Indiana Tribüne, Volume 17, Number 144, Indianapolis, Marion County, 11 February 1894 — Page 2
Falsche Haare. Nirgends werden so viele falsche ZHaare getragen wie in Paris. Die putsche Frau pflegt ihre eigenen Haare, die ihr ja der Kamm bei jeder Morgentoilette massen'hast entführt, sorgfältig zu sammeln, um sich später daraus einen Zopf machen zu lassen, wenn ihr die einst so vollen Flechten dünner zu , werden beginnen. Sie trägt also gewissermaßen einen falschen Zopf, aber keine falschen Haare. Die Französin sucht den Coiffeur auf, wie man den Confectionsladen aufsucht; je Tiach der Mode wechselt sie mit der Coiffure wie mit einem neuen Hut. Woher 'bezieht nun der Pariser HaarZünstler das Material zu den verschiedenen Perücken, Toupets und Flechien? Die Haare werden in ganzen Ballen importirt, aus Indien, aus China, auch aus Italien. Sie staminen, die asiatischen wenigstens, von Leichen. In Chini und Indien sterien ja die Menschen massenhaft dahin, an der Cholera, am Typhus und an sonstigen Epidemien; in genügender Menge, um deren abgeschnittene Haare zu einem lohnenden Exportartikel zu znachen. Wi? oft mögen die An.steckungs keime bösartiger Krankheiten an diesen Todtenhaaren hasten geblieden und nach Europa geschleppt worden sein! Zwar den elegantesten Perückenträgermnen konnten sie nicht mehr gefährlich werden: bis solches Haar asiatischer Choleia- und TyPhusleichen dazu komm, als Perücke auf dem hübschen Haupte einer koketten Pariserin zu thronen, hat es so viel Waschungen und chemische Bchandlungen durchzumachen gehabt, 'daß es als vollkommen desinficirt .gelten muß. Wohl aber konnte es jene Arbeiterinnen gefährden, die zuerst dieses eingeführte aar. direkt vom Schiffe weg, in die Äande bekommen, die es den ersten Waschungen zu unterziehen, es nach 7?arbe. Stärke und sonstiger Beschafsenheit zu sortiren haben. Erst neuer)ingS geht man in Paris damit vor, ialles importirie Menschenhaar gleich ach der Ausladung gründlich zu desinficiren. Was nun dessen Bearbeijung" anbelangt, so wird es erst einem Vade unterworfen, das den Zweck hat, 'die Haarsträhnen fein und schmiegsam zu machen. Chinesenhaar ist ja dick und hart wie das von Pferdcmähnen. Es würde sich uöel ausnehmen als Zonvlocke auf der zarten Stirn der Pariserin. Ein zweites Bad hat die Farbe auszuziehen oder doch wenigstens zu mildern. Chinesenhaar ist -von einer so intensiven Schwärze, daß ts seltsam aus einem Europäerschädel nzuschanm wäre. Dann erst kommt es in die verschiedenen Laugen und Beizen, mit denen das eigentliche Färben beginnt, das Färben vom matten Aschblond und leuchtenden Golroth bis zum alänzenden Rabenschwarz. Das ist eine so complicirte chemische Behandlung, daß sie 'der gründlichsten Desinsection gleichmachten ist. Ueberidies werden nur kleine Toupets und Perücken geringerer Sorte aus Todicnhaaren verfertigt. Für game Flechten und bessere Perücken sind diese 7.u spröde und brüchig, überhaupt wenig haltbar. Dazu -muß man schon in Haarmaterial verwenden, das man noch lebenden Personen abgeschnitten .bat. Der Preisunterschied zwischen diesem und jenem ist allerdings auch ein enormer. Die asiatischen Haare kosten'in Paris nur fünf Franken das Kilo, die inländischen 'dagegen, die von lebenden Personen stammen, müssen mit hundert 'Franken das Kilo bezÄhlt werden. Aufrichtig. Mutter: Mit 'den kleinen Kindern hat man doch ein rechtes Kreuz;.... wenn sie nur erst ein -wenig größer sind, dann geht es schon leichter!" Besuch (ohnehin schon ertrimmt übe? das ungezogene Benehrnen der Buben): Da haben Sie 'Recht, gnädige Frau dann kann man sie wenigstens alle Tag? ein paar Mal .gehörig durchhauen!" M ü s s i g. Hören Sie, Sie Ivollen Mitglied unseres MäßigkeitsVereins sein und am ersten Tage nach ffäier Aufnahme findet man Sie be--trunken im Rinnstein! Das ist eben ein Zeichen meiner Mäßigkeit. Schönes Zeichen das! Na, erlauben Sie, früher fiel ich doch immer in meiner 'Stammkneipe unter den Tisch!
'Verfehlte Wirkung. v i . . norogravy: 0, mein Herr, jetzt r 1 l V r . . ? " 2llle ia, ;söre Äugen auf dieses PlaZat 'zu richten, und ein recht freunoliches Gesicht zu machen." Student : Das ist mir unmöglich !" Photograph?: .Warum denn?" tiihH Ja. ailf dem Plakat steht ja: Es wird zeveten, gleich zu '.bezahlen!" S.eZ n Wunsch. A.: Ich sag? m meine Frau ist eine Schlangrz B.:.Hm, ich möchte wohl, .daß meine Das wäre: renn eine Schlange bekommt jedes Jahr von selbst eine neue Haut. uno meiner zsiau nuift ich mindestens dreimal im 3cchr ein .neues Kkid kauw. Er kennt wn. Mensch. Heinrich, laß Dich mnarmenl Ich bin so glücklich! Ich hare mich gestern verlobt. Verlobt? Ja. Ich Häkeleider fifo B:lo von ' meine? Braut bei nur; aber ich will sie Dir ganz genau beschreiben. Ist richt nothig! Nenne mir nur die Summe ihrer Mitgi, dann weiß ich schon genug! Stoßseufzer. Gattin seinen neuen Hut zeigend): G )' mal, Karl.das ist die letzte Mode. - Satte: Ich wünschte, sie wärs, aber ichsten Mixtat kommt ja wieder eine andere! eine Krankheit. Joseph: H?rr Lehrer, Sie solle so gut sein und solle meiner Schwester Urlaub geben! Lehrer: Was fehlt ihr denn? Joseph.' Se hktt Schuh!
S v k, ! n x.
in?arnkdalgksch,chte von Johanna Jettan. Alfred Werner betrat in Mephistotracht das Schlafzimmer seiner Kinder. Ruhig athmend, mit rosigen Wangen lagen die süßen Kleinen in ihren blüthenweißen Bettchen, während die junge Mutter, eine anmuthigeFrau mit goldblondem Haar, emsig beim Lampenlicht an einem Röckchen nähte. Verwundert blickte sie mit ihren großen, sprechenden Augen von ihrer Arbeit auf. Du, Alfred? Ich glaubte, Du wärest schon lange fort!" Da, näh' mir mal das Knöpfchen an. aber schnell, Elsbeth. mein Wagen wartet. Mit ungeduldiger Äeiene warf er ihr den Ballhandschuh hin.' Nun. Du sagst ja gar nichts; wie gefalle ich Dir in meinem lnzug?" - Du hättest keinen besseren, ich wollte sagen, passenderen wählen kön nen," sagte sie mit leisem Auslug von Spott. Pfeifend stellte er sich nun vor den Spiegel und fand, daß ihn der feuerrothe Atlas mit dem schwarzen Sammet wirklich außerordentlich gut kleidete. ja, daß auch Alles zu seiner Maske stimmte, der rabenschwarze Spltzbart, die stark gefärbte Braue, die Mephistoperrücke; er sah wahrhaftig ganz und gar satanisch aus ; selbst nach der Demaskirung würde man ihn, den blonden Alfred Werner, schwerlich erkennen. Du weckst die Kleinen, Alfred, sie werden beim Erwachen über Dich erschrecken, bitte, sei doch still!" Bah! Sie schlafen ja wie Murmelthiere." Sie antwortete nicht, die Hand aber, mit der sie das Knöpfchen annahte, zitterte. Noch nicht fertig? Das dauert ja 'ne Ewigkeit so endlich." Er nahm den Handschuh ohne Dank entgegen und entfernte sich mit einem flüchtigen Gut.- Nacht. Schatz!" An der Schwelle wandte er sich thi nochmals zu: Sorg' ja dafür, daß die Liese morgen früh in, meiner Nähe nicht so laut klappert und scheuert und halte die Kinder still; ich muß ausschlafen; später gibt's höllisch zu arbeiten. Vielleicht siehst Du einige der Correcturbogen, die auf meinem Schreibtisch liegen, für mich durch; sie müssen spätestens um elf Uhr Vormittags zur Post." Wenn ich Zeit finde. Alfred." Herr des Himmels! Diese Langweiligkeit! Immer dasselbe Lied: wenn ich Zeit finde! Als ob solch' wichtige Arbeit nicht Allem voranginge! Was Ihr Frauen überhaupt nur. den g2nzen lieben langen Tag mit Eurer Zeit anfangt! Komm', binde mir die Maske noch etwas fester." Sie erhob sich schweigend und that, wie ihr geheißen. Ja, ja, glaube mir, ich bliebe auch lieber daheim in meinem gemüthlichen Zimmer und schriebe an meinem Lustspiele, als daß ich jetzt noch ausgehe. Allein wie darf ich in unserer realistischen Zeit solch' gute Gelegenheit zur Beobachtung entschlüpfen lassen. 0, wie viel Stoff ich wieder finden werde." Stoff?" Elsbeth lachte und klopfie ihm auf den Arm, an Stoff fehlt cs Dir wohl nie, mein Lieber, wünschen wir. Du fändest auf der Maskerade auch etwas Geist; nun. amtisire Dich!" Gleich darauf verschwand Mephisto. In den prachtvoll erleuchteten Räumen des Kurhauses schwirrten tie bunten Masken durcheinander; immer mehr strömten herein, Türken, Bauern im Nationalkostllm, Zigeuner, Dominos, als wollte es nimmer enden, als hätte der Karnevaltaumel ganz Wiesbaden erfaßt und in den Strudel hineingerissen. Die Musik rauschte. Viele wirbelten sich im Tanze, Andere gingen umher, neckten einander, wanderten von Sazl zu Saal, saßen paarweise auf den schwellenden Divans und Sesseln oder ergötzten sich vom Podium aus an dcm farbenprächtigen Bilde. Aksred Werner war zu seiner großen Freude nicht der einzige der Hölle entstiegen?, in flammend rothen Atlas gekleidete bös: Geist; außer ihm machten noch drei andere Mephistos den schlüpfrigen Parketboden des Karnevals für die herumtanzenden Gretchen, Königinnen, Bäuerinnen und andere schwache Sterblich: gefährlich; ja, einer der Höllengeister war ihm so täuschend ähnlich gekleidet, glich ihm so sehr an Gestalt und Haltung, daß nur ein äußerst scharfes Auge den Unterschied erkannt hätte. Wie ihn diese drei Doppelgänger vor jeder Entdeckung oder Sicherstellung seiner Persönlich kcit schützten, wenn durch die Geschwätzigkeit irgend einer Tochter Eöas seine Maske verrathen'wäre. Und er. wollte sich amüsiren, auf feine Art müsiren, ganz . im Geheimen. Es durfte nicht geschehen, daß einig: '.un diesen Schreibfedern. die hier in einer Meng: umherflogen, als hätte man mindestens ein Dutzend Gänse gcrupft und die jede geniale" von der gemeinen Bahn der Alltäglichkeit uo ! weichende Handlung als pikanten LekZerbissen aufgabelten, ihn. Alfred Werner, tn sicher bald weltberühmten Dramatiker, herausspürten. sich in i echt weiblicher Weise über ihn in Bej wegung setzten und ihn als Nomanhel- . den, seiner ganzen Würde entkleidet, i Spießruthen laufen ließen. Wie fühlte ' rr sich durch die drei Höllenbrüder geseit gegen solche Gefahr! Forschcr.den Auges wandelt: er eine Weile umher, ohne" daß ihm eine einzig: Ma!fe bcsgnet:, bic seine Aufmerksamkeit länger a!Z tiw Minute fcssclt:; keine der tUUn schien E.--scheinungeu reizte - ihn zum Tanze.
So verstrich abenteuerlos eine halbe Stunde. Nun stand er am oberen Ende des Saales an eine Marmor 5äule gckhnt und überschaute das buntfarbige Getriebe; es herrschte ech! rheinländische Ausgelassenheit, ihm selbst aber wollte sich die recht.: Stimmung. immer noch nicht mittheilen. Da legte sich plötzlich eine Hand auf feinen Arm.. Wie Elektrisch berührt zuckte er zusammen. Vor ihm stand eine wundersame Gestalt, die er bisher nicht bemerkt hatte. Sie trug einen faltenreichen schwarzen Domino, der mit allerlei goldenen Hieroglyphen und silbernen Sphinxen besäet war ; auch die turbanähnliche Kopfbedeckung war über der Stirn mit einer in Si!ber gearbeiteten Sphinx geschmückt. Ein dichter schwarz.?? Schleie: ocrhüllte ihr AlTtlitz; sie reichte ihm ein egyptisches Kästlein voll' von nach Ambra duftenden Papierröllchen, schüttelte diese durcheinander und sagte mit sonorer, durch den Schleier gedämpfte? Stimme: Greife hinein, Mephisto, Geist des Bösen, Lös: mein Näthsel und laß Dich erlösen. Lachend nahm Alfred Werner ein A:ttelchen heraus und entrollte ei gespannt. Wer richtet, die Schuld vergrößernd, auf Erven, Thaten, die niemals gerichtet werden, Die nach dem Gesetze kein Richter kann richten, Ob auch des Nächsten Glück sie dernichten. Zweimal überlas er di: Zeilen, dann sagte er: . Du sprichst gar zu ernst auf diesem lustigen Karneval, Sphinx; Deine Frage aber ist zu leicht; natürlich: das Gewissen!" Das Gewissen? Falsch gerathen! Das lehrt man die Kinder in der Schule; die Lebenserfahrung lehrt uns Anderes, kennst Du Dich denn selbst so wenig? Wo ist Dein eigenes Gewissen? Wo ist das Gewissen von Tausenden Deinesgleichen? Der Gewissenlose kann doch nicht von seinem Gewissen, einem Nichts, verurtheilk und bestraft werden! Nein, solch' seichte Antwort hätte ich von einem Mephisto nie erwartet Rathe weiter!" Mephisto sann einen Augenblick nach, schüttelte den Kopf, daß die rothe Hahnenfeder auf seiner spitzen Mütze nickte und sagte lachend: Du bist doch klüger als ich; Dem Näthsel ist mir zu schwer, Sphinx!" Zu schwer trotz Deiner gepriesenen Geistesschärfe? Nein, nicht möglich! Ich schenke Dir Bedenkzeit. Mephisto, um Mitternacht will ich Dich wieder treffen. Vielleicht hast Du bis dahin die Lösung gefunden." Damit wendete sie sich gravitätisch und verlcr sich bald im Maskengewimmel. Alfred Werner versuchte nochmals, das Näthsel zu entziffern, doch vergeblich. Achtlos steckte er das Zettelchen in die Tasche, indem er sich in den prachtvollen weißen Saal begab. Ein Meer,blenden-Oen Lichts fluthete ihm entgegen, die gigantischen goldgerahmten Wand- und Pfeilerspiegel warfen, den Raum in's Endlose !'ergrößernd, die Bilder der verschiedenartigsten Masken zurück; es war ein zauberhafter Anblick. Die Musik im großen Hauptsaale schwieg, das Ohr aber ward betäubt vom Stimmengewirr, vom Rauschen und Knistern kostbarer Gewänder, vom Trippeln Hunderter kleiner Füße, vom Klingeln der Narrenschellen, vom Geräuschdas aus den anderen Sälen bis hierher drang. Alfred Werner aber sah und hörte nichts von Allem; ihm sckwebte d Svbinr vor dem aeistiaen
Auge; ihm war, als übertönte ihre Räthselfrage das Ehaos der sich im fchenden Laute. Doch da! Zerronnen war der Zauber! Die Svbinr versank in ein Nichts. ! Täuschte ihn nicht sein Sinn? Dort auf dem Dwan saß ja, als Turtln gekleidet, Ludmilla Ricordo, die reizend: Soubrette, die seit einigen Tagen am Theater gastirt: und durch ihre : gane Erscheinung, durch iqi entzukkendes Spiel die Zuschauer beg:ist?l!e und zum Beifallsstürme hinriß. O, welch' Feuer ihre nachtsch:?arzenAugen sprühten, ja, selbst wäre ihr Gestcht- ' chen dichter verschleiert gewesen, er hätte sie unter Tausenden als die Einzigc, die Ludmilla Ricordo herausgefunden. Welch' glückliche Idee, die ihn in diesen Saal geführt! Wie hatte cr eine Begegnung mit ihr auf dem Karneval erhofft, herbeigesehnt! Nun hebt die Musik im großen 1 Saal auf's Neue an; es wird ein ungarischer Tanz von Arahms gespielt; berauschend wirken jetzt die Klängt auf ihn, dieselben Klänge, die ihn noch soeben vor dem Erblicken der Schönen ganz kalt gelassen; sie, Ludmilla ist der Brennpunkt aller seiner Gedanken und Gefühle, er muß, muß Ludmilla umschlingen, sich mit ihr im Tanze wir- . beln. Noch eine Minute, und Mephisio verneigt sich tief vor der Türkin, i Holde Zuleika, gewähr' mir aus dem .Himmel Verbannten einen Aur.n- . blick die Seligkeit des Paradieses; ich ; sieh-: Qualen der Hölle aus," vor Sehnsucht nach einem Tanze mit Dir, will er sagen, Zuleika aber unterbricht ihn lachend: Glaub's, 's halt a bisserl haiß da drinna, aber tanze' thu' i, für : mei' Lebe' gearn." Dann sagt sie zu dcm Domino, der neben ihr sitzt: ' Vrau'st hie net z' warie, Loci, sind' 2.? schon, wenn i miiad' bin." Und Zuleika labt sich von Lori ihr nr:t Oozlb und alännben Verlen ! reichgestickles Gewand von gelber c:ide zlätten, lüfte! den Schlc:er, um freier Zthmen zu können, während er wie ein Lerzüäter jeder ihrer V.'gunzeli
folgt, und dann hinein mit ihr in das
Ballgewimmel! Hui! Wie Alles t:n Galopp dahin saust, jagt, fliegt. Mephisto. hält seine Tänzerin fest im Arm; er hat ein Gefühl, als wären ihm Flügel an den Sohlen gewachsen; in solch' eigenartig beschwingtem Rhythmus hat cr sich noch nie, nie im Tanze weiter bewegt, Zuleika berllürt den Boden kaum, sie schwebt, sie läßt sich von ihm tragen, und doch ist sie, Zuleika es, die ihn ohne den geringsten Anprall durch die Klippen des wogenden Meeres der Tänzer steuert, die ihn mit rasender Geschwindigkeit weiter treibt, als hätte ihn mit unwiderstehlicher Allgewalt ein Wirbelwind erfaßt. Jetzt erstirbt die Musik. Uf," sagt Zuleika sich fächelnd, bin i aber haiß g'worde; schwitz, als wenn i a türkisch Bad nehme' that. Du, komm, laß uns a bisserl trinke bin halt türk'sch, nehm's aber net so g.'nau mit 'en heilig: Koran." Sie kichert und schmiegt ihren vollen weichen Arm fest in seinen und läßt sich von dem Wonnetrunkenen in das von lustigen Zechern angefüllte Restaurationszimme? führen. Ha, ein Abenteuer, wie er eö nicht inkressantcr hätte erleben können. Fast alle Tische sind mit Phantast!schen Gestalten besetzt; hier labt man sich an Eis. an per!.?ndem Rheinwein, dort klingen die überschäumenden Champagnergläser, Vater Karn'val schwingt sein Scepter, und Alles überläßt sich der immer toller werdenden Ausgelassenheit. Mephisto und Zuleika nehmen in einer Nische an einem für zwei Gäste gedeckten Tischchen Platz. Sie lacht und klatscht in die Hände vor lauter Freude über die Schmeicheleien, mit denen er sie überhäuft; in Ausdrücken höchster Bewunderung lobt er ihre Anmuth, ihre feine Charakterisirung. ihr Maßhalten, ihre Natürlichkeit, ihre schöne Aussprache auf der Bühne ; er nennt sie eine Künstlerin von Gottes Gnaden und prophezeit ihr eine große Zukunft. O ja, sie weiß wohl, daß sie Tüchtiges leistet und ihre Mutterspräche als Künstlerin tadellos spricht; unter Freunden" aber liebt sie ihren Dialekt, der ist ja viel gemüthlicher. Ach, wenn i nur hia Engagement kriege thät s' halt a lusti Lebe' in Wiesbade Du wohnst au' hia i waiß" und sie flüstert ihm in's Ohr: bist der Sohn vom Banquier Mühlenheim. hast mi' ja einen Prachtstraußerl g'schickt i verrath nix rair ka Angst " Kellner: pst. pst " ruft Mephisto; er ist schier außer sich vor Uebermuth; kostlicher Spanj Sie halt ihn für Felix Mühlenheim, einen der reichsten jungen Männer in Wiesbaden. Bringen Sie einige Dutzend Austern mit Zubehör und Liebfrauenmilch, schnell, bitte. Natives," verbessert Zuleika, und Champagner! Du, i mach mi rein goar nix aus Eure saure Rheinwein " Also Natiöss und Nöderer," bestellt Mephisto. Wie entzückend sie ist in ihrer Ursprünglichkeit. Und Zuleika streift ihre langen däNischen Handschuhe ab, träufelt Citronensaft auf ihre Natives und schlürft sie mit Kennermiene und augenscheinlichem Behagen. Dabei erzählt sie allerlei stark gewürzte Theateranekdoien und läßt sich ihr Glas immer auf's Neue füllen. Ihm, dem Halbberauschten, klingt Alles, was sie schwatzt, naiv, originell, pikant, ja, das sind reine, ungekünstelte Naturlaute, da ist nichts Gemachtes, nichts Geziertes in ihrem Wesen, Ludmilla Ricordo gibt sich ganz und ar, wie sie ist; sie verschmäht den Heuchler!schen Schein der feineren Kokette; sie ist di: lautere Wahrheit. Und diese bestrickenden, zündenden Augen, diese vollen Kirschenlippcn, diese schimmernden Perlenzähne. Und erst die schlanken Hände mit den rosenrothen Nägeln und die reizenden Füßchen in den goldgestickten Stiefeletten. Ein Gedicht" nennt Alfred Werner die Füßchen seiner Türkin. . ' Nun sag' mir aber auch, Zuleika. wie wöißt Du meinen Namen?" fragt cr und legt zärtlich seinen Arm um ihre Taille. Vielleicht irrst Du Dich doch!" Q nein! Irre thu i mi net." sagt sie lachend, wie'i'en waiß? Dös iö halt mei' Geheimniß vielleicht wirst's errathe 's gibt halt vier Mephistos hia der ein' bist Du, un der dort drinna im Saal, dös is der Fratz, der Alfred Werner " Wer?" fragt er, ihr sein Ohr zuneigend. Nu, der Fratz, der Alfred Werner. O, wie i den hasse thu' bild't si' ein. er kann Bühnenstücke verfasse'. Hahaha! er sollt's nur höre, wie wüthend wir alle sind, wenn's halt gilt, 'ne Roll von ihm zu creire'. Auch net 'ne einz'ge, die si' auch nur annähernd anständi' spiele' laßt! I sag' Di'. der's halt reif für's Tollhaus und man thät guat, ihn einzusperre!" In diesem kritischen Augenblick geschah es, daß Mephisto emporfuhr und in höchst ungeschickter Weise eine loeben entkorkte Ehampagnerflasche umstieß, deren Inhalt sich schäumend über seinen rothen Atlas und das goldgelbe Gewand Zulikas ergoß. Thuat nix." sag! sie lachend und trocknet schnell mit der Scrviet das flüchtige Naß. indem sie weiter Plaudert: Da hat er unlängst wieder so 'ne Mißgeburt von a Stuck losgelasse; i kann nur net begr.?ife', wie's Einer angenomme ka Geist, auch net a FunZerl. ka Aufbau; mei' Bruder, der Komiker, iö in Prag, der versteht's halt; aus hund:rt Lustspiel' von Labiche abgeschriebe un zusammenflickt wie 'nrn Potpourri; la Hand hat si' gerührt, als wir drinne ausgeirete sind, er UN i. Un nu stell' Di' vsr. in
so 'n: Roll, di: goar kein Roll is. net Fisch un net Fleisch, in so 'ne Roll soll i w-eder spiele." Wenn ich bitten darf, mein Herr, dreißig Mark," sagt der Kellner, der, die Serviette unter'm Arm, die Rechnung präscntirend, herangetreten ist. Auf'S Acußerste verwirrt, mit zitternder Hand, zieht Mephisto fein Portemonnaie und zahlt. Aber i thua's net, i thua's net, i thua's absolut net," eifert Zuleika mit gesteigerter Betonung, un wenn i vom Director g'zwunge werde' sollt', dann ruinir i die Partie vollends; freili, 's gibt net viel daran zu ruinire, das kann i beschwöre." Wie in einem Vulkane gähren die gewaltsam, zurückgedämpften Gefühle Mephistos. Er. Alfred Werner, er ein Fratz! Er ein Plagiator, ein Abschreiber von Labiche! Er bebt, er schwört ihr Rache, während Zuleika den Rest ihres Glases bis auf die Neige leert, sich langsam die Handschuhe überstreift und ihm den Arm hinhält: Du 's halt a bisserl schwer schließ mir mal die Knöpferl aber kneif mi net " Da durchzieht ihn plötzlich das Bild seiner Elsbeth. wie sie am Bettchen der Kinder bei der Lampi fleißig arbeitet, er knöpft den Handschuh Zuleikas, als hätte sich die ganze verführerische Gestalt in todtes Holz verwandelt. Einige Minuten später befand sich Mephisto wieder allein. Innerlich wuthentbrannt, äußerlich höflich, hatte er sich von Zuleika getrennt. Jetzt schwebte sie am Arme eines seiner Doppelgänger durch den Saal ! Himmel! Wenn sie je entdeckte, wem sie die Kri t!k seiner Werke in's Gesicht geschleudert. Er, die Zielscheibe des Witzes ihrer Kollegen! Da ging die' Sphinx an ihm vorüber. Ob sie ihn bemerkt, als er mit Zuleika beim Champagner gesessen ? Bah, was ging denn die Sphinx ihn an ? ; In Gedanken versunken, saß er auf 'einem Divan. Wie ihn das Urtheil einer kleinen Vorstadt-Soubrette nur so aufregen, wie er es nur so hoch anschlagen konnt.:! Eigentlich war die ganze Geschichte ja nur amüsant, eigentlich sollte er sie von der komischen Seite auffassen! Das Wort: Fratz aber ließ ihm keine Ruhe. Was hatte sie damit sagen wollen, daß er selbst ein geistiges Zerrbild war. daß er geistige Zerrbilder schuf ? Hahaha! Er, dessen Novellen und Romane von der maßgebenden Kritik als musrgiltig, ja als Perlen der erzählenden Prosa-Dichtung bezeichnet wurden ! Ja, ja ! seine Romane und NovelIen! Der Hieb, den Ludmilla ihm ver setzt, schmerzte tief, sehr tief, wie viel von dem seinen Romanen gestreuten Weihrauch er auch als BetäubungsMittel seines verwundeten Gefühls
heraufbeschwören mochte. JmGrunde lag ihm ja wenig an den großen Erfolgen, die er mit seinen novellistischen Arbeiten erzielt.?, sein ganzer Ehrgeiz war ja darauf gerichtet, ein berühmter Bühnenschriftstcller zu werden. Weshalb sollte er nicht erreichen können, was ein Anderer erreichte ! Ja, weshalb nicht ! Ludmilla hatte ihm gerade soeben gar zu deutlich den Knoten" gezeigt. Seine Karnevalstimmung war umgeschlagen, als wenn aus hnterem, blauem Himmel ein eisigkalter Regen herabgeströmt wäre und ihn bis in's innerste Herz durchschauert hätte. Er wollte den Ball verlassen, da trat eine schlanke Zigeunerin an ihn heran. Tambourin in der Hand ; ohne Weiteres ließ sie sich neben ihm nieder. O, Fritz, was für köstlichen Spaß ich wieder gehabt." fagte sie im Flüsterton. Wahrhaftig ! ich verdiene einen Orden als erfolgreicher Detektiv im Dienste höchster Moral. Sieh ! sieh ! der Mephisto, der dort mit der Ludmilla Ricordo vorüberrast, das ist der Schriftsteller Alfred Werner ! O, der schreckliche, abscheuliche Mensch !" W w wer?" stammelt Me. phisto und neigt der Unbekannten sein Ohr zu. Nun. der Alfred Werner, von dcm wir neulich im Weltspiegel die wundervoll: Novell: : Ihr einziger Sohn" gelesen sch. sch. sch man könnte uns hören." Damit rückt sie ihm näher und zieht vertraulich ihren Arm durch den Mephistos, der vor Ueberraschung und Schrecken stumm und starr geworden. Ja, ja. wer sollte es für möglich halten ! Wie er Einem durch seine Schöpfungen die innersten Tiefen des Herzens aufwühlt ! Und wie er bei aller packenden Schilderung der Nachtfeiten des Lebens alles Gute, Reine, Einfache zu lieben scheint. Nein, daß solch ein Mensch sich selbst nur so in den Schmutz ziehen mag." In den Schmutz !" fährt Phisto auf, indem sich die roth: Hahnenfeder auf seiner Mütze kerzengrade cmvorrichtet. Sch, sch. sch ! O, wnn Du wüßtest, was Fräulein Miene, di? ja auch bei Werners näht, nicht Alles über ihn zu erzählen weiß. Ein wahrer Tyrann geg:n Frau und Kinder, rücksichtslos im höchsten Grade, b:im geringsten Geräusch wie wahnsinnig !" Klatsch !" sagt Mephisto empört. Nein. nein, lieber Fritz, kein Klatsch ! die lautere Wahrheit. Neulich in der Gesellschaft bei eheimraiyZ l - rri . wurde auch daruoer geiproazn. v wi arme Frau Werner ! Vom Morgen früh bis zum Abend spät arbeitet si: für die Wirthschaft, für die Kleinen. Alles soll so hübsch und zierlich bei Werners sein ! Wie du i!erner5 in : ümc uiz -uuu nchen die Kinderchen ja immer gekleicr::ci.i.. det !" . Unwillkürlich nickt Mephisto, wie im Einv'rständ7.ib. ' . . m Und denke Dir, schre:d:n -muß it
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obendrein für ihn ; ja, man behaupici logar, au Die jcyonen icooeuen im . crr firi - ? . . . cv Weltspiegel seien von ihr, von Frau Werner, und er leihe nur seinen Namen ; das glaube ich nun freilich nicht" .Ha !" stöhnt Mephisto, der sich ' hrtri ?KlnmmYt itmiiinAiU (t&Tl . wie von Flammen umzüngelt fühlt, und versucht, den Arm aus ihrem zu fr veireien. Sie lehnt sich aber nur noch inniger an ihn : Eine entsetzliche Ehe ! Und lveißt Du, was der Grund an all dem häuslichen Elend sein soll ? Seine bodenlose Eitelkeit! Für all seine dramatischen Mißerfolge muß die Aermsie seine böse Laune leiden brrrr er soll rein wie vom Teufel besessen fein, wenn die schlechten Kritiken über seine Stücke in der Zeitung stehen. Kein Wunder, daß die arme Frau sich von ihm scheiden lassen will !" Dummes Zeug ! Weibergewäsch! Es ist nicht wahr" stößt er heraus. fühlt aber, als ob sich ihm eine Centnerlast auf die Brust wälze. Doch ! doch ! es ist wahr, wi: unglaublich es auch klingt ; Fritz. Ach, eine LiebeIheirath ! Und daß es nun dazu kommen muß ! Er soll ja nur durch die übertrbene Vergötterung seiner Frau solch furchtbarer Egoist geworden sein. Hahaha ! Ich hätte seine Frau sein sollen ! Du,
nicht wahr. Fritz. Frauen, die sich im- ten Einrad eine Fortbewegungs-Ma-nur so in den Hintergrund stellen und sänne aeboten. welche, den Aerbeikun-
Mann und Kind sich selbst vergessen, sind doch eigentlich recht dumme S .u!b f.Jfr:jL T Gänschen und gewiß schrecklich langweilig und hausbacken " Sie ist kein Gänschen, und sie ist nichts weniger als hausbacken, sie wiegt an Geist und Gemüth Tausende von anderen Frauen auf !" sagt Mephisto zornig, seiner selbst nicht länger Meister. Ah ! Du kennst sie. Fritz ? Das .ist mir neu, ganz neu !" . Nicht persönlich!" versetzt er schnell ; es weiß es aber Jeder, daß sie eine Perle von Gattin und Mutter ist." Und doch soll er zahllose Liebschaften haben " ; Natürlich !" '' 'Seine Frau hat mindestens zwölf an ihn gerichtete Liebesbriefe aufgefangen ; sie werden bei der Scheidung iwider ihn zeugen !" Hahaha ! Liebesbriefe an ihn ! Schöne Beweise !" Nun, wenn Du gesehen, wovon ich vorher Augenzeugin gewesen. Du, mit Deinem feinen Rechtsgefühl, würdest ihn sicher gleich verurtheilen, Fritz." Und sie flüstert ihm ganz leise zu, was sie als Detektiv" im Speisesaal erspäht. - O, solches Betragen, Fritz! Schaulich ! Vater von drei entzückenden Engelskindern ! Wie er ihnen nur wieder in die unschuldigen Gesichter blicken und sie küssen kann ! Das versichere ich Dich, Fritz, wenn die Scheidung auf Schwierigkeiten stößt, wenn es ihr an fchlagenben Beweisen fehlt, ja, dann helfe ich ihr, dann zeuge ich gegen ihn !" Wie weißt Du denn, daß jener von Dir so arg verdächtigte Mephisto der Schriftsteller Alfred Werner war? Wir sind hier ja vier an der Zahl, alle fast ganz gleich kostümirt ! Du hättest mich ja auch für Alfred Werner halten können !" sagt er mit gezwungenem Lachen. O Fritz ! Du bist köstlich ! Als ob ich Dich, meinen Mann, nicht unter Tausenden gleich herausfände ! Alfred Werner hatte ich natürlich nicht erkannt, aber sieh ! Corpus delecti !" Sie hält ein kleines ledernes Visiienkartenetui empor mit einem in Gold gestickten Monogramm. Ja, ja, ertappt in flagranti !" Es entfiel feiner Tasche, als er den fabelhaften Ap Petit seiner schönen Türkin theuer bezahlte. Habe die Gewogenheit, mein lieber, ungläubiger Thomas, es ihm morgen zu schicken, und vergiß ja nicht meine hochachtungsvolle Empfehlung!" Damit drückt sie ihm das Etui in die Hand, ergreift ihr Tambourin und erhebt sich. So, jetzt will ich unsern Freunden noch ein wenig wahrsagen. Auf Wiedersehen, Fritz!" Schnell entfernt sie sich und ist im Nu durch das Tanzgewühl feinem Auge entrückt. Und da sitzt Mephisto, zerknirscht, geknickt, wie betäubt vom heftigen Donnerschlage. Herr des Himmels ! Wer war die Zigeunerin ? Das war also der Ruf, den er genoß ! So sprach man über ihn ! Die Entdeckung seinesNamens durch die eigene Unvorsichtigkeit gab ihm natürlich auch zu denken, und dabei hatte er eme Empfindung, als nähme ihm Jemand die Maske von seinem innersten Wesen, als enthülle sich seinem aeistiaen Auae seine wahre Seelenphysiognomie mit all ihren Fehlern und Schwächen. Nein, nein, so schlimm, ganz so schlimm wie die Zlgeurerin ihn geschildert, war er nicht. Vergeblich suchte er die Sphinx, um ihr die Lösung des Räthsels zu brinaen. Wie wunderbar, daß er aus ihrem Kästlein eine Frage gegriffen, deren Antwort er durch eine an sich gemachte Erfahrung finden sollte. Die machte Erfahrung finden follte Antwort hieß : Der Klatsch ! platlöert das feine Geäst der Bäume hob sich wie schwarzes Spitzengeweöe vom monderhellten Himmel ab. Viele ' vermummte Gestalten eilten an ihm vorübe? ; wie blind und taub gegen di: 2IiiftT!to'lt nina er weiter. Die Anred: der Sphinx lag ihm im Sinn : ,Laß Dich erlösen ! Laß Dich eUo sen !" Und plötzlich hob er dieHand I 1 . v W T . w ; empor wie zum seiertteyen 1210: uno
In sich gekehrt, trat cr den Heimweg ' V: an. Als er die Anlagen vor dem bald Mittag! Was will ich maen? Kurhause durchschritt, schlug es Mit- habe nämlich keinen Regenichrm. ternacht'; die magisch beleuchteten er desyalo tannzt Du doz) aufnnPJn h!frt.n irnh r-msrhfpn r IHCN. So NUN, tüit soll iq dkNN
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sagte laut : Kein Bühnenwerk meyr. so wahr ich Alfred Werner heiße ' ' w Hochaufathmeno, wie befreit von bösem Bann, betrat er seine Wohnung. Elsbeth theilte das Zimmer der l Kinder, denn das einjährige Knäblein bedürfte auch in der Nacht oft ihre? ''.ll.-lijt. er rt . . rr' 1 mütterlichen Pflege. Eine kleine grün beschirmte Lampe warf schwaches Licht auf ihr Lager. Sachte, sachte öffnete Alfred Werner die Thür, näherte sich auf den Zehenspitzen der anscheinend Schlafenden und küßte sie. Elsbeth aber dachte mit kaum zu unterdrückendem Läch:ln : Nie sollst Du erfahren, werDir heute als Sphinx das Näthsel gereicht, wer Dir als Zigeunerin die Maske von Deinem inneren Selbst genommen, vielleicht Di? die Erlösung gebracht." Elsbeth !" flüstert er, sich noch mals hinabbeugend. Du, Alfred? Schon?" Ja ! gute Nacht, mein Engel es war ohne Dich so " Sch, sch. sch ! Du weckst die Kleinen." In! Einrad. Der qroßen Armee der StahlroßDragoner, welche sich aus Männlein und Weiblein aller civilisirten Länder rekrutirt. wird in einem neuvatentirgen des Erfinders zufolge, die besten : Aweiräder weit übertreffen soll. In ! I. r crn . r r n e I , dieser Maschine ist der Sitz innerhalb des Rades und unter dessen Achsen arrangirt, so daß das Balanciren leicht ermöglicht wird. Das große äußere Rad, welches den ganzen BeWegungsapparat irägt. 'hat einen Pneumatischen Reifen, welcher an hohlen Felgen, die auS einzelnen, mit Schrauben verbundenen Sectionen construirr sind, befestigt wird. Auf der inneren Seite der Felgen sind parallel ange brachte hohle Reifen, welche mit denselben durch kurze Speichen verbunden sind; diese Speichen sind in die Felgen eingeschraubt, während ihre inneren Enden in Köpfen auslaufen, die in den Reifen festgehalten werden. Auf der inneren Seite einer jeden Nabe und mit derselben fest verbunden befindet sich ein Zahnradgetriebe ; jede Nabe hat ein cylindrisch gebohrtes Loch zur Aufnahme ihrer Achse, an denen das Gestell der ganzen Maschine hängt und welche in 'Kugelscharnieren laufen. Das innere Ende einer jeden Achse läuft in einem Kopfe aus, der an dem oberen Theil des Hauptgestells befestigt ist. Das Letztere ist aus Hohleisen construirt und hat die Gestalt eines lateinischen U. In der ganzen Länge jeder Seite des Gestelles befindet sich ein Gestänge mit einm Getriebe an dem oberen Ende, welches in das Zahnrad an der Nabe eingreift und dadurch das Rad bewegt, während das untere Ende in ein anderes Ge'triebe an einer kurzen Welle greift, die wiederum mittels Kurbeln mit gewöhnlichen Tretern (Pedalen) in Verbindung steht. Durch diese Kurbeln mit den Tretern wirkt die Tretkraft auf die Naben und bew:gt das Rad. Der Sitz ist an den Enden der in den Naben laufenden Hauptachsen befestigt und aus Stahl construirt. der ein: Bewegung nach den 'Seiten, aber weer nach vorwärts noch nach rückwärts zuläßt. Bremsen aus biegsamen Stahlstäben sind ebenfalls vorgeseben und das Lenken geschieht ohne Schwierigkeit .durch entsprechende Bewegungen des Körpers. Mit diesem Einrad soll eine sehr groß: Schnelligkeit erzielt werden können. Sie und ich. Ich hab' eine Liebste, die dichtet Bei Tag und bei Nacht, : Doch nicht für schnöden Mammon, Weil's ihr Vergnügen macht! - Ich würd' sie d'rum nicht schelte, Behielt sie's nur für sich; Jedoch mit ihren Versen Bestürmt die Liebste mich. '. Und nicht 'mal lachen darf ich. Sonst ist s mit uns vorbe:, . So heiz ich meinen Ofen j Mit' ihrer Schreiberei! . " Der Grund. MenscB. Du in den: Hundewetter da draußen in die Kneipe kommen? ! Im Zweifel. Jessas wenn i wußt', ob der g'schniegelte Herr drüben der Herr Baron ist, der'' mi anbetet, oder der Frifeur, der mir. ei' Haar kräuselt! Stimmt. 5?rau foimMarnrt: Trink net so viel Bier, Alter, Du wirst . m i . 'eh'n, MUNt N02) elNM2! leriM
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