Indiana Tribüne, Volume 17, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1894 — Page 3

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v? gii X K. Soir.in aus dcm Italicnischen des Mcmlni. (4. Forlsetzung.) Ter junge Reitknecht war hierher gerathen, ohne zu wien ,wie oder watum..... Ter höllische Lärm in der Eesindestube hatte ihn betäubt; er war Izinausgegangen, urn ein wenig frische Luft zu schöpfen, und schritt die große Zsplanade auf und nieder. Er blieb einen Augenblick hinter dem Flieder Busche stehen und blickte wie im Traum riach der Doppeltreppe, welche an der Fassade der Villa aufsteigt und. nach der Trasse im ersten &c$e fi'Krt. tSr wusste, daß' "da? dort BinDTtQs . Gemach für die Neuvermählten li stimmt war. Plötzlich erhebt sich der Nachtwind. !Und das ganze Gewirr der am Trep penzeländer hinaufrankenden und sich anklammernden Pflanzen geräth in Bewegung und rauscht auf; die Blüthen schwanken und erheben ihre auf die gekrümmten Aeste geneigten Häupter. Auch sie wollen sehen, wie er Warum? Was gehen die verhängnißvollen Stunden im Menpschenleben die Blumen an? Und was gehen sie ihn an. den ungebildeten, zigeunerhaften, halbwilden jungen Burschen, der lieber mit den Pferden als mit semesglei chen umgeht? Das Fenster wurde ungestüm ge öffnet. Milla erschien... dort oben auf der Terrasse. Sie hatte ihr elegantes Reisekleid abgelegt; ihr kleines, schlankes Persönchen war in ein weißes, faliiges Caschmirgewand gehüllt. Und unmittelbar hinter Milla erschien der Herzog Milla wandle ihr ängstliches Gesichtchen dem Monde zu, dem alten Freunde aller jungen Leute! Aber er nicht, er schaute nicht einmal hinauf zu der blassen, stummen Scheibe. E? sprach, und tzx Wind nahm seine kurzen, abgerissenen, fast erstickten Worte mit fort: Ei, welche Idee! Komm, mein Lieb, komm." Sie lachte, hart am Geländer siehend und sich darauf stützend, wie eine Schwalbe, welche beim Sturme sich an die Dachrinne klammert. Koniin, komm!" wiederholt: der Herzog, und . nichts anderes als Komm!" Aber das Wort zitterte glühend durch die kühle. Luft. Milla bat ihn, einen Augenblick zu warten. O Giuliano.... nein.... warte einen Augenblick.... ich bitte Dich.... sieh nur.... wie schön!" Sie war verwirrt, ihr Athem ging .schwer; sii schaute hinaus in den tiefen Frieden des blaffen Lichtes, in die göttliche Poesie der Nacht, welche in die höchste Stunde ihres Daseins eine Minute der höchsten Poesie der Lieb: fügte. Aber der Herzog hatte in diesem Augenblick keine Lust, den Mond zu betrachten; er fand ihn vi:lmehr durchaus überflüssig; er sagte nicht mehr komm", sondern trat rasch aus Milla zu und legte fernen Arm um ,sie. Sie sträubte sich nicht, sondern bog rhr Haupt zurück, lieh es an seine Brust sinken und blickte auf, um Giuliano anzusehen. Jetzt neigte er das

Gesicht, küßte sie auf den Mund und machte zugleich einen Schritt, rückwärts. Auf diese Art führte er sie rückwärts schreitend unter Küssen und abgerissenen Worten fachte bis zur Schwelle. Dort ließ er sie einen Augenblick los, wandte sich rasch und schloß "die Gitterläden, Fensterflügel und Scheiben, kurz, alles Berfchliebare, fest zu. Und draußen blieb, so entschieden vor die Thüre gesetzt, das Mondlicht. Und im Mondlicht das verstörte, fast verzerrte Gesicht Drollinos! Sein!" murmelte der junge Mann Und er knirschte mit den Zähnen. Er sah sich um. Gerade an dieser Stelle des Gartens hatte er vor acht Jahren daS Nahen der Einbrecher bemerkt. Wieder sah er in der Erinnerung jene drei widrigen Gesichter aus der Dunkelheit der Alle: auftauchen. Aber jetzt herrschte vollständige Ruhe. Die Fassade der Villa lag schweigend in wußem, weichem Lichte. Ein plötzlicher Gedanke durchzuckte Drollino. Es trieb ihn fast unwiderschlich, wieder alle zu wecken mit dem Alarmgeschrei: Diebe! Diebe!" Aber er hielt an sich mit einer gewaltsamen Anstrengung, die ihm fast die Kehle zuschnürte.. Ah.... zum " Er brachte das Wor! nicht über die Lippen, nicht einmal das lind alS ob ein plötzliches Entsetzen über ihn käme, sloh er jetzt rasch durch die Allee davon und verschwand in dem Schatten der Bäume, wo durch die tausend kleinen Oeffnungen desBlätterwerkes ein Regen von kleinen silbernen Ringen zur Erde fiel. - Wenige Tage nachher besuchten der Herzog und die Herzogin die :tiT:n, natürlich zu Wagen. Die kleinen Fül'len sprangen hin und her und umhüpften ihre Mütter, welche ruhia roeideten und immer wieder den Kopf ausrichteten, um mit ihr:n ruicen. Liefen Augen nach dem wolkenlosen Horizont der Ebene ei:3Ljlic:en. ;imd dort ertönte ein- fröhliches Wieyern unter den Heerden, und die gro fcen kaufen Maibeu neben den Ge bäuden erfüllten die Atmosphäre mi! ihrem wurzigen Duste. . , '. Drollino tetraütete mit aroker G: nugthuunyg ie Kutsche, eine leichte, mit zwei nerviaen Unaarvferden besvannte Viktoria. Er stand daneben. ein wenig abfeits. Welch' merkwürdiaes Wesen war doch diese öerzoain! !fcre kleine Person verschwand beinahe in dem geräumigen Wagen und in der reichen Fülle der weißen Spitzen und des zartarauen Tibets ihrer wunderschönen Frühlingstoilette; aber ihr weißer Teint, das ungemein zarte Odal ihres Gesichts und die holde Anmuth de Küae boten auf dem rosafarbenen Hin

tergrund des geöffneten Sonnenschirmes ein äußerst feines Bildchen dar. Sie sah nicht mehr erschrocken aus; nur etwas blaß war sie; aber auf dieser leichten Müdigkeit der Züge, welche unendliche, süße Zufriedenheit, welche lachende Sonne, welcher Strahl von Freude, , von neuem, leidenschaftlichem Stolze! Ein leichtes, entzücktes Lächeln ruhte auf ihren Lippen, und es wollte ihr kaum gelingen, ihren unwiderstehlich gefesselten Blick chie und da von dem Antlitz des Herzogs wegzuwenden. ' Dieser, der ruhig und heiter war und dem sein englischer Anzug sehr gut stand, hatte von Zeit zu Zett einen raschen, liebkosenden Alick für ihre unwillkürlich wie gebannt an ihm hangenden Augen. Und mit nicht weniger zufriedenem, aufrichtigem Wohlgefallen betrachtete er auchdie Pferde. w:leh; der Stallmeister ihm mit Namen nannte und die Pferdejungn an der Viktoria vorbei hin und her führten. Er betrachtete si prüfend und schloß dabei zur Hälfte eines seiner prächtigen blauen Augen. Er that sein Möglichstes, um die Dabeistehenden zu überzeugen, daß er in die schwierige Kunst der Pferdezucht vollständig eingeweiht sei; cbzz seine Kenntnisse, welche in dieser Richtung sich nur auf den Kostenpunkt erstreckten und nicht über den beschränkten Dilettantismus der meisten eleganten jungen Herren hinausgingen, liefen ihn doch jeden Augenblick die groblichsten Verstöste machen, welche von der Herzogin allerdings als Evangelium angesehen wurden, bei den Ändern aber eine ganz andere Aufnahme fanden. Da und dort zuckte ein leichtes Lächeln über die sonnverbrannten Gesichter; die Pferdejungen und Reitknechte tauschten Vl?cke aus, wahre Salven von Hohn und Spott. Der Herzog bemerkte es nicht und wollte, ermuthigt durch das Bewußtsein seiner untadelhaftcn Haltung, aussteigen, um sich für seinen Privatgebrauch ein Sattelpfcrd au-zulesen. Er probirte mehrere von den besten, aber an allen fand er etwas auszusetzen. Dieses war hartmäulig, jenes hatte einen unleichmäßigen Trab, ein anderes keine Gangart Endlich wurde er ungeduldig. Sie gefielen ihm nicht.... klar.... er war an ganz andere Pferde gewöhnt.... Ja, bei diesen verwünschten italienischen Nassen zeigten sich eben immer Uebelstände, da war alles umsonst! Und auch die Ställe, die Einfriedizungen, die Triften ließen viel zu wünschen übrig.... Er wollte sehen, was sich thun ließ; es mußten Neuerungen eingeführt werden; ja, das wollte er! Auf einmal fiel ihm ein etwas entfernt stehendes, hochgewachsenes Pferd in die Augen, ein Pferd von wunderschönen Formen, mit einem seinen Kopf, schlanken und kräftigen Beinen, einem äußerst zierlich gebildeten Hals, auf dem die Adern in klarer Zeichnung sich abhoben. Das Pferd stand unbeweglich in einer sehr glücklichen Stellung. welche die klassische Schönheit seiner Linien voll zur Geltung brachte. Ha!" dachte der Herzog, das ist mein Fall."

Er wsndte sich zu dem Verwalter und sprach, auf die Stute deutend: Em anständiges Produkt; wie hecht es?" Mia!" antwortete hinter de? Viktoria eine kräftige jugendliche Stimme. Der Herzog fchaute sich um und sah, daß ein Bereiter den Ramen ge-' sagt hatte. Er wandte sich, ohne jenem zu antworten, neuerdings zu dem VerWalter: Welcher lächerliche Name! Es scheint ein gutes Thier zu sein. Ich möchte es in Bewegung sehen." Obwohl Mia nicht gesattelt war. saß Drollino doch mit einem Sprung aus ihrem Rucken. Er loste die Harter und setzte das Pferd in Bewegung. Mit zwei oder drei kurzen Worten ließ er es traben, galoppnen. über emen Schlagbaum setzen, plötzlich stillsteben.' dann mit Seitengängen an den Ort zurückkehren, wo es vorher gestanden. Alles dies wurde blitzschnell und mit bewunderungswürdiger Leichtigkeit und Meisterschaft ausgeführt. Bravo, Drollino!" rief dieHerzozin begeistert aus und schaute ihren Gatten an, um die Wirkung zu sehen, welche Drollinos Geschicklichkeit auf ihn her vorbrachte. Aber der Herzog geruhte nicht, seine Zufriedenheit auszusprechen. Er befahl, das Pferd zu satteln, er wollte es probiren. Der Verwalter blieb ein wenig ver legen, stehen. Wirklich.. Herr Herzog....Was?" fragte der Herzog barsch. Ja.... Herr Herzog.... gewiß., den ken Sie nur.... aber sehen Sie. dieses Pferd.... sicherlich.... es stammt aller dings vom Gute.... aber es gehört eigentlich nicht zum Gute. Nicht? Und wem gehört es denn?" Ml sagte ruhig Drollino, wel cher abgestiegen war und, den Herzog fest anblickend, neben dem Pferde stand. Ah," antwortete diese? mit der äu ßersten Gleichgiltigkeit. Er stieg wieder in die Kutsche und wandte sich abermals an Herrn De melli: Wie kann man einem Angehö rigen des Gutes erlauben, eigenePserde zu halten?" Damelli versuchte eine Art Recht' fertigung. Der verstorbene Fürst hat es g: than, um damit einen wichtigen Dienst zu belohnen.. ir . t rv t 1 n , ,'as iino uiigeyorigieiien, unier brach ihnder Herzog, Dinge, die nicht vorkommen sollten. Ich sehe schon, daß auf diesem Gute verschiedene neue An Ordnungen zu treffen sind. Wir wer den dafür forgen, wir werden dafü: sorgen." Herr Damelli beeilte sich, unterthä Niger als je den Hut abzunehmen, als er sah. daß der Herzog sich anschickte. den Vefebl zur Abfahrt zu ertheilen.

Ader der Verdruß des guten Lerwa?-

ters sollte nocy großer werden. Ter Herzog winkte ihm, näher zu treten. und sagte mit gedämpfter Stimme zu ihm: Lieber Herr Damelli, Sie haben den Auftraa, jenem jungen Burschen den Wertt) des Pferdes auszu bezahlen und es diesen Abend in den Stell zu führen Vorwärts!" vefayl er hierauf rem Kutscher, und der Wagen setzte sich unter den ehrerbretlgsten Grüßen de? ILn tergebenen in Bewegung. Aber so wie der Wagen fort war, erfolgte ein allgemeines Kopfschütteln. Der neue Herr war keinem sympathisch geworden und man zog strenge über ihn her. Welcher Hochmuth! Welch' aennrnige3 Wesen! Und wie er im Sattel saß! Wie häßlich er zu Pferde aussah! Welche dicke, kurze Gestalt! Welch' schlaffer, weichlicher Körper! Nicht einmal das Gesicht gefiel ihnen, das weiße, dicke mit den blauen Glotzäugen und dem großen, häßlichen. blonden Bart! Die Herzogin, ja frei lich.... ibr, einer Frau, stand das weiße Gesichtchen gut! Und wie zufrieden sie war, wie sie lachte, wie sie alle kannte! Sie hatte sich sogar eines alten Stallknechts erinnert, r:r einmal, als sie noch klein war, sie auf seinem Karren voll Heu im Garten herumgeführt hatte! Ach, was war doch der Signorina in den Sinn gekommen, sich die fen blonden Menschen, diesen Prahl Hans zu nehmen, der nichts anderes verstand, als überall und alles zu kr? tlsiren. Und doch, meinte ein beobachtender Redrolo, doch ist es ganz begreifItcb: sie ist unsinnig m ihn verliebt. Unsinnig verliebt? Ganz gewiß: dieser Pedrolo irrte sich nicht. Milla war wie von Sinnen gekommen durch diele urplötzlich über sie einstürmende Liebe, welcher sie mcht durch Prüfen oder Nachdenken hatte zuvorkommen können. Aus dem Madchenherzen war unverschens ein Frauenherz geworden, und diese plötzlich vorgegangene Beränderung hatte sie überwältigt. Der erste Tropfen aus dem Glase hatte genügt, um Milla zu verwirren, zu berauschen. verrückt zumacqen. Es beherrschte sie jene merkwürdige, unheilvolle Art Lei denschast, welche leicht über reine, unwissende Seelen kommt: 'die unschuldigste und gefährlichste, die erhabenste und thörichtste Leidenschaft von allen. die nicht rechnet, die auf unsinnige Weise schätze der zärtlichsten Liebe schenkt, verschwendet, verschleudert. ohne jemals inne zu halten und zu zählen, was sie geben, ohne zu fraaen, was sie erhalten hat: eine nach Sklaverei dürstende Leidenschaft, welche aus dem Gegenstand ihrer Anbetung sich unfehlbar den Tyrannen für heute. für morgen den Uebersatten schafft. Am Abend dieses denkwurdigin Ta aes fand sich Herr Damelli in der fchrecklien Verwirrung es war ihm zu Muthe, wie dem Hund, der den Hasen hat entwischen lassen bei dem Herrn Herzog ern. Nun? herrschte dieser :hn an. Herr Damelli wußte nicht, wie be innen. Endlich aber, nach langem Wenden und Drehen der Worte brachte er heraus, daß er sich vergebens bemüht hatte. O, Euer Gnaden! Denken Sie nur. der junge Bursche ist sehr erkenntlich: er hat mir gesagt, ich soll Ihnen für Ihr großmüthiges Anerbieten danken .. Aber glauben Sie,.... daß eö nicht.. kurz, eS wäre für ihn ein wahres Unalück.... Er liebt . sein Pferd über alles ... er will mcht.... kurz, et kann siq Nicht davon trennen! Nicht?" lachte de? Herzog. Sie sind wirklich naiv, lieber Herr Darnelll. Sehen Sie nicht, daß der Kerl nur das Angebot steigern woll?' Ich habe eö gesteigert, ich habe dS gesteigert,--antwortete der Verwalter eilig; ich habe gesagt, er möchte den PreiS selbst bestimmen. Aber nichts. die Hartnäckigkeit deS Burschen war mcht zu überwinden. Er hat eine voll. geVerehrung sur das Thier.... ES war ein Beweis de? Dankbarkeit deS derstorbenen Fürsten für einen wicht....' Genug, unterbrach ihn der Her zog, roth wie ein Truthahn. Er verabschiedete Herrn Damelli höchst unfreundlich und ging in das Zimmer der Herzogin. Milla probirte eben em Paar gestickt Pantofselchen; aber als sie Giuliano mit wüthendem Gesicht eintreten sah, erschrak sie, stand auf und ging, ein ftüfcn bekleidet. das andere barfuß. chreu Mann cni gegen. Mein Gott! Giuliano! Was hat's gegeben? Was eS gegeben Hit? schnaubte der Herzog. Dieses Haus ist ein wahres Babylon, und Reformen sind no thiger darin als das Brot. Du hast ja famose Leute unier Deinen Unterae denen, verstehst Du! Aber ich werde .ihn lottmntn. den dchunnri ihn und seme Mahre, und ihn lehren.... ' I O 7""0, " Und so erzählte er die Geschichte, unter wüthenden Drohungrn, was er alles thun und lassen und andern werde. Die Herzogin fand, es sei abscheu lich, und Drollino hätte sich sehr alülk lich schätzen sollen, Giuliano nicht nu eine, sondern hundert Mia. abzutre ten. Aber während sie Drollino verurtheilte, lächelte sie, Giuliano mit der schelmlscben Anmuth einer glücklich: Frau zu. -O,.er ist eben ein Dummkopf!. Und Du,' Giuliano, mußt Dir nichts daraus machen.... Wegen eines Pferdes! Sind nicht die auf den Triften und in den Ställen alle dein?'.. Und wenn Du willst, so lasse Dir Pferd aus London kommen, wo e.Z schöbe gibt, wie Du sagst.... Denk d ch nicht mehr daran, die Sache ist ja mcht der Rede werth m Und wegen die'er Sache, nicht derRede werth, verschon dete sie Küsse, Liebkosungen, zärtlrche Worte und Blicke, die das Glück seines ganzen Lebens hatten ausmachen Ua nen. . .

Giuliano war entwaffnet und seine

Abneigung gegen Scenen und seine natürliche Faulheit thaten das Uebrige, um ihn zu besänftigen. Er horte auf zu brummen und steckte selbst' seine? yjtma das andere blaue Pantöffelchen an das rosige Füßchen. Aber der Zorn war Nicht völlig verflogen; es blieb ein gewisser Groll gegen Drollino in ihm zurück. Dieser unverschämte Kerl, der gerade ritt wie ein Kunstreiter, der sich erlaubte, ein eigenes Pferd zu haben, der den Muth gehabt hatte, ihm die Abtretung desselben zu verweigern. machte ihn so nervös, daß er ohne welteres mit dem Verwalter darüber sprach. Glaubm Sie nicht, daß es gut wäre, wenn man ihn fortjagte, um einen Beweis von Energie zu geben, um den Andern eine heilsame Idee von der unumgänglich nothwendigen Disciplin einzuflößen? Wie?Aber der Verwalter führte mit unendlicher Unterthänigkeit verschiedene gute Grunde dagegen an. Man mute in derThat bedenken, daß keine äußerste Nothwendigkeit dies verlangte. Wenn man den Burschen fortjagte, würde es n den Andern mehr Mißvergnügen als heilsame Furcht wecken. Seine Gnaden wußten ohne Zweifel, welchen großen Dienst er früher einmal dem Hause erwiesen hatte. Und dann mußte man in der That seine außerordentliche Geschicklichkeit als Bereiter und Band!I er in Betracht ziehen, und zudem war ein Betragen untadelhaft. Giuliano begriff. DieWuth war jetzt verraucht, er fühlte sich gelangweilt von der weltjchweifigenVertheldlgung, und die ruhige Gleichgiltigkeit des Creolen kam wieder über lhn. Er gestand sich heimlich, daß es wirklich nicht der Mühe werth war. Und so spielte er schl'ßlich den Großmüthigen und verzieh Drollmo obne weüeres unter der Bedingung, daß er ihm nicht mehr unter die Augen komme. Dieser empfand seinerseits keinen Wunsch, dem hohen Herrn unter die Augen zu kommen. Das Antlitz des Herzogs war ihm durchaus nicht sympathisch. Er fand, eö gleiche gewissen Gesichtern heimtückischer, fauler Pferde, die sich nichts daraus machen, sogar dem, der sie besorgt und ihnen die Krippe füllt, einen Hufschlag zu versetzen. SeincArt imSattel zu sitzen, brachte ihn außer sich, und mit Vergnügen machte er seine Kameraden darauf aufmerkam, wie abfcheullch de? Herzog den Thieren den Mund zerriß. Nein lhm schlm es wahrhaftig nicht, die Cignorina habe eine passende Wahl getroffen. Wie hatte auch diesem Menschen mit dem dicken Wanst und dem gekämmten Bart ein solches Glück zufallen können! Warum hatte er sie zur Frau genommen, sie, ihren Stolz, ja. sie hatten sagen mögen, ihre weiße, zarte Madonna.. Wenn er ihr wenizstens immer zu Füßen gelegen Ware!.. Aber nem, immer that d Herrin, was er hätte thun sollen, ihr war eö eme Freude, wenn sie ihn auf dem Gute und im Hause den Herrn spielen sah! Und er, dieser Mensch mit der ruhigen, seine? Sache sicheren Miene, wie er sich anbeten ließ, wie er alles kritisirte! Da half leider alles mchts mehr, er war jetzt eben derHerr! Die Villa, das Land, die Pferde gehorten ihm Auch Milla gehörte ihm Und das war ihm mcht genüge. Auch Mia hätte er haben mögen!.. Mia! O nein!.. Eher, bei Gott!.. Drollino war nun so oft als möalich draußen auf den Triften. Etliche Male, wenn er zufällig nach der Villa gekommen war. batte er im Garten MillaS weißes Kleid gesehen und rund um MillaS Lelb tlnen großen, dun kein Fleck deS Herzogs Arm. Er hatte lm Vorbeigehen wobl auch fluch tig ein Geflüster von zärtlichen Worten gehört. Wtt Drollmo über dmeDumm yeiten lachte! Sie kamen hm so al bern vor, daß er, wenn immer möglich, vermied, sie zu sehen und zu höre. Er konnte das mcht begrenen. bei den Landlmten war es nicht Brauch, auf solche Weise schön zu thun Und doch quälte ihn zuweilen eine mit Bitterkeit gemischte Neugierde! mt hatte der antlpathische Blonde es nur angefangen, daß er gellebt wurde, so geliebt wurde? Aber wenn die Herzogin allein dort spazierte, dann war es etwas aanz an deres. Dann schritt er frei und fröhlich vor und grüßte sie ehrerbietig.., war velin nicyi jrc jnnc eigenittcye errln, VI- Tl-.;.1.; . tri rr n - . jti i. ' i? f oz iscoieicrin von Nsiianello k )as war etwas ganz anderes. ' Wenn Milla Drollino sah. erwiderte sie artig feinen Gruß, sprach aber nicht mit ihm. Sie grollte ihm noch immer ein wenig, well er so hartnäckig gewesen war und Mla lhrem Giuliano nicht hatte abtreten wollen. Eines Tages begegneten sie einander in der Allee. Die Herzogin erwiderte Drollinos Gruß mit einZm Lächeln, blieb bei ,ym stehen und fragte ihn. ob er noch immer in dem Häuschen bei den Stallungen wohne. ' Drollino verneinte. Nach dem Tode seines Vaters war er wieder hinuntergezogen....'auf die Weiden. Er war nun in einer Meierei.... sie erinnerte sich gewiß, in der Favorit. Ja. ich weiß sagte Milla. Dort, wo die Schwiegermutter meinerMilchschwester wohnt. Und bist Du gerne dort?" ' Ja antwortete Drollino. Es ist wie in den alten Zeiten, als der Herr Fürst noch lebte." Ein feuchter Schimmer trat inMillaS Augen. O, der Papa.... der arme Papa., wie war er fo gut nicht wahr?Gar so gut!" sagte Drollino mit Nachdruck und so tiefem Gefühl, daß Milla etwas wie Dankbarkeit dafür empfand.. Siehe! Auch er gedachte seiner noch immer. O, wenn ihr guter Papa sie jetzt hätte sehen können., so elücklick,. so selia! Und vlöUÄ be-

ma'chtigte sich de? Gedanke an Giuliano ! wieder ihrer Seele, verscheuchte, die Vergangenheit und versenkte sie auf's Neue in das berauschende Entzücken der Gegenwart. Vcillas Auge war noch feucht verschleiert, aber sie blickte nicht in die Ferne, sah nicht mehr auf Drollino.... sie dachte, Giuliano könnte schon in's Eßzimmer heruntergekommen sein und auf sie warten. Und hastig sagte sie: Lebe wohl, Drollino," kehrte um und ging nach der Villa.

Drollino konnte natürlich weder begreifen noch errrathen. Er ging langfam seines Weges und dachte an die alte Kammer, an den 'Eingang zu den Ställen, an ein leicht zu überstei gendeö Mä'uerchen, an in Büscheln stehende reife Kastanien, die ein Hauch, ein Steinchen herunterwarf, fo daß sie weit hmrollten nach allen Nlchtungen über den Sand dieser Allee dieser gleichen Allee. Drollino traf die Herzogin wieder an, und er freute sich, sie zu fehen, denn er hatte sagen hören, die Herrin sei nicht ganz wohl. Man sprach sogar leise von Höffnungen. von gewizzen füßen Hoff.-lungen, die sich in den Vorbireitungen zu einer kleinen Wiege kundgeben.. . Die Herzogin sah in der That etwas leidend aus, und als Drollino sie mit einer eigenthümlich sanften, müden Haltung langsam auf dem fonnenbeschienenen Fußpfad des Gartens dahinschreiten sah, blieb er einen Augenblick wie von einem Traum befangen stehen. Wie fchön war sie!.. Die andern Frauen, die er hier und in der Stadt sah, glichen ihr gar nicht. So klein, so winzig wie sie war, erblickte er in ihr doch die Vertreterin des Ruhmes, des Glanzes, der Macht des Hauses Astianello. Und deshalb betrachtete er sie so.... mit so andächtigem, bewunderndem Blicke. Auch jetzt blieb sie zuerst stehen und fing an mit ihm zu sprechen. Guten Tag, Drollino!" Drollino fand den Muth, sie zu fragen, wie es ihr gehe. Sie erröthete tief in freudiger Verschämtheit und antwortete: Gut." Aber sie antwortete hastig, wie verlegen, daß ein Reitknecht diese einfache, ehrerbietige Frage an sie richtete. Und sogleich, um dem Gespräch eine andere Wendung zu Geben, fuhr sie fort: Drollino, weißt Du, daß wir fortgehen?" Er wußte nichts davon und sagte: Ei, wie? So bald... erst zwei Monate.." Und er riß mit einem sonderbaren, schwer zu beschreibenden Ausdruck die Augen weit auf. Gewiß.... wir gehen fort.... die nächste Woche. Ich möchte gar gerne noch hier bleiben, aber der Herzog sogt, wir müssen in'S Bad gehen." Sie sagte dies alleö wehmüthig, aber doch mit eimr geheimen Freude, daß sie diese Wehmuth wie ein Weihrauchkorn vor dem Altar ihres Abgottes verbrennen durfte. Wer Herzog hatte von dem Bad gesprechen und es als ihrer Gesundheit zuträglich gerühmt; er hatte nicht geradezu gesagt: wir gehen, aber er sagte mit seiner langsamen und melodischen Stimme zu Milla. daß die Hitze - in Astianello unerträglich zu werden drohe, und daß auch für sie, oder vielmehr, wohlverstanden, gerade für sie, ein wenig Meeresluft besser wäre, ein wenig Zerstreuung.... Als Milla das Wort Zerstreuunghörte, sah sie Giuliano einen Augenblick an mit der ungewissen Miene von jemand, der nicht recht hört.. Zerstreuung.. für sie?.... O Giuliano, Giuliano, wie kannst Du glauben?" sagte sie endlich lachend. Aber ein anderes Mal begriff sie besser, als ihr am hellen Tage, ohne daß der leiseste Grund vorhanden geWesen, ein kurzes Gähnen Giulisnos zu Gehör kam. . Ein sreckliche? Gedanke durchzuckte sie wie der Blitz. Sollte Giuliano sich vielleicht langweilen? Nicht vielleicht", arme Milla! Der erste Monat war sür den Herzog entzückend gewesen, seine neue Liebe und seme neuen Herrlichkeiten hatten auch den zweiten vorzüglich ausgefüllt; aber der dritte.'... der dritte.... Sie waren allein, auch gar so allein in Astianello, und die benachbarten Villen waren nur während des Herbstes bewohnt. Das ewig gleiche Thema der Pferdezucht interessirte ihre bis auf einen gewissen Punkt! Milla war ein Engel, ohne Zweifel, und er war der Glücklichste der Sterblichen; aber diese sich so in dieLänge ziehenden, so ausschließlichen Flitterwochen nahmen beunruhigende Verhältnisse an. Giuliano fand, daß man nichts mißbrauchen solle, auch das Glück nicht. Und Milla, die geglaubt hatte, sie könne hier bleiben, verborgen, versunken in das höchste Entzücken ihrer Liebe bis Weihnachten wenigstens.... Dennoch sagte sie eines Tages leise zu Giuliano: Wann verreisen wir?" Wann Du wmst, antwortete der Herzog gelassen. Aber wie lieb, wie anbetungswürdig zärtlich war er an diesem Tage gegen seine Milla! 5. Capitel. Ende September kamen sie zurück, in der feuchten, lauwarmen Jahreszeit, wenn das Jahr wie ein weiser Epikuräer ausruht und sagt: Genießen wir, bevor wir uns zum Sterben bereit machen!" Die Herzogin hatte ihre-selige Hofsnuna im Bade zurückgelassen. Sie hatte eine Frühgeburt gehabt, die einen sagten, infolge eines zu anstrengende Spazierganges, die andern durch einen unglücklichen Zufall, wieder andere .durch einen Schrecken und noch andere !durch eine heftige Gemüthsbewegung. Irgend jemand sprach von einerScene. zwelche. aus grundloser Eifersucht ver anlaßt, zwischen ihr und. Giuliano .stattgefunden habe. Darauf sei eine , Verlöbnuna erfolat.M) alle raied.

gur aeworvenz'lZse' Sattere kehrten zurück und schienen äußerst alücklicb. Der Herzog war noch ein wenig setter geworden, Milla hingegen magerer. In ihren Mann war sie noch närrischer verliebt als zuvor. Es waren in ihre Liebe zwei neue Elemente gekommen: Eifersucht und Furcht. ' Das war also zugegangen: In dem Bade von Viareggio hatten sie viele Leute getroffen, alte Bekgnnt: Giülianos, die man nicht hatte umgehen können. Eine Absonderung an einem so vielbesuchten Orte wäre durchaus lächerlich gewesen. So meinte wenigstens Giuliano, und Milla war zu

vernünftig, um nicht zu begreifen, daß Giuliano bis auf einen oewissen Punkt Recht hatte. Mit der Vertraulichheit war es alss aus. Man mußie sich zu den askÄwätzigen Gruppen de? Badegäste gesellen, n fröhlichen Spaziergängen theilnehmen, zu später Stunde Nettuno" speisen. Ausflüge nach der Pincta, nach Massa, nach Lucca unternehmen. Gott, welche Qual! Alle Damen waren gut und freundlich und überhäuften die kleine Frau mit Lleben3würd:gkei!en, und die Herren warcn so ungemein artig, daß sie manch liUl fast in Verlegenheit gerieth; aber welche Betäubung, welche Langeweile in diesem Lärm, in diesen Zerstreuungen. die Giuliano so sehr zu gefallen schienen! Er war darin wie in seinem Elemente, sie dagegen. An einem unglückseligen Tage war in einem kleinen Marinedampfer eine ausgewählte Gesellschaft aus Livorno eing:troffen. in der That eine wirklich feine Gesellschaft von Damen undHerren. Sie waren, um eineVergnügungstour zu machen, nach Viareggio gekommen. Unter ihnen befand sich eine sehr schöne und sehr elegant gekleidete Dame, welche auf einmal, als sie bei Giuliano vorbeiging, mit größter LiebenSWürdigkeit und Unbefangenheit zu ihm gesagt hatte: Ei, lieber Herzog! Sie hier?" Giuliano war anfangs ein wenig verlegen geworden; dann hatte er gelacht und geantwortet: Ja... es scheint so, Baronin!" Olga!" hatte eins Freundin der Dame gerufen, und die Dame hatte sich von Giuliano zu ihr hinbegleiten lassen. Eine Viertelstunde fpäter warcn die beiden Gesellschaften in eine einzige verschmolzen, und die Dame, welche Giuliano seiner Gattin vorgestellt hatte, erwies derselben zahllose Artigkeiten, stellte ihr ihrerseits die Herren ihrer Gesellschaft vor und versicherte allen' mit einem ungemein liebenswürdigen Lächeln, daß die Herzogin Lantieri ein anbetungswürdiges Weibchen sei. Milla hatte Giuliano nie so lebhaft gesehen. Er unterhielt sich aufs köstlichste, war selbst brillant und verschwendet: an die zahlreichen Damen der Gesellschaft tausend Aufmerksamkeiten. Bei dem Mahle, welches dem herrlichen Tage dieses Landausenthaltes die Krone aufsetzte, war der Herzog ungemein witzig, und seine blauen Augen blitzten oft sonderbar, wie herausfordernd. Die hochelegante Dame lachte viel, alle waren guter Laune, und auch Milla wäre es gewesen, wenn sie nicht ein Bruchstück eines unvorsichtigen Gespräches zweier Nachbarn aufgefangen hätte. Ein Zufall?.. Wirklich?" hatte ein Herr gefragt und dabei mit einer fast unmerklichcn Bewegung desKinns auf Giuliano und die hochelegante Dame gedeutet. Wir wollen eS hoffen.." hatte der andere geantwortet. Und darauf hatten sie gelacht und bedeutungsvolle Blicke ausgetauscht. Dann hatte einer der Sprechenden bemerkt, daß sie in der Nähe war, und dies mit einem St".. dem anderen zu verstehen gegeben. Und sogleich hatten sie von etwas Anderem zu spre'chen angefangen. Jetzt fühlte sie sich zum erstenmal nicht glücklich, sie ahnte, daß Giuliano und diese Frau vielleicht in einer Beziehung standen. Einen Augenblick überkam sie eine furchtbare Angst, dieAngst der Ungewißheit. O, diese qualvolle, für die andern so fröhliche, für sie so schreckliche Mahlzeit!.. Sie sagte nichts, sie fühlte die zwingende Nothwendigkeit der Verstellung. Aber sie konnte nicht umhin, zu beobachten. Und dieses Beobachten machte sie zerstreut, verwirrt, wie stumpfsinnig. Ihre Blicke hingen an den Beiden wie gebannt; sie faßen weit genug entfernt, so daß ihre starren Blicke nicht nur auf sie gerichtet schienen.... Sie waren beide lustig, sehr lustig; die Dame behandelte Giuliano mit einer gewissen heitern, nachsichtigen Herzlichleit, so daß er zufrieden, fehr zufrieden aussah. Sie schickte Milla aus de? Ferne ein liebreiches, fröhliches Lä cheln zu, welches zu erwidern die Herzogin sich unsäglich anstrengen mußte. Draußen unter den Fenstern rauschten die Wasser des Meeres durch die in zwien hereingebrochene Nacht und führten ernste bedächtige Gefproe. auf welche Niemand hörte. Jeden Augenblick flogen die Pfropfen aus den Flaschen über die hölzernen Geländer und setzten sich rm Dunkel auf den Rücken der ruhelosen, schaumgekränten Wellen. . (Fortsetzung folgt.) Die Matrosen. Nun, Leute, habt Ihr die Ladung gelöscht?" Jawohl, Herr Kapitän, aber den Durscht noch nicht,!" - Mißverstanden. Na, Sie sind nun verheirathet und sehen so traurig aus; wo drückt Sie denn der Schuh? Schuh? tc meinen wohl Pantoffel! Fabrikationsgeheimn i ß. Schlächtermeister: DonnerWetter, jetzt ist mir de? Schnupptaback in de Pferdewurst jefallen." Frau: .Habe Dlr man rnch so. Da rummste eben 'n Sechser mehr for'Z Pfund."

Eine Llmazone.

Wie in den Befreirngskriegen zur? Abwerfung des Napoleon'schen JocheS sich mehrere Amazonen, die zum Theil sämmtliche damalige Feldzüge mitge macht, hervorgethan haben, so ist auch ein wenig bekannt gewordenes Beispiel vorhanden, daß ein ' muthigeS Mädchen an den kriegerischen Ereignissen des siebenjährigen Krieges theilgenommen, und zwar ist dieS Johanna Maria etzloff, die Tochter eines Schmiedes in Treptow in Hinterpommern. Die Tetzloff hatte einen Schmiedegesellen, der bei ihrem Vater in Arbeit stand, liebgewonnen und ihm, da auch er, sie liebte, versprochen, sein Weib zu werden. Der Vater, der hinter das Liebesverhältniß kam und die Heirath nicht billigen wollte, verabschiedete den Gesellen und verschloß dem Mädchen die Kleider, damit sie ihrem Geliebten nicht nachlaufen: könne. Die Tetzloff erfuhr, daß ihr Liebhaber Soldat geworden und irr dem Reaiment von Münchow diente. Sofort faßte sie den Entschluß, die weibliche Kleidung mit männlicher zu vertauschen und in dem Regiment, ber dem ihr Geliebter stand, auch Dienste zu neWen. Sie entkam glücklich aus ihres Vaters Haus, aber kaum zwei Stunden von ihrer Wohnung nahmen sie einige Bauern in Beschlag, die Rekruten liefern mußten, und transportirten sie nach Eolberg, wo sie zur Fahne schwören mußte und das Ezerciren bald erlernte. In Eolberg hielt sie die Belagerung durch die Russen im Jahre 1758 aus. Da bald darauf von dem Prinz Friedrich'schen Kürassier - Regimente einige Mannfchaft ausgehoben wurde, traf sie dies Schicksal auch. Mit diesem Regiment mußte sie in das Vamberglsche marschiren und wurde bei einem Scharmützel schwer verwundet. Als die Arme wieder nach Sachsen zurückkam. wurde sie unter den Kranken nach Mciken in's Lazareth geschafft, wo sie liegen blieb und vergessen wurde, bis sie der Major eines Grenadieratiillors m'w-cm und sie in sein Reaiment einrangirte. In der Schlacht bei Torgau 1760 wurde sie von einem österreichischen Soldaten abermals schwer verwundet und gefangen nach Dresden geschafft;- sobald sie wieder geheilt war. suchte sie sich aus der österreichischen Gefangenfchaft durch weibliche Kleidung zu befreien; es gelang ihr, aber dieser Kleidung ganz entwöhnt, zog sie wieder eine alte Soldatenmontur an und fiel nun Eolligni'schen Werbern in die Hände, die sie mit zu ihrem Regiment nahmen, in welchem sie wiedzr Musketier wurde. Nicht lange darauf hatte sie ein Kamerad im Verdacht, ihm acht Groschen gestohlen zu haben; er verklagte sie bei seinem Vorgesetzten, welcher sie festnehmen und nach der Wache bringen ließ. Hie? bat sie den Officier, seine Leute zu entfernen. Als dies geschehen war, betheuerte sie ihre Unschuld und entdeckte ihr Geschlecht, erzählte ihre Lebensschicksale und bat. es dem General zu melden, damit sie zu ihrem Vater zurückkehren könne. Sie wurde darauf zu dem Höchstcommandirenden gebracht, von Allen, die sie gesehen, reichlich beschenkt und mit Ehren entlassen. Die Heldin hat im Ganzen von 1757 bis 1761 gedient und das Zeugniß der Tapferkeit, wovon Zhre Narben Beweis waren, mitgenommen. Will durchaus aus die Kosten, kommen! I !i M i m.s7v ' triaÄ l idrr 4 1 l VW!j;i mm ' M 'KU Mhwymiinm nmm: r07fV X Cmfi1 1 5lV- - Herr Mandelbaum: Ae Postäl Stämp wolrn Se? Js das Alles.was Se brauchen? Kei Kragen, oder-Man-schelten, oder verlcicht ä pickfeineS Necktie? Kunde: Nein. Bitte, heben Sie mir einen Eolmnbus-Stamp". Herr MarOe?banm: All rizht! (Nach einer Pause.) Vielleicht fyi'ben Se die Gite und lassen mir - lecken an btm Stämp; 'da erspar ich mir doch wenig sdms moinen Lunch. Umsonst. TÜeinreiseirder: Wie gcht eZ Ihnen. Herr Oberst? Sie sehen ja drillant aus! Sie smd seit meiner letzten Tour um zehn Jahre jünger geworden! OberP: Ja, ja aber bestelle werd' bei Ihnen doch nichts!" . . .

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