Indiana Tribüne, Volume 17, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1893 — Page 9

Jndimm Tribüne

ei lag e. Indianapolis, Ind., 10. Dezember '93. Acr Hrmncr. Von ö. Wernlcke. Der Telegraphist Bielski lag lang ausgestreckt auf seinem Bett, iro&bern es lichter Nachmittag war, und tropdem draußen auf dem Marktplah Schaarcn von Kindern spielten und lärmten. (5r war in eine etwas liederliche Uniform gekleidet; mit den Absähen seiner langen Stiefel hämmerte er, zu seiner Unterhaltung oder j au Ungeduld, aus der Vettwano umher, die unter den wuchtigen Stö ßen erdröhnte. Neben dem Bett stand .'ine Flasche, aus der er von Zeit zu Zeit einen Schluck nahm. (iin-träf -i rrt a O . v ;.ih uger vyerucg von cuci uuu uilus .'rfilllte das Zimmer. Tiefes Stillleben- wurde unterKrochen durch den Eintritt eines jun gen, stark brünetten, ebenfalls uniformirten Mannes, der einen offenen Brief in der Hand hielt. Es war sein College und Zimmergenosse Lo rat, welcher, als er seinen Freund auf dem Bett und die Flasche neben dem selben sah. sichtlich stutzte. ..Mensch, Tu trinkst ja wieder! rief er. Der .A-igeredete wandte seine Augen von der Zimmerdecke, welche ihm ein unlösliches Räthsel zu sein schien, da er sie bereits seit Stunden beharrlich anstarrte, nicht ab. Ja," sagte er, ich trinke wieder.Lorat, der sonst alle Zeit Heitere, gerieth fast in Zorn. . Du hast also Dein Gelübde ge brachen? Hattest Du das Trinken nicht verschworen? Mit den gräb lichsten Eiden hast Du mir zugeschworen " DieZ Gelübde habe ich gehalten drei Tage lang. Drei Tage ist kein Tropfen Branntwein über meine Lippen gekommen. Das waren drei schlimme Tage, aber, Freundchen, eins habe ich in ihnen gelernt:dasLeben ist unerträglich, langweilig ohne den Branntwein. Ja, unerträglich!" Aber, Mensch, ich ertrage es doch, Tausend, Millionen Menschen ertra gen eS " Ja, Du," seufzte BielSki, Du hast eine Braut, etwas, woran Du denken, wofür Du leben kannst. Aber was habe ich? Nichts, Niemand, keinen Menschen! Und dann das Leben in diesem' elenden, verwünschten Nest! Ein Tag immer öder als der andere! Ach was, lab nuch, ich trinke!" Dann hat meine Mutter also doch Recht, dann hat sie also Recht!- er. wi)erte der junge Lorat, indem erden Brief in seiner Hand zerknüllte, an die Erde warf und ihn mit den Füßen bearbeitetes ' Was sagt Deine Mutter?Tan u ein unverbesserlicher Säufer bist!" Steht das in dem Briefe?" .Ja." Bielski that einen tiefen Zug aus der Flasche und begann dann wieder, schweigend die Decke über seinem Haupte anzustarren, wahrend sein Freund sich auf einen Stuhl warf, die Arme verschränkte und den Kopf auf die Brust sinken lief,, wie Jemand, der jede Hoffnung hat fahren lassen. Doch lange konnte der lebhafte junge Mann nicht stillsitzen und schweigen. Er sprang aus, nahm den mißhandelten Brief vom Fußboden, glättete ihn und steckte ihn in die Tasche. Valeria, arme Schwe-ster!-sagte er traurig. Bielski wurde aufmerksam. Was ist mit Deiner Schwester?Höre, Bielski, Du sprachst vorhin von memer Braut.Nun?" Du kannst auch eine haben." .Eine Braut?- Ja." . ..Wer sollte das sein?- fragte BielSki mlktrauiscy. Valeria. Valeria!" Bielski war mit einem Satz aus dem Bette und stand mitten im Zimmer in seiner ganzen stattlichen Größe. Höre," sagte Lorat und zog den Brief auS der Tasche, ganz im Ver trauen, was meine Mutter schreibt. Sie kommt nämlich morgen Nachmit tag mit Vo?:ria von Warschau herüber miii za besuchen, auf eine Stunde oder so etwas. Sie schreibt: Ich wollte Valeria nicht mitnehmen, aber sie will mich durchaus begleiten. Sie sagt, sie müsse sich doch einmal ansehen. wie Tu wohnst. Aber das ist nicht der wahre Grund, den kenne ich sehr wohl. Sie hat sich Deinen gu ten Freund, den Vielski in den Kopf gesetzt und möchte ihn wiedersehen. Ich habe ihr gesagt, daß er ein un verbesserlicher Säufe? ist. Sie will es nicht glauben. Sie sagt, eS sei Irrthum, Verleumdung, alle Mög. liche. nur nicht Wahrheit. Du wirst ihr nun, da sie mir nicht glauben will, sagen, daß es sich wirtlich so verhält-? Thue daS nicht, o thue eS nicht!" rief Bielski mit flehend gefalteten Händen. Ich bitte Dich, thue es nicht." Lorat sah ihn streng an. Aber eS ist wirklich so! Du bist unverbesserlich!Nein, nein, gewiß nicht, mein Wort darauf!" Dein Wort hast Du schon einmal gebrochen. - Ach, laß daS! Die Langeweile, dies trostlose Leben. daS ewige Einer lei! Kannst Tu Tich darüber wun dern! Aber jetzt theure Valeria!Er breitete entzückt die Arme aus, umschlang in Ermangelung einer an deren, nicht anwesenden Person den

Freund und drehte sich mit ihm ein paar Vtal im kreise herum. ,st wirst also noch einmal-ver-suchen, den Branntwein zu lassen?" fragte der athemlose Lorat, der nur mit Noth dem Schicksal, erdrückt zu werden, entronnen war. Wenn ich je wieder einen Tropfen trinke, so will ich " Still, still!" unterbrach ihn der Andere. Mir sind Deine Schwüre noch ganz frisch in Erinnerung." Gut, ich sage nichts weiter, Tn wirst es ja sehen. Keinen Tropfen!" Er nahm die Flasche, goß den Inhalt auf die Strahe und zerschmetterte sie an der Wand des Zimmers. Der sanguinische Lorat war nun überzeugt. Am nächsten Morgen beschäftigten

sich die beiden Freunde eifrig damit, ! der Wohnung ein festliches Ansehen ; zu geven. .as war ourcyaus maji leicht, denn die drei Zimmer, in de- !

nen sie ihr Heim aufgescylagen hatten, - "."7- iu, sahen für gewohnlich außerordentlich ein!" murmelte er; do da, war ne kahl und schmutzig aus. Es wurde leere Drohung denn Bielski war w -hMü,n LJr?rürinMch ini. steil seiner Nleleukraft überall ge-

nrn jii Inffpn. Mn rief na I-beo- . ... w.,. y,,,.. .. ...... dor. Das war ein ichlafiuchtlaer, im j " - " II"""" ' " --I 7 7 I 1 Hinterhause wohnender Jüngling, der für ein Billiges die Bedienung der beiden Herren übernommen hatte. Nach vielem Fragen. Forschen und Rufen entdeckte man ihn unter der Treppe, wo er sich einem sanften Schlaf hingab. Er zeigte ttch nicht im Geringsten seine frühere Herrschaft niemals so verrückte Anforderungen an ihn ge stellt habe, und daß es vollkommen genüge, wenn ein Zimmer alle paar Jahre ein Mal gereinigt werde, über wand er mit männlicher Kraft die ihm innewohnende Scheu vor jeder Säuberung und machte sich, wenn auch mit Widerwillen, an's Werk. Bielski und Lorat leisteten ihm that lichen Beistand, und für die nächste halbe Stunde verschwand Alles unter einer undurchdringlichen Staubwolke. Nachdem der Staub in die Flucht ge schlagen war, räumten die Freunde Alles, was der Wohnung nicht zur drücklich, daß in den ersteren außer einem Tisch und einigen Stühlen nicht viel mehr zurückblieb. Doch halt ! Da war der amovar und der dazu gehörige Kolenkasten. ES kommt nur darauf an", sagte Lorat, diese beiden Gegenstände so in den Salons zu vertheilen, daß sie möglichst in's Auge fallen. Wie wäre es, wenn wir in die erste Stube den Sa movar und in die zweite den Kohlenkästen stellten, damit daS Eine nicht die Wirkung des Anderen beeinträchtigt, oder wäre es vortheilhafter, beide Stücke neben einander zu stellen, um sozusagen durch die Masse zu wir-ken.-In diesem Augenblick der Ueberlegung zeigte sich ihr ein guter Bekannte?, der Postmeister, in der Thür. Es war ein großer Mann von schwammiger Leibesfülle, mit roth gedunsenem Gesicht und imponirend langem Bart. .., - Ich habe gehört, Sie bekommen heute Besuch," faßte er. Sie putzen deshalb wohl ein wenig?" Jawohl,- erwiderte Lorat, wie gefallen Ihnen die Zimmer?Nun, sie sind recht hübsch, indessen ein wenig kahl; ich möchte beinahe sagen, sie machen den Eindruck, als wären sie gar nicht möblirt.". Ach, sehen Sie doch hier den blank geputzten Samovar!Na ja, es ist ja recht nett, gewiß, aber ein paar Sachen mehr könnten nicht schaden. Ich habe zu Hause einen neu?n Wandteppich, großer gelber Löwe auf rothem Feld. Wenn Sie den an die Wand nagelten, da über den großen Fleck, was meinen Sie?" O vortrefflich! rief Lorat, und da Theodor wieder spurlos verschwunden war, erklärte sich BielSki bereit, den Teppich zu holen. ; Er begab sich mit dem Postmeister in dessen Wohnung. Der Postmei ster war ein Verehrer und Kenner geistiger Getränke und hatte stets eine reiche Sammlung feuriger Flüssig leiten in seinem Wandschrank. Er schritt denn auch sogleich zu diesem Möbel, dem er eine Flasche und zwei Gläser entnahm; indem er die erstere entkorkte, zwinkerte er Vielski wohlgesällig zu. Etwas Feines." Ich trinke nicht, danke.- erwiderte Vielski, keinen Tropfen!" O warum denn nicht? Nur einmal kosten! Es ist ausgezeichnet." Er füllte ein Gläschen, hielt es gegen das Licht und betrachtete es mit feli gem Lächeln. Nein, nein.- sagte Bielski. Geben Sie mir den Teppich. " Oder," meinte der Postmeister, noch immer selig lächelnd, wenn Ihnen dieser hier nicht zusagt, so habe ich noch etwas anderes auf Lager," und er förderte eine zweite Flasche an's Licht. Ich trinke nicht! Nicht diesen und keinen anderen!" versicherte Bielski hastig. .Geben Sie mir den Teppich." Aber kosten Sie doch nur erst einmal!" Den Teprich, schnell!" drängte der Versuchte. Er liegt dort in der Ecke," sagte der Postmeister, hielt daS GlaS wieder gegen daS Licht, lächelte wonnig und goß es sich in den Schlund. Diesen Augenblick benutzte BielSki, um mit seiner Beute au entfliehen. Kaum war er zehn Schritte die Straße hinunter geganrn, so hängte sich Jemand an seinen Arm. Aielskl, komm' mit in d'' Schenke!" sagte derNeuangekommenc.

erfr u. über 'die hm in 'ussicht.ge- Welt mit Allem, was sie en.hi.I . . stellte Arbeit. 2ch. nachdem er' die " .'w in einem "I'gen L ch e Bemerluna hatte fall' laffen. da i Eme ganze lange Zulun !

Zierde gereichte, aus den beiden zum ! r""'" Empfang bestimmten Zimmern in ms;n ai uns frt nh. lelsli s Aaier

VU7 t 1 1 . l . wiiuu uiiu givut iv wwj-i

Nein." erwiderte Bielski.' Doch.- , sagte der Andere. Auf meine Kostens Es ist ein Freudentag heute." Laß mich; ich muß nach Hause." Im Gegentheil, Du mußt mit mir feiern, und weißt Du auch warum? Ich habe eine Erbschaft gemacht. Denke Dir. ein Pechvogel wie ich und Erbschaft'. Was ist denn das für ein Niescnpacket? Gehst Tu etwa haust-

ren? Rechts ab geht'S ja zurchenke." . Ich geh' nicht mit. Lorat bekommt ' heute Besuch von seiner Mutter." Was kümmert denn Dich daS?" Laß los, ich will nach Hause." Ach. Spaß ! Erbschaften werden nicht alle Tage gemacht. Rechts ab, sage ich!" Bielski gab seinem Versucher einen Stoß, dcr'denselbcn aus die andere Seite der Straße beförderte. Dann eilte er davon. r-- osL .r.s..". ii.si..- rs, :c. ri uucuiicuc ,uV Hui rjt I II suraiici. Der Teppich wurde angebracht und trug wesentlich zur Verschönerung der Wohnung bei. In wenigen. Stunden mußten die Reisenden an langen. Bielski' und Lorat gingen in freudiger Unruhe in den Zimmern umher. Am glücklichsten und unruhigsten war Bielski. Wie hatte sich Alles verändert seit aestern! Die . Lorat unterbrach die glücklichen Ge danken seines Freundes. Weißt Du, was noch fehlt?" fragte er. Nun?- Blumen!" Blumen!" schrie Bielski überlaut. Natürlich, Blumen! Ich hole gleich welcke; von dem Gärtner neben der Schenke. Der hat die schönsten!" Er stürzte sofort aus dem Zimmer. Aber, höre, Bielski" rief Lorat ihm nach, doch der hörte nicht mehr. Elastischen Schrittes ging er über den Markt, groß, breitschulterig und statt lich, mit lächelndem Gesicht, und Mancher lag dem kräftigen jungen ,- Mann voll Wohlgefallen nach. . Ein - Mensch,, dieser war ein Säufer. In der Trunkenheit machte er seinem Leben ein Ende. O das elende, tröstlose Familienleben, in dem Bielski aufgewachsen war! Die Mutter bat den Sohn noch auf dem Sterbebette, jenem schrecklichen Laster fernzubleiben. Hüte Tich vor jenem fluchwürdigen Getränk! O mein goldener Liebling, widerstehe der Versuchung! Hüte Dich vor dem Anfang! Der Anfang ist - die Stimme erlosch, und Bielski schwur mit der Hand auf ihrem erkal tenden Haupte, nie einen Tropfen dieses vergifteten Getränkes über die Lippen zu bringen. Schwüre sind Worte. Sie werden mi! der Zeit vergessen. Er war ein Trinker geworden wie sein Vater. Wie dicZ gekommen war, wußte er selbst nicht, so ganz allmälig, hier ein Gläschen, da ein Gläschen, ganz all mälig Lorat sah nach der Uhr. Vielski kam immer noch nicht zurück. Der Gärtner band lange an den Bouquets. Es war Zeit, nach der Bahn zu gehen. Inzwischen traf auch wohl Bielski mit den Blumen ein. Valeria war wirklich mitgekommen. Sie hatte ein weißes Kleid an, ibr bestes und kleidsamstes. Frau Lorat winkte und blinzte dem Sohne hinter dem Rücken des jungen Mädchen zu.Lorat lyat, als begriffe er nichts. Und wie geht' es denn Deinem Freunde Bielski?" fragte Valeria auf dem Wege vom Bahnhof in einem Ton, als erinnere sie sich erst in die sem Augenblick der Existenz eines der artigen Menschen. Recht gut. Er spricht sehr viel von Dir." Wirklich?" fragte Valeria glück lich. , Wahrscheinlich, wenn er betrunken ist," meinte Frau Lorat. Mutter!- rief Valeria. Man sagt, daß er trinkt?" fragte sie ihren Bruder zitternd und ängstlich. Warum sollte er nicht trinken, wenn er Durst hat ? Wir haben sehr gutes Waffer aus dem Hose", entgeg nete dieser unschuldig. Siehst Du !- rief Valeria trium phirend. Ich wußte es.ja. Es ist Verleumdung. - Als Je in der Wohnung anlang ten, war noch kein Vielski da. Lorat sah heimlich nach der Uhr. Wo kann er denn stecken ?" dachte er. Er wird üoq man vcrraott tagte er nicht, der Gärtner wohnt neben der Schenke ?- Lorat war mit einem Male sehr zerstreut und unruhig. Nachdem Frau Lorat den Wand teppich bewundert hatte, entdeckte sie sofort die Thür zu dem dritten Zim nur, welches vorübergehend zur Rum pelkammer eingerichtet war, und dessen Inneres ihren Augen verbor gen bleiben sollte. Sie drang na türlich in dasselbe ein und unterzog seine Schätze einer gründlichen Besichtigung. Fast hätte sie jedoch vor Schreck der Schlag gerührt, als sie aus der dunkelsten Ecke aus einem bunten Durcheinander von Wäsche, Kleidern, Stiefeln und Zeitungen einen ungekämmten und ungemaschenen Jungen herausgrub, welcher sich augenscheinlich im Zustande deS tiefsten SlummerS befand. ES war der ihr , gänzlich unbekannte Theodor, welcher sich dort von den Mühen des Tages erholte. Valeria hatte inzwischen zehnmal aus dem Fenster und ebenso oft aus der Thür geschaut. Sie liebte Vielski und sehnte ihn herbei; nur seinetweaen war sie hierher aetommen. feinet- ! wegen hatte &t M JiW&grJlUib' an

I A . 4 4

gethan und eine Rose ln'S Haar gesteckt. Was war dasfür 5in edler und liebenswürdiger Mann, dieser Vielski! Unter allen Männern der Welt konnte sich keiner mit ihm mes sen. Sie hatte ihn ein paar Mal flüchtig in Warschau gesehen und auf den ersten Blick in ihm ihr Ideal erkannt. Da. ein furchtbares Poltern auf dem Flur! Es war. als wenn Jemand die Mauer einranntc. Dann erschien Bielsti in der offenen Thür, ohne Mütze, mit schiefzugeknöpstem Rock und erhitztem Gesicht. Ein Geruch von Fusel und schlechtem Tabak kam mit ihm herein. Valeria, mein Schatz," lallte er und streckte die Arme aus, um sie an sich zu ziehen. Valeria ließ es geschehen; sie war regungslos. Die dunklen Augen schienen noch dunkler in dem todt blassen Gesicht. Dann schrie sie gellend aus: Betrunken!!" Sie stieß ihn mit der Hand vor die Vrust und stürzte davon. Der Riese taumelte von dem leichten Stoß bis zur näch ften Wand. Durch diesen Stützpunkt gehalten, blieb er stehen, thierisch vor sich hinstarrend.

Valeria entfloh in wahnsinniger Hast, fort, fort! Ihr weißes Kleid flatterte um sie herum, und die Rose fiel auS ihrem Haare mitten auf den Marktplatz; dort wurde sie zertre ten Am anderen Tage lag Vielski wieder auf dem Bett, eine Schnapsflasche im Vereich seiner Hand. Er lag ganz still, nur manchmal rührte er sich, um einen Schluckzu nehmen. Draußen rieselte eintönig der Regen herab. Der Marktplatz war verödet und mit Pfützen bedeckt, daS Zimmer dunkler und trübseliger als gewöhnlich. Von dem Fenster tropfte es auf das Fen sterbrett, ein Tropfen nach dem anderen, schwer und gleichmäßig. Bielski starrte unverwandt zur Zimmerdecke hinauf. Er hatte einen Punkt dort in'S Auge gefaßt; dieser schmutziggraue Punkt schien zu wachsen und sich zu dehnen, immer größer und größer, er wölbte sich zu einer riesigen Kuppel, er wurde zum Weltall. Und ln diesem Weltall konnte der Unglückliche nirgends ein heiteres Wölkchen, einen lichten, freundlichen Schimmer entdecken. Alles war grau, trübe und lr ' Er tastete nach der Flasche und führte sie an die Lippen. Humor in Llttnoneen. Der Hannovet'sche Courier" hat auS ZeitungS - Annoncen folgende Blumenlesen gesammelt : Ehrenerklärung ! Ich nehme die seither ver breiteten lügenhaften Gerüchte gegen Amalie P. zurück und erkläre sie für ein'schönes, mittelalteS, ehrenhaftes und unbescholtenes Frauenzimmer. Oberlaak 27-. werden Hühneraugen, Ballen, sowie Ueberbeine. nach Maß ausgearbeitet. Wegen Krankheit der Frau wird zu sofort eine andere oder ein Mäd chen in Monatsdienst gesucht. Gesucht : Ein vornehm und gesund aussehender Herr, um den geheilten Patienten" im Wartesaal eines ArzteS darzustellen. Reisende, welche geneigt sind, die sämmtlichen Militärtuche der preußischen Armee nebenbei mit auf die Reise zu nehmen, werden gebeten, ihr Mressen nebst Bedingungen Sub 2) Z" abzugeben. In Langensalza sind in der Eng gasse No. zu verkaufen: acht Zent .ner Sechswochenkartoffeln, neun Meter Spalier und zwei Spalierthüren, ein großes Faß mit eisernen Reifen, sechs Bohnenstangen, eine HundeHütte, , Runkelkerne und verschiedene Gemüsesämereien, alleF keimfähig. . Warnung. DaS Gerücht, ich hätte eine Frau mit zwei lebenden Kindern, warne ich einen Jeden, solches weiter auszusagen oder zu verbreiten, da ich solches aus'S Strengste gerichtlich verfolgen werde. Daß ich solche gehabt habe, leugne ich nicht, aber lasset sie ruhen. Rosen- und-Blumenstöcke in jeder beliebigen Größe sind vorräthig und werden auf Wunsch angefertigt. Milch und Badekurort! Nach selbst, geprüften Erörterungen ist der Ort Münchenbernsdorf reich an Sauerstoff und Stickluft, wie zur Heilungfür Lunge und Leber und Zersetzung deS Blutes außerordentlich ergiebig. ES werden hierdurch geehrte Reflektanten aufgefordert.- ' ' Bescheiden. Onkel: Nun, liebe Nichte, jetzt hast Du fünf Töchter wünschest Du Dir denn nicht auch einmal. einen Sohn?" Nichte: Ach ja und wenn' auch nur ein Schwiegersohn wäre!" um Eine aufrichtige Appellation. Da so viele anzeigende Firmen sich an daS Publikum wenden, so hat Dr. Schoop in Racine, WiS., sich entschlossen, an irgend eine Adresse, Proben seiner Arznei nebst Krankenbuch frei zu- versenden, um deren wirklichen Werth zu beweisen. Dieseö giebt dem Publikum Gelegenheit, dieselben zu Probiren und sich über seine neue Entdeckung zu informiren,. bezüglich der Ursache von chronischen Krankheiten und Aufklärung zu erhalten über die Methode zur Heilung von Magen-, Leber- und Nierenkrankheiten durch die Behandlung mit seinen wiederherstellenden Arzneien, die direkt auf die Nerven einwirken, welche diese Organe kontrolliren. Agenten gegen Salair und Commission verlangt. - , ,,, , - Kaufe Mucho'S Best Havanna CigarS." . . - -

'

5?

jfrrr - fe-i.magu3 . -:."' ry kI r,.. KVVZ.

y IMiVilAUi UKtVt LKT.

i ... .. . v "ä1 . "-" STU TTSO 'lf ' 1 fr I - .; f, .".-.----' ;-; i"V - s", j" ' i TZ--'- ts Ml?pV!'NSi lilftfltfliu k?tS.HSWK?,i SMS kWl! 'SMl VZ 9 S&p&i I IM bUttlP Wh'ä A MMßW 5&r is3i 1 S&yc&ri3) --ZckSMMg m ...M jM'-l-z WWMWKWMKSMWMMM SWMÄMW ?WZSWMMMgM - sääa &mmmmmmBmA& . - t&& '--5-vV iv--.vt EiMfc tmM ffxs "'Jli " 7 T i lM'Ml'?WöMMWMMMA . sK&a, ÄvLf?- : schWSsAWössWWM'ßW J MWAWMÄYA-VR teiÄteÄW lVvf : . Z 3n TKe'f '. ? MrS. h :z -i Jü2'i 58 kN'k 2s'öi55 ?Äi WrSl 5??sGMWMSM.SM tJSJTr kSS älST jli'is1'' ??&v;s 5 v ff ' SDFK v IWBmUaMaMIMMMaMMnMWMMiMMB v-

" " m Unsere Biere, hergestellt aus den besten Stoffen, mit Verwendung der besten Sorten Hopsen sind sämmtlick' kräftige, gesunde Getränke, abgelagert und gut vergohren. Von unseren besten Marken, wie : Lager, Wiener, Pilsencr, Budweiser und Special Brew, geht keines aus der Brauerei, daS nicht fünf bis sechs Monate gelagert hat.' ' Wir können, auf daS Urtheil Sachverständiger gestützt, dreist bebaupten, daß unsere Biere zu den besten zähle, die in Amerika gebraut werden, und jeder vorurtheilslos Urtheilende wird dies anerkennen müssen.

di 1 i 1 Ä TTi 'Q T llü ldlMuüJlS

(Stet Schleudcr-Bcrkauf. Wegen Geschafts-Vcränderung derkaufen wir von jetzt bis zum 1. Januar unseren ganzen Vorrath Hcrrenauöstattungs - Artikel und Hüte zu Schleuderpreisen. Baml)8F N. W. Ecke Pennsylvania n4 98isbin(rh'n otne Der billigste Platz in der Stadt um mnziisri VrtS.'-. . -:wn &si?-" V Jritrr9 , , T ' KVMOMMM Loungeö zu kaufen. üxelusivs hangt Hous 2 "1 21 Süd Alabama Str schiffsscheine nach Europa, biS 9273.00. siffsscheine von Europa, S2S.00 bis S273.00. P.Pfisterer, Ossi: No. 70 Ost Market Straße. Televbon Jae. Metzger & Co. Hauptquartier für alle Sorten von einheimischem und importirtcn Bier, Ale Porter, Mineralwasser, Wein und Cbampagner. 30 & 32 Ost Maryland Str. Telephon No. 407. Bestellungen ween nack llen Theilen de, adt nvv'nk's hnrlirfrrt MMmMM i sin fni- n II - i Sftin uhc urni t . At tha expensa of littla money and his spare jS time obtaln a fair worki ing educatlon. ISTUDYATHOMEI THROUOH THC f . SPRAQUE ÜKIYER3ITY j OF CORRESPONDENCE INSTRl'CTION, I f Cemprislaf tbtletdiof cocrcspoodeacasdioouiatbcvorid. t SUBJECTS TAUGHT. . I 1 l'f Th School ot Law prepares pupili tot tdmlstio LM 1 1 tM Mr, tff an xtcndcd. thoroufh couna. ri ai ' var too atudenta p avcry pait 4 the counuf il ! JUUliNAUd ! i nnnna i mit Thli tdiool teachc ioumalntie and literary ork Crem Um fcxia- f datioa up. : BOGK-KEEPIIIG Thi tchool 1 cendurted by J on of Ihr a!4est teacbcra of J book eepiog in Amenta. I I SHORT-HAMD Thil IcbcxJ Irsibn lhort4iind by f the lat iftitn, and from tlw - 0 ginaing to th Last caprrt wock. D l OnCCl MJ I 1TIII ThisacboolreachcitratiabntfcK and ia i III LÄOTfifaJ BMMMHHBaaiBMHHHHBHHM A VV W KM ttoo to lha moat advaaced work ia U-c clMia. j t The bor M-hoolf tearh by tbe c omipondi sr vethoil oalr, aad rvcvfalze so rlfala ia tbeir rtipccUr fielda, . f. - liUmi. matinv In r. Intcrested, aad in J cloa ten ccots ia 5 ttamp foe catalopia. 5 Eich school hu tep S aiata catalogua. 4. Cgtncr, JR t .1.1.-W trhnnl wnM Ar aec j ircav orrnctr. mich Ttiijkiai mag.

g er

A

n

W

C'W.KI Szttvtf. iV 1 j'i ßzx t?--- ! r - " " mr -qh

rrr-

Sslz. ZT-1 MMWMAM MMAM t - - . 1 j r , U. -r U K Srt7 'A-'E-yP -VryyTriirri3j'fJ ?Hn . mBWJir'v,Tl) r m" V rä&? .MSZKM

J S5V

m

.-.

f

kWw AP , -um.

i-m

i A R

i ca 'fTAlM .

il -JÄKS'-

HMUMM. MUMßMVGMA V fi a -il; A. j ?ö A.;fft

-

lirewin g

Weihnachts - Baum ' Verzierungen Hübsche, neue Artikel. Zu finden bei

C

lzartrs Mayer und Go. 29 und 31 West Washington Strafe.

Unser Laden ist jeden Abend

lOIWWIW föCTaD'WE CDCTD., hat die grötzie Äuswahi von Heiz- und Koch Oefeu, Ranges :e. zu den billigsten preisen Alle Oesn werden garantirt. Home Stove Co., 79 Süd Äendian Str. GEORG ALLIG.

Offizieller Bericht

tohanfs National

Indianapolis,

Aktiva. Änleihe.Con.to $ 674,879 6 Znoentar-Conto 19,000 00 Vkreinigten Staaten Bond? 250,000 00 LondS (Stadt Indianapolis, Marion Co. ic.).... 621,917 78 Haar an Hand und in Banken 1,004,545 60 $2,430,342 97 Passiva. SmgezahltcZ Kapital 300,000 00 Keserve,Fond und Gewmn'Cento ... 74,647 08 Uanknoten in Cirkulation 225,000 00 Depositen-Conto 130,695 89

Seablirr Mbcrt Kruil. Ifrul übrik?nten und Engroß Händler von

k

(53

SUHicSLiLo

Handle? in - . Peanuis, Mandeln, VrasilwiifüM', Wsll'" und Hasel'Nüsien Vitrvneu. Sarblncn- Fll.Nern, Extraet ze. ttt Greceristen, Bäcker, Vereine, Kirchen und Scnntagöschulen, wer den auf unser vsllständigeL Lage? eunZerksaA gemacht. Südwest-Ecke -nnsnlvania und Maryland Str.

flu vertausckien: Mehrere probe und kleine kzirmk nahe der ktadt, darunter 12 cker. 114 Weilen südlich, mit 2st3Jißcm Backstetnhau. aroften Zrtallunpen, ncdst auderrn nöti igcn Le büu ichkriskn, meisten neu; ein Acker mit W 'tn r'dcn nebst allerlei Sorten von Obstbäumen und Leeren tn trogäd,gem Alter. Tte edäude stcben auf einem Hügei, der allmLhliq nach Osten, Züden nnd Westen abfällt: der kieSatige Unter gründ ist geeignet für eine Gärtnerei, welcke jetzt auch darauf betrieben mird. ?9 ist die schönste sage südlich von der Ztadt, was noch ji-der zuge stand dem ich eS geigte und da? Besitztum wird nur wegen Alters'äck,e bti Eigenthümer veräußert. J erka fen: Sin HauS an öendrickSstratze mit sieben zimmern. Cvcisekam wer und Keller, Brunnen und Cikerne redst g'-oyen Stallunqen. Da rundftüik ist 4 .uh. Ebenfalls No. Iü und 158 Oiivcstratze, Grundstück 66 186 Fuß. Jede Lau5 bat 4 Aim, mer nnd ist nur einen halben locf von der Pro 'pectstraße, (ASvhal'pftasker.) Hau mir ti j,m rrern, GaS. Wfferroerk, ÄbzngSkanal und allen anderen Sthige Verdefferunge; Z2Z00.V0. O. CX. K&kgl$T. s 0 Walss

ornpany

offen. der den 3. Oktober 1893.

Sank

$2,43042 97 I. P. Frcnzel, Präsident. . 0. 9. Frcnzel, Kassirer. Oscar F. Frenzel, Assistent.Kassirer.

ILK. Cha. J. Schmidt den billigsten big zu den feinsten Sortf Extrafein! Creme de Ia Creme ! Nur in 5?lasckcn! YALE SELEGT I was vtu Vier . oer Tlaor. 1 . V V3CCIUUI von 01t . HOME BREWING CO.

Schmidt

30 Oüb Delavare Ctu ZtUtUUZV.

LuajaUaMiiBritiriri-n " " -ym'