Indiana Tribüne, Volume 17, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1894 — Page 7
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Briefe aus Deutschland Lcn Wilhelm Kaufmann. Dresden Ende Januar. Vlsmarck-Jubel und kein Ende! Die ganze Woche hindurch hat er gedauert ton der Entsendung des kaiserlichen Friedensboten nach Friedrichsruhe bis zum Triumpheinzuge Bismarcks in Berlin und dein darauffolgenden 3e burtstageDesjenigen, der die Ungnade von Vismarck genommen hat." So rämlich n?ird diese Versöhnungsthat des Kaisers in Hofkreisen benamst. Das Kabel hat gewisz alle Einzelnheiten berichtet und ein näheres Eingehen verbietet sich deshalb. Immerhin maa noch erwähnt werden, daß sich das Kabel keine Uebertreibungen zu Schulden kommen ließ, wenn es von dem stürmischen Jubcl gemeldet hat, der durch ganz Deutschland ging. Vom Minister herunter bis zum StraßenZehrer jubelte in Deutschland Alles, was politisch nicht roth angehaucht ist. Den Zeitungen sowohl, als dem großen Publikum ging das ölefühl vollständig mit dem Verstände durch und der junge Kaiser ist in Deutschland wohl noch r.le mehr belobigt worden, als in diesen 2agzn der Vismarck - Verhimmelnna. Die Frage, weshalb denn dieser nahezu vierjährige geheime Krieg zwisch.'n Friedrichsruhe und Berlin so lange dauern mußte, weshalb der Kaiscr nicht längst schon dem alten Herrn im Sachsenwalde die Friedenspalme dargeboten hat, kam den Jubilirenden gar nicht auf die Lippen. Jetzt, da die Ernüchterung endlich eingesetzt hat, sucht man halb verschämt nach Erklärungen. Die beauemste derselben ist: Hier prallten zwei Männer aneinander, welche im Hassen gleichstark sind, der Eine pochte uf seine Geburt und Stellung, der Andere auf seine aus eigner Kraft gescbaffenen Verdienste. Oder auch: der Kaiser hat seinen Fehler endlich eingesehen und in großherziger Weise hat er ihn gutgemacht. Letzteres ist in so fern zutreffend, als eine pomphaftere Ver söhnungsfeier wohl noch nie stattgcfunden hat. Der Kaiser hat sich dabei ols ein sehr geschickter Regisseur gezeigt. Nachdem er einmal A gesagt hatte, ging das V-sagen so flott und so ausgesucht prunkvoll von Statten, daß dem guten deutschen Staatsbürger ob dieser Beweise echt kaiserlicher Huld das Wasser in die Augen trat und er gar nicht zur Besinnung kam, gar nicht die kitzliche itraae stellen konnte, weshalb nicht früher und weshalb diese bitterböse Entfremdung überhaupt? Unwillkürlich muß man die Jnscenirung dieses merk würdigen Friedensschlusses mit demGebahren mancher amerikanischen Politiier vergleichen, welche vor der Annabme der Pauciplatform in der schärfsten Weise opponiren, dann, nach Annahme der Platform, aber mit beiden Füßen auf dieselbe springen und car nicht genug Worte des Lobes dafür finden können. Also der Ezkanzler ist vom Kaiser init Ehren empfangen worden, welche nur etwa beim Besuch des Czaren, des Kaisers von Oesterreich oder des italieNischen Königs in Berlin erwiesen werden. er ist von Wilhelm dem Zweiten öffentlich umarmt, geküßt und zum Bahnhofe geleitet, mit Huld und Gnaden überschüttet worden. Es wäre unrecht, wenn man den Verdacht hegen wollte, daß es dem Kaiser nicht wirklich Ernst mit diesen Zeichen seiner Hochachjung gewesen wäre. Wer weiß, wie oft er bereut haben mag, seinen Wohlthäter so schnöde behandelt zu haben, wie oft er den Weg nach Friedrichsruhe gesucht haben mag, ohne ihn zu finden, d. h. ohne das Vorurtheil zu überwinden, welches dem Monarchen verbot, sich dem Unterthan zu nähern. Nachdem er jedoch endlich eingesehen hatte, daß es nicht mehr anders gehe, daß der Berg niemals zu Mahomed kommen werde und daß diese Versöhnung absolut nothwendig sei im Interesse der Krone, da hat er denn seine Unterwerfung mit dem ganzen Ungestüm und der ganzen Ueberschwenglichkeit ange ordnet, die man bei dem feurigen Hobcnzollern, bei Wilhelm dem Plötzlich:n" schon mehrfach beobachtete. Denn eine Unterwerfung des Kaifers ist diese Versöhnung, man mag es drehen und wenden, wie man will. Der Krieg zwischen den beiden machtvollsten Männern Deutschands muß für den Kaiser schließlich unerträglich geworden sein. Die Volkstümlichkeit Bismarcks kehrte eine deutlich fühlbare Spitze gegen den Kaiser. Die Kritik der Bismarckpresse gegen die Negie rung war oft grausam. Man merkte daraus hervor, daß der alte Groller im Sachsenwalde nickt nur sein Genre, sondern auch sein Temperament spielen ließ. Um Bismarck schaarte sich jetzt auch die ganze Opposition der Conservativcn. Der Negierung gelang nichts mehr. Alle Steuerpläne des neuen Reichskanzlers scheiterten und die Bisrnarckpresse begeiferte fast jede AmtsHandlung Caprivi's. dessen Stellung immer unhaltbarer wurde. Kaum drei Tage vor der Bismarck-Versöhnung mußte sich Her? von Caprivi in einer Versammlung konservativer RitterGutsbesitzer, unter Vorsitz des Herrn von Tümmen. noch sagen lassen, daß jede seiner (Caprivi's) Amtshandlun gen verfehlt gewesen und aus unpatriotischen Motiven entsprungen sei, ferner, daß das Ansehen Deutschlands im Auslande seit Bismarcks Rücktritt be ständig heruntergehe und daß Deutschlands glücklichster Tag. derjenige sein würde, an welchem Caprivi abdankt. Dieser Situation nun ist die Vcrsöhnung zwischen Kaiser und Kanzler entsprungen. Bismarck war fast zu einer Art von Gegenkaiser geworden; der Monarch konnte die Opposition Bismarcks nicht länger ertragen ohne schwere Schädigung seines Ansehens und seines Verhältnisses zum Lande.
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Die beständig wachsende 'Volksthümlichkeit Bismarcks mag den Kaiser, der ja doch auch nur einMensch ist.zuerst mit Neid erfüllt haben, der zedoch nach und nach in die alte Bewunderung überging und schließllch den letzten Rest des Ho benzollernstolzes beugte. In diesem Sinne kann man sagen. Bismarck hat die Versöhnung erzwungen und das Wort, welches er bei seinem Abgange sprach (der König wird mich wie. hen), wahr gemacht. Im Aufhören der Opposition Bismarcks liegt ein großer Gewinn für bi Regierung, und dies ist auch wohl das einzig bedeuigsvolle bei diesem aan zen merkwürdigen Ereignisse. Böse Zungen behaupten. Bismarck werde jetzt Veränderungen vornehmen müssen in seinem großen Memoirenwerk, welches gegenwärtig bei Cotta gedruckt wird. Das sei dahingestellt. Das Verhältniß intimer Feindschaft, welches während fast vier Jahren zwischen den beiden Männern bestanden hat, rst durch viele Thatsachen bewiesen und es bleibt sich gleich.ob die Bismarck'schen Memoiren davon handeln oder nicht. Jnr Uebrigen wird Herbert Bismarck wahrscheinlich einen Posten bekommen, der es ihm ermöglicht, in Berlin eine Rolle zu spielen, und welcher gleichzeitig als dauerndes Heilpflaster für etwa noch nicht vernarbte Wunden des alten Herren dient. Der konservativen Opposition ist aber das Centrum ihrer Stellung genommen, sie hat den Mann verloren. den sie gegen den Kaiser ausspielen durfte, und der russische Handelsvertrag, sowie einzelne der bisher aus sichtslosen Miquel'schen Steuerpläne werden nun wohl durchgehen. Der deutsche Spießbürger aber ist überglücklich, er liebt jetzt seinen Kaiser mehr wie je, denn er darf ja Biswarcken gleichzeitig lieben. Und der arme Caprivi welcher so diel hat leiden und ertragen müssen, wird jetzt wohl mehr in Ruhe gelassen werden. Alles in Allem hat aber der Kaiser einen sehr guten Schachzug gethan, indem er nach Friedrichsruhe-Canossa ging. oder, wie sich das Sprachrohrder Nationalliberalen ausdrückt seinen ersten großen Sieg erkämpfte, indem er sich selbst be-zwang.-Wer Deutschland nach langer AbWesenheit rm Auslande wieder besucht, dem muß die gewaltige Vermehrung des kriegerischen Geistes im deutschen Volke besonders auffallen. Zwar sieht man nicht so viel Solduten auf den Straßen als früher, trotz der ungeheu ren Vermehrung der Armee. Die Garnisonen im mittleren Deutschland erscheinen durchaus nicht zahlreich. Das liegt zum Theil daran, daß daS Gros des deutschen Heeres an den Grenzen und in einzelnen Festungen oder besonders, wichtigen Knotenpunkten versammelt ist, anderentheils auch daran, daß die Soldaten in den meistens weitab gelegenen Kasernen zusammengehalten werden. Aber desto mehr verspürt man im bürgerlichen Leben das Soldatenthum. Wer zum ersten Male wieder nach nichipreußischen Landcstheilen kommt, der. wird diesen Umschwung noch mehr bemer ken. Kleine Knaben tragen Uniformmühen auf der Straße, hin und wieder sieht man auch so einen kleinen Kerl in voller Uniform, in möglichst schreien den Farben und mit Waffen-. angethan. Der Geschichtsunterricht in den mittleren und in den Volksschulen ist weit mehr den kriegerischen Ereignissen gewidmet, als früher, in den Zeitungen werden militärisch: Dinge mit Vorliebe besprochen. Wenn der BierPhilister über einen Gegenstand sich ziemlich genau unterrichtet zeigt, so ist es alles, was mit der Armee zusam menhängt. Zr kennt die Stärke der stehenden Heere, hat die Debatten über die verflossene Militär-Vorlage mit größtem Eifer verfolgt, während ihn die jetzt vorliegenden Volkswirthschaft lichcn Fragen vollständig kalt lassen, er. weiß Bescheid über die meisten Erfindungen auf dem Gebiete der Mas-senmords-Maschinen. In allen grötzeren Städten gibt es Schlachten-Pa-noramen. 'während die Versuche, das Panoramabild für Landschaftsschilderungen umzugestalten, fehlschlagen. Nur die .Nordlands-Scenerien halten sich im Panorama, wahrscheinlich weil die betreffenden norwegischen Gegenden durch die häufigen Besuche des Kaisers besonderes Interesse veranlassen. Das deutsche Vereinsmeierthum hat sich des kriegerischen Geistes in umfas sender Weise 'bemächtigt. .Zahllos sind die Kriegervereine. Landwehrbünde, Soldatenbrüdcrschaften. In den Annoncenspalten der Zeitungen liest man häufig Aufrufe zur Bildung von neuen derartigen Vereinigungen. Die Kameraden,' welche zu verschiedenen Zeiten in der ten Compagnie des Regiments gestanden haben, .schließen sich zu einemSeparatbunde zusammen, der selbstverständlich . in einer Kneipe tagt. Diese militärische Vereinsmeie rei wird von Oben sehr gern gesehen, an den Festen, welche diese Krienervereine hier kürzlich feierten, nah men der Prinz Georg von Sachsen (Bruder des Königs, bekannt durch seine energische Bekämpfung der Sol datenschinderei) sowie die gesammte Generalität Theil. Zwar haben diese Vereine wohl den Hauptzweck, der vorzüglichen Organisation der SocialDemokratie ein Gegengewicht zu bieten, sie sind jedoch gleichzeitig ein Zeichen deÄZindringens des militärischen Gei stes in das bürgerliche Leben. . In der Gesellschaft spielt zweierlei Tuch bekanntlich eine gewaltige Rolle. Man reißt sich in den unteren Regionen um die Mllitarderson vom 'Unteroffizier abwärts und in den oberen um den Lieutenant und dessen Borgesetzte, und wenn gar Gcneralsepauletten auf der Vildkläcke erscheinen, so ; steigt wahrlich der ganze Himmel nie-
der. Das war freilich in früheren Jahren ähnlich, aber es ist auch hier ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen. Es soll vorgekommen sein, daß das weibliche Dienstpersonal in aanzen Schaaren einen Ort verlassen hat, sobald die Garnison aus demsel ben wegverlegt wurde. Wahrschein' lich wären die höheren Töchter des betreffenden Orts dieser DienstmädchenAuswanderung gefolgt, wenn so was nur angegangen wäre, oder wie es in Deutschland heißt, sich geschickt hätte-. Neulich stand in einem Witzblatte: Backfisch: Ach, eS ist himmlisch, daß das Heer vermehrt werden soll, da fällt für mich vielleicht auch ein Lieutenant ab.- 'Recht bezeichnend, denn ein Lieutenant ist das Ideal der höheren Töchter Deutschlands. Aber leider wird dies Ideal nur bei den allerreichsten Mädchen zur Wirklichkeit. Denn der deutsche Kaiser hat vor einigen Jahren wieder die Caution erhöht, welch: der Ofsizier beim Eingehen der Ehe stellen muß. Es wird jetzt 75.000 Mark Caution gefordert, und zwar in baarem Gelde und ohne jeden
Rückhalt des Gebers auszuzahlen. Da nun aber die allerwenigsten Lieutenants in der Lage sind, dieses Geld aus eigener Tasche hinzulegen, so muß der andere Theil, d. h. das Mädchen oder deren Eltern oder Vormünder die Caution liefern. Wer aber einen regelrechten, fest beim Regiment angestellten Lieutenant nicht ergattern kann, der, oder vielmehr die, sucht minvestens einen sog. Sommerlieutenant" zu fangen. Hie? in Dresden gilt der December als ersprießlichster Verlobungsmonat, also die Weih nachtszeit. Da bringen die Zeitungen oft ganze Seiten Verlobungsanzeigen von jungen Leuten aus den besseren Ständen. Selbstverständlich sind die Zeitungen für die große Masse der Leserinnen nie so interessant, als um diese Zeit. In diesen Verlobungsanzeigen muß auch der Stand des Bräutigams verzeichnet werden. Da liest man denn fast regelmäßig Referendar und Lieutenant der Reserve", Bankbeamter und Lieutenant der Reserve". Kaufmann und Lieutenant der Reserve". Auch auf den Visitenkarten ist die Bezeichnung Lieutenant der -Reserve das Wesentlichste. Daß die Duelle in bürgerlichen Kreisen (ganz abgesehen von den studentischcn Duellen, welche doch schon, mehr in das Gebiet der harmlosen Holzereien fallen) so sehr zugenommen haben, ist wesentlich auf Rechnung des stark zunehmenden militärischen Geistes zu setzen, namentlich auf den allgegcnwütigen Reservelieutenant, welcher es seinem College von der Linie nicht nur gleichzuthun sucht in der Wahrung der 'Standesehre, sondern denselben womöglich noch darin zu' übertrumpfen bestrebt ist. Ganz ungeheure materielle Opfer legt jedoch dieser militärische Geist dem deutschen Volke auf. Ich meine hier nicht die Steuern für die UnterHaltung des Heeres, sondern eine unberechenbare Steuer, welch: sich so viele freiwillig auferlegen. Die bevorzugte Stellung.welcher sich die Offiziere und auch namentlich in den sog. mittleren Kreisen, die Reserve-Offiziere erfreuen, veranlaßt so manchen Familienvater zu Entbehrungen und namentlich zur Zurücksetzung der Töchter des Hauses, blos um den Söhnen die eigentlich nur in der Einbildung bestehenden Vortheile des Offiziersstandes zuzuwenden. Da werden Knaben aus unbemittelten Familien, und vielleicht ganz schlecht veranlagt, auf die hohen Schulen geschickt, und wenn sie da nicht mitkommen, oder durchfallen, auf eine sogenannte Presse", d. h. eine Privatlehranstalt, welche die Abrichtung solcher jungen Leute behufs Erlanaunq der Einjährig-Frerwilligen-Berechtigung besorgt. Drei, oft vier Jahre vertrödelt der junge Mensch, welcher vielleicht ein vorzüglicherHandwerke? oder Subalternbeamter geworden wäre, mit dem Einpauken sögenannter Wissenschaften, die ihm in seinen späteren Jahren eher hinderlich als förderlich sind. Denn das derartkg mühsam und mechanisch Erlernte wird in den meisten Fällen bald wie der vergessen und nur die während solck?er Studienjahre merklich gesteigert: Genußsucht bleibt dem späteren Leben als Resultat, dieser Einpaukungszeit zurück. Ich finde später einmal Geleiienheit. auf diesen Uebelstand näher einzugehen. Er trägt wesentlich dazu bei. ungesunde Zustände zu schaffen, indem der Mittelstand dadurch geschwächt und die Kluft zwischen den bevorzugten Standen und dem Prole tariat zu einer stets schroffer werden den gestaltet wird. Aber dieser sich beständig inehr und mehr verbreitende militärische Geist im deutschen bürgerlichen Volksleben rwingt nicht allein zu so gewaltigen materiellen Opfern, fördert das Streberthum, erhöht beständig die Klassenvorurtheile und vermehrt von Jahr zu Jahr das Proletariat unter den sog. döheren Ständen, sondern es wirkt auch in anderer Beziehung verderblich. Er zwingt zu der Anschauung, daß die Kriege unabänderlich sind, daß sie sich nicht vermeiden lassen, daß sie kommen müssen, wie Jahre der Dürre und der schlechten Ernten. Man gewöhnt sich mehr und mehr an die Anschauung, daß ein weiteres Friedensjahr a& ein Ge cbenk angelevkn Wirt, als ein nus schub. In solcher Stimmung wird man auch eher einem vom taun gebro chenen Kriegsvorwand zustimmen und r n st I o willig .veersoige leinen, kdxdi es ja jttit schon in Deutschland. Kreise, welche einen Krieg nicht . mehr verabscheuen, sondern das reinigende GeWitter, das die immer unerträglicher . , r-rt " weroenoe Spannung Wien iou, mvglichst bald herbeiwünschen. Ein Glück ist es. daß der junge Kaiser diese An I fchauungen nicht zu theilen scheint.
Taö Weinfaß.
7; 5s ritt der Ritter Schreckenstew Im Wald auf seinem Rappen; Im Sturmesrasen hinterd'rein j Ein Fähnlein muth'ger Knappen.'' Doch drin im Wald Da macht er Halt.' Ihr Männer, hört mir EineS: Das Krämerlein Dort, werft mir fein. Es führt ein Fäßlein WeineS!" Der Krämer, ahnungslos, danach Naht bald am Waldesrande. Und aus dem Hinterhalte brach Hervor die wilde Bande. Das Aug' voll Gluth, Den Blick voll Wuth, i Gier nach dem Saft der Reben. He, Pfeffersack, Laß' Deinen Pack, Sonst büß't Du's mit dem Leben!" .Für's Kloster ist's bestimmt, Ihr Herrn Glaubt mir. Euch wird's nicht gen!Wir schlucken just so gut und ge. Mach' fort, aus unser'n Augen!" Der Kramerheld Gab Fersengeld, ' . Man sah ikM nimmer wieder. Jörg Schreckenstein Ruft: Her den Wein. Nun sind wir Klosterbrüder! Das Faß geht dann im Kreis herum, Wenn's m i r genug gemundet. Der Ritt war heute heiß, darum , Gleich eilig ausgespundet!" Er hebt das Faß. Beginnt das Naß s Mit vollem Zug zu schlucken; j Urplötzlich brüllt rV Er schmerzersüllt. Mit Würgen und mit Spucken: i O Kramer-Hund, o Teufels-Pech, iVerflixte Kloster-Finten! Das Weinfaß ging den ander'n Weg, Dies hier ist voller Tinten!" Der Abt beim Glas Erzählt den Spaß, Wie schlau er's angefangen, Daß Schreckenstein, Voll Gier nach Wein, Ihm auf den Leim gegangen! Die Cattuken"Proyivition. Unsere Vettern jenseits der Binnen seen sind, im Großen betrachtet, noch die Einzigen, bei denen die Spirituo-sen-Zwangssache Fortschritte macht. Wie jüngst in den Depeschen gemeldet, wurde bei den Provinzialwahlen in Ontario und Prince Edward Island mit bedeutender Mehrheit für die völlige Prohibition entschieden. Dadurch sind aber die Canuken in eine Verlegenbeit gerathen, keineswegs wegen des Durstes, den auch die Canadier auf alle Fälle nach bewährten Mustern zu stillen verstehen, sondern wegen Rechtstüfteleien und der Geldfrage, die gewiß in Canada nicht hintenan stehen darf! Es wird darüber aus Montreal berichtet: Erst waren die Prohibitionisten vol ler Jubel über die kürzlichen Abstimmungen und erwarteten den sofortigen Schluß aller Spirituosengeschäfte. Aber der hinkende Bote blieb nicht aus, in Gestalt eines Rechtsbefugniß-Strei-tes. Denn: Darf eine Provinz i a lg e w a l t ein Geschäft völlig unterdrücken. welches jährlich Millionen in den Schatz der Dominion bringt?" Diese wichtige Frage ist den Gesetzesbeamten der Dominion sowie der Provinzen vorgelegt worden, und beide wollen nicht die Verantwortung auf sich nehmen.uber einen Gegenstand, der so Vieles in sich schließt, Imt Meinung abzugeben. Daher beschloß man, einen Probefall dem Geheimen Kronrath zu unterbrei ten. dessen Entscheidung endgiltig ist. Entscheidet dieser für die Provinzen, also für die Prohibition, so würde die Dominwn Jahr für Jahr em bedenk liches Deficit gutzumachen haben, wozu neue Steuern erforderlich wären. "Fällt aber die Entscheidung aeaen die Vrobi bitionisten aus. so bliebe diesem nichts mehr übrig, als, das Parlament, der Dominion um 'eine allgemeine Volksabstimmung über diese Frage anzuge hen: das Tcmperenz-Element im Un terhause ist jedoch nicht stark genug, als daß die Gewährung emer solchen Pe tition sicher wäre! JnderErstenlutherischen Kirche in Rockford in Illinois verur sackt der Jesuck des neulick stattaebab ten Wohlthätigfeits-Valles seitens mehrerer Kirchenmitgieder bisher kaum vermuthete Wirren. Die alteren Mit alieder sollen entschlossen sein, die schul digen jüngeren Mitglieder zu demüthi ger Abbitte zu veranlassen, wozu die letzteren ganz und gar nicht geneigt sind, well sie der Ansicht sind, daß sie durch den Besuch des Balles als Zu schauer nichts Unrechtes gethan haben Die Gemeinde-Aeltesten wiesen in einer t abgehaltenen Versammlung einen von ihnen eingesetzten Ausschluß an, die Mitglieder, welche den vermeintlichen Fehltritt begingen, zu einer strengeren Beobachtung der Kirchenregeln zu ver mögen. Für den Fall, daß sie sich be stimmt weigern, ihre Vcrirrunq einzu zesteben. soll ihre Ausstoßung aus der Gemeinde erfolgen. Ein hervorranqen deZ Gemeindemitglied erklärte, daß das von den Kirchenvorstehcrn eingeschla zene Verfahren keineswegs allgemein gebilligt werde und möglicherweise zu :ine? ernstlichen Spaltung führen vcroe. Schadenfroh... Erster Ehe krüppel: Sage mal. Du hast Deinem Neffen eine Frau verschafft?" Zweiter Ehekrüppel: Gewiß! Erst recht! Ich sehe nicht ein, weshalb der Venqel s Etwas vor unseremem voraushaben soll!" .
Der kleine ttoloman.
Eine Geschichte au Slavonien. Der kleine Krämer Koloman ist in Jlencia zu Hause und verkauft den Bauern Dreiireuzer-Tabak, Sensen, Schmdelnagel und den Stadtschönen Bänder und Schminke. Man muß sagen, Stadtschonen , denn Jlencl ist eine Stadt mit einer griechischen und einer katholischen Kirche, hat auch ein Gemeindeamt und vier über und über verschnürte Panduren mit Gewehren, so groß wie die Arkebusen System 1523. Zu Kolomans Thüre führen zwei Stufen und weil sein Laden so klein ist kaum fünf Schritte im Gevierte so sind die Stufen mit allerlei aufgerollten Säckchen und Fäßchen vollgestellt. Da gibt's Hirse, Linsen, Mohn, Nüsse und sonst allerlei. Kolomans Laden ist orangegelb angestrichen und die Pulte und Kasten drinnen sind's wie stylvoll! auch. Alles orangegelb. Der kleine Krämer Koloman öfsnet seinen Laden um fünf Uhr Morgens, spritzt Wasser auf und fegt ihn rein. Dann setzt er sich hin und rechnet aus. wie viel ihm die Vau'm schulden. Er hat ein schmales, dickes 53uch, in dem's mit Bleistift verzeichnet steht, und so oft hat er's gerechnet, daß die Kanten derBlätter schmutzig und gefranst wurden von seinen emsig suchenden Fingern. Kommt die Ernte, werden die Leute zahlen. Nicht mit Geld, sondern mit Weizen und Kukuruz, die sie mit ihm nach uralten Maßen verrechnen. Alljährlich am Neujahrstag macht der kleine Koloman eine Gerralbilanz" seiner Firma" und immer schmunzelt er dabei, denn es geht ihm von Jahr zu Jahr besser. Mit Nichts sing er an vor sieben Jahren und jetzt hat er ein kleines Vermögen. Er lebt nämlich sehr anspruchslos :V hat Niemand zu ernähren als sich selbst. Und was braucht er viel? Er ist jung kaum fünfundzwanzig Jahre alt und verlangt vom Leben das Nothwendige und nichts, nichts darüber. An außerordentlichen Ausgaben hatte er in den Jahren 1891: ein neues VorHängeschloß für seinen Laden. Er merkte, daß er vierhundert Gulden besitze und hielt das alte Schloß nicht mehr für sicher. Im Jahre 1892: einen Revolver. Damals schloß seine Rechnung mit einem Saldo von sechshundert Gulden. Jetzt kommt ihm der Revolver sehr zu gut.. Und warum? Am 15. März 1892 kam der Acciseschreiber von Jvopac zu ihm... Den Tag wird er sich ewig merken. Der Acciseschreiber Berger heißt er sagte ihm: Ein prachtvolles Geschäft weiß ich für dich, Bruder. Ich weiß, daß du ein paar hundert Gulden hast. O leugne nicht, ich sag's ja Niemand! Und da ist ein reicher Herr, ein Arrendator, dcr gerade Geld braucht. Wenn er sechshundert Gulden bekäme, gibt er in einem Jahre acht zurück. Da dachte ich mir: Das Glück gönn' im Niemandem, als meinem Freunde Koloman, weil sein Vater meinem Vater so gut war. Und dem Herrn hab' ich gesagt: Suchen Sie nicht ich hab' einen Freund in Jlcnci, der Ihnen gibt, so viel Sie brauchen." Koloman schüttelte energisch den Kopf. Er hatte seine Werthpapiere und die waren ihm so lieb, daß er sie alle Abend frisch besah. Er kannte ihre mitten Farben grün, roth, braun und. jeden Zug der feinen Guillochirung hatte er hundertmal bewundert und die kleinen, dünnen Manuproprien der Direktoren. Nein, sein Geld wird er nicht geben . . . Und dann die sechs Koupons, die er pünktlich an ihrem langersehnten Verfallstage andächtig abschnitt... Gewiß, er gibt skin Geld nicht. Wie denn der reiche Herr heiße? Herr von Perics." So Herr von Perics, der reiche Arrendator!" . Nein... er gibt seine Papiere doch nicht hin. Am nächsten Tage fuhr Herr von Perics vor dem Laden vor und stieg nach einer halben Stunde wieder in seinen Jagdwagen ... und dem kleinen Krämer Koloman brannten die Augen zuerst vor Erregung und dann von Thränen. Abends zündete er seine Lampe an, mustert: den Wechsel, den er erhalten und stippte mit dem Finger den Streusand von der großen dicken Unterschrift. Mit seinem Glücke aber war es aus. v'r hatte bittere Sorgen. Und als das halbe Jahr um war bekam er kein Geld. Er solle entweder einen leuen Wechsel auf tausend Gulden nehmen, sagte Perics, oder den Jancsi", ein Rappfohlen, das sei ehrliche zwölfhundert Gulden werth. Koloman miethete einen Wagen und fuhr über die Drau nach Fünfkirchen. Dort mohnt sein Oheim, ein Pferdehändler. Den brachte er mit und der. Oheim sah den Jancsi" an. Er bot Koloman zwölfhundert Gulden für das Pferd auf der Stelle. D kleine Krämer nahm das Pferd an dem Lederhalfter, band es hinter den Wagen und führte es heim. Dem Oheim aber verkaufte er es nicht. Denn er dachte: Wenn das Pferd, daö heute drei Jahr: alt ist, so viel kostet wie viel wird's im nächsten Jahre werth sein? Von nun an war Jancsi" seine einzige Sorge. Er brachte ihn zunächst in seinen Stall und ' gab ihm eine Menge Hafer, H:u und Streustroh. Dann verstopfte er Fenster und Fugen und rief einige Bauern zu sich, um zu erfahren, was er nun mit dem Pferde anfangen solle. Die Bauern riethen ihm dies und das wie er's aufziehen, wie er's brauchen könne aber feinen Dank erwarben sie nicht. Er sah ein. daß sie es doch nicht verstauden. Jetzt fiel ihm etwas ein. Unter feinen Makulaturen, die er zum Dü-
tendrchen hatte, gab's ein Buch davon. Er holte es hervor und fing es an, zu lesen. Der Hufbeschlag ohne Zwang von C. Balassa. Wien, 1835." Er las es, ohn- es zu verstehen denn es gab so 'c!e fremde deutsche Ausdrücke darin. Nun stieg in ihm die Idee auf. sich ein Buch zu kaufen, wo Alles drin stünde, was er brauchte. Er kaufte eines. Es genügte ihm nicht, es war nicht das rechte. Weil er gerade in Essegg was zu besorgen hatte, sperrte er seinen Laden zu. nahm einen
Burschen aus dem Drfe für das Pferd auf und fuhr von bannen. Er kam mit einem neuen Buche und vierzehn Tage später kam eine heißersehnte Postsendung mit funkelnagelneuen Leinenbänden: Zach. "Das Pferd"; MajorSchönfeld, "Katechismus des Pferdes"; Zipperlen, "Der Hausthierarzt": Dr. E. Wolff, "Fütterungslehre"; Vorschrift ten über das Pferdewesen über das k. u. k. Heer" und eine Menge andere. Ferner eine zweite Postsendung: Lederzeug. Ein Wagner w Banovci machte ihm ein kleines Fuhrwerk zurecht. Jancsi" wurde eines Sonntags mit Hilfe des Bauernjungen eingespannt und langsam auf weichen Wegen spazieren geführt. Er trieb's toll, de gute "Jancsi". Die Bauern sagten, es käme vom vielcnStallstehen. Und weil das mrt denBüchern stimmte.sührte der gute Koloman von nun an sein Pferd jeden Tag um die Mittagsstunde aus. Ewes Tages traf e? auf dem Wege dcn Verwalter vonKarina. Der lobte das Pferd über die Maßen und meinte, es sei das schönste im ganzen Komitate. Nur schade, daß es von dem harten Geschirr gedrückt wurde. Grund genug für den guten kleinen Koloman, nach Budapest an den Hofsattler zu schreiben. Er bekam einen illustrirten Katalog und bestellte ein "Prima englisches Plattengeschirr von Naturleder mit Ledersträngen, Wischzaumhalfter und gelben Handstutzeil". Zugleich entschloß er sich auch, einen leichteren Wagen machen zu lassen. Er war entschlössen. Alles für das junge Pferd zu thun. War es dc.ch so lieb. Jede Bewegung voll Aktion, so grundverschieden von den wiehernden, galoppirenden Gäulen derBauern. Die Deckhaare sammtschwarz und glänzend wie das Haar eines lockigen Knaben. Die Lipp.;n so fein und immer- bewegt, schnuppernd und kosend. Ein Prachtkerl, der Jancsi". S sst Koloman sich ihm näherte, und das geschah wohlhundert Mal im Tage suchte das Pferd ihm Taschen undHände nach Zucker ab, wieherte und scharrte, beugt: den schönen Hals in Schwanenbogen... Koloman hielt das Pferd längst nicht mehr angebunden. Es durfte im Stalle frei umhergehen wie die Rennpferde in rhr.:n Bozcs und Alles durcheinander werfen. Ja, als es wärmer wurde, durfte es im Hofe tollen und den Hunden nachgaloppiren, die Hühner todttreten und ßohnucke mit den Mnen knabbern Dabei folgte es dem kleinen Krämer auf ein Wort und vergalt fern: Liebe mit immer wachsender Anhänglichkeit. Er brauchte es nicht mehr zum Brunnen zu führen. Er rief blos Jancsi!" und Jancsi" foezte ihm w' ein Hündchen mit 'gesenktem Kopf: Schutt auf Schritt und stieß ihn sanft in den Rücken, tomn er gar zu langsam ging. Eines Tages kamen sehr vielBauern j in seinen Laden. Sie sprachen von allerlei Koloman aber nur von seinem Jancsi". Da meinte einer von den Bauern: "Und es ist doch ein Wunder, daß sie Dir es noch nicht gestöhlen haben." Wer sie?" fragte d:? Heine Krämer entsetzt. Na die Ungarn." Welche Ungarn?" Die dem Wirthe in Edesfalu fünf Pferde weggeführt haben und demCsaruk in Borlovci zwci und dem Deutsch von Krilna eines und dem Verwalter in Karina ..." So Ungarn?" Ja freilich! Wer stiehlt denn sonst Pferde, als die Ungarn? Un sie führen sie in die Somogy weg und man sieht sie niemals wieder." Der kleine Koloman steckte ein Brett in das Kürbisbeet, nahm seinen verrosteten Revolver und schoß danach. Er traf nichts; unter zwanzig Schüssen kaum einmal durch Zufall. Er kaufte ein:n neuen Revolver und fünfhundert Patronen und schoß so lang: nach dem armen zersplitterten Breit, bis er's mit jederKugel traf, auf zwanzig Schritte tczxt. Dann zerschlug er das Brett und verkaufte das Blei. Anderthalb Kilo war's. Nun konnte er gut schießen und täglich besser denn er übte es aus allen möglichen und unmöglichen Stellungen Jetzt sollen sie kommen um ftinen Jancsi". Er hatte keine Angst. Natllrlich schlief er im Stalle. Es 'war allerdings nicht angenehm, denn Jancsi" gab ihm keine Nuhe die Nacht über und zupfte beständig an feiner Decke. Auch muhte er immerfort aufstehen, um nach seinem Laden zu sehen, ob sie" nicht etwa den erbrachen. Eines Tages war Koloman sehr müde und fchlief im Stall: wie ein Todter. Nichts, nichts wußte er von sich und träumte nicht. Da hörte er psötzlich ein furchtöaresSchreien und Poltern. Er sprang auf. griff nach dem Revolver ... Es war Heller Tag. Die Thüre des Stalles war offen und in der Thüre lag ein Mann und schrie und blutete... Es war der Vauernbursche. Er war gekommen nachzusehen, was es mit dem Krämer sei. der so lange nicht erwachte.und hatte dieThüre gewaltsam geöffnet. Da faßte ihn der Jancsi" mit den Zähnen, warf ihn zu Boden und trat so unbarmherzig auf ihm herum, daß zwei Nippen d'rauffingen, ehe Koloman begriffen hatte, was gäbe... Er zahlte Doktor und
Apotheker mitFreuden. War doch eine
großeSorge von ihm genommen. Und fein Herz gehörte ganz dem muthigen; Jancsi" mit allem rothen, rothen Blute, das darin pulsirte. Der kleine Krämer Koloman war ein anderer Mensch, seit er ein Pferd hatte das sagtm alle Leute. Er war nicht schüchtern mehr und geizig, sondern voller Feiu:r und Leben, wi? sein Rappe war er geworden. Besonders jetzt, da er ritt. Er ritt! Ei nen lichten, schweineslcderncn Sattel hatte er und Nickelbügel. Er ritt verhälwißmäßig ganz gut. Ja, wenn, er daherkam und der Rappe weit ausgriff mit den rehschlankcn Füßen, da war's eine Pracht, ihn zu sehen. Die Mädels schauten nur so. Er aber auch ! Sie begehrend, er stolz. Und bald geschah es, daß er begehrend wurde und die schöne Kata stolz. Koloman hate einen eisernen Willen. Da er sich nun einmal auf's Reiten geworfen hatte, studirte er die Sache theoretisch und übte sie praktisch, turnte und sprang, trainirte sich und das Pferd, putzte alles und fchniegelte alles war draußen ein Graf und zu Hause der kleiro Krämer Koloman, der Gemüse und Brod aß und Kartoffeln mit magerer Milch. Er träumte immerfort von einer schöneren Zukunft: er wäre ein Edelmann und brauchte an nichts zu denken, als an seinen Rappen. Der Laden war den ganzen Tag über gesperrt und die gutmüthigen Bauern gingen in den Stall, wenn sie was kaufen wollten. Dort trafen sie den närrifchen Koloman. Er wiegte sich auf dem Streifbaum, den Kopf in Jancsis" Mähe vergraben und erzählte dem aufmerksam horchenden Pferde von dem Schlosse, das er sich erbauen wolle. Ja, es dauerte gar nicht lange, so meinte er, das Schloß schon fertig zu haben weit oben über dem Papuk... in den Wäldern irgendwo. Er sah es ja . . . das kupferne Dach rn der Sonne glänzen und vor dem Thore emSpringbrunnen und über dem Thore eine große Uhr mit ' goldenen Zeigern und rückwärts ein Park mitVosquetten und . . . und einen Teich ... und Schwäne ... und eine große, große Wiese für feinen Jancsi" und . . . und . . . Und ... Koloman merkte, daß er den Verstand verloren. . Und Koloman nahm den Revolver und gin'g in den Slall, ösfnieteRock und Hemd und schoß sich eine Kugel in die Brust. Jancsi" stand dabei und wieherte. Als der kleine Krärzer hinfiel in die weiche Streu, kam das Pferd und schnob cm seiner Wunde. Es zupfte wohl eine Stunde lang an ihm herum. Als er durchaus nicht aufstand, ward Jancsi" ärgerlich, packte ihn mit den harten Zähnen und schuppte ihn herum. Und endlich trat es aulihn und stampfte ihm zwei Rippen ein, ganz wie damals dem armen Bauek'njunzen. In ihrem Falle gr.. los. , Li: lfe-, 'HSh I .- -y- W?i X-thT 3 P- 5 x -1 f- M l hisJU y. K"j F'i '? z&te m rj' tjft ir " n i?VrH fcy ?!r i - 'L?. IL.iiT8ii!W vv?-- t. w.?Sf i.'-f Sp VI, ' J'iW; wm Verkäuferin: Das. sind die öesten schwarzen, Strümpfe, die wir führen. Negerin: Könne Sie dafür garantiren, Fräulein, 'daß &'.e'sa Strümpfe nicht etwa schwarz abfärben? Sensationell. Der Privatier Wohlleöe hat sein verfettetes Herz gründlich an die schöne Cafehauskassiererin verloren. Eines schönen Tages kann er sich nicht mehr halten. Er ruft ihr zärtlich zu! Wissen Sie, reizendes Kind,, daß Sie mir mein Herz geraubt haben?" Local-Chronist Schnüfflina, (am benachbarten Tisch?, seit einer Stunde verzweiflungsvoll nach einer Sensationsnotiz für die nächste Nummer des Novitäten - Vorn" fahndend): Gottlob, da hätte ich nun endlich einen Stoff erhascht!" (Schreibt hastig ein Manuskript für die Druckerei.) Privatier Wohllebe im Cafe Pantschmahcr beraubt!" ' Poesie und Prosa. Alter Herr: Werden Sie denn aber auch meine Ella glücklich rsachen? Freier: Ich werde sie hüten und pflegen. wie eine fch'öne Blrnre. Alter Herr: Na. na, hoffentlich geben Sie ihr nicht blos Wasser! VorGericht. Richter: Der Gerichtshof wird sich jetzt zur Berathunq zurückziehen. Angetlaater: Ach lassen Sie man, Herr Jerichtshof. ich kriege ja doch wieder sechs Monate, wie det vorige Mal! Darauf hofft fie. Pfarrer: Schau, wenn alle Liebe in DeZnem Herzen erstoröen ist, da bleibt Dir noch die Nächstenliebe. Vroni: Ja, auf die Nächsten hoff' ich ja auch! Ueberwunden. Junge Frau (die dem Gatten ihren früheren Klavierlehrer vorgestellt hat): Nun. wie hat Dir der Herr gefallen. Oskarj ein prächtiger Mensch, nicht wahr?" ' Mann: Ich habe ihm verziehen." Rechte Ansichten haben, chne sie auszuführen, heißt: Die Uhr richtig stellen, die nicht geht.
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