Indiana Tribüne, Volume 17, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1893 — Page 7
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Ter Tplczel Der Tecle. ftnt x:ysi?l;ni?Qie tnb. t toa ?r. I. Längs, Sa Aine ist es, welches man mit Recht 'den Spiegel der Seele nennt. Es ist unßreitia der wichtigste Theil de? 'menschliche:! Physt?Znoie. Die vollkommenste Schönheit "vermag leinen tieferen Eindruck hervorzubringen, wenn das Auge unschön oder auch nur anSöruckslos ist. lliso umgekehrt macht ein sch'öneö, ausruckvzlleZ Auge alle Häßlichkeit vergessen. Es ist geradezu wunderbar und physiologisch schwer zu erklären, in welchem Grad: das Auge jede starke Neounz der Seele wicdeispicgelt. Heuchleroder sehr derschloene Menschen haben ihre Gesichtszüge mehr ooer minder in der Gewalt, weit weniger aber den Blick. Der feinsühlige Beobachter empfindet unfehlbar ciia dem Auge, dem Blick heraus die Ehrlichkeit 02er die Falsch-, heit eines Menschen. Un) nichts in der Welt gleicht dem herzbewegenden Zauber, den daZ schöne, seclenvolle Auge eines jungen WeiöeZ und das große unschulooolle eines lieblichen in?es ausübt. Aber darüber könnte man ia noch immer Bücher schreiben, obgleich 'deren schon geschrieben worden sin) und obgleich schöne Augen von allen Dichtern der Welt besungen wur'den. Wir wollen den Spiegel der Seele flüchtig vom nüchternen StandPunkt der Wii'enschaft betrachten. D:e Schönheit und Ausorucksfähigkeit j des Auges hängt ab von seiner Größe, j 'seiner Farbe, seine? Stellung und der ; Anordnung der Brauen und Lider.! Ein großes, nicht stark he-rvortretendes i Auge ist für uns das Joeal der Voll-' kommenheit. 5Ueine Augen scheinen: uns häßlich. Die Größe des Auges! har.gt nicht allein vom Augapfel ab.! londeru von der xjoira und Art der Liderössnung. Daß kleine Augen uns 'mißfallen, erklärt sich dadurch, weil sie -quantitatw im Verhältniß zur Ge'sammt - Physiognomie verschwinden. Hinsichtlich der menschlichen Naccn haben qroße Auaen: Arier, Semiten und viele Neger; sehr kleine Augen die als häßlich bekannten Mongolen und viele Matan. Besonders bei den cioilisirten Böllern verdrängt der inoividuelle crb:r vielfach den Nacentypus. Bei der arischen und semitischen Nace ist der Außenwinkel des Auges mandelförmig zugespitzt, was zu der vielgerühmten Schönheit, besonders der jüvischen und spanischen Frauen beiträgt. Auch im Orient ; diese Augenform die bevorzugte: bekanntlich verlängern die orientalischen Schönheikn den spitzen Außenwinkel ihrer Augen scheinbar durch kleine, schwarze Striche. Wenn dieser Außenwinkel sich senkt, tiefer steht als der Innenwinkel, so giebt dies dem Frauenant'litz einen besonderen Neiz. Solche Augen batte die Kaiserin Eugenie. Schräg stehende Augen, die sich von außen nach innen senken, bezeichnen die Mongolen, Eskimos, Buriaten und verschiedene asiatische Stämme; Japanesen und Chinesen können wir uns gar nicht anders, als mit schrägen Schlitzauge vorstellen. Häßlich ist es, wenn die Augen zu weit ooer zu nahe von einander stehen; beides giebt einen thierischen Ausdruck. Doch ist das Litztcr weniger mißfällig, als das Erstere. Die Farbe des Auges hängt von der Iris ab, da die Pupille unveränderlich dunkel ist. Obgleich wir einige bestimmte Farben dem Auge zuerkennen, d. h. schwarz, braun, blau, grau so giebt es in Wahrheit sehr selten Augen von diesen ausgesprochenen Farben, sondern meist gemischte Nuancen. DaZ erklärt sich 'dadurch, daß die Iris meist von zwei concentrischeu Zonen verschiedener Färbung gebüßet wird, was ein: Strahlung von einer dritten Farbe ergibt. So l 2 ein kapitaler Irrthum, von schwarzen 'Augen m sprechen. Es giebt solche bei keiner Race und nirgends auf der Welt. Die sogenannten schwarzen '.Augen 'sind dunkelbraun. Die ,.So'dete . Anthropologigue" hat den vier Grundfarben braun, blau, grau und grün noch je 5 Unterabtheilungen ge.geben. Aber auch diese 20 Fälle reichen nicht hin. die Wirklichkeit zu rutriziren. Die grauen, grünen und 'blauen Augen sind zumeist mit dem I'londm, die dunklen mit dem brünLien ypus verbunden. Doch finden sich auch braune Aren bei blondem und 'blaue bei schwaizem Haar, was wegen der Seltenheit -und wegen deZ Gegensatzes als gcoß: Schönheit gilt. Die bekannten rothen Augen der Albmos erklären sich durch die vollftänd'ge Farblosigkeit der Iris, welche die Blutoeve der Netzhaut durchschimmein läßt. Man nimmt. im Allgemein nen nn, daß dunkle Augen Leidensckaftlichkeit. blaue Sanftmuth und Gute uusorücken. Das stimmt, sofern es 'sich um Nacenunterschiede handelt. Gewiß 'sind die dunkeläugigen Spanier und IiaZiener leidenschaftlicher als die blau- und grauäugigen Nordländer! Aber wo .es sich rm Individuen handelt, Hort diese Unterscheidung auf. Es giebt ebensogut feurige Vkiuaugen. wie glänz- und ausdruckslose dunkle Augen. Ebenso bildet der Zeelische Ausdruck die eigentliche Schönheit des Auges, obgleich im Ganzen rein ölaue und dunkelbraune höher im SiixxJ: sieben, als graue und grüne. Glanzlos sind die Augen der Dummen, der Schwachen und Kranken leuchtenö die lebhafter, geweckter, asunderMenschen. Aber auch der Glaiz des Auges hat besondere physische Vorbedlngucn. Er hängt ab von biz Struktur der Hornhaut, von der Wölbung des Augapfels und von dessen Feucht tigkeitsabsonderung. Anscheinend sind die Augenbrauen, Lider und Wimpern nur nebensächliche Bestandtheile der Physiognomik des Auges. Aber gerade diese Umgebung des Auges trägt in einem, vom Laien kaum geahnten Msße zum Ausdruck beftelvca bei.
Schone 'Augenbrauen nennen wir solche, die rein gebogen, mittelstark und gleichmäßig behaart sind. Wir lieben sie etwas stärker beim Mann, etwas schwächer bei der Fielt. Untergeordnetc Racen haben spärliche Augenbrauen, wie die Hottentotten, oder ganz schräge, kurze, hochliegende, wie die Mongolen, oder niedere buschige, wie die Australier. Ganz besonders häßlich ist, wenn hochlicgende Augenbrauen die Stirne gleichsam horizontal theilen. Bedeutende Physiognomik!! legen den Augenbrauen eine besondere Bedeutung bei. So sagt Laoater: Die Augenbrauen sind oft, an sich allein betrachtet, für den Charaktel eines Menschen entscheidend." Aehnlicfi äußert sich Buffon, und Mantegazza versichert, er hätte die Angaben Lavater's nach seiner Erfahrung bestätigt gefunden. Zart gebogene Brauen deuten auf zartweiblichen, gradlinige, horizontale auf männlichen Charakter. Solche, die aus bogigem Ansatz und gerader Linie zusammengesetzt sind, deuten auf eine Mischuna Von männlichem Ernst und weiblich:? Weichheit. Die Wissenschaft findet für die große mimisch - physiognomische Bedeutung der Brauen die Erklärung, daß die Brauen so leicht beweglich, so eng und so innig mit dem Auge und der Intelligenz verknüpft sind, und wahrscheinlich ihre Morphologie (Gestaltung) und Anpassung durch Bererbung volle Begründung findet. E ist zweifellosoaß gerade die Brauen Material zu einer sichern psychologischen Diagnose bieten. Lavater behauptet z. B. auch noch niemals einen klugen energischen Mann gesehen zu haben, der hohe und schwache Augenbrauen hatte. Im Alte? werden die Brauen häufig buschig, was dem Gesicht einen Ausdruck von Ailoheit giebt. Dieser Zug wiro denn auch von Romanschriftstell?rn häufig benützt. Buschige Brauen können unter Umständen auch Ehrwürdigkeit ausdrücken, wie z. B. bei dem Moses von Michel-Angelo. Weniger bedeutend für den Ausoruck des Auges sind die Lider und Wimpern. Die letzteren sind lang und gleichmäßig, besonders reizvoll. Als große Schönheit rühmt man den Andalusierinnen nach, daß der Schatten ihrer dichten und langen Wimpern auf die Wange fällt. Im Ganzen und Großen gehört das Auge zu den großten Wunderwerken der Natur, durch seinen anatomischen Bau, ebenso wie durch seinen seelischen Ausdruck. Gewaltige Geister haben sich zumeist durchführen Blick offenbart so Alexander, Goethe, Napoleon, Friedrich und Josef der Zweite. Ein seelenvoller Blick giebt der sonst unscheinbarsten Physiognomie einen Abglanz des Göttlichen. Thierbändiger können die wildesten Bestien durch den Blick bezwingen. Aber auch die höherenThiere habe? etwas im Auge, was zum Herzen spricht, was die gleichsam verwunschene, nur der Sprache entbehrende Seele verräth. Der Löwe, das Pferd, Hirsch und Reh, sowie der Hund haden solche ausdrucksvolle Augen, die bisweilen .in dem empfindenden Menscheu die ?tegung erwecken, eine derwandte Kreatur vor sich zu haben. Die größten Maler haben sich bemüht, mit Pinsel und Farbe den unvergleichlichen Zauber des weiblichen Auges wieoerzugeben. Berühmt sind die Augen vieler Naphacl'schen Madonnen, die des Christuskindes auf der Sirtina", die vielen Christusköpse des Tizian. Bon neueren Künstlern gelang es besonders Michael Munkacsy, seinem Christus vor Pilatus eine Hoheit in den Blick zu legen, der die göttliche Größe des gebundenen Heilandes offenbart. Wir aber wünschen jedem unserer Leser, den schönsten und beglückendsten Blick auf sich ruhen gefühlt zu haben den Blick der Liebe! Napoleon 'unV'stltt t H öse'o n e erte."
Es war am 9. Februar 1607, a!5 am ranzösischen Hofe großes ctinjert mit vellett am Schlüsse eines Feste? statt finden sollte. Gut glänzende Gesellschaft hatte sich versammelt, denn min erwartete den Kaiser und CreZcentini sollte diesen Abend singen. Zur bestimm ten Stunde wird in der Tbat der Kaiser gemeldet; .tritt n und begiebt sich auf seinen Platz; fcal Programm liegt vor ihm. Das Konzert beginnt; nachde die Ouvertüre geendet hat, nimmt der Kais das Programm zur Hand, liest es und während das erste Gesangstück vor tragen wird, ruft er mit lauter Stimme &n Marschall Duroc und saat ihm einige Worte ins Ohr;. dieser geht hierauf quer durch den Saal zu Herrn Gregor, dessen Amt als Sekretär der Musik des Kaisers es war, die Konzertprogramme zu machen. und sagt in strengen, Tone zu ihm:, Herr Gregor, der Kaiser hat mich be auftragt. Ihnen zu sagen, künftig keinen 3l& in die Programme zu bringen." Der arn:e Sekretär bleibt bestürzt sitzen und wagt kein Auge aufzuschlagen, indem er nicht begreifen kann, was der Marschall damit sagen roill. In den Pausen zwischen den Musikstücken wird er von jedem mit leiser Stimme nach dem lZrund dieser groben Beleidigung gefragt und der unglückliche Gregor, hierdurch nur noch betrübter gemacht, erwidert siets : Ich weiß ebensowenig als Sie einen Grund ; ich begreife cö nicht." Er erwartet, am andern Morgen feines Amts entsetzt zu werden, und waffnet sich schon mit Muth, eine Ungnade zu Ertragen, welche ihm unvermeidlich sheint. zufrieden, daß cr sich knerchuld Gewußt ist. Das Konzert ist zu GnU, ebenso fcc5 yallett ; der Kaiser verläßt den Saal tlnd das Programm bleibt auf seinem Stuhle liegen ; Gregor, der es bemerkt, jliuft hinzu, ergreift und liest es, liest ßünf' bis sechsmal, ohne darin etwas UadelhafteS :u entdecken; er ;eigt e5 den Herren Lesueur, Nigel, Kreuher, Vailkot, welche alle ebenfalls nichts Wetter xax'm sinken können, als waS vollkommen chxcklich ist. Schon fangen die abgejjchmackten &$tntMx Musiker an, ay!
aazzsznsti e'n unglücklichen Cekrer zu regnen, als ein plölicher Einfall ihm den Scklülsel i u diesem Räthsel glbt und seinen Schttlen verdoppelt. Das Programm sing namllch mit den Worten an: Mmique de l'JKmpoireur" und anstatt darunter wie gewöhnlich eine einfache Linie zu ziehen, hatte, Gott weiß, welcher Einfall, dci unglückseligen Gregor verkitet, eine Menge Sterne in Form eines Halbkreises darun fter zu zeichnen, welche n der ein Seite aufsteigend bis zur Mitte immer größer wurden und von da an bis zur anderen Seite absteigend ebenso wieder abnahmen. Sollte man glauben, daß Napoleon, damals auf demZenitb seines Ruhmes, in dieser unschuldigen' Verzierung eine Anspielung auf sein vergange nes, gegenwärtiges und zukünftiges Glück sah? Eine Anspielung, ebenso unange gehm für ihn, als rücksichtslos von feiten deö UnglückZpropheten, von welchem er sie planmäßig gemacht glaubte ; denn sie gab ihm zu verstehen, durch die beiden, ganz unvermerklichen, sich gegenüberste yenvcn Endsterne sowohl, als durch die übermäßige Größe der Mittelsterne, daß das kaiserliche Gestirn, damals so glän zend, nach und nach abnehmen und im umgekehrten Verhältniß verlöschen werde, als es ibm gefolgt war bis auf diesen Tag. Die Zeit hat bewiesen, daß eZ also sein sollte ; aber der Geist des großen ?!amens hatte es ihm damals schon entschleiert, was das Schicksal ihm aufbewahre. Diese seltsame Empfindlichkeit dürfte es glauben machen. Man kann sich wohl denken, daß Gregor, nach und nach beruhigt über die Furcht, sein Amt zu verlieren, sich sehr hütete, bei den folgenden Concerten den kleinsten Strich, die geringste sinnbildliche Verzierung in den Programmen anzubringen. Kaum wagte er, ohne m zittern, die Punkte über die i ;u setzen. Die Lection war zu nachdrücklich gewesen, er fürchtete immer Witze zu machen, ohne es Z'u wissen. hatte bicrin Napoleon seine äußerst reizbare Empfindlichkeit an den Taa gelegt, so gab er in einem anderen Falle den unzweideutigsten Voeis seines mistialischen Gefühls, womit man ihn schwerlich begabt gewesen zu sein glauben sollte. In den Tuilerien war eines Abends Concert Veranstalter ; unter den Musikstücken, welche das Programm anzeigte, war Tit. 3 5?n Paesiello. Bei der Probe dickes Stückes befindet sich der Sänger dieses Stückes unwohl und außer Stande, sich im Concerte hüren zu lassen. Man kann nicbt umhin, diese Arie durch eine andere desselben Componisten zu ersetzen, da der Kaiser für die Musik Von Paesiello immer eine große Vorliebe hegte. Die Sache ist jedoch sehr schwierig und der Herr Gregor kommt auf den Einfall, der fehlende Nr. 3 eine Arie von Generals unterzuschieben, unter welcher er auch dreist den Namen Paesiello setzt. Man muß gestehen, Herr Sekretär," sagt man ihm, daß Sie sich hier eine sehr große Freiheit herausgenommen hab:n. Aber vielleicht begingen Sie auch diesmal eine Dreistigkeit ohne es zu wissen." Wie groß auch das Erstaunen der Tonkünstle? sein mag, der berühmte Vir tuos des Schlachtfeldes war auch bier nicht zu hintergehen, denn kaum hatte Nr. 3 begonnen, als der Kaiser durch sein gewohntes Zeichen mit der Hand den Gefang unterbrach und ausrief: " Alonsieur Ieur, es mvroau n'est, pas do Paesio'Io." Verzeihen Ew. Majestät, aber es ist von ibm, ist es nicht so, Herr Gregor Ja, Eir, zuverlässig." Meine Her?., es ist hier iraend ein Irrthum vorgeallen! aber lass?, Sie nur wieder anfangen." ' vtaä) zwanzig Taften unterbricht der Kaiser den Sänger zum zweitenmalc: ,,Nn, Monsieur Lesueur, nein, cö ist i:nmoglich, Paesiello hat mehr Geist, als yrerm herrscht." Gregor fügt mit demüthiger Miene binzu.: Es ist ohne Zweifel ein Werk seiner Jugend, ein Versuch." Meine Herrn," erwiderte lebhaft de? Kaiser, auch die Versuche eines großen Meisters wie Paesiello tragen stets, den Stempel des Genies und sind niemals so mittelmaßig, um nicht zu sagen, so schleckt, als dies Stück, welches sie mich jceben.hören ließen." Ernst Kreowski. ?rsöpfte Kinder. von (. ?'k,hors. Ein 'Lehrer, dem ich wegen Nervenschwäche viel Aufenthalt in frischer Luft anrathen mußte," berichtet der berühmte Nervenarzt Prof. v. KrasftEbing, gab seine Stunden von 7 2 Uhr und lief dann von 39 Uhr im Geb'rrge herum. Sein Leiden steigerte sich .bei diese? verkehrten Lebensweise, denn mogrens überanstrengte er sich stig, 'nachmittags körperlich." Diese verkehrte Lebensweise führen. viele, die noch nicht nervenschwach sind, sondern vielmehr den Äusbruch der Nervenschwäche verhüten möchten; sie ermüden ihren Körper, um ihren Geist frisch zu erhalten, indem sie aber des Guten zu viel thun, werden sie erst recht nervenschwach. Was aber das ! Schlimmste ist. werden in unserer Zeit vielfach Schulkinder zum Fuhren einer ' derartigen verkehrten Lebensweise von Eltern und Erziehern angehalten. ' Nervöse Binder, das ist eine derCchat- ' tenseiten unserer sonst so glanzvollen Zeit. Man meint. 'laß diese Nervosi- . tät durch die Ueberbürdung mit ! Schularbeiten entstanden sei, und. sucht der gekstigen Neberanstrengung durch körperliche Uebungen zu begeg uen. Das Mittel ist sicher gut, nur muß es vernünftig angövandt werden. Es erscheint uns darum angebracht, Eltern und Erzieher kurz aus das Wesen der Ermüdung und Erholung aufmerksam zu machen. In weitesten und gebildetsten Kre!sen ist der Irrthum verbreitet, daß gel stige und körperliche Arbeit gegen einander ein Gegengewicht bilden, daß körperliche Uebungen zu geistigen Arteilen aufgelegter machen. Man geht dabei von der Meinung aus, daß un serem Körper verschiedene Arten von , . -. p - -
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Kräftvorräthen zur Verfügung stehen, die von einander unabhängig sind. Wir sollen einen Vorrath an geistiger und einen anderen an physischer Kraft besitzen, während wir denken, sollen unsere Muskeln nicht angegriffen wer den. und umgekehrt soll der Geist, während wir körperliche Arbeit verricht ten, in seiner Kraft ungeschmälert bleu den. Die neueste physiolsgische Forschung kann diese Ansicht nicht bestätigen. Erst in den letzten Jahren sind sehr lehrreiche Versuche über den Einfluß geistiger Thätigkeit auf unsere Mus kelkraft angestellt worden. A. Mosso, Professor der Physiologie in Turin, und seine Kollegen und Assistenten ha. ben mit geeigneten Apparaten die Kraft ihrer Muskeln vor und nach ge! stigcr Anstrengung gemessen und gefunden, daß das Denken nicht nur das Gehirn und die Nerven erschöpft, son dern auch die Muskeln ermüdet. Nach Lorlesungen, Abhalten der Examina u. s. w. tonnten sie geringere Gewichte heben, viel weniger Muskelarbeit verrichten als unter normalen Verhältnise sen. Andererseits ist durch aufmerksam rnc Beobachter festgestellt worden, daß lörperliche Anstrengung den Geist ungünstig beeinflußt. Nach einem langen Spaziergange, nach einer Turn-, xytqU oder Nuderübung sind wir zum Studium weniger aufgelegt. Wir müssen erst eine Ruhepause eintreten lassen, bis der erfrisch-ende Einfluß körperlicher Bewegung auf den Geist sich bemerkbar macht. Die Wechselbeziehungen zwischen Gehirn und Muskel sind durchaus natürlich. Es ist bekannt, daß der arbeitende Muskel sich chemisch verändert und sogenannte Ermüdungsstosfe zeugt, die gewissermaßen Schlacken bil den, welche die Lebensgluth dämpfen, indem sie die Erregbarkeit der Muskcln und Ncrven lähmen. In den Nuhcpausen nach der 'Arbeit werden si: aus dem Körper ausgeschieden. Es ist nun klar, daß eine Aufhäufung der Ermüdlngsstoffe des Mustels im Vlute das Gehirn in seiner Thätigkeit ungünstig beeinflussen muß. Währcnd wir Physisch arbeiten, wird auch das Gehirn müde, denn unser Korper bildet ein einheitliches Ganzes; dasselbe Blut ernährt alle Organe. In derselben Weise macht auch geistige Thätigkeit den Muskel müde. Wir müssen freilich danach streben, daß unsere Schulkinder körperlich und geistig gleichmäßig gut ausgebildet werden, daß sie weder nach dieser noch nach jener Richtung verkümmern; aber wir müssen ihnen auch die richtige Er holung gönnen, sonst werden sie überangestrengt und erschöpft: Erholung sowohl nach körperlichen, wie nach get stigen Uebungen. Wir wissen aber, wie chrkehrt mitunter die beiden Arbeitsarten der Schuljugend eingerichtet werden. Un mittelbar vom Vuche oder Schreibheft weg, werden sie zu langen Spazikrgän gen oder Turnübungen angetrieben; körperlich ermüdet und aufgeregt, sollen sie sich an das Buch setzen. Was ist aber die Folge davon? Zum Lcr nen bringen sie alsdann einen ermüdeten Geist mit, und zu körperlichen Uebungen matte Muskeln. Nun steht aber der Grundsatz fest, daß die .Arbeit, die ein bereits ermüdetes Organ verrichtet, besonders angreifend ist und äußerst leicht zur Erschöpfung führt! Aus einer derartigen verkehrten Le bensweise erklärt sich zum Theil die Thatsache, daß manche Kinder trotz aller Turnübungin, trotz langer Spaziergänge immer nervöser werden und schließlich ausspannen müssen. Wir möchten das Studium dieser Erscheinungen der Ermüdung einsichtigen Pädagogen auf das dringendste empfehlen, und die Eltern sollten stets eingedenk sein, daß ihre Kinder nicht immerfort beschäftigt und im Trab oder geistiger Thätigkeit gehalten werden müssen. Es müssen ihnen auch Stunden gewährt werden, in denen sie sich wirklich erholen können und daum nichts thun. Wir dürfen nicht 'im mer Geist und Körper gegen einander ausspielen, damit sie sich zuletzt nervö Hetzen und das Kind erschöpft wird; wir müssen vielmehr sowohl den Geist, wie den Körper, jedes für sich ausbilden und stets nach jeder Anstrengung, gleichviel welcher Art sie sei, den ganzen Menschen ausruhen lassen. Wie sie sei so. rn gutes Ehemeib sollte sein w'e drei Dinqe, und auch wiederum nicht wie drei Dinge. Sie sollte sein wie eine Schnecke, die chnmer in ihrem Hanse ist, und auch nicht wie eine Schnecke, die ihr ganze? Hab und Gut auf dem Leibe tragt. Sie- sollte s.in wie daö Echo, da? nur spricht, wenn zu ihm gesprochen wird, und auch nicht wie das Echo, daZ immer daZ l?yte Wort hab:u muß. Sie sollte sein wie eine Stadtuhr, immer die rcchte Zeit haltend, und auch nicht wie eine Stadtuhr, die immer im ganzen Orte qehört wird.- Abraham a Santa Clara. VoHaft. Bäckerlehrling (an der HausthS? zu mem ganz kleinen Kadetten): .Herr Je,eral, wollen Ercellenz wohl die Jnade aden und ziehen for mir mal diese Hausäerjlocke, icke kann nich ankommen.Gin findiges Wort. Sie, Herr Nachbar, wenn ich Ihre Katze nöch einmal in meinem Hause erwische, dann gibt's am andern Tag für meine Gäste Hasenbraten!" Aus dem jurHstischen Examen. Professor: Jn welchem falle ist die Anwesenheit von drei Sachverständigen forderlich? Kandidat? Wenn sie Skat spielcn wollen!" : "
Tas Mammuty.
Die Untersuchungen von Pallas, v. Bär. Brandt. Middendorf und Anderen haben den endgiltigen Beweis erbracht, dafc das Mammuth einst im Norden Sibiriens heimisch war, und desgleichen ist nachgewiesen, daß das Mammuth einen bestimmten Theil deS Jahres, unter Bedingungen, die sich nur wenig von den gegenwärtigen untersHeiden, in den Polargeaenden Sibiriens lebte. Das Mammuth ist auch erst vor verhältnißmäßig kurzer Zeit abgestorben, denn man findet nicht nur vollständige Gerippe desselben, sondern vollkommen erhaltene Thiere mit Hant, Haaren und gefsorenem Blut in den Arterien. In Rußland erfuhr man von dem Vorhandensein von Mammuthknochen erst um das Jahr 1582, doch, wenn eine dunkle Andeutung bei Pliniuö richtig ausgelegt ist, bildeten Mammuthknochen bereits im grauen Alterthum einen Handelsartikel. Der erste 1611 nach England gebrachte Mammuthzahn wurde .im PetschoraBassin gefunden, im Jahre 1771 legte dann ein Usereinsturz des Flilsfts Ailui (unter dem 64. Grad nördlicher Breite) ein vollständiges Mammuththier mit Fleisch und 5wochen frei. Leider konnten nur der Kopf und die ftiisje gerettet werden, die sich fetzt in Petersburg im Zoologischen Museum der Akademie der Wissenschaften befinden; die übrigen Theile des Niesenthieres hatten die, Jakuten und deren Hunde bereits verzehrt. Im Jahre 1843 fand der Akademiker Middendorf, unter dem 75. Grad nördlicher Breite, an: Ufer des Flusses Taimyr ein vortrefflich erhaltenes Mamrnuth, und einm gleich glücklichen ??und machte Schmidt in den Tundren westlich von Jenissei, unter dem 70. Grad nördlicher Breite. Middendorf meinte, daß sein Thier durch die Strömung aus einer südlicheren Gegend angeschwemmt worden sei; Schmidt dagegen fand, daß die Schicht, in welcher das Mammuth lag. auf Meerlehm ruht, der Muscheln nordischer Schalthiere enthält, die auch heute noch im Eismeere vorkommen. Diese Schicht war mit Sand bedcckt. der mit dünnen Schichten abwechselte, die verfaulte Pflanzen enthielten, welche jenem Torf ähnlich sind, wie er auf dem Boden der Tundra -Seen vorkommt. In dem Eisblock, mit dem Mammuth zusammen. waren auch Blätter und Zweige der Zwergbirke und anderer bis auf den heutigen Tag noch vorkommender Pflanzen eingefroren, und desgleichen fand Schmidt in den Zahnwindungen des Mammuth Blätter von Pflanzen, die noch heute in Sibirien wachsen. Daraus darf geschlossen werden, daß daS Klima Sibiriens sich nicht geändert hat, und Schmidt nimmt n, daß das Mammuth, wenn es auch nicht beständig in den nördlichsten Bezirken Sibiriens lebte, doch zeitweilig dahinkam, wie solches noch jetzt das Rennthier thut. Im Jahre 1877 wurde dann bei einem Nebenflusse des Lena, unter dem 69. Grade nördlicher Breite, eine trefflich erhaltene Abart des Mammuth Khi:,scero3 Mereku" gefunden, und der AkademikerSchrenk meint, daß dieses Thier vollkommen zum Leben unter hohen Breiten besäkiat war. Die Kälte steigert sich dort allerdings bis 67,5 Grad Celsius, dafür ist aber auch der kurze Sommer so außergewöhnlich heiß, daß der Sumpf sich mit prachtvollem Gras bedeckt. Zu diesen ausqedchntön Weid: Plätzen, welche das Mammuth imNorden fand, kommt noch hinzu, daß in den gegen Wind geschützten und wahrend des Hochsommers überschwemmten Gegenden prachtvolle Sträucher wachsen, deren zarte, saftige Blätter möglicherweise ein Leckerbissen des Msmmuths waren. Zudem sind selbst die traurigsten Gegenden des äußersten Nord - Ost - Sibiriens an Pflanzen noch reicher als mancher von der Sonne versengte südliche District, in denen nur das Kameel Nahrung findet. Laut Middendorf stno in den letzten 100 Jahren aus dem äußersten Nordrsten nicht wem aer als 40,000 Manmuthzähne ausgeführt worden. Je näher zur Küste des Eismeeres, um so größer werden die stunde an Mammuthzähnen. Die Zähne selbst aber sind an der Küste kleiner als die vom Festlande, was so zu erklären ist, daß die jungen Thiere weiter vordrangen als die alten. Ganze Lager von Msmmuthzahnen traf man auf den Lachow Inseln an. Während eines Sturmes svülen die Wellen aus den Dünen oft Hunderte derselben aus. Sie sind seit uralten Zeiten von den Eingeborenen wie Eisen benutzt worden, und so wurden denn auch auf dem Grunde der Seen im Bezirk Kolim neben unpolirten Steinäxten auch grob gearbeitete Pfeilspien a.us Mammuthknochen gefunden. Die eingeborenen wilden Völkerschaften fertigen daselbst noch heute Pfeilspitzen aus Mammuthknochen an, die sie sehr schön zu schleifen verstehen, und die Tschuktschen stellen .sogar schone Panzer aus Vlätictzen von Mammuthknochen her. Sobald im Sommer dasWasser fällt. ziehen die Mammuthknochenhändle5 auf Die Zundsuche aus. Können sie nicht gleich alle Aufgefundenen Knochen mit sich nehmen, so werden zwei sich kreuzende Zweige darüber gelegt, zum Zeichen, daß diese Knochen bereits einen Besitzer haben, und so bleiben sie bis zum Winter liegen. Die reichste Beute b:i dieserSuche machen naturgemäß die ortskundigen Lamuten, MfCo es werden ihnen für ein Paar, 1 1-22 Pud schwerer Zähne an Ort und Stelle 1215 Rubel gezahlt.' Man stößt auch noch immer auf Zahne von drei und noch mehr
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s Faden Länge, aber im Allgemeinen wird die Ausbeute doch mit jedem ahre geringer. 1887 brachten Kauf : lcute noch 1500 Pud, 1889 nur noch 930 Pud Mammuthk-nochen nach Ja-! kutsk. die daselbst mit 60 Rubel für daS Pud bewerthet werden. DasGeschäft war aber auch im letztgenannten Jahre noch ein glänzendes. So wurden bei einer Partie, die ','ar 57.600 Rubel in andere Hände überging, nicht weniger als 40.000 Rubel r:in verdient. Tcr Wctn und scinc Lobprclsu::.' e Skizze von ler de LZcve. Bereits lange Zeit vor den modernen Lobpreisungen der Weinhändler selbst, ist der Wein, dieses eKe Pro duct der Reben, namentlich in Liedern und Sprüchwörtern unzählig oft ver herrlicht worden, wenn auch häufig a nug mit satirischem Beigschmack. Selbst die Alten erkannten schon den Werth des Weines, denn Ovid, der römische Dichter, geboren 43 vor Christo, sagt: Wein beseelt den Muth." und seitdem ist dieses edle Ge tränk in einer Anzahl von Lobpreisungen besungen worden. Die alten Deutschen fanden schon, daß: Wein macht heitere Leute, Wasser nasse Häute" und: Wein und Tausendgüldenkraut Machen, daß man heiter schaut!" und endlich: Wein ist mein Trost. Er macht.daß mir keinGeld verros't." Goethe behauptet in seinem Göij von Berlichingen" durch den Bruder Martin: Der Wein erfreut des Menschen Herz." Derselbe Spruch bildet auch bekanntlich die Grundidee des mehrfach eom ponirten Liedes des Exministers Mühler. Friedrich von Logau, gest. 1655, reimt: Der Wein ist unser noch, Wenn ihn das Faß umschließt. Sein sind wir aber dann. Wenn ihn der Mund genießt." und: Der Wein gibt Feigen Muth, Die Stummen macht er reden. Er schafft dem Stutzer Witz Und Munterkeit dem Blöden '' und endlich: Die Freundschaft, die der Wein .gemacht. Wirkt wie er selbst nur eine Nacht." Der Franzose sagt: Der Wein öffnet den Mund," und der Deutsche: Im Weine liegt Wahrheit." Pichegan sagt: Der Patriotismus der Soldaten liegt in der Weinflasche." Saphir, jener bekannte Humorist und Satiriker meint: In unseren Tagen muß es heißen: Im Wein ist Wasser und Schwefel." Der Dichter Nückert erzählt von einem Gelübde: Ich habe mich fest entschlossen. Nimmer zu trinken Wein. Und spielt mir der Durst keinen Possen. Soll's auch gehalten sein" während Bodenstedt sagt: Im Winter trink' ich und singe Licder Aus Freude, daß der Frühlinz nah' ist. Und kommt der Frühling, trink' ich wieder Aus Freude, daß er endlich da ist." Ein ungenannter Poet hält Sankt Paulus für einen Medicus, weil er an den Timotheus schrieb: Um Deines schwachen Magens willen Sollst Du den Durst mit Weine stillen." Emanuel Geibel räth: Schütte Dein Herz in den Becher . nur. So müssen die Sorgen versinken " Gelangt aber zu dem Schluß, daß die Thorheit leider nicht mit vertrunken wird. In Sachen der Gastfreundschaft mahnt derselbe. Dichter: So Du als Wirth zu Tische setzest. Schenke Du nur vom besten Wein; Denn wie Du Deine Gäste schänest. So wird Dir selbst das Gästmahl sein." Ein Dichte? des siebzehnten JahrHunderts klagt so recht trostlos: Trink' ich Bier, so werd' ich faul. Trink' ich Wasser, häng' ich's Maul. Trink' ich Wein, so werd' ich toll. -Weiß nicht, was ich trinken soll." Der Aermste! Weniger trübselig war Mar. tin Luther, als er sang: Wer nicht liebt Wein, Weib und sang. Der bleibt ein Narr sein Leben lang!" Felix Dahn verräth eine märchenhafte Begehrlichkeit; er sagt in Form einer Stegreif-Poesie: Nun wollen wir heben ein Zechen an, Daß der Herrgott es nicht mag fassen Und spricht: wenn der Mensch so viel trinken kann Nchr Wein muß ich wachsen lassen!" Die ganze Erde ein großer Pokal, Randvoll, daß schier sie berste Den möcht' ich leeren auf einmal Dann hätt' ich genug für's Erste!" Ja, einzelne Weinkeller haben fogai ihre besonderen Sänger gesunden. So begeisterte der Bremer Nathskeller, bekanntlchi Wilhelm Hauff, Hein rich Heine und Andere, während
Schmelz! von den Wiener Kellern rühmt, wie ihre weiten Räume Voll angesteckt mit rothem Wein Möchten nicht besser und kühler fein!" Aller deutschen Keller berühmteste? aber ist der Auerbach'sche in Leipzig, der bekanntlich auch in Go:th:'s Faust" eine Rolle spielt. Tausend und abertausend Besucher haben sich den Fremdenbüchern dieses KellerS durch poetische Ergüsse über den Wein, verewigt. Schließlich sei noch auf jene medizinische Weisung, die im Weinkeller dcBerliner Rathhauses befindlich ist, un. ser Blick hingelenkt und zur allgemein
nen Beherzigung empfohlen. Diese warme Empfehlung lautet irr. Versform, wie folgt: Ein guter Wein, o Zeche: merke. Gibt Morgens Muth zu neuem Werke. Des Mittags hilft der Wein verdau'n. Des Abends schafft er gute Laun'. Doch Alp und böse Träume bringt Er dem, der Nachts zu wenig trinkt. Sollten unsere verehrten Leser an. der Wahrheit dieses Rathschlages zweiseln, so empfehlen wir ihnen, einen: Prüfungsversuch zu machen, welcher sicherlich das Gesagte bestätigen wird. Wnitean'S Fluch. Nicht wenig abergläubische Leute-, mögen bei dem furchtbaren Fluch, welschen dcr Prästdentenmörder Guitcau: gegen Gerichtshof wie Jury gefchleu. dert, von Entsetzen ergriffen sein, wähnend daß an den Männern, welche terr elenden Mordbuben der verdienten Todesstrafe überantworteten, seine Ver wünschungcn in Erfüllung aehen würden. Bis jetzt hat sich dieser Fluch nicht erfüllt, wicw?hl ein Theil des Männer, welch: ihrer Pflicht ghovsam, seine Verurthnlung vekanlaßten. das Zeitliche gesegnet hat. Gestorben, ist der Distncts-Anwalt von Washin ton, George B. Cortill welcher die An klage führte; Richter John K. Porler. von New Aork, welcher ihm assistmc-. und der Geschworene Thomas Heii: Im?. Au Nraii'ent Artbur. ßciTC ral-Anwalt Brewster, Richter Bradley, welcher Guiteau's Habeas Corpus Antrag verwarf; Ober-Richter Cartter vom District-Appellgcricht, der de Verurtheilten einen neuen Proceß ver weigerte; Randolph Coyle, der in Ge meinschaft mit Hugh T. Taggart die? Anklageschrift entwarf, und General Erocker, der als Gesängnißwardn deS Districts Columbia an demVerurtheilten die Todesstrafe vollstreckte. sie 7 alle weilen nicht mehr unter den Leben--den, allein sie haben der Natur nur dcrr Tribut bezahlt, den ihr ein Jeder schuldig ist. Andererseits hat einer der, Vertheidiger des Mordbuben, der Advokat Charles H. Reed, seinem Leben mit eigener Hand ein Ende gemacht. Richter Walter S. Cor, welcher bei' dem Mordvrocek d?n Norsik fufitfr. , .--j., -v , r erfreut sich des besten Wohlseins und gehört immer noch -dem Ober-Gericht deö Districts Coli?mbia an. Bon den Geschworenen, deren Häupter Gmteau's Fluch, in der Meinung der Abergläubischen, zuerst zerschmettern würde, erfreut sich die große Mehrzahl, zehn, des besten Wohlseins und lebt ia auten Verhältnissen. Wie erwähnt. ist der Geschworene Thomas Heinline gestorben und ein anderer Geschworener, Michael Sheehan, ist irrsinnig geworden. Der Obmann der Jury, John P. Hamlin, welcher mit feiner Colleacn von der Guiteau-Jurn fahifia zusammentrifft, weiß aus ihrem eigenen Munde, daß sie den Fluch des Mörders als den wahnwitzigen Ausbruch eines Rasenden niemal-, beachtet haben, trotzdem derselbe abergläubische Menschen gruseln machte Der große Dumas. Dcr bekannte Chemiker Dumas nahm eB immer sehr übel, wenn man ihn mit seinem Namensvetter, dem Roman---schriftsteller, verwechselte. Eines Talges empfing er den Besuch einer engtt schert 9).inif Vit ifirn fv"ottrfo $n?v i ----r . .vjv..v. spräche über seine Werke spendete,, namentlich den Grafen von Montc Christo" und die Drei MusketienV Mit einer Kühle, durch die etwas wie: Verachtung durchschimmerte, bemerkte ihr der Chemiker, er .stehe in gar keiner Beziehung zu dem Manne, der zen? Werke geschrieben habe. Wie schade! rief die Dame enttäuscht, ich habe Sie. für den großen Dumas gehalten!" Dieverflixtekleine Irr. sel! Ein Jankee. der von London nach Edinburg reiste, gerieth in große Hu ruhe über die Schnelligkeit des ZugeS Bei der ersten Station rief er dert Schaffner und sagte: Heda, Sie! sah, ren wir nicht zu schnell?" Der Zug kommt nicht von den Schienen!" beruhigte ihn dcr Schaffner. Ach, die: Schienen!" antwortete der ?)anfee Ich fürchte, wir fahren bei dieser Schnelligkeit bald von Ihrer verflixtem kleinen Insel herunter!" Naiv. Student: MeinFraulein, darf ich Sie in's Geschäft beglct ten? Fräulein: Bedaure, mehr Prinzipal duldet das nicht. Student: Ach, sagen Sie ihm, ich sei Ihr Bruder. Fräulein: -Aber das fällt doch auf, wenn ich so oft mit cincni. andern Bruder komme. Bühnengespräch. Dircc tor (zu einem Schauspieler, der durch den Vorhang guckt): Ist es denn, voll?" Schauspieler: Na ob! E5 ist sogar jammervoll!" Directorr So? Na, einige Sitze sind doch kohl besetzt, was?" Schauspieler: Daä stimmt! Wir sind aber immer noch &c deutend in der Mehrzahl!" Aufbesserung. Vaker (vom Höfe in die Stube tretend): Stixi der, Kinder, freut Euch! Der Karo ist hin. nun kricat Ihr stets die i Wurstzipfel!"
