Indiana Tribüne, Volume 17, Number 116, Indianapolis, Marion County, 14 January 1894 — Page 7

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Nrise Plaudereien. Ton WiZhelu, aufma::n. i. Dresden, Mitte December. Der Schnelldampfer des Norbd. Lloyö welcher mich in den ersten Decemöertagen nach Deutschland brachte, war nur schwach besetzt. Kaum sechzig Cajüjenpassagiere wies die Liste auf, obschon das schöne Schiff leicht die vierfache Anzahl beherbergt hätte. Das große Publikum fürchtet das .winterliche Meer. Dieselben Leute, welche ihre Sommerausflügs nach Europa so einzurichten pflegen, daß sie gerade um die Zeit der AequinoctialStürze zurückkehren, sind währeno der Wintermonate, denen man noch 'dazu am 'bequemsten und am billigsten reist, gar nicht dazu zu bewegen, sich einem QceanDampfer anzuvertrauen. Un) doch sind die Hauptgefahren, die 'den Berühr auf dem atlantischen Ocean heutzutage bedrohen, im Wintt: cZg:.-.tlich geringer, als während der b:oorzugten Neiseperiod. Eisbärge iJ.i-.men im Nord-Atlantrc überh.iupt nur während der Sommermor.ate vor, uno ich glaube, daß auch die Neelgefah? im Winter geringer ist, denn, der Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft ist im Winter auf dem Meer: kleiner als im Somin:?. UcbrigenZ, wer nun einmal zur SieZrankheir neigt, dem kann es ganz einerlei sein, ob die von Stumpfsinn un) ?Ien) beherrschten fünf oder sechs Tage in den Sommer oder in den Winter fallen. Um den ganz allgemein verbreiteten Jorurtheilen gegen die Winterreisen entgegenzutreten, möchte ich doch erwähnen, daß wir im December das herrlichste Wetter hatten, daß uns die liebe Sonne während der ganzen Fahrt mit ihren freundlichsten Blicken begleitete, daß wir das Nebelhorn nur als Begrüßungssiznal kennen lernten und daß die meisten Passagiere von ihrer Wintergarderobe gar keinen Gebrauch zu machen wukten. Selbst auf der CVnS hsin T?:nf nnhsaTrS Vnnr hi? Pust ! ) . 1 ;fo mib wie im Mai. Als ich damals im leichten Sommerüberzieher bei -prächtigstem Sonnenschein auf Deck flanirte, gedachte ich der verschiedenen Arten von Witterungsscheußlichkeiten. die uns um diese Zeit in meiner Vater'siadt Cleveland bescheert zu werden pflegten, des mit Kohlendunst geschwängerten bleiernen Nebels, der entsetzlichen Straßenübergänge, der Schnelligkeit, mit welcher ein steifer Noriherner Äre schmutzstarrendenStra'ßen in spiegelglatteEisbahnen verwandelt, und des reg:lmäßiq Abends eintretenden dritten Witterungsumschlags, gewöhnlich Schnee und Regen untermischt. Dem Allen entgangen zu sein und hier die herrliche ozonreiche Luft zu athmen, das fordert' doch gewiß zu einem Lobeshymnus auf die winterliche Seefahrt heraus. Jedoch auch aus einem anderen Grunde möcht: ich der Winterreise den Vorzug vor der Sommerfahrt geben. Im Winter fehlt der Schwärm der Vergnügunasreisenden, das Deck ist nicht mit Stühlen blockirt, auf denen die Damen faulenzen, und man hat wenig Gelegenheit zur Erwägung der Frage, ob der Anglo-Amerikaner, i wie der so häufig diesem nachäffenden Deutsch - Amerikaner wirklich der beste Ehemann der Welt" ist. oder ob man ihn zutreffender bezeichnen kann als der erste Lakai seiner gebietenden Gattin. Auch ist im Winier nicht der ode Ton des modernen 'Gesellschaftslebens auf dem Schiffe maßgebend, sondern es herrscht weltmännische Ungezwungenbeit und jenes undefinirbare liebenswürdige Entgegenkommen, wie es sich in jeder Gesellschaft von selbst herausbildet, die nicht zur Mehrzahl aus verwöhnten Protzen, sondern aus Leuten von Erziehung und Takt besteht. Man braucht sich nicht über reich gewordene Landsleute zu ärgern, welche sich an vornehm thuende AngloAmerikaner herandrängen, um von diesen abgeschüttelt zu werden, und man läuft im Winter weniger Gefahr, Leute zu Tischnachbarn zu bekommen, 'deren Gesellschaft Einem die der Fröhlichkeit und dem Genuß g. .ibte Stunde zur Qual machen könnte. Denn es ist eine seltsame, aber doch unwiderlegliche Thatsache, daß die Menschen sich auf dem Schiffe weit offener und natürlicher geben, als auf dem Lande. Jeder wird von dem Bewußtsein beherrscht, daß man nur wenig? Tage bei einander ist, daß man sich wahrscheinlich nie wieder sehen wird und daß es deshalb der Maske nicht bedarf, welche fast Jeder auf dem Lande unbewußt zu tragen pflegt. Da kommt es denn rasch genug an den Tag. ob Der oder Die natürlichen Takt besitzt, oder ob Rücksichten auf den lieben Nächsten Ihm oder Ihr ??ilofremd geblieben sind; ob sie wirkliche Bildung haben oder die unaussiehliche Gewohnheit, iinnnr nur über sich selbst zu plaudern, ob ihre Erziebung sich auch auf die Tischgewohnheiten der gizren Gesellschaft erstreckt, oder ob der Fruchtkorb und die Deserischüssel schon vor der Suppe in Angriff genommen werden, ob sie Geld auf anständige Weise auszugeben verstehen, oder ob sie's machen wie der Todtsäufer einer beliebigen amerikanischen Brauerei, wenn derselbe im Saloon das Spendgeld fliegen läßt. Ja, das Alles kommt rasch genug an den Tag. aber noch immer nicht rasch genug. Denn der Ober-Steward vertheilt die Tischplätze schon kor der ersten Mahlzeit und wie sie vertheilt sind, so müssen sie während der ganzen Reise bleiben, und wenn isz Mensch 'Pech hat, so wird ihm selbst das allerbeste Diner des Norddeutschen Lloyd durch unangenehme Tischnachbarschaft vergällt.

'Uebrigens hatte man's auf dieser Winterreise prächtig getroffen. Das Protzenelement fehlte ganz. Unter den Passagieren waren prächtige Menschen, 'Reichsdeutsche, verspätete Nachzügler der Ausstellungsbesucher, und DeutschAmerikaner aus allen Landestheilen, dann aber noch ein stattliches Contin-

gent von Deutsch - Asiaten. Letztere waren einmalige Bremer und Hamburgcr, welche sich in Shanghai, Jokohama. Singapore, Hongkong und in dem sogenannten Straights Settlement" niedergelassen hatten und die nun über San Francisco und New ?)ork nach der Heimath zurückkehrten, um ihre Ferien dort zu verbringen, sich eine Frau zu holen, ihren Principalen Rechenschaft abzulegen etc., etc. Diese Herren waren bald sehr beliebte Gäste de Rauchzimmers und wußten viel und interessant zu erzählen vom Leben und Treiben im 'fernen Ostasien, von den geschäftlichen Beziehungen mit den Eingeborenen. . von den chinesischen Großkaufleuten, von der neuerdings in Japan sich breitmachenden Unduldsamkeit gegen die Europäer, eine Sache, welche fr? ihren lächerlichen Aeußerungen auf's Haar an das Gebahren der amerikanischen Nativisten erinnert. Die deutschen Ostasiaten haben in jeder der großen Handelsstädte deutsche Clubs, worauf unsere Mitreisenden ganz besonders stolz waren. Sie konnten nicht begreifen, weshalb eine derartige deutsche Elubgeselligkeit in Deutsch-Amerika so selten anzutreffen sei. Es sei doch so natllrlich, daß die Deutschen im Auslande sich zusammenthun und die deutsche Geselligkeit nach besten Kräften pflegen. Und doch springt der Unterschied zwischen den Deutsch-Asiaten und den Deutsch-Amerikanern so leicht insAuge. Deutsche, welche nach Asien gehen, betrachten sich stets als Angehörige des deutschen, Reiches, haben. nur in den seltensten Fällen die Absicht, sich bauernd in der Ferne niederzulassen, und sie seen sich fast ausschließlich aus einer bestimmten Klasse, nämlich aus besonders unternehmenden und geöiloeten deutschen Kaufleuten zusammen. Auch entstammen sie fast alle den Hansastädten, finden also in HongZong, Yokohama und Shanghai eine größere Zahl von Freunden und Landsleuten vor und treffen den größten Feind der deutschen Geselligkeit, den Zersplitterungstrieb und den Kastengeist, nicht an. Wäre die deutsche Bevölkerung iener fernen Hafenplatze Asiens eine so gemischte, wie man sie in den GroMadten Amerikas antrifft, so läge die Sache dort wahrscheinlich ähnlich wie bei uns. Nach den Schilderungen jener Reisenden sind übrigens auch für Ostasien die Zeiten längst vorüber, in denen die gebratenen ' Tauben Einem in den Mund flogen, wenn es überhaupt jene Zeiten jemals dort gegeben hat. Der junge Kaufmann, welcher sich jetzt dahin wendet, muß Besitzer von großen .Kapitalien sein, oder ganz außergewohnlich viel Gluck haben, werai eZ ihm gelingen soll, zur ersprichlichen Selbsrständigkeit zu gelangen. Die besten Positionen sind von steinreichen Hamburger und Bremer Firmen be.'setzt, welche drüben eigene Häuser haben und dieselben durch junge Leute fübren lassen. Die Saläre derselben !sind im Verhältniß zu den Kosten des taglichen Lebens nicht übermäßig hoch und nur ein sehr guter Wirthschafter kann Ersparnisse davon machen, welche das Anfangen eines eigenen kleinen Geschäfts in der deutschen Heimath ermöglichen. Man Hort denn auch von diesen weitgereisten Herren dieselben Klagen, denen man in Amerika so .oft begegnet: wo ist nn noch für einen tüchtigen aber mittellosen Mann eine Chance, welche Selbstständigkeit verspricht ? Uebercll massenhafter Andrang zu den noch offenen guten Plätzen und ohne größeres Kapital so wenig Gelegenheit, sein eigener Boß" zu werden. Ich glaube übrigens, wenn sich die jungen Herren dazu bequemen wollten, ihre Ansprüche beträchtlich herunterzuschneiden.so würde ihnen die Beantwortung jener Frage weit weniger Schwierigkeiten bereiten, sowohl in Osdasien, wie bei uns in Amerika. Nein, ich glaube nicht daran, daß die Zeiten so grundschlecht geworden sind, daß nur noch das Kapital regiert und daß nur der außerordentlich vom Glück Begünstigte noch vorwärts kommt. Wenigstens für Amerika glaube ich nicht an solche Zustände. Und mein Nachbar beim Nachmittagskaffee im Rauchzimmer, ein gemüthlicher Deutsch-Ealifornier, wird mir darin wohl beistimmen. Es ist das ein prächtiger Mensch, und wenn es ihm auch nicht gelungen, mich in die GeHeimnisse des Pedro-Spiels einzuweihen, so hat kr mir doch recht vielFreude gemacht, dieser blonde Niedersachse.der in einfacher und doch so beredter Weise uns von dem Lande der dicksten Birncn erzählte. Er ist nämlich ObstZüchter in einem der herrlichsten Thaler des gottgesegneten- Californiens. Wenn er von seinen Birnen und Trauben sprach, so verklärte sich sein Geficht und er merkte es gar nicht, daß die übrigen Reisenden ihn wegen der dicken Birnen aufzogen. Am zweiten Tage nach seiner Erzählung hatten nämlich die kalifornischen Birnen schon den Umfang eines mäßigen Zuckerhuts angenommen. Das kupferne Abzeichen im Knopfloch des Californiers erzählte schon einen Theil seiner Geschichte und den übrigen Theil wurden wir auch bald gewahr. Es ist eigentlich eine ganz einfache Geschichte. Als jüngerer Sohn eines Haidebauern kam er nach Amerika im Zwischendeck, machte den ganzen Krieg mit, ging nach Kansas, um unter dem Heimstättegesetz eine Farm zu erhalten, und wurde später nach Calisornien ver-

schlagen, n5o er Goldgräber, Farmer, Handelsmann und schließlich Obstzüchter geworden ist. Jetzt hat ihn das Heimweh nach dem alten Bauernhause im Lüneburgischen gepackt und so ist er unser Schifssgenosse .geworden. Er spricht ein recht gutes Englisch und sein Hochdeutsch, das er erst in Amerika erlernte, denn seine Muttersprache war Plattdeutsch, klingt mindestens so erträglich, als das Hochdeutsch so mancher gebildet sein wollenden deutsch-ameriöanischen Herren, welche wenig über das Weichbild der Stadt New tyoxt herausgekommen sind. Als ich eine Woche später von Bremen aus mit ihm durch die Lüneburger Haide fuhr, suchte ich ihn aufmerksam zu machen auf gewisse Veränderungen und Verbesserungen, welche selbst in jenem verlorenen Winkel des deutschen Vaterlandes durchgeführt worden sind. Da war z. B. in der Nähe von Soltau ein großer Fruchtgarten angelegt worden. Durch Berieselung und systematisches Düngen und Bearbeiten des Bodens hatte man dem weißen Haidesande ganz unerhörte Erträgnisse abgewonnen. Man sah weite Strecken mit Johannisbeeren und Brombeeren bepflanzt, die auf diesem künstlich geschaffenen Boden prächtig gedeihen sollen und aus deren Ertrag der unternehmende Besitzer große Massen von Fruchtwein erzeugt. Dann kamen wir an einer großartigen Zuckerfabrik vorüber und lange Eisenbahnzüge mit Rüben beladen fanden wir dort vor. Der Californier war sichtlich von diesen Fortschritten überrascht, aber ich merkte ihm doch an.daß es mit seinem Heimweh immer weniger wurde, je näher er seine: alten Heimath kam. Er mochte sich wohl ausmalen, was ihm bevorstand. Denn die Bauernhöfe sehen just noch so aus, als zur Zeit feiner Auswanderung nach Amerika. Noch lebten hier Mensch und Thier friedlich unier einem Dache und die Misthausen vor den Gehöften waren auch nicht kleiner geworden. Und schwerlich wird der Gesichtskreis des Bruders größer und weiter geworden sein, des Bruders, welchem der Besuch des Californiers galt. Letzterer wurde immer einsilbiger und als wir

unS auf der nächsten Station trennten, da klang sein Good bye" ordentlich wehmüthig. Ich sah noch, wie er seinen Bruder, den daheimgebliebenen Bauer, begrüßte, und wie sein Koffer auf einen schweren Landwagen geladen wurde, auf welchem mit Heu gefüllte Säcke die Plätze der Sitze vertraten. Welch ein Abstand zwischen diesen beiden Brüdern, dem glattrasirten, schwerfälligen Bauern, dessen breites Gesicht noch ganz den angeerbten Stumpfsinn wiedergab, und diesem kalifornischen Besucher, der weltmännische Manieren hatje, intelligent und . unternehmend aussah, zwei Sprachen fließend handhabte und auf amerikanischem Boden die deutschen Tugenden des Fleißes und der Genügsamkeit geübt hatte. In jener Vegrüßungsscene auf dem kleinen Bahnhof in der Lüneburger Haide ist mir der Werth der deutschen Einwanderung nach Amerika besser veranschaulicht worden, als jemals zuvor. Ich dachte an die fünf oder sechs Millionen Deutsche, welche im Laufe dieses Jahrhunderts über den Ocean gezogen und, wie die Deutschthümler sagen, für Deutschland verloren gegangen sind. Ich dachte an die Summe von Tüchtigkeit, welche die Entwickelung dieser Millionen auf amerikanischem Boden darstellt, an den. großen erziehlichen Proceß, den sie All: durchgemacht haben, und an den Werth, den die Ausbildung solcher Massen für den Fortschritt der Menschheit haben muß. Gelegentlich der Debatte über den rumänischen Handelsvertrag sagte der Reichskanzler Caprivi dieser Tage: Die Frage stellt sich so dar, ob wir Waaren oder Menschen exportiren sollen." Er wollte damit sagen, daß neue Hilfsquellen aufgesucht werden 'müssen, um das noch immer, trotz der AuswandttAig, an starker Bevölkerungszunahme laborirende Deutschland genügend zu ernähren. Er glaubt durch den Vertrag mit Rumänien neue Absatzgebiete zu gewinnen für die auf den Export angewiesene deutsche Industrie. Und er hatte darin Recht. Desto unpassender war jedoch Caprivis Insinuation betreffs des Exports voa Menschen. Die deutschen Staatsmänner sollten sehr dankbar dafür sein, daß es ein Land wie die Ver. Staaten gibt, welches einen guten Theil des deutschen Vevölkerungs-Ueberschusses aufgenommen hat, denn in welch' verzweifelte? Lage würden sie wohl heute sich befinden, wenn sie nach künstlichen Mitteln suchen müßten, um Brod zu schaffen für die nach Amerika ausgewanderten fünf bis sechs Millionen Deutsche und deren Nachkammen? Uebrigens ist die Klage der Deutschen betreffs der ausgewanderten Mcnschenmassen immer noch verständlicher, als die Agitation der amerikaNischen Nichtswisser, welche jetzt mit Gesetzesvorlagen zur Beschränkung der Einwanderung kommen. Mein kalifornischer Freund wird sich schwerlich lange bei seinem deutschen Bruder aufhalten. Ich vermuthe sogar, daß er schon Heimweh nach dem Lande der großen Birnen bekam, als er den Fuß über die Schwelle des Vaterhauses setzte und von allen den Düften begrüßt wurde, die von einem niedersächsischen Bauernhause nun einmal unzertrennlich sind. Und ich fürchte, daß er zuerst sehr geringschätzig von seinem alten Vaterlande denken wird. Aber da er ja später nach Berlin und nach Hamburg, nach Frankfurt und an den Rhein will, so steht zu hoffen, daß er später noch anders denken lernt urdd.nach dem Lande der allergrößten Birnen die Ueberzeugunz mitnimmt,daß w dem alten Ger-

manenvolke nicht nur die alte unverwüstliche Kraft steckt, sondern, daß ihm in jüngster Zeit auch die Schwingen des Unternehmungsgeistes und der praktisch angewandten Thatkraft mächtig gewachsen sind.

Qiu nordwestlicher Nabob. Man kann Okanogan Smith, den Staatsmann und Millionär des jungen Staates Washington, den William Penn des Nordwestens am Stillen Ocean nennen. Als Millionär ist er freilich neben ;en Vanderbilt oder Rockefeller der reinste Waisenknabe; gewiß ist nur, daß er über die erste Million beträchtlich hinaus ist, wie weit jedoch, das vermag Niemand zu sagen. Vom lokalen Standpunkte ist er eine der hervorragendsten Erscheinungen des geschäftlich-politischen Lebens und hat eine interessanteLaufbahn gehabt. Selbstverständlich ist er durchaus ein sclfmade man. Vor langen Jahren war er Setzer an einer der täglichen Zeitungen Chicagos. Erverliebte sich über die Ohren in eine junge gartenstädtische Schöne, welche ihm aber einen Korb gab. Das trieb ihn fort, und er wandte sich nach Californien. Zur Zeit der FrazerslußGoldsensation gerieth auch er nach Britisch-Columbia, kehrte aber nicht mit den anderen, schwer enttäuschten Goldjägern zurück, sondern befreundete sich mit dem alten Nez-Perces-Häuptling Drei Berge- und war lange Zeit selber Mitglied dieses .Stammes. Mit scharfem Blick erkannte er. welchen Werth das Land der Nez Perces eines Tages haben würde, und erlangte vom besagten Häuptling ein Freisassen-Recht auf mehrere Tausend Acres am Gestade des Osoomoossees. Nicht lange nachher heirathete er des Häuptlings Tochter. Aus den blutigen Kämpfen zwischen den Nez Perces und den Coeur d'Alenes ging Smith mit völlig heiler Haut hervor, während sonst ein: Menge weißer Metallsucher massakrirt wurde. Als aber in Okanoaan Gold entdeckt wurde, da blühte Smiths lang gepflanzter Weizen. Vor etwa drei Jahren starb ihm seine Gattin und dann heirathete Smith eine Weiße. AuS der Eh: mit der Hauvtlingstochter hatte er zw?l wunderschöne Töchter, welche er in einem Kloster zu Portland, Ore.. :rziehen ließ. Als dieselben heirathsfähig wurden, machte Smitb viel von sich reden. Da er die Mädels nicht an benachbart: Rindslümmtf" oder Metallaräber oder Gämbler verbmathen wollte, so schrieb er ein Wettwerben um die Neigungen der Mädchen aus und bot den siegreichen Kandidaten je 160 Acres Land und 200 Pferde. Da erschienen mehr als 20 städtische Gelbschnäbel, und Smith Za'ate dieselben sämmtlich wieder fort ! Beide Mädchen sind aber jetzt gut verheirathet. ChineslsHe Oeoynhetten. Die Chinesen scheinen atxcCii ant in ihren Gewohnheiten, als geographisch unsere Aiitipoden (Gezenfüglr) zu sein. In Bezug auf KliSung fangen sie damit an, o die übrigen Manschen aufhören. Denn ihre Westen tragen sie außerhalb uöcr den viod ind ihre Unterhosen außer bald über lhrcn Beinkleidern. Wir -schmärzcn unser Schuhzeuz, sie weißen es. Unsere Frauen trafen lanae Kleider, die ihrigen lang: Aermel. In China bedienen sich die Scanner des Fächers uns dle 'v.'lver tragen Hosen, iüernt irr . 's- . 't rrS . t i onoen ipre Le!voonoiilen einen starken Gegensatz gegen die unseren. Wir haben zum ersten Gange eine Suvve und daS Dessert bildet den Schluß ; sie aver gen;eßsn das )Viixt zuerst und die Suppi zuletzt. Sie ignorieren Messer, Gabel und Löffel und essen mit zwei Stäbchen, welche r w . . . 5 t veive in der rechten Hand hatten. Vle verschmähen Rindfleisch, Milch, Butter und Kase, essen dafür aber junge Hunde, Katzen, Ratten und Vogelnester, die Finnen der Haisische und Schlanzen. Bei uns ist der Ehrenplatz zur Rechten, br ihnen zur Linken. Beim Datiren vor Briefen setz:n wir da5 Jahr zuletzt, sie aber schreiben es zuerst. Anstatt zu sagen Nordost und SüdiVest, heißt eö bei ihnen Ostaord und Westsüd. Sie sprechen vom Seekompa (ihre eigene Ersindung), alZ nach Süden zeigend. Hier zeigt eine Mutter ihre Liebe zu ihrem Kinde dadurch, daß sie es küßt ; eine chinesische Mutter beriecht es. Wr versetzen den Sinn, die Intelligenz in das Gehirn, sie in den Magen. Wir honori ren unsere Aerzte, wenn wir krank sind, sie aber zahlen ihm, so lange sie gesund sind und stellen ihre Zahlgen ein, sobald sie krank werden. Hier tödict ein Mann seinen Beleidiger, wenn er sich . ihm rächen will, der Chinese nimmt äer seine süße Nache" an seinem Feinde, in dem er sich selbst umbringt. Se besteigen das Pferd von der rechten Seite aus, und wenn sie wollen, daß es sich in Bewegung setze, sagen sie Whoa!' Die Männer reiten feiten weise und die Weiber rittlings. Wir bedienen uns der Laternen in' dunkeln Nächten ; sie führen ' mehr Laternen beim Vollmond, als zu irgend einer anderen Zeit. Wlr stecken die Kerze in den Leuchter, sie den Leuchter auf die Kerzö. Ihre Geheimpolizisten schlagen zur Nachtzeit einen Tam.Tam" um den Dieben und Nach! schwärmen, ihre Ankunft zu melden. LZir fahren in Eisenbahnwagen, sie in Schubkarren. Wir ziehen Kanalboote mit Pferden, sie mit Männern. Wir verrufen Holz nach dem Maße, sie nach dem Gewichte. . Wir machen weiche Kissen, sie benutzen einen Holzblock dazu. Unsere Ladenjchilder find horizontal, die ihrigen per oendikular. Sie lassen Schiffe mit der Leite vom Stapel laufen, läuten Glocken oon außen und drehen soaar die Schrau I ben in der entgegengesetzten Richtung 49 n.

Beim SchitdSmaun.

Humorelk von Narlyali. In das herrschaftliche Eckhaus der Charlotten- und Kochstraße in Berlin traten zu gleicher Zeit, der Eine von rechts, der Andere von links kommend, die behäbigen Gestalten zweier Vürger.- Die dicken, goldenen Uhrketten auf den stattlich gerundeten Westen, der Stoss ihrer Anzüge und der Ausvruck ihrer Gesichter kennzeichneten sie als Angehörige jener glücklichen Klasse, welcher der Nothstand noch nicht in die Kuchentopfe guckte und bei der die Steuerschraube mit ihren Windungen noch nicht allzu schmerzyaften Eindruck gemacht hatte. - Dennoch lastete eine gewisse Schwermuth, vermischt mit einem Sch:in verbissenen Trotzes, auf ihren Physiognomien, und der Blick, den sie sich zuwarfen, als sie dicht hintereinander durch die Hausthür schritten, war f.indselia und bitter. Schweigend stiegen sie die Treppe hinan und schweigend blieben sie vor einer Thür des ersten Stockes stehen, an der ein grokeS, weißes Porz-llan-schild prangte, auf dem in schwärzen Buchstaben: Carl Schmidt, Schledsmann", zu lesen war. Der Nächststehende zog die Glocke. Ein Dienstmädchen öffnete und wies, ohne erst zu fragen, die Beiden in das Ar2eitszimm:'- deZ SchledZmannes. Sie traten ein. Mein Name ist Memmlcr." Mein Name ist Schönebeck!" Damit war die. Vorstellung erledig. Aber, meine Herren!" bemerkte der Schiedsmann, Sie kommen zu spät, ich hatte Sie um Vier bestellt und jetzt ist es Nünf!" Pardon!" entschuldigte Schöneb:6. daS mutz ein Irrthum sein, in meiner Vorladung steht fünf!" In der meinigen auch!" bestätigte Memmler. Wirklich?" fragte der Schicdsmann, der Wirth des herrschaftlichen Hauses, da muk sich mein Schreiber geirrt haben. Nun, es ist ja noch nicht zu spat, ich habe nämlich um Sechs eine wichtige Unterredung mit meinem Anwalt: aber wir werden gewiß bald fertig sem! Gewi, gewiß!" bestätigten Beide. Also" fuhr der Schiedsmann fort, indem er einen Bogen Papier für das Protokoll zurechtlegte Sie, Herr Memmler, fühlen sich von Herrn Schönebeck beleidigt? Jawohl !" rief Memmler, der hier anwesende Schönebeck hat mich ein Rhinozeros genannt! Ich halte das für eine schwere Beleidigung! Schwere Beleidigung!" äsfte ihm Schönebeck nach, schwere Beleibtaung! etwa weil das Rhinozeros ein schwarzes Thier ist ? Das beweist gar nichts! ob daS Rhinozeros em Aber, meine Herren!" unterbrach der Schiedsmann, das fuhrt zu nichts! Herr Memmler, unter welchen Bedingungen wollen Sie sich emlaen? Schönebeck soll hundert Mark in die Armenkasse zahlen und öffentlich Abbitte leisten!" ftallt mir gar nicht ein !". rief Schönebeck. Ich finde die Bedingungen allerdings auch ein wenig hart," bemerkte der Schiedsmann. Und wenn Sie erst wüßten, wie Alles aekommen!" eiferte Schönebeck. Memmler. Lehmann und 'ich, wir spielen nämlich schon seit Jahren jeden Montag und Donnerstag bei Bäldenius Skat; nicht hoch,' um die Ganzen. Nun hatte aber Lehmann am Montag Geburtstag, und den wollten wir dadurch ganz besonders begehen, daß wir einen ffünfpfennioska't spielten. Dabei wurde ausgemacht, daß, wenn durch den ffehler eines Spielers ein Spiel verloren geht, er dieses bezahlen müsse. Nun hatte Lehmann einen Piauesolo " Treffsolo!" unterbrach Memmler. Richtig, ein Treffsolo!" bestätigte Schönebeck. und Memmler hatte die 'Herzen Zehn, Dame und Neune! Nein!" unterbrach Memmler wieder, ich hatte die Zehn, Dame und Acht!" Die Neune!" eiferte Schulze Die Achte!" Die Achte !" Na, wo war denn dann der Könia ?" Lag der nicht?" Nein, den hatte ja eben Lehmann." 'Ach richtig, das Aß lag!" Ganz recht !" rief Schönebeck, jetzt hab' ich's! Lehmann hatte Sieben. Neune und König, und Memmler Acht, Dame und Zehne. Nun spielt Lehmann die Sieben aus. Ich wimmle. Memmler sticht mit der Achte und spielt Pique aus. Das nimmt Lehmann und spielt Herzen Neun. Ich wimmle wieder, und nun sticht Memmler mit der Zehn statt mit der Dame. Dadurch bekam der König 'noch einen Stich, und das Spiel war verloren!" Aber ich bitte Sie, Sie müssen mir Recht aeben! Wie kann ich mir denn die Zehn blank spielen, wenn das Aß noch drin' war," vertheidigte sich Memmler. Das lag doch!" eiferte der Andere. Kann ich das wissen?" Und ich hätte es doch auf jeden ffall gestochen!" Sie hätten noch einmal Herzen ziehen sollen." bemerkte der Schiedsmann. Das habe ich ja auch!" antwortete Memmler. " Das war's ja eben!" rief Schönebeck. auf die dummen sieben Augen mußte ich einen Trumpf verstechen, dadurch bekam Lehmann fein AtoutAß nach Hause und gewann das

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Spiel, was sonst unmöglich war, wie Sie mir zugeben müssen!" Ja. Gott, wenn man' die Karten nicht gesehen hat, läßt sich schwer etwas sagen." Vielleicht haben Sie ein Spiel Karten hier; ich werde es Ihnen zeintrtM Karten habe ich hier!" antwortet: der Schiedsmann und holte auZ einer Schublade eme Skatkarte. Schönebeck nahm sie u'id verteilt: sie so, wie sie an jenem Unglück -abend das Schicksal den drei Frcun":n zugewiesen. Der Schiedsmann wa:' t'ir.rx prüfenden Blick über die veri geilte.'. Blätter und sagte dann: I.-. Herr Memmler hätte allerdings vermuthen können, daß das Aß lag, immerhin war es aber kein Fehler, mit der Zehn zu stechen. Im Uebrigen war es für das Spiel von ganz geringer Bedeutung. der Solo ist allemal gewonnen!" Das möchte ich sehen!" rief Schönebeck. wo ich hier mit fünf Trumpf dagegensitze!" Bitte !" entgegnete der Schiedsmann, das können wir ja' einmal versuchen!" Alle Drei setzten sich. Ich spielte Wohl aus?" bemerkte Memmler, soll ich nun so ausspielen, wie am Montag Abend?" Ganz wie Sie wollen!" erwiderte der Schiedsmann, ich will Ihnen nur zeigen .daß der Solo nicht zu verlieren ist." Sie spielten. fünfzig!" rief der schiedsrichterliche Herr Schmidt, als letzte Karte den ältesten Jungen auf den Tisch werfend. Herz-Aß liegt, macht EinundseÄszig ! platzie Schönebeck verdutzt beraus. Ha!" macht: Memmler, wer ist nun das Rhinozeros?" .Herr Mcmmler!" Der Schiedsmann begleitete diesen Ausruf mit einem strascnden Blick. Ueb?rh7.uvt," fuhr er dann fort, begreife ich nicht, meine Herren, wie Sie eine solche Abmachung treffen können! Was ist ein Fehler? So lanae man es sich' gefallen läßt, daß durch Fehler Spiele gewonnen werden, so lange muß man es auch dulden. daß einmal ein Spiel durch einen Fehler verloren geht!" Erlauben Sie mal!" unterbrach ihn Schönebeck. wie meinen Sie das, Sie sagen, es könne auch durch einen Fehler ein Spiel gewonnen werden?" Gewiß! Unter zehn Spieler wird wenigstens eins auf diese Weise geWonnen!" N. na!" - Bitte sehr, ich will es Ihnen beweisen!" und er mischte und gab die .Karten. Ah," sagte er, als er sein Spiel aufnahm, sehen Sie, meine Herren, ich habe jetzt einen Grand mit Vieren, Schneider, Schwarz und muß das Spiel verlieren, wenn einer von Ihnen einen Fehler macht. Ich spiele das Spiel immer und wenn's hundert Thaler kostet, aber wie gesagt " Na. um hundert Thaler ist es mir zu theuer, aber wir wollen's um die Ganzen riskiren." ' v Sie spielten und machten keinen Fehler, der Schiedsmann, gewann das Spiel. - Schönebeck nahm die Karten und aab Sie wieder. Wo lag denn der Fehler, der gemacht werden sollte?" Sie mußten, die Pique Acht halten." Aber das wäre ja grundfalsch gewesen!" Das habe ich ja gesagt! cs war nur durchweinen Fehler zu verspielen." Memmler hatte während dessen 1.20 Mk. vor den Schiedsrichter hinaeleat. Was ist das?" fragte dieser. Nur für den Grand!" antwortete Memmler. Aber ich bitte Sie!" Nein, nein!" fagte jetzt auch Schönebeck. das war ausgemacht!" und er zahlte gleichfalls. Aber meine Herren! nein, das geht ja nicht!" Wir nehmen es auf keinen Fall zurück!" bemerkte Schönebeck fehr entschieden. Nun, dqnn erlauben Sie mir wcNigstens. das Geld an Sie zu verlieren !" Das Recht soll Ihnen unbenommen sein." Also, meine Herren! so lange der Vorrath reicht!" rief der Schiedsmann und tippte mit dem Zeigefinger auf die vor ihm liegenden 2 Mark 40 Pf. Aber es ist oft ebenso schwer, zu verlieren, wie zu gewinnen. Er spielte einen Treff-Solo ohne Neun und gewann. Darauf spielte er einen Grand mit zwei blanken Zehnen und gewann, weil 'die beiden Aß im Skat lagen. Darauf wagte .er einen Null-Ouvert mit einem blanken Aß und gewann. Nun aber verlor er dreimal hintereinander, das ärgerte ihn, und er spielr: wieder .vorsichtiger. Jetzt fvielte Memmler der verlor auch; dann Schönebeck, der gewann wieder, und so wechselte Glück und Unglück. Das Dienstmädchen beichte Bier, sie war das so gewohnt, wenn gespielt wurde, und den Dreie fiel das nicht auf. weil sie gewohnt waren, zu trinken. wenn sie spielten. Dann stellte sie Cigarren hin und entfernte sich. Wer giebt denn?" fragte derHausHerr, die Kiste öffnend und herumreichend. Ich!" erwiderte Schulze. ' Und dann gab Müller, und so ging eS fort, bis das Dienstmädchen wieder eintrat und an der Thür stehen blieb. Was wollen Sie?" fragte der Schiedsmann ärgerlich, denn er hatte eben einen Grand verloren.

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Madame läßt fragen, ob die Her-, ren zum Abendessen hier bleiben. antwortete das Mädchen, dann ließe sie bitten" Abendessen?" wiederholte der Schiedsmann erstaunt. Schönebeck sah nach der Uhr. Sapperment!" rief er, fünf Minuten über acht." Fünf Minuten über Acht!" stammelte entgeistert der Schiedsmann, und ich sollte um CechZ beim Rechtsanwalt sein!" Schönebeck und Mcmmler hatten? ihre Hüte genommen. Aber so bleiben Sie doch auf ein Butterbrot, meine Herren,? bat Herr Schmidt. Nein, wirklich nicht, wir müsse, gehen:" ' Nun denn, wenn Sie sich nicht halten lassen, also auf ein ander'; Mal." Und er begleitete Beide h'of lich bis an die Thür. Das war sehr gemüthlich!" be merkte Schönebeck, als sie die Treppe hinuntergingen. ' Plötzlich blieb Memmler stehen. ' Donnerwetter!" sagte er, nun ha ben wir ia ganz das RhinozsroS vergessen!" Ja." spottete Schönebeck, da werden wir wohl morgen noch einmal herkommen müssen." Ich werde mich hüten,- sagt: Memmler, ich habe 7 Mark verloren und drei Stunden Zeit verbummelt." Na also!" sprach Schönebeck gemüthlich, endlich wirst Du. doch ein-, sehen, daß Du" Sei still!" unterbrach ihn Memmler, ich weiß ganz allein, was ich bin! Der richt'ge Tachse Nee, das geht mer drieber nieber. Was mer uns jetzt bieten dhut. So ä alwernes Gelawre Bringt mich fermlich noch in Wuth. ( Werd wohl eener engel'sch dichten. Hat er nich derzu ooch's Zeig ? Awer unsre scheene Sprache, Die, denkt jeder,- gann er gleich. Schreibt da eens : An meene Waschfrau". Habt'r so was ie geheert ? ! Nee, das geht mer drieber nieber,. 's hat mich gradezu embeert ! Ihr meent, wenn 'r ee fer ei sagt Un fer au da sagt'r oo, . Hält mer eich fer richtige. Occhfcir, Nee, 's is lange noch rni so l Baßt jetzt uff. was ich eich sage, ' Schreibt's eich hinder eire Ohr'n Oder laßt mit säch'schen Verscherr Ginst'g uns lieber ungeschor'n. Wißt'r, wer de nich von kleen uff Unsre Sprache gennt, der errt. Lern'n muß der un Viecher wälzen. Bis er'sch endlich weise werd. . Nämlich, wo de alden Deitsche Schon gesagt ham ei un au, Da nur heeßt's jetzt hier zu Lande ce un oo, merkt's eich genau ! Awer wo se frieher sagten' u un i, da sprechen mir au un ei nu äöen grade, Seht'rsch, grade so wie ihr. Wena'r zählt, sprecht eens un zwece Dann gommt awer dreie dran, Un wer meene" sagt statt meine. Na, der zeigt äm, was er gann ! Kleeder macht der Schneidermecste?-. Reesen, doch zerreißen sprich, Steene ham mer viel in Sachsen, Geene'Schweene" ham m:r nich ! Laufen dhun mir nich, mir loofen. Un fer auch da sag' mer ooch, Soofen" awer dhut gee Sachse, Un fer Bauch spricht geencr Looch" . Seefe braucht mer, Feife roocht mer, ! Niemand scknoobt" sich mit Ver-' loob, Awer leicht verwechseln gannste -Eechenloob un Eegenlob. So, nu wißt'rsch ! Wenn'r widde? ! Säch'sche Versche machen dhut, ; Schießt nich Widder solche Becke, 's bringt mich werklich sonst in Wuth !, Bei der Bürgermeisterin einer kleinen Stadt ist heute Damenkafsee, zu dem die Frauen sammtlicher Honoratioren erschienen sind. Frau Rendant: Meine liebe Frau Doktor, rnin ist denn Ihr Herr Gemahl heute früh gerufen worden?" Frau Doktor: Ach, er wurde zur Baronin Hebelstein gerufen, die recht leidend sein soll!" Frau Rendant: Und da sind Sie so ruhig?! Die Dame soll ja eine recht gefährliche SZrene sein!" Frau Kreis threrarzt: Aber, meine liebe Frau Rendant. wir Doktorfrauen dürfen nicht eifersüchtig sein!" Gluckliche Ehe. Freundin: Und Du lebst wirklich glücklich in Deiner Ehe? Hausfrau: Wie sollte ich nicht! Denke Dir nur, in. welch? Familie ich hineingeheirathet habe. Mein Mann ist Inhaber !ines Damenkonsektionsgeschäfts, meineSchwiegermutter ist Besitzerin einer großen Putzhan.dlung. ein Schwager ist Juwelier und der andere SchwazerHotelbesitze? in Baden-Baden. Vorsichtig. Braut: Hat Dir Mama schon erzählt, Georg, datz der Herr Friedheim mir gestern einerr Heirathsantrag gemacht hat? Vräutiiam: Ja, diese Upoe'chämtheit einer oeriovten jungen Tame gegenüber! Was hast Du denn gesagt? Braut: Ich sagte, ich bedauerte sehr, aber vor läufig müsse ich 'dankend ablehnen!

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