Indiana Tribüne, Volume 17, Number 144, Indianapolis, Marion County, 11 February 1894 — Page 3
ltl Tcn::m ans dem Italienischen dcs emInZ. (2. orifct;ima,.) 5ie roirfct wirklich nicht genau. NaZ Geschehen war, da sie während des Vorfalls r-hiq geschlafen hatte. Aber durch die Reden der Miß Spring, die entzückt war über den ficry Voy", war cs ihr klar geworden, daß Drollino etwasAuerordentllches vollbracht hatte. E:ii) deshalb schaute sie ihn betoanfcerr.o, vielleicht etwas erschrocken über seine Mageildt und tiefe Blässe CN. Der 5?nabe war durchaus nicht eitel in diesem Augenblicke; er zitterte und bätte lieber anderswo sein mögen; aber der nürsi machte ihm Muth, er sprach mit ihm in scherzhaftem Zor.t über den Vorfall und fragte nach den Einzelheiten. JedenAugenblick mischte sich der Vater auch in's Gespräch, und Eitta schaute und schaute. Milla," sagte auf einmal der Fürst rcii erkünsteltem Ernste, und Du sagst nichts zu Deinem Gefährten, der so mutlsig gewesen ist? Wohlan, aratulire ihm!" Es scheint, daß das EratuUren nicht ides Mädchens starke Seite war; sie stand aufmerksam, unbeweglich, ohne ein Wort zu sagen, da. Jet. auf einrnal, streckte sie schüchtern ein Händchen aus, aber Drollino machte durchaus keine Miene, es zu ergreifen. Ich versteh? sagte der Fürst laHend. .Du. Drollino, komm' her, und Du, Milla, mach' dem Ding einEnde und gib ihm einen Kuß." Drollino, du? Muthige, war nicht mehr blaß; er war übe: und über roth und rührte sich nicht. Milla mu&te also Anstalten treffen; si: ging lächelnd cuf ihn zu und suchte mit fest geschlosjenen, gespitztem Miindtftn die blassen Lippen des Knaben, der sich aber .schämte und dagegen wehrte. DieSpitzen des weißen Musselinkleidchens wurden dabei zerknüllt an DrollinoZ grobem Barchentkittel. Miß Spring, welch: bei diesem 'Auftritt zugegen war. wußte nicht, sollte sie sich ärgern, oder sollte sie lachen; der Fürst aber lachte herzlich. Und der Kuß wurde halb gern, halb -gezwungen ausgetauscht. So!" sagte der Fürst, das ist recht. Nun aber ist es billig, daß Du außerdem eine dauerlafterc Belohnung erhältst. Ich will Dir die Wahl überlassen. Sag' frei heraus, Knabe, was willst Du?" Anfangs schien Drollino nicht zu verstehen. Dann aber, als er den Sinn der Worte erfaßt hatte, als er begriff, daß er vielleicht etwas wagen, viel wagen durfre, wurde er gluthroth, seine Augen funkelten und aus seinen bewegliehen Gesichtsziigen sprach ein lebhaft:r, ein höchster Wunsch. Aber er konnte nicht sprechen. Er war es nicht im Stande.... der Gedanke seines ehrgeizigen Verlangens erschreckte ihn Nein. nein,.... es war unmöglich..... unmöglich.... zu viel. Der Vater ermuthigte ihn durch Älicke und Geberden; aber er schautt nicht auf seinen Vater und athmete schwer. 3un, wird's bald?" sagt: derFürst ungeduldig; Du sollst reden, verstehst Du? Willst Du :nich den ganzen Morgen hie? warten laen?" Das wollte Drollino sicherlich nicht; "der Arme versuchte sich zum Sprechen zu zwingen, aber das von der Unruhe erstickte Wort blib ihm in der Kehl: stecken. Papa," sagt: das Mädchen auf einrnal schüchtern und zupfte den Fürsten am Rockarmel, soll ich Dir sagen, -was Drollino wünscht?" Der Fürst fing an zu lachen. Du?. Mas solltest Du denn wissen. Du kleines Plaudermäulchen, Du?" Sie wurde nicht böse. Sie bestand darauf und riß und zog den Fürsten mit ihren Händchen, bis er sich bückte und ihre halblauten Worte anhörte. Er will daö Füllen von Rowena; 'dasjenige, welches kaum geboren war, Qls die Geschichte vorfiel." Oho!" antwortete der Fürst laut, indem er aufstand und Drollino wie spottend vom Kopf bis zum Fuße betrachtete. Er will Rowenas Füllen, ttr Bursche, he?" Drollino zitterte wie Espenlaub. Urn war es ihm ausgekommen!.... Und nun wurde er natürlich aus dem Hause gejagt, um ihn für seinen verwegenen Wunsch zu bestrafen. Der Fürst jedoch sprach nichts vom fortjagen. Er fand den ehrgeizigen Wunsch ein wenig kühn, aber gerecht. 6r wurde durchaus nicht zornig, und nachdem er sich einen Augenblick an der sichtbaren Todesangst des Knaben ergöt hatte, machte er derselben unversehens ein Ende mit den Worten, er werde selbst die nöthigen Befehle geben, daß man ihm das kleine Füllen .zustelle. Aber," fügte er bei. hast Du auch Alles wohl bedacht? Ich möchte doch nicht, daß das arme Thier in Deinen Händen....." Er redete nicht weiter; er sah, daß nde Ermahnung überflüssig war, Drollinos Gesicht strahlte. Er konnte weder dem Herrn noch Milla danken; aber ein ungestümer, schwärmerische? Blick flog blitzschnell von dem Einen zu der Anderen. Er wollte dennoch .sprechen, aber er brachte wirklich kein "Wort hervor. Und der Fürst war zufrieden; er nannte Milla ein liebes "PlaudNNnaulchen und meinte, da sie so gut zu rathen wisse, werde es ihr spater wohl gelingen, ihren Mann an ter Nase herumzuführen. Milla verstand den Sinn diese? Aorte nicht, aber sie wagt: nicht, wei in zu fragen. Auch sie wa? zufrieden, obwohl sie bald sehen mußte, daß sie rn:t ihrer glücklichen Fürbitte Perlon Tick) nichts Wonnen hatt:. Seit Drol.
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nno va? Füllen hatte, vernachlässigte er Milla auf ganz unwürdige Weise; er war immer im Stalle und stieg nicht mehr in die Allee hinüber, um im Schatten der Kastanien zu spielen. Welch ein Dummlopf!" sagt: am Abend des folgenden Tages ein alter Stallknecht zu seinemKameraden. Ein Füllen zu verlangen, wenn man sein Glück hätte machen können. Aber be-
! greiflich! Dem hat'ö ja immer ein werng un Kopse gerappelt: Was macht er jetzt?" O," antwortete der Andere, indem er seinen Eigarrenstummel in den anderen Mundwinkel schob; er ist seit gestern Abend im Stalle. Er ist nicht einmal zürn Mittaaessen qeqanacn und '.wiederbolte in einem for:t E mia. e mia!" (Es ist mein! Es ist mein!) Man sollte es Mia" nennen." sagte der Stallknecht spottend. Morgen will ich's ihm sagen." Warum nicht," antwortete Drolli no stolz, als er diesen in höhnischem Tone gemachten Vorschlag hörte. Es 'ist mein! Wißt ihr?" Er ist verruckt!" sagten die PserdeZungen und Stallknechte lachend. Aber das kleine Füllen hatte jetzt einen Namen. unv es wurde zuertt im ?cyerz, dann im Ernste so genannt. Der Schnee kam diesen Winter früh, und Astianello sah mitten in der vom Winter alles Schmuckes beraubten Landschaft rocht melancholisch aus. Die Jagden waren zu Ende, die fröhlichen Gesellschaften waren auseinander gegangen; die Pferde mußten scharf beschlagen werden, das große Haus war kaum vor der Kälte ge schützt, und der Fürst langweilt: sich. Aber obschon er sich tödtlrch lang weilte, fiel es ihm doch nicht ein. sich zu derheirathen. Wohl aber beschloß er, den Winter in Paris zuzubringen. Uebrigens war es auch jetzt Zeit, Milla in eine Erziehungsanstalt zu 'bringen. Und diese war bald gefunden m einem strengen, als Erzrehungslnstk tut berühmten Kloster, wo ar'istokro tische Nonnen eine Schaar nicht tot Niger aristokratischer Fräulein alles . r 1 i n i mögliche cyone leyrien. was wner !war in Turin, und die fromme Kö ,nigin Marie Adelaide hatte es bei ih ren Lebzeiten oft besucht. Die Oberin, jwar des Fürsten Base im zweiten jGrade. Milla hätte nicht besser empfoh Ien sein, und die von der guten Miß iSpring begonnene Erziehung hätte unter keinen günstigeren Auspicien vollen'der werden können. Sagen wir auch noch, daß Miß Spring als Trost für jden Trennungs schmerz die Aussicht hatte, einen heiligen Bund zu schlieißen mit einem muthigen, aber gewiß inicht ästhetisch gebildeten Geistlichen der englischen Kirche. Der unerschrockene fünfundsechzigjähriae Britte hei rathete Miß Spring. Milla aber, wel 'che keine so tröstlichen Aussichten hatte, ikonnte sich nicht darein finden, denVater, Astianello und ihre nordischeLiebe verlassen zu müssen. Um alles war'3 ihr leid, sogar um Drollino. Sie war ganz trostlos, wenn sie daran dachte. Und sie dachte oft daran.... ein Kind Lote sie war Und welche Betrübniß für Alle aus dem Gute die Herrschaft ging fort... war es wirklich wahr? Der Fürst sollte im Frühling zurückkehren, aber das Mädchen nicht; sie ging in ein fernes Kloster und sollte erst nach mehreren Jahren wieder heimkommen. Die Ver Waltersfrau weinte, die Gärtnerin ebenfalls, und die Garderobiere hatt: rothe Augen Alle sagten: Unser Fräulein geht fort," und waren darüder in aufrichtiger Trauer. Ihr hättet sehen sollen, wie viele Leute sich am Morgen der Abreise in der Säulenhalle m Fuße der großen Treppe versammelt ijarnn, wahrend im Stalle die Pferde angeschirrt wurden, die an den Landauer gespannt werden sollten. Und die Kleine, in chren großen mit Pelz gefütterten Man tcl gehüllt, das Gesichtchen halb verloren m der Reisekapuz: aus welkem Plüsch, nahm mit trauriger Miene und rothgewernten Augen alle die Grue und Huldigungen entgegen, dankte herzlich und wiederholte immerfort mit bewegter Stimme: Lebt wohl! Auf Wiedersehen! Habt Dank!" Auf einmal kam ihr Spielgefährte Drollino aus sie zu. Auch er machte ein trübseliges Gesicht. Anfangs schien es. als wolle er viel sagen: dann aber biß er sich aus die Lippen und sagt: nur: Glückliche Reise." Lebe wohl," sagte Milla und reicht: ihm ihr winziges Händchen, das sie aus dem weißen Flanellhandschuh herauszog. Er küßte es nicht, er hielt es einen Augenblick zwischen seinen Händen; aber er dachte nicht einmal daran, daß er es hätte drücken können, und ließ es los. Die beiden Kinder sahen einander einen Augenblick schweigend an; es war ihnen weinerlich zu Muthe, und wenn sie allein gewesen wären, hätten sie vielleicht geweint.... Denk' daran!" sagte Milla ; auf einmal. Er wurde roth und schüttelte eneraisch den Kopf. Nein, er wollte gewiß keine häßlichen Worte mehr sagen. Sie verstanden einander und lächelten. Grüße mir Mia...." fuhr dasMädchen ernsthaft fort. Komm. Milla," rief der Fürst. Es ist angespannt." Drollino rannte in vollem Laufe durch die Allee und kam athemlos beim Gitter an. eben noch zeitig genug, um den Wagen vorbeifahren zu sehen, um einen vollen Blick in das Innere desselben zu werfen. Hinter dem geschlossenen Fenster sah man eine Sekunde lang ein weites Händchen sich grüßlnd b:w.'gen. Der Geschästsfüyier, der auch hierher gekommen war, glaubte, dieser Gruß gelte ihm. und r.azm ehrerbietig ren Hut ab. Er fand siÄ sehr geschmeichelt; und Drollino neben ihm schaute unverwandt dem W'-en nac. der auf der belün'ie.r
'Vtraße zuletzt ganz klein wurde und
! verschwand. Diesmal hatien alle Ehrenbezeu ' - . , ? gungen, auer Äoicyieosjcymerz wi'da gegolten, die so viele Jahre nicht wie. I , ' der kommen soll e. Der 5?ürit batte fröhlich gesagt: Auf Wiedersehen im - i w i- , Frühling," und es wäre Niemand gefallen, sich um seinetwillen aufzuri ftprt ITnS Vinrf fnssfA ftn W"fvnrrtf 'länaer dauern als d e M llas. sie V V .w WVVI I V - W IWttlV vlUL ILlLilLli I s ' I sollte sich ausdehnen zu Monaten,Jahj - w I ren. Jahrhunderten, ja. zur Ewigkeit. Seine Geschäftsführer, seine Kutscher, seine Bereiter hatten ihn zum letztenmal gesehen. Er starb in Paris gegen Ende des Winters an einer hitzigen Krankheit, während Milla in ihrcl großartigen, herrschaftlichen Kloster ansing, sich an dieses von der Welt abgeschlossene Leben zu gewöbnen, sich von ihren Gespielinnen vergöttern zu lassen, sich selbst sterblich in die Oöenn. steoen Schwestern, zwei Larenschwestcrn und vierzehn Gefährtinnen zu verlieben, und zuletzt sprach sie sogar davon, eine Nonne zu werden, damit sie immer bei ihnen bleiben könne, . So kam es. daß acht Jahre hinter einander die großartige Villa geschlossen blieb. Vergebens dufteten in dem lachenden Garten die Blumen i'ermüdlich fort, vergeblich reiften im Treibhaus die Ananasse: vergebens ergab die Pferdezucht die erfreulichsten Resultat?. Niemand tarn, um dieie 6e ständia geschlossenen Zimmer mit der dumpfen? von Modergeruch erfüllten Luft zu bewohnen. Nur die Geschäfts führer kamen und gingen auf Rechnung der gegenwärtigen Besitzerin aller dieser unermeßlichen Reichthümer; und diese war eine bescheidene, freundliche Pensionärin, die nichts von der -TV V I V V f " " Wilt und vom Leben wute. ein'Mädeben mit emem aronen Serben und von ungemein kleiner Statur. 2. Capitel. Uff!" sagte der Herzog G!ullano, als er aus dem Boudoir trat, wo pfirsichfarbener, mit granatrothen Atlasnelken durchwirkter Sammt die Wände bekleidete. .Uff!...." Madame de Remusat erzählt uns in ihren sauersüßen Memoiren vom ersten Kaiserreich, wie Napoleon sich eines Tages mit einigen seiner intimsten' Höflinge einen grausamen Spaß machte, indem er sie fragte, was die Welt sagen würde, wenn er. der Kaiser. plötzlich verschwinden sollte. Und in der allgemeinen Verlegenheit, welche auf dieseFrage folgte, ertönte aus dem Munde selbst, der die Frage gestellt hatte, plötzlich die Antwort: Wißt ihr. was die Welt sagen würd:? Uff!" würde sie sagen." Wenn man nun die Herrschaft er nes Boaparte und diejenige einer -brillanten Baronin in's gebührende Verhältniß setzt, kann man annch .'men. daß Giulianos Uff!" ebenfalls einen tiefen Seufzer der Erleichterung vorstellte. Möglicherweise htte er lschon im Voraus gewünscht, er möchte ihn ausstoßen können; möglicherweise hatte er im Sinne, frei das weichwar:m? Cabinet zu verlassen, das er als '. . , , , I ? r . itoiiaoc oelreien nanc; mogllcrerweiie wurde die artige Umschreibung, welche !das Gehässige eines Genug" verhüllen .sollte, von ihm und nicht von ihr georaucht... Allen diesen Vermuthungen 'gegenüber ist es jedoch Thatsache, daß 'der Herzog Giuliano einen Augenblick in dem kleidn als Gewächshaus eingerichteten Eorridor stehen blieo, gespannten Blickes, lauschend, erwartungsvoll; eine volle Minute, nicht nur . sekundenlang. Aber er hörte nichts. Keine angstvoll rufende Stimme, kein unterdrücktes Schluchzen, kein Lärm von gerückten Stühlen, kein dumpfes Mßr'Aulrh ,Zn-2 st.TT5 pinrnnT -Znen Klinqelzug. der"'die Kammerfrau ntt d?m THfrfn NZ,sfz htxrM, fen sollte. Er wandte sich sogar um und betrachtete die Thüre, welche er soeben geschlossen hatte, aber hinter denScheiben war nicht der leiseste Schatten zu bemerken n ,rf Ackseln und aina entscklossenenSckrittes durch die lange Flucht der Säle, erreichte das Vorzimmer, stieg fröhlich die Marmortreppe hinunter und grüßte dabei spottisch den pausbackigen Gips
enge! mit dem von einer gläsernen wie ein uzu eleganter und gutTulve umicklosienn Gaslickt in der sitzender Rock, m dem man sich em we-
v" r 5-.nd. welcker den sckönen iunaen Mann unzählige Male bei sich, hatte vorbeigehen sehen. Die Neuigkeit, die große Neuigkeit des Taaes battc bald aanz Turin
durcheilt. Nach Verfluß von einigen nug. um sich mit dem Luxus des LaStunden wußte die ganze feine Gesell stnZ zu umgeben, wie er es zur Befriefcbaft der Stadt, da der Qer.a Giu- digung seiner raffinirtcn und kostsvic-
liano Lantieri seine Freiheit wieder erlangt hatte. Im königlichen Theater machte sich an diesem Abend wäbrend der Vorfiellung eine gewisse Unruhe bemerkbar, rr: . e, i"c . , r c pel.iglllzcc raarcn nicai aus uiz Bühne gerichtet, wo Mignon mit den Worten Goethe Musik gesetz sanft klagend Land?" sonde ten Rang, welch? von einer nicht mehr ganz jungen, aber prächtigen Frauenaestalt einaenommen wurde, einer von denjenigen, welche das Vorrecht besiken, während ihres Daseins die Jugend zwei- oder dreimal zu durchleben. Die Baronin Olga war. obschon eine Russin. brünett. Sie war kräftig, nicht sehr groß, von prachtvollen Formen und durchaus fremdartigen, vielleicht Nicht geradezu schönen Zügen voll zauberhaften Reizes. Sie hatte eine kleine Stumpfnase, einen großen, gefunden, lachenden, fast negerartigenMund mit Zähnen, die förmlich leuch-'. teten in ihrem weißen Schmelz und im Schatten dieser schwellenden, ir Form, Eolorit und Ausdruck leidenschaftllchen Lippe.
Ihr gegenüber, am PlaJe. den Giu- j auung. ver es mnewohnte, a -liano häufig eingenommen, glänzte die les muhelos zu emem gelassenen, leicht-, abgeschmackte Figur eines französischen im ?s?udruck zu bringen, harVicomte. Es wurde Verschiedenes fr.. I CNttte öieHeufit befi ContralkS weaen
.obachtet: erstens, daß die Baronin
Olga chSn war aU je; Milens. daß sie eine neue Toilette -hatte, drittens, r- . , ', n 'I oan sie m ver yeirern. guien Zaune zu sein schien, welche sie unwiderstehlich backte: viertens, dak sie siain Blick - . - ' w " i i und Benehmen durchaus aleich iate V III 14 t VIV I Viil 44VV11U 111. ZJ LL LU I . . f - " m ter. macht: sick's beauem in seinem??au. r i i w teuil, besuchte die Damen seiner Be,kanntschast in ihren Logen. Er ging nicht in die Loge der Baronin, das war Alles. 1 Aber was wurde nicht alles nach dem Theater bei fZiorio erzählt!.... Alls kannten das Warum dieses Bruches. es war ein srwoler Grund, bunter welchem ich vielleicht ein gegenseitiges Gefühl des Ueberdrusses verbarg. Im Mgmeinen üMgle man GlinlanoZ Auflehnung. Die Baronin war einige ayre aller als er und in ver ya: allzuviel auf Reisen. Ein Herr, eine alte, aber unbestrittene Autorität dieses furchtbaren Gerichtshofes, war der einzige, welcher behauptete, Giuliano Habe einen großartigen dummenStreich gemacht. Die Andern beharrten auf der Richtigkeit ihrer Ansicht: zum Teufel! man wußte ja genau, daß die Baronin sechs oder sieben Jahre älter w als Giuliano. Aber der Alte hielt hartnä6ig an seiner Meinung fest. Und wäre Tit auck zebn oder fllnfzekn tahxt äU tn gewesen so war s doch das einzige Weib welches Gmlmno zu lieben nn " 7 yß'-j" i ig-v" 7 Stande war. Warum?" fragten Alle wie aus einem Munde. . Ha!" antwortete der Alte mit eir.em kurzen Lachen, jenem bitteren, scharsen, schneidenden Lachen, welches , . . , . . , , .Ntlt der Zelt dtt Lippen zerfressen lönnK uoer roeiaje es lornini. Armer izmmm: jagte nner; was wird er jetzt anfangen?" Und damit war die Geschichte abge than. Giuliano fing nichts Außergewöhn liches an. um die Aera seiner wieder- , . rv i e ' rrtl ?"n Freiheit zu feiern. Er sah daß er überall willkommener war und freundlicher und besser aufgenommen als je. Er verbrachte einen köstlichen Carneöal, machte sich lustig, war liebenswürdig, mied jede Schlinge, gratulirte sich selbst und begleitete zweioder dreimal seine alte Mutter in's cy i rf 0 o r I äSiJjft&S! rnitn icrir lrrvrtnfp ritT(T nniwnnf ' l Z .7. 7 . n. .Wenn ich heirathete!" Aber er schlug sich denselben sofort aus dem Sinne wie nne Versuchung. Nun hatte er seine Freiheit, er wollte sie genießen. . Sie genießen, aber wie? Hätte er ein giutjCD jcimvycji yiijuvi, v wäre er ohne weiteres nach Paris geaa4.i MAmmaaM A mvA n 4 I gangen, fecin a:er yatte ihm aber nur ein bescheidenes Erbthetl hinterlassen, und er hatte natürlich schon et was davon gebraucht. Bedenke man: drei Jahre in den Banden der Baronin Olga! Und cs war wirklich merkwürdig, wie der Baronin Olga dieSüßigkeiten, die kleinen sachsischen Por zellanfiguren, die Tassen von Vieux Vienne, die Rosen im Winter, die Camelien im Sommer, die Reisen im Frühjahr und Herbst und die kleinen Ausflüge das ganze Jahr hindurch aefielen. Es versteht sich wohl von selbst. daß dieses Erbtheil im großes Loch be kommen hatte. Wie es ausfüllen? Und wieder tauchte verhaßt genug als einna.es Nettungsnnttel :n finstererGestalt der Gedanke an die Mitgift auf. Der Herzog wreS ihn entschieden ab; aber er trat nur über die Schwelle und ver reale ncy wartcno yinter einem Thürflügel. . Äeit.. himmttscheZ Gut! Aber mes Tages wurde Giuliano wuthend 'über sich selbst, weil er Abends beim Ausgehen sich unversehens auf dem Wege zur Wohnung der Baronin befunden hatte. Es ärgerte ihn über die Maßen er ergrimm blmde Macht d Gewohnheit. Nem..... zum Teufel, nern. Und n diesem Tage lar er der Meinung des Marchese Eo lombi. daß der Mensch nicht gegen sein Schicksal vermag. Aber als die erste Freude über seine Befreiung vorbei war. kam diese ihm nach und nach gar sonderbar vor, et i . - . v i . . lg unbequem fühlt. Viele Stunden vergingen ihm unendlich langsam. Die systematische Liederlichkeit war ihm auf die Dauer langwellig, und er war nicht reich aeligen Neigungen gewünscht hätte. Noch einmal anfangen, auf einem anderen Pfade die gleiche Richtung einschlagen? Ach es wäre nicht der Mühe werth; dann war es ebenso gescheit, im alten I frtrfnf'frri 1TV vtaVa Va 1 - ,. Geleise fortzufahren. Und wieder das Gleiche von vorn anfangen, ist lang..:r: ..w ej.i ns, ZU Theil werden lassen. Und dazu die verwünschte langweiligeProbezeit! Und sich noch einmal verlieben müssen! Nein, er fühlte, daß er nicht dazu geschaffen war, die schwierigen Phasen einer großen Leidenschaft durchzumachen; ihm paßte am besten die alltägliche flache Liebe, ohne Verwicklungen, ohne Unbequemlichkeiten. Er war fo träge, so lässig, dieser Giuliano! Einer seiner Vorzüge, eines seiner Verführungsmittkl bestand ja eben M dieser schmachtenden, sanften, artigen Jndolenz, welche sich in seinem Benehmen, in seiner Stimme, sogar in seinem Blicke kundgab und seiner gesunden blonden Schönheit inen, besonderen Charakter verlieh. Kreole" nannte ihn ' I die Baronin und diese zwanglose.
mit vem keö eneräkschen Temperament
! ; - LZ ot7 n fr.. ;iii0t ra c e r I v w - 01 - r t . , I T-l " " i" Nii Iren kks nern Viur.fnhUrf hn .v" " t.miü, ..r,7s. !? lm . ? yatte, ncy aufzulehnen, v n. m riT inr v t ti t t n i in avrt TiiwnavMV 'r'V.' renn i! r.niT nni nniti ti trr- !. X ".V? . V 0' ""Xr1 UV . . vt . . i Vva?- I41itmtt Am Vma f a m -.rulC " uia;i' er that es auch nicht. So kam es denn manchmal vor, daß er seine wohlgenährte Apollogestalt auco in iener prioiiegirien iunoe noaz in einem wunoll)onen orienian:n Schlafrock dehnte, da die vornehme Welt ausgeht und die Portici, die Straße am Po und dem Eoyo, bevolK?,Ät!?n.?n uno vurcyolalicrie einen Inoman. xvti s:.f t,.. tsT sie waren lang, diese (stunden, ttor j i ii t" Sein SBgfaufanmei mr beinahe ein unstcabinet; die aritütema h-t, ÄK I,, 'khnUrt&r" Hnniia rMHtf zum Seitenfensicr hinaus erblickte man die Ecke des einen gar sehr zer fallenen Palastslügels und Giulno wunte wohl, datz auch die große Treppe in äußerst schlechtem Zustand war, und daß der Thürsieher einen schrecklich abgetragenen, zerschlissenen, blauen Rock trug. Und die alte Herzogin hatte sich darein gefunden, oben im dritten Stock zu wohnen..... damit man die besseren Wohnungen vermiethen konnte Jetzt hieß es: zu Fuße gehen im Stalle war ein Schreiner zur Miethe: statt des Wieherns und Stampfens der Pferde hörte man in einem fort das Kreychen der Sage, den eiligen Lauf des Hobels und dei heisere Krächzen der Drehbank. ES kam Giuliano vor, als ov erst jetzt dies alles ihm klar werde und von einer neuen, unerträglichen Seite sich ihm darstelle. Und wahrend er verdrießlich und gelangweilt dachte, w so übelwollend und fezndllch gesinnt lym das Schicksal wäre, da kam der Gedanke, den er vor einigen Tagen so v rj" - tsckieden forigewiesen hatte, sachte wieder bercinaescdlicden: unvermerkt schlüpfte er den Wänden entlang zu ihm hin, setzte sich unversehens in seinem Kopfe fest und mischte sich in den orientalischen Duft der Rauchwolken, welche, sich kräuselnd, aufsteigend. länger werdend und sich verflüchtigend, tunuwi ivitvvuv uv vu beinahe die unbestimmt Umrisse Ziner . . zzrauenge statt anzunehmen, 0ie ill a ". mJL: ; au men Bewegungen, die in Blick und Geberde frische, offene Einfachheit eines jungen Mädchens in die Luft' zu zeichnen schien. Puh! rief der Herzog und schloß schön dunkelblauen Porzellan- . . Z puppen-Augen. Schließlich.... in de: That, ja..... schließlich....." Und als dieser Gedanke ?om em Schlummerlied gefungen, entschlief er einen Augenblick, wobei er sich im Takte von dem langen amenkamschen Schaukelstuhl wiegen ließ, auf dem er ausgestreckt lag. Aber rm Nu wachte er voll Schrecken wieder auf. Der Gedanke an die Wahl fing bereits an, fein Phlegma zu quälen. Aehnlich jenem Sybaritcn, welcher schwitzte, als er einen Sklaven Holz spalten sah, trocknete er sich die Stirn im Vorgefühl der Unannehmlichkeiten, die seinem Geiste durch die Nothwendigkeit eines Entschlusses er vvl.viuuv v.v- uv vhutAfrn mitrW fliifcwrt hatt er sie nidmmgn Kft jungen Dämen, diese bescheidenen, unbekannten Frage, zeichen, diese faden, in Weiß, Himmelblau und Rosa gehüllten Räthsel, in deren Nähe man auf die eigenen Worte nd UftT Ans h hirAihartn liefe hr VsttüHfv ntflnphrt rmifef! 9srf! .ch' drückende Last! k7. Wittwe. Aber gleich schüttelte er wieder. K UHU MUVIlUt IV VUUJU 1 1 Uli Vtltfc den schonen blonden Kopf. Nein..... keine Wittwe! Da hätte er zu kämpfen gehabt gegen.., er war ja arm. Und dann Unsinn, wenn man will begehrte er eben die vollständige, alleinige und erste Herr schaft. Ein Mädchen also, ein ganz junges natürlich, damit er sie gewöh mn 'konnte, wie er si: haben wollte; viel Geld eine unerläßliche Bedingung. Aber wo nehmen? Wo? Er dachte ein wenig nach. Langweilerei," schloß er gähnend, ich will mit meiner Mutter darüber sprechen." und weiter gingen seine Gedanken nicht. Das Mittaasmabl war beendet, und die alte Dame betrachtete verstohlen lRinliano. im (5iaar?tie ,wiscken seinen schönen vollen Fingern drehte l r jf. 'i uno ste immer nocy nlcgi aiizuilocle. tfrie nerjnnin Lantieri war nickt schön gewesen. Gegenwärtig war sie der Frömmigkeit ergeben, einer weitslcktiaen. schlauen Frömmiakeit. Die ' rr J u ' - alt Dame befand sich wohl und be l : V:.r. sst.rk Tii un xui.iv Uiiw iicu ivuut uitw wquem in dieser Atmosphäre einer Gottstligkeit, welche mit ihrer feinen und 1 D,.' . , . . , nie beschwerlich und lebte mit äußerster. aber immerhin ihrer Würd: angemessener Sparsamkeit. Ihr Auftreten war anspruchslos, bezchelden und zeigte in ihrem Benehmen jene ruhig:' und im Grunde ungemein stolze Einfachheü der meisten plemonustsazen Damen. Tag und Nacht dachte sie nur an das Wohl ihres Sohnes. Es war für sie ein schwerer Verdruß aewesen, ihn in den Banden jener nordischen Sirene zu fehen. Sie hatte sich jedoch ei wenig getröstet mit dm Gedanken, daß, die gottverlassene Leichtsinnige eineZo-' rodoff. die Tochter eines Kammerherrn cm russischen Hose und bie Gemahlin', eines Baron Dornelli di San Maurizio war. Und die Jugend. leider... man kennt das ja, ach! und dieHerzogin seufzte dabei ties auf. In is&Hrt fiiLr, . Wfn'T8 xSa schlimmer. '
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.. " " "7 " " I I ...m . . WrÄfÄÄ nqmn, Das Hiimmr rlymims zur i?o - t t c n'.iz w ti . l,i3 tuigcu uuu uiiwi, UCu sanken eingeben, sich zu verhnrathen. w t l. w rt stm .feie tierne varum in inorun ngem ze.oeie, was lie aoer nicor mnoer e, eifrige , -r ! t . w wv w !nos gutem .men mcyt unvoroereitet I getroffen würde. sy-t tt . ; (Bin war in Kedanken hrK-ff. 'Die Dinge gingen ihm nicht nach Wunsch, und der Hausverwalter hatte ihm ein gewisses Bild entrollt, das ihn 'durckaiis nickt entzückte. Er war aus dem Corso aewesen und hatte die Baronn u tnm euen. vracbtvollen j Landauer und in einer glänzendes .evis.tt. r, Toilette gesehen, mit emem lleoens- .. . . vv ; v . . .tr wurdi5.en Lächeln, das nicht versehlk , r. ii iu i tr..z.. .j ""S'VÄ ' MW - lÄÄIi Gräfin H. hatte ihn etwas gelangweilt, und dem Landauer der Baronin zur CifHf FinH pr Sem Wsr.Tnt? JMRffrhf gesehen..... Und dann, als ob das al-! les nicht genug gewesen Ware, zog em Geruch von Stockfischen durch da? Zimmer, was ihn auf's höchste reiztet Welcher Duft!" sagte er matt zu seiner Mutter und führte das Taschentuch mit dem in lebhaften Farben gestickten Saum an die Nase. Es ist Freitag!" bemerkte die Herzo"i leise. Das Schlimme war, daß die Küche in dieser kleinen, engen Wohnung sich kaum zwei Schritte von dem Wohnzimmer befand. Giuiano betrachtete lange denStein in seinem Ringe, ein von funkelnden Brillanten umgebenes Katzenauge. Die Herzogin schien du Stiche in ihrer Wollenstickerei zu zählen, aber ihr Herz schlug ahnungsvoll, und ihre fj nen Livven flüsterten eine Bitte zu; dem Höchsten! Giuliano steckte die Cigarette in Brand und sagte gelassn: Wo steckt! sie?" Die Herzogin blickte erstaunt auf., Was?" Und dann, als ob ein guter Geist es ihr eingäbe, fügte sie lächelnd bei: Wer?" Wer? Eine abscheuliche Ciga rette! Ich meine die Braut; wann? rückt sie an?" Die Herzogin durchzuckte ein freudiger Schreck. Aber sie bezwäng sich. Sie wutzte, daß Giuliano kein Freund von Scenen und Auseinandersetzungen war. Mit etwas zitternder Stimme und einem Aufblick glühender Dankbarkeit zu Gott antwortete sie einfach: Sie ist gefunden." Hm!" murmelte Giuliano. Und als vollkommener Edelmann fragte er vor allem: Schön?" Die Herzogin zeigte ein zufriedenes Lächeln und nickte bejahend. .Reich?" .1 Die Herzogin erhob das Haupt. Drei Millionen," flüsterte sie, in langsamer Dehnung die Süßigkeit der Worte auskostend. Gmliano betrachtete seine Mutter mit ehrfurchtsvollem Ccnste. Er hatte t..t..fjt"Li eiz.'ne immer yocygecyaFi, aoer nun Iiieg m seiner Seele etwas wie eine gelinde Verehrung, auf. Ah! Ich begreife. Dr: Tochter nnes ;w;rj:- u Mischen Bankiers. Dies sagte er im Scherte denn er wußte wie unerbittlich seine Mutter f "r was ihre W en ruhigen, durch eine lange von anltei lcn Stolz hatte verletzen können. Die Herzogin entgegnete lakonisch: ssGe schlössen Krone! Giulianos Hand wühlte tändelnd im Arbeitskorb Meine liebe Mama, deine Scheere ist wirklich unmöglich geworden.. Und wie alt?" Achtzehn Jahre; und sie ist noch im Kloster." ..Um die Erziehung zu vollenden, nicht wahr? Ein harmloses Wesen, Wenn nicht...... manchmal sind diese Pensionärinnen aufgeweckt, weißt Du, recht aufgeweckt. Ich erinnere , mich, daß vor Jahren einmal in einem Nonnenkloster O, Giuliano," unterbrach ihn die alte Dame, was sind das für Reden! Anstatt Gott zu danken!" Ja gewiß! Du glaubst, es sei ein großes Vergnügen, eine Frau zu nehmen, der eigenen Freiheit zu ent sagen, um irgend ein Ganschen zu heirathen. das in seinem Leben nichts gesehen hat. und bei dem man den I Qhrtr mniWrt muh mnfirrrh 5 ""it " y ' 1 "tflX M Jemand zu finden, de? uns unterrichtet.., nicht wahr. Gmliano? Die Herzogin machte mit 'der demüthigsten Miene oft solche und ähnliche " r"YY iti f . rvi cm . IC. Ausfalle. Gmliano wollte m Wuth athm, aber er besann sie?..... so rtnm r.m Rfrnr sltnrt ?3 rtirnt an. Rr wer . 2iiio? Die Herzogin erschrak und wagte das Aeußerste. Wann willst Du sie sehen? Wen?" Sie." Meine Lehrerin?" Giuliano!" flüsterte die Herzogin ?gi"9 "mme, ängstlich mit von Thränen erstickter lFertseunz folgt.) mmi &m svre. -ÄÄ T cm' fca !ami " crl ituchen. t . R: nuß wohl eine Heirath aus Liebe gewesen sem, denn sie wue da er arm -joaxl b..ls3 wa. Öderes! .Er hatte .hr gagt. es sei ihm nur nn Rest sttNLs ealstlgen VNnogens geblieben. Sae kauft aber u K Leben gern Reste zu emem billigen . B.ife lo.nabm sie ihn fcrji -
Eine Herzcnsgeschichte.:
HumorrSke von Hugo Tkaroyke. Gestern auf dem Balle hatte sie mir ihre Liebe zugestanden. Allein als ich spornstreichs zu Frau Mama eilen und dieselbe um ihren Segen bitten wollte, hielt mich Laura zurück. Unsere Liebe muß vorerst Geheimniß bleiben, denn wer weiß, ob Mama so ohne weite-, res " Meinem Glllckrausche folgte äugenblickliche. Ernüchterung. Die Mama ! würde die stolze Baronin von, Meerheim überhaupt ihr Töchterchm dem Studiosus Karl Prillwitz geben, der zwar nicht von, aber weiter auch nichts war ? Meine zuversichtliche Stimmung verwandelte sich in die tiefste Niedergeschlagenheit, unsagbarcrKleinmuth packte mich. Würde ich jemals den Muth finden, mit meiner Werbung vor die Baronin zu treten ? Wohl legte sie mir gegenüber stets eine fast mütterliche Freundlichkeit an den Tag, aber mich als Schwiegersohn anerkennen Einige Tage verbrachte ich in dumpfem Hinbrüten auf meiner Bude. Am Abend des vierten Tages stürmte Freund Vasselwitz in's Zimmer. Was sind das für Geschichten ! bleibt der Mensch drei Tage vom Vereine weg. Bist Du krank ? Puls her !" Trotz allen Protestes hatte er meinen Arm bereits erwischt. Physisch alles wohl, folglich verliebt : lautete die Diagnose. Ich saß da wie versteinert; das fehlte gerade noch, daß dieser Tausendsassa hinter mein Herzensgeheimnib kam. . , Daß der keinen Unsinn schwäkt" brummte ich auf dem Wege zum Vereinslokal: sein malitiöses Lächeln lieb mich Schlimmes fürchten. Kaum hatten wir die Schwelle UNseres Kncipzimmers überschritten, so platzte er natürlich heraus: Hört das Neueste, Prillwitz ist verliebt,Sache scheint ziemlich tief zu sitzen." Fürchterlicher Tumult. Gratuliren : (sratuliren : .Kondouren !" Wer ist die Glückliche ?" Ach. wohl gar Baronesse Meerheim?Die Anspielung 'auf die von den glänzendsten Kavalieren der Stadt umworbene Baronesse war natürlich nur ironisch zu verstehen. Freudiger fctolz schwellte meine Brust. Haha, wenn ihr Spötter wüntet !" Aber sogleich knickte ich wieder zusammen. . Die Mama! Die Mama!" Doch ich wollte ja heute vergessen. Bier her !" Wie ich an diesem Abende nach ' Hause gekommen, wird mir wohl ewiZ unerinnerlich bleiben. Gegen Mittag erwachte ich. Um s Himmelswillen, es war die höchste Zeit,, bei Meerheims Visite zu machen. Da hatte mich der Schneider natürlich wieder mal im Stiche gelassen; nun, der elegante, fast neue, helle Sommeranzug that's auch einmal ; schien ja der von der fiaflrmon C5rt?ta (c. rf.it r ViVr ytuiuui .initial, vtyiii. suyuvciu vuvv;i gekommen zu sein. Also schnell hinein so, und nun auf zur Geliebten. Laura, ach Laura! Da stand ich schon vor der eleganmr Villa, zwei Minuten später Begrüßung im Salon. Nun, Herr Studiosus, Sie sehen recht angegriffen aus," meinte theilnehmend die Frau Baronin. Wohl die Nacht schlecht geschlafen ?" Aller allerdings ja,- gnädige Frau, habe ich bis spät in die Nacht hinein gearbeitet man muß dach allmäl'" an das Examen denken." Das lobe ich mir,, immer hübsch arbeiten;" zufriedenes Lächeln, beifälliges Kopfnicken. Die heutigen jungen Herren denken oft gar zu wenig an aber HerrPrillwitz, was ist denn das was tragen Sie denn dort für ein merkwürdiges Abzeichen ?" Und sie wies nach meiner Ärust. mit allen Zeichen des Staunens. Forschend schaute ich an meiner linken Brustseite abwärts Kreuzmill genau an der Stelle, an welcher etwas tiefer das Herz pochte unter der Weste, ein schwarzes, Pfeil durchbohrtes Herz, zierlich und schwungvoll mit Kohle gezeichnet auf dem hellen Grunde. Ach, diese losen Brüder, vom Verein, wie mochten sie gestern gelacht haben, als sie mich,, da ich selig, am Kneiptisch entschlummert, also gezeichnet. Die joviale Frau Baronin lachte herzlich. Ei, ei, Herr Studiosus, also so steht's mit Ihrem Herzen ?" Wie freudig begrüßte ich gerade in diesem Augenblicke den eintretendeir Diener, welcher mit einer Meldung die Frau Baronin abrief. Da war das ominöse Herz, da war die ganze Welt vergessen. Ach, Karl," flüsterte das reizende Mädchen- an meiner Brust, wie furchtbar erschrocken war ich, dieses dumme Herf. fast fürchte ich, Mama könne etwas merken. Du böser, guter" meine Küsse erstickten, ihre: Worte.. O, daß sie doch so schnell verrannen, diese köstlichen Minuten ! Bereits trat die Frau Baronin w:e der ein, doch wie erstarrt blieb sie mitten im Zimmer stehen. Laura, Laura, was sehe ich Entsetzt folgten unsere Blirke der R:chtung des erhobenen Armes barm herziger Himmel auf der schneewei ßen Bluse Lauras eins, zwei, drei und mehr Pfeil durchbohrte Herzen etYnn?s riMtaifsfit znar ctftn deutliÄ erIVUW V V ft v7 iß f f kennbar : Die genauen Abdrücke meir:es Males! Heute noch, nachdem Laura längst mein reizendes Weibchen ist. segne 'ch den Einfall meiner Freunde. Wi.' hätte ich bei meiner Muthlosizkeit so.'.Z. auch so bald erfahren können, t Frau Mama unserem Bunde gar uich .yffrtt Yrsnr 2 VlJttV3 ,
