Indiana Tribüne, Volume 17, Number 97, Indianapolis, Marion County, 24 December 1893 — Page 7

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271 rt fl 5 Von Carat) Hu hl er. Sie hatte so sehnlichst auf sein: Nück gewartet, die klcine Magda, und er Um noch immer nicht. Eine volle Stunde hatte sie bereits an dem Fenstersims gc ' hangen so fest und bebarrlich gcbangen, daß die 5)o!zkante sich ihr scharf gegen die Magengcgcnd eingedrückt hatte und ihr inen empfindlichen Schmerz gemacht, Die Fensterscheibe war durch den warmen Hauch des lindes umflort. Die klein? Hand säuberte den Nebelschleier immer wieder fort, um immer wieder, g-spannt und erwartungsvoll, die Straße auf und ab zu Klicken. Paul kam n?ch immer nickn, und es war doch gewiß schon bald Abend, i? Snne stand längst nicht mc'ax an- XMrm:I, und aus dem kleinen Hause v. der Eck: kamen schon die großen Äiädcben au cer Siäbstunde. Es mußie und von Um Paul hat-; sie doch crwariei. d.'.ß er nicht so spät Freilich der ivirl war r.:;r mitaenmnmen worden, und ba::. er nicht viel mitzureden, aber iWva schob die Lippe verächtlich vor und inocfcgiiicrtc sich in einen Aerger hinnn, ::tji er auch yatte mit reoen lonnen, er Kitte es auch nicht gethan, er redele ja nie, wenn er es geraoe joutc. irr war überhaupt kein rechter Junge so l!aß und still, klein unb immer artig, Ja, wenn sie so ani sein könnte! TaZ j kennte sie a' er nicht gar nicht, und daher I war es auch gekommen, daß sie nicht mit kurste zur Landpartie auf dem großartigen Leiterwagen, den die Schustersleute von unten" sich genommen. Sie Wäre doch so schrecklich gern mitgegangen, und der Emil von Herm Timke dem Schu ster. War auch noch heraufgekommen zu ihrer Mutter und hatte für sie gebeten, aber das half alles nichts. Sie hatte nicht übt, und dann hatte sie Brüderchens Milch ausgetrunken und zur Strafe sollte sie nun "verzichten. Gerächt hatte sie sich aber an der Nieke, der Klatschtrine für ihre abscheuliche Petzerei. Sie hatte den ganz nassen Schwamm, mit dem sie sich waschen sollte, so lange in der Hand behalten, bis die Mutter aus der Kinderstube fort war, und dann hatte sie ,hn aber patschnaß, wie er war, der un. auöstehlichen Nieke voll ins Gesicht gesaut so daß diese laut aufkreischte vor Schreck und Wuth. Ja, gerächt t)atte sie sich, aber mitgenommen war sie nicht und vom Fenster aus hatte sie es mitansehen müssen, wie der großartige Leiterwagen rcriuor uno ne einzelnen vurnie ungens über das bobe Rad kletterten und die Körbe mit Eßwaaren nachhoben. Und dann war Paul gekommen. Vater Timke hatte ihn hineingehoben natürlich ! denn Heitern konnte Paul noch nicht. Lu schwach!" Magdas Lippe kräuselte sich geringschätzig, als sie ihrer Fertigkeit m diesem Fache gedachte. Sie hätte sich niemals von Vater Timke in den Wagen heben lassen das war sicher, aber der Vaul der fromme Paul, der sich immer ängstigte und schon mit den Augen so rasch zwinkerte, wenn ein Vall hochgeworfen wurde. Gewiß würde er auf dem proben Leiterwagen recht tüchtig durchgeschauckelt werden. Das war ihm aam l - r m ren, ca ne ucy langweile o ganz allein, und daß sie wartete und Horch ! Das Gerassel das Gedröhne auf dem Steinpflaster waren sie das vielleicht? Hoch reckte sich des Kindes Köpfchen boch hob sich die feste, kleine Mädchenge standen die Timle Jungensund schwenkten T -? (... j,i r: . schlaftrunken der aussah. Es war zum Lachen, wie er sich von Timkes großer, Emil auf die Hausstufen stellen ließ und dann hin und her taumelte. ES war um Lachen und Magda lachte. Ihre scharfen, weißen Zähne glitzerten ordent. llch, und d'.e Lichter in ihren braunen Augen tanzten ganz schadenfroh. O, dieser Paul ! Bum ! Da siel die Hausthür hinter ihm zu. Und Timkes langten mit Geräusch ihre vier kleinen Timke Kin. der vom Wagen herunter und gingen in ihre Schusterwohnung im Erdgeschoß zurück. Der leere Wagen wandte sich pid polterte davon. ' Nun war alles auf der Etrane wieder still, undseltfam Magdas Unruhe und Magdas Aerger waren auch fort ganz weggeweht. Was hatte sie sich auch über die LandPartie so sehr aufgeregt? Es war auch vielleicht nicht einmal gewesen. Und daß der Paul einen Tag mal nicht mit ihr .Tl. . .1 i 2 V . f. f i r f f gc,?lel: na ras warvoey nicyl icuiimm, dafür konnte er Halt ! Wer rief ? War es schon Abendzeit und mahnte schon die 3!ieke nein doch. Das kam von drau ß:n von der Straße. Sollte das der Paul ? Ja doch der war's. O, wie hübscb, daß er noch kam ! Das war schön von Paul. Er war ein famoser Junge der Paul. Sie hatte ihn immer gern gemocht, ie wollte auch gleich hlnunter gleich selbst ihm entgegen ihm i' II neu Wie die Füßchen huschten wie die erregte kleine Brust arbeitete ! Hurrah Paul!" Der Riegel der Thür war schwer. Magda schob und drückte in athemloscm Eifer. Warte-ich krieg's gleich gl eich !" Die festen kleinen Hände hoben und zerften an dem Zlicgel. Ein Schnurren ein Krächzen oh die Thür flog auf. Komm herein du!" Mit ihren bei den Armen umfaßte sie den kleinen Spielqefäbrten und zog ihn ungestüm ins Sohngemach hinein. .War's schön? Bist du müde? Was l-at's aeaeben? Wo war es?Warum frühst du Nicht? Das NachdarSkmd üÄ SS schüchtern ,u da o war schön gewesen und müde wer auch. Und er war' nur schnell noch gekommen um zu sagen, daß seine Mutter d?n T.tmtr 55,kna?n nun anck .. . V V" . v: . -T7

bald Abend sein. Ais Abend brauchte lappcm von Älcchloncln Veilchen doch solch' eine Landpartie sich nicht aus- crscholl ihre Stimme im freundlichen Ge;udebnen. Äc'agda empfand es al; herbe sprach mit der Köchin. Magd blieb Unrecht iaieit. da sie sich so anödeonte. stehen. Es klopfie doch das Herzchen, da

rccyi. aruni irdene cas aucv 10 lange ? ren sie wohl noch bei der Toilette, daß es Warum kamen ne auch nicht früher zurück hier alles so leer blieb? Gleichviel von der Partie der Paul konnte sich den sie konnte ia warten. Sie konnte Nauls

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jiui na, iuviiiitiivca uaiiivi" cyiienen oes üllncyes emcn iiemcn ieRichtig ! das krause, bran.ne Lockengcrin- genstand, der daneben lag, und der die gel siel ihr fast über die Augen richtig ! dunklen Kindcraugen in helles Leuchten Das war Timkes Wagen und obenan versetzte: Ein Schweinchen von Mar;is

jiuii. u viuuivii w nvi. nacyiuiilge caiur. a Sie brauchten gar nicht zu sehen, daß sie auch, die sie mit einer

aewartet hatte, und der Uul o. wie

mi.3cncmn.cn batten und mrzcn Nach. Ell!e sie gehen und in den verschiedenen S ?Z ' ic miHnn 4int P mU !k II , cn - . w"7 r , r , ' V . uuuvjiv.ji uui iiv tui

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ihrer Rutsche nach dem Wcrdersee" hm ausfahren wollte und da sollte sie Magda dabei sein. Ob sie wollte. Ob sie wollte! Welche ftraae! Und wie wollte sie. Sie schlang in chrer Herzensfreude beide Arme um den Jungen und küßte ihn. Ja '.ch will !" Dann wollen wir gleich deine Mama fragen!" Ja !" Magda nickte und that einen hastigen Schritt, dann blieb sie stehen und schwieg. Wunderbar, daß ibr plötzlich all' die kleinen Unarten einfielen, die sie in den letzten Tagen begangen : Der nasse Schwamm die ausgetrunkene Milck die en:wndeten Kuchenrcste aus dem Küdcnschrank der genascht: Zucker aus Brüderchc,ls Tbce ! Des Kindes Ängcsicht überwog eine plötzliche Blässe. Zögernd drehte sie an der Thürklinke zögernd schritt sie m den Korridor hinaus. In der Küche hantierte die Mutter es klang wie daS ste mit ihrem llttiegen woicn zollte, Ein kurzes Sinnen und dann wandte sie A. iv.xwd. j VX:vp aui sic;:UJuuno frage: Ich ich kom'.n ;ait 1" 2o ist sie denn , 11 k llll; s,. O.'I" V Nuf sie doch erst!" i'agda :öaerte und plötzlich schob sie VV sich cm wenig hinter den blonden Gefahr ten und rief laut durch den Korridor. Mama !" V Es lag in der Frauenantwort etwas Ermunterndes, und Ermunterung lag auch in den Llntlitz der Frau, welche freundlich fragend vor die Kinder hintrat, Guten Tag Paul! Bist du wieder da ? fta Magda ?" Magda lachte zur Mutter aus ; eine verlegene, genierte, kleine Lach?, die in ihrcr Gezwungenheit vor den geraden Blikken der Mutter auch nicht Stand hielt, Sie sti feint dem Kameraden, fern sie mit anregendem Stoße vorwärts schob. Mama ich du ich wollte der Paul will dir 'was sagen ! Der Satz war zu ihrer Zufriedenheit gelungen und es schoß ein kleiner, erleichterter Seufzer über'des Kindes Mund, als es etwas seitwärts von der Gruppe siebend mit dem einen Zipfel ihrer Schürze bebarrlich einem ausdrücklich reinen Tbeil ihrer inneren Handfläche eifrigst zu säubern begann. Die Mama schickt mich" begann Paul und unter verlegenem Stocken krachte er sein Anliegen endlich heraus, Es mußte doch die Veängstiaung seitens der Kinder überflü nq gewesen sein. Die Mutter gab freundlich ihre Erlaubniß und nickte den, kleinen Bittsteller liebevoll zu. Magda schrie vor Entzücken laut. Welches Kleid, Mama, mein rothes?" Meinetwegen dein rothes," lächelte jene, und Magda stand nächsten Tages, Ungeduld und Spannung im Innern angethan mit ihrem besten rothen Kaschmir-Kleidchen vor den Stufen von Pauls Wohnung und drückte bastig aegen die angelehnte Hausthüre, welche sich geräuschlos öffnete und das Kind einließ, Leise huschte die Kleine durch den halbdunklen Korridor und in das große Wobn;immer binein. Niemand ! Waiw . i - - . . . kleinen Kanarienvogel em bischen beobachtcn, dann konnte sie sich die großen Bilderbücher ansehen, die auf dem Mittel tische lagen. Sie schlug eins derselben auf ud blätterte darin, und plötzlich entdeckte sie beim i rn rri versetzte: Ein Scbweincb, pan! Magda war eine beklazenswcrth r r. .- . jiqe war es oenn unbedachten Gier flch drrn iisfprVprf reisen liefe. Halt! Des Kindes Hand zuckte zurück. Sie sah sich erschreckt um. Was war das? Hatte nicht jemand gerufen? Nein doch' Es war ja niemand da. Sie waren ja alle irgendwo irgendwo Die dunklen Augen hingen wieder an dem Marzipan, indeß die innere Stimme sie so dringend mahnte. Magnetisch, zog es sie zum Tische hin und vor ihm steheno sah sie sehnsuchtsvoll hernieder auf das verlockende, so süße Reizmittel. Sehnsuchtsvll, das war der Ausdruck, der auf dem Gesichtchen lag, und nicht fähig, länger Widerstand zu leisten, beugte sie sich vor und biß ein kleines ganz kleines Stückchen aus dem Schweif des Zucker. thierchens. Das konnte ja nichts machen so ein winziges Stück. Man konnte es nicht einmal bemerken, wenn man nicht genauer binsab. Und ah wie schmeckte das! Das Schwänzchen sah nicht einmal demoliert aus. Man konnte d.ei't noch . - . ..... ' 7 em biNDcn bm'. W sük! (vam wie die Weihnachtsküchelchen, die am Baume hingen! Paul machte sich aus Süßigkei ten aar nicht so viel er theilte ihr immer das größere Stück zu. Er würde ihr auch jetzt aber nein doch? Er hatte es gewiß schon überhaupt vergessen das Zuckerschweinchen, und. wenn das Schwänzchen gan und gar fehlte so merkte er den Defekt sicher auch nicht. Ja das Schwänzchen konnte fehlen p 4 i un i v r r aewitz: Und cagda bog ncd vor nahm sachte das ersehnte Thierchcn an sich r f , .t r i , , r , und na chte muthlg fernen letzten Reit c , - r r r ern 3 . vom Schweif O weh! Was war aetchchen? Das Thierchen stand nicht lucbr. 6aiti4est Äinbci jaiibc fcxtttn es zu wuchtig hingestellt, und dabei war em Beinchen abgebrochen. Das kleme Madchen stand erschreckt-die Klnderaugen starrten hilflos darauf meder und heißes Zagen füllte das Herz der klemen Na,cherin. Von auen nahten Schritte. D!an schien zu kommen dann würde man das abgebrochene Thierchen finden und nein, das ama nickt. Alle Veinchen fort, dann si!l es weniger auf. Mit raschem Griff raubt Ma..da dm zerFS leme letztenEtützen und Muckt sie, rasch verzehrend hmunter. Wie das auf der Zunge schnu'.z ! haglich leckt sie ihre Lippen in und setzt sich harrend auf das große Sofa vor o;rx. cn...r o:.ti" :. cm.A. -i-iiw. uui vucu lange, agca v. rr- f m t

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Das war genierlich. Nein das wollte sie nicht. Sie konnte ja warten. Und das Kind wartete. Die Füßchen mit den neuen Stiefeln hochgezogcn, daß sie nicht so haltlos zwischen Sofa und Teppich baumelten die .5.ände auf den Schoß gefaltet, so saß sie regungslos im großen Zimmer und starrte mit den braunen Augen erst geradeaus irrs Weite, dann schnell zurück zuin Tisch zum Schweinä)en. Es gährte in ihr ein Entschluß ein mächtiges Sehnen füllte allgemach ihr Herz. Wie konnte sie noch widerstehcn, so ganz allein, wie sie doch war und schon so lange allein und vor ihr das verlockende vergessene Naschwcrk ? Man brauchte nicht zu wissen, daß sie daß sie die Kinderaugen hingen wie verzehrend an dem Tisch die Händchen zuckten leis' verlangend, das wirre Köpfchen neigte sich bedenklich vor rasch eins zwei Ach ! Es war geschebcn, das Schwein chcn durchgcbisscn. Krampfhaft hielt die kleine Rechte den Nest vom Zuckcrwcrk umklammert, als Stimmen vor der Zim mcrtbür laut wurden und Paul mit seiv.zz Mutter und den limtzi nabte. Aoll 'Todesangst fcbict Ä!agda von dem Sofa herab. Hoch ilopst das böse Hcrz das Antlitz gl::l't vor SZ'am und Furcht. Was soll sie thun ? Wohin sich retten? Nur sich verbergen, bis das Verschwundene vergessen ist. Wohin nur rasch ? Die Stimmen kommen näher sie si'.id nahe bedrohlich nah ! Das Kind wirft einen wild gehetzten Blick umher und schießt besonnen oder nicht, in die halbangelchnte Kammerthür hinein, die zwischen Wohngemach und Küche liegt. Die Thür fliegt hinter ihr ins Schloß. Gerade noch zur rechten Zeit, denn Paul war in das Wohngemach getreten, mit ihm die Mutter, und die Timkes sprechen draußen laut und erregt vor Heiterkeit und Ungeduld. Die Spindkammer, in die das kleine Mädchen sich hineingeflüchtet, ist ein dunklcr 3!aum mit hohen Schränken, ohne Licht und ohne Fenster, und Magda fühlt wie's plötzlich ängstlich klopft in ibren Schläfen. Sie lehnt das Köpfchen dicht dicht an das Schloß der Thüre und hört das Sprechen nebenan. 's ist vier" vermeldet eben Paul und dann ruft Timkes Emil durch das offene Fenster in die Stube hinein, geh'n wir jetzt, 's ist vier!" Des Kindes Hände fangen an zu zirtcrn. Soll sie es waacn. aus dem AerNeck hinauszutreten vor )it ymtreten ? Soll sie warten, um zu hören, ob das Zuckcrwcrk vermißt horch ! Die Mutter spricht. Was sie da von .gchen" .nicht länger warten", und Paul zaudert Darf ich ganz schnell hinüber und sie holen?" Nein Kind. Das wollen wir nicht. Die kleine Magda darf wohl nicht ge wiß hat sievon neuem eine kleine Unart begangen und die Strafe ist, daß sie zu Hause bleibt Wir wollen ruhig geYen !" Was? Gehen! Gehen ohne sie? Re volutioncn toben in der Brust des Kindes. Hochauf hebt sie das Köpfchen. Sie wollte mit sie war eingeladen sie wollte hinaus und sagen da was sprach man da ? Was i Pauls Mutter redete. Habt ihr die Körbe?, Das Obst? Marie alles gut abschließen. Und wer trägt das Täschchen mit dem Naschwerk?" Naschwerk. Magdas H:rz steht still. Der Augenblick war sicher da. Jetzt würde man'ö gewahren und wenn sie dann plötzlich aus der Kammer trat nein, nein, das ging nicht sie mußte warten, einen günstigen Moment abzupassen. Wie still da alles war. Stand man schon stumm am Tische und erkannte, daß hier jemand war, der an ganz fremder Leute Sachen sich vergriffen? Stand man ganz sprachlos da und wartete, bis der geheim: Dieb erscheinen würde und gestehen rcumüthig eingestehcn Ja ja das wollte sie. Das war das rechte. Eingesteb'n Abbitte leisten und dann doch mitkommen. Des Kindes Hand griff nach dem Drücker ! Er gab nicht nach. Die Hände preßten weiter noch immer nicht. Was war das? Was bedeutete Eingeschlossen? Unmöglich! Paul Paul ! Ich bin hier ich bin drin mach' auf Paul! Paul!" Nichts. Keine Antwort. Schritte verklangen im Flur. Man ging. Man hörte sie nicht. Wagenräder Peitschenknallen ! Fort! ,,O o ! Wie weinte sie auf die kleine Gefangene ! Wie griff sie umher an den nackten Wänden der Kammer vergeblich tastend nach einer Oeffnung. O, welch' bittere Strafe ! Eingesperrt allein ganz allein im Dunklen Sie fürchtete das Dunkel. Und Stunden sonnten vergehen, bis man zurückkam, ois sie befreit wurde. O o!" Eingekauert in der finsteren Ecke des Kämmerchcns saß das Kind und schluchzte herzzerreißend auf. Das war der Festtag, auf den sie sich so gefreut ! Der Schulkamerad fort und die andern mit ihm, und sie ganz verlassen hier während sie draußen im Walde jubel ten spielten sangen und tollten. Beide Hände vor das Antlitz gepreßt weinte sie unaufhaltsam fort, bis das Kövfcben zurücksank gegen die Wand und die HZe von Tbränen naß hilflos gefaltet in ihrem Schooße lagen. - j' ' Stunden vergingen. Ein gnädiger Schlummer hatte daS .Kind umfangen. In wirren Träumen folgt; sie den FestV ivuivii ai i M.. ti iii . vtut. itv ni Uvl ,r. cu.tv . r-F. .,.,.s. uvini. uvvi wi( uv uiy umuivim des Waldeö-sah dieSpiele, kic s sieben, sah die gedeckte Tafel im entleglnen For terbaussah sich vereint it ihnen an der Tafel sitzen die reich ' besetzt mit Herrlichkeiten vor ihr stand nd die sie doch nicht erreichen konnte. andern aßen sie allein streckte verIangcnb änbe aus, und wenn sie geübte, 'was zu haben zog sich der Tisch zurück-und weun sie folgte glitt immer weiter fort und endlich sank sie k,.sx,, .k :s fZ STÄ ' S g nicht ruhen ließen - daß sie ein Schweinchin fuXten JL uckerschweincken ebne Lein, Und sVfi Ä W iaSlthü l !ua Vaw - rocu jo nur looyin ,a. wob N ? Sie wunte es n cbt '.u saacn 7 u c on r . ? . r c r t. . l i uno zcyrieen uno und trieben sie an

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einen Abhang, von dem sie stürzen mußte, wenn nicht jemand half und Magda ! Magda !" rief's in diesem Augenblick. Wo nur? Sie konnte sich nicht wenden dieser Abhang ! Magda ! Paul!" War sie wach? Träumte sie noch? War es Abend? Wo mochte sie sein, da Paul vor ihr stand mit einer kleinen Lampe in der Hand, die sein gutes blaffcs Gesicht so geisterhaft beleuchtete? Wo bin ich? Seid ihr zurück? Ist alles vorüber ?" Der Knabe nickt verblüfft. Ja eben zurück. Mutter ist oben ich hörte dich schreien warst du hier drin die ganze Zeit?" Ihr blaffes Antlitz hebt sich zu ihm. Schluchzen befällt sie von neuem erlöstes Schluchzen. Ja, Paul die ganze Zeit !" Er sagt gar nichts der kleine Bursche. Er kann sich's nicht erklären, aber instinktiv erkennt er, daß es etwas zu verbergen gilt für sie. Komm' rasch heraus!" Er hilft ihr sorglich auf. Zusammen stehen die Kinder in dem Wohngemach. Ich bringe dich nach Hause," sagt er zuvor muß ich dir aber etwas geben, was ich für dich aufgespart von gestern ein Zuckerschweinchen" ich hatte es es lag doch" Er hält im Sprechen inne und wendet ich zu ihr. Er sieht sie an ; stumm ivht er in ihr dunkelrothcö, verstörtes, chamübcrqossencs Antlitz. Jetzt weiß er alles weiß, warum sie weint warum sie scbweigt und weint. War's deshalb?- fragte er ruhig, und sie schluchzt lauter auf und wirft sich ihm entgegen. Ja deshalb !" Wie schade," sagt n einfach, ich wollt' es dir ja geben, es war für dich. Sei still," beruhigt er, als neue Thränen ihr das Antlitz feuchten, es ist ja jetzt vorbei du hast ja deine Strafe. Die hat man immer weine jetzt nicht mehr !" Sie hebt das wirre Köpfchen zu ihm. Verschwunden ist die Überlegenheit, mit der sie ihm bisher begegnete. Jnbren Augen liegt Hilflosigkeit und Klage : Wie kam die Strafe da doch niemand wußte ?" DaS Lampenlicht wirft nnx matten Strahl auf fein durchgeistigt schmales Knabcnantlltz. Gott wute es," sagt er leise, und bei dem Ernst der Ncde durchzieht, zum erstemal vicllcicht,"cin leichter, gläubiger Schauer ihren Körper. Sie schiebt die kleine heiße Hand in die des Knaben ein, und bleibt an seiner Seite schweigend sinnend. Des blonden Kindes Glaube wirkt ganz tigcn ein auf Magdas stürmisches Herz. Sie sieht den kleinen Kameraden an und vlötzlich ist's, als wüchse er in seiner Einsachhcit hoch über ihr empor. Ist's die Ncchtschasscnhcit in seinen Mienen, ist's das ruhige Vertrauen, das in seinem Wort gelegen, das da Eindruck machte auf das wilde Mädchenhcrz? Sie stellt sich aufrecht vor ihm hin und giebt unaufgefordert mit Andacht und voll offner Wahrheit ein Versprechen : Jch will versuchen, mich zu bcffern Paul!" . tgerlg.patk. Wer Soldat war und den Tornister gepackt hat, weiß, was das heißt und was alles da in dem Tornister steckt. Und wer schon einmal eine Reise gemacht hat, der hat es auch heraus, daß das qrößte Vergnügen des Reisens darin besteht, zu wissen, daß man mit dem Kofferpacken fertig ist. Denn ohne Zweifel enthält so ein neuzeitiger Tourisienkosfer mehr Dinge als ein Wohnzimmer bei unseren Voreltern. Dennoch werden dieseLeistungen noch b:deutend übertrosfen durch die Kunst der Selbstbeladung, mit welcher unsere Modelöwen gleich den Rennpferden, d:ren Gewicht durch das Blei in den Satteltaschen erhöht wird, ihre auffallenden Spaziergänge unternehmen. In weiser Voraussicht instruirt Gigerl seinen Merchant Tailor- solgendermaßen: Beinkleider: vier Taschen. Inventarium: Hausschlüssel. Schlüsselbund mit Kettchcn an dem Hosenträger befestigt. Feuerzeug. Schachtel mit Wachskerzen. Messer. Geldbörse. Weste : Zwei Taschen und ein Täschchen. Inventarium: Uhr mit . l . ''.f. fl..AMV CV,tJCm rtitrt in oie gcgcnucciucucuuc uujc mhtnhtr Kette mit Bleistift. Petschast, alten Münzen, Cigarettenspitze. Zahnstocher sammt Nagelseile, ütoiatx oder Monocle. Taschenkamm und -Rürste. Flacon mit Salmiakgeist. Rock : Fünf Taschen. Inventarium: Taschentuch. Papieigeldtascye. 3otizbuch. CZilarrentasche. Etui Zur Cigauttentabak. Visitenkartentaschchen mit Spiegel. Außerdem trägt Gigerl: am Handgelenk: Silbernes Armband oder Kette mit Anhängsel. Um den Hals : Medaillon mit Haarlocke. In der Kravatke : Nadel mit Nennpferd oder Hufeisen. In der Hand einen Stock, der einer Keule ahnlich ist. Und nun nehmt Alles in Allem : Es sind sieben Pfund Selbstbelastung. Gigerl würde also ein Mann von Gewicht sein, allein etwas ist leer, nämlich der Schädel. Vor einigen Tagen desertirte von dem ZnW!en garnisonirenden Infanterie-Regiment No. 12 der Infanterist Peter Najnoha. Die Polizeibehörde brachte in Erfahrung, daß Rainoha unter dem falschen Namen Joseph Mihalik in Favoriten, Buchsbaumgasse No. 54, wohne.- Dort wurde er auch Abends aufgegriffen. Während der Eskorte zum K'ommissariate Favoriten faßte er plötzlich seine Geliebte RosaLischka, die eben vorüber mg, um den Hals und rief dem erschrockenen Mädchen die Worte zu: Wenn ich dich nicht haben kann, soll dich auch ein Anderer nicht jaben !" Nach diesem Ausrufe biß er dem Mädhen die Nase vollständig ab. Blutüberströmt wurde die Verwundete in das Kaiser ffranz-Josephshospital ge-bracht.

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Allein am Weihnachtsabend. Ganz allein ! Keiner läßt sich blikken. und Herr Amtsrichter Streber, der schöne Streber", wie man vor zehn Jahren sagte, sitzt allein vor der Extraflasche, die ihm den Weihnachtsabend erheitern sollte, aber er siht ganz und gar nicht heiter aus. Verumnite Gefühlsduselei ! Der einsame Mann stützt den Kopf in die Hand, seine Gedanken sliegen rückwärts. Nicht bis' zur Zeit, wo er selber als glückliches Kind unter dem Christbaum jubelte, nein, nur bis zum ersten Weihnachtsabend, den er hier im Städtchen feierte. Damals kämpften die Familien um seine vielversprechende Person, und mit einem gehörigen Selbstgefühl war er bei den glücklichen Siegern oder vielmehr Siegerinnen eingetreten. Aber gleich jene? lustigen Weihnachtsbowle zwischen Luisens, Paulinchens und Berthas hübschen Augen weitere Folgen geben ? ! Keine Spur ! Der schöne Streber kannte seinen Werth und es fiel ihm nicht ein. so aus dummer Verliebtheit zu heirathen. Nein er war ein Lebenskünstler, er wußte, daß die Leute sich ihre elenden Schicksale alle selbst zurechtmachen, er wollte das seinige gestalten, daß es eine Art hatte ! Reich mußte Sie sein, unbedingt! Aber auch noch schön, liebenswürdig und häuslich. Er wollte beneidet werden um seine Wahl, Carriere machen und nebenbei ein elegantes Leben führen. So lautete sein Programm. Und die Ausführung? Ja. die hatte doch manche Haken, es gab ülrcaU ein Aber ! Verliebt waren die. sämmtlichen Mädels ja bald, diese Vorbedingung zur Wahl kostete den schöien Streber keine Anstrengung, er hätte nur zu wollen brauchen Da. war zum Beispiel Lina, die Fabrikantentocber mit dem blassen gedunsenen Gesicht und den wässerigen Augen. Die Mutter fast unmöglich, der Vater Winsler geradezu grotesk. Aber seine plumpen Schaufelhändc hatten Millionen zusammengescharrt, und man konnte sie bekommen, wenn man sich überwand, die Tochter' zu heirathen. Wenn! ' Da war ferner die einzige, die sein Herz lebhaft schlagen machte, die schöne, und lebenslustige Ottilie, der MittelPunkt aller Gesellschaften. Sie sang und tanzte entzückend, sie war dabei auch noch häuslich und stets fröhlicher Laune. Aber sie hatte einen Hauptfehler sie war arm ! Also ekn Unsinn, an so etwas" zu denken! Er dachte auch nicht daran, er gestattete seinem Herzen nur einstweilen das süße Geplänkel von Blicken und halben Worten, das so angenehm innerlich erwärmt und alles oder nichts bedeuten kann, je nachdem man's nimmt. Er sieht wieder deutlich das Gesellschaftszimmer. wo man am Sonntag vor Weihnachten zu Spiel und Musik versammelt war. Die Herzenstcmperatur hatte bei ihm einen bedenklich hohen Grad erreicht, auch Ottiliens Augen strahlten in verheißungsvollem Glänze .Du meine Seele, du mein Herz " ! sang er mit seiner weichen Tenor- ! stimme, einzig an sie gerichtet, und juf (( . . ? &nYV Vii."tit? tirtrt tfirrt fc'tlilU tlllUilll vuiv vuiuuj vvu u;.m Livven : .Er ist gekommen in Sturm und Regen m Wl WH . . . Dann ein langer glühender Lispeln : .Fräulein Handkuß, ein Ottilie, ich danke Ihnen !" und ein Blick, unter dem das Mädchen glückselig erschauerte. Am nächsten Morgen kam Streber nicht. Ottilie wanderte rastlos von einem Fenster an's andere umsonst. Aber plötzlich fiel ihr ein: Donnerstag war ja Bescheerabend, und neulich hatte er angefragt, ob ein später Gast wohl zurückgewiesen würde, wenn er anklopfe ? Gewiß, er wollte dann kommen und sich selbst, ihr Lebensglück, als Bescheerung bringen ! Ottilie flog jetzt wie auf Federn durch's Haus; ihr lebhafter Sinn malte ihr den Weihnachtsabend bis auf's Kleinste aus, sie war glückselig ! Auch er beschäftigte sich mit dem gleichen Gedankengemälde. Er sah das bescheidene Zimmer, die überraschte Miene der Masorswittwe bei seiner Erklarung. den Jubel Ottiliens. Fünf volle Minuten gestattete er sich den Wonnetraum, das glühende junge Geschöpf in den Armen zu halten und ihre süßen Lippen zu küssen .... Dann ergriff er seinen Hut und ging zu Fabrikant Winkler. Da vor ttuiakr noü, eruier er die Verlobunasanzeiae Ottiliens mit

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Aber da sah er im Geists wieder mit demselben kalten Abscheu wie am Weihnachtsabend die plumpen Hände und

Füße des Paroenukindes. die steifen Haare von einem unmöglichen Zwiebelblond, er hörte wieder ihr nichtssagendes Gerede brrr ! . . . . Nicht um als ! Nein, nur in d:r ersten Wuth keine Dummheiten machen ! Er hatte ja Zeit, er konnte wählen ! Und er wählte so lange, bis die Mütter anfingen, kalte Gesichter zu machen, und die Töchter in ihren Kränzchen ihn mit dem Namen eines bloßen Courmachers" brandmarkten. Noch zwei Jahre, und er erlebte es. nicht mehr ernsthaft genommen zu werden. Dann dann kam die Geschichte mit der schönen Frau von M . . ., das dumme Geschwätz der Leute und der Bruch mit dem eifersüchtigen Ehemann. Und als er dann, um den Klatschereien ein Ende zu machen, sich entschloß, in einer der ersten Familien wirklich als Freier anzuklopfen, da bekam der schöne Streber einen Korb auch an einem Weihnachtsabend und dieser Korb blieb nicht verschwiegen ! . . . . Ja. es sind keine erfreulichen Bilder, die aus dem Glase emportauchen ! Längst ist der Amtsrichter das geworden. was man einen eingefleischten Junggesellen nennt. Es muß ja nicht gcheirathet sein-, Gott bewahre ! Man lebt eigentlich bequemer so ... . Aber am Weihnachtsabend, wenn überall die Lichter flimmern und andere Männer in Weib und Kind nicht die Summe ihrer Sorgen, sondern ihres Glückes an's Herz drücken, da wird es ihm sonderbar eng um das seinige. Erinnerungen steigen auf und der Blick wird trübe. Wenn er damals Ottilie geheirathet hätte, sie oder eine andere wie wäre es wohl heute ? . . . . Die geschäftigen Weihnachtsgeister haben nur auf dies Stichwort gewartet. Sie rücken den Wirthstisch zur Seite, lassen Tannengrün aussprießen, füllen den Raum mit Weihnachtsduft, und jekt wird es hell dort schimmert der Baum, darunter staunen glückselig ein paar rosige Kindergesichter, das jüngste trägt die Großmama auf dem Arm, während sein eigener alter Vater vergnügt im Lehnstuhl ein Pfeifchen raucht. Er selbst aber hält die immer noch schöne, glückstrahlende Frau im Arm, und sie stammelt an seinem Herzen : .Lieber, liebster Mann ! . Wie glücklich sind wir, daß wir uns haben!" Ach, es war alles nur ein Traum ! Die Weihnachtsgeister haben in dem erkalteten Herzen aber doch noch ein Fünkchen unter der Asche gefunden und eifrig darauf geblasen. Nun brennt es. Der unlustige Trinker steht rasch auf. er hat einen plötzlichen Entschluß gefaßt. - In seinem Hause wohnt ein Mädchen von achtundzwanzig Jahren nicht schön und nicht reich, aber gut und klug. Daß sie ihn im Stillen liebt, weiß er längst. Ja, ja flüstert ihm der kleine Weihnachtsgeist in's Ohr, .sie paßt ganz gut zu Dir. denn Du bist auch nicht mehr ver Jüngste, und Du hast sie lieber, als Du weißt. Also eile Dich, schnell, schnell '." Und er eilt und stürmt unaufhaltsam in die Dunkelheit hinaus. Denn wenn einer das Glück einfangen will, das er zehn Jahre lang umsonst vor seiner Schwelle warten ließ, da muß er große Schritte machen es könnte im letzten Augenblick davongeflogen sein. Die Christglocken aber tönen verheißungsvoll durch das Schneegestöber, sie aeben ihm das Geleit, und ihr Ruf klingt dem sehnsuchtsvollen Manne deutlich wie : .Nächstes Jahr nicht mehr allein!" Unerfüllbares Verlangen. Schwer angezechter Fremder (in Verlin, Nachts um die zwölfte Stunde): Können Sie mi mich mich zu meinem hick!. hick! Hotel wei sen ? Gern, in welchem wohnen Sie denn? Da da daö ist's ja eben da das hick! hick! hab' ich vergessen! K u n st st ü ck. Mann : Sieh' mn1 k? flCJftrfmuwrtSrnlfitn V tfV" iUUt Vll j tUU IvViyilUllllUillll, l viel zufriedener wie Du, die brummt nicht den ganzen Abend! Frau: Kunststück, die kann auch lachen weil sie eben erst neue Zahne vekommen hat! Der Unterschied, flüttin: Ich hätte ja den Dr. schwarz oder den Baumeister Friedn heirathen können, beide Männer 'sind reich, während Du noch immarnt wie eine Kirchenmaus bist. -Fatte: Naturlick ich habe t&; die ganze Zeit ernährt, das hcen die Beiden nicht nöthig! , cs-;n Zutrauen. A. : tv m.: Ä ist estsrn aestorben: Denu einem scanne vertrauen ert ' Y ' jf cn i f rt ns. Peinlich. Braut: Hast Du ' Dich rasiren lassen? Bräutigam: Ja. ! Braut: Hast Du auch Parfüm genom. me? Scauti8arn: 3 ui:

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Unerwartete Wcsccrung.

Es war an dem ungewöhnlichen kalten Weihnachtsabend des Jahres 1841, als ein alter, überaus dürftig -gekleideter Mann mit einer. Violine unter dem Arme sich mühsam durch die Straßen von Paris hinschleppte. Vor einem hell erleuchteten Cafe machte er Halt und begann seinem Instrumente Töne zu entlocken, die nicht das Herz hinrissen, sondern die Ohren zerrissen. Niemand schenkte dem armen Alten Beachtung, nur ein herrenloser Hund, der in einem Thurkingang zusammengekauert lag. heulte und lief erschreckt davon. In seiner Verzweiflung nahm der greise Geiger den von dem Hunde verlassenen Platz kin, legte seine Violine auf die Stufen und schluchzte. Wenige Minuten später traten drei junge Zeute sinaend aus dem Cafe und raunten gegen den Unglücklichen, den sie im Dunkeln nicht gesehen hatten. Einer von den Dreien hatte mit seinemFuße unabsichtlich dzn Hut des Alten in den Kinnstein gestoßen, während seine Kameraden beinahe über ihn gefallen wären. Mit einer Miene, die ein Gemisch von Würde und Ergebung war. erhob sich der Alte, den die jungen Leute um Verzeihung zu bitten sich beeilten. Als sie sein Elend crkannten. fragten sie ihn. ob sie ihm helfen könnten. .Geben Sie mir ein Asmosen bat er. .Von Hunger und Kälte nahezu erstarrt, kann ich den Bogen nicht mehr wie früher handhaben; Niemand beachtet mich und meine an Schwindsucht darnieder liegende Tochter hat keinen Bissen Brod." Tief gerührt von dem Jammer, den nicht blos die Worte, sondern die ganze Erscheinung deZ Alten ausdrückte, langten die jungen Leute in die Taschen: aber, ach ihre gesummte Baarschaft bestand nur aus 80 Centimes. Verlegen schauten sie einander an. .Etwas muß geschehen !" brach endlich Einer das Schweigen. .Dieser Mann ist ein College, ein Musiker. Du. Adolph, nimm die Violine und begleite Gustav, während ich collectire." Alle Drei schlugen darauf ihre Rockkragen in die Höhe, zogen die Hüte tief herunter, so daß man sie nicht erkennen konnte. .Fertig!" rief der Wortführer. .Dem Christlind in der Krippe zu Ehren. Adolph, stimme Deine preisgekrönte Composition an, um Leute anzulocken." ' Unter den Fingern des jungen Künstlers entquollen der Violine des erstaunt aufhorchenden Greises bald wunderbare Töne; es war der damals von nur Wenigen gehörte .Carneval von Venedig", dessen Herrliche Melodien in die stille Weihnachtsnacht erschallten. .Fenster wurden geöffnet und andächtig lauschend war bald eine Menschenmenge um die sonderbare Gruppe versammelt. In Masse fielen Silbermünzcn in des alten Mannes Hut. Endlich hielt der Violinist unter brausendem Applaus inne. um nach einer kurzen Pause ein Präludium zu intoniren. .Jetzt bist Du an der Reihe. Gustov," flüsterte der Erste. .Viens. Gentille Dame." fhmetterte ein Tenor von herrlichem Wohlklang und wunderbarer Stärke. Immer mehr Zuhörer sammelten sich an und immer reicher flössen die Gaben. . .Jetzt wollen wir mit dem Trio aus .Wilhelm Tell" enden," gebot Charles. Als nach Beendigung des ebenso seltsamen, wie schönen Concerts die Zuhörer sich entfernt hatten, fragte der arme Alte die drei jungen Kunstler nach ihren Namen. Gr selbst war ein früherer Kapellmeister, Champner aus Straßburg, der von Unglück und Krankheit verfolgt, zum Bettler geworden war. Wer waren die jungen Kunstler? Der Tenor war Gustav Roger, der Violinist Adolph Hermann und der Geldsammler Charles Gounod. Guter Rath. lröizmilch.dkuUch ) Wann Dich Lieb' will trostlos en. Geh' auf Reisen, lieber Was sind das für dumme S ch en. Daß Dir Tod nothwendi scheint i Will Marinka Dir nuSt treu sein. Wenn Katinka Dicfcf verschmäht, Muß nicht alles gleich vorbei sein, Weil gar v:eleanders geht! SchnüreMvzel. nicht' verschieb' es, Schau JsAi and're Gegend an Uebeall ist Made! liebes. sen Lieb' Dich trösten kann! Mißverstanden. Junger

Wittwer (zu seiner neuen Haushälterin): Ich hoffe. Sie werden auch gut mit meinen Kindern sein !" Haushälterin : Verlassen Sie sich darauf, sie sollen eine zweite Mutter an mir finden !" Wittwcr: Nanu, so weit sind wir nun doch noch nicht !" Aufgepaßt. Erster Herr : Die Schönheit des reichen Fräulein Kunigunde ist wirklich märchenhaft.Zweiter Herr (trocken): Ja, ihr Geld soll sogar auch eine Fabel sein." Sicheres Kennzeichen. Ich sage Ihnen : meine Frau hat ihren Kopf für sich." Das merken Sie wohl schon an ihren Hut-Rcch-nunaen ? !" Wo s o n st ? Sie haben doch so viel Geld, Herr Schlemmer, auf welcher Bank legen Sie Jbre Ersparnisse an V Fragen S' doch nei so! Auf der Vierbank .

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