Indiana Tribüne, Volume 17, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1894 — Page 2

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WlnimeS.

2$ie Elsasser Weinbauern verstehen laus dem edlen Rebensafte SpecialitäIten zu bereiten, bei denen man in der 'That bedauern muß, daß sie bisher 'nicht weiter in den Handel gedrungen, n erster Reihe gehört hierzu das Edelgetränk des sogen. Strohweins". jDer Strohwein bildet bekanntlich ein 'Noli me tangere", das nur in den Tagen der Krankheit oder bei außerordentlichen Gelegenheiten angefaßt ,resp. .angesprochen" werden darf. 'Den gleichen Rang nimmt auch das sogenannte Winimes" ein. Die Art der Bereitung ist folgende: Der süße Wein wird, noch ehe er in das Sta,dium der Währung eingetreten, während 24 Stunden ununterbrochen in kochendem Austande erhalten. Je imehr man den Wein einkochen läßt, ldesto dicker wird der Brei. Güte und 'Qualität hängt ganz von diesem Umstände ab. Auf 50 Liter Wein, die in den Kessel eingegossen, rechnet man durchschnittlich auf nur 5 Liter sogenannten Winimes". Das Kochen des Weines erfordert in seinem letzten Stadium eine peinliche Wachsamkeit, um das Anbrennen" zu verhüten. 'Das geringste Vränseln" verleiht 'dem Getränke einen widerlichen Geschmack. Das Winimes" ist in seinem normalen Austande ein ungeMein ansprechender Liqueur von pijkant süßlich-säuerlichem Geschmacke. Bei der Männerwelt ersetzt das Winimes" das feine Gläschens Keiner der landläufigen Liqueure kommt :Zbm an innerer Güte gleich. Gerne -reift auch die Frauenwelt en guise 'de confitur:" zu dem Winimes". Was bei den Kaffeekränzchen der omnipotente Kaffee, das ist auch das i.Winimes" bei den Versammlungen .des schonen Geschlechts in bekannten Gunkelstuben" des Elsaß. Sie sind .das Weiber-Parlament. Jede Rederin nippt nur so an dem Wimmes" herum. Der göttliche Nektar '.benetzt wunderbar stärkend die Zunge und das Reden geht dann noch einmal so gut. Tas Jubiläum der Glocken. 5 1500 Jahre sind es jetzt her, daß die erste Glocke errungen, ami 891 Jahre, daß auch bei uns die Kirchenglocken ihre ehernen Zungen erhoben. Die er:stcn Christen kannten, keine Glocken. 'Die Andächtigen wurden durch laut rufende Läufer, die auch bisweilen akatte Brettchen zusammenschlugen oder mit Holzhämmern an die Thüren 'pochten, zur Andacht geladen. 1500 Jahre sind es setzt her, daß auf dem -Dome zu Rola in Kampanien die erste Glocke in Form und Zusammensetzung den heutigen ähnlich ertönte, und der hochgelehrte und fromme Bischof Paulinus wirk als ihr Erfinder genannt. Aus diesem Grunde sollen, sich auch di: lateinischen Namen .der Glocke Camvana und Nola schreiibm. Rührend schön ist die Legere, die davon erzahlt, wie Btschof Paul: .nus die Glocken erfand. Die Sonne iwar im Sinken so erzählt die Sage als der fromme Mann über eine Wa?Miese still, sinnend dahinschritt. Der goldigePurpur des Abends durch'olüht'e das üppige Blättergrün der ierse rauschenden Baume und nnas Herrschte solch ein seliger Frieden, daß .Paunnus unwillkürlich die Hände fal :tend ausrief: Sei gebenedeiet und gepriesen, Herr der Welten, in Deinem irdischen Himmel, o gieb mir ein Zelchea, daß Du jetzt bei mir weilst und dn mir bleiben wirst bis an das Ende 'meiner Tage." Da begann, es leise, oanz leise rm Umkrelje zu klingen und der fromme Beter gewahrte, wie die blauen Glockmblümchen ringsum ihre Köpfchen im Abendwinde wiegten. Zur Erlnnzkung an drese selige Stunde ließ der gottesfürchtigeBischof zu Nola im Dom eme Rieienglockenblume gie ßen, die stets deim Gebete der frommen Gemeinde erklang, und dies war die erste Kirchenglocke, die zum Preise des Christenthums erklang. Langsam indeß nur verbreitete sich der Gebrauch 'der Glocken und nur hier und da er klang ihre Stimme vom Thurm einer einsamen, weltentlegenen Klosterllrch Um das Jahr 550 hatte bereits man ckes Gotteshaus in Frankreich seine Glocke, doch war ihre Einführung noch lange nicht Gemeingut geworden. Erst dem Papste Sabinian blieb es vorbebalten, dem Kreuze die Glocke als At Tribut des christlichen Glaubens hin zufügen, und so erklangen um das Iohr 590 zu Rom die ersten Glocken iSabinian, war somit der erste Papst, ixm, als er im Jahre 610 seine Augen zum ewigen Schlafe schloß, die Glocken das erste, ergreifende, schwermüthige Todtenned fange. Spekulativ. Herr Schlaumeier wird von seiner schwer reichen, aber gestrengen Gattin in vuncto" Taschengeld sehr kurz ge halten, hat aber dennoch meistens einen unständig gespickten Geldbeutel. Wie er das macht? Gang einfach. Wenn seme Frau sich einen neuen Mantel, Hut, Shawl oder Kleid kaufen will, so fragt er sie vorher angelegentlich, wel ches Geschäft sie nu dem Einkaufe zu beglücken gedenkt, läuft dann dorthin und sagt dem Geschäftsführer: Frau Schlaumeier, eine Bekannte von mir, Zvird auf meine Empfehlung bei Ihnen kaufen. Ich bitte bei Notirung des Preises, an eine Provision für meine Fürsprache zu denken. Frau Schlau vxtitz erscheint, kaust, läßt sich die Waare zuschicken und Herr Schlauzneier holt sich Tags darauf eine anständige Provision.. NichtsläßisichimLeöen schwerer tragen als ein leichtes Por temonnaie.

LlM Hetdcnsteitt,

Erzählung von (. $ntnlf. Der Sturmwind zoa brausend durch den Hochwald, die alten Föhren ächzten und neigten sich knarrend hierher und dorthin im Schneesturme. Das war ein Rauschen und Stöhnen, ein Heufcn und Toben, just als ob der wilde Jäger mit seinem ganzen Gefolge daherge braust .käme, Des nuaic gaircs wohnt Ketbier flob scheu zu den Schonungen hin, im Dickicht Deckung für den zitternden Lew zu suchen. An einem Fenster des in der Haide liegenden Försterhauses starrt der Förster in das Toden ver lernone. Seine grauen Augen sind falkenscharf, tiefernst die Züge feines Antlitzes, leidenschaftlich.durchsurcht vonoercywere irnwib ir8 aroken Schmerzes, tet etwas Todtes in die rauhe Schönheit seines Gesichtes gegraben hat. Das Zimmer, in dem er steht, ist niedrig, aber groß. Geweihe haften smmetrisck an den Wänden, die hoch borstige Haut eines riesigen Wildschwei 1 . j.YiM VsJfr nes igi vor uun uumuviiwv ckttkbtrscke. die steislehiuaen Möbel aeben dem Raum etwas Unbehagliches. ine ältliche ftxau mit sw getollte? w'iker 5aube. aroßer. blauer Linnen-. schürze, grauem Kamelotkleide und et0 ' . . m r r. i ri ner vornoriue aUy mt ytuc kend auf einem Niederen oiziazemei, mr Sfc tintZ Bettckens. inl welrfrn 'm Kind scklummert. Aber trotz der Brille sehen ihre Augen mcht deutlich. Das machen die Tropfen, die ab und an über das wette stxqt rin nen. Und dann zuckt sie zusammen und richtet den gebeugten Kopf stramm in die Höhe und' die Augen, sett aus inr Strickzeua. Der Mann am Fenster hat sein Gesicht der Stube zugekebrt. Das Wetter scheint nachzulassen. Mutter. Ich muß in den Wald hinaus!'' n den Wald hinaus? In dieser Nacht?! Der Sturm bcwacht Dir die Haide. mein Sohn, was willst Du draußen.?" Der Förster macht eine ungeduwrae Bewegung mit der Hand. Das Kind schlaft noch, und vrau ßen hat's keine Gefahr. Das Wild ist beute noch ohne Futter, und der Schnee ist hoch!" Die alte 5?rau hat sich mühsam erhoben und tritt dicht zu ihrem Sohn hin. Eine Herblgkelt liegt aus ihrem Gesicht. .Es in a die alte Geschichte, spricht sie einiönia. .wenn der Sturm sich aufmacht über den Föhren, dann leidet's Dich nicht länger zwischen Deinen vier Wanden: Kommt die unratt denn! im Deiner Brust nimmer zum Freden?" Frieden!? Was soll mir Frieven! Der ist hin - 5n seinen Auaen ist es düster auf geloht, er greift nach der Büchse an der Wand, druckt die Mutze aus das dicke, schwarze Haar und verlaßt mit bastiaen Schritten das Zimmer. Dröhnend schlägt die Thür hinter ihm ins Schloß. Die Matrone bleibt bewegungslos stehen. Ihr ängstlich gewordener Blick geht nach dem flamm.?noeschienenen Kinderbett, in dem ihre Enkelin, ihres Alters Trost und Freude, ruht und auf weißem Kissen den tiefen, träumlofen Schlaf der Jund schlaft. Tihxt Obren lauschen dem Toben des Sturmes, ihre Gedanken gehen zu dem einzigen Sohne. Bor ihrer Seele tauchen der Bergangcnhnt trübe Ereig nisse-auf. Dicht am Fenster schreitet des För siers hochgewachsene Gestalt vorbei. Ueber seine Schulter liegt ein schwerer Sack; Kartoffeln für das äsungslöse Wild sind drinnen. Seinem Pserve bat er den weilln Gang nach dem Fut tervlake nicht zumuthen mögen, er selbst jedoch schleppt die Last von dannen das bietet den willkommenen Vorwand seines Streifens durchS Un Wetter. D.. Greisin blickt ihm wehmüthig nach. EZ ist die alte, böse Geschichte" murmelt sie kummervoll. An einem so rauhen Wintertage wu heute, hatte sie begonnen, und heute war gerade ein Jahr darüber hingegangen. . Die alte Frau hatte damals in ihrem Zimmer gesessen, zu Seiten dei kleinen Wiege, und die Fliegen von dem schlafendenKindleln gewehrt. Der For ster war in der Haide. sein jungesWeib. die blende Liesbeth, saß vorn nn Zim mer und schnitt Bohnen zum nächsten Mittagessen. An dem Gartenzaune war des Ober. forsters neuer Forstschrelbcr vorbeige kommen und ins Haus gegangen. Ge wiß gab eS wieder eine Bestellung sei nes Vorgesetzten zu überbringen. Es wurden um diese Zelt gerade merkmur dig viel Bestellungen gemacht, hatte die alte Frau eben gedacht, als lhl Ohr das leise Oeffnen der Hinterthür vernahm und schleichende Schritte, die über die knarrenden Kuchendielen gin gen. Verwundert stand sie auf, um zu se hen, wer da gekommen sei, als sie er nen Aufschrei vernahm, ein verworre nes Geräusch von Stimmen und dum pfen Stößen. Aber die Thüre meh als um ein Geringes zu öffnen, war ihr dann Nicht gelungen, weil mensch liche Körper sie gesperrt hielten. Der Ton sausender Hiebe erklang nahe de Spalte und ein pfeifendes Röcheln wie von schwer arbeitender Menschen brusi. Plötzlich war die Thür dann wei aufgegangen, und die Matrone fah wie ihr Sohn mit eisernem Griffe der Forstschre'.ber am Kragen h:elt, ihn zu

Treppe schleifte und mit dem Fuße hin-unterstieß.

.Und wenn Du, Bestie, m:r nochmals vor meine Augen trittst, schieß' ich Dich nieder, wie 'nen tollen Hund, hatte er ihm zähneknirschend zugechneen. Dann wandte er sich zurück und und ging mit taumelnden Schriten dem Zimmer nach vorn zu, Wuthverzerrt das Gesicht, mit blutuntcraufenen Augen unÄ Stirnadern. Seine Füßen stießen im Gehen an einen im Zickzack daliegenden, lederbe lochtenen Gegenstand, die zerbrochene Hundepeitsche. Vorn rm Thurrahmen lehnte die Gestalt seines Weibes, bewegungslos, mit herniederhängenden Armen, das blühende Antlitz aschfahl. Die großen, braunen Augen schier ausdruckslos vor Entsetzen stierten irr ins Leere. Der Mann packte rauh ihre Handgelenke. Seine Augen funkelten vor maßloser Verachtung. 9ton zu Dir. ehrloses Weib." keuchte er mit heiserer Stimme. Vn slucht der Tag. an dem ich Dich zuerst sah, verflucht der Tag, an dem Du mein Weib wurdest! Weg mit Dir. aus meinem Hause Du Ehebrecherin!" Da gellte ein Schrei durch das Haus, schrill, Mark und Bein durch dringend wie von zerspringender Brust im Todeskampfe ausgestoßcn! Oftmals, m schweigsamer Nacht war seitdem die alte Frau von ihrem Lager aufgefahren, der schreckliche Schrei war wieder einmal durch ihre Traume ge gellt! Das mnge Wew aber hatte mit der Kraft der Verzweiflung sich von dem Griffe ihres Gatten befreit, und die Hände vor dem Antlitz, floh sie in stürmender Hast in den Forst hinein. In der Wiege war das Kind erwacht und weinte bitterlich. Niemand achtete seiner. Der Förster hatte sich im Vorderzimmer eingeschlossen, und auf ihren Knieen lag die greise Mutter vor der Schwelle und flehte thränenden Auges um Einlaß. Vergeblich! Der Himmel begann sich zu verdüstern, aus den Wolken senkten sich die Schneeflocken hernieder, und einSturm fegte sie hinweg. Knecht und Magd waren von ihrer Arbeit heimgekehrt, die alte Frau ging endlich zu dem Kinde. Armes, armes Kind! Seine Mut. ter ein fchuldig.es Weib. Das Dach dieses Hauses, das schon den Frieden, das Gluck ihrer eigenen Ehe, die Jugend des Sohnes geschkmt, war mcht da für eme Ehebrecherin! Nichts Mitleidloseres auf Erden als das Herz des sich tadellos fühlenden Weibes mit eines andern Weibes rehl! Gegen Mitternacht hatte damals der Förster fein Haus verlassen. Als seine Mutter sich scheu m das leere Zimmer geschlichen,' erschrak sie vor der Aenderung, die da vor sich gegangen. All die Kleinigkeiten, die der Schwle aertochter zu eigen gewesen, ihre Bll der. Handarbeiten, Bücher, sogar ihr Nähtischchen mit dem kleinen Teppiche davor und der zierliche Korbsessel waren verschwunden. Glühende Holz stücke in dem brennenden Ofen verriethen dm Weg, den des Försters Hand sie geschickt Katte. Laß das " hatte de? Sohn sie angeherrscht, als sie einige Tage später versuchte, durch allerlei Aenderungen einen Hauch der alten Traullchkelt wie der herzustellen, der unter der jungen Frau sorglichen Handen so lieb aus je dem Winkel des bescheidenen Heims hervorgeleuchtet hatte, laß das ich will das nicht es ist gut so, w'ie es ist!" Und es war so geblieben. Freudlos, ode. rauh die Wohnung und das Leben! Das Kind wuchs zwar und gedieh, und das Hauswesen versah die alte Frau sorglich m der Weise ihrer frühe ren Tage. Doch der Förster achtete deß kaum. Und wenn es je geschah. so schien es iom Pein zu bereiten, das Kind und das Haus, und er mied beide, soviel er konnte. Meist nur zu den Mahlzeiten anwesend, ward er stum mer und verschlossener mit jedem Tage. ' Von Liesbeth hatte man nichts mehr vernommen. Sie war eine Waise ge Wesen, ohne weitere Verwandte als eine alte Muhme, die sie auferzogen hatte und weit hinten, am Spirdingsee wohnte. Zu der mochte sie gegangen sein. Auch der Forstschreiber war auf Nimmerttiederkehr am -selben Tage verschwunden, an dem des erzürnten Gatten Hand ihm die wohlverdiente Züchtigung hatte angedechen lassen. So gründlich nun auch alle Spuren von der einstigen Anwesenheit der sanften, blonden Frau mit dem ftnd lich fröhlichen Wejen in ihrer Umge bung verwischt wurden aus dem Herzen des Gatten ließen sie sich nicht bannen. Er hatte sie so sehr geliebt ab göttisch, mit aller Leidcnschastlichkei seiner feurigen Natur. Freilich" auch mit all' den Schattenselten derielben Seine witde Heftigkeit, seine maßlose Elfersucht, die bei zeder Veranlassung stets lichterloh aufzuflammen berel war, lzatten manche Thräne in die braunen Kinderaugen des jungen Wei bes getrieben, das verschüchtert, wie ein armer kleiner Vogel, in den fernsten Winkel des Hauses geflüchtet war, in scheuer Angst auf die Minute harrend m der wleder Sonnenschern herembre chen würde. Und seine Reue war dann ebenso heiß gewesen wie sein Zorn. Er machte sich die bittersten Vorwürfe, er erstickte seine Frau beinahe Mit feinen Lieb kosungen, er erfüllte jeden Wunsch den er von dem zärtlichen Gesichtchen

abzulesen vermochte für sie wären

ibm Nie ein Opfer zu gron, em Weg zu lang, eine Stunde zu spät gewes.n, vi. Und doch hatte sie ihn.verrathen! Unauslöschlich seinen Sinnen eingeprägt stand das Bild jener schrecklichen Stunde da: die Arme lenes Schandlichen um seines Weibes Leib geschlungen, seine Lippen an ihrem Halse Des Waldes Leben, tief, und stark wie. seiner Bäume Wurzeln, hat die Macht, das allzu Irdische von Menschenglück und Menschenleid zu streifen. Denn durch den Wald geht schweigend der Athem semes cho. pfers. .... Das macht stiller und mlnder! Das wunde Qen des unglücklichen Mannes fühlte das wohl. Und im Walde sah er die Augen seines Weibes so, wie er sie damals im letzten Augenblick aeseben. wo noch einmal Leben den gläsern starren Ausdruck überfluthet hatte. Ein berzzerreinender Blick! War es Verzweiflung, oder Scham, oder Furcht, oder Entsetzen, oder Schmerz, was drinnen gestanden? Er wußte es nicht! Aber l.elt der Stunde hatte seine Hand Nicht wieder die Büchse auf ein Neh anzulegen ver. mockt. stau Auaen hatten den erschütternd klagenden Ausdruck des im Todeskampfe brechenden Nehauges getragen! Warum ihn das an sein Weib ge mahnte? "Fragend, in ständiger Deutlichkeit schritt dies Räthsel mit ihm burchs Leden. Was Katte die Verworfene mit dem Reinen, dies Weib mit der schuldlosen Kreatur gemem? Doch dle Antwort fand sich nicht! Mit seinen Gedanken schritt der Förster durch die Haide. Der Sturm irieb ihm die Flocken ins Gesicht, und seme breite Brust arbeitete in gewaltigen Meynungen gegen den Utoerilano i cm i. n t an, den die Luftströmungen ihr entge aen setzten. Die Raufen für das Wildsutter standen im hohen Tann, und der riefelnde Schnee hatte c fast vergraben. Mit Füßen und Reisern kehrte der Förster die Gestelle rein. Dann entledigte er den Sack seines Inhalts. Als er sein Obliegen vollzogen, ging er weiter, dle Heustätten zu untersuchen. und db das Wild den Vorrath dort aufgezehrt habe. Der Frost war scharf gewesen, die Schneekruste unter dem frisch gefallenen Schnee stark wo sollte das Wild da Aesung finden? Mit dem Sinken des Tages begann der Sturm nachzulassen, aber die Flocken fielen groß, weiß und dicht, wie nur t von einem ostpreußlscher Decem berhimmel, der aus Rußland frischen Wolkenvorrath bekommen hat. Neben dem hohen Buchenbelauf, in dem die Heufutterplätze gelegen waren. dehnte sich eme kleine Schonung; , mit warmen Schneemänteln standen sie da. gleich tapfern Mannlein, deren stammi gen Figuren kein Sturm und Unwetter etwas anzuhaben vermögen. ' Dort, wo der Weg nach der Forsterei d'iv entlegene Landstraße kreuzte. stand seitwärts ein hoher Stein, mit wunderllchen Zeichen bedeckt. Wüte rung und Mooswuchs hatten sie selbst dem Auge des Forschers unkenntlich gemacht, aber das Volk wußte wohl. daß der Stein m alter Zelt dem Don nergotte Perkunos geheiligt gewesen und von 'thm selbst unter Donner, und Blitz den Vorfahren hernwoergesandt sei. Das war der .Heldenstein-. An der Südseite bes Heidensteins war ein kleiner Nasenhügel ausgeworfen, 'buchenes Unterholz 'drängte seine "w. A rZwerge ruoer 'orn. r war als A.nstand aus Rothwilv angelegt, das seinen Wechqdl aus zenseltlger Klesern schonung hrer dorboi 'zu nehmen pflegte. Als der Förster bis hierher gelangt war, Itutzte er plötzlich. .Sem scharfes Auge 'hatte eine menschliche Gestalt wahrgenommen, die eng an den Stein geschmiegt, auf dem wlindgeschützten Hügel kauerte. . Das Dämmerlicht und der fallende Schnee spannen eine nebe lige Hülle um sie her. Wer kam zu dieser Zeit und Stunde an solchem Abende durch den einsamen Wald an diesen Ort? Ein Verirrter? Erschöpfter? Er ging dich! zum Steine hin. Von den Buchenzweigen war der Schnee abgestreift, die Spur am Boden war frisch. . Dort saß.Kopf und Leib in ein aro ßes Tuch gehüllt, die Ellenbogen auf - . , . die nniee, oas aupr m vie anoe ae stützt.beweaungslos eine Frauengestalt. In ihrer Versunnheit machte, sie einen .besrenrö enden und geheimniß vollen Eindruck. Wie eine trauernde Gestalt aus der Vorzeit. Verwundert sah der Förster sie an. Heda! Fehlt Ihnen etwas? Wo wollen S hm?" fragte er laut, sich zu ihr 'hinunlerbeugend und mit derHand leicht thre Schulter berührend. Die Frau schrak jäh zusammen. Ihre Hände sanken herab, und der stopf zuckte mit so Plötzlichem Ruck in die Höhe, daß das verhüllende Tuch in den Nacken fiel. Ein junges, erhitztes Gesicht, von dunkler Kapuze umrahmt, wandte sich aufwärts, zwei große, lichtbraum, tiefcrschreckte Augen schauten in daS Gesicht des Fragenden. Der steht und starrt in dies Gesicht wie ein Nachtwandler, den plötzlicher Anruf erweckt hat. Lisbeth!" schreit er auf. Es klittgt wie jubelndes Aufjauchzen, seine Arme strecken sich vorwärts, als wollte er die Sitzende zu sich empor reißen. Aber halben Weges sinken sie wieder herab. Luft und ein paar kalte, weiße Flocken sind Alles, was die sich ballenden Fäuste fassen. Seine noch eben so leuchtenden Augen sind, kalt und hart

geworden wie das ganz? Gesicht. Ein !

schlimmer Zug lagert 'drüber her. Die Frau ist aufgesprungen und sieht ihm dicht gegenüber. So dicht, daß d-er ichnelle, warme Athem rares Mundes sein Antlitz streift. Du hier auf der Landstraße? ruft er ihr zu. Droqend klingt s, v:racqtnch und hart und erbarmungslos. All' der Groll, all der Schmerz sind rn der Brust des unglücklichen Mannes wieder wach geworden. Sie ist scheu eir.en Schritt zurückgewichen. Ihre Hände haben sich über der Brust gekreuzt, fahle Blässe ist über 'ihr Gesicht gezogen und zeigt es weiß und müde, hoffnungslos und todestraurig. Nicht so. nicht so murmelte sie tonlos, Du tödtest mich!" Der Förster erschauert. Kalt strömt's ihm durch Mark und Gebein. In den Augen vor ihm ist eben wieder Zener räthsechafte Ausdruck entstanden. Und nun weiß er Plötzlich, was er bedeutet. Anklage! . Stumme, furchtbare Anklage! Vor feineni Ohrm beginnt es zu brausen, als ob von drüben her das Meer brandete. Antlagen. Sie ihn! Wie irr starrt er in ihr Gesicht. Sein Verstand 'droht stille zu stehen. Die Frau bemerkt 'den veränderten Gesichtsausdruck wohl. Wirst Du endlich gerecht mit mir .sein? Ich trag's nicht länger ! Und mein Krnd, mern armes, kleines Kind" Schluchzen erstickt ihre Stimme. Und plötzlich liegt sie zu seinen Füßen 'im tiefen Schnee, ihre Arme schlingen sich um seme Kmee, das welche, zunge Gesicht preßt sich an seinen Körper. Er beginnt zu zittern. Große, graue Leere breitet sich rings um ihn her. Er fühlt nichts mehr als den warmen Leib seines Weibes er denkt an nichts Anderes, als an die anklagenden Augen und das schmerzhafte Schluchzen. ), und warum bist Du so hart, so hart gewesen! Und ich bin doch nicht schuld! Da taucht aus der unendlichen Leere wieder das Bild, das schreckliche Bild vor ihm auf! Rauh macht er sich los aus den umschlingenden Armen. Ekel schwillt ihm bis in's Herz hinab. Du nicht schuld! Ha, ha, ha. ha! War ich's vielleicht, der Dich in jene Arme getrieben, die die " ; Die Worte verwirren sich ihm, der Grrmm hat seine Kehle zugeschnürt. .Durch den Leib des knieenden Weibes zuckt's wie mit elektrischem Schlage. Sie ist ausgesprungen. Bleich das Gesicht, noch überströmt von den eben vergossenen Thränen, aber mit sprühenden Augen steht sie hochaufgerichtet da. Von Scheu, von Furcht keine Spur mehr in den eben noch sanften, weichen Zügen. So blickt keine Schuldige d'rein. Eine Richtmde ist's. .Halt ein es ist genug!" ruft sie ftrenge und theilt mit Tascher Hand bewegung, wie durchschneidend die dämmrige Lust. Du hast kein Recht, mich zu beschimpfen! Ich war jung und dumm und zu kindisch, um zu ahnen, daß meine unselige Freundllchkeit einen Buben ermuthigen wurde. Du aber Du warst kein Kind und ich war Dein Weib! Du mußtest mich hören,- ehe Du mich verdämmtest! Du hattest kein Recht, auf den bloßen Schein bin Mich zu beschimpfen und zu verstoßen! Ich habe für eine llnklughelt gebüßt, so schwer. wie eine Frau, eine Mutter nur büßen kann! Du aber. Du hast eine Schuld auf Dich geladen! Du bist ungerecht gewesen und unbarmherzig und ' ihre Hand fällt hart auf den Heiden stein .herzenshärter, denn der todte Stein!" Wie ein Aufschrei sind dle letzten Worte von ihren Lippen gefallen. Sie wendet sich dem Wege zu und schreitet einiae Schritte vorwärts. Dann bleibt sie stehen und blickt nach demRegungslojen am teme zurück. Verzeih Dir Gott das Elend, das Du über mich gebracht hast! Ich aber fordere mein Kind es gehört zu Mir!" Der Schall ihrer Worte ist verklun gen. Wohl drang er in sein Ohr, ihren Sinn hat er nicht mehr verstanden. Er sieht die schlanke Gestalt noch einen Augenblick, wie Antwort heischend, auf demselben Platze dann hat sie das Haupt gesenkt und sich gewandt und geht mit ungewissenSchritten durch den hohen Schnee in . die Dämmerung hinein. Er aber bleibt. Wie Blei lastet's in seinen Gliedern, um ihn tanzt es in wildem Reigen. Durch sein Hirn rasen die Gedanken wie in tollster Fiebergluth, und der unmäßig heftige, lite Schlag seines Herzens wirft das Blut so stark gegen die Pulsader des Halses, daß seine Stimme erstickt und sein Denkvermögen erlischt. Dann wird's Nacht um ihn. Er Lsfnet die Augen und findet sich rm Schnee liegend. Neben ihm der Heidenstein , und ein dunkler Gegenstand. Ein Tuch? Das Tuch seiner Frau! Seiner Frau! Mit der Schnelle des Gedankens ha! er sich aufgerafft. 3br nach!" Er stürmt auf dem Waldwege mit großen Sätzen dahin. So. als gälte es. dem Verhängniß zu entrinnen. Der Sturm braust nur noch mit vereinzelten Stößen einher, sonst ist's still und fast vollends dunkel. , Von seiner Stirn rieselt der Schweiß. Er weiß und fühlt nichts davon. All' sein Denken drängt sich auf den einen Punkt zusammen: die Wahrheit wissen! Endlich sieht er dicht vor sich dieGestatt seines Weibes einhergehen. Mit

wenigen Sätzen Hai er sie überholt und steht wieder vor ihr. auf keines Armes Länge Entfernung. Sie weicht rückwärts. Der alte Ausdruck von Angst und Scheu liegt wieder auf dem schreckensvollen Ge-

sichte. Sieh mich an." ruft er gebieterisch und beugt sein Gesicht so nahe zu ihren Augen hermeder, daß sein heißer Athem ihr fast die Luft raubt sprachst Du die Wahrheit, Lisbeth, oder " Da wenden sich die aroßen, braunen Augen zu ihm mit ernstem, klarem Ausdrucke. So wahr mir Gott helfe!" Mit durchbohrender Schärfe ruhen seine Blicke in diesen Augen, mit einem Forschen, so tief und angstvoll, als hinaen 'Leben und Tod davon ab. Es ist die Zukunft dreier Menschenleben, die sich entscheiden soll. Aber in der Tiefe dieser braunen Augen glänzt nur ein Meer von Trauer und Schmerz und Liebe! Da ist kein Falsch drinnen!' Weib Lisbeth!" Wie ein Aufschrei bricht's von seinen Lippen. Sind das die Töne der Seligen, wenn sie zu den Wonnen des Himmels eingehen oder die der Verdammten, wenn sie der ewigen Pein überantwortet werden? Dann ist's still geworden, ganz still. Der Kopf des Mannes ruht an der Brust des Weibes. Ihre beiden Arme halten seinen zuckenden Leib umschlungen, und warme Thränen aus ihren lieben Augen waschen die Schuld von seiner Seele. Stille, o stille Mstert sie leise, nun wird Alles, Alles wieder gut. Nun laß uns heimgehen zu unserem Kinde!" Und sie schreiten vorwärts durch die Dunkelheit des Waldes dem Lichte des heimischen HerdeS zu. Die Rechnung des Gran Caplta In dankbarer Erinnerung an den berühmten spanischen Feldhauptmann Connetable Don Gonzalve von Eor dobo hat man in dieser Stadt der Promenade der Paseo del Gran Capitan ihren Namen gegeben. Dieser Gonzalve ist in der spanischen Geschichte ebenso bekannt durch seine glänzenden Waffenthaten und Eroberungen wie durch eine unübertroffene Rechnung, die er einstens dem Herrscherpaare Ferdinand und Jsabella vorlegte. Gonzalv? hatte sich während der Eroberung tes Königreichs Neapel durch den königlichen Schatzmeister ganz beträchtliche Summen auszahlen lassen, der König konnte sein Erstaunen über die Kosten nicht zurückhalten und wollte den Feldhauptmann zur Verantwortung 'ziehen. In seiner Gegenwart unterbreitete der Schatzmeister dem König Ferdinand in möglichst ausgedehnter Weise die verschiedenen Zahlungen. dr Gran Capitan unterbrach den Beamten aber mit der Bemerkung, daß er jetzt gerade nicht vorbereitet sei, seine Rechnung abzulegen, wohl aber am folgenden Tage. Man würde dann ja wohl sehen, wer von Beiden der Schuldner sei, er oder der König. Am folgenden Tage erschien Don Gonzalve mit einem riesigen Register, stellte sich so, daß Jeder ihn vernehmen konnte und begann mit lauter Stimme folgende detaillirte Rechnung" zu verlesen: 200.736 Duros 9 Realen den Mönchen. Nonnen und Armen für Gebete zu Gunsten des spanischen Waffcnglücks; 100.000 Dukaten für Pulver und Blei; 10.000 Dukaten sllr parfümirte Handschuhe, um die Truppen vor dem üblen Geruch der auf dem Schlachtfeld hingestreckten Leichname der Feinde zu bewahren; 160.000 Dukaten für Wied,:rherst:llung der Glocken, die infolge des unausgesetzten Freudengeläutes über die ununterbrochen erfochtenen Siege massenhaft zersprangen; 50,000 Dukaten für Branntwein, der an Schlachttagen den Truppen gegeben wurde; 1 1-2 Mil lion Dukaten für Ernährung der Ge fangeren und Verwundeten; 1 Million für Messen. Danksagungen und Tedeum zu Ehren des Allmächtigsten; 3 Millionen für Todtcnmessen; 700.444 Dukaten für Spione, die ich nothwendig brauchte und schließlich 100 Millionen für meine Geduld, daß ich den König gewähren lasse, der Rechnungsbericht von Demjenigen verlangt, der ihm ein Königreich erobert hat! Ich bin jetzt fertig!" Bei dieser Verlesung wurde , der Schatzmeister sprachlos verwirrt und war schließlich starr vor Staunen, jeder Versuch, auch nur in Wort hervorzubringen, mißlang, es blieb ihm Alles in der Kehle stecken. Die Umstehenden aber brachen in KU ehern und Gemurmel aus. De? Kö mg selbst hob schnell die Sitzung auf und verbot nachher bei Todesstrafe, daß irgend 'Jemand fürderhrn von der Angelegenheit spreche. Wenn seitdem Einer in Spanien eine verblüfsende Rechnung vorlegte, sagte man, ti mach die Rechnung des Gran Capi tan. Glaubenhafte Wahrnehmung. Richter: Sie waren von Anfang an in der Gastwirthschaft anwesend. Hatten Sie an dem Angeklagten etwas Auffälliges bemerkt?" Zeuge: - Nein nur als er mich mit dem Maaßkrug. auf den Kopf schlug das fiel mir auf!" Nette Gesellschaft. A.: Hat mich dieser schlechte Kerl richtig wegen der lumpigen zwei Mark eingeklagt ; sag' einmal, würdest Du wegen zwei Mark bei Gericht schwören ?" B.: Ja, wie schwören, wahr oder falsch?!" ' Beredtes Schweigen. Gast: Der Herr Justizrath sitzt wohl immer so stumm da?" Wirth : O nein, er spricht meist dem Biere gar l fleißig zu!" -.

2ie Juuafrau'Vahtt.

Vor keinem Hinderniß schreckt de? Unternehmungsgeist des Menschen zurück. Bisher haben außer professionellen Bergführern verhältnißmäßig wenig Menschen den Gipsel der Jungfrau in den- Berner Alpen bestiegen; jetzt aber soll dcr große Strom der Sommertouristen auf diesen gewaltigenVergriesen gelenkt werden und heute schon werden auf den europäischen B'ör sen Actren für die projcctirte JungfrauBahn verkauft, für welche Herr Guyer--Zeller von Zürich eine Concession vom Schweiz? Bundesrath erwirkt hat Auf der Grenzlinie zwischen den Cantonen Bern und Wallis belegen, erhebt dieser Bergriese sein schneebedecktes Haupt 13.671 Fuß hoch empor; er mißt also nur 200 Fuß weniger als der Mont Blanc. der höchste Berg Eurodas. Schon im Jahre 1889 wurde der Plan, eine Eistnbahn auf den Gipfel, zu führen, gefaßt; allein das Project erwies sich als unausführbar. Der jetzige Unternehmer will den Bau der Bahn auf dem Scheideck (Wengrn Alp), ca. 6000 Fuß über dem Meeresspiegel, beginnen und das auf derMont Cenis-, Rigi- und ZermattBahn mit großem Erfolge in Anwendung gebrachte Zahnradsystem benutzen. Außer Dampf soll Elektricität als Triebkraft dicnen. Das Geleise besteht aus zwei äußeren glattenSchienen, zwischen denen in der Mitte eine Zahnstange läuft. Die Locomotivc-Hat einen verticalen Kessel und vier Cylinder, ! 5 -0 n r r a I i h UUllU V l V III V l t W Von denen zwei mit den auf den Fahrschienen laufenden Rädern in Verbrndung stehen, während die beiden anderen zwei Zahnräder treiben, welch: in die Zahnstange eingreifen. Diese Eylinder arbeiten unabhängig von einander. In den Bauplänen ist die folgende Trace vorgeseken. Die Bahn steigt bis zum Fuß des Eiger-Glei-schers an, unter welchem ein Tunnel gebaut wird, so zwar, daß bei der Bergfahrt d Züge auf der Ostseite ein- und auf der Südseite bei der Station Eiger, 9500 Fuß, über dem Meere, ausfahren. Äuf der Außen feite wird dkser Tunnel offen sein. Von der Station Eiger geht die Bahn, abermals in einem Tunnel, in der Richtung auf den Mönch, bis das Jungfrau-Joch erreicht ist. Dort verläßt die Bahn den Tunnel und steigt zu dem sogenannten kleinen Plateau empor, indem sie sich spiralförmig um den Berg windet. Dieses Plateau, das 12.500 Fuß über dem Meere liegt, ist im Sommer schneefrei. Dort wird ein gewaltiger Elevator construirt, welcher im Stande ist, 50 Person: auf den Gipfel des Berges zu heben. Die Bahn wird eine' Länge von 50,000 Fuß erhalten. Die zur Erzeugung der nöthigen Elektricität erforderlichen Maschinen werden von den Lütschine-"und Trünnlen-Fällen getrieben werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr in Angriff genommen und die Bahn innerhalb von zwei Jahren bis zur Station Eiger geführt werden. Das ganze Werk hofft Herr Guyer-Zeller im Jahre 1898 zu vollenden. Die Kosten sind auf zwei Millionen Dollars bemessen. Klagelied elncS weltflüsitigen Schuhmach, rlehrlittgö. Ach, ich bin's Läw: satt Bis an die Halskravatt, Nix wie Verdrießlichkeit, Aerger und Herzeleid! Immer Schikane nur , Bis an die Stiewelschnur! Ekel und Jwwerdruß, Daß mer sich breche muß! Alles zum Sterwe schlecht. Daß mer sich knöpe mecht'! Nirgends e Hoffnungsstrahl . Hier in dem Jammerdhal! Läg' ich drei Klafter doch Drunne im Gruweloch, Wo mich kei' Deiwel stört. Wo mer kein' Mensche hört! Hier uff dem Erderund Lebt mer als Lumbehund! Kaum was ze reiße gibt's. Kaum was ze beiße gibt's! Ewig an Kopp gebufft' Ewig nur Mißgeschick Nee, ich hob's balkedick! Ungefährliche Todesa r t. Während einer Circusvorstellung bricht eine Gallerie zusammen. Einem aus den Trümmern sich Emporarbeitenden ruft aus dem Parterre ein. Bekannter theilnehmend zix Hxrr Kohn, ist Ihnen was geschehen V Gott sei Dank nichts, nur todt bin ich vor Schreck!" . Pech. .Waren Sie gestern im Theater?" Ja, ich habe nur leider nicht viel gesehen; es wurde so ein schauerliches Stück gegeben, daß allen Leuten "die Haare zu Berge gestanden, haben, und ich saß gerade in der letzten Reihe!" . Berechtigt. Sie haben ein Pistolenduell mit dem Privatier Schulze mir scheint, Herr Assessor, Sie. haben Furcht davor. DaS nicht, aber dieser Schulze ist ein enrairter Sonntagsjäger und Leute dieser Art treffen fast immer mehr Menschen als Wild!