Indiana Tribüne, Volume 17, Number 97, Indianapolis, Marion County, 24 December 1893 — Page 4
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Zndiana Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntngs.
Die tSgliche .Tribüne-koftrt durch den TrSg IlCeitt per Oocde, die EonntagS'.Tribüne' 6 Cents per Woche. Vkide zusammen 15EentS oder Cents perMonat. Per Post, geschickt in Vor ausbeiZhlung Vptx Jahr. Office : No. 18 Süd Alabama Str. T. rr- - Indianapolis, )nd.,24 Dezember '93. LTketne erste Bowle. S'.v, Wunsch und Karpfenztschichte. ,onkmh Ich war eben siebzehn Jahre alt und seit fünf Monaten Ehefrau, man kann nicht verlangen, daß ich in dieser kurzen Zcit schon eine perfekte Köchin und HauZ. frau geworden ; denn ich hatte meinen Mann fortwährend auf sei" 'n Kunstrcisen begleitet und war noch nicht dazu gekommen, eine ordentliche Tasse Thee kochen" zu lernen. Wenn ich Mittags an der Table d'hote der verschiedenen Hotels in Olö.England den Salat mit Oel und v .4. a CZTi. r viipg uno riioas Ilragonjrns ttigttir, w ' - ii.ti m : . r. s i. und mein verliebter Gatte mir versicherte, t c r - - r . . Cf-f . ct oape ein grvßariiges an zum Salät-Anmachen, so glaubte ich eine Mei sterin der Kochkunst zu sein. Zum neuen Iah? wollten wir die alten Eltern im Mecklenburger Landstädtchen besuchen; ein wirbelnder Schneesturm,! der unS von Holland bis Hamburg oeglei tete, hielt unsere Reise auf. In Ham. I bürg machten wir Halt und beschlossen, ! trotz deS morgigen Neujahrsfestes, uns einen Rasttag zu gönnen, da der Verkehr zwischen dem Heimathsstädtchen und dem weit entfernt liegenden Bahnhof durch v ft x w-x :v.-.rr den Schneestum doch MnM, unt. brechen war. Ein lieber Zufall führte in unserem Hotel einen Jugendfreund mit uns zusam men, der ebenfalls durch des Wetters Tücke hier zu unfreiwilliger Rast genö ... . " r ' P L e V. lylgl war. Stadt, bat . Einsam in der fremden lt .er, sich uns anschließen zu ld chm zuliebe gaben wrr unsere Oursen. uno ,km iuneoe aeoen wlr umere K' Tt ttn ? iuf: Am S!ackm:ttag sagte mem Mann: .Iah sind rgen sei. ich am Szl. vcUerabend Karvten gegessen und eine Bowle gebraut habe, schade, daß es hier unmöglich ist " Unmöalick ? Was dünkt einer siebttbn jährigen Ehefrau unmöglich ! Wir wohn ten m kemem PrachAtel, sondern m emem kkmen bürgerlichen Gasthaus, in welchem mein Gatte schon stit seiner Ju gendzett Stammgast war ; rch verständigte mich mtt dem Wirth und der netten W, thln und kam triumphirend zu meinem Manne zurück. Victoria ! Heut' Abend bekommst Du die ich gekocht habe!...." .tcrmj.mrnnx r Natürlich; ,ch kaufe sie selbst, koche sie selbst...." oll , . . .f. Sußsauer V zuBiIirtc er dazwischen. Sü5-sauer, versteht sich, und eme Bowle gibt eö auch ! . Kue, Bewunderung Schmeichelworte regnete eS förmlich .auf mich herab -aber es wurde spät, fast fünf Uhr ; ,ch steckte Geld zu Mir, ließ die beiden Herren bei emer Partie Schach zurück, und Hannes, den Laufburschen des Hotels an meiner Seite, machte ich mick, trotz Schnee und dZ. ' . . l ...C Cin I EiZ. veranüZt aus den Wea. Zwei iiesenkarpfen, deren röthlich gol dene Augen mich lockend anblinzelten, lagen balö in Hanne's Korb ; Petersilie, Honigkuchen, Nelken und schwärzen Pfef ser hatte ich dütenweise eingekauft; Lor.beerblätter, die in frischem Zustande dem anspruchvollsten Mimen für einen Kranz .ger.üzt bätten, lagen obenauf. Im ande ' e. r f t. . r . j. t . . 1. ren Korb befand sich ein Kochbuch von Henriette DavidiS, das ich mir für diese roe Haupt uno laarsallion gerausl alte und das nocy naq mtttx rocy ; Zier Flascben reckten die Hälse empor : Zucker, Citronen, Vanille, Apfclsi.ien. ein Mediciufläschchen mit feinem Liquor fan. I den auch noch Platz darin. Fröhlich und ' flockenbedeckt kam ich im Hotel an. Ich . eilte sofort in die Küche, seyte meine Kost, barketten in eme Ecke, zog den Pelz auS. j band die Niesenküchenschürze der dicken holsteinischen Küchenmaad vor und begann Wasser in einer Casserole aufzusetzen. Die Hamburger Köchin deS HotelZ, .Fräulein" Minchen, der ich in der Küche mit meiner Karpfenkocherei sehr im Wege iu sein schien, fragte so über die Schulte? hin: Wozu will Madame denn daS heiße Wasser haben ? Unsere Töpfe sind in, die braucht Madame nicht erst auSzuko chen." Ach nein, Fräulein, ich will ja nur d!e Karpfen waschen." Ab mit heißem Wasser, Sie snd wohl. . . Man wäscht sie überhaupt, wenn si: ausgenommen sind, nur unter laufen, dem Wasser, das Beste geht ja sonst ver Kren." $ty schwieg, legte den größten Karpfen auf den Block und begann ihn abzuschup pen.' Fräulein- Minchen schrie laut auf: Aber, um GotteswÄen ... den leben eigen Fisch.Ich war entsetzt, er war wirklich leben diz! Bei uns kamen nur todt Fische aus den Markt und ich hatte doch auS der Naturgeschichte gelernt, daß die Fisck'e so gleich sterben, wenn sie aus dem Wasser genommen würden; dieser war wenig stenS schon zwanzig Minuten draußen und zappelte noq! O, die dumme Naturge schichte ! Nun versuchte ich, ihn durch Schlage mit dem breiten Mcsser auf den 'Kopf zu todten und würzte an ihm her um - umsonst, er war nicht umzu -bringen. Fräulein MinchenS Gutmüthigkeit siegte endlich doch über ihre Schadenfreude, und sie rief mir zu: Sie müssen ihm im Schwanz emen Schnitt machen.j Ich machte den Schnitt gottlob, er bauchte sein junges Lebm aus! Sein Leidensgefährte hatte es nach dieser Hin richtung bedeutend besser ; ich fühlte mein Selbstbewußtsein wieder erwachen, und alS die. Köchin hochmuthig sagte : Kar vfcn werden nicht geschuppt !", entgegnete tch ebenso hochmüthig : Bei mir wer den sie gesSuvvt I" Und ick Unalücklicks
scykpptö sie: O, diese Nlesenarbeit! Eine volle Stunde Arbeit, und was für Arbeit, kostete mich dieser Eigensinn. Endlich waren sie ausgenommen, gewa schen, auf Petersilienwurzel in den Topf geordnet. E.siz. Bier und Gewürze daran gegeben: es gina Alles gut. Hräulein M'ncken mochte beim Anblick meinei
blutenden Finger Wohl denken, ich hätte genug gelitten, und nahm sich der ilKija ung an; sie schäumte sie, als ich daran vergaß, und hob die Fische vom Feuer, ehe sie zerfielen. Ich ordnete sie auf ei ner Schüssel mein malerisches Talent wenigstens kam dabei zur Geltung, der Kellner hatte inzwischen gedeckt, brachte die Kartoffeln und Preißelbeeren, und ich kam triumphirend mit meinen hin- und hergerichteten Karpfen zur Ta sei, die mit einer Flasche Rheinwein der i Zvi'che bartte. Die Karvfen waren aut, ausaeichnet! Mein Gatte schwelgte und lobte besonders mein großartiges Verständniß, . weil ich ; die Thiere geschuppt hatte; er konnte beim Essen kein Hinderniß leiden, und , enn es möglich gewesen wäre, Fische ehne Gräten zu bereiten, so hätte ihm i das noch besser gefallen. Hingegen regte es mich auf, daß er so viel in der Sauce herumlössclte, ein unangenehmer alter Hausfreund, der im Sommer immer w -.. r tr- e r a - nacy fliegen m lciner uxve saynoeie, , ' . , ' r p ' . ' vtr-t . frl mir dabei ein, ich fragte endlich : ' - r r. V il sua)tt ?u was, mem erz ; Ja, mein Herz, ich .juche vm irco gen Aber, mein Herz, er hatte keinen Ro gen. So, mein Herz; wo ist denn der Milchner i" Aber er hatte auch keinen Milchner, mein Herz." Aber, liebes Kind, er muß dock ent weder Rogen oder Milchner gehabt ha ben V Und ick sa D?r. liebste? Len, er ??M rtAtl TV. iAfnit it umtora. vmW. Ichemst iu V-U?'. tiw ivv uvt v. J'W. . roa. r vr 7 isin inirt iiit ivTMTnn lartn ' oeruylgeno: xzuixai Banen lic ho, rnhf rtr.i; V j M V V V V 9 Wahrscheinlich !" rief ich erlöst. Mem Mann lächelte heimlich: cember ! Em unheimliche Pause folg e d & IVÄ ÄiS chen kam mtt einer kleinen, dampfenden EchüjZel hein, di. sie lese aus d.n Tisch letzte. . . unucimnujc mau c iya, va w adame hatte den Rogen und dm j Milchner vergesser rechtzeitig, ehe die Katze ihn holte und habe ihn nur in Salzwasser gekocht; . ie yaoen y c cazu i . Sprach s und verschwand. Ich brach m Thränen auS Nun war es gar em Rogener und em Milchner gewesen ! ! .Ich habe das für Eingeweide gehal. ten," stammelte ich schluchzend. Ach, mein Mann war ja so gut; er bat mich cd memer Dummheit förmlich um Ent i schuldigung: !' ..Na, natürlich, mem Herz, wie konn. test Du das wissen!...." . Die dummen Karpfen ! Noch ,m Tode . blamirten sie mich ... . , Aber etwaö Verstimmung büeb doch zurück. . Jch will gehen und unS die Vowle machen, sagte ich, mich erhebend. Willst Du sie nicht hier machm ? frug mein Mann. n nein: Du alaubst wobl. ick könne nicht allein ; Du traust mit das natürlich nicht zu?" ftagte ,ch thränenweich w rr ... t . w . und vollia vorbereitet, laut vx weinen. sowie nur ein Wort oder Blick das Zei chen da;u gäbe. ES kam aber mchtS. I, Gott bewahre, mein Her,: ich roein za, oap sur 'iicyung:n em ve. , sonderes Talent hast !...." Ich ging also wieder in die Küche. Vom Wirth ließ ich mir zwei Flaschen guten Rothwein geben, den ich in den ' V r m r . I sauberen, glasirten Topf schüttete, dann entkorkte ich meine mitgebrachten vier Flaschen, that Zitronenschale, Apfelsinen szst, Llqueur u. s. w. dazu, es duftete, kockte. wurde fertia in die Bowle aeaos sen und heraufgebracht. Ich füllte die Gläser; galant trank man daS Wobl der Hebe ; dann husteten beide Herren stark, saben sich und mich an, und mein Herr und Gebieter frug : .Du hast wohl etwas Rum dazu genommen V .Natürlich." Wie viel ?" So viel wie dazu gehört . . . Hm . . Ist der Punsch nicht gut 1" Aber, gnädige Frau, ich versichere Sie, ausgezeichnet." S;e tranken auS, ich füllte d Gläser auf's Neue, Seim zweiten GlaS husteten die Herren nicht mehr so stark, beim drit ten gar mcht ; ich nippte nur Tropfen, sie tranken m vollen Zügen, bis aus den )runo ver Bowle. Darüber waren Stunden veraanaen. Herr Bertram, unser Freund, erhob sich, um sich von uns zu verabschieden, sank m aoer plötzlich zu Fühen und blieb dort liegen; entsetzt wollte ich mich zu meinem Manne wenden oh Schrecken, der lag ebenfalls am Boden, regungslos, todt! Ich schrie auf, riß an der Klingel ; der Wirth und der Kellner kamen. Die Herren sind umgefallen, todt!" pöbnte ich. Der Wirth beruhigte mich. Ach nein, Madame, der Wein ist ihnen wohl nur tvi Bischen zu Kopf gestiegen!" DaS ärgerte mich. .Dann muß Ihr Wein nichts taugen, denn von zwei Fla schen Wein fallen zwei trinkfeste Männer nickt um. Der Wirth war zu artig, um etwa zu erwidern: mit einem verständnißvollen Lück beben sie meinen armen Gatten auf'S'Eofa. Herrn Bertram, glaube ich, zerrten "s!e auö dem Zimmer, wenigstens war ich, alZch mich endlich umsah, allein mit meinem Mann. Vergebens versuchte ich, ihn durch tXte Compressen zur Be sinnung zu bringender lag steif und starr und athmete schwer lirta tief. Was war denn gescheh ? Plötzlich siel mir ein : .TtrRu ! Ich stürzte mich auf daS Khbuch im Winkel, scklug Punschbowle- atf, und lautloS siel ich auf einen Stuhl nied. Das war's!.,. ... Vorhin, als ich das Buch gekauft batte) belehrte ick mich durck einen schnellen lick, waZ einzukaufen sei. .Auf zw Flaschen Rothwein ein viertel Liter Rum" iH.ikttt ja
xmo zcowanrenven aternenNHi aelefen : vier Liter Rum, hatte vier Liter Rum ge kauft und auf zwei Flaschen Rothwein gegeben.... O ich Unglückliche, ich Un selige!.... Welch' eine Neujahrsnacht ! . . . . Der Rausch hielt volle drei Tage an; und
dann der Jammer der atzen ! So etwaö kann man wohl erleben, aber nicht ht schreiben man erlaube mir, nut Schwel gen über die nächsten acht Tage hinweg zugehen.... Eine kleine Gesellschaft uns zu Ehren versammelte sich am trauten elterlichen Herd. Mütterchen traf alle Vorberei tungen einer Bowle ; mein Mann zog sie beiseite. Sag' mal, liebe Mama, thust Du Rum in die Bowle ?" - , Ein Spitzgläschen voll." ' .Würdest Du mir wlicbe vielleicbt den Rum fortlassen, ick babe einen besonderen Widerwillen gegen Rum." Nun, gewiß, wenn Du eS wünschest aber wie geht daS zu ?" Ich werde immer seekrank, wenn setzt Rum rieche." sonderbar !...." Sonderbar? Das gute Mütterchen, wenn sie gewußt hätte ! Aber nein, mein Herzensmann schonte mich, er lächelte nur, als ick mich eifrig um die mütterliche rm.. r ' . ' Zvcncyung lummene. . , . . . .. zcy yave denn aucy ncyng geieror, Punsch zu brauen, ohne daß man die Seekrankheit bekommt. Auch Herr Ber tram ist noch immer unser Freund, trofc allednn. Dennoch mache ich mir bis auf den heutigen Tag nichts aus Punsch oder Karpfen. Cltln erstes Vldenteuer In der Fremde. Vo, $ritt0 v,ifit. Meine erste Fahrt in die Fremde führte t r-t . k ' r ri r t rr . ai.i.t ,gine alücklicke Käaun de, Sckicksali a.b intiTi iinT ni s itipf nnm i.r jxTPTRniirrr !:. k; itH;a N1eiäbrkn. dm ick ie v i ' dactbabc. L.... war em uaend v vliTu 4tun vii rnu, oaV vviy vn Gestalt kleiner als ich, dazu von so ju 'g kälter hielt als ihn. In ihm vereinigten ungewöhnliche SeMesaaben mit kör. jgendfrischem Aussehen und unverwüstli ir.x ...u.t-t;x. m.:.-,.. 'n';in .hk-t; fefl6 berall aleicksam gÄ iik .,. .f, w, s,:. Mn7Ä' ehr die lZüael schieben ließ. Sein sicheres, zu ! weilen etwas keckcö Auftreten war die '-ürlicke olae einer soraenloZ.alücklich I lyerlebten Jugend, in welcher sein reger iWiffenSdrana bunden mit aroker Auffassung, ihm das Ar Vergnügen machte. Er wollte :0n inem Mitschüler seines Alters über 'troffen werden und suchte es ihnen auch -im Xumtn und Schwimmen zuvorzu . t&un Später übte er sich mit Vorliebe ,im Reiten, Fechten und Schießen; kurz unterließ nichts, was zur gleichmäßi Qtn Ausbildung ,seines rüstigen Geistes und Körpers dienin konnte. Sein schar 'jfer Verstand bewahrte ihn vor jeder sen. ,,timentalen Anwandlung, weshalb er auch gern die Empfindsamkeit Anderer bespöt lte, am lieb ten durch Citate auS Goethe Z und Heine.' Mir war er seit Jahren der zuverläßlichpe Freund gewesen, der immer t anregend auf mich wirkte und mir oft sn hurti seinen 5?robsinn die Molk, von der Stirne zu scheuchen wußte. So konnte ich mir keinen besseren Reisege 7 1 1 fährten wünschen. Wir hatten eine Empfehlung an einen Bankherrn in Lübeck, der uns überaus keundlick entaeaenkam und. als er er. fuhr, daß w:r noch rne aus Sce gewesen, sich erbot, unS durch ein bewährtes Mit tel vor der Seekrankheit zu bewahren. Zu diesem Zw.cke lud er uns zu einem Abschiedsmahle ein, an Bord des Schif fes, welches uns von Travemünde fort führen sollte. Nach dem Abendessen sollte der Dampfer den Anker lichten, aber wir merkten nichts davon. Das Abschieds mahl bot uns so verlockende Genüsse, und die edlen, aber schweren und unS unge wohnten Weine, welche wir in langer Reihenfolge versuchen mußten, stiegen unS so zu Kopfe, daß wir Zeit und Raum darüber vergaßen und weder daS Ber sckwinden unseres Gastfreundes noch die Abfahrt deS DarnpferS von Travemünde bemerkten. Wir hatten am folgenden Tage, als wir vom Verdeck auS nur noch Himmel und Meer sahen, nebst einigen fernher schimmernden schmalen Streifen, von welchen eS zweifelhaft schien, ob sie I r m r 54 i uuenmume ooer ilcyre unirgeonoe oar i rt . , m t . ? . stellten, keine klare Erinnerung mehr, wie j wir zur Nacht in unsere eng umrahmten Betten gekommen, in denen wir spat am Morgen erwachten ; klar ward uns nur, daß wir lange in tiefem Schlaf gelegen
haben mußten, um von allem, was um unS her vorgegangen, nichts zu merken. Der Kopf war noch etwas schwer, ward aber bald wieder leicht, als wir unS schwankenden Schrittes auf dem Verdeck ergingen, wo ein frischer Ostwind wehte, während das Schiff durch die weit und bochgehenden Wogen schaukelnd seine Bahnen 103. Man sagte unS, daß wir eine stürmische Nacht glücklich durchschlafen hätten ; die meisten Passagiere seien seekrank gewor den und die Damen wagten sich noch im mer nicht auf dai Verdeck. Wir fühlten unS schon nach kurzer Bewegung in der frischen Lust so munter wie die Fische im Wasser, lernten auch bald nach See mannsbrauch mit gespreizten Veinen geben und das Anknüpfen interessanter Ve kanntschaften machte sich ganj von selbst. Der öimmel wurde immer freundlicher ; das Verdeck belebte sich mehr und mehr ; iulett kamen sogar einige Damen zum Vorschein, die, geführt von ihren Gatten oder Vätern, sich wandelnd aufrecht zu er halten suchten, aber doch bald wieder nach sinem Sitze Verlangen trugen. Wir stiegen erst wieder in unsere Ka jüte "hinunter, als es zum Essen ging und entwickelten dabei einen Appetit, der als untrügliches Zeugniß diente, wie trefflich das Borbcugungsmittel gegen die See krankheit welches unser Gastfreund von Lübeck ÄbendS zuvor, uns verordnet, sich bewährt hatte. Es half unS auch, die 'Seife so glücklich zu vollenden wie sie be aotnen. DaS Seewasjer wurde uns ein befredtes Element, dem ' wir täglich zzz U ebzevM. Dc? ßbri
? Ist dies Ayspepste? f Der Ursachen der Cchlaflssigkeit ch eS viele. Eine, auf welche Sie nur fetter achten, sind Verdaunngsbcschwcrden. Wem: Sie sich schlaflos im Vctt herumwälzen, wenn der Alp Sie drückt, so ist das eine von der Natur gegebene Warnung, daß DySpcpsie im Anzug ist. Hören die Verdanungsbeschwerden auf, so stellt sich der Schlaf ein. Der Gebranch von Johann Hoff'S Malzertrakt hilft viel dazu Er macht gewisse Nahrungöbcstandtheile leicht verdaulich. Er kräftigt und stärkt, ohne zn betäuben. Wir versenden unentgeltlich eine Bro schüre, welche deS Interessanten über diesen Extrakt ViclcS enthalt. Ueberall zu verkaufen. Man sehe darauf, daß auf df? Etikette am Halsejeder Flasche rie Unterschrift Johann Hoff" sich befindet. Fehlt diese, Zo ist der Artikel gefälscht. -. Eisner & Mendelson Co., Agenten, 152 und 154 Franklin St., New York. tNlev vorwiegend heiter ; am ?ntten Ta verloren sich selbst unter den Damen die letzten Spuren der Seekrankheit und das Verdeck verwandelte sich in einen Konzertsaal, als ein der kaiserlichen Oper in Pe teriburg angehörender berühmter Teno rist, der von einem Sommerausfluze, den er mit seiner jungen Frau in die deutsche Heimath unternommen hatte, zurückkelrend, plötzlich seine mächtige Stimme in herzbewegenden Weisen ertönen ließ, die alles heranlockten, was Ohren hatte zu hören.' Die mächtige Stimme kam aus einer mächtigen Brust ; seine Gestalt war die stattlichste der ganzen Schiffsgesellsckaft. ! Ec saß vit seiner zierlichen Frau aufemer Bank nahe der Mitte des Berdecks ; 'als er anhub zu singen, zog er sie auf sein Knie und hielt sie mit dem rechten Arm umschlungen. Er sana nun die allbe kannten Lieder : .Auf, Matrosen, die Anker gelichtet !" und .DaS Schiff streicht durch die Wellen", aber der Jubel, den er dadurch erregte, war so grop, daß er sie noch einmal wiederholte. ' Unter den Zuhörern, die ihre Begeiste rung am lautenen zu erkennen gaben, war ein alter russischer General, der sich bis dahin mit seiner Familie immer in einiger 'Entfernung von der übrigen SchlffsgescU schaft gehalten hatte, wahrscheinlich weil seine kugelrunde Frau nebst den beiden schlanken, schon einigermaßen verblühten Töchtern in den ersten Tagen der See krankheit nicht zu widerstehen vermochten; jetzt aber, da daS Meer ruhiger und ihr Befinden besser geworden, entfaltete sich wieder schnell in irrten der allen Russen eigene Trieb nach Geselligkeit. Der General, ein hochgewachsener Mann, der auf dem Verdeck immer gelbe Tatarenstiefeln und einen enganschließen den dunklen Pelzrock trug, stellte sich dem Sängerpaare vor und knüpfte im Laufe deS TaaeS noch mit vielen anderen Passa gieren Unterhaltungen an. Mein Freund ii. .. wurde bald lern Liebling, wie auch der Damen. Der alte Herr erzählte gern von seinem Kriegs und Hofleben und freute sich, wenn er aufmerksame Hörer fand. Er hatte Kaiser Alerander I. auf dessen Feldzüzen gegen Napoleon bezlei tet, die Schlacht bei Leipzig und den Ein lug in Paris mitgemacht, auch nach AleianderS Tode gegen den Militärauf stand, welcher (Ende 1325) der Thron bestrigung deS damals noch jugendlichen Nikolaus vorherging, mitgekämpft und war dann Generaladjutant des neuen Kaisers geworden. Doch m:hr Vergnügen als an der Auf frischung großer kriegerischer. Erinnerun Jen fand der alte Herr an der Erzählung leiner Geschichten komischer Art, über welche er selbst am meisten sachte. So kn z. B. auf den berühmten General Graf Ost:rmannTolstoy zu sprechen, der in der Schlacht von Kulm den rechten Arm verloren und lange Zeit brauchte, ehe er lernte, fick mit dem linken rn bet (Fortsetzung aus der ö. Seite.) , Neue Entdeckungen. Obgleich manche neue und wichtige Entdeckungen in den verschiedenen Wis senschasten in jüngster Zeit gemacht wurden, so ist doch keine derselben von größerer Wichtigkeit für daö Publikum, als die Entdeckung, welche kürzlich durch Herrn Dr. Schoop gemacht wurde und welche die Aufmerksamkeit von Aerzten, sowie Laien in allen Ländern aus sich gelenkt hat und welches die Entdeckung der Ursache von chronischen Krankheiten deS Magens, der Leber, der Nieren und anderen .inneren Organe ein schließt. Dieser Arzt fand, daß die Ursache in gewissen Nerven, welche diese Organe kontrolliren, liegt -und durch die Verordnung von Dr. Schoop'ö Wiederhersteller, eine Arznei, welche er speciell sur die Behandlung dieser Ner den herstellt, wird die Ursache und mit derselben die Krankheit entfernt. Sin deutsches Buch, die Entdeckung beschrei bend nebst Proben, wird an jeden Leser nach Empfang einer Briefmarke frei versandt. Agenten gegen Salaxt und Sommisson verlangt. Man schreibe an Dr. Schoop, Racine, Zwiv. ,,,, Oefflicher Spar' und LeibVeleln. Dieser Verein hält seine Versamm tun 7 VJR skinnt - u jvn Samstag Abend. Eine neue Serie A.ai l- m m 1 viu. o) Miro am Vamnag, oen v. Ja nuar 1894 eröffnet. Gelder werden sofort an Applikan icn ausgetteyen. Niemand braucht warten. Antheile 200 N.ilrZa? zu 55 CtS. die Woche pro Antheil. Prämien. Wm.Kiemeysr, Präsident. O. ft. ftrenifL Scka. er. Conrad Mlltr, yekelär.
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