . stirte, fand sie den sonderbaren, fast unwahrscheinlichen Muth, dieselbe absichttt aufzusuchen. In unvorsichtiger Kühnheit, in plötzlich erwachender, von heftiger Furcht veranlaßter Verwesen heit wollte sie alle in Zukunft möglichen Medufenhaupter mit einem Streiche abschlagen, wollte die Zukunft füx sich erobern, sich auch groß, klua, edelmu thig, unüberwindlich beweisen. Sie wollte Giuliano zeigen, daß das Kind ein Weib war. Sie schlug ihm vor, di Baromn Olga Dornelli, die Dame vom Nachtessen in Viareggio. nach Astianello einzuladen. Giuliano fiel au3 den Wolken. - Die Baronin Olga?.. Du meinst's r:n Ernst?.... Die Baromn 0ha? Millas Stimme bebte nicht, als sie muthig antwortete: Ja, die Baronin Olga." ' Giuliano fing an zu lachen. . Du bist also nicht mehr eifersüch tia?" Ich, eifersüchtig?.... Was fällt Di ein!... Die Dummen, di: Kinder sind eifersüchtig.... ich... weiß wohl, dajj Du .... dem Du mich liebst. ' Er schaute sie an mit der verwunderten Miene eines Menschen, der sich einem neuen und unterhaltenden Räthsel gegenüber sieht. Was kommt Dir in den Sinn? fragte er sie jetzt. Milla war nicht zufrieden; sie hätte den Vorschlag anders aufgenommen se hen mögen. Jkö spreche im Ernst, weißt Du! , Sie ,,t eine.., uebenswurdlae. - tU
gante Dame, und rcy wuroe ?yr 'heukenoch schreiben., das heißt, wenn Du willst...." Sie hielt wartend inne und schaute ihrnin die Augen.
Ich?" antwortete der Herzog, denk nur, mir ist es durchaus gleichgilitg. aber.. Du kennst sie so wenig... Nicht weniger als die anderen Da men, die wir eingeladen haben," antwortete Mm. Aber ihr Herz war voll Wehmuth. ach. er merkte nicht einmal. ?mr sagte der Herzog, es ist docy eine merkwürdige Idee von Dir!" Willst Du nicht?" fragte Milla ungestüm und setzte mit grenzenloser, leidenschaftlicher Unklugheit hinzu: Furchtest Du Dich?' Er fing un. sich ruhia in seinem Sessel zu schaukeln. Kmd! antwortete er beinahe sofort, siehst Du nicht, daß mir nichts daran liegt?" Sie stieß einen Freudenschrei aus. Giuliano! O Giuliano!" In dem stillen Saale wurde das sanfte Geräusch eines Kusses hörbar. Dann eilte sie fort mit den Worten: Im geh: und schreibe. Er stand auf, um sie zurückzuhalten. um ihr zu saoen: Lak es bleiben, ich will nicht." Aber er blieb unentschlossen stehen, in Gedanken versunken. Pah! sagte er und kehrte langsam zurück, lassen wir den Dingen ihren Lauf Wie wird sie es aufnehmen? Sie wird nicht kommen.. vielleicht gewiß... sie wird nicht kommen." - Er zündete eine Cigarre an. Ich bin neugieria, was sie saaen wird," dachte er.. Uebrigens wäre es unmöglich gewesen, diesen Winter eine Begegnung zu vermeiden.. Und wenn sie kommt..? Nun gut, sie wird sehen, wie die Sache steht, und dak ich nichts verloren habe, indem ich sie aufgab." Die Cigarre wollte nicht brennen. Merkwürdig," fuhr der Herzog in seinem Selbstgespräche fort. Wirklich merkwürdig.... WaS für eine dumme Idee hat Milla gehabt Sie wird lernen, sich zu kleiden, es kann ihr nur gut thun.. Und wenn sie nun nicht käme, die Andere?.... Verwünschte Cigarre, die nicht brennen will Wer steht wohl jetzt in Gnaden? Noch immer der Vicomte? Ei, das werden wir vernehmen., mit der Zeit! Zum Glück bin ich meiner sicher, und...." Er dachte den Gedanken nicht aus. Die Cigarre brannte, und rauchte mit dem innigen Behagen des Kenners. Sie wird nicht komwen," sagte er entschieden zum blauen Rauch seiner Cigarre. Sie wird nicht kommen!" So," dachte ihrerseits Milla mit einer Art nervöser Heiterkeit,. nun ist die Zukunft gesichert " Aber in der Freude ihres Triumphes fühlt: sie sich müde und aufgeregt. O Milla! Wenn Du Deine Mutter aebabt hättest! 6. Capitel. Wenn etwas Verdrießliches kommen muß, ist alles umsonst, man kann nichts dagegen ausrichten. Das Haus war in Ordnung, die Gemächer vollständig ausgestattet. Aber der Oberstallmeister, der antipathische Engländer, hatte lakonisch, aber mit der eigensinnigsten Hartnäckigkeit, seine freien acht Tage verlangt. Gerade jetzt! Er ging am letzten September fort, und am 2. oder 3. October sollten die Grafen Garbi, die ersten unter den Geladenen, eintreffen. , Giuliano war wie auf Dornen. Wie sofort einen Stellvertreter finden? Und es faa, ihm unendlich viel daran, gerade m diesenTagen eine elegante, untadelhafte Bedienung im Stalle zu haben. Er wollte nach Paris, nach London, nach Neapel telegraphiren. Aber Herr Damelli gab ihm einen praktischeren Rath: Versuchen Sie es mit Drollino!" Drollino!" sagte der Herzog erstaunt und mißvergnügt. Drollino!" Aber als er eö überdachtes kam er doch zur Einsicht... ES war wirklich nicht zu leugnen, daß er seinen Mann stellte.... der impertinente Kerl! An seiner Tüchtigkeit konnte er nicht mehr ie-t - rt - i ;jt-i. t TS jiucijciii.... auc oezricyncien iyn aid ccr. intelligentesten und schönsten unter den Angestellten des' GuteZ. Er war freilich halsstarrig und unverschämt.. aber.... unter den gegenwärtigen Umständen konnte er doch nützlich werden; und der Herzog dachte gewiß nicht daran, einem Reitknecht Groll nachzutragen, der ohne Zweifel aus Unwissenheit ungehorsam und eigensinnig gewesen war. . , Er sagte jedoch Herrn Damelli nichts davon, er übertrug die Sache der Herzogm. Die ungemein erfreute Milla dankte Giuliano auf's Ueberschwenalichste für diesen so zarten Gedanken und ließ Drolluio sogleich rufend Als sie ihn ernst, beinahe finsteren Gesichtes vor sich sah. gerieth sie einen Augenblick in 'Verlegenheit, und die glückliche Ausführung des Auftrages kam ihr nicht mehr so leicht vor, wie es ihr eine Minute vorher geschienen. Sie gab ibm nicht den Befehl, zu kommen, Milla konnte nicht befehlen: sie erklärte ihm die Sache und wie sie ihn nöthig hatten auf freundliche, zo gernde Weise, und bat ihn, einzuwilligen, um dem Herzog, der so viel GuteZ von igm geyorr, tfreure zu machen. Es ist anzunehmen, daß DrollinoS GesichtSausdruck wenig ermuthi?end war; dennMilla fühlte sich eingefchuchtert und fuhr mit leiser, freundlicher Stimme fort, Erklärungen zu geben und Gründe anzuführen. Alles das war im Grunde genommen lächerlich; aber Milla hatte eben die fchlimmeGewohnheit, an Jedermann ihre zarten, ausgesuchten Rücksichten zu verschwenden. Sie fürchtete immer, aus irgend eine Empfindlichkeit zu treffen, irgend einen verborgenen reizbaren Nerv zu berühren.. Drollino hatte Anfangs die b:stimmte Absicht, abzulehnen. Er.. im Dienste des Herzogs.. ha! Nim surniiir!
Aber er konnte sich selbst nicht erklären, was in seiner innersten Seele vorging; es kam ihm immer schwerer vor, MillaS Wunsch zu widerstehen. Er blieb eine Minute in oualvoller
Unschlüssigst; als er Millas Stimme, ihre freundliche Rede horte: Und auch mich, weißt Du, würde eS so sehr freuen," kam daS Gefühl eine? geheim nißvollen Macht über ihn, die ihn unwtderltehltch anzog. wurve traurig und blickte lange mit einem fast ir ren Ausdruck aus die bunten Blumen deS Teppichs. Dann schaute er auf und sah sie verstohlen an. Ich werde, kommen.- saake er langsam und mit Mühe, als ob eine dunkle Macht, der er wider Willen nachgab, ihm Kese zustimmende Antwort erpreßte. O, bravo! Bravo!" sagte Milla und klatschte in die Händchen. Bravo Drollino, so ist's recht. Du kommst sogleich. Nun haben wir Leute." fuhr sie' immer lebhafter fort, und der Herzog wird zufrieden sein. Drollino verneigte sich kalt und ging hinaus. Kaum war e? rn der SauXtnf)aUt, so blieb er stehen, plötzlich bereuend. Was hatte er gethan? Er hatte eine Art Sklaverei auf sich genommen; nun konnte er nicht mehr frei in den Ebenen herumschweifen, auch er wurde ein Diener wie die andern, ein Diener des Herrn Herzogs. Er fühlte, wie ihm daö Herz schwoll rn Wuth, und er wandte sich, um zurück zu der Herzogin zu gehen und ihr zu sagen, daß es ihm durchaus- unmöglich wäre. Aber den Weg wieder zurückzulegen, schien ihm schwer, zu schwer. Er machte eine Geberde der Wuth gegen sich selbst. Zu Hause angekommen, sattelte er Mia, und wahrend mancher Stunde des Nachmittags konnte man m den fernsten Weiden der Ebene ein rastloses, heftiges Galoppiren hören. Der Octobcr kam und mit ihm erschienen die erwarteten Gäste. In Aftiamllo entfaltete sich ein Landleben nach der Mode; jeder Tag brachte irgend einen Ausflug, irgend eine Unterhaltun. Die Dienerfchaft war natürlich in beständiger Geschäftigkeit. Sieh," sagte Aattista, der Kammerdiener des Herzogs, indem er Drollino vom Fenster der Gesindestube aus eine Dame zeigte, die dort ist tll" Ah!" sagte Drollino einfach. Ein schönes Weib, bei Gott!"' fuhr Battista fort. Sieben Jahre, verstehst Du? Jetzt natürlich ist's' aus; aber eö ist doch merkwürdig, daß sie auch gekommen ist, nicht wahr?"" Merkwürdig," wiederholte Drollino. Ein schönes Weib, in der That." Sie war wirklich ein schönes Weib, gesund, üppig; verführerisch. Statt Würde besaß ihre Physiognomie einen gewissen unwiderstehlichen, an unendlich mannigfaltigem Ausdruck reichen Zauber. In ihr kam vor allem und auf die verhängnißvollste Art das Weib zur Geltung, sie wußte aber auch di: Dame herauszukehren, ohne daß dadurch irgend' eine andere ihrer Eigenschaften beeinträchtigt worden wäre. Neben Millas zarter Einfachheit schien sie noch prunkvoller und merkwürdig elegant. Wenn sie in ihrer kühnen Morgenfrisur erschien, lich ihre reife Frische sich mit der Entfaltung einer üppigen exotischen Blume von aufregendem Dufte vergleichen. Sie hatte prachtvolle, sahlröthliche Haare, einen großen Mund, ein klingendes Lachen, welches unregelmäßige Zähne von glänzend weißem Schmelz sehen ließ. Olga Dornelli Zorodoff war über Millas Einladung etwas verwundert gewesen und hatte sie nur anzenommen, weil sie darin eine Herausforderung Giulianos vermuthete. Sie hatte ihren Gatten bestimmt, sie zu verleiten, und so waren sie gekommen. Uebrigens waren sie Verwandte deS Hauses Lan tieri, und der Besuch konnte also scheinbar plausibel gemacht werden. Und nun freute es sie, daß sie gekommen war. Sie fand Milla gar nicht übel. Sie hatte sogleich gemerkt, daß ihre Einladung eine der erhabenen Thorheiten gewesen war. deren nur die unwissendsie Unerfahrenheit fähig ist, und die Idee, es nicht an herzlichen Belehrunaen sevien iu ia cn. mit na? im Kopfe der gut aufgelegten Errivalin festgesetzt. Ihr Programm lautete wohlwollend: die Seele dieses Kindes ? gewinnen, es zu völliger Offenheit vereiten, ein rvenig mit ihm lachen und sagen: Paß auf, Kind, das geht nicht so; Du mußt eine andere Taktik befol en." Gewohnlich ' wird unter Frauen eine solche Erziehung sehr rasch vollzogen. Olga wußte in Astianello alle SymZxathien zu gewinnen. Vom ersten Tage an hatte sie die Männer auf ihrer Seite, und die Frauen sdlgren selbstverständlich. Aber die Herzogin nicht. Milla hatte gegen die Baronin sogleich eine Art instinktiver Abneiqung emPfunden. Sie fand sie furchtbarer, als der Enthusiasmus ihres Entschlusses ihr dieselbe vorgestellt hatte. Ihr Anblick schon war ihr eine grausame Lehre gewesen. Sie fürchtete sich nicht geradezu; sie war GiulianoS sicher, o, ganz sicher; aber in ihrer innersten Seele hätte sie zehn, zwanzig Jahre ihS Lebens gegeben, um auS chrerVergangenheit jene Moment wahnsinniger Vermessenheit auszulöschen, den sie, sowie er vorbei war, sich nicht mehr hatte erklären können. Nicht daß sie gegen die Baronin unhöflich xzewesen wäre oder eS irgendwie an ihren Pflichten als Herrin des HauseS hätte fehlen lassen. O nein, sie war untadelhaft in ihrem Benehmen, in ihrer Höflichkeit. Aber sie mußte sich Mühe geben,' es zu sein, und manchmal war bei dieser so strengenGenauigkeit der Zwang sichtbar. Olga suchte vergebens dieses kleine, kaum derPension entwachsene Ding zu erobern, auS der sie sich ein moralisches Spielzeug machen wollte, da sie auf eine andere o.;v. Tvili'T r.T, .W .iMWi, Jj Uk.'
lichkek Hakte. Mer ihr Zauber leistete ihr bei dieser Gelegenheit keime guten Dienste. M'La stand ihr nicht feir lich, aber fremd gegenüber. Sie hatte auch versucht, sie ander zu behandlen, wie eine Freundin; eS gelang; ihr nicht. Während die Russin Milla mit feinem Takt in ewe anscheinen herz licbe und liebevolle BertrautSeit ,oa. floh diese wie instinktmaßig vor feder Aeußerung eines vertrauten Verkehrs zurück. Sie konnte in der unwissenden Geradheit ihrer Seele sich zu keiner Komödie hergeben, von der ihr Herz nichts wußte. So kam ir daß Milla mit diesem ihrem räthselhaften, zurückhaltenden Wesm den Gästen weniger sympathisch war als die luftige, immer und offenkundig herzliche Baronin. Und Olga fing an, die Beziehungen zu dem Herzog leichter und bequemer zu finden. Ihre Vergangenheit machte die- Beiden nicht verlegen. Olga mit ihrer weisen Unbefangenheit, mit ihrem' unveränderlich gleichmäßigen Humor hatte sie abgeschafft. Mit einem Manöver Von unvergleichlicher Kühnheit hatte sie aufgehört und vorn angefangen gleich. Es war ausgemacht, daß Fwisehen Gruliano und ihr nur rwch
Freunvscyast herrschte. Nachdem der Baron seine Gemahlin nach Astianello begleitet hatte, war er auf die Jagd' in die Maremmen verreist und hatte versprochen, sie wieder abzuholen und nach dem Süden mitzunehmen. Auch in dieser Ehe ging alles, vortrefflich. 9 Man- erwartete das Frühstück im Garten.. Olga schaukelte sich in einem amerikanischen Stuhle mit lässiger Be wegung,,was ihr sehr gut stand. Milla pflückte., auf das Treppengeländer "der Terrasse, gestützt,. Jasminblüthen; wt ben ihr versuchte' die Gräfin Garbi mit vielem, 'aber' vergeblichem guten Willen ein unglückseliges Aquarell.. Etwas weiter weg waren zwei der drei Damen und einge' Herren der Gesellschaft mit eifrigem- Croquetspiel beschäftigt. Giuliano stand' allein hinter der Gräsin Garbi sah zu', wie das Aquarell vorrückte, und schien warmes Interesse an der- Ausführung zu nehmen; aber jeden Augenblick irrte fein großes blaues Auge zerstreut davon ab, Meine-liebe Milla, Du zeichnest, nicht wahr?" fragt' die Baronin, sanft. Ich hatte angefangen, aber' jetzt zeichne ich nicht mehr, da ich gesehen habe, wie. schwer es. für uns Frauen ist." Abermii Deinem Talent....," fügte die Russin lebhaft bei. Leugne nur, wie Du willst, lieber Schatz. Du hast wirklich Talent, und für alles " Findest Du?" fragt: Milla rasch und legte, ohne zu wissen warum,. einen ironischen Ton in die Worte. Die Baronin lächelte nachsichtig, fast mütterlich. Und , Du- findest, es., nicht?" fragte sie leise. Eur etwas frostiges Stillschweigen folgte auf diese Frage. Prächtig," bemerkte Giuliano mit Beziehung auf das Bildchen. Aber fein unruhiger Blick irrte. von.Milla auf die Baronin. Ich weiß nicht,"' antwortete- Milla fast zerstreut. Sie fah auf Giulianos Gesicht wieder etwas wie- Mißvergnügen und auf dem Gesicht der Baronin ein sanftes Lächeln voller Wohlwollen, das sie ganz außer Fassung brachte. Ach.... warum hatte, sie dieses' Weib hierher kommen lassen mit seiner unverwüstlichen Ruhe, mit den Toiletten, die Giuliano so sehr bewunderte! Olga hatte Milla eine Mittheilung im Vertrauen gemacht. Alle ihre prächtigen Toiletten kosteten gar nicht viel! Eine ganz bescheidene Schneiderin, ein wahres, obwohl noch unbekanntes Genie in ihrer Künste lieferte ihr dieselben. Sie allein hatte diese Künstlerin herausgefunden und würde sich wohl hüten, die Adresse ihrer Entdeckung einer andern Dame mitzutheilen. Für sie aber, für Milla, wollte sie eine Ausnähme machen. Aber Milla hatte als Entschuldigung die Anhänglichkeit an ihre alte Schneiderin angeführt und abgelehnt: Nein, danke.Ah so!" dachte' Olga. Und als sie dieses: Findest Du? hörte, stellte sie es zusammen mit dem: Nein, danke. Die Gräfin Garbi hatte sich erhoben, um etwas weiter entfernt eine nicht so schwierig zu zeichnende Baumgruppe aufzusuchen. Milla sah sich allein bei ihremMann und der Baronin. Sie schwiegen. Die Herzogin empfand, die sonderbare Furcht, sie möchten ihretweqen schweigen. Im innersten Herzen gekränkt und dem ersten Impuls nachgebend, den sie noch nicht zu ergründen und auch nicht zu beherrschen wußte, entfernte sie sich. Wie Beiden aber verharrten in ihrem Schweigen. Mein Lieber,- sagte Olga endlich, Ihr seid der glücklichste Mann aus der Welt. Eure Frau ist..." Ein Engel," unterbrach sie Giu liano' ruhig. Ah!" fuhr Olga nicht weniger ruhig fort. ..Ihr wißt es?" Ich denke, Ihr habt es mir schon oft gesagt." Aber nie genug, mein Lieber. Wenn man ein so colossales Glück hat, muß man sich davon überieucien leisen." Fortsetzung solgt.Z Gast: Kellner, ich habe Eile, was ist denn schnell fertig?" Kellner: Schnell fertig ist die Jugend mit dem mril" Chef: Sie haben sich bei dieserSache wie ein Affe benommen." Kommis: Bitte, vergessen Sie nicht, Herr l Prinzipal, daß ich Sie nur vertreten habe.". , Diener (der in dir Westentasche seines Herrn ein 10-Markstück findet): Hm, schad' um die schöne neue Weste jetzt muß ich gleich ein Loch in di: TÄÄt5ineinschnuden " 1
Ter gute Rath.
Lord Egerton, dem das PalaiS No ailles in Paris gehörte, verband mit dem Wesen eines englischen Sonderlings ein ungeheures Vermögen, das ihm erlaubte, seine originellen Einfälle um jeden Preis auszuführen. Nur ein Beispiel davon: Das Palais Noailles, das er bewohnte, sollte niedergerissen werden, um- einer neuen Straße die erforderliche Breite zu geben. Als diese festgesetzte Zeit gekommen war, schickte der Stadtrath, der auf seine Rechte hielt, Abgeordnete an den edlen Lord,, um ihn zu benachrichtigen, daß er ausziehen möge. Aber der Stadtrath hatte nicht bedacht, daß Lord Egerton der eigensinnigste aller Lords von Großbritannien und, die Hauptsache, sehr reich sei. Lord Egerton empfing die Deputation sehr höflich, erklärte ihr aber, daß. er nicht Lust habe, sich in seinem hohen Alter wegen der Verschönerung der Stadt inkommodinn zu lassen. Darauf erfolgte eine amtliche Aufforderung und die Drohung, man wurde sein Ausziehen und den Verkauf seines PalcrsteS auf gerichtlichem Wege erzwingen.. Der Lord ließ hierauf seinen. Arzt rufen und fragte ihn ernstlich, wie lange ihn die Kunst und seine Natur wohl, noch auf. der Erde erhalten könne. Mindestens noch fünf Jahre, uUgegnete der Arzt. Ohne Schmeichelei, ohne salzqe Hoffnmig?" fragte der Lord nochmals. . Der. Arzt versicherte eö von Neuem. Es. ist gut, Sie können wieder gehen,. Daftor." Lork Eaerton ließ hierauf seinen; Advokaten rufen, zeigte ihm die. Aufforderaing der Stadt und fragte lhn: Wie lange können Sie mir versprechen,. dem Prozeß - hinzuziehen? - Sagen Ste die Wahrheit, bedenken - Sie Alles.Ich- verspreche Ihnen," entgegnete der Rechtsfxeund, ihn wenigstens sechs. Jahre, und länger dauern zu lassen." Es ist.Aut, Sie können wieder gehen." Und sodann schickte LorV Egerton. das Resultat dieser beideiv Konsultntionen auf. das Stadthaus, indem tr dem. Rathe die Wahl ließ, zu. warten, oder, den Prozeß zu beginnen. Man hielt es für besser, zu warten. Lord Egerton starö im Jahre 182 9 und dann erst wurde das Palais. NoaillcS eingzrissen. Der Syavl der Königin. In Neundmf (Schlesien) ist ein aus den. zartesten Brüsseler Spitzen gefertigter. Shawfc der unglücklichen Königin von Frankreich, Marie Antoinette, aufbewahrt, den sie bei ihrer Hinrichrichtung durch die Revolutionsmänner zu. Paris am-16. October 1793 getragen hat. Diise Reliquie wird in der stattlichen- zwithürmigen Kirche zu Neundorf aufbewahrt. Wie sie dorthin. gekommen, erzählt der seit 1879 verstorbene Pfarrer Hanisch zu Schönselb (Grafschaft Glatz) in feinen hinterlassenen Aufzeichnungen. Diesen zufolge schenkte Marie Antoinette .den hier, in Fragen siehenden Shawl ihrem Beichtväter Abbe de l'Orme, ChorHerrn des Augustinerordens, der später als Emigrant.nach England ging. Bei seinem Tode- 1805 vermachte er den Shawl deirc Augustinerprälaten Johann Strobach auf der Sandinsel in Breslau. Prälat Strobach starb am 2. Januar7lL10, und infolge der noch in demselben Jahre über das Kloster-verhängten-Säcularisation kam u. a. auch jener-Shawl zur öffentlichen Versteigerung und wurde vom Stiftsprocüraior Seydel für 37 Thaler erstand den. Dieser bot den kostbaren Shawl der kaiserlichen Familie in Wien an. doch unter der Bedingung einer Für? spräche bei der preußischen Regierungzum Zwecke einer Wiederherstellung deä Stists. Diese Fürsprache wurde abgelehnr, und als Seydel starb, erhielt; sein Nachfolger Kahlert auf der Stifts--Pfarrer Klei-Kreidel beiLeubus (Schle sien) das Erinnerungsstück. Nach KahlertS Tode 1825 wurde es ösfentlich versteiarrt und ging in den Besis des Pfarrers Jaschke in Klein-Kreidrl über. Dieser besuchte alljährlich seine in Neundorf wohnende Schwester Marianne Jaschke und den ihm befreundeten Pfarrer Heinsch zu Schönfeld, dem er schließlich versprach, ihm den Shawl Marie Antoinettes zu vermachen. Er vergaß es aber, und als er starbt erstand sein Verwandter, ein- gewisser Wenzel-Hotzel bei Wölfelsdorf. denGegenstand für 4 1-2 Thaler. Jnzwiscken aber machte Pfarrer Heinsch bei der Schwester des Erblassers das ihm von diesem gegebene Versprechen geltend und diese wußte auch dm WenzelHotzel zur Herausgabe des Shawls zu veranlassen. Pfarrer Heinsch überwies ihn alsdann der Kirche zu Nnmdorf. wo er sich heute noch befindet. Frauen kenn er.. Na, bin neuaierig, wie mich, meine alte Freundin aufnehmen wird! Bin wahrlich ein bischen im Zweifel! Ach wo! Wenn die Frauen jünger sind, nehmen sie neue, wenn sie älter sind, alte Bekannte um so herzlicher auf! Sonderbare Werbung. Herr (recht ' verlegen): Fräulein,, ich bab' heut' so einen narrischen Einfall! Darf ich ihn sagen? Dame: Nur heraus damit! Herr: Also! Fräulein, wollen Sie die Meine werden? Er hat recht. Lehrer: .Was aeschieht, wenn ein Licht unter einem Winkel von 45 Grad in's Wasser fällt?" Schüler (schnell): Es zischt und geht aus!" Drohung. Spitzbubenzatt!n: Wenn Du nicht mehr mitbringst, laß ich Dich gar nicht mehr aus zürn Stehlen. Du versäumst ja mehr, als da3.o,anze Geschäft einbringt.
