Indiana Tribüne, Volume 17, Number 116, Indianapolis, Marion County, 14 January 1894 — Page 2

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Fischerei der llralkosaken. Die Umlkosaken sind ebenso tüchtige Soldaten wi: gute Fischer und innen ganz allein steht das Recht der Fischcrci im Uralslusse zu. Sie zählen? etwa 110.000 Seelen und stellen in Friedenszeiten 3000 Berittene, sind aber verpflichtet, im Kriege Mann fiix Mann dem Nufe d:Z Zaren, zu folgen. Für die 3000Mann, 'die bei der Fahne stehen, haben die Zurückgeb!ieben.'n vollständig zu sorgen, sie bestreiten deren Ausrüstung und Lebensunterhalt. Der Uralfluß ist völlig für die Fischerei vorbehalten; von der Stadt Uralsk bis zu seiner Mündung in das KaS pische Meer ist jegliche Handelsschiff.fahrt auf ihm verboten, und das ist tr Strecke von ca. 120 Meilen. An den Stellen, wo die Störe sich für den Winteraufenthalt zu sainmcln Pflegen, darf keinerlei Länrc gemacht werden, kein Feuer brennen, kein leichter Kahn fahren. Nach den Gesetzen der Fischreizeineinde ist das Fischen im Sommer so gut wie verboten, damit die Fisch: beim Laichen nicht gestört werden. Die Fische steigen aus dem Kaspischen Meere im Flusse cufwärfs zum Winteraufenthalt, doch-nicht tdtu ter, als bis zur Stadt Uralsk, wo ein Gitter quer durch den (Strom gezogen ist, das die größeren Fische hindert, höher hinauszusteigen. So bildet der untere Ural einen großen Fischteich, der von einer großen Anzahl Wächter gehütet wird, bis die Fischzeit herangekommen ist, deren Beginn von der Gemeinte festgestellt wird. . Die Verwaltung hat ihren Sitz in Uralsk; an der Mündung des Uralflusses hat sie einen Wachtdampfer aufgestellt, der Unberechtigten das Eindringen verwehrt. Gewöhnlich wird der untere Theil des Ural im Herbste, der obere im Winter ausgefischt. Die Herbstfischerei wird mit Schleppnetzen betrieben und bringt durchschnittlich 54 bis 72 Millionen Pfund Fische, darunter 200,000 Pfund Störe, die 21,000 Pfund Caviar liefern. BefonderS interessant ist die Winterfifcherei. Bon Uralsk aus begiebt sich die Fischerarmee" unter Leitung ihres Ataman auf die feste Eisdecke des Flusses. Leicht und praktisch geklei det, miteinem großen eisernen Eismeißel und zwei Haken an langen Standen, beginnen auf Kommando des Atamans die Fischer mit den Meißeln tiefe Löcher durch das Eis bis auf das Wasser zu bohren, worauf sie geschickt mit den beiden Haken die an den Löchern sich fammelnden Fische an die Oberfläche ziehen und tödten. Auch im Winter sind dieStörarten die wichtigsten Fangfisch:, die dann den höher im Preise stehenden Wintercaviar liefern. Jährlich betheiligen sich etwa 10.000 Mann an dieser bei den Uralkosaken besonders beliebten Art der Fischerei, und über eine Million Pfund Störe und ebenso viele anidere Fische werden dabei erbeutet. Außer dieser Flußfischerei betreiben die Uralkosaken auch den Fischfang .im Kaspischen Meere. 1831 wurden im an zen 5,818,464 Kfund Stör und nahezu 74 Millionen Pfund ander Fische erbeutet. Alles wird für gemeinsame Rechnung verkauft und der Gewinn zum allgemeinen Besten, verwendet. Die Kosaken haben sich eine schöne Ackerbauschule und Mustersarm erbaut, die gegen 100,000 kostete und auch für gute Schulen sorgen sie. Aber das Meiste geht wieder zur Erhaltung der Fischerei auf. Aus der Rechen stunde. Lehrer: Gingst Du nicht vorhin zum Kaufmann Schulze? Schulze: Ja, ich holte ein Pfund Zucker! Lehrer Was kostete das? Schulze: 12 Cents! Leh: xtx: Und was hatte Drn: Mutter Dir an Geld mitgegeben? Schulze: 25 Cents! Lehrer: Nun, wieviel Cents brachtest Du demnach wieder mit nach Hause? Schulze: Nichts! Lehrer: Nun. ich denke doch 13 Cents? Schulze: Nein, denn die hatte ich unterwegs ver loren! - Naiv. Dame (zum Mädchen): Hanni, ich glaube, es läutet !" Mädchen: Ja, das ist kein Anderer, als mein Franz. der schlechte, unge treue Mensch! Es ist unter meiner Würde, ihm zu sagen: daß er mir nie mehr vor die Augm kommt! Bitt' schön, gnä' Frau, gehen Sie hinaus und sagen Sie es ihm!" Der schwierige Titel. Herr (zur Dichterssrau): Könnte ich Ihren Mann sprechen?" Frau: .Nein, er hält sich bereits seit drei Taazn eingesperrt, denn er legt gerade die letzte Feile an den Titel seiner neuen 'Tragödie an." Ideal. Mutter: Es sch:int mir, Sie intercssiren sich für eine meiner Tixhter, nur weiß ich mcbt, für Bertha ode? für Jda." Herr: 'GnäVia Frau, ich bin ganz Idealist." Berechtigte Frage. Schlemmer (an der Frühstückstafel): Prosit, meine Herren! Ich halte mich an den Portwein!" Ein Spoitvogel: Und woran nachher. Her? Inspektor?" Ein Bauer ist mit seir.e? ??rau vor Gericht erschienen, um für die von ihm beantragte. Ehescheidung vernommen zu werden. Richter (zum Ehemann): Sie meinen also, daß Sie mit Ihrer Frau unmöglich 'weiter zusammen leben können ?" Ja. Herr Nichter! Und dormit Se dat sülwst sehn, will ick Se' de Ollsch 'mal viertein Dag hierlaaten !" jM a st a fc. Prinzipal (zum Lehrling): Wie, ich soll Sie nicht gut behandelt haben? Ei, so anftän dig, . wie ich Sie behandle, behandelt mich ja nicht einmal meine Frau!" Im Ernstfall. Junge Dame: Ach, gehen Sie, Her? L teure rtant, das haben Sie schon Vielem gesagt!" Aber nie in Uniform!"

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Der ÄuJ. Nach b:m N:issisZ,kn von P. Pep?nguly. Unser Regiment stand imDorfe. Das Leben eines Linienosfizicrs ist allbekannt : Morgens Dienst. Mittagessen beim Regimentscommandeur oder in dem elenden Wirthshause, Abends Punsch und Karten. In gab es keine Familien, in denen man verkehren, keine Damen, denen man den Hof machen ''konnte: wir rrsammelten uns allabendlich bei einem Kameraden, wo eö nur Waffenröcke zu seyen gab. Nur ein einziger Mann gehörte unserem Kreise an, ohne Militär zu sein. Er war etwa fünfunddreißig Jahre alt, und wir betrachteten ihn schon als Greis. Seine Erfahrungen gaben ihm in unseren Augen ein großes Gewicht, seine Verschlossenhcit. sein schroffer Charakter und seine böse Zunge hatten großen Einfluß auf uns junge Hitzköpfe. Sein ganzes Schicksal war in geheimnißvolles Dunkel gehüllt; er schien ein Russe zu sein und trug dabei einen fr:md!linssendn . Nan;:n. Früh hatte er bei den Husaren gedient und sogar angefangen, Karriere zu macben:' Niemand wußte den Grund, weshalb er plötzlich seinen Abschied genommen und in unser gottverlassenes Nest übersiedelte, wo er abwechselnd ein ärmliches und verschwenderisches Leben führte; er ging stets zu Fuß. trug Immer denselben fadenscheinigen schwarzen Rock, aber tagtäglich hielt er offene Tafel für alle Offiziere unseres Regiments. Obgleich nun sein Mittagessen nur aus zwei bis drei Gängen bestand, welche von seinem früheren Burschen zukreitet wurden, s) floß doch dabei der Champagner stets in Strömen. Niemand kannte seine Einkünfte, sein Vermögen. Niemand wagte, danach zu fragen. Er hatte eine kleine Bibliothek, meistens militärische Schriften und Romane: er lieh sie gern unseren Kameraden aus, und nie geschah es, daß er ein Buch zurückforderte. dafür gab er auch nie ein ihm geliehenes zurück. Seine Hauptbeschäftigung war das Pistolenschießen. Alle Wände seiner Wohnung waren mit Kugeln gespickt, so daß sie aussautn wie Bienenwaben. Den einzigen Luxus seiner armseligen Wohnung bildete eine prachtvolle Pistolensammlung. Seine Fertigkeit im Schießen war geradezu unbegreiflich; wenn er es sich einfallen ließe. Jemandem die Kokarde von der Mütze herunterzuschießen, so würde Keiner im ganzen Regiment sich weigern, ihm Ziel zu stehen! Unser Gespräch drehte sich oftmals um Duelle: Silvio (so will ich ihn hier nennen) sprach hierüber nie. Auf die Frage, ob er schon Zweikämpse gehabt, erwiderte er trocken, daß er deren mehrere ausgefochten habe, aber Weiteres über dieselben erzählte er nicht, und man sah. daß ihm solche Gespräche unangenehm waren. Wir dachten, daß er irgend ein Opfer seiner schrecklichen Kunstfertigkeit auf dem Gewissen habe. Uebrigens fiel es Keinem von uns ein, ihn der Feigheit zu verdächtigen. Es giebt eben Leute, deren bloßes Aussehen derartige Voraussetzungen ausschließt. Ein unvorhergesehener Fall versetzte uns Alle in das größte Erstaunen. Einstmal waren wir bei Silvio zum Mittagessen versammelt, man trank 'wie gewöhnlich, das hißt sehr viel; nach dem Essen machte man ein kleines Spiel, und Silvio sollte die Bank halten. Er weigerte sich lange Zett, da er fast nie spielte, endlich ließ er sich Karten geben, legte ein Häuflein Goldstücke vor sich auf den Tifch und fing an' abzuziehen. Wir umrinden ihn. und bald war ein flottes Spiel im Gange. Silvio hatte die Gewohnheit, beim Spiele stets zu schweigen, bei ihm gab es weder Streit, noch Erklärungen; wenn einer der Spiele? einen Rechen fehler machte, so zahlte Silvio schwcigend den Fehlbetrag oder schrieb sich den Ueberschuß an. Wir kannten dieses sehr gut und ließen ihm stets freie Hand, da er höchst ehrlich spielte. Nun war aber dieses Mal ein unlängst zu unserem Regiment versetzter junger Offizier dabei; er spielte auch und bog einmal aus Versehen eine Ecke zu viel ein. Silvio nahm die Kreide und berichtigte nach seiner Art die Rechnung. Der Offizier setzte jedenfalls 'einen Irrthum - seitens des Anderen voraus und begann eine Erklärung. Silvio zog schweigend weiter ab. Da verlor der junge Ossizie? die Geduld, er ergriff die Bürste und strich das nach seiner Meinung zuviel Angeschriebene aus. Silvio nahm ruhig die Kreide und berichtigte wieder. Der vom Wein und Spiel erhitzte und durch das Gelächter der Kameraden in Wuth versetzte Offizier fühlte sich furchtbar beleidigt, er sprang auf, ergriff den schweren messingenen Leucht- und schleuderte denselben ingrimmig nachSilvios Kopfe, so daß unser Wirth nur durch eine rasche Wendung dem Wurfgeschosse ausweichen konnte. Wir waren Alle wie gelähmt. Bleich vor Aerger und mit funkelnden Augen stand Silvio auf und sagte: Mein Herr, entfernen.Sie sich augenblicklich und danken Sie Gott, daß dieses in meinem Hause geschehen!" Wir waren keinen Augenblick über die Folgen dieses Spieles im Unklaren und sahdN unseren Kameraden als bereits dem Tode geweiht an. Der Hitzkopf ging hinaus, nachdem er erklärt, daß er dem Bankhalter jede Genugthuung zu geben bereit sei. Das Spiel dauerte .noch eine Weile fort, aber wir sahen ein, daß, wie die Verhältnisse lagen, unserem Wirthe an der Fortsetzung desselben hcrzlick

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wenig lag, und zogen nach Hause, unterwcgs von de? bald wieder frei werdenden Stell? in unserem Regiment sprechend. Am andern Tage wollten wir in der Manege uns nach dem. Schicksale unseres Kameraden erkundigen, als er in Person erschien. Wir befragten ihn und erfuhren, daß er von Silvio noch keins Nachricht ha,be. Das wunderte uns allgemein. Wir gingvr zu Silvio und fanden ?n gerade dabei, wie er ein am Thor angeklebtes AH mit Kugeln durchlöcherte. Er empsing uns wie gewöhnlich ' und erwähnte mit keinem Worte des gestrigen Vorfalles. Es vergingen drei weitere Tage, und der Offizier war noch immer am Leben. Wir fragten einander erstaunt: Wird Silvio d-enn nicht fordern?" Aber er forderte nicht; er begnügte sich mit einer fliichtizen Erklärung und jhloß Frieden. Damit hatte er aber viel in unserer Meinung verloren. Feigheit ist diefenigc Eigenschaft, welch: junge Leute am wenigsten entschuldigen, da sie doch in der Tapferkeit die höchste Manncstugeud selben. Allmälig gerieth der unliebsam: Vorfall in Vergeffenhcit. und Silvw gewann seinen Einsluß auf alle Kameraden wieder. Nur ich allein konnte mich mit dem Geschehenen nicht aussöhnen. Von Natur aus romantisch veranlagt, hatte ich mich dem Manne mit der räthselhaften Vergangenheit besonders angeschlössen und sah in ihm den Helden einer geheimnißvollen Tragödie. Er licbt: mich auch, denn mir allein gcgenüber hielt er sein: böse Zunge im Zaume, und sehr oft kam es vor, daß wir über die verschiedensten Dinge harmlos plauderten und stritten. Nach dem beschriebenen Abend konnte ich mich von dem Gedanken nicht frei machcn. daß seine Ehre verletzt und durch seinen eigenen Willen nicht wieder hergestellt war; das entfremdete mich' ihm, ich konnte nicht, wie frühe?, mit ihm zwanglos ve?keh ren, es gcnirt: mich, ihn "anzusehen ! Silvio war viel zu klug und erfahren, um nicht mein verändertes Benehmen zu b:mer!en und dessen Grund zu errathen. Es schien ihn zu kränken, wenigstens glaubte ich einige Mal bei ihm ein Verlangen nach einer Unterndung mit mir wahrzunehmen, ich wich dem jedoch aus, und Silvio fing auch an, mich zu meiden. Seit der Seit sahen wir uns sehr selten, und unsere zwanglosen Plauderstunden hatten aufgehört. Die angeregten Residenz-Jewohner haben gar keine Ahnung von den mannigfaltigen Eindrücken, welche die Dorfbevhner z. I. an einem Posttage erleben. Regelmäßig jeden Dienstag und Freitag erschienen alle Offizier: in unserer RcgimentSkanzlei; der Eine erwartete Geld, der Andere Rachrichten vom Hause, der Dritte Zeitungen. Die Vostpackete wurden da geöffnet, man theilte einander verschiedene Neuigkeiten mit, und daher bot unsere Kanzlei an genannten Tagen ein überaus belebtes Bild. Silvio erhielt sein: Vriese gewöhnlich durch unser Regiment und fand sich daher auch immer in dcr Kanzlei ein. Eines Tages bekam er ein Schreiben, welches er mit Zeichen dcr größten Ungeduld öffnete und es mit blitzenden Augen durchflog. Die Offiziere, jeder mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigr. hatten nichts bemerkt. Plötzlich sagte Silvio: Meine Herren. gewisse Umstände erfordern meine sofortig: Abreise, ich fahre heute Nacht fort: Sie werden es hoffentlich nicht ablehnen, bei mir zum letzten Male Mittag zu essen. Ich erwarte auch Sie," wandte er sich darauf an mich, ich erwarte sie unbedingt!" Mit Mit diesen Worten ajnacr eilig fort; wir verabredeten uns, seinem Wunsche zu entsprechen, und gingen Jeder seiner Wege. Zur bestimmten Stunde kam ich zu Silvio und traf dort schon unsere sämmtlichen Offiziere an. Alle seine Sachen waren bereits gepackt, es blieben nur die kahlen, zerschossenen Wände zurück. Wir setzten uns zum Essen: der Wirth schien bei sehr guter Laune zu sein, und bald war die gan?e Gesellschaft heiter; die Pfropfen knallten lustig und ohne Unterlaß, die Vokale säumten, und wir Alle wetteiferten in den herzlicksten Glückwünschen dem heut: Scheidenden. Spat Abends bob' man die Tafel auf. Beim Abschiede nahm Silvio meinen Arm und hielt mich auf. Ich babe mit Ibnen zu sprechen," sagte er leise. IS blieb. Die Gäste waren fort; wir. saßen einander g:g:nüber und rauchten un-' sere Vjenen. Silvio schien jetzt besorgt, und ich vermißte jede Spur seiner früheren Lustigkeit. Sein Gesickt war düster und bleich. Es hatte geradezu ein dämonisches Aussehen, wie er so dasaß, mit rauchendem Munde und großen, funkelnden Augen. Es vergingen einige Aug:nblicke, dann brach Silvio das Schweigen. ..Es kann sein, daß wir uns nie wiedersehen." sagte er mir, vor dem Scheiden wollte ich mich mit Ihnen aussprechcn. Wie Sie bemerkt haben können, mache ich mir nichts aus anderer Leute Meinung, Sie aber lieb: ich. und ich fühle, daß es mir schwer fällt, von Ihnen falsch .beurtheilt zu werden." . Er macht: ein: Pause, um seine ausgegangene Pfeife zu stopfen; ich saß mit niedergeschlagenen Augen da und schwieg. Es befremdete Sie." fuhr er fort, daft ich von diesem betrunkenen Rarren R. keine Genugthuung verlangte. Sie müsse?, doch zugeben, daß,' da ich die Wahl dcr Waffen zu treffen hatte,

sein Leben so ziemlich in meine? Hand lag, meines dagegen fast ganz sicher war; ich könnte mein Benehmen meiner Großmuth zuschreiben, aber ich will nicht lügen. Wenn ich den R. hätte b-strafen können, ohne mein Leben überhaupt zu gefährden, so würde ich meiner Rache für nichts entsagt haben!" Erstaunt sah ich Silvio an. Sein Geständnis lzatte mich geradezu verblüfst. Er fuhr fort: Ja. so ist es, ich habe kein Recht, mein Leben in Gefahr zu bringen! Bor sechs Jahren bekam ich eine Ohrfeig?, und mein Feind ist noch bis ieht am Leben!" Meine Neugierde war übe? alle Maßen erregt. Sie haben sich also nicht aeschlagen?" fragte ich. Sie wurden gebindert?" 5lch schlug mich mit ihm." antwortete Silvio, hier ist ein Andenken an unseren Zweikampf." Er holte aus einer Hutschachtel eine rothe Müfce mit goldener Borte und Troddel hervor? und setzte sie auf. ein Zoll über der Stirn war di: Müh: von einer Kugel durchbohrt. Sie wissen," sprach Silvio weiter, das; ich im Husarenregiment gedient ' habe. Meinen Charakter kennen Sie auch; ich bin es gewöhnt, eine große Rolle zu spielen. In meiner fugend war das mein einziges Bestreben. Zu unserer Zeit war das Raufboldenthum in Mode, ich war der erste Raufbold in der Armee! Wir prahlten mit unseren Trinkgelagen: manchen wackeren Zeche? habe ich unter den Tisch getrunken, selbst den berühmten Vurzow, tyn Deniß Dawidow besungen hatte! Zweikämpfe gab es in unserem Regiment fortwährend, an allen war ich bald als Zeuge, bald activ betheiligt. Meine Kameraden vergötterten mich, und die Regimentscommandeure, die sehr oft wechselten, sahen mich als ein unausrottbares Uebel an. Ich genoß ruhig oder unruhig den Triumph meines Ruhmes. Da plötzlich wurde ein junger Mann aus reichem Hause zu unserem Regiment verseht, seinen Namen will ich nicht nennen. Nie sah ich ein gleich glänzendes Kind des Glücks! Denken Sie sich: Jugend, Klugheit, Schönheit, vereint mit der tollsten Lustigkeit, mit der sorglosesten Tapferkeit, ein vornehmer Name. Geld, welches er ungezählt besaß und welches bei ihm nie alle wurde; stellen Sie sich nun vor, welchen Einfluß er auf seine ganze Umgebung ausüben! mußte'. Meine Herrschaft war erschüttert. Von meinemRuhme angezogen, suchte er meine Freundschaft, aber ich nahm ihn sehr kühl auf. und er entfernte sich von mir ohne Bedauern. Ich fing an, ihn zu bassen. Sein Glück beim Regiment und bei grauen brachte mich zur Verzweiflung. Ich suchte Streit mit ihm, auf meine Spottgedichte antwortete er mit dergleichen, welch: stets ttitzlger und spitziger erschienen, als die meinigen, natürlich waren seine lustiger, denn er scherzte, während ich wüthete. Endlich kam die Katastrophe: wir waren zu einem Gutsbesitzer zum Ball eingeladen. Di; Bevorzugung, welche meinem Rivalen von allen Damen und besonders von der Hausfrau, der ich den Hof machte, zu Theil wurde, brachte mich ganz von Sinnen. Ich trat zu ihm und sagte ihm eine Platte Grobheit in's Ohr, er brauste auf und ohrfeigte mich, wir griffen zu den Säbeln, die Damen wurden ohnmächtig man brachte uns auseinander. In derselben Nacht fand dcr Zweikamvf statt. Zur festgesetzten Stunde war ich mit meinen drei Zeugen am bestimmten Orte. Es fing schon an zu tagen. Die Sonne ging auf und sandte die ersten Strahlen auf die erwachende Erde. Ich sah. ihn von Weitem, er kam zu Fuß, imWaffenrock mit Säbel, begleitet von einem Sekundanten. Wir gingen ihnen entgegen. Mein Rival näherte sich langsam, in der Hand hielt er feine mit Kirschen gefüllte Mütze. Die Zeugen maßen für uns zwölf Schritte ab. Ich sollte zuerst schießen, aber in mir kochte und tobte es, so 'daß ich meiner Hand nicht sicher war ; um mir Zeit zum Abkühlen zu gönnen, trat ich ihm den ersten Schuß ab, mein Feind willigte nicht ein. Man ließ das Loos entscheiden, und den ersten Schuß bekam er, das beneidenswerthe Kind des Glückes ! Er zielte und traf meine Mütze. Jetzt war die Reihe an mir, sein Leben war in meiner Gewalt, endlich ! Ich starrt: ihn forschend an, um jeden Schatten einer Unruhe zu erspähen, umsonst ! Er stand vor der Pistole und suchte sich die reifsten Kirschen aus seiner Mütze heraus. Die Kerne, die er ausspuckte, flogen zu .meinen Füßen. Seine Gleichgiltigkeit ließ mich überlegen. Was nützt es," dachte ich mir, wenn du ihm jetzt das Leben nimmst, welches für ihn gar keinen Werth zu haben süeint !" Da durchzuckte mich ein böser Gedanke. Ich senkte die Pistole. Ich glaube, daß Sie jetzt keine Zeit zum Sterben haben," sagte ich, Sie belieben ja zu frühstücken, ich will Sie nicht stören, ich kann warten." Sie stören mich gar nicht," erwiderte er, schießen Sie nur, übrigens, wie es Ihnen beliebt ; Ihren Schuß ha?en Sie bei mir zu gute ich bin stets zu Ihrer Verfügung !" Ich wandte mich hierauf zu den Zeugen, erklärte ihnen, daß ich heute nicht fchießen wolle, und das Duell war zu Ende. Ich nahm meinen' Abschied und entfernte mich hierher.- Seit der Zeit verging kein Tag, ohne daß iü an meine Rache gedacht.... Jetzt hat meine Stunde geschlagen.... Silvio nahm aus seine? Tasche den heute e? haltenen Arief heraus und zeigte ihn

mir. Jemand (loarscheinl: s.'in Vertreter) schrieb ihm aus Mostiu, oaß'die gewisse Person im Begriffe sei. ein junges und schönes Mäch:n zu heirathen. Sie errathen," sagte Silvio, wer di: gewisse" Person ist. Ich reis: nach Moskau. Wir woll:n sehen, ob er den Tod vor seiner Hochzeit auch ebenso gleichgiltiz erwarten wird wie damals mit den Kirschen !" Mit diesen Worten sprang Silvio auf, schleuderte die rothe Mütz: zur Erde und lief im Zimmer auf und ad, wie ein Tiger in seinem Käfig. Ich hatte ihm schweigend zugehört, seltsame, widersprechende Gefühle bemächtigten sich meiner .... Sein Diener kam herein und meldete, daß die Pferde fertig seien. Silvio schüttelte mir kräftig die Hand, wir umarmten uns. Er setzte sich in den Wagen, fco schon zwei Koffer lagen, einer, mit seinen Pistolen, der andere mit seinen Sachen. Wir nahmen noch einmal Abschied, und in vollem Trab trugen ihn die Pferde davon. Mehrere Jahre waren verstrichen ; verschiedene Umstände hatten mich veranlaßt, den Militärdienst zu verlassen und mich der Äandwirthschaft zu widmen. In einem llcinen Dörfchen, weit weg von der Kreisstadt wohnend, führte ich ein eintö.liges Leben und. sehnte mich oft nach dem früheren sorglosen und lustigen Stande zurück. Am schwersten fiel es mir immr, die unendlich langen Herbst- und Winterabende ganz allein zu verbringen. Alle Bücher, welche ich in der kleinen Ahncnb'röliothek vorfand, kannte ich bald auswendig ; ich ließ mir von der alten Haushälterin Märchen erzählen, so viele sie ihrer wußte, doch nichts konnte meine Langeweile verscheuchen. Ich versuchte es mit dem unvcrsüßten Beerenschnaps, aber davon bekam ich Kopfschmerzen ; ausrichtig gestanden, hatte ich Angst, ein Gewohnheitstrinker zu werden, wie viele von den Grundbesitzern in unserem Kreise. Nahe Nachbarn hatte ich nicht, außer zwei oder drei Trinkern", deren Unterhaltungen für mich nichts Anziehendes hatten, da war mir di: Einfamkeit doch lieber ! . . . . Endlich kam ich auf den Einfall,' meine Abende dadurch zu kürzen, daß ich recht fpät Mittag aß und recht früh schlafen ging, und dieses Mittel blieb nicht ohne Wirkung, denn ich fing an, mich körperlich und geistig wohler zu sühlen . . . . Ungefähr vier Werst von meinem Gütchen entfernt lag das reiche Rittergut der Gräfin B; dort wohnte für gewöhnlich nur der Verwalter, und die Gräfin selbst hatte daö Gut nur einmal, im ersten Jahre nach ihrer Hochzeit, etwa einen Monat bewohnt. Da, im Frühlinge des zweiten Jahres meines Ernnitenlebens, verbreitete sich die Nachricht, daß die gräfliche Familie im Sommer ihr Gut besuchen werde, und wirklich kamen sie Anfangs Juni. Die Ankunft eines reichen Nachbars ist gewöhnlich ein epochemachendes Ereigniß für die ganze Umgegend. Die Gutsbesitzer, wie auch ihr Haus- und Hofgesinde sprechen und streiten über solch ein Ereigniß ganze zwei Monate vorher und ganze drei Jahre später. Was mich anbelangt, so hatte die Ankunft der Zungen und, wie man sich erzählte, wunderbar schönen Nachbarin einen-großen Eindruck auf mich gemacht ; ich brannte förmlich darauf, sie zu sehen, und den ersten SonntagNachmittag nach ihrer Ankunft machte ich mich auf den Weg, um den gräflichen Herrschaften meine Aufwartung als nächster Nachbar und allerunterthänigster Diener zu machen. ' Ein Lakai führte mich in das Kabinet des Grafen und ging selbst, um mich anzumeloen. Das gerumige Zimmer war mit dem größten Luxus ausgestattet ; an den Wänden standen Bücherschränke und auf denselben Büsten von Bronze ; überall Marmor, Spiegel und kostbares Porzellan; die Diele war mit grünem Tuch beschlagen und mit prachivollen Teppichen bedeckt. In meiner armseligen Wohnung war ich längst von all dem Luxus entwöhnt ; kein Wunder, daß ich mir jetzt vorkam wie ein Bittsteller aus der Provinz beim allmächtigen Minister. Die THU? öffnete sich ; ein schöne: Mann von etwa 32 Jahren kam lebhast auf mich zu und begrüßte mich freundlich und liebenswürdig. Ich faßte Muth und fing an, mich vorzustellen, aber er unterbrach mich und verwickelte mich in ein Gespräch, nachdem er mich zum Sitzen genöthigt hatte. Ich begann auszubauen, als plötzlich auch die Gräfin hereintrat. Es war wirklich, gar nicht übertrieben, was man sich von ihr erzählte, denn sie war eine vollendete Schönheit. Der Graf stellte mich vor ; ich wollte unbefangen erscheinen, aber fühlte mich sehr befangen und wurde einsilbig ; um mir Zeit zum Sammeln zu geben, begannen die Beiden ein vertrauliches 'Gespräch, als wenn sie mich als alten Bekannten und guten Freund betrach-teten.

Unterdessen ging ich im Zimm:r umher und besah die Bücher und Bilder. Won Bildern bin ich kein großer Kenner, aber, eines fesselte meine Aufmerksamkeit. ES war eine Landschaft aus der Schweiz, aber was mich anzog, war nicht die Landschaft selbst, sondern der Umstand, daß dieses Bild von zwei Kugeln durchbohrt war, welche Kugeln auf einander saßen. Das war ein guter Schuß," wandte ich mich' zum Grafen. Ja antwortete er, ein fehr merkwürdiger Schuß. Schießen Sie gut ?" fragte e? dann. Ziemlich gut," ve?setz!e ich erfreut, ein mir nahe stehendes Thema gefunden zu haben, auf d?eißiz Schritt fehle ich eine Karte nicht, na-

türlich aus bekannten Pistolen." Wirklich," sagte darauf die Gräfin erstaunt, Und Du, mein Freund, würdest Du eine Karte auf dreißig Schritt treffen V Wir können's mal versuchen," sprach der Graf, früher habe ich gut geschossen, ahn nun sind es wohl schon vier Jahre, daß ich keine Pistole in der Hand gehabt." Ja, Herr Graf, dann gehe ich jede Wette ein, daß Sie die Karte auch auf zwanzig Schritt nicht treffen. Die Pistole erfordert tägliche Uebung, das wein ich aus eigener Erfahrung. - In unserem Regiments war ich einer der besten Schützen. Einmal traf es sich, daß ich einen ganzen Monat nicht geübt hatte und was meinen Sie, Herr Graf, was nachher geschah ? Beim ersten Schießen fehlte ich eine Flasche aus zwanzig Schritt viermal hinter einander ! Wir hatten damals einen Rittmeister, einen Witzbold und SpaßVogel ; der war beim fatalen Schießen anwesend und meinte : Ja, Brüderchen. man sieht deutlich, daß Dir das Herz fehlt, eine Flasche zu zerschlagen ! Nein, Herr Graf, die Uebung darf man nicht unterlassen, sonst ist man seines Schusses nie sicher. Der best Schütze, den ich je gekannt, schoß jeden Tag wenigstens dreimal vor dem Mittag. Das war bei ihm schon Regel, gerade wie ein Schnaps vor dem Essen." Der Graf uno die Gräfin waren sichtlich erfreut, daß ich gesprächig geworden war. Und wie schoß er r fragte mich der Graf. Nun so, zum Beispiel : sieht er an der Wand eine Fliege sitzen Sie lachen, Frau Gräfin ? Bei Gott, wahr ist es! Sieht er eine Fliege und rust gleich : Kuska, die Pistole ! Kuska bringt ihm eine geladene Pistole. Er schießt und drückt die Fliege in die Wand !" Merkwürdig," sprach der Graf, und wie hieß der Mann ?" Silvio ...." Silvio ! rief jetzt der Graf, indem er von seinem Sitze aufsprang. Sie kannten Silvio ?" Wie sollte ich ihn nicht kennen, Herr Gras, waren wir doch Freunde ; in unserm Regiment war er wie ein Kamerad ausgenommen ; aber es sind schon fünf Jahre verstrichen, ohne daß ich von ihm etwas gehört. Also haben Sie ihn auch gekannt V Ja, ich habe ihn sehr gut gekannt. Und hat er Ihnen vielleicht eine sonderbare Geschichte erzählt...." Etwa über eine Ohrfeige, die er von einem Taugenichts auf einem Balle erhalten ?" Hat er Ihnen auch den Namen dieses Taugenichts mitgetheilt ?" Nein, das hat er nicht ! Ach, Herr Graf," fuhr ich fort, die Wahrheit errathend: verzeiben Sie, ich wußte nicht .... waren Sie es denn?" Ja, ich war es," sagte der Graf verwirrt, und daö zerschossene Bild ist in Andenken an unsere letzte Begegnung." Ach, lieber Freund," bat ihn die Gräfin : bitte, erzähle es nicht, ich bekomme schreckliche Angst, wenn ich zuhöre." Nein," sprach ih? Gatte, ich werde Alles erzählen : er weiß, daß ich seinen Freund beleidigt habe, er soll auch erfahren, wie Silvio sich gerächt hat. Hören Sie zu !" Und der Graf erzählte mir Folgendes : Vor fünf Jahren war unsere Hochzeit. Den ersten Monat verlebten wir hier, in diesem Dorfe. Diesem Haus: h'er verdanke ich die besten Stunden r' 'ines Lebens und eine de: schwersten Er'.nnerungcn !"

EinesAbends ritten wir mit meiner Frau spazieren ; das Pferd meiner Frau wurde störriz sie erschrak, gab mir das Pferd ab und ging zu Fuß nach Hause. Ich ritt voraus. Auf L dem Hose sah ich einen Postwagen ; man meldete mir, daJ m meinem Kabinet ein Mann sitze, der seinen Namen nicht habe nennen wollen, sondern nur angegeben hatte, mich sprechen zu müssen. Ich ging hinein und sah in der bereits dunklenStube den Mann neben einem Fenster stehen. Ich trat an ihn heran und sah ihm in's Gesicht er aber fragte mich mit zitternder Stimme : Erkennst Du mich, Graf?'' Silvio," rief ich, und ich gestehe, daß ich damals fühlte.wie meine Haare auf dem Kopfe sich sträubten. Ich bin es." antwortete er, ich habe einen Schuß bei Dir gut ich bin gekommen, um meine Pistole zu entladen, bist Du bereit ?" Die Pistole steckte in. seinem Gürtel. Ich maß zwölf Schritte ab. stellte mich in den Winkel da und bat ihn, schnell zu schießen, noch bevor meine Frau heimgekommen. Er zauderte ; dann verlangte er Licht. Man brachte Lichi. Ich verschloß die Thür und befahl, daß man uns allein lasse ; hierauf bat ich ihn wieder, zu schießen. Er nahm die Pistole heraus und zielte.... Ich zählte die Sekunden .... Ich dachte an sie Es verging eine schreckliche Minute! Silvio senkte den Arm. Es thut mir leid," sprach er, daß die Pistole nicht mit Kirschkernern geladen ist, eine Kugel ist schwer ! Es scheint mir abe?, daß hier kein Zweikampf, sondern ein Mord stattfinden soll, ich bin es nicht gewöhnt, auf einen Wehrlosen zu schießen. Fangen wir von Neuem an und lassen wir das Loos entscheiden, wer zuerst zu schießen hat." Mein . Kopf schwindelte : . . . Ich glaube, daß ich mich anfangs weigerte.... Dann luden wir noch eine Pistole, drehten zwei Zettel zusammen, und er legte beide in die rothe, einst von mir durchschossene Mütze. Ich zog wieder die erste Nummer. Du hast verteufeltes Glück. Graf," sagte er mir mit einem Spott, den ich nie vergessen werde. Ich verstehe nicht, wie mir zu Muthe war, und wie er mich dazu zu 'bringen vermochte, daß ich schoß. Ich feuerte meine Pistole ab .und traf dieses Bild." Der Graf wicS auf die zerschossene Landschaft ; sein Gesicht glühte, seine Hände zitterten,

die Gräsin war weiß wie das Tuch, welches sie in der Hand hiell Ja, j ich schoß," fuhr der Graf in seiner Er-! zählung fort, und Gott sei es geanlt. ! ich fehlt: ihn, hierauf hob Silvio seine i Pistole und zielte auf mich. Da wurde ' die Thür aufgerissen, und meine Frau 1 stürzte auf mich zu. Ihre Anwesenheit brachte mich zur Besinnung. i Meme Liebe," sagte ich, stehst Du denn nicht, daß wir spaßen ? Weshalb ängstigst Du Dich ? Geh, trink ein Glas Wasser und komme wieder zurück ; ich werde Dir dann meinen alten Freund vorstellen." Marie glaubt:, noch immer nicht, sie wandte sich an Silvio und fragte : Sagen Sie, ist. es wahr, was mein Mann spricht ? Ist es wahr, daß Ihr nur Spaß, treibt V E? spaßt imme?, Gräfin," antwortete Silvio, einstmals hat er mich zum Spaß geohrfeigt, spaßend hat er diese Mütze auf meinem Kopfe durchschossen, und im Spaß hat, er eben an mir vorbeigeschossen, jetzt aber habe ich Verlangen bekommen, zu spaßen !" Mit diesen Worten richtete er seine Pistole auf niich in ihrer Gegenwart ! Marie warf sich ihm zu Füßen. Stehe auf, Marie, schäm: Dich," rief ich voll Wuth, und Sie mein Herr, hören Sie auf, eine arme. Frau zu verhöhnen. Werden Sie. schießen oder nicht ?" Ich werd: nicht schießen sprach Silvio, jetzt bin ich schon zufrieden, ich sah Deine Berwirrung, Deine Angst, ich habe Dich gezwungen, auf mich zu fchießen ich habe genug. Du wirst meiner gedenken ! Ich überlasse Dich Deinem Gewissen." Nach diesen Worten ging er hinaus, blieb an der Thür stehen, blickte auf das von mir getroffene Bild, schoß darauf, ohne zu zielen, und verschwand. Ehe ich zu mir kam, war er wieder in seinen Wagen gestiegen, und fort war er !" Dcr Graf hatte geendet. Auf diese Weise also erfuhr ich das Ende dcr Geschichte, deren Ansang mich damals so wunderlich berührt hatte ! Den Helden der Geschichte habe ich nie wiedergesehen. Man erzählte, daß Silvio während des Aufstandes von Alcxander Ipsilanti eine Partie Etheristen befehligt und in der Schlacht bei S:uljany gefallen fei. Walddruder Gelübde.

Waldöruder im moosigen Hüttlein -Seufzt' traurig: Ach lieber Gott! Mit meiner rothen Nafe Bin ich der Kinder Spott. ; Dem häßlichen Uebel zu steuern. Ein Mittel gibt's nur allein: Ich fasse den ernstlichen Vorsatz, Zu merdtti den bösen Wein." D'rauf that er ein festes Gelübde Obschon mit Herzeleid - Den bösen Wein hinfüro l Zu meiden für alle Zeit. ; Da kam aus fernen Landen Ein Krämer zu ihm als Gast, l Der hielt v,n des Weges Mühen ; Beim Bruder Klausner Rast. 4 rUnd als er schied vo bannen, " Sprach er: Ich lasse Dir, O frommer Bruder Klausner, Zum Dank dies Fäßchen hier, , Gefüllt mit edlem Weine, Zurück als Gastgeschenk: Es spendet die Rebe vom Rhein: Ein treffliches Tafelgetränk!" Waldb?ude? besinnt sich un Weilchen. Dann schmunzelt er schlau und spricht: Dem bösen Weine entsagt' ich Jedoch dem guten nicht. Ter verseytte vtvnu V?ar UidUGl, U'Clul ciucu -juu verfehlt hat d. h. von seiner Ursprunglichen Laufbahn abgewichen ist, hat Hervorragende geleistet. So würd? ein Buchbindergeselle (Silbermann) Reformator des Orgelbaues und des Klaviers; ein Barbier (Arkwright) erfand eine Spinnmaschine; ein StrohHuthändler (Jacqard) erfand den neuen Webstuhl; ein Musikant (Herfchel) das Teleskop; ein Jnstrumentenmacher (Watt) die Dampfmaschine; ein Apotheker (Böttcher) das Porzellan; ein Schauspiele? (Sfekde?) die Litho. graphie und ein Mönch (Schwarz) soll sogar das Pulve? erfunden haben. Der Entdecker der Homöopathie (Sa muel Hahnemann) war zu de? Zeit Chemiker und Schriftsteller, sein be rühmte? Schüler (Sanitäts?ath D?. Arthur Lutze) war früher Postsekretär; Bincenz Prießnitz wa? gewöhnliche? Bauer. I. Robert Mayer war praktischer Arzt, wurde aber durch die' EntDeckung des mechanischen Wärmeäqui valents der Reformator der neuen Physik und Sebastian Kneipp war Weber, dann Pfarrer und jetzt wird er von Vielen als unübertrefflicher Heilkünstler gepriesen. Ehrlich währt am längsten. Na, hast Du den Hund, den Du gestern fandest, verkauft? Bewahre, wollte ja Keiner 'nen Quarter dafür geben. Da hab' ich ihn dann zu der alten Jungfer getragen, die ihn . x . L c rt L verloren iai, uno uiz iydi mit vvii 5 Dollars ggeben! Boshafte Aufklärung. .Sagen Sie uns, warum nennt man den großen Ocean auch den stilx r r cm 's ic -uteans -tuen c uuu iciuc Damenbäder gibt !" Sftnr Wm si! ftrnhsls. hab' ich mir hier einige hundert Mark im ffiÜHmn hvrtrtTfrtM" TtÜT di? H, v 3o 53 fr j - -" Zeit de? schweren Roth?" Nein! W,,? rrmn ftrmt rmrf niAts davon wissen!- .Aha! Also üx die Schwer i renotherzeil!' .. ?.