Indiana Tribüne, Volume 17, Number 137, Indianapolis, Marion County, 4 February 1894 — Page 10
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Jttdiann Trwtttte. d 11 e. Lndianavolis, 3nd., 4. Februar '91. In dsr Ällla eineö (?mporkömm littgs. Jüngst begegnek ich Frau neöst uräulein Tochter freun Sh:ppmg". Leide waren soeben einem Coupe eutstiegen und standen im 'griffe, eines V-ii eleganten Confektionsgeschäfte in ht Avenue zu betreten, wo lz-utzutage nach Ansicht i?r vornehmen Welt Alles weit besser und moderner zu finden ist. als anerZwo. Die tonLnaebende Welt ist nun einmal dieser Ansicht, und die große Masse läßt sich eben von dem tonangebenden Elemente leiten. So ist es heutigen 2ag.es,' so war es schon vor vielen hundert Iahren. Ein kurzes Gespräch über irgend ein nichtssagendes Thema schloß Frau mit der Bitte an mich, doch einmal dcn neue Wohnung in der Straße beschauen zu wollen. Yes, please, do call !" fügte das Fräulein Toch' ter mit. leichtem deutschen Accent hinzu. Und so trennten wir uns,- nachdem ich meinen Besuch angesagt hatte. Frau ist, die Gattin eines wohlhasenden Mannes, der sich kaum mehr des Dörfchens zu entsinnen vermag, wo einst seinö Wiege gestanden. Er hört es gern, wenn man ihn zu den self.rnade raen zählt, , zu jener Ga laxie von Männern, aus der sich so Mancher herauswünschen würde, wenn sich Jemand der Mühe unterziehen wollte, genauere Nachforschungen über diesen seIfmaclelJoöu3 anzufallen. Aber heutigen Tages freist man nicht mehr darnach, wie' ein Mensch zu Reichthum gelangt ist. Man. ist nicht mehr so neugierig wie ehedem. Das Faktum, daß man reich ist, genügt, alles Andere ist unbedeutend. Frau ist stolz auf ihren Gatten, denn er ha! sie in den Stand gesetzt, vornehm zu leben und nobel auftraten zu können. Sie macht mit einem mäßigen Anhang ein großes Haus im aristokratischen Viertel, und wenn 'auch ihr ganzes Westn die deutsche Abkunft verräth, so b:reit:t es ihr großes Vergnügen, für eine Amerikanerin gehalten zu werden. Das deutsche Idiom ist ihr im Lauf.: der Zeit abhanden gekommen, das englische hat sich noch nicht so recht eingestellt und so macht sie sich in der Eonversation der gröbsten Sprachverstöße schuldig, die FräuKin Tocb,r nicht selten schier zur Berzweiflung bringen. Dazu kommt nun noch der Familienname, dessen Ausspräche der amerikanischen Zunge erheblichc Schwierigkeiten bereitet und der nicht selten Anlaß zu großer Heiterkcit gibt. Dafür kann Frau freilieft nichts, auch Herrn ist darob kein Borwurf zu. machen. Und was das blonde Fräulein vom Hausö anbelangt, so sind deren Bemühunzen, iüren Vater zu einer Namensänderung zu bestimmen, bis jetzt noch resultatlos geblieben. Man kann sich eben nicht so leicht entschließen, einen Namen, sei er auch noch so vertrackt, fallen zu lassen, denn ganze Generationen hängen dran, und in manchem Grabe geht eine Umdrehung vor sich, wenn sich beispielsweiss ein Herr Himmelreich" in Mr. Heavenrich" umtaufen läßt oder wenn ein Herr Kümmelfeld" sich eines Tages als Mr. Anisfield" präsentirt. 5'ein, zu einer Umtaufe hat sich Herr !is jetzt noch nicht bestimmen lassen, und das' rechne ich ihm um so höher an, als seine Tochter in anderen Stücken einen bedeutenden Einfluß auf den errn Papa ausübt. Herr ist Rentier. Sein einstiges Geschäft ist in zuverlässigen Händen. Dann und wann sieht Herr nach, ob Alles noch beim Alten ist. Dann gleitet die runde, volle Hand über das runde, volle Väuchlein und die ganze Personlichkeit nimmt das Air vollkommener Selbstzufriedenheit an. Das ist, kurz skizzirt, Herr . Seine Landsleute find ihm etwas gram ; sie beneiden fön ob seiner Wohlhabenheit. Neid und Mißgunst sind nun einmal charakteristische'Merkmale des Deutschen, ter gesammten deutschen Nation, und bei den Deutsch-Amerikanern treten diese beiden Merkmale ganz besonders prägnant zu Tage. Leser, hast Du schon einmal einen Deutschen angetroffen, der seinen Landsmann nicht beneidet, .wenn es diesem etwas besser geht als jenem ? Nein ? Nun, ich auch nicht. So ist es denn auch kein Wunder, daß Herr noch immer das Haus- oder Stammtischzespräch seiner Landsleute gewesen. D e n guten Fetzen möchte ich seben, den man an ihm schon gelassen hätte ! Und wenn Alles wahr wäre, was man sich über Herrn erzählt, so würde dereinst der Teufel sich weigern, seine Seele in Empfang zu nehmen. Nein, ist weit besser als sein Nuf'ilber protzig ist er, sehr protzig, und das verstimmt seine Landslüifc noch viel mehr. Ich eiß nicht, ich freue mich im mer,f,wenn mir der Zufall einen Protzen' tir den Weg führt. 'Eine prächtigere Gelegenheit zu eingehen deren physiologischen Studien ist gar nicht denkbar. Protzen sind alle über Einen Leisten geschlagen. Der Protze in Berl'.n sieht genau so aus wie der in Ost-Afrika. der in Brasilien genau so wie der in Amerika. Sie Alle wissen sich mit dem slfniade.9ttmbu zu umgeben; sie haben odne Aus nähme ein wohlgenährtes Aussehen, haben zumeist ihre Vergangenheit vergenen, tragen eine goldene Uhr nebst schwerer Kette und Medaillon, und auf ihrem Gesichte glaubt man - die Frage lesen zu können: .Was olauben Sie wobl. was ich wertb
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bin?" Ohne Ausnahme kragen ste den Kopf hoch! Kunststück, wenn man nicht schwer daran zu tragen hat! In Gesellschaft belieben sie bald den Geschwollenen, bald den Herablassen.den zu spielen. TaS richtet sich ganz nach der Sphäre, in der sie sich gele gentlich bewegen. All' die ausge.hlten Eigenschaften vereinigt Herr in sich, dessen HauS ich soeben be treten habe. Charmante Villa im Citeen Ann" Stil! Durch einen sorgfältig ne pflegten Vorplatz gelange ich zur Freitreppe. Tie.Facade des Hauses, hat etwas Einladendes, etwas Vor nebmcs unter allen Umständen. Ein halbes Dutzend spitzengardinenver bängter Fenster lacht mich an. Im Sommer muß es hier herrlich sein. Jetzt ist Alles grau, soweit das Auge reicht. Hier reiht sich Villa an Villa. Stil wechselt um Stil, keine Spur architektonischer Monotonie. Hier langweilen einen die Menschenwoh nungen nicht, denn jede hat ein an
dres Aussehen. Es ist ein Wochen tüg, und doch herrscht allenthalben Sabbath Stille, jene Stille, die dem Vogel das Lied in der Kehle ersticken löfct. Alles scheint sich auf den Fußspitzen zu bewegen, sogar Hunde und Katzen.- Jedes Wesen hat eine fchlei chende Bewegung. Man meint. Alles schicke sich zu einer Trauermesse an. T-er jähe Aufschrei eines Kindes wurde mich mit Freude erfüllt haben. Welch eine kinderlose Gegend !.... Ich habe den Knopf des elektrischen Klingelzuges . berührt. Leise öff net sich die Thür. Kein schmuckes Dienstmädchen mit vor Ausregung geröteten Wangen steht dahinter. Cnt täuschung No. 1! Ich stehe im Entree oder Vestibül. Störende Ueberladenheit mit Luxus gepaart. Meine erste Begegnung ist mein Spiegelbild. Alles weich und ge schmeidig, duftig und duftend! Ba ron Hirsch oder Rothschild könnten hier ungenirt wohnen. Eine gewun dene Treppe mit herrlicher Kunst schnitzerei bannt mich an Ort und Stelle. Dann eine Diana aus Bronce, die ich mir etwas ästhetischer gewünscht hätte. Man kommt! Die Tochter des Hauses eilt mir ent gegen. Begrüßung und Geleit in den vorderen Salon, den Fräulein bezaubernd front parlor" nennt. Entschuldigung? - Gestammer wegen Nichtvordereitetseins. Hat nichts zu sagen! Mama ist am Wüschezählen! Wir waren gestern Abend zu einer Gesellschaft geladen. Spät heimge kommen. Müssen mein Aussehen entschuldigen. (Blick in den Spie gel.) Nicht wahr, Sie entschuldigen einen Moment? Werde Mama Ihren Aesuch anmelden!" .Bitte, lassen Sie sich nicht stören! . Halte Umschau ! Hier könnte ich es auch aushalten ! Ein vornehmes Heim ohne vornehmen Geschmack! Was würden die guten Bauern von fasien wären sie mit mir zum Besuche hier? Qelbild reiht sich an Oelbild, Stich an Stich, kostbarer .Bric-a-brac"" auf prächtigen Consolen. Aber wie überladen, wie unsymmetrisch! Deutscher Michels Du bast hier mehrere Todsünden begangen! 2 ii veilen'znest Dich nicht bei der Farbenzusammenstellung. Hellblauel Tapeten mit Silberarabesken und dunkelgrüner Teppich! Ich meine der Himmel habe, sich über ein Spinatfeld herabgesenkt. Eine Venus von Medici hat als Pendant einen schottischen Hornbläser, eine Siztinische Madonna coquettirt mit einer Rheinlandschaft, und darunter tändelt eine Leda mit dem lüsternen Schwan. Pfui. Leda. wer wird in so keuscher Umgebung so öffentlich tändeln? In einer Sevres-Vase steht ein Strauß Kunst rosen! Das ist plebejisch! Kunstrosen, wo Herr in unmittelbarer Nähe seiner Villa ein Treibhaus oesltzt. Ein geflügelter Merkur vor dem die Dirndln in verschämt die Augen niederschlagen würden, schwebt über einem Aquarium, er, der Gott des Handels und Wandels, neben einem St. Georg im Kampfe mit dem Drachen. Wie Herr nur zu dieser Blumenlese aus der Mythologie ge kommen sein mag? Das reinste Statueiten-Cabinett. Madame tritt ein, die Frau des Hauses. Ach, wie schön, datzSie gekommen sein! Nicht wahr. Sie han gewiß etwas Vornehmeres erpektet, aber unsereins kann nich nur so das Geld nauswerfen. Geh, Kmd, spiel dem Herrn etwas vor! Was halten Sie von unserem Peiano?" Ich gestehe, ich hatte das das Klavier nicht wahrgenommen. Ja, meine Tochter hat Gefühl for Musik! Sie sagen's Alle. . Sie nimmt wöchentlich drei Lessens und jede Lessen kostet uns einen Dollar. Da muß man halt saven! Spielen Sie auch Peiano? Bedaure, nein! Fräulein ziert sich anfangs, spielt aber schließlich den Walzer von der schonen blauen Donau zu .eurem Dollar die Lessen" herzlich mangel haft. So, jetzt will ich Ihnen aber a Mal unser Leibrie zeigen! Sie wissen, mein Mann halt gar viel auf Klassisches. Sehen Sie her!" Ich trat ein. Em trautes, halokrelsfor miges Gemach, an dessen Wänden die qebuchte Wissenschaft bis in's Un endliche zu steigen scheint. Auf einem Tische liegen Karten und Pläne, die ein mächtiger Mobus überschattet Humboldts Büste steht neben der Göthe's und zwischen Beiden scheint sich eine Tintenflasche zum Rapport melden zu wollen. - Ern Pack Zeltungen wartet darauf, gelesen zu werden. Auf einer Chaiselongue liest ein Ti gerfell ausgebreitet, dessen einstiger und rechtmäßiger Eigerthumer Benaalen seine Heimath nannte. Ter aus gestopfte Tigerkopf würde Manches über seinen jetzigen Herrn zu erzählen haben, wenn er svrecben könnte.
vt ichn?eig: lieber. Vas ist vcrnünftia. alter Kopf! Man muß nie aus der Schule plaudern, auch nicht aus der seines Herrn! Schauen Sie, hier arbeitet mei Mann jeden Abend. Wenn er müde ist, legt er sich auf's Fell ich meine auf das Taiger"Fell O mei Mann hat viel gelernt, aber natürlich, wenn mer alt wird, vergißt mer halt viel. Dort die Bücher hat er alle geschtudirt. Der HumBoldt ist sein Lieblingsdichter und in Lessings Naturgeschichte weiß er besser Bescheid als a mancher Mann, der mehr Lerning hat als er. Ich mein als immer, mer könnt in seiner Jugend gar net genug Lerning habe. O mei, ich han als oft zu meiner Tochter gesagt: Du mußt dir Lerning aneignen. nachher bist immer respektirt. Geh. Kind, spiel dem Herrn noch so a Sinnfamie vor. Wie heißt sie gleich? Oh, ma, you mean Scliumanna Reverie?" Ich glaub', ja!" Fräujein spielt 'nun Schumanns Träu AM I l .
jnerei. :cn meinte, oes onyeroen Geist müsse erscheinen und der kleinen Blondine ein donnernd Halt!" gebieten. Aber die Todten sind leider am t'ödtesten", wenn man ihrer nothwendig bedarf. Schumanns Geist erschien nicht, und seme Träumerei wollte kein Ende nehmen. Der Pappe kommt! unterbrach plötzlich Frau die Stille nach der lärmenden Träumerei". In der That er kam vom Stalle her und trat hüstelnd em. Geh, Alter, putz Deine Stiefel ab! Mer kann Dir nit immer mit dem Wischlappen nachlaufen!" Why Ma!" fiel hold Töchterlein ein und warf einen Blick voll Beschämung bald auf Mama, bald auf mich. Dann ließen mich Beide mit dem Papa" allein. Nicht wahr, feine Laibrie!" Ja. die Lerning eines Menschen ist dessen höchstes Gut. Was wär ich mit all mei'm Geld ohne meine Bücher! A gute Lerning ist ' die beste Aussteuer, die man semen Kindern mitgeben kann! Bin gerade am Heine. Der Mann war a Jud, aber er gefallt mir. Ich kann immer gut schlafe, wenn ich a Kapitel aus dem Heine gelesen hab. Geht's Ihnen auch so? Ibsen hab ich mir auch bestellt. Vorläufig nur seine Gespenster". Mei Tochter meint, es sei unkeusches Zeug. Was meinen Sie darüber?" Worüber? Ueber seine Gespenster?" Ja!" Nun, die riechen freilich etwas nach Anatomie, nach Carbolsäure möchte ich es nennen. Dann komme sie mir nicht über die Schwelle! Uebrigens was halten Sie von dem Dreibund? Waueryattk Wie eine handgenähte Hose mit doppelter Naht!" Haben Sie schon meine Juno" gesehen?" Sie meinen die Diana" in der Lorhalle?" Nicht doch, mein neues Pferd, die Juno"! Hat mich $400 gekostet. A Daisy, sag ich Ihnen! Bitte, folgen Sie mir in den Stall!" Aus der eleganten Bibliothek eineS Protzen in den Stall ist oft nur Ein Schritt. Mir wurde er sehr schwer. Aber ich ging. Der Weg führte uns über den Hofraum, auf dem viel männliches und weibliches Unterzeug zur Waschparade" aushina. Mer sein reinliche Leut!" rief mir Frau durchs Fenster nach, Mer tschänsche unser Wasch dreimal die Woch, gelt. Kind!" hy, Ma. sharae on you! Hörte ich das Töchterlein ungehalten sprechen. Im Stalle stand d:e Juno glatt wie ein Aal, wie geleckt. Der Stallbursche sah stolz auf des Herrn Liebling. Ich sag Ihnen, 5400 hat mich die Juno" gekostet!" Aber '(schmunzelnd) Sie wissen, mer haben's ja!" Freilich, und Juno" ist ein sehr hubscher Name. Nes. ich han lm -mer für Mythologisches geschwärmt, es ist so meine schwache Seite!" Ich hatte nichts gegen diese Behauptung .einzuwenden. Wir wollten uns eben entfernen, als ein Dienstmädchen auf der Stallschwelle erschien. Es war kein Gebild aus Himmelshöhen, es war ein tralles Dienstmädchen mit ek ne? Tablette. Darauf stand ein Glas Nothwein! Vermuthlich für den Stallbursch bestimmt. Irrthum! Der dienstbare Geist trat auf mich zu und sprach: Frau bittet, Sie möchten zugreifen!" Nicht genirt!" fiel Hr. ein. Ein feines Weinchen! 82.50 die Flasche! Nicht genirt!" Bacchus Gabe im Stall servirt! Das war mii neu: er lauvuriq machte em Schafsgechi! Hr. fand das ganz natürlich.' Ich griff zu und trank. .ch vermeinte Gott Bacchus hinter mir .aejen zu yoren. Es war Einbildung. ,Juno hatte gewiehert. Ich verließ den Stall m:t sehr gemischten Gefuh:cn. Sie rauchen?" sprach . Zu reiten!" Hier ist tfct Eigarre; lOcts. das vstuck! muzzen Sie mit Ver nunst rauchen! Heine hat auch ge raucht, Humboldt soll geschnupft ha ben, auch 5iant und Schiller. Wir große Männer rauchen und schnupfen alle, nicht wahr?" Und ob!" Hier stdü ich mir die offerirte Cigarre an. Herr , wollte mir noch sein Treibhaus zeigen, aber meine Vesuchsfnst war ab gelaufen. Ich empfahl mich. Wenn Sie wieder einmal kommen, lade ich Sie zu einer Spazierfahrt . ein. Juno" hat $4X) gekostet!" Frau trat an's Fenster. Sie gehen schon?' Ja". Well, dann good-bve! Be suchen Sie uns wieder!" Des Hauses Tochter hauchte aolharfenartig. Good bye!" Ich hatte den Vorhof noch nich .hinter mir, als mir die Tasten des 'Peiano" unter den Fingern der Blon dine Schuberts Raserei" nachsandten Welche Aufmerksamkeit! Ein vorüberfahrender Straßenbahnwaggon nahm mich mitleidig in seinerr Bauch auf. .Kommen Sie bald wieder!" rief Herr hinter mir her. Werd es bleiben lassen! A. CL Verlangt Mucho'ö Best Havanna CigarS."
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Der Name des Verfassers der Geographie Universelle" ist in diesen Taaen wieder viel genannt worden. Der Schöpfer dieses Werkes, das eine der gigantischen Leistungen der modernen Wissenschaft vorstellt, ist zugleich einer v..- .:n: rn i . c. c uti uel,llgcn ;üaici cer ianarcpit. 5llas macht es Demjenigen, der ernstlich nach Wahrheit sucht, so schwer, Stellung zum Problem der Anarchie zu nehmen. Wenn es da nur Bombenwerfer gäbe. Ravachol und Pallas! Aber darf man einen Mann vom genialen Gedankenfluge eines Elisee Neclus einfach als einen gewöhnlichen Verbrecher abthun? Und wieder, wenn man das nicht darf, kann man dann Navachol und Pallas allein verdammen, da sie doch nur in Thaten umgefetzt, was Jener gelehrt? Es ist hart, sich aus diesem Dilemma herauszufinden, die Polizei ist damit rasch fertig geworden. Sie bat in diesen Tagen bei Elysee Reclus Haussuchung gehalten, wie bei allen armen Teufeln in Ehoise-le-Roi und St. Denis. Alle Anarchisten sind vor ihr gleich, mögen sie nun Bomben fabriziren oder Ideen. Das ist im Grunde logisch; freilich ist es auch brutal. Und man erinnere sich an Folgendes: Nach der Kommune wurde Elisee Neclus, der an dem Aufstend mit allem Feuer semes revolutionären Temperaments teilgenommen, zur Deportation verurtheilt. Die größten Gelehrten, Darwin an der Spitze, erbaten die Begnadigung des Gefangenen. Thiers, welcher damals Präsident der Republik war, wandelte die Deportation in emfache Verbannung um. Die Jahre vom Ende der Kommune bis heute hat Elisee Reclus dazu benutzt, die Geographie Universelle"' zu schreiben. Wenn damals der Gefangene in den Bagno geschafft worden wäre, wie es recht und billig gewesen wäre nach den staatlichen Gesetzen, so hätte er vielleicht nie sein gewaltiges Werk geschrieben.' Man sieht, es ist schwer, sehr schwer, sich da eine feste Meinung zu bilden. Soeben ist der letzte Band der Geographie Universelle" fertiggestellt und zum Erscheinen bereit. Eli'see Reclus leitet ihn mit einemVormort ein, aus dem einige Stellen wiedergegeben werden sollen, da seine eigenen Worte den Mann besser charakterisiren, als -Alles, was man von ihm sagen kann. Elisee Reclus gibt zunächst eine Uebersicht der letzten zwanzig Jahre. Diese Periode, die lang ist im Leben eines Menschen, ist ein Nichts für die Erde. Aber wie gut ist sie ausgefüllt worden! Wieviel Entdeckungen. wieviel Erforschungen! Das Geheimniß der Pdle ist noch nicht erschlössen, aber Nansen hat seine wunderbare Reise von Ufer zu Ufer dieses ununterbrochenen Gletschers vollführt, der Grönland heißt. Im Innern AsienS bleibt das Ewige Heiligthum' wo der göttliche Dalai-Lama residirt. seit dem Besuche von Huc den profa nen Europäern unzugänglich, aber die Llmen der Reiserouten ziehen sich m jedem Jahre enger um den heiligen Ort zu'sammen. Im schwarzen Erdtheil" sind die Probleme des. Nil, des Zambesi, des Kongo, des Niger gelöst. Ueberall bedeckt 'das Netz der Reisen den Planeten mit immer mehr sich derengenden Maschen. Man hat sogar die methodische Erforschung der unterirdischen Welt begonnen. Die Karte der Meerestiefen mit ihrer Tempera tue, ihren lebenden Organismen, ihren geologischen Ablagerungen, wird fort geführt und vervollständigt wie diejeniae der Kontinente. Durch neue Kenntnisse wandelt sich der Mensch unz und wird gleichsam täglich wiedergebs ren. Zugleich nähern sich die fernen Länder einander immer mehr. Der atlantische Ocean, der so weit sich auö dehnte vor den Vikinger Norwegens und den Seeleuten Genuas, ist in der Matrosensprachz em einfacher Gra ben" geworden, den man in hundert Stunden durchquert. So sehr hat sich der Planet unter den Händen der Menschen verkleinert, daß er sich über all dieselben Jndustrie-Werkzeuäe gibt daß 'er sch durch das lückenlose Netz der Post- und Telearaphendienste mit einem- Nervensystem zum Austausch der Ideen bereichert hat, daß er einen gemeinsamen Meridian, eine gemeinsame Zeit sucht und daß auf allen Sei ten die Erfinder einer Weltsprach: aufstehen.' Trotz Krieges und erblichen Hasses wird die Menschheit einig Mögen unsere Ursprünge vielgestaltig gewesen sein oder nicht diese Einig keit wachst, sie wird eine lebende Wirk-lichkeit.--Elisee Reclus spricht weite: davon, daß er jedem Lande, das er ge schildert habe, gerecht zu werden dersucht. ' Ueberall, möchte ich sagen. habe ich mich zu Hause befunden, in meinem Lande, bei Menschen, meinen Brüdern. Ich habe mich nie durch eine Empfindung fortreißen lassendes sei denn diejenige der Sympathie und deS Respekts für alle Bewohner des großen Vaterlandes. Auf dieser Kugel, die sich so rasch im Raume dreht, ein Sandkorn inmitten der Unendlichkeit, . lohnt eS da der Muhe, sich unterein ander zu hassen?.'.... Der Mensch hat.seniL Gesetze wie die Erde. .Von fern gesehen bietet die Verschiedenheit der Züge, die sich auf der Oberfläche der Weltkugel vermengen, der Ge birgskämme und Thäler, Schlangen linien der Gewässer, Höhen und Tie fen, übereinander geschichteten Felsen , ein Bild dar, welches nicht das Chaos ist, sondern im Gegentheil für denjenigen, der zu verstehen vermag, ein wunderherrliches Ganzes voll Rhythmus und Schönheit. Der Mensch, welcher dieses WeltaU betrachtet und durchforscht, wohnt dem ungeheuren Werk der immerwährenden Schöpfung bei, welches immer wieder beginnt und niemals enoet. Und wenn die. Erde logisch und einfach erscheint
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t arnr rönnen, aus oa? urlyeit sachveritandiger gestutzt, dreist behaupten, die :n Amerika gebraut werden, und jeder vorurtheilsloS Urtheilende wird dies
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in der unendlichen CompUcirtheii ihrer formen, kann dann die Menschheit, '.die sie bewohnt, nur, wie man so oft lsaat. eine blinde und chaotische Masse kr: nk yn Fnfbtn Vic2 Vi? !;Ul, Wlfc IU IUU vr v falls regt, ohne Ziel, ohne erreichbares 'Ideal, ohne Bewußtsein ihres Schicksales? Die Wanderungen nach den verschiedensten Richtungen, die Bevöl-ikerungs-und Entvölkerungs-Vor-gänge, die Zunahme und die Abnahme der Nationen, die Kultur- und die Verfall-Perioden, die Bildung und die Verschiebung der Lebenscentren sind sie alle, wie es auf den ersten Blick scheint, nur zeitlich nebengeordnete Facten, ohne daß ein Rhythmus ihre unendlichen Schwingungen regelt und ibnen einen allgemeinen, in einem Gesetz ausdrückbaren Sinn gibt? Das ist das Hauptziel der Erkenntniß. Vielleicht erlaubt uns das Wenige, was wir bereits wissen, etwas weiter in die Zukunft zu sehen und den Ereignissen beizuwohnen, die noch nicht sind. Vielleicht wird es uns gelingen, in unseren Gedanken das Schauspiel der Geschichte der Menschheit zu betrachten bis übe? dfc schlimmen Zeiten des Kampfes und der Unwissenheit hinaus. Und vielleicht finden wir dann in der Geschichte der Menschheit das Bild der Größe und Schönheit wieder, das uns bereits die Erde darbietet." Xv erste Ulrens tn Berlin: Vor 200 Jahren wurde in Berlin kr erste Eircus errichtet. Im Jahre 1693 ließ Kurfürst Friedrich, der spätere erste König von Preußen, auf dem Plae an der damaligen Stadtmauer, auf welchem gegenwärtig da3 verlassene Kadettenhaus steht, einen EircuS mit einem prachtvollen Amphitheater aufbauen, den er für die Thierhetzen einrichten ließ; bedeckte Galerien zu beiden Seiten ides Amphitheaters wurden für ten Hof bestimmt, im offenen Theil derselben versammelten sich die Volksmassen. Der damalige Oberjägermeister von Bennewitz hatk den Auftrag, die Thiere für diese Hetzen zu besorgen; eine Anzahl von Bären, Wölfen, Luchsen, Löwen, Stieren, Auerochsen, wilden Schweinen wurde mit Aufbietung großer Kosten auS allen Landern und Zonen herbeigeschafft, um sich vor den Augen is Hofes und der Volksmasse gegenseitig zu zerfleischen. Unterhalb des Amphitheat.'.rs befanden sich Käfige der.wilden Bestien, die dort eingesperrt wurden.bis sie zum Kampf gebraucht wurden. Für den damaligen Geschmack recht bezeichnend .ist, daß im Jahre 1703 Soph Louise von Mecklenburg, die dritte Gemahlin des Königs, mit eigener Hand vermittelst eines gezogenen Rohrs einen Auerochsen erlegte, worauf, wie der Chronist meldet, der König nicht wenig stolz war. Im Eifer. Mein ??räuleZn, ich liebe Sie wahnsinnig!" Ach, daZ hat mir auch schon Herr Schnabel aesagt!" Nun, mit dem nehm' ich'S noch immer im Wahnsinn auf!" (Line aufrichtige Appellstion. Da so viele anzeigende ffirmen sich an daö Publikum wenden, so hat Dr. Schoop in Racine, Wiö., sich entschlossen, an irgend eine Adresse, Proben seiner Arznei nebst Arankenbucb frei zu versenden, um deren wirklichen Werth zu beweisen. Dieseö giebt dem Publikum Gelegenheit, dieselben, zu Probiren und sich über seine neue Entd eckung zu informiren, bezüglich der Ursache von .chronischen Krankheiten und Aufklärung zu erhalten über die Methode zur Heilung von Magen-, Leber- und Nierenkrankheiten durch die Behandlung mit seinen wiederherstellenden Arzneien, die direkt auf die Nerven einwirken, welche diese Organe kontrolliren. Agenten gegen Salair und Commission verlaugt.
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Offizieller Bericht der tfterclianfs National Bank. Indianapolis, den 19. Dezember 1893. Aktiva. Änleihe-Conto $ 309,954 02 Inventar-Conto 180,275 00 Vereinigten Staaten BondS 250,000 00 Bonds (Stadt Indianapolis, Marion Co. .) 682,570 57 Fäll'g von Banken $487,321 16 Fällig vom Ver. Staaten Schatzamt 3,249 70 Baar (Gold $352,600 00) 529,540 25-1,020,111 11 Bond-Prämien 18,848 36 Gewölbe, Geldschrank und Möbeln k 19,000 00 ! $2,430,759 06 - Massiv. Singezahttes Kapital $ 800,000 00 5keserve-Fond und Gewmn-Conto 89,088 71 Sanknoten in Cirkulation 225,000 00 Depositen-Conto ; 1,866,670 85 ' $2,480,759 06 John P. Frenzel, Präsident. Otto N. Frenzel, Kassirer. ! O. F. Frenzel.Assistent-Kassirer. j IameS F. Failey, , Paul H. KrauS, Christ. F. BalS. Teppiche bei Albert Gall,
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