Indiana Tribüne, Volume 17, Number 130, Indianapolis, Marion County, 28 January 1894 — Page 7
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Drtt JKre auS dem Leben eines deutschen TilyterpaarcS.
($oIIfrtc& LJ) ZohllVNZ KinK?r.) tzetheilt ton 2t. GoMftlt Kikl-üriy. Trümmer sau! die HüNk. g-üa umiauo, te f:il bkschcid'nen Sinn' Du Tir trbaut; 1: ganze Welt (wer hätt' ti je geglaubt:) eicl vzn 2):t ob, seit Du der ied' Btj.uat. Doch hat fi Alle, fttrt Eis gnauvet Vt t ciiim stak, bi tojüöi Flammeniriut Cie hit entsiegelt em'? CaeU d?r k eer. Cu travteit Jugend, olif.f nimmer triebe l" Jzhzvna Kinkel am 23. 2ui 1S41. "vx Abend des 26. Februar 1813 schleuderte mein alter Freund, Hofratt) Kiipp, damals Abgeordneter zur peiten basischen Kammer, am inneren Zirkel" in Karlsruhe umher, als er plötzlich hmter sich seineu Namen nennen hörte Ksv?, Kapp!" Was giebt es denn?" Seine Üplkgcn Notteck und Welcker eilten cuf ihn p und riefen : Louis Philippe izt gestürzt!" ,So, das hatte ich längst erwartet! Kommt nur etwas früher als ich vermuthet hatte Kapp sagte mir s?äter, das eö ihm um das Jahr 184ü klar gewesen sei, daß eine tiefgehende Beugung sich vorbereite, daß er aber den Siuobmch erst gegen 1852 erwartet habe. . 2c: Fall des Julithrons wirkte in leutschlauo wie ein Donnerschlag. Nie miO war daraus vorbereitet, und daher uch ÄichtZ vorbereitet, womit man den Forderungen des nach Freiheit dürstenden Boli.5 erfolgreich entgegentreten konnte. Ära Morgen des 27. Februar eines Sonntags durchzuckte die Nachricht Don dein ungeheuren Ercigniß meine Vatcrstalt Bonn. 2er gefeiertste Rebner und Professor, denn daö mußte man unter den damaligen Verhältnisicn sein, um in eine? flauen Universitätsstadt Einfluß auf die Maffcn zu gewinnen, Gottfried Kinkel erkannte sofort die Bedeutung der Stund?. Schon vierzehn Tage vorher, liegen die Mitte des Monats, als der Thron des Franzosenkönigs noch felsenfest zu sein schien, ahnte er die sich vorberei tende Biegung. Sein Schüler Friedrich Altl-auZ, der Historiker, berichtet: Ich besuchte ihn eines Tages. Wir sprachen über verschiedene Dinge. Dann fragte ilinsel plötzlich, was ich über die Aorzänze in Paris denke. Ich meinte, s sei nichts als eine der vielen französischon Eff'rvcscenzcn ; besondere Wirkungen seien nicht zu erwarten worauf er den Kopf schüttelte und erklärte : Nein, nein ! Ich sehe etwas Ernsteres dahinter. Ich glaube, wir stehen am Lorabend einer neuen Revolution.Wie erinnerlich, überstürzten sich seit Bekanntwerden der Fcbruar-Nevolution die Ereignisse in Mitteleuropa mit S:ur incsschncllc. Die kleinen deutschen Fürsten schienen jede Widerstandskraft ci::gc büßt in haben. Schon gcriethen die große ?en Staaten in's Schwanken. Äm 6. März erließ König Ludwig der Erste in München sein berühmtes Patent, in welchem die denkwürdigen Worte standen: Die Wünsche Meines Volkes haben in Meinem Herzen jederzeit vollen Wiederhall gefunden," und: BaicrnS König ist stolz tauf, ein deutscber Mann zu sein." Acht Tage später fiel Mettcrnich. In Berlin wurde inzwischen die Stirn mung immer bedenklicher, die Spannung der Gemüth,-? immer unerträglicher. .Was wird der größte deutsche Staat, waZ das vcrcbrte Mrftenhaus der Hohen zollern in dieser Krise thun? Wird Preußen in diesem allgemeinen Wettlauf nach der Volksgunst zurückbleiben?" Schon am 15. Äcär; hatten die Eisenbahnzüge von Halle und Leipzig eine Masse fremder Elemente, insbesondere Studenten, nach Berlin gebracht, es hieß allgemein, daß es am 16. dort loszehen werde. Vielleicht noch größer als in der LandesHauptstadt war die Aufregung in der Nhci",prcvinz, die sich wegen des Ausbleibens entscheidender Nachrichten über die Gesinnung des KonizS bald zur Raserei tteizerte. Endlich, am Morgen deö 20. Äärz, brachten die rheinisäien Z.itunqen den Wortlaut des Patents Friedrich WilHelms des Vierten und den Erlaß über die Prcßfreiheit. Ein scharfer Beobachtcr berichtet über den Eindruck in Bonn: Seit heute Morgen ist unsere Stadt in einem wahren Freudentaumel, in einer freudigen Aufregung, wie seit Menschen gedenken kein Ereigniß sie veranlaßt hat. Älle bangen Zweifel, aller Unmuth, daß Preußen hinter Oesterreich znrückgeblie den war, ist nun vollkommen verschwunen ; mehr als die kühnste Phantasie zu träumen wagte, ist in Aussicht gestalt: Anerkennung des deutschen Volkes nach innen und außen, deutsches Parlament, deutsche Flotte und Flaage u. s. to." Drei Namen traten m diesem Augenblick in den Vordergrund : Arndt, Dahlmann, Kinkel. Die beiden ersten waren nicht mehr geeignet, eine bedeutende Rolle l spielen. Schon ihr Alter verhinderte sie daran. Dahlmann stand im 63., Arndt gar im 79. Lebensjahre. Da mußte sun mein Vater in die Lücke treten. Zu fällig war er gerade an diesem Tage ab wesend. Er befand sich in Köln, sollte aber um 4 Uhr wieder in Vnn eintref fen. Meine Mutter eilte mit mir .auf den Bahnhof und kündigte ihm an, daß er dazu ausersehen sei, d:e schwarz-roth-goldene Fahne voranzutragen und sie auf dem Rathhause dem Oberbürgermeister zu Äöergeben. Das Ueberwültigende des Momentes, das Ungewöhnliche desSchauspiels, die wogenden Menschenmassen in der sonst so stillen Universitätsstadt, daö Jauchzen eines nunmehr freien Volles Alles dies zittert, obgleich ich damals noch nicht vier Jahre zählte, in meiner Seele nach, und 'es hasten die Umrisse der wichtigsten Begebenheiten jenes unver geßlichen Tages noch in meinem Gedacht nisse. Kinkel sagte u. A.: .Und so laß ich dich flattern, du deutsches Banner! Du sollst alle Stämme unseres BluteS sammeln unter dir ! Du sollst rauschen übe? llen Meeren ! Du sollst ein Zeichen der Liebe sein, das alle Gedrückten, die untrt sind, durch Recht und Bildung dahin führte, daß jeder Theil gewinne an dem Bürgerglüö, welches heute über uns aus Hlänzt Es werde wahr, waö dec König gesprochen hat : es werde aus dem Staatenbund ein Bundesstaat ! Ich hebe die Fahne und rufe : ES lebe das große, unverqängliche, durch unsere Eintracht heilige deutsche Reich !' Der Oberbür germeister entgegnete in würdiger Weise, wie er das Banner als Zeichen der Ord' rning und der Freiheit .nnehme.
Erst nach diesen Äorgänz?', wurde in
Bonn die erste Nachricht vondc,- blutigen Etrakenkämpfen m Berlin bekannt : rnci r.er Vaterstadt wurde das s:ltene Glück zu Theü, daß lbr die aufrichtige Freude über die cachg'ebigkeit der Krone nicht durch den Eindruck deS traa-.schen Nach spiels vergällt wurde. SL'ie Stellung, welche Kinkel an dem Ort seines Wirkens in Folge seines Auftretens am 20. März einnahm, einnehmen mußte, behauptete er fast ein Jahr; ja min kann ohne Ueber trcibung sagen, daß er Bonn zeitweilig förmlich regiert hat. Ich erinnere hier nur daran, daß er in einem Augenblicks der höchsten Gefahr daö Haus eines sehr unpopulären Kollegen, des Juristen Bauerband, vor den erregten Volksn:asscn schützte. Die ganze Bewegung navm indessen in Preußen nur zu bald eine Wendung, die jeden klaren Kopf, der auf greisbare Re sultate hinarbeitete, mit ernsten Besorgnifsen erfüllen mußte. Mein Vater sagte mir lange nachher, schon im Juli 1843 habe man gefühlt, .daß die Revolution verpfuscht stt", und schon am 11. Mai, wenige Tage nacbde das Resultat de urninnen Wayun zum ranksurtcr Parlament verkündigt tvorden war, heißt es in einem tieftraurigen Briefe an eine vertraute Freundin : .Unsere Fahne liegt tiefer im Staube, als Sie denken. In flanz Rheinland sind wir geschlagen. Das Wort Demokratie schon wird gefürch tet, meine Partei in Bonn ist entmuthigt, von ihrer Niederlage geschwächt. Die fünf Finger der Despotie : Priester, Adel, Geldsack, Soldaten, Beamte, haben triumphirt und werden die Landtage beHerr schen. Das sage ich nicht, weil ich unterlag: sehen Sie nur die Resultate aus allen Wahlbezirken an. Es hat uns nun nicht in Frieden die Sonne der Freiheit kommen sollen. Wohlan: wir fangen von Neuem an, männlich zu dulden, denn wir wissen: Der Lou'öphilippismuS ist sterblich. Ihnen danke ich innig für Ihr schönes Gefühl. Seien Sie mir und der Freiheit treu wie bis heute! Von Herzen Ihr Freund Kinkel." Die Zukunft der Medicin. Sorgfältige statistisch: Erhebungen haden die erfreulich: Thatsache ergeben, daß in den letzten zwei Jahrzehnten ein: Abnahme der durchschnittlichen SterUichZeitsziffer stattgefunden hat. Mag man der Statistik 'ind ihren Ziffern gegenüber noch so mißtrauisch sein die Wahrheit läßt sich nicht mehr länger verkennen, daß siÄ in der Heilkunst ein: große Revolution vorbereitet, ja daß die Menschen aus diesen Vorbereitungen bereits jetzt einen deutlich sichtbaren Nutzen zu ziehen imstande sind. Es ist schwer, sich ein treues vollständiges Bild von dieser Umwälzung in drMedicin zu machen; nichtZdestoweniger wollen wir es versuchen, aus der überwältigend großen Menge von Thatsachen einige der wesentlichsten hcrauZzugreisen, in der Hoffnung, daß der Leser hiedurch wenigstens annähernd erfahre, welche Richtungen gegenwärtig der Geist der arztlichen Wissenschaft einzuschlagen begonnen hat. Es sind jetzt ilber zweihundert Jahre verflossen, als sich an dem Krankenbette des Kronprinzen von 'Frankreich ein: Anzahl der angesehensten Aerzte der Zeit versammelte und mit ohn mächtiger Resignation die Wirkungen eines schweren Fiebers betrachtete. In dieser Noth drang der Ruf eines Mannes nach Frankreich, welcher in Lon don lebte und ohne Fachmann zu sein, ein Mittel gegen das Fieber gefunden zu haben vorgab. Der Mann hieß Talbor. Nach kurr Zeit stand er am Krankenbette des Dauphins und als ihn die irritirten Aerzte dadurch zu vernichten trachteten, daß sie ihm die Frage vorlegten, ob er-denn auch wisse, was .?in Fieber sei, da soll er einfach erwidert haben : .Es ist dies eine ötrankhelt, welche ich zwar nicht erkla ren. wohl aber heilen kann ; während Sie die Krankheit gut zu kennen schkinen, aber nicht zu heilen im Stande sind." Der Prinz wurde hergestellt und wir würden uns heute darüber nicht im Geringen mehr wundern, denn das Mittel bestand aus gepulver ter Chinarinde. Dieses Beispiel trifft einen wichtig:n Punkt der neueren Medicin : tl zeig! mit einem Schlage die tiefe Kluft zwischen dem Geiste der alten und der jetzigen Heilkunst. Denn während die Aerzte von Einst sich als Gelehrtenkaste fühlten und sich gegen alle von außen zufließenden Ideen wie mit einer Mauer umgakn, prüfen heute die Ver treter der Arzneiwissenschaft mit der höchsten Liberalität alle nicht von vornherein unsinnigen Gedanken, wenn sie auch von Nlchtfachleuten stam men, und suchen die gewonnenen Resultate in den Schatz ihrer Kenntnisse aufzunehmen. Ihr Hauptgrundsatz ist nicht mehr die Verbreitung eines Zauberrufes, sondern die Heilung der Krankn. Daher hat der Bauer Priegnltz richtig gerechnet m verhältnißmäßig kurzer Zeit wurde die Wasserheilmethode em Gegenstand in "tensiver ärztlicher Prüfung, und heute gibt es nur mehr wenige Aerzte, welche vie bei ewtssen Krankheiten so bedeu t.:nde , Heilerfolge erzielende Kaltwasserbehandlung prinzipiell ablehnen. Man schämt sich nicht, selbst die Ge schichte der Medicin und die Schriften der Aerzte des Alterthums neuerdings zu studittn und nach erwa dort verbor genen wichtigen Andeutungen zu fahn den. In manchen Fällen zeigt ja der Weg, den die Heilkunde elnschlaqt, qe radezu eine in sich zurückkehrende krumme Linie. Die Alten hielten die .Auszehrung für eine ansteckende Krankheit, später ließ man diese An schauung fallen und leugnete jenes bis in die neueste Zeit hinein ; heute aber ist man wieiL? zur Ansicht , der Alten zurückgekehrt. Aber da stehen wir bei dem Begriffe ansteckend? Krankheit" und. also mit
ten ik einem Gebieie. welches einen weiteren Fixpunkt in der revolutionä-
ren Beweau..? der Medicin bildet, rn "tzm Gebiete der Bakteriologie, das heißt. der Erforschung jener lebenden Giftkeime. welche man fu: die Ursachen der Infektionskrankheiten hält. Seit dem Erschließen dieses neuartigen Gebletes. an dessen Eingang sich rn Pasteur und Koch der franzonsche und deutsck-e wissenschaftliche Geist mit der gleichen Hochachtung begrüßen dürfen, hat sich, man kann sagen, das ganze Gebäude der Medicin wie auf untergelegten Rollen weit vorwärts bewegt und hier ist der Punkt, von dem aus der Ueberblick über die Erfolge möglich ist. Freilich mag der Laie, welcher die bildlichen Darstellungen der bis jetzt entdeckten Bakterien sieht, sich wundern. wie diese einander so sehr gleichenden Dingerchen so verschiedene Krankheiten erzeugen sollten, wie Schwindsucht. Cholera, Typhus. Lungenentzündung u. s. w. In Wirklichkeit weiß er eben nicht, daß nicht die Gestalt dieser Stäbchen das Maßgebende ist. sondern daß nach tausendfältigen, unendlich mühseligen Versuchen in allen Laboratorien der civilisirien Welt, namentlich aber in Deutschland, die Lebenseigenschaften dieser kleinen Wesen ermittelt wurden, so daß man heute im Stande ist zu sagen, unter welchen bestimmten Umständen (Hitze, Kälte. Nahrung) dieser oder jener Vacillus noch zu leben vermag, unter welchen er stirbt, was geschehen muß. um sich vor ihm zu schützen, und was, um ihm die tödtlichen Eigenschaften zu nehmen. Infolge dessen eröffnete sich nicht nur für den Fortschritt der Medicin. sondern auch für die Volkssanität eine großartige Perspektive?. Es begann der Kampf mit den ansteckenden Krankheiten, langsam, aber nach einer zielbewußten Methode und nicht mehr wie früher, indem man im Halbdunkel herumtavpte. um wie ein armer Blinder -vielleicht zufällig einen Groscben auf dem Wege zu finden. Heute stehen wir in den ersten vieloersprechenden ?lnfänaen einer ganz nuen, der alten Zeit gänzlich unbekannt gewesenen Geistesrichtnna, der Hygiene oder Volksacsundheitslehrc. Sie ist aanz eigentlich ein direkter Abkömmling des Studiums der Bakterien. Hier findet man denn die klassische Widerleguna. jener sogenannten .Praktiker", welch: alauben. man solle die Zeit nicht mit ..wissenschaftlichem Spintisiren" verbringen, sondern in der Weise der .guten alten Zeit" sich .fortwursteln". Nein, diese Tage sind wohl endgiltig vorüber und der alte Dr. Jenner, welcher noch auf diesem Wege, das heißt zufällia, ohne Ahnung der Ursachen, ohne Methode, der Vater der Pockenimpfung wurde, er würde sich nicht weniq verwundern, wenn er heute seine That in dem erklärenden Lichte der neuen Medicin erglänzen sähe. Damit befinden wir uns aber wiedcrum vor einem neu.?n Wendepunkt der Heilkunst. Denn, wenn wir früher der Bakterien als der Ursachen der Infektionskrankheiten erwähnten, so ist dies nur zum Theil richtig ; in Wirklichkeit erzeugen diese Bakterien gewisse Glste und erst durch die letzteren entstehen dann die Krankheiten. Indem man nun solche Gifte filtrirte und von den Bakterien absonderte und sie gewissen anderen Proceduren unterwarf, bemerkte man, daß sie in schwächerer KoncentratZon, gewissermaßen verdünnt, ohne Schaden Thieren eingeimpft werden können. Nun aber kam erst das Wunder zu Tage : Solchermaßen geimpfte Thiere wurden seuchenfest ; d. h. e. mit schwachem Milzörandgift geimpftes Schaf konnte dann selbst mit sehr starkem Milzbrandgift nicht mehr getödtet werden. Man weiß, daß die Medicin heute mitl:n in dem Studium dieser wunderbaren Dinge begriffen ist und erst kürzlich haben wir überraschend: Resultate der Hundswuthimpfungen bei Menschen kennen gelernt. D:r Zukunftsgedanke ha! nichts Phantastisches an sich, daß dereinst solche aus den verschiedensten Bakteriengiften gewönnenen Impfstoffe neben dem Opium, Strychnin und Morphium in den Apotheken stehen werden. Es würde uns zu einer nicht beabsichtigten Ausdehnung dieser Zeilen führen, wenn wir die Fruchtbarkeit des neuen medicinischen Geistes noch weiterhin erörtern wollten. Nur einer Angelegenheit müssen wir noch Erwähnung thun, trotzdem zum besseren Verständnisse eine breite Ausführung nothwendig wäre, der Erforschung des Blutes und der Körpersäste. Heute kann man es von einfachen Leuten, namentlich auf dem Lande, vernehmen, daß alle Leiden, alle Krankheiten von einer mehr oder minder großen Schärfe des Blutes abzuleiten seien. Die Einfält weiß manchmal nicht, wie nahe sie der Lösung sich befindet. Gilt dies auch nicht im Sinne jener Leute, so muß man doch die Thatsache feststellen, daß wahrhaftig die Medicin gegenwärtig wieder den Weg der alten Beirachtungsweise einschlägt, welche jeden Krankheitsfall mit dem Schlagworte der verdorbenen Säfte" als genügend erklärt betrachtete. Das heutige Studium der .Blutchemie wird, wie es scheint, dahin führen, die Ursachen der Krankheiten vielmehr in den Flüssigleiten des Körpirs zu suchen, als, wie sonst nach Virchow die herrschende An schauung lautet, in den festen Bestandtheilen des Leibes, den Zellen. Es ist sehr bedeutungsvoll, daß man mit dem bloßen Blute geheilter Thiere andere .mit dem betreffenden Krankheitsgifte angesteckte Thiere zu heilen vermochte. Das Blut als Medikament gibt alo eine weitere Zukunftsperfpektive und wir bedauern nur, diesem eminent wichtigenGegenstande hier nicht weite Worte leihen zu können. : Vielleicht ist der Leser nunmehr ver
wundert, hier bisher noch mit keiner Silbe die Chirurgie erwähnt gefunden zu haben. Wir könnten ihm erwidern : .Das ist es ja eben !" Gerade drin zeigt sich die berechtigt optimistische Strömung in der gegenwärtigcu .Medicin", daß sie in sich Gedanken aufsteigen sieht, welche ihr Selbstgefühl erhöhen und sie hoffen lassen, dem eigentlichen Ideal der ärztlichen Wissenschaft immer näher zu kommen, welches darin besteht, Krankheiten zu beseitigen, indem man sie heilt, nicht indem man den Körper verstümmelt. Selbstverständlich ist hiemit nichts gegen die Chirurgie als solche gesagt ; ihre Triumphe sind populär, wie die keines anderen Gebietes, und bisher war sie eigentlich die einzige Richtung der gesummten Heilkunst, welche von wirklich Wissenschaftlicher Grundlage aus ihre Siegeszüge gegen die verschiedensten 'menschlichen Leiden unternommen hat. Und die Zeit wird wohl niemals kommen, in welcher der Chirurg in jedem Falle entbehrlich werden würde. Einen gefährlichen Gehirnabsceß wird . man kaum je anders als durch Trepanation der Schädeldecke zu entfernen vermögen. Aber diese Siege der Chirurgie sind eben Siege mit dem Messer, und einen amputirten Fuß ersetzt keine Macht der Welt vollständig. Ein französischerSchriftsteller sagte: .Die Photographie verhält sich zur Kunst, wie die Chirurgie zur Medicin, sie sind beide Diebstähle an der Natur !" Der Sinn gilt mehr als die Wörtlichkeit und dieser Sinn sagt eben, daß die ideale Aufgabe der Medicin im Erhalten, nicht im Wegnehmen besteht. Das ist der Geist, mit welchem die heutige Heilkunde arbeitet und welcher bereits in einzelnen Zügen die Zukunft ihrer Entwicklung vorausahnen läßt. Ginc Komödie ans sein LcDen.
In französischen Blättern finden wir folgende Geschichte, wel'ye Operet-ten-Librettisten ganz beson't :rs zu empfehlen ist: Der jugendliche Tun-Tai, ein Mitglied der Herrscherfamilie von Annam, lief mit unbekleideten Füßen und in höchst ungewaschenem Zustande im Hofe des kaiserlichen Palais von Hue, welches bekanntlich die Hauptund Residenzstadt des unter französischer Aufsicht" siehenden annamitischen Reiches ist, umher, als er eines schönen Tages zu seinem Entsetzen einergründlich:n Reinigung unterworjcen, in goldstrotzende Kleider gesteckt und zum Kaiser gemacht wurde Natürlich wurde eine Rezentschaft einabsetzt zur Leitung der Staatsgeschäfte und behufs Erziehung des jungen Herrschers. Dieser zeigte aber sehr bald Sklbstständigkeitsgelüste. hänselte die Räthe auf alle mögliche Weise und wurde ihnen insbesondere durch häufige Citate aus den Büchern des Confucius unangenehm. Als Tun-Tai aber in seinem zwölften Jahre gar modernc Reformen im Staatswesen einführen wollte, da schüttelten die ReRenten bedenklich ihre Köpfe, daß die Zöpfe lebhaft hin- und h:rwackelten, und man beschloß, auf der Hut zu sein. Da wollt: es der Zufall, daß Tun-Tai an einem von einem emeritirten Vice könig von Tongking bewohnten Schlosse, unweit vor der Hauptstadt gelegen, vorbeikam und dort im Garten ein reizendes Mädchen sah, die just Chrysanthemen zu einem Strauße band. Das Mädchen führte den romantischen Namen Ngngen-Himto. Der junge König verliebte sich schleuniqst in Ngngen-Hunto, isandte ihr Liebesbriefe, konnte aber nur schwer aus dem sorgsam bewachten Palais entkommen, ohne daß sich ihm ein zahlreiches Gefolge anschloß. Ab und zu gelang es ihm aber doch. Und er kam einmal als Komödiant verkleidet in einer herrlichen Sommernacht vor das Fenster seiner Angebeteten und trug liebesglühendi Lieder vor. Ein Gendarm nahm ihn nach 'der zweiten Strophe wegen nächtlicher Ruhestörung st. Ein anderes Mal brachte er ihr sein Ständchen als Kuaxn junge verkleidet. DieRegenten erfuhren aber doch von dem Llebesleben und Treiben Tun-Tai's. Als dieser die Vorstellungen der Regenten in sehr kräftigen Ausdrücken beantwortete und ferne Melnunq durch einen recht deut lichen Hinweis auf die nicht nur zum Eintritte, sondern auch zum für das Hinausgehen eingerichtete Thür noch deutlicher illustnrte, wandten sich die so schmählich Behandelten an den französischen Gouverneur mit der An zeige, daß Tun-Tai wahnsinnig sei. Den Posten des franzo.'tchen GeneralGouverneurs von Annam bekleidet jetzj Herr de Lanessan, der Gewesene Depu tirte, ein hervorragender Mediziner und geriebener Diplomat. Der prüfte recht eingehend den Sachverhalt, fand. daß Tun-Tai sehr intelligent sei und überdies einen sehr guten Geschmack bekunde, wenn er die schone Nqnaen Hunto liebte. Und so beschloß denn Herr de Lanessan, die Partei des Herrr schers zu nehmen, er griff energisch ein uno seit ewigen Wochen ist der Pariser Sl-'mon Vorsitzender der Regentfckatt und brasidlrt den Sthunaen m Kostüme eines Mandarins erster Klasse. .. Im Gerichte. Richter: Angeklagter, Sie waren gestern Abend wieder ganz abscheulich oetrun ken. Wie kann man sich so zum Thier erniedrigen? Was haben Sie denn ge trunken?" Angeklagter: Ew. Eh:rm Gesundheit!" - Ein guter Rath. Seppel: Zahl' noch an' Schnaps, Michel nachher schlag ,ch Dich be, der nächsten Gemeindewahl als Bürgermeister vor. Michel: Ich kann ja net schreiben. Seppel: Deinen Namen schreiben, das lern' i Dir, und weiter braucht's nix.
Der Tpltltettfcl.
k?z S. MeigerSberg m Ende deS!''e?Z der Tk e . (AlteS deailcheS Cyrüci)c .) Mit dem Spiele geht es, wie mit den meisten anderen Arten von Lebensgcnuß: man muß einen Unterschied machen zwischen Spielen und Spielen. Oder mit anderen Worten: es hieße das Kind mit dem Bade ausschütten, wollte man alle Spiele aus der Welt verbannen, weil sie bei so Vielen zum unausrottbaren Laster wenden und in den meisten Fällen auch noch die Familien der Betreffenden in das bitterste Elend stürzen. An ein paar Partien Whist, Skat, Tarok u. s. w. zur Unterhaltung und um einen geringen Geldbetrag, dessen möglicher Verlust keinem der Mitspielenden weh thut, ist am Ende, wie man wenigstens denken sollte, niazt sehr viel gelegen. Und doch gibt es genug Fälle, in welchen sich selbst aus so kleinen Anfängen eine unbezähmbare Leidenschaft für das Spiel entwickelte. Kann doch '.selbst das sonst aewiß unschuldige Villard- und Kegel-, ja. sogar das königliche Schachspiel, bis zur unsinnigen Uebertreibung und Vernachlässigung aller ernsteren Verpslichtungen betrieben werden, nicht zu reden von den zahllosen Arten von Glücks-, oder richtiger gesagt, Unglücksspiclen, von den gewagten Lörsenspekulationen und den Wetten auf Pferde angefangen bis zum gewöhnlichen Lottcr:ejpiel hinter verdeckten Fenstern. Es würde weit über den Nahmen einer Plauderei hinausgehen, wollten wir hier AllcS berühren, was unter die obige Spitzmarle gehört. Wir wollen uns daher auf die Ern?ähnung von ein paar, nicht aus Romanen, sondern lewe? auS dem täglichen Lcben geschöpften, besonders erschütternden wallen begnügen. Hier ist das Loos einer jungen Frau: ein bildschönes Mädchen, dessen 5?erz und Seele, so rein wie der edelste Krystall. Nichts wiederspieqelte, als die innigste Liebe zu ihren Eltern und Geschwistern, lernte bei einem Familienseste einen anscheinend anständigen jungen Mann kennen. Ihre Jugend und totale Unerfahrenheit ausnützend, wußte er sich bald ihre le?)enschaftliche Nevng zu erringen, und die Sache gedieh zu einem, wie man es zu nennen Pflegt. Verhältniß". Die Eltern, in berechtigter Sorge um ihr Kind, erkundigten sich natürlich überall über den Mann, m sie ihr theures und bisher so sorgsam geHutetes Kleinod anvertrauen sollten, und erfuhren zu ihrem größten Schrecken, daß derselbe zwar einen auskömmlichen Verdienst habe, dabei aber ein unberbesserllcher Gewohnheltsspieler sei. Wie alle welterfahrenen Menschen, so wußten auch die Eltern, daß kein Laster den Menschen so fest in seinen Klauen hält und die ihm Verfallenen in so wenigen Fällen wieder herausgibt, wie der Spielteufel. Um das ihrem Kinde drohende Schicksal, die Beute eines Spielers zu werden, wenn irgend möglich, ab)uwenden, versuchte die Familie in ihrer Herzensangst denn auch alle nur möglichen Vorstellungen und Abmahnungen, aber selbst die bittersten Thränen der Geängstigt? halfen Nichts. Der junge Mann hatte sich schon zu tief in das Herz des Mädchens einzunisten gewußt. Er .schwur Himmel und Erde, 'oafy er sich bessern würde, wenn sie nur erst einmal seine Frau wäre; sie glaubte und vertraute seinen Versprechungen, und die Heirath fand statt. Wie es in solchen Fällen fast immer zu gehen pflegt, so verlief auch hier das erste Jahr ganz erträglich. Auch fehlte es nicht an einem kleinen Prinzeßchen, das, wie die glückliche junge Muer hoffte, den Gatten erst recht an das Haus fesseln würde. Leider sollte die herbe Enttäuschung nur zu bald erfolgen. . Alle Schwüre und Versprechungen in den Wind schlagen', suchte der junge Ehemann wieder seine alten Kumpane und Lasterhöhlen auf. Spät und immer später wurden die Stunden seiner Heimkehr, zuletzt kam er fast gar nicht mehr nach Hause, sondern ließ die Frau, die ihm Alles geopfert. Tage und Nächte hindurch weinen und schließlich ohne jegliche Mittel zu ihrem eigenen und ihrer Kinder Unterhalt im Elend sitzen, während er eiit Geld in liederlicher Gesellschaft verspielte urev verpraßte. Wohl zeigten sich bei dem Manne, ehe es zum Schlimmsten kam, zuweilen noch Spuren von Reue und er machte neue Versprechungen, doch hielt er sie ebenso wenig, wie die früheren. Die junge Frau weinte und litt und litt und weinte Wochen, Monate, Jahre lang, bis sie es nicht mehr ertragen konnte und der Sache schon um der Kleinen willen ein Ende machen mußte. Der Schluß der traurigen Geschichte? Der Richter hielt dem herzlosen, pflichtvergessenen Gatten eine gesalzene Standrede, bedauerte, daß er ihn nicht nach Gebühr bestrafen konnte und verurtheilte ihn zur, BeZahlung der üblichen Alimente. Alimente! Als ob die paar Dollars per Woche das aus immer zerstörte Lebensglück der jungen Frau und ihr kosiges, anfänglich so glückliches Heim wieder herstellen und ein schützendes Dach über ihr eigenes und die Häupter der Kinderchen halten könnten. So kamen denn auch die letzteren in fremde Hände und Alles, was der armen Mutter blieb, sind Thränen und die Erinnerung an einen Auqenblick des Glücks! Es ist eine alte Geschichte. j Doch, bleibt sie. ewi. neu. .
Und wem sie just passiret, "r Dem bricht das Herz entzwei! , Das Bild des Spielteufels wäre nicht vollständig, wenn wir nicht auch noch einen anderen Fall erwähnen würden, in welchem die Frau die Schuld am Ruin der Familie trug. ' Da war ein braver junger Mann, der nie müßig ging, immer gut verdiente und sich auch schon ein kleines Sümmchen erspart hatte. Endlich traf auch er das Mädchen, von welchem er sein Lebensglück erwartete, u:) heirathete sie. Auch hier ging Anfangs 2lll:s gut; die jungen Leute lebten zusammen, wie die Turteltauben; zarte Kind.rstimmchen umjubelten den jetzt mit vcrdoppeltem Eifer arbeitenden Var, wenn er nach Hall.se kam; die jun.ie Frau blühte schöner, als je; die Haushalturvg war musterhast, kurz, Nichts schien dem Pärchen an seineni Glück zu fehlen. Doch das Unglück re'tet schnell, namentlich wenn es auf keinen festen Widerstand stößt, und zwar kam es in diesem ZValle in Gestalt einer häßlichen Frau Nachbarin von jener Sorte, welche der Teufel überall hat, wo er Unkraut gesät haben will. Triumphirend hielt sie eine Rolle Geld in der Hand, welches sie in der Lotteriebude um die Ecke gewonnen hatte eine Lappalie im Vergleich zu dem, was sie schön dorthin getragen hat, und erzählte der jungen Frau
von ihrem Glück im Spiel und den vielen Möglichkeiten, noch größere Ve träqe zu qewinnen, die sie dann ohne Vorwissen ihres Alten" auf Putz u. s. w. verwenden wollte. Anstatt der Spielerin oder gar Aaentm des Vudenbentzers, wie sie es verdiente, sofort und ohne jegliche weitere Umstände die Thüre zu weisen, horte die Unerfahrene der Verfuhrerin. anfangs allerdings mit einer gewissen Angst und Beklemmung zu. Schließlich durch noch em paar an dere Lotterieweiöer ermuthiat, pro birte auch die junge Frau einmal ihr Glück, wenn auch nur mit 'wenigen Cents, die natürlich verloren gingen. Anfangs lachte sie über ihren Verlust. denn sie wollte sich ja nicht, wie die anderen Frauen, ohne Vorwissen ihres Alten" putzen u. s. w. Und doch begann sie, zu träumen, wie schön es wäre, wenn sie einmal ihren Mann mit etwas Besonderem überraschen oder ihren Kindern einige neue Sachen kaufen könnte, wozu ihre eigenen Mittel nicht reichen, und so versucht sie denn das Schicksal wieder und zwar diesmal leider mit einem Gewinn erfolg von einigen Dollars. Von dem Moment an ging es, wie in so vielen Fällen, so auch mit der zungen ffrau Schritt für Schritt ab wärts: denn auf den einmaligen, als Köder hingeworfenen, Gewinn folgte Verlust auf Verlust. In der leeren Hoffnung, das Verlorene wieder einzubringen, spielte sie immer öfter und war zur Gewohnheitsspielerin geworden. ehe sie es selbst recht wußte. Ein jeder Cent, den der Mann nach Hause brachte, wanderte in die Lotteriebude; die armen Kinder liefen bald genug in zerrissenen Schuhen und Kleidern umher; der Mann bekam trotz des anständigen Wochengeldes, welches er seiner Frau gab, kaum eine ordentliche Mahlzeit mehr und schließlich wurden erst die besseren und dann sogar die nothwendigen Sachen versetzt. Hundertmal versprach sie Besserung, und ebenso oft vergab ihr ihr Mann, der sie ixo'z alledem immer noch liebte, aber immer wieder fiel s: in ihr altes Laster zurück, bis sich der Gatte endlich von ihr trennen mußte, um wenigstens die Kinder zu retten. Das Ende dieses Falles war natürlich'ebenso traurig, wie das des erst Geschilderten nur mit dem Unterschiede, daß hier die Frau von Stufe zu Stufe sank, während dort der Mann den Weg aller Spieler ging. Wir haben hier an zwei leider nicht allein stehenden Vorkommnissen gezeiat. in welch' unendlich peinvoller und herzbrechender Weise der Spielteufel und die mit ihm eng verbündenen Laster wirken. Sie zerstören mit der Zeit jedes edlere Gefühl im Menschui, sogar die Gatten- und Elternliebe, die zwei stärksten Bänder, welche die Menschen aneinander ketten, und, wie schon oben bemerkt, bedarf es eines größeren Aufwandes von Willenskraft, um die Leidenschaft zum Spiele zu bekämpfen, als irgend ein anderes Laster. Und doch sollte es nicht zu den UnMöglichkeiten gehören, dem Spieltenfel zu entsagen, namentlich in der Ehe, wo doch den beiden Gatten kein Opfer der Liebe zu schwer sein sollte, und der dem Spiele ergebene Theil es noch dazu an taufenden von Beispielen sehen kann und wissen muß, daß seine Leidenschaft schließlich und unfehlbar sie Beide mit ihren Kindern in das bitterste Elend stürzen wird. Es ist fast unbegreiflich, daß ein Mann es nicht vorziehen sollte, nach qethaner Arbeit in die Arme seiner Lieben zurückzukehren, anstatt sich Nächte lang mit Gewohnheitsspielern herumzutreiben. Letzteres konnte er als Junggeselle ja nach Belieben thun oder lassen: aber wenn er es früher gethan hat und nicht die moralische Kraft mehr besitzt, um sich aus dem Sumpf: herauszureißen, so hätte er nicht heirathen und ein unschuldiges Mädchen und hilflose Kinder mit sich in das Unglück reißen sollen. Ebenso räthselhaft ist es übrigens, wie so manche von den verheirathcten Frauen den Lockungen sogenannter guter Freundinnen eher als dem Rath und der Führung der sie ehrenden und liebenden Männer, die nur ihren Famitten leben, folgen. . , .
Einer allein kann nicht spielen, son
dern muß zu diesem Zweck mindestens einen, meistens sogar mehrere Genoss sen haben. De: erste Schritt zur KurZ vom Spielteufel, der. wenn energisch durchgeführt, schließlich auch zum Er-z folg führen wird, wäre daher der-, sia? mit eisernem Willen vorzunehmen, die betreffende Gesellschaft ein für allemal zu meiden. ! Es ist nicht so leicht gethan, wie gesagt; aber so schwer es anfangs auchj scheinen mag. es kann geschehen uitd, später wird sich der vom Spiele Be, kcbrte über sick, selbst wundern, wie cc je so lieblos gegen seine Familie han deln und überhaupt ein Interesse dar an haben konnte, ob ein Stückcherr Kartenpapier hier oder dorthin fiel oder eine kleine Kugel auf dem oder lenem Felde stehen blieb, oder ob em Pscrd um eine Nase lang schneller Iiefcj als das andere. Welcher Unsinn zu allem dem grenzenlosen Elend, welches der Gewohnt hcitsspieler übe? die Seinigen bringt t Für Tchnupser. Eine Gebrauchsanweisung zum tXci ganten und genußreichen Sch7.uvfe hat em Franzose verfaßt. DaÄ Exercitium mit der Tabaksdose rnußl nach ihm bei jeder Anstand-prise aus! folgenden zwölf Graden oder besonder rer Handlungen kcstthen: 1. Die Dosc wird mit der rechten Hand hervorge.nommen. 2. Sie wird der Linken übergeben und von dieser in die geho.rige Lage oebracht, um geöffnet wer den zu können. 3. Mit den drei Mittelfingern der Rechten wird darauf einige- (gewißlich zwei-") male ge--klopft, damit sich der Tabak ordns und ebn.?. 4. Sie wird mit derselben Hand geöffnet. 5. Mit der Linken wird die offene Dose den Anwesenden präsentirt. 6. Sie wird nach genommenen Prisen langsam zurückgezogen. 7. Der Tabak wird darin neuerdings geordnet und geebnet. 8. Die eigene Prise wird mit dem Daumen und frnr Aigefinger der rechten Hand gefaßu 9. Die ganze Prise wird eine Weilq zwischen den Fingern gehalten. Die Prise wird langsam zur Nase gebracht. 11. Sie wird mit Bracht.-, samkeit geschnupft und 12. D'e Dose wird geschlossen. Derlei Anstand?Prisen" können sich natürlich nur Leute erlauben, welche sehr viel Zeit hefe. Denn der Engländer Stanhope 'ha! berechnet, daß man, wenn man alle zehn Minuten eine solche Prise nimmt; jährlich 36 1-2 Tage mit dem Schnupfen verbringt! Vorsichtshalber. t In einer Provinzialstadt erscheint' am Postschalter ein junges Mädchen. schüchtern und erröthend .em dienstha?' benden Beamten die Frage rorlegerrd, ob vielleicht unter Chiffre A B 10 ein Brief postlagernd eingegangen sei? .Geschäfts- oder Liebesbriefs fragt im Scherz der Beamte. TieH errathend erfolgt die Antwort: QJt schäftsbrief!" Da kein Arie vorzufinden, entfernt sica das Frat lein, kehrt jedoch nach einiger Zeit zuj ruck, klopft zögernd an s F:nster um fragt: .Ach, Herr Erpedltor, wurt Sie wohl idie Güte haben, doch auÄ 'mal unter den L x t b 1 5 brlefen nach zusehen ? !" m m m ... Ein guter Kerl., i; Sergeant: Kerls, Ihr wißt,, ich bin, ein seelenguter Kerl, sozusagen rrn Waschlappen von einem Menschen. Aber im Dienst da bin ich ein ieu und ich bin stets im Dienst. I Vor dem Fahneneid. Feldwebel (zu den Rekruten): Hrute müßt Ihr schworen L Aber das sag ich Euch : im Dienst ist die ewige. Treue anders zu versteh', als wie 161 den Mädeln!" . J
km ; ( "Sjj f; ?TL M iL.k jji ' MMwa W, lmln'Ytr l Ifi' IPl I W VJM liffiii ' H I : JMMwm ym0wmk mMmmm m&'M(W&w WÄMM ! Aj&v A Ss -
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