Indiana Tribüne, Volume 17, Number 137, Indianapolis, Marion County, 4 February 1894 — Page 6
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!?jtc man mager wird. utr.o:o3fc Don (?. Pölzl. '
Der lieb: Gott kann es bekanntlich !ehurn Menschen recht machen. Ist Girier mager wie ein abgezogener Schinken, so jammert er über die ?Oü7re seweS Daseins und beneidet itzn Fettwanst. Und dieser wieder setzt noch mehr vom sogenannten Kummeistert in, weil er sich über seinen Bauch grämt. So eine sanfte Melancholie ist dämlich ungemein fettbildend, wenn Jemand überhaupt die Anlage zur Beleibtheit besitzt. Schon von diescm Gesichtspunkte aus war es kein Wunder, daß Her? Mathias Wampachcr Tag für Tag an Leibesfülle 311 nahm; denn er bildete sich schon seit Jahren ein, dasz eine Herzverfettung seinen Lebenssaden langsam, aber sicher unterbinde. - Aus diesem Grunde lagerte eine gewisse träge Schwermuth über seinem ganzen Wesen und er dermied es mit abergläubischer Scheu, auch nur für den nächsten Tag eine bindende Bestimmung zu treffen, oder wenn er es that, vergaß er nie vorauszuschicken:. Wenn mir Gott das Leben und de lieben G'sund bis Morgen derbalt". Da er solchermaßen jeden Tag als den letzten auf duf'er schönen Welt betrachtete, so fand er es nur natürlich, sich immer noch einen guten Tag anzuthun. Er aß daraus los wie ein Bartgeier und schlief wie einDachs, um am nächsten Tag voll dankbarer Verwunderung darüber zu erwachen, daß er sich noch am Leben befinde. Bei dieser Lebensweise wurde Herr Wampacher immer runder und im Freundeskreise längst nicht mehr anders genannt, als der Btade". Auch widerfuhr ihm, wie allen dicken Männern, beharrlich die Unbill, daß man ihm nie mehr die Hand reichte, sondern Jeder wie ein Wilder gleich mit der flaeben Hand gegen seinen Bauch schlug und dabei sagte: Serwas, Blader, wie geht's Dir denn!" Diese Grußform verletzte Herrn Wampacher über die Maßen und er beschwor die freunde oft, ihre Antheilnahme an seiuem Besin-den nach einer anderen Methode an den Tag zu legen. Schau", belehrte er beispielsweise einen Mageren, schau, wie wär's denn Dir. wann i Di' jed'ömal beim Schlüsselbein packen und beuteln that und dazua xqet: Serwas, Windhund! Wie that Dir denn daZ g'sall'n?" Ah. das is ganz wzs anders," dersetzte der Mag:re schlagfertig, meine Schlüsselbaner gengen Di' ja nix an, dö sixt ja gar net untern Gilet, wohingegen Dei Patschen so aufreizend is. daß ma hindippeln muaß." Mit der Friedensliebe aller beleibten Personen verzichtete Herr Wampachcr auf eine Widerlegung dieser Gründe und schien schließlich gewillt, sein Schicksal in Ergebung zu tragen. Da nahm ihn eines Tages sein Freund Pichler, ein stämmiger Sportfex, beiseite und meinte: Du, Wampacher, hiazt iZ 's höchste Seit, daß D' was geg'n Dei' Wimmerl thust." JessaS, kennt ma' mir schon was an von der Herzverfettung?" fragte der dicke Hypochonder erschrocken. ?fla na, 'oös net." beruhigte ihn der Andere. .b:r Du schaust ja schon aus wia a Schotterwalzen und auf Ja und Nan wirst an Flaschenzug brauchen, wann's Di bewegen willst. Also, hör' mi' an. Wanns D' mir Dei' Ehrenwort gibst, daß D' acht Tag lang Alles thuast, was i Dir sag', so garantir' i Dir. daß D' fünfazwanz'g Kilo abnimmst. 'Willst?" Na. ob i will! Aber Du, net wahr, Du marterst mi net mit Hunger und Durst wia die Doktors. Waßt. dös kannst net von mir verlangen, daß i alser ganzer eintrickern soll wie a Seenigel. Dös vertrag' i net, da pfeif' i liaber ganz auf mei' Leben." Kannst essen und trinken dabei was Dir schmeckt, nur schanzen muaßt. fcaß D'r d' Schwarten kracht. Hast Turnapparate z' Haus, a Neck zum Beispiel?" Naan, aber an sogenannten Ergostat hab' i." Der iZ für die Katz'; lass' D'r zwischen einer Thür a Neck anmach'n. aber g'schwind. Moring wird ang'fangt." Im Schweiße seines Angesichts arFeiide nun Herr Wampacher. überwacht von dem Freunde, auf dem Neck. Nach zwei Tagen band ihm Herr Pichler gelegentlich einer Armwelle die Hände zusammen, so daß der arme Wampacher hilflos an der Stange hing. So bleibst hiazt a paar Stunden," diktirte der Turnmeister. ..Ws halt i not aus," jammerte der Märtyrer. Du muast.' Hast m'r's net derfprochen? Wann D'r's ruhige Hänaen weh thuat, mach' die Welle. Da 'geht die Fett'n pfundweis furt." Nimm mi' awer, mi? thuat schon Alles weh und an Hunger hab' i a. . ." Nix, Du bleibst ob'n und wanns D' Di' net schwingst, so kriagst den Stecken da z' kosten. . . .Wart, i wir' Di' a blffel hutschen eins zwei, eins zwei. ..." Kumm' m'r net nah', i stoß mit fc:.c Füaß nach Dir. Du Willenbache? . . . .awer nimm mi'. fug' i. . . In dlezem Augenvllck kam dieWirthschaskerin herein und meldete, der gleichen angebracht worden sei. E wackle das ganze Haus seit zwei Tagen und er müsse dricgend um Abstellung des Unfugs bitten. Die Transmission bin Z selber," stöhnte Herr Wampacher. Nimm mi' awer, Pepi. Du sixt ja. der Hausherr leroYs net." .Na, wegen meiner." entschied sich
Hausherr habe soeben herauffrag-n lassen, ob denn in der Wampacher'schen Wohnung eine Transmission oder dcr-
Jener, ZZ eh' besser, wann wir die nächsten Uebungen im Freien machen. Wlelot's bei D:i:i' Wort?" Ja, aber anbind'n lass' i mi' nim mer, i mach' schon von selber All's, was D' willst." Guat. Alsdann pack' z'samm'. wir fahr'n am Semmering auffi; da is a zehrende Höhenluft und für Vewegung wir' schon i sorg'n." Der erste Tag aus dem Semmering wird Herrn Wampacher unvergeßlich bleiben. Am frühen Morgen schon weckte ihn sein Freund und trieb den ächzenden dicken Kerl drei Stunden lang vor sich her auf den Sonnenwendstein wie einen Steinbock. Auf dem Rückwege zog der Unerbittliche einen Hammer auS der Tasche, befestigte ihn an seinem Stock und befahl Herrn Wampacher, eine Stunde lang Steine zu klopfen. Befremdet blickten einige vorbeikommende Ausflügler auf diesen sonderbaren Steinklopferhanns. Is a Sträfling." raunte ihnen Pichler zu. Lebenslängliche Zwangsarbeit. ...er hat An' umbracht, und weil er z' dick wird im Kerker, muaß er hiazt a Weil unter meiner Aufsicht da Staner schlag'n." ; Kopfschüttelnd und scheu sich umblickend, gingen die Ausflügler ihres Weges weiter, während der vorgebliche Sträfling wie toll auf die Steine loshieb. Auch diese Stun'oe verrann. Aufathmend setzte Herr Wampacher seine Elephantenbeine nach dem Hotel in Bewegung. Hier angelangt, zog ihn sein Begleiter nach dem Schuppen, wies auf eine Holzsäge und begehrte: So, hiazt wirst no' a halbe Stund Holz schneiden und klein hacken. Daweil geh' i hinein 's Essen bestell'. Bevor's D' net fünf Schelter klein g'hackt hast, kriagst kan Bissen.' Fast weinend machte sich der Unglückliche auch an diese Arbeit. Als er fertig war, sank er beinahe zusammen vor Müdigkeit und Gliederschmerzen. Nur ein ungeheurer Appetit hielt ihn noch aufrecht. Seine Menschenwürde fühlte er erst wieder, als ein umsangreicher, über den Rand des Tellers hinaushängender Rostbraten vor ihm duftete. Kellner, schaffen S' mir noch zwei solche Rostbrat'ln an fllr'n ersten Anprall; nachher werd'n wir weiter reden. Hab' mir's ehrlich verdient." Und der überhängende Rostbraten nebst Beila gen verschwand mit beispiellose: Schnelligkeit vom' Tische. Bewundernd blickte der Tischgenosse auf die stille Mazestät solchen Hungers. Als dcr, zweite und dritte Rostbraten ebenso rasch dem ersten gefolgt waren, wollte sich Herr Wampacher den Mund wischen. Wo is denn mei' Serviett'?" fragte er; i hab's do no' vor aner Weil' alser z'sammg'legter neb'n mein' Teller lieg'n seg'n. Hast es valleicht Du wegg'nommen?" Naan, i hab' die meinige." Alsdann wo is s' denn? Dö muaß mir der Kellner fortg'ramt hab'n." So mach' do' kane solchen G'schichten wcg'n an Serviett', nimm' Dir halt a anders. Aber das kann i Dir sag'n, Wampacher. wann's D' so fort einführst, so is all's umsunst. So war's net g'mant, daß Du glei' dreimal so viel ißt nach der Arbeit. Du kannst net abnehmen, da gehst Du ja mit Pfunden in den Händen von da fort, wia ma' in der Sportsprach' sagt." Ja, mei' Liaber, dös geht net anders. A guater Arbeite? will a sei' Essen hab'n. Neid' mir's net ein!.. . . schau', es d?uckt mi' schon, weil's D' mir's net vergunnst merkwürdi'! Hab' i no' nia g'habt, so a Magmdrucken." Wundern thuat er si' a no'. Drei Rostbratl'n san ja für an Wüstenlew'n z' viel.... und so einischlingen! 272:i' Lebtag hab' i so an Wurf net g'ftg'n." Na, 's wird si' schon setzen," meinte Herr Wampacher und faltete dieHände über den gewaltigen Leib, um sein Mittagsschläfchen zu halten. Allein es setzte" sich nicht. Geaen
Abend verstärkte sich das Magendrücken und nach einer schlaflosen Nacht äußerte der Patient den Wunsch, heimzufahren. Er fühlte sich appetitlos und durch das ungewohnte Drükken im Magen beunruhigt, wolle daher einen Arzt "befragen. Acht volle 2age litt Wampacher an einem .räthselhajien Magenübel, das ihn wirklich um einige Kilo leichter machte. Nach dieser Zeit erholte er sich langsam und erschien wieder im Freundeskreise, ein wenig blaß, mit schlafferen Wangen, doch eßlustig wie zuvor. Was hat Dir denn eigentlich q'fehlt?" fragte man ihn von allen Seiten. Der Doktor hat g'sagt, i hab' was im Maq'n g'babt,' was net cini g'hört hat. Na. die Nostbrateln können's net g'wesen sein. Valleicht, daß'i an Glasscherb'n oder sowas g'schluckt hab'. Uebrtgens. i bin net harb d'rüer, wenigstens bin i ohne die Martere! von Pichler magerer word'n." Mein liaber Blader." nahm dieser mit ernster Miene das Wort, vor mir bist Du in alle Ewigkeit sicher. Ä Mei.l'ch. der in 'der G'schwindigkeit mit die Rostbratl'n 's Serviett' awischluckt, der waß net, von was er (fett wird und soll so bleib'n, wia er is. Gott oseg'n Dir's!" Mit offenem Munde starrte Herr Wampacher den Freund eine Weile an. Dann sagte er ein wenig ungewiß, doch nicht abweisend: Was Dir net ewfallt! Dös is ja net die Möglichkeit. .. .aber wann si' lws Serviett' net g'funden hätt', möcht' i Di' do' bitt'n, daß D'n Wirth nächstens fragst, was's kost't i. ..i zahl's..."
Krietisttuttde.
Viers-ibige lliirtc der Armeen. DeZ Menschen treuester Begleiter. der Hund, hat sehen in längst dahingeschwundenen Zeiten in den Manner mordenden Kriegen gute Verwendung gefunden. In der neueren Zeit haben sich die Franzosen seiner in ihren langwierigen und erbitterten Kämpfen in Algier wie in Tonkin mit ausgezeichnete Erfolge bedient, ebenso wie die Holländer in Atchin und die Russen in ihren letzten Jldzügen. Auch die vorsichtlqste und gewandteste Schleichpatrouille wird von einem dressirten Hunde bet dem Entdecken eines Hinterhaltes weit übertroffen, wie die Oesterreicher, Franzosen und Holländer zu erfahren Gelegenheit gehabt haben. In den Dschungeln von Tonkin und Atchin wäre mancher Posten, manche Patrouille den im Hinterhalt lauernden Eingeborenen zum Opfer gefallen, wenn die Soldaten in ihren dressirten Kriegshunden nicht unubertreffliche Kundschafter gehabt hätten. Die Schweiz hat sich die guten Eigenschaften des Hundes ebenfalls zu Nutze gemacht und hält in dem Fort Fonds h BoZco, welches zur Vertheidigung des St. Gotthard-Passes Äber Airolo dient, eine Anzahl von Hunden, welche die Wachen nach vorgeschobenen Posten begleiten. Daß diese Thiere sich zum Botendienst im Gebirge vorzüglich eignen, wissen die Schmuggler in den Pyrenäen langst und in unserem eigenen Lande, und zwar in den Bergen von Virginien und West Virginien, haben Mondscheinler in neuester A?it solch: vierfüßigen Patrouillen zum Schaden der Bundesbeamten mit vorzüglichem Erfolge verwendet. Teutschland. Auf dem Marsch. Die neuesten Versuche, welche in Deutschland, Frankreich, Oesterreich, Nußland und Italien hinsichtlich der Verwendung von Hunden im Felde angestellt wurden, haben so vorzügliche Resultate ergeben, daß sie zu ständigen Älliirten dcr Armeen dieser Länder cc 1 v r 1 l. ri maaz: woroen sino. er uno 111 ein ausgezeichneter Wächter ; er warnt' vor einem feindlichen Hinterhalt, be--scrde?t Botschaften wie Munition, ja er bringt den Verwundeten Erquickung 'und Hilfe. Schäferhunde, besonders solche von schottischer Race, und glattpaarige Jagdhunde eignen sich am besien für militärische Zwecke, doch benuten die Franzosen auch den Pudel und Terrier. Die Deutschen ziehen die arauen Schäferhunde vor. weil diese Äußerst gelehrig und sehr stark sind. während die Oesterreich mit Vorliebe die Schotten benutzen. Im Großen und Ganzen lassän sich die Thiere für ihren militärischen Dienst ohne große' Mühe dressiren, denn sie besitzen außer ihrer gronen Intelligenz einen sehr scharfen Geruch und Orientirungs-. Zinn : besonders werthvoll werden sie durch ihre Ausdauer, Treue und Anhänalichkeit, die sie mcht nur für ihren eigentlichen Herrn, sondern für ein ganzes Regiment an den Tag legen. Nußland. Auf Posten. Als der beste und erfolgreichste !Traireur von Kricgshunden in der französischen Armee gilt der Lieutenant Jupin, und in Oesterreich der Thiermaler Jean Bungartz, während, die deutschen Jägerbataillone in ihren Jägern von Fach zahlreich: ausgezeichnete Lehrmeister haben und in Italien solche den Bersaglieri entnommen werden. Für den Kriegsdienst werden,' bei sonst gleichen Eigenschaften, Hunde von dunkler Farbe vorgezogen, da diese weniger leicht vom Feinde entdeckt werden können. Vor allen Dingen muß der Hund die Uniformen aller wahrscheinlichen Feinde kennen lernen. Diese Dressur erfolgt auf Grund des allgemein: Princips, daß der Feind ihn grausam behandeln und das 'Thier sich deshalb unbemerkt an ihm vorüberZuschleichen versuchen würde. In der deutschen Armee versäbrt man deshalb Zn folgender Weise. Mehrere Soldaten werden in französische und russische Uniformen gesteckt, worauf die PfeudoFranzosen und Pseudo-Russen in jeder, nur denkbaren Weise den Hund reizen' und ihn in den fremden Sprachen anschreien müssen. Ist das Thier in die höchste Wuth versetzt, dann erscheinen
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lniZi öc2t:n, w?lÄ? es liebkosen U7-d ih. Fleischstücke gebn. In solWeise lernt der Hund die erste Lecx::n oöne große 5Jfiihe. Bedeutend schwieriger ist die zweite Lection. Dieselbe besteht darin, daß der Hund lernt, nicht durch Bellen, sondern durch Erheben der Pfote vor einem nahenden Feinde zu warnen. Würde der Hund laut bellen, dann würde er ja zumVerräther des eigenen Herrn werden. Allmälig begreift er, auch seine zweite Lection und mit leisem Knurren zeigt er an, daß sein scharfes Ohr einen Laut oder Fußtritt gehört hat.
Frankreich. Auf Patrouille. Der Kriegshund muß ferner den Patrouillendienst lernen. Um Meldüngen von den Vorposten nach den Feldwachen zu befördern, wird er mit einem leichten eisernen Halsband versehen, das die Negimentsnummer aufweist und an welchem sich ein kleiner Beutel befindet. Sobald der Letztere die Meldung aufgenommen hat, erhält der Hund den leise geflüsterten Befehl und fort geht es. In grader Linie soll der vierbeinige Botschafter nach seinem Bestimmungsorte eilen, allein das lernt er schwer, denn von Natur neigt er dem Umherstreifen zu. Allein seine Schnelligkeit macht diesen Fehler wett und sollte er wirklich von einem Feinde gesehen werden, so würde derselbe sich doch zweimal besinnen, ehe er einen Hund von der Stärke eines Wolfes angreift. Bei Schleichpatrouillen in das Vorterrain leisten die Hunde ebenfalls vorzügliche Dienste, denn ihr scharfer Geruch wittert den nahenden Feind und ihr feines Gehör vernimmt den leisesten Fußtritt, lange bevor der Soldat dies vermag. Bei den franzöfischen Manövern in der Umgegend von Tours, die im Jahre 1890 stattfanden, hat man die Hunde auch zum Befördern von Munition benutzt und ermittelt, daß ein großer Schäferhund 500 Patronen ohne jede Anstrengung und mit großer Geschwindigkeit in oie Vorpostcnkette befördern kann. Versuche, welche hinsichtlich der Schnelligkeit von Brieftauben, Hunden, Reitern, Zweirad- und Dreiradfahrern angestellt wurden, ergaben, daß die Tauben zum Zurücklegen einer bestimmten Entfernung 5:50 Minuten gebrauchten, die Reiter 7.57, die Hun 8.03, die Zweiradfahrer 9.15 und d.e Dreiradfahrer 10.40. .M Im Ambuianzdieilst. Nicht geringer Mühe bedarf es. um dem Hunde die Furcht vor dem Knall eines Schusses abzugewöhnen. Hat er sich aber mal erst an das Knattern und Krachen gewöhnt, dann hält er vorzüglich Stand. Alles in Allem genommen, dauert es sechs bis acht Monate. bis ein guter Hund für den vielseitigen Krgsdienst abgerichtet ist ; daß man nur junge Thiere, die hochstens acht Monate alt sein dürfen, zur Dressur nehmen kann, erscheint wohl selbstverständlich. Außer in den geschilderten Dienstleistungen sollen jetzt auch Hunde im Ambulanzdienst benutzt werden, ähnlich wie sie auf dem St. Gotthard-Hospiz seit undenklichen Zeiten Verwendung finden. Zu diesem Zweck wird am Halsband des Thieres ein kleiner Behälter mit Brandy oder stärkender Suppe befestigt. In diesem Dicnstzweig muß der Hund lernen, durch laut.es Bellen den Krankenträgern und Begleitmannschaften der AmKulanzen das Auffinden eines Vermündeten kund zu thun ; oft wird ein Leichtverwundeter, der vor Erschöpfung nicht weiter kann, aus dem Behälter sich genügend erfrischen können, um sich fortzuhelfen. In der Dressur von Hunden für diesen Dienstzweig haben besonders die russischen Jäger ausgezeichnete Resultate mit Wolfs- und Schäferhunden erzielt. Das Abrichten geschah in der Weise, daß eine Anzahl von Soldaten sich in coupirtem Terrain, das mit dichtem Unterholz bestanden war, mit dem Gesicht auf die Erde legte, worauf die Hunde auf die Suche geschickt wurden. Hatten sie 'inen Mann gefunden, so wurde ihnen beigebracht, eine Vorderpfote auf dem Körper haltend, so lange zu bellen, bis ondere Soldaten herberkamen und das Rettungswerk Vollendern. Ungefährlich. A.: Wie. der Kleinigkeit halber wollt ihr Euch . . r - 'y.if ... m nen uns von der Jagd aus
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ouemcen. 10 leiaziserNZ i.em eoen auf's Spiel zu setzen.- B.: Nun, so schlimm ist's aerad: nicht, wir len-
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Sin Fcrvinans unkel. Es war ein Winter wie der heurige. mild und feucht. Ein kleines Häuflein Heidelberger Studenten waren wir aus Geldmangel in den Armen der Alm mater" zurückgeblieben, hatten die Weihnachtsfeiertage bei Skat und Trunk verbracht und beriethen nun im Waldhorn ob der Brück-, wie das Neujahr am Besten anzufangen sei. Alberich. unser kleiner Archäolog? blickte sinnend zum Fenster hinaus. Aus dem Neckar dampften Nebel und hüllten die gegenüberliegenden Kuppen in weichen blauen Duft. Auf der Molkenkur!" wirst Alberich hin, unsere Frage zu beantworten. So ein Vorschlag wird nie ohne Protest aufgenommen, denn Studenten theilen sich' ihrer Individualität nach stets in drei Gattungen: jugendliche Schwärmer, phlegmatisch? Bierseelen und trockene Streber. Die letzte Gattung war, in unserem Kreise nicht vertreten. Es erhub sich also ein Streit zwischen den beiden Ersten. Die Schwärmer stimmten dem Alberich begeistert zu. die Aud:'.i schalten, daß man zu solcher Jahreszeit in die kahlen Bergen klettern sollte. ES wäre hier unten feuch: genug. Die Bierseelen werden überstimmt. Wir brechen auf. Es ist gegen drei Uhr. Wir gehen am Neckar entlang. Auf den Wassern wogt der Nebel gleich weißen, verführerischen Nizenleibe?n hin und her; ein süßes Murmeln und Rauschen klingt aus den Wellen, geheimnißvoll, zauberisch. Nun gehts über die alte Brücke und dann in die Berge. Bunte feuchte Blätter bedeck- . . m c c ten in MaK oen 2000m uno cm schwerer Duft von verfaultem Holz und Laub steigt auf. Durch die kahlen Bäume blickt lächelnd der blaue Himmel. In? Steigen wirdi uns behaglich warm. Bis wir die nebligen Berg gipse! erreicht haben, fühlen wir den Mantel als eine Last. Endlich kreuzen wir die Zahnradbahn auf die Molkcnkur und steigen am Hang rn me Höhe. Dort oben winkt das gastliche Haus mit seiner schönen Glashalle, von wo der Blick weit hinaus in das Neckarthal schweifen kann. Was werden wir dort oben bekommen? Die Saison ist längst gcschlossen. Seinen Heurigen hat der Wirth im Keller und vtum auch zu einem steifen Grog." meint Alberich. darauf können wirs wagen." Der Wirth war nicht wenig erstaunt, als er uns am letzten Tag des scheidenden Jahres auf sein Haus steuern sah. Aber wir waren beliebte Sommergäste und deshalb ließ er unö mit frcundlichem Gruß ein. Ein echter Studentenstreich," sagte er, aber ich bin auf etwas Achnliches gefaßt gewesen. Sie treffens gut...... Ein Gläschen Neuen zum Zu. spitz?" Nechtschaffen!In der Halle war's zu kühl, wir folgten unserem. Wirthe in ein kleines intimes Kneipzimmerchen, und bald faßen wir am weiß gedeckten Tisch und vor uns perlte in hoher, geschliffener Karaffe der goldige Wein, kaum ausgegohrener Most von diesem Jahre. Wollen di: Herren das alte Jahr bei mir schließen?" fragte der Wirth. Nicht allein das, wir wollen auch das Neue beginnen, und zwar mit Punsch, wenn Sie haben." Alles da, alles da Aber..... die Herren " Nun was denn?- fragten wir ungeduldig. Die Herren können doch nicht in der Nacht hinuntergehen und Betten haben wir nicht." So zechen wir bis in den. Tag." Und ich alter Mann soll auch so lange wach bleiben Nein, nein meine Herren. daS geht nicht....." Dann geht schlafen, guter Mann." sagte Alberich mit Pathos. Wir finden uns schon hinunter. Uns leuchten die Sterne, wir fürchten weder Steig noch Stumpf, weder Fels noch Schlucht!" Und der Schawinsky treibt doch auch fein Wesen nicht mehr in den Bergen." warf einer hin. Der Schawinsky?! Nein." Hat es nie gegeben!" Irren Sie sich nicht meine Herren, es hat einen Schawinsky gegeben, ich weiß das besser." Diese Worte waren nicht vom Wirth gesprochen. Hinter ihm stand ein Fremder, eine hohe aristokratische Gestalt zwischen Fünfzig und Sechzig. Sein langer Schnurr bart war eisgrau und hing bis auf das dunkle Sammetjaquet herab. Die Nase war lang und stark gebogen, das Gesicht tief gebräunt und die schwarzen Augen blitzten durchdringend unter den buschigen Brauen hervor. Der ganze Kerl hatte etwas Satanisches. Der Wirth erschrak über den seltsamen Gast. Aber da bestellte er ein Liter Wein und mit einem leicht hingeworfenen: Wenn die Herren gestatten," setzte er sich an den Tisch. Ich. bin von Neckargemünd über das Gebirge herübergekommen, eine verrückte Idee, ich weiß es, aber was thut man nicht alles, um die Zeit todtzuschlagen. Ich laufe gerne, und die Jahreszett ist mir kein Hinderniß. Eigentlich wollte ich direkt hinunter, aber da mich die Nacht überraschte und ich hier Licht sah, trat ich ein. Es ist Ihnen doch nicht unangenehm?" Im Gegentheil Aber Sie noUicn vom Schawinsky....?" .
; ,5a! Den hat e3 gegeben und gibt ihn vielleicht noch, wer weiß?!" ' Sie kannten ihn?" Gut. so gut wie mich selbst. EZ sind jetzt reichlich zwanzig Jahre, so vor und nach dem Kriege machte er das Gebirge unsicher. Er mochte vielleicht damals Ende der Zwanzig. Anfang der Dreißig sein. Warum sollte er nicht mehr leben, irgendwo in Nußland. Er müßte jetzt Mitte der Fünfzig sein; gewiß noch ein ganz schönes Alter, um das Geld, das er hier mit Dolch und Pistole verdient, in Nuhe zu genießen?!" Was war er denn eigentlich? Erzahlen Sie doch!" . Von Geburt war er ein ruthenischer Graf, hier im Gebirge trat er auf halb Karl Mocr, halb Schinder-hannes."
' Jetzt kam der Wirth mit dem Wein. Der räthselhafte Fremde schenkte sein Glas voll und leert: es auf einen Zug: Ach. das thut wohl. Lange, lange habe ich diesen Genuß entbehrt. Dieser Schawinsky spottete allen Bemühungen' der Polizei. Und warum? Weil ihn keine? kannte. Es war damals eine Panik im Gebirge. Irgend ein eleganter Herr begleitete eine Dame. zeigte ihr zufällig die Schönheiten des Heidelberger Schlosses und pl'ötzlich an eine? abgelegenen Stelle forderte er ihr galant Uhr. Juwelen und Portemonnaie ab. indem er mit einem kleinen. scharfen Dolche spielte. Hatte er sein Ziel erreicht, so küßte er der Erschreckten die Hand und sich höflich verbeugend, nannte er seinen Namen: Fedor v. Schawinsly". Ehe sich die Bcrbluffte von ihrem Schrecken erholt hatte, war er verschwunden, als ob ihn der Wind weggefegt." Gemeiner Kerl!" sagte ich und stieß mit dem Fremden an. Aom anderen Ende des Tisches rief ein Kamerad Pros't Herr Schawinsky." Pros't. antworte der Fremde, und :n seinen dunkelen Augen blitzte es seltsam auf.' Ich hätte darauf geschworen, daß es der Näuberhauptmann selbst war. Und nun erinnerte ich mich der Erzählungen meiner Mut ier. Sie war ihm auch einmal im Gebirge begegnet, aber es kamen sehr bald Menschen, so daß er sich zurückzog; selbstverständlich hatte er üch Nicht vorgestellt. Aber ihre Beschreibung von dem Acußcrcn des gefährlichen Näuöers paßte auf unseren Tischgast. l'nd warum auch nicht, warum sollte er nicht fcon da irdengwoher in Rußland nach einem Vierteljahrhundert nach Heidelberg kommen, es kannte ihn ia doch Niemand mehr hicr." Ganz gemeiner Bandit war er doch." rief mein Nachbar jetzt wieder. .Nein, meine Herren, das war er nicht, er war ein durchaus edler Näuber. cr führte Krieg mit der Gesellschaftsordnung und schützte die Armen; er war fo ein Stück Socialist. Wenn er einen reichen Engländer gerupft oder mit vieren aus seiner weit verbreiteten Bande einen Postwagen überfallen hatte, wurde immer ein großer Theil an die Armen verschenkt. Deshalb war cr auch nicht zu fassen, weil ihn die ärmere Bevölkerung schützte. Wissen Sie, daß ich eine ganze Anzahl Männer in hohen Stellungen kenne, die Schawinsky hat studiren lassen. Sie kennen heute ihren Wohlthäter nicht, denn er näherte sich ihnen stets unter falschem Namen." Prost; Schawinsky soll leben!" riefcn wir Alle zugleich. Er war nicht nur der Schrecken, sondern auch der gute Geist des Gebirges. so ein Stück Rübezahl, halb Kobold. halb Engel." Meine Herren, unterbrach jetzt der Wirth das Gesprach, wenn Sie jetzt Punsch trinken wollen, das Waper kocht." Und wie," rief Alberich, immer anfahren." Bleiben Sie noch lange hier oben? fragte der Fremde und sah nach dcr Uhr: Es ist bereits halb zwölf, und je mehr Sie trinken, desto schwerer sin den Sie den Weg." Ach was. den Berg rollt man ja nur so hinunter," meinte Alberich, und das neue Jahr muß man doch wenigstens - erwarten." Damit war der Punkt erledigt. Und als der Kuckuck in der alten SchwarzWälder zwölf rief, stieß man an auf Glück im Examen und Gesundheit und langes Leben. Der Fremde war auffällend ruhig geworden. Schon eine ganze Zeit hatte er nichts mehr getrunke::. Mein Nebenmann flüsterte mir zu: Du, dcr Schawinsly will sich einen kalten Kopf halten." Wozu? Etwa um ein paar Studenten, die nichts haben als Durst, zu überlisten? Glaub' das nicht. Der Räuber hatte ja auch seine guten Seitcn. vielleicht ponirt er etwas." Als ob der Räthselhafte meine Flüsterworte gehört hätte, rief er dem Wirth zu: Haben Sie Sekt im Keller?" Gewiß. Herr!" 'Nun. dann bringcn Sie einen KorÜ herauf. Ich will mit Herren noch einmal anstoßen." Wir saßen noch lange beisammen; endlich drängte uns der freundliche Wirth hinaus. Haben Sie keine Ängst." sagte er. cs ist sternhell." Es. war eine herrliche Nacht; ein weicher feuchter Duft stieg aus den Wäldern auf. und im Thale schoß ein matter Lichtstreif hin, der Baseler Schnellzug, sonst belebte nichts die Nacht. Punsch und Sekt thaten ihre Wirkung, wir sangen und jubelten; der Fremde schritt gelassen vorauf. Wollen wir nicht in den BärenZwinger hinuntersreiaen," fragte er, ich zeige Ihnen .dann den Schlupfwinke! Schawinsky, es weiß ihn außer mir Niemand. . . , u
Ein S!e!nlauz flog schreiend auf,' pnd sein Schatten huschte riesengestal!iq über die Schloßrume. Wir kletter-, ten immer tiefer hinunter und machten endlich vor einem verfallenen Keller Halt. Der Fremde zeigte auf eine vermauerte Bresche: Hier ging es hin-, ein, hier hatte er sein Absteigequartier eingerichtet." Tausend Fragen hatten wir noch' an den Fremden zu richten, die er allemit der größten Liebenswürdigkeit be antwortete, ehe wir aus dem dunkelen Bärenzwinger die schlüpfrigen Treppen hinaufstiegen. Es war früh vier Uhr, als wir in Heidelberg durch das Karlsthor marschirten. Der Fremde zog die Uhr ; wer weiß, wem die früher gehörte, dachte ich. denn ich war sicher. 'daß wir
es mit dem Schawinsky zu thun hat-, ten. Meine Herren. Ihre Gesellschaft, war mir sehr angenehm. Leben Sie. wohl, ich gehe nach dem Hotel schlaf . sen." Adieu. Her? von SchswinSry. rief ich jetzt und reichte ihm die Hand.! Meinen Sie?" sagte er jovial lä chelnd. Dann zog er höflich den Hut: Mein Name ist Schmidt, Liquor. fabrikant ausEssen." Tie Hüte Napoleons. Von sämmtlichen Kopfbedeckunaen', Napoleons des Ersten sind nur noch neun authentische Hüte vorhanden, und zwar vertheilen sich diese neun kaiser-. lichen Couvre-chefs" auf folgende Persönlichkeiten, resp. Sammlungen.' Madame Cloite, Enkelin des Herr, Giraud. Generalthierarztes der Zarser-. lichen Armee, besitzt tinta Hut, welchen? ihr Großvater in der Schlacht von Marengo aufraffte; Napoleon hatte, ihn während eines schnellen Gallops; fallen lassen. Das Pariser Museum, der Artillerie. Herr Morel in Rerms.der Schlachtenmaler Armand Duma resq. das Museum in Gotha, der' Prinz Victor Bonavarte. Herr Po, nard. Kaufmann in Lyon, imd Herr Gerome, Mitglied der Akademie, zäh-; len die übrigen Hüte Ixs großen Kai fers zu ihren Heiligthümern. Daß' hinter dem San,: des kleinen Corvo-! ral" im Inalid.7ndom in einem durch brochen gearbeiteten Ncllqu:eivasteir 'der Hut aufbewahrt wird, welchen der? Imperator bei Eylau trug, ist 'denBesuchern der Seinestadt bekannt. Diese, sämmtlichen Hüte messen von einer Spitze zur anderen 44 bis 47 Cent!-: meter und sind 25 bis 26 Eentimeter hoch. Eine Ausnahme hiervon macht! der zuerst genannte Zweispitz, welchen' Madame Cloite besitzt. Er ist viel länger. 53 Cent'rmeter von einer Spitze zur anderen, dafür aber um vieles niedriger. Seine Höhe beträgt nur 20 Centimeter. D i e s ch L n e r e S e i t c. j. d ;-. f- -5 k.A w A.: Ich finde es höchst unve'.lchamt vonJhnen, daß Sie mir den ganzen Abend den Rücken zeigen!" B.: Pardon, werde mich gleich umdre hen!" A.: .Ach.... bitte.... drehen Sie mir doch lieber wieder den Rücken zu!" Aus der JnstruktionZ-' st u n d e. Unteroffizier: Was geschieht also, wenn der Herr Hauptmann zu Euch in'S Zimmer tritt? Nun. Huber? Rekrut: Er schimpft. Das naseweise Kind. Die kleine Elfe: Was ist denn das für ein großes Haus?" Vater: Eine Kaserne, mein Kind." Else: Was ist das. ein: Kaserne?" Vater: Da liegen Soldaten drin." Else: Warum liegen denn die Soldaten. Papachen?" Vater (ärgerlich): Weil die stehenden Heere zu viel Geld kosten." Kasernenhofblühte. Un- ; ierofficier: Schulze, mein Süßer, für ' Sie wüsst' ich auch was Besseres, alsSoldat mimen. Jchen S: nach Hin ? terindien uffd stellen Se sich da einem ?-deriebigen kinderlosen Rhinozeros vö: mein Wort druff, et adoptirt Se uff der Stelle." ... ... - . . 1 1
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