Indiana Tribüne, Volume 17, Number 103, Indianapolis, Marion County, 31 December 1893 — Page 2
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2le wendische TraHt.
Der Farw.reichi!juni und die Ci qenthüm!ich!eit;n der Kendisch-n Tracht e::thülle sich in ihrer ganzen Fülle an tern sonn- oder festtäglichen Kirchzauq in einem Dorfe im Sp: wald. Die weibliche Bevölkerung ist auch bier die trenesie Lewahrerin altüberlieferter Sitte und Tracht geblieben. In der Woche riecht es die Arbeit auf dcn feuchten Wiesen und Feldern .i?thwendia. daß Arme und Seine frei und unbekleidet gehabten werden, während das Mieder den Ober5v7per sorgfältig verhüllt. Geht die Sprewälderin zur Arbeir aus, so legt sie auch des Alltags blendend weiße Wäsche und Tücher an; sie leuchtet förmlich in ihrer Sauberkeit," wodurch sie schon von fern von einer deutschen Märkerin zu unterscheiden ist,. Die zur Landarbeit stets ihre schlechtesten Kleider anzieht. Auf den: Kopfe trägt die Spreewälderin ein Tuch, oft von schneeigem Linnen, oft aber auch von schwarze? oder bunt durchwirkter Seide, welches in streng vorgeschriebene Falten gelegt und so gebunden wird, daß zwei Zipfel sich deckend über den Rücken frei herabfallcn, die beiden anderen Zipfel aber zu beiden Seiten des Kopfes abstehen. Dieses Kopftuch, die Lappa, deckt daZ Haar, einen Theil der Stirn und die Ohren bis auf die Ohrläppchen. An der Art und Weife, auf welche die galten gebunden sind, ist der Hei. mathsort der. Trägerin zu erkennen. Das weiße Stirntuch dient namentl:ch zum Schule gegen heißen Sonnenschein. Der kurze Rock der Spreewälderin, meistens von einem weithin leuchtenden Roth, ist gewohnlich mit eiceng-webter Leinwand gefüttert und wird an einem schwarzsamnietnem Mieder mit weit ausg schnittenen Armlöchern befestigt. Die bloßen Arme sind mit kurzen frW. weißen Aermeln bekleidet, die zum . . -n4nu,;ii bu;uic;i, o. n. einem nestenartigcn. linnenen Kleidungsstücke, welches unter dem Mieder sich befin det. Sorgfältiges! das Brusttuch um den Körper gelegt; seine beiden vorderen Zipfel werden von einem Sammetöande am 5?örver festgehalten und sind unter der Schürze verborgen. Die letztere umgibt den Körper in der Länge des RockZ und läßt von diesem nur etwa zwei Hände breit am Rücken sehen. Nur bei feierlichen Gelegenheit ien und im strengsten Winter trägt die Wendin Strümpfe, von Kindheit an aber schon das Kopftuch. - So die nach den einzelnen Dörfern in ftaro und Schnittwechfelnde Alltagstracht, uiz ui ucn uoerraiazenoer und malerischer Schönheit ist.. Den Haupttheil der Sonntaas tracht bildet beim weiblichen Geschlecht vie wiv,t, welche cus ttncrn Pappegestell besteht. DaZfelbe svrinat an bei den Seiten des Kopfes fast zwei anoe vreü vor und lauft spitz zu. J2ine steife, in viele Falten gepreßte, breite, weiße Krause ist an demselben befestigt; sie umgibt das. ganze G :qu lim vorschriftsmäßig gefaltetes Tuch bedeckt das PapvJestell. Dieses Tuch ist an hohen Feiertagen und an oen ernsten kirchlichen Festen, bei welchen die Kleidung nur schwarz und weiß sein darf, weißer Damast, an den Sonntagen dagegen oft ein sehr diel kostbarerer Stoff. Unter dem iimn steck: eine Schleife, in der Farö: mit dem Kopftuch übereinstimmend. Der Sonntagörizck unterscheidet sich gewöhnlich von dem Alltagsrock wur durch den besseren Stoff und einen breiten Seidenbesatz. Das Brusttuch wird zur festlichen Kleidung , ebenso umgelegt, wie in der Woche. An bo hen Festtagen ist dasselbe entweder weiß oder schwarz; an Sonntagen aber erglänzt es in den lebhaftesten Farben. Die Strümpfe sind stets weiß, die derben Schuhe ausqescknitten. Im Winter ergänzt sich dieser Anzug noch, durch schwarze dickgefütterte Tuchjacken. Ein kompetenter Beurtheile? sagt über diese Sonntagstracht der Spreewälderinnen, daß sie bei den körverlick meist sebr schön gebauten Frauen und Mädchen ein Älld darbiete, wie es malerischer- kaum wieder Gesunden werden dürfte. Al les, was Farbenfrische und Eiaen- . thümlichkeit heißt, ist freilich in dielen legenden nur der weiblichen Tracht vorbehalten geblieben. Die Männer tragen an den Wochentagen graue, auch wohl blaue Leinwanröcke; auf dem Kirchgang erscheint dann der lange blaue Tuchrock. Die Kopfbedeckungen sind aber völlig modern. . . Sehr einfach. Tochter: Du Vat l. me'ist Du nicht, der Herr Kassier könnte uns für die Festvorstellung ein Billet verschaffen?" Vater: Aber, Marie, was fällt Dir denn ein !...wo der in meinem Hause wohnt! Der käm' dann gewiß ein paar Tage später und verlanget' wieder einen neuen Ofen oder sonst was!" Tochter: Ach was, deswegen brauchst 'Du .ihm noch lang keinen Ösen setzen zu lassen! Da sagst Du einfach, dasStück hat mir nicht gefallen!" Guter Rath. Ein Hausknecht gewinnt 80.000 Mark, und da er sich nun in gewählteren Kreisen als bisher bewegen will, fragt er seinen Barbier, der ein feiner Kerl" ist, wie er sich in noblen Gesellschaften zu benehmen habe. Barbier: Zieh' einen schwarzen Frack an und halt' 's Maul!" ' Kolossaler Erfolg. Was meine Bücher fabelhaft abgehen. davon machen Sie sich gar keinen Begriff! Von der Presse gehen Sie direkt in die Hände der Käufer über, so daß sie noch gar nicht zur ersten Üluflaae gekommen sind."
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Cylvesternat?)t Kein Glocknlaut, kein Menschenmund, N?ch der Gestirne Kreisen Vermag auf Gottes Erdenrund Die Zukunft dir zu weisen! Die Glocken tönen durch die Nacht, Du lauschest ihrem Klingen; Das Jahr, das du herangewacht, Was wird das neue bringen? Drum frag dich selbst! Das Jahr wird gut. Gehst du auf rechten Wegen. In deinem Thun und Lassen ruht Des neuen Jahres Segen! Warum ich mcitten Ty ksterpunsch nicht traut Eine Ermnerung von $. 2. Hier. Der Silvesterabend war wieder einmal da- und meine Stimmung eine recht gedrückte, wie das bei einem alten Junggesellen oft. ganz besonders aber an der Schwelle eines neuen Jahres so vorzukommen pflegt. Wohl hatten mich Bekannte zum Sylvcfterpunsch gebeten, allein ich hatte abgelehnt, weil ich einen Abend wie den letzten des aorcs lieber allein als in einem Kreis, den ich nicht als den der Meiniaen" betrachten kann, verbringe. Ich versuchte meine Melancholie auf der Straße zu verscheuchen, aber es wollte nicht gelingen. Da kam mir der (vedanke, eine der silberhalsigen Flaschen Feinste Punschessenz", die mir an dem Schaufenster einer Delikatcssenhandlunq freundlich zurlinkten. werde mir gute Dienste thun, mir eneraiscb belfen. über den Rest des alten Wahres und meine dunkle Abschlußstimmung hinaus zu kommen. Nachdem ich dieses Sylvesterheilmittel erstanden und in die unergründliche Tiefe meiner Paletottasche hatte gleiten lassen, kehrte ich in mem Junggesellenheim zurück. ' Hier fand ich meinen dienstbaren Geist, die ehrsame Wittwe Müller, mit den Vorbereitungen für den Aöend beschäftigt. Sie kniete, als ich eintrat, vor dem Ofen, bemüht, das Feuer anzuzünden, ein Geschäft, welches sie mit heftigem Pusten und der täglich wiederkehrenden Versickerung, der Ofen ziehe nicht", erledigte. Sie benutzte diese allabendliche Verrichtung an dem Warmcspender dazu, mir, wahrend sie die Tücken des Feuers beobachtete, einen unerbetenen Bericht über s'ämmtliche Vorgänge im Hause zu erstatten. .Bei dem jungen Wemand im Hmterhause geht es heute sehr schlecht," ' begann sie. Der Doktor ist schon drei Mal da gewesen. Das ist doch hart für die alte Frau ; sie hat ihr bischen Gut darangesetzt, ihren Einzigen so weit zu bringen, daß . er aus eigenen Fünen sieben kann, und jetji legt er sich -um Sterben hin. Ein braver, fleißiger Mensch ist der Franz. das muß' man sagen, aber schwächlich ich habe immer gesagt : der steckt in keiner guten Haut. Der Herr Doktor kennen den Franz ja selbst und haben ihn immer so gut leiden mögen. Wie der Herr Doktor wünschen die große Bowle für sich allein ?" Ja. Frau Müller ich brauche heute ein besonders großes Quantum." Einen sehr ruhigen Abend werden aber der Herr Doktor schwerlich haben, meinte sie, waqrend sie em wenig aufräumte, d. h. meine sämmtlichen Bücher verlegte ; droben bei Profes sors geht es heute. Abend hoch her eine Torte und ein Mandelberg sind vom Konditor hinaufgetragen wor den, und das gnädige Fräulein Marie spaziert in einem funkelnagelneuen Prachtkleid herum. Wenn sie da oben tanzen sollten, nehmen der Herr Doktor am besten die Hänge lampe herunter." Mit den herzlichsten Wünschen zum neuen Jahre" entfernte sich endlich die biedere Dame, nachdem sie noch Wasser auf's Feuer gesetzt. DiexÄbnelauna. die ich im Allzemeinen gegen das Wasser habe, wird mir von diesem dadurch vergolten, daß es sich niemals memem Wunsche ge mäß zum Sieden entschließen kann. Jn Anbetracht dieser seiner Unlie oenswuroigieil oeimion. icn, nocu einen Besuch im Hinterhause bei der schwer ' . i . r r geprüften Mutter zu machen. Mit rothverwemten Augen, wie die Nähe eines Krankenlagers sie veranlaßt, kam mir Frau Wemand entge gen. Das ist freundlich, Herr Doktor, ' ' 1' a dak Sie nach uns sehen. Er schläft," dabei deutete sie nach dem Nebenzimmer.- ' Hoffentlich bringt ihm der Schlaf Besserung." verseßte ich. Sie schüttelte den Kopf. O. es geht sehr, sehr schlimm." Ein Thränenstrom brach aus ihren Augen und, als versagten die Füße ihr plötzlich den Dienst, sank sie auf einen alten Lehnstuhl. ,zWarum muß es gerade jetzt so kommen V schluchzte sie, gerade jetzt, da Alles so schön und gut. hätte werden können. Von morgen ab gehört er dem Hoftheaterorchester an, hat eine gesicherte Stellung, ein festes Gehalt. ' Bisher mußte er. sich mit Privatstunden abquälen, und konnte trotz seines prächtigen Spieles nicht aufkommen. Die Herren. Kollegen vom Orchester haben lange gegen ihn intrigirr : sie fürchteten sein ' Talent. Aber genützi-hat es ihnen nichts. Der Hofkapellmeister hat ihn einmal zusällig spielen hören, und da, war da wäre sein Glück gemacht gewesen. Wemand, sagte er damals' zu ihm, Sie muß ich haben heute noch spreche ich mit dem Intendanten ; mit
dem neuen Jahre werden zwei ' erste Geifer pensionirt. da gibt es Platz, da rücken Sie ein. Er hat auch richtig dafür gesorgt, daß ihm der Kontrakt zugeschickt wurde, der morgen zu laufen beginnt. Mit dem Glockenschlaz Zwölf" wollte ich meinem Franz zinn Hofmusikus aratulirea. Ach. und jetzt, wie wird es um 12 Uhr stehen? Von morgen ab hatte er mir keine einzige Stunde mehr geben dürfen ; die Plackerei mit talentlosen Schülern und anspruchsvollen Eltern hat ihm schlimm genug zugesetzt." Sie horchte nach der Thür, durch welche man die kurzen unregelmäßigen Athemzuge des Kranken vernahm. Die Geschichte mit Professors drüben hat ihm zum Schluß noch übel mitgespielt." erzählte sie weiter. Welche Geschichte, Frau Wcinand r Ach, sie haben ihm drüben die Stunden aufgesagt, seine Erholungsstunden", wie er "sie nannte. Er ging so gerne und immer zehn Minuten zu früh hinüber zum Professor. Aber das nicht etwa wegen des Sohnes, nein, wegen der Schwester, der Marie. Er hat mir's nicht eingestanden ; doch ich habe es gleich gemerkt, daß der Junac wie verändert war von dem Augenblick an. in dem er drüben die Wohnung betreten. Einer Mutter entgeht so etwas nicht ! ES hat mir recht viel Sorge gemacht, denn ich weiß, wie tief alles bei meinem Franz geht, daß die .erste Lieb' in seinem jungen Herzen schlimmes Unheil anrichten konnte. Der Herr Professor hat auch scharfe Augen und hat wohl beobachtet, wie mein Franz die Marie anschaute und wie e? beim Vorspielen stecken blieb, wenn sie in's Zimmer trat. Da hat er wohl gedacht, er könne den armen Musiker am besten heilen, wenn er ihm die Möglichkeit des Kommens nähme, und hat dem
Franz die Stunden entzogen. Der
Junge war damals schon recht krank ; j ZUiragen wem 19 mct)i inen nudie Verabschiedung hat ihm den letzten ! Anblick sah er mich zweifelnd und be-
Stoß gegeben ; ich hab' das. nur zu i gut gesehen, wenn er auch mit keinem Wort sein Leid geklagt hat." Der Kranke im Nebenzimmer rief mit schwacher Stimme meinen Namen. Ich eilte zu ihm. Wie viel Uhr ist es ?" fragte er mühsam. Acht Uhr, lieber Franz. Wenn ich nur das neue Jahr noch erlebe dann müssen sie meiner Mutter ein Quartal auszahlen. Sie werden es bestätigen, daß ich es noch erlebt habe, nicht wahr, Herr Doktor ?" kck suckie ibm die ?odesaedanken ni,L,ikf?d,n. r nhtr süttelt? irnurrn i den Kopf. Lange schwieg er; seine ! weiße, blutleere Hand fuhr leicht, wie streichelnd, über, den Violinkasten, der neben seine Bette auf dem Tisch j , 1-7 and '. I Sind Professors h'utt Abend ch, hrr.;irt ?" Virtf. r Snnn nTnM?, i WV144V W Wfttt V V W hat Fräulein Marie heute schon gespielt, sie spielt ganz gewiß jetzt. Wissen Sie. Herr Doktor, morgen wollte ich als .ofmusikus wieder einmut uiuvcu viJiiyttujtH vielleicht hätte ich dann vielleicht hätte der Professor Ob Marie weiß, daß ich krank bin, daß ich ri..,. m ' czt.J. VCt X 4 fwiiA a . . X JkWW WiUlldcn. das ist eine lange, fehr lange Äeit Die legten Worte waren kaum zu verstehen. Er schien nach der Anstrengung, die sie ihn gekostet, in Schlaf zu versinken. Ich blieb noch etwa eine Stunde am
n 7 MTt w Tw!1' ergriff mich ein Ekel vor dem n' fllt 11 ? geplanten Sylvestertrunk, und klirn. nochmals nachzusehen, Me alsbald die Silberbal- ? TTJ fi 1 51?Tl1fT :
Bette sitzen Versprechen in mein Zimmer zurück. Das Feuer im Ofen brummte unwillig, das Wasser im Topfe war bis auf einen kleinen Rest in Dampf aufgegangen. Ich goß frisches nach, zog einen besseren Rock an und klopfte bald darauf an Professors Thür. Die Familie saß um den reich ge-
deckten Tisch. Marie, strahlend in Ju- . Volksthümlichkeit. Ihre Geschäfte aend und Schönheit, am Klavier, ne- pflegen sie an den Sonntagen zu erleben ihr ein junger Mann, der äugen- digen. Sie erscheinen im höchsten schcinlich mehr in ihre Augen, als aaf Staat, suchen sich im Garten einen die Blätter, die er umwenden sollte, Kohlkopf und steigen zu Pferde, um schaute. i das Haus aufzusuchen, in welchem ihr - Ich mußte mir gleich sagen, daß es Werbetalent entfaltet werden soll. Unmir sebr schwer werden würde, das terwegs läßt der Freiwerber den Mädchen, wie es meine Affsicht war. Kohlkopf von- seinem Pferde anfreseinen Augenblick unbemerkt von den sen und betritt nun erst das Haus der Anderen zu sprechen. ihm von dem Liebhaber bezeichneten Man zeigte sich bocherfreut daß ich schönen, wo sein Erscheinen meist der ich eine Einladung abgelehnt, nun Wudig.es Erstaunen hervorruft. Bald doch mich einstellte: ich mußte 'Platz nach der Begrünung kitupft er em n.krn.n und dem Auf7etraaenen zu- Gesprach an. um m dessen Verlause
brechen, was mir nicht leicht fiel. I rrv v ... 1 . jr.ilasas 10 in oer nome aucq oeriucyie, um Marie in ein: Fensternische zu zicben und ihr mein seltsames Anliegen, vorzutragen, ich kam nicht an's Ziel. Wo. sie war, da war auch der zungz Mann, der mir als Assessor Reinhard ' " vorgestellt wurde. In! der von Freude und Wohlbeha-. gen rsüllten Atmosphäre wurde 'ch etwas schwankend in meinem Entschluß. Mari: an das Krankenbett zu führen ' Vielleicht ist es ihm jetzt besser.1 dachte ich, während Marie einen Strauß'schen Walzer zu spielen begann, er schlief als ich ging, vielleicht wird er genesen und ich muß mir r 1 t. r ri'ei i Vorwürfe machen, Unheil , gestiftet zu haben. Ich wollte doch er'st noch einmal unten nack dem Stand der Dmge sehen, . !j !j v ifirfrr. enc icu mia?u ozm njrui cn.cmon.c Ich verabschiedete mich deshalb, in der Absicht, mir zunächst aus , der Punschbowle, die ich nun endlich füllen wollte, etwas Muth zu schöpfen, aber auf der Treppe begegnete mir Frau Weinand, bleich vor Angst. Kommen Sie rasch. Her? Doktor." rief sie 'athemlos'. e5 geht zu Ende bleiben Sie
bei ihm, bis ich den Arzt geholt habe ; ich weiß, wo ich ihn finde." Ich eilte wieder in das Hinterhaus. Franz war nicht mehr bei Besinnung; hin und wirder schien sein Bewußtsein zurückzukehren und dann fragte er, so viel ich verstehen konnte, nach der Zeit. Es schien, al3 wolle er seine letzte Lebenskraft zusammenraffen, um das neue Jahr zu erleben. Einen Augenblick richtete er sich noch auf und fragte deutlich nach Marie. Ich werde sie holen, sobald Ihre Mutter zurückkommt." Es war mir. als gleite ein Freudenschim:nr über das bleiche Gesicht. Unendlich dauerte es. bis die Muttcr den Arzt, der in froher Gesellschaft Sylvester feierte, gefunden hatte. Enolich kamen die Beiden. Zum zweiten Male eilte ich nun in das dritte Stockwerk deS Vorderhaufcs. Man hörte drinnen mein Klopfen nicht, so laut wurde gelacht, so hell klangen die Gläser. Als ich schließlich ohne auf ein herein" zu warten eintrat, eilte mir der Professor mit einem Champagnerkelch entgegen. Sie kommen gerade zur rechten Zeit," rief er fröhlich, um mit uns auf das Wohl des neuen Brautpaares anzustoßen, das sich noch im alten Jahr verlebt hat. Dieses alte Jahr hat die Herzen meiner Marie und des lieben Reinhard zusammengebracht, das neue soll ihre Hände zusammenlegen. Also auf das Wohl des Brautpaares im alten, auf das Wohl des Ehepaares im neuen Jahre !" Die Gläser .llanoen. und der glücklicheBräutigam küßte die schöne Braut auf die frischen rothen Lippen. Da faßte ich einen raschen Entschluß. Ich trat auf den Bräutigam zu und bat ihn. mir einen Augenblick in's Nebenzimmer zu folgen. Wie ich die Worte fand, um ihm in fliegender Eile mein trauriges Anliegen vor-
, r rf- sv c neii ?uun u" " Ion zurück, ging auf Marie zu und flüsterte ihr etwas in's Ohr. Nach kurzem Zögern 'legte sie ihren Arm in den Reinhards 7 und Beide folgten mir zum großen Erstaunen der übrigen Familie. Ich trat zuerst bei dem Sterbenden ein, der fast regungslos auf dem Lager ausgestreckt lag ; ! gleich darauf erschien Marie uf der Cckwelle. Franz wandte ihr sofort den Kopf zu und richtete seine Augen auf sie ; er hatte ihre Nähe gefühlt, sie gesehen und erkannt. Dann, als fürchte ' er, das Bild könne zerrinnen, kehrte er den Köpf wieder weg rn . cf I t 11. r "t c 1 arzi qciic 119 uoei otn w benden gebeugt und horchte auf den Herzschlag. .Plötzlich richtete er sich auf und kehrte sic zu der Mutter. leie vernano an uno roaq iaj iuu v -rv. -?n,erzens,qm nr n SVl)ll. Reinhard war unterdessen gleichfalls eingetreten und legte seinen Arm um das zitternde Mädchen. Da schlug es Zwölf von den Thurmen. und die Glocken begannen mit , , , (v . ... fernem Klang das neue Jahr rnzuten dort die 0 fnungen Zweier Mmschm zu Grab geleitend, hr zw . : Gluckliche dafür Mit süßen Verhelzzungen oegruyeno. Zwl,an und' Freub' stand ich, der ich nichts zu fürchten und nichts zu hoffen, nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen . hatte. Als ich nach einiger Zeit wieder vor meinem Aimmer stand und die , , ..r c -k O-IW Flasche sich wieder vor meinen Blicken sige unten auf dem Straßenpflaster . Sonderbares Werben. Die' Brautwerber des Landvolkes in Masuren. die namentlich im Herbst nach der' Ernte mit Aufträgen oft überhäuft sind, erfreuen sich größter aus den angefressenen Kohltops mit den Worten hinzuweisen: Es ist eine Ziege in unserem Garten gewesen und hat diesen Kohlkopf angefressen, nun habe ich sie gespürt bis hierher und will sie zetzt sehen. Sobald diese cm 1. -.r, s...v r"x.r orrr. qqiw,i auc. ji!cu ic uuu;, um iuuu es (itu ijauucu. Die bewußt: Dorfschöne verschwindet plötzlich, wirft sich in Gala und wird dann wieder herbeigeholt.' Die Scherz: über den beschädigten Kohlkopf werden jetzt wieder aufgewärmt. Nimmt sie dann den ihr überreichten Kohlkops entgegen, so ist die Werbung als angenommen zu betrachten und die Hochzeit wird , alsbald bestimmt. Während des Actes der Trauung muß dann die Braut ihrem Eheliebsten auf . v, uvinnv Un ß treten und beim Knieen auf fexmrrt fies mhrTnnn nnrfi wohl beim Zusammenlegen der' Hände ihre Hände nach oben bringen, dann . a ' f ' hat sie während der Ehe das Regt mcnt, welches! sonst dem Bräutigam, wenn er ihren Versuchen zuvorzukom men weiß, unfehlbar anheimfällt. r . . ; Vorsichtige Einladung. ... Bitte, Herr Fürioso, spielen Sie uns etwas vor aber nicht wahr, Sie, hören dar.n auch wieder auf?"
Der Dritte.
Clne Sylve Ziergeschichte von L). Herz. Sie wollten den letzten Abend des Jahres zusammen verbringen, zu Dreien, wie immer. Ein heiteres, dergnügtes Kleeblatt sie mochten gar keine andere Gesellschaft. Die Drei waren der Kanzleirath Müller, seine junge Frau Jda und deren Vetter, ein Musiler. Vetter Hugo lebte getrennt von se:ner Frau, die ihn verlassen hatte, um zur Buhne zurückzukehren, und war sehr froh, bei Müller's eine angenehme Häuslichkeit zu finden. Der Kanzleirath kam um vier Uhr aus dem Bureau und man speiste dann. Hugo hatte sich in Kost aeaeben, denn Müller aß gern, gut, und für zwei Personen lohnte es kaum zu kochen. Dann blieben sie zusammen; im Sommer gingen sie spazieren, :m Winter spielten sie Skat. Auch spielten Hugo' und Jda zusammen vierhändig,und das war ja erst der Grund gewesen, warum Muller ihn einlud. Er selbst war nicht musikalisch und so viel älter als Jda; ihre Musik sollte sie Nicht entbehren. Es Nickte sich auch sehr gut dabei, wenn sie zusammen spielten. So waren sie immer und immer fröhlich beisammen; wohlerzogen und grundbrav, wie Jda war, kam nie etwas vor, was ihren Gatten geärgert oder verletzt hätte. Besonders, da er so gerne Skat spielte, und nun hatte er seine Partie zu Hause. n Es war reizend, und Niemand wünschte sich etwas Besseres. Der Kanzleirath gemüthlich und bequem, Jda heiter . und sorglos, Hugo der Spaßmacher für Beide sie waren alle Drei für einander geschaffen. , .Vor zwei Jahren, als Müller sein kürzlich verwaistes Mündel heirathete, hatte sich Hugo unbändig gefreut. Nun hatte er doch wieder eine. Häuslichkeit. Jda würde ihn nicht vor die Thür setzen. Sie that es auch nicht, und ihr Mann noch weniger. Zum Sylvester war Zweierlei geplant, erstens die Bowle, die Hugo so unvergleichlich zu bereiten verstand und dann das Bleigießen. Damit hatten sie sich im vorigen Jahre köstlich amüsirt, denn Hugo war unerschöpflich im Erklären der geheimnißvollen Bleiklümpchen. Müller kam heute wegen der Abschlüsse im Bureau etwas später nach Hause. Jda trat ihm entrüstet entgegen. Hugo hatte für heute abgesagt; seine Kollegen hätten, ihm das Versprechen abgenöthigt, zu einer Syldesterfeier des Bühnenvereins zu kommen. Es war mir diesmal unmöglich, auszuweichen," schrieb er, und ich 'gehe lieber gleich in's Restaurant :ssen, denn Ihr würdet mich zum Schluß deS Jahres noch ausschelten. Ich werde um zwölf auf Eure Gesundhelt trinken und morgen Alles gut zu machen sucyen. Muller und seine Frau schimpften wie die Rohrspatzen. Solche Rucksichtslosigkelt! Wenn man das ganze Jahr die Fuße unter dem Tische hatte, darf man am Sylvester nicht fehlen! Abscheulich von Hugo! Er hielt sich so ziemlich das ganze Jahr von Kollegen- und Vereinskreil sen fern, wohl seiner zertrümmerten Ehe wegen, die er trotz seiner äußeren Lustigkeit nicht recht verwinden konnte. Und auch Müller's waren nicht sehr gesellig, er, der Kanzleirath, schon gar nicht, Jda fügte sich, weil sie ja zu Hause auch ihr Vergnügen hatte. Und so hatten sie auch gar nichts vor für den Sylvesterabend. Es blieb ihnen nichts übrig, als allein zu Hause zu bleiben. Sie geHorten keinem geselligen Kreise an und hatten auch sonst Niemand, den sie im letzten Augenblick hatten einladen können. Der Kanzleirath saß in seiner Sophaecke, um ein wenig zu schlummern. Jda hatte sich' in die Küche begeben. um das Abendessen vorzubereiten. im I" !. 1 JT r f r Jmz sie itcg argerie; ugo an a enbraten so gern, der hätte sich gefreut. Da .klingelte Müller vom Spcisezimmer aus. Jda eilte, hinein. , Was willst Du, Kar" Ach, spiele doch ein wenig Klavier, Jdachen, mir zu Liebe! Siehst Du. tch kann ohne Musik nicht einschlafen. O, sehr gern, lieber Karl." Sie setzte sich an das Instrument und spielte alle drei Gondellieder von rm l 'cenoeisioyn. Nein, das ist zu reizend," rief er dankbar. IZs ist fast schade, dabei zu schlafen. Ader er nickte doch ein. Der Gute," dachte sie gerührt. Er meinte, ich wollte ihm zu Liebe gar mcht spielen! Vernachlässige ich ihn nicht ein Vischen? Was könnte ich ihm nur für eine Freude machen? Je denfalls will ioh allein die ' Bowle brauen, ich habe 'ja voriges Jahr gesehen, wie Hugo es macht. Und' ein vergnügtes Gesicht aufsetzen, obgleich die Sache etwas, langweilig ,st. Und als ihr Gatte ausgeduselt hatte, kam sie hereingehüpft. , Nun, weißt Du, Karl, wir wollen uns nicht weiter ärgern. Sollten wir nicht ganz gut ohne Hugo fertig werden können? Mag er doch fort bleiben!" Du bist zu lieb, Jda!" Er sah sie halb erstaunt, halb verzückt ' an, wie nett sie heute war. Er konnte es gar nicht fassen. Sie hatte ihn geheirathet. um sich zu versorgen, das wußte er; I - " r r v - f ; ! ' ne war ouoicu uno oici junger au er i ' m 1 rr c !1 UND er tagte na), am vmoe mu e er froh sein, daß sie ihm keinen ernsten Anlaß zur Klage gab. So lebten sie ruhig, aber gleichgiltig in den Tag hinein, ohne weiter über einander nachzudenken, ohne sich um einander bemühen. Und heute war Jda auf einmal so liebenswürdig! Seine Rührung hier-
über that ihr wohl, ohne ein Wort zu
wechseln, hatten sie Beide da Bestreben, einander den Abend angenehm zu machen. Nur, sie konnten zu Zwei nicht Skat spielen. Das war sehr bitter. Aber Jda u versuchen. schlug vor, es mit Piquet das war auch ein sehr hübsches Spiel, dft beliebte Zeitvertreib ihrer Eltern. Karl verstand es nicht, aber mit Feuereifer war sie dabei, es ihm zu lernen. Sie verloren sich Beide m die Aufgabe. Er begriff, aber spielte doch nur sehr fehlerhaft. Nun, morgen wirst Du es schon besser spielen," sagte sie tröstend. Ach.morgen ist m Dein Vetter da. meinte er, und Piquet kann man doch nur zu Zwei spielen." -Es ist wahr, gab sie zu, aber wer weiß, ob Hugo jetzt immer so regelmäßig kommen wird, wenn er einmal in Kollegcnkreise gerath." Ach, der kommt wieder, sagte der Kanzlcirath kläglich. Muß er denn?" dachte Jda. So einmal zur Abwechslung war es auch ganz hübsch zu Zweien. Und nun spiele noch einmal die Gondellicder," bat er, vorhin war ich doch ein wenig schläfrig und habe sie nicht voll genossen." Nochmals spielte sie alle Drei, weich schmelzend, mit dem ganzen Zauber des reizenden Scchsachtelrythmus. Er fand es wieder schon, viel schöner, wie das lärmende Vierhändig. Warum hatte sie ihm bisher so wenig voraespielt allein ihm? Wie leicht war es, den guten Karl glücklich zu machen! Sie spielte noch einige sentimentale Stücke und hatte den Hochgenuß, Thränen in, die Augen ihres Gatten zu locken. Inzwischen war das Abendessen fertig. Da saßen sie nun einmal allein bei Tische, es war, ausgenommen in der allerersten Zeit ihrer Ehe, nicht der Fall gewesen. Wahrend man sonst immer auf den Fremden bedacht sein mußte, legten sie heute einander die besten Bissen vor. Und ein festlicher Elfer, eine innere Freude lag auf lhren Gesichtern, sie kannten sich selbst nicht mehr. )ann kam die Bowle. Sie war vortrefflich gerathen, denn im Grunde verstand Jda. sehr wohl, etwas Wohlschmeckendes zuzubereiten. Und nun wollen wir auch Bleigießen," schlug sie vor, warum sollten wir denn irgend etwas von der Sylversterseier auslassen?" Ja, wir wollen Bleigießen" rief er erfreut wie ein Kind. Es war Alles vorbereitet gewesen, man erwartete ja einen Gast, und bald zischte das heiß; Metall in dem kalten Wasser. Was Karl gegossen hatte, war ein charakterloses Etwas, so allenfalls viereckig. aber sehr frei viereckig. Em Blatt von den Pmuetkarten sagte er, wir werden weiter Piquetspielen." Keines dachte daran, daß es auch ern Blatt von den Skatkarten bedeuten konnte. Nun goß Jda ein schmales, läng liches Ding, an dem einen Ende gespalten, am andern mit einem rundlichen Abschluß. Ein Baby, es ist ein Baby," schrie Karl sofort. welcher llnsinn! nef sie und verstur.'.mte. Es war wirklich so etwas wie ein nacktes, menschliches Figürchen, wenn auc" die Berne ungleich waren, die Arme nur angedeutet und der Kopf gar zu groß. Sie lachte ein wenig. Da schlug es zwölf. Sie wurde ganz still, als fühle sie den Flügelschlag des Geschickes. Er erhob das Glas, die köstliche, dustige Bowle. Meine Jda, sagte er gerührt, wir waren bisher eigentlich nicht recht verHeirathet7 Es war immer ein Dritter da. In der Ehe aber darf der Dritte immer nur ein Kind sein! Wenn Du wüßtest. Jda " Sie senkte den Blick und erhob auch ihr Glas. Sie ließen den Dritten' leben, aber Hugo war es nicht. Am Neujahrsmorgen kam Hugo mit einem großen Blumenstrauß und emer seinen Bonbonniere für Jda. Ihr seid natürlich sehr böse," rief er, ich begreife das, aber ich habe Euch wirklich hochleben lassen, als das neue Jahr antrat. Und nun denket! Meine Kameraden hatten mit mir ein Komplott vor. Sie wollten mich mit meiner Frau zusammenbringen. Sie war da sie ist nämlich durchgefallen, die Arme, und hat jetzt kein-Engage-ment. Natürlich 'war ich ganz spröde." . Er blickte triumphirend von Karl zu Jda. Beide hatten ihm abgerathen, sich weiter mit der Tbeaterprlnzessin einzulassen, denn derlei sei niemals hausllch. Ihre Frau ist gewiß in sich gegan gen durch die erlittene Enttäuschung," sagte Jda. Hugo war wie aus den Wolken gefallen. Anstatt der schmeichelhaftesten Vorwürfe, die er erwartet hatte, dieser Gleichmuth! Kein Wort, des Vedauerns! Und Jda schien ganz gestimmt für elne Versöhnung mlt der Theaterprin ze in. " Ja, was würdet Ihr denn beginnen ohne mlch? frug er verdutzt. Anstatt des Skat Piquet spielen, warf der Kanzlezrath hm. Anstatt des Vierhändig Zweihandlg," fugte Jda hinzu. Aber nichts für ungut. Wenn Sie Ihre Theaterprinzessin nicht bekommen, so werden Sie uns immer em ueber. an genehmer Gast sein. Nur haben wir uns gestern überzeugt, daß wir uns auch allein ganz gut unterhalten lonnen ohne einen Dritten.
NeujahrSwÜnsche. Einem jeden Leser und Allen, die.
es werden wollen, die herzlichsten. Glückwünsche, ob sie rhr Domicü m der Nähe haben oder ob, sie in fernen Weltenzonen in Zelten wohnen. Dem Jahre wünschen wir, dak t uns nicht an des Winters Sonnenwende des Sommers Wonnen sende.. Dem ehrgeizigen Liederdichter wl:nschen wir im Sängerkampfe, daß erden Gegner beim Zwiegesang im Sie-, ge zwang. Wer in heiterer Tafelrunde den ftnr hn m'Arto m it& livi.w tvtt, vwi iivyi. uiuii uuuuusichtlich vom Schmaus reißen und 'raus schmeißen! Den lyrischen Dichtern wünschen wir, daß sie Erhörung finden, wenn sie zu Goethen flehen: Laß uns nicht,' flöten gehen! Dem Zungen Manne, der ein iunges Mädchen zum ersten Mal auf wem Ball findet, wünschen wir. daß. er sich nicht gleich Knall und Fall bmdet. Wer vom Sylvesterpunsch vielleicht' mal sollte einen Kater fühlen, .dem möge die Stirn ein zärtlicher Vater kühlen ! Wer bei seinem Studium gestört wird durch einer schlecht gespielten Geige Nahe, dem wünschen wir, daß seine Geduld nicht auf die Neige gehe. Wir - wünschen der Dame, deren Mittel nicht dazu ausreichen, daß sie der theure Schneider klelde, hmrelchende Geschicklichkeit, daß sie sich selbst die Kleider schneide. Wem heutzutage soll eine Reiseglücken, dem mögen keine Hindernisse auf die Gleise rücken; auch wünschen wir, daß sich ihm auf die Landwege keine schneeige'Wa'nd lege. Wer gerne faullenzt in der Hängematte, dem sei gewünscht, daß er dazu stets Zeit in Menge hatte. Wem der Himmel mcht will d:S Glückes Traum schenken, der' möge sich zum Trost mit einemPülleken Schaum tränken. Dem Thierfreunde wünschen wir : Spät schlag Dir die Stunde Heuer, in der Du zahlen mußt die Hundesteucr ! Dem armen Teufel, der seine letzte: Hoffnung auf die Lotterie gesetzt hat, wünschen wir, daß bei der Ziehung die Nummer käme, die von ihm , jeglichen Kummer nähme. Dem Bratenbarden wünschen wir,. daß Jeder, den er durch seinen. Sang ergötzte, ihm in splendider Weise den Gang ersetzte. Wir wünschen den Wirthen, die uns schlechtes Bier geben, daß sie stets unter des Trunkes unstillbarer Gier leben. Wir wünschen ein sicheres Plätzchen, wo er sein Haupt hinlegen kann sowohl dem unstäten Landstrelser, toiedem obdachlosen Strandläufer. Wenn bei der Debatte die Parieren mehr, als nöthig ist, in's Feuer gerathen, dann wünschen wir, daß em schlauer Redner dämpfen möge die weitere Hitze durch heitere 'Witze. Es möge der Wind den Borsenmannern, die spekülirend in die Weite sehen, von der günstigen Seite wehen! Freundliche Arm mögen sich des schwachen Trinkers annehmen, daß er nicht überwältigt von dem Produkt der Wewranke, hilflos 'rein wanke ! Und Denieniqen. der thöricht will fröhlicher Menschen Bund heißen, den soll der Hund beißen ! Tanzkunstrevoltttion. Es bat die Tanz-Akademie Jüngst in Berlin als Krastgenie Verpönt den Eontre"-Tanz mit Ztanz Sie schuf stattdeß den , Reihen"Tanz: Bald wandelt nun der Contre"-Had Zum Reihen"-Vaß den Contre"an, Die Contre"-Vande schmuggelt feinSich drauf als Relhcn"-Bande em. Die Contremme laßt sodann Als Reihenmine" springen man, ' Auch wird der Contre"-Admiral , Zum Reihen"-Admiral zumal; Wann aber vom Galopp" man sagt: Die Lungensuchtbeforderungsmgd , Und wann die Polka" jeder dreist Masurenhoppelpoppel" heißt, Und wann verweht der alte Dunst, Daß international die Kunst: Verschwelgen muß ich's noch mit Schmerz Höchst contrecour nein: reihen herz! Ihr einziges Jedau.n. . 4. J ern. kranke trau: AH.. eora. tü sühle, daß ich sterben werde und ich habe nur ein Bedauern daoei. Gatte (weinend): Was ist es denn, mein Lieblina? Kranke Frau: San es nicht ein anderes Glied der Familie ist, mir steht schwarz so gut! 5 m Kaffeebaus. A.r Wer ist denn jener Herr dort drüben, er hat so ein' interessantes Gesichi, ich hätt: ihn längst gern schon einmal kennen gelernt. B.: Unterlagen Sie das lieber, denn, im Vertrauen gesagt, im Roulette gewinnt er. aber bei näherer Bekanntschaft verliert er! Auch eine Belohnung. Zahnarzi (der bei einer Kahnpartie in's Waffer fallen l t. zu 1 einem Le bensretter): Edler Mann, wie soll ich Ihnen danken? Kommen (ie mit mir, und ich werde Ihnen sämmtliche Zähne, die sie besitzen, , unentgeltlich ausziehen! ' Immer dieselbe. Parvenü (in der Buchhandlung): Geben Sie mir die Werke eineZ Dichters, der nicht für Volksausgaben schreibt!-
