Indiana Tribüne, Volume 17, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1893 — Page 3

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er schwarze Koffer. v.'scht, kinz Mrö-z crtZMt r?n dkm, d:r dt VZrS.r cuSilnlij rna.V. X.S.i;:i.t Ukbkrsktz'nz auS dk Cu;l.j-tctt 5ß4 C-rnntt) Becher. (2. Fortsckung.) ' Des Polizeicommissärs persönliche Ueberzeugung, stand gänzlich fest. Es ist n::r c i n Öorfrurf, den ich gegen daZ Strafverfahren auf dein Continent erhebe, aber ein seh? ernster es läßt dem Angeklagten nach meinerAnsicht zu wenig Hoffnung, sich rechtfertigen zu können. Ginnia! in Haft genommen, gilt er sofcrt für schuldig, und der Nichte? im') StaatZanwälte einziges Dichten uvo Trachten geht dah?n, durch Überrumpelung oder Zureden ein Geständnlsz zu erzielen. Urth.'ilöfcihige und unbefangene Ausländer, unter andern auch eben dieser Herr Düöert, haben ir.ir darin vollkommen recht gegeben. In diesem Fall jedoch toax Leon DuIm ebenso stark zuni Verdacht gegen sfräulein Simpkinson geneigt, wie sein Letter. E5 handelte sich in ihren Augen nur noch um die Frage nach ZNitschuldicen, oder vielleicht auÄ darum, ob sie selbst nur ein solche sei; darüber, das; sie ernstlich in das Verbrechen vettoi&At sei. war beider Ansicht nach kein Zweifel :nög!:ch. Ich gab zu, daß sie Vl;&t haben könnten; sie zählten alle einzelnen Verdachtsmomente gegen die Dame auf, und cZ ergab sich da allerdinaS eine bedeutende Liste. Erstens tatte sie .Kenntnis; gehabt von dem grauenvollen Inhalt des Koffers, den sie aus jct noch dunkeln Gründen aus England herauZgeschinuggclt hatie wcsaalb hatte sie sich damit auf Neisen begeben? Vermuthlich, um den Leichnarn an irgend einen Ort zu befördern, fro sie ihn mit weniger Gefahr einer Entdcckunz begraben oder aussehen konnte. Sie hatte dabei offenbar auf einen günstigen Zufall, die große Zahl ihrer Gepäckstücke, ihre eigene UeberredunaLgabe, den Strick, den falschen Schlüssel oder auf alle diese Dinge zusammen gerechnet und sich der Hoffnuna hingegeben, unbemerkt durchzuschlüpfen, und nur ein Zusammentrcfsen von unglücklichen Umständen und der rauhborstigc Eigensinn der Beamtcn hatten ihren Plan zuSchanden werden leiten. So viel war sowohl mir als den Franzosen sonnenklar. Außerdem stand fest, daß sie den ZNörder kannte und daß ihr auch der LIame des Odfers kein Gebeimnip. war. hatte alles daran gesetzt, Herrn Dübert über ihrenAufenthalt inSouthjend irre zu leiten, sie hatte zugegeben, idaß der Koffer, in dem sich die Leiche jbefundn hatte, der ihrige war dies war ja schon durch die Aussage der Jungfer erwiesen und sie hatte über das darin befindliche Handtuch jede Auskunft verweigert. Nebenbei bemerkt, wir auch die Jungfer über das Tuch befragt worden. und aus ihren Antworten ging deutlich bcrvor, daß es nl&t aus Fräulein SimpkinsonZ Wäschevorrath staminte, noch stammen konnte. Mein crster Eindruck war gewesen, die Buchstoben möchten absichtlich eingestickt worden sein, um irrezuleiten; diese? Verdacht war jedoch hinfällia. sobald ach von Herrn Francois Düöert er'.fuhr, dag sämmtliches Weisizcug der Ermordeten in derselben Weise gezeichr.et war. Das Handtuch hatte demnach ihr gehört. 5. C c p i i c u k So viel steht unleugbar fest." sagte iLeon Dübert, als wir die Sache in 'd'm Polizeiöureau durchsprachen, die ,junge Dame hält den Schlüssel zu dem Eeheimnib in Händen, ja mehr als das, , alles spricht dafür, daß die That von !ihr oder auf ihre Anschuldigung deriibt worden ist." Zweifellos," erwideite ich, aber, Idenken Sie an mich, es wird sich herAusstellen, daß sie nicht allein war." j Vermuthlich," gab Leon zu. Und glauben Sie mir, Sie werden 'finden, daß sie nicht die Hauptschuldig: !i't." ; ' 'Weshalb nicht V fragte Francois 'überrascht. Ich weiß es nicht es mag ja sein, daß ich mich täusche, aber meine Ueberzeugung ist es." Und ich kann Ihnen sagen, wes,halb," warf Leon lachend dazwischen. sDie Dame ist jung, sie ist ihre Lands'mäunin und ist hübsch. Nicht hübsch ist isie? Nun denn, sagen wir interessant ', und soll eine Mörderin sein? Pfui! 2cr Gedanke ist zu häßlich, somit muß ein Andrer "Die Hauptschuld tragen! 'Hüten Sie sich vor hübschen Weibern in Polizeiangelegenheiten!" ' Ich lachte ebenfalls, aber ich nickte .nur mit dem Kopf und fragte, ob wir prcht Koffer und Leichnam besichtigen ?könnten. . Der Zufall wollte, daß dies gerade lieht noch geschehen konnte. Der Le:ch 'narn sollte am nächsten Morgen in al:1er Frühe nach der Morgue geschafft , werden, man hatte sich aber entschloslsen. ihn für diese Nacht noch auf dem Polizeiamt zu lassen.. Francois Dübert fübrie seinen Vetter und mich m das '.anstoßende Zimmer. ' Der Naum war gänzlich kahl und .nichts darin, als ein großer Tisch, ei.cemlich nur ein einfaches, tannenes Brett auf einem Fußgestell, eine lange Qank und ein gorßer weißer Ofen, iund er hatte keinen andern Ausaang, lals den durch des Eommissars Amt!stube. Wahrscheinlich diente er in der Neael als Warteraum für solche 'Atu !ccn, die er zu seiner Verfügung haben wollte. Auf der langen, schmalen Tisch lplatte lag der todte Körper, genau in ider Stellung, wie er aus dem Koffer .genommen worden war. Ich betracht iete ihn eingehend. Die Todte Hatte os fenbar der höheren Mittelklasse ange,

Zätl Yit war entschieden eine Dame.

wenn auch clne etwas verzwickt und alt modisch aussehende. Ihre Kleidung be stand aus einem langen, einfachen, schwarzen Kleid von feinem Wollstoff, ohne jeglichen Ausputz, sauberenManschetten und einem gut sitzenden Kragen. Auf dem Kopf trug sie eine schwarze Spitzenhaube, die mit Hutnadeln auf ihrem grauen Haar befestigt war, das in reichen Wellen eine hohe Stirne umgab; so weit ich es schätzen konnte, mochte sie zwischen sechzig und fünfundsechzig Iahren sein. DerAusdruck des verkniffenen, perqamentartigen Gesichts war nicht liebenswürdig, selbst im Tode nicht; in den starren, hellblauen Augen lagen Härte und Habgier, und um die schmalen Lippen war eine eigensinnige Falte eingegraben. Eine boshafte alte Person," b:merkte Leon, und ich gab ihm recht. Sie hatte ihre Uhr noch an sich hängen, eine einfache Remontoiruhr von Lennett, wie man sie um zehn Pfund kauft, an einer schwarzen Kette. Ich öffnete sie und schrieb mir die Nummer auf. 2)ie wZrd uns, wenn alle andern Handhaben fehlen, bei Feststellung der Persönlichkeit sehr zu statten kommin," sagte ich. Auch eine Börse fand sich in ihrer Tasche mit dem Fabrikstcmpel vonPerkins & Gotto; der Inhalt bestand in ein paar Silbermünzen und drei Guineen in Gold, die in einer besonderen Abtheilung waren. Außerdem entbielt die Tasche ein feines leinenes Taschen-

tuch, das coenso wie das ubriqe auserlesen gute Weißzeug der alten Dame mit E. N. ae,eichuet war. Um einen Naubmord handelte es sich also keinenfalls, und diese Möglichkeit war mir auch von Anfang an nie in den Smn gekommen. Ich hob den Kops auf und entfernt: die Haube; als ich das dünne Haar zur Seite strich, enioeckte ich hoch oben an der linken Schläfe eine große, unblutige Beule. Auf meine Frage, obFrancois sie auch schon, wahrgenommen habe, erwiderte er nein, der Leickmam werde ja morgen in der Morgue ärztlich untersucht werden. Offenbar hatte man die Frau durch einen Schlag betäubt, dieser konnte aber kaum stark genug gewesen sein, um augenblicklichen Tod heröeizuführen. Weit mehr hatte die Annahme für sich, daß Chloroform sich als TodesUrsache herausstellen werde, falls man niuzi vei oer Untersuchung Spuren von innerlich angewandtem Gift fände. Konnte ine Frau diesen Schlag geführt haben? Ich untersuchte dicBeule noch einmal; Bestimmtes zu sagen war natürlich schwer, aber es sah aus, als ob der Schlag mit großer Gewalt geführt worden sei. Alles in allem hielt ich es nicht für wahrscheinlich, daß eine Frau dieses Mittel gewählt haben würde; das Chloroform sah nach weiblicher Arbeit aus, der Schlag kaun Vergebens bat ich um die Erlaubniß, den Leichnam zu entkleiden; HerrFrancois gestattete dies nicht, ehe die Sachverständigen ihre Untersuchung vorgenommen hatten, und das war auch von seinem Standpunkt aus das Richtige. Zunächst erbat und erhielt ichEllaubniß. mir den Koffer genau anzuseher, allein meine äußerst gründliche Unter? suchung führte zu keinem, nennenswerthen Ergebniß. Es war ein gewöhnlicher länglicher Koffer aus starkem Holz und außen schwarz angestrichen, nicht lackirt. sondern ziemlich roh angestrichcn. Der Deckel hing an Metallscharnieren und die Innenseite war mit dem üblichen roth und weiß gestreiften Stoff tapeziert. Im Deckel befand sich eine quadratische Etiquette mit dem Namen des Verferiigcrs: Brown & Elder, 117 Cheavside." so viel ich weiß, einer angesehenen Londoner Firma. Der Koffer war vollständig leer, bis auf den Strick, mit dem er umschnürt gewesen war, und den der Commissär hineingeworfen hatte; er schien ganz neu, und die Innenwände trugen keinerlei Blutspuren oder sonstige Flecken, nur da, wo man die Glieder gewaltsam chineingedrückt hatte, zeigten sich leichts Eindrücke, und an ern paar Stellen war der Stoff abgeschabt. Das Innere des Koffers war also für unsere Zwecke ganz unergiebig. Auch die Außenseite verrieth auf den ersten Blick nicht da Geringste, und doch sollte sie mit der Zeit den wichtigsten Fingerzeig liefern. Der Koffer trug keinerlei Aufschrift, und ich erkundigte mich bei Francois Dübert, ob keine Gepäckadresse darauf gewesen sei. Er sagte nein, und zwar sei 'dies um so auffallender, als sammtliche übrige Gepäckstücke ausnahmslos dieselbe Ausschrift trugen, die ich auf dem Bahnhof schon in's Auge gefaßt hatte. Frau Orr-Simpkinson, Passa-gier-Gut von London nach Paris." Ich sah ihn ganz ernsthaft an und sagte: Notiren Sie sich diesen Umstand." Fräulein Simpkinson war um eine Erklärung hiefür nicht verlegen gewesen, indem sie sagte, daß sie sich für das Gepäck stets der anzuhängenden Leinwandadressen bediene, und daß man erst im letzten Augenblick inne geworden sei, tr; dieser Koffer weder Handgriffe noch Niemen besitze, an denen man etwas befestigen könnte, was sehr ungeschickt sei. Unerwarteterweise fand diese Erklärung durch die Aussage der Jungfer volle Ä:st!itlgung. Wenn ich sagte, der Koffer habe keine Aufschrift getragen, so meine ich damit die Adressen, welch: die Reisenden selbst anzubringen vileaen. Die Mittel, die auf derGüterbeförderung auf jedes in's Ausland gehende Gepäckstück geklebt werden, fehlten natürlich nicht. Auf dem Kosferdeckel war ein riesiges P" auf weißem Grunde aufaeklebt, das vermuthlich Paris" oder auch Passagiergut" bedeuten mochte und zur leich teren Orientirung für die Zollbeamten dienen konnte, und an der Vorderseite dS KofferL war ein ilcinrac Äettel vou

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grunlicyem Papter angedrackir, ?cr in folgender Weise bedruckt war: Londca (Chartas C;oss) to ji "S u o t S13 Ptri Das war nicht sehr aussichtsreich, und die übrigen drei Seiten waren gänzlich schwarz und glatt. Ich hob den Koffer auf und besah ihn von unten, auch hier war er glatt und schwarz. Zch muß noch erwähnen, daß man einen Schlosser hatte kommen lauen, und daß dieser nach gründlicher Untersuchung erklärt hatte, der von Fräulein Simpkinson vorgcwieseneSchlüssel sei nie und nimmer für dies Schloß gemacht, und gar keine Möglichkeit-vor-Handen, daß er je zum Schließen oder Oesfnen des Kosfers benutzt worden sei. Als Fräulein Simpkinson dieser Ausspruch mitgetheilt worden sei, habe sie ganz gelassen erklärt, der Mann luge. Eine ganze Weile blieb ich noch vor dem Koffer stehen. DU könntest das Dunkel lichten," sagte ich im Stillen. Wenn du zu sprechen vermöchtest. Was verschweigst du? Wer hat dir die beklagenswerte Frau anvertraut und sein Geheimniß mit deinem Deckel verschlossen? War sie schon todt, oder war noch Leben in ihr, als du sie aufnab.mst? Du sollst svrechen," fuhr ich aufgeregt fort, denn der Gedanke, daß wir von diesem leblosen Ding Beistand zu erwarten hätten in unserer grauenhaftcnArbeit, beherrschte mich w:e eine fixe Idee. Plötzlich kam mir ein Emsall. Ja) machte Herrn Dübert den Vorschlag, er solle die aufgeklebten Zettel sorgfäl tig ablosen und nachsehen, ob nicht zufällig andere darunter steckten. Er zuckte mit den Schultern und scheute sich offenbar, den Koffer auch nur an zurühren. Es lit za nur eine entfernte Möglichkeit." gab ich zu. aber sehen Sie, schließlich ist der Fall in Ihre Hand gegeben, und es wäre doch ganz prächtig, wenn Sir etwas wirklich Bedeutendes herausbrachten, ehe die ganze Sache an den Untersuchungsrichter überaebt. was in ein, bis zwei Taaen aeschuhen muß. Sle sind doch vollkoaimen berechtigt, solche Nachforschungen vorzunehmen, nicht?" O gewiß," sagte er, berechtigt bin ich dazu." - Nun denn, rasch an's Werk. Mi? schwant, daß die Mühe nicht vergebens sein wird." Nach einigem Widerstreben stimmte er mir schließlich hei. und wir mackten uns zwtst an ip Gepäckzettel London nach Paris", den wir nach ollen Regeln der Kunst ablösten. Es ist das immer ein saureS Stück Arbeit, das die äußerste Sorgfalt erheischt, schließlich aber konnten wir das Stückchen Papier wegziehen, aber darunter trat nichts zu Tage, als die glatte, schwarze Oberfläche des Koffers. Das war eine Enttäuschung, aber trotzdem überredete ich die beiden Franzosen, auch den andern Zettel, das große P" auf weißem Papier, abzulösen. Mit erneutem Eifer gingen wir an's Werk, und diesmal blieb die Mühe nicht unbelohnt, wenn man nämlich ein so bescheidenes Ergebniß als Belohnung ansehen will. Unter dem weißen Zettel kam ein andrer zum Borschein ich hielt ordentlich tn Athem an, als wir den oberen langsam und bedächtig wegzogen. Einen Augenb.'ick noch, und die verborgene Adresse stand heil und deutlich vor uns, eigentlich aber stand blutwenig darauf, nichts als in großen gedrucktenBuchstaben die drei Worte: Greenwich nach Southend." Das war Alles. war nur einer jener gewöhnlichen Gepäckzettel, wie sie bei der Gepäckausgabe angeklebt werden. Nichts sonst? Ich drehte den Koffer, daß das volle Licht' der flackernden Gasflamme darauf fiel, und als ich ihn so vor mich hielt und darauf hinstarrte, als wollte ich den zwei unerwartet zu Tage getretenen Zeilen das ganze Gecheimniß entreißen, gewahrte ich plötzlich zwei kleine, mit Bleistift geschriebene Buchstaben in der einen Ecke, die durch den Gummi oder Kleister, womit die obere Adresse aufgeklebt ewesen, halb verwischt waren. Es waren die geschriebenen Buchstaben: P. H. Mir schwindelte ordentlich ich wußte selbst nicht weshalb als ich den Koffer niedersetzte. Der Koffer kam von Southend," sagte ich, so gelassen wie möglich. Ja," erwiderte Leon, das stimmt zu dem, was die Jungfer uns sagte." Fast mechanisch drehte ich ihn noch einmal nach allen Seiten, und während ich mich in allgemeinen Redensarten über das Verbrechen erging, suchte ich mit Anspannung all' meiner Kräfte meinem Gedächtniß das Bild dieser zwei Buchstaben einzuprägen. Ich konnte mir selbst nicht Rechenschaft darüber geben, weshalb sie eine solch' magische Anziehungskraft für mich hatten, aber ich fühlte dunkel, daß ich hier das richtige Ende des verwirrten5diäuels in Händen hielt. Meine Ahnung war richtig. VonAnfang bis zu Ende waren diese beiden Buchstaben die Angeln, an denen Alles hing. Nun lag mir daran, rasch nachHause zu kommen, um die Buchstaben nachzubilden, ehe der Eindruck sich abgeschwächt hatte, und ich verabschiedete mich daher mit einiger Hast von den beiden Franzosen. Und wenn Sie einen Rath von mir annehmen wollen." saqte ich im Hinausgehen, so lassen Sie diese Adresse von Niemand antasten. Sie xt derAus aanasvunkt." Die Franzosen machten verblüffte Gesichter, und von jetzt ab arbeiteten wir in getrennten Lagern. Die Pariser Behörden thaten ihr Möglichstes, allein UC UaiieN öivpc V?UUiHlijitwfcii J4 überwinden, und ihre Erfolge bei Auf - finduna tos Mörders waren im Fall vom .Schwarzen Koffer" nicht aroö. sie hatten große Schwierigkeiten zu

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' ' '? : c. Capitel. ' -nrp": Sobald ich in meinem Hotelzimmer in Sicherheit war, setzte ich mich hin und malte die beiden Buchstaben, die ich in der Ecke jenes Kofferzettels ent deckt hatte, sorgfältig aus dem Gedächtniß nach, wie ich sie hier dem Leser vorführe: P. H. Dann ging ich noch einmal alle) durch, was mir von 'den Einzelheiten des Verbrechens bekannt war, und fand, daß ich schon recht viel wußte. Mord vermuthlich ausgeführt vermittelst eines betäubenden Schlages und nachher angewandten Chloroforms an einer Dame mit den Anfangsbuchstaben E. N.; Zeit, offenbar gestern Abend; Ort. Southend; Mitschuldige wenn nicht thatsächliche Mörderinin Anklagezustand versetzt; Name, Edith Orr-Simpkinson. Fräulein Srmpkinsons Ausflüchte in Verbindung mit der unterenKofferadresse führten mich zu der unumstößlichen Gewißheit, daß der Schauplatz des Verbrechens Southend war. Unertlärlich blieb nur das Fehles jeder Spur eines Koffertransports von Southend nach London, der doch stattgefunden haben mußte, ehe das Gepäckstück in Charing Croß nach Paris hatte aufgegeben werden können. DaS Erste, was jetzt zu geschehen hatte, war die Feststellung des Namens der ermordeten Name, und das konnte kein Hexenwerk sein, vorausgesetzt, daß diePolizei so vernünftig war, WSouthend und nicht in Tooting danach zu forschen. Dann mußte zunächst das Sebeimniß des Schlüssels ausgeklärt werden. War Fräulein Simpkinson wirklich überzeugt, daß. wie sie wiederholt dersicherte, der von ihr vorgewiesen: Schlüssel zu dem schwarzen Koffer gehöre? Sie hatte allerdings den Beweis geliefert, daß sie fähig war, große UnWahrheiten zu sagen, aber gerade ihre Auslassungen über diesen Punkt trugen das Gepräge der Aufrichtigkeit. Wenn sie in Beziehung auf den Schlüssel log, so war sie überhaupt eine durchtriebene Meisterin der Lüge, und für eine solche konnte ich sie nicht halten, dafür lag zu viel Thatkraft und Offenheit in ihrem Gebahren. Befand sie sich aber in der That im Irrthum über den Schlüssel, so konnte sie der Schluß liegt nahe auch über den Koffer selbst im Irrthum sein. Wie war das möglich? Ihre Jungser hatte ihn sofort erkannt, und überdies war ihr, wie wir gesehen haben, dessenJnhalt ganz bekannt. Auf der andern Seite war dieser Koffer unter all' ihrem Reisegepäck das einzige Stück, das' sie nicht mit einer Aufschrift versehen hatte, und die Erklärung, die sie über diesen auffallenden Umstand abgegeben hatte, konnte kaum befriedigend genannt werden. Ich war sehr' verwirrt und gänzlich aus dem Concept gebracht. So hübsch die Annahme, der Koffer gehöre Fräulein Simpkinson. gar nicht, auch in meinen Plan gepaßt hätte, ich konnte nicht daran festhalten, sie war zu unvernünftig. Und doch gaben mir der Schlüssel, das zerbrochene Schloß, die Buchstaben P. H. immer wieder zu denken, und vergebens suchte ich mir einzureden, daß dieseBuchstaben aar nichts zu veoeuien yanen uziu um wn einem Dienstmann oder Schaffner aus irgend welchenGründen hingekritzelt worden seien. Schließlich war es mir doch halb und balb gelungen, mir selbst diese Annahme einleuchtend zu machen, und ich fing schon an einzunicken, als mir blitzartig der Ausruf der Jungfer, den ich im Protocoll gelesen hatte, wieder einfiel! Lassen Sie doch Herrn Harvey kommen?" H Harvey. Neiner Zufall, dies Zusammentreffen natürlich. Und doch Harvey.Harvey. P. H. Paul Harvey. PetcrHiirvey. Wer war dieser Herr Harviy? Ein sehr naher Freund, da? versteht sich. Daraufhin war von Schlaf für mich nicht mehr die Rede. 7. Capitel. rArn andern Morgen machten mir meine Liebesleutchen zu schaffen. Aergerlicherweise kamen sie auf den Einfall, nach Fontainebleau zu fahren, und was noch viel ärgerlicher war, sie be geisterten sich für den Ort und sahen sich nach möblirtenZimmern um. Glücklicherweise fanden sie nicht, was ihnen zugesagt hätte, und fuhren wieder nach Paris, wo sie überdies, so hörte ich das verliebte junge Ding sagen, weit sicherer waren, da in der Riesenstadt ihre Spur weniger leicht aufzufinden sei. Hätte sie das doch vorher schon bedacht. Es war sechs Uhr Abends oder noch später, als ich wieder in meine Wohnung gelangte. Meine jungen Leute gingen in's Chatelet-Thcater, um sich einen vergnügten Abend zu machen, und ich nahm hastig in einem Düval'schen Speisehaus meine Mahlzeit ein und machte mich dann nach Leon DllDüberts Bureau auf den Weg, denn ich brannte vor Ungedulddie etwaigen Fortschritte, welche die Polizei gemach! haben konnte, kennen zu lernen. Den ganzen Tag war mir die Geschichte im Kopf herumgegangen. Leon Dübert wußte nichts NeueZ Über die Sache und verwies mich sofort an seinen Vetter, da er selbst sehr durch einen in seinem Bezirk vorgekommenen Raub in Anspruch genommen worden war, und ich fuhr allein zu FrancoiZ Dübert. Diesen fand ich ganz aufgeregt, ner dös und gereizt. Man hatte an die eng lische Polizeibehörde telegraphirt, und diese schickte einen von ihren Leuten herüber. Einstweilen war -nichts WesentlicheS zu Tage gefordert wordei?. Frau Silnvrlnson war immer noch " . v rn c rr . ' 1 nicht m der Verfassung, verHort zu I werden, und aus der Tochter, die nicht ' lvrecben wollte, und der Äunaier. du

nicyrs wute. war ntchtZ herauZzu bringen. Man htte Mutter und Toch tcr aus der strengen Saft entlassen unö

:ynen gestattet, m einem kleinen Hau2 neben dem Gefängniß, das in Wirk lichkeit ein Theil davon war. Wohnung zu nehmen. Es trug den vi:lverfpre.' chenden Namen einer Familienpension", stand unter Leitung einer Frau., die dafür verantwortlich war. daß die Gefangenen ihre Zimmer nicht verlie ßcn. und man erfreute sich darin der.' selben Preise, wie in einem Gasthof crs sten Ranges. Mir lag Alles daran, den: Londoner Fahnder den Rang abzulaufen und vor seiner Ankunft die richtige Fährte aufzustöbern. Den ganzen Tag über hatte ich alle Einzelheiten des Falles hin und her erwogen ich war gar nicht imstand gewesen, mich mit andrem zu beschäftigcn und je mehr ich mir den Kopf zerbrach, desto fester hatte sich bei mir die Ucb:rz?ugunz eingewurzelt, daß Fräulein Simptinson minder schuldig war, als sie erschien. Die Arrl)altspunkte dasür waren freilich klein beieinander, uud vielleicht hatte Leon Recht damit, daß ich minder grsßen Antheil an ihr genommen haben würde, wenn sie älter und häßlicher gewesen wäre. Ich fragt? Francois. ob ich nicht die Erlaubniß bekäme, sie zu sprechen. Den ganzen Tag hatte ich mir überlegt, ob ich diesen Schritt thun sollte, der unfehlbar zu Verwicklungen führen mußt?, mich aber eben durch das Wagniß reizte. Ich war gefaßt bei Francois auf entschiedenen Widerspruch zu stoßen er zögerte ich stellte ihm v?r. daß ich als Landsmann von der Gefangenen vielleicht manche Mittheilang erlangen könnte, die sie ihnen dertreiacrte. ..Hat Niemand Zutritt zu ihr?" fragte ich. O doch," erwiderte er unschlüssig, doch, doch, eine oder zwei Personen, auf besondere Erlaubniß. Veröoten ist es nicht, mit ihr zu verkehren." Könnten Sie mich hinführen?" Allerdings, aber " Dann gehen wir sofort. Je mehr Sie herausgebracht haben, ehe der Londoner Fahnder kommt, desto mehr Anerkennung wird eLJhncn eintragen." Nun gut, er ließ sich überreden und wir fuhren in einer Droschke nach einem trübseligen Haus in einer engen Gasse, deren Namen ich vergessen habe. Das Haus sah mit der Rückseite nach der Straße und lag im Schutz des Gesängnisseö. Die Veleuchtusg war mangelhaft, alles machte einen traurigen Eindruck, und tratz der frühen Stunde es war erst halb acht Uhr begegnete man nur wenigen Leuten und sah viele geschlossene Fensterladen. Wir hielten an einer massiven Hausthüre, über der eine helle Gasflamme brannte, und Herr Dübert zog die Klingel, worauf sofort die Hauswirthin erschien und uns in den Salon führte. Sie war eine große, plumpe, schmierig aussehende Person, mit schriller Stimme und schwarzen Löckchen. Francois rebete sie als Frau Vassequin an. Dieses Empfangszimmer war ein höchst ungemüthlicher Raum, mit grünen Sammtmöbeln und zwei Vasen voll künstlicher Blumen unter Glasglocken. Zwei Gasflammen brannten, eine mit, eine ohne Milchglas. Nach einigen halblaut mit der Wir- ! ihin gewechselten Worten der Erklärung ging der Pollzelcommlssar, und Frau Bassequin begab sich in's Nebenzimmer, um, wie sie mir sagte, denDamen Meldung zu mrchen. Jn diesem nach rückwärts gelegenen Zimmer, das mit dem Salon durch eine Flügelthüre in Verbindung stand, osfenbar eine Einrichtung, um die Ueberwachung der von Madame so freundlich aufgenommenen Gäste zu erleichtern hörte ich Stimmen. Die eine davon gehörte Fräulein Simpkinson an, die andre war die eines Mannes, voll, angenehm, sympathisch, eine englische Stimme, und englisch sprachen sie auch. Das war mir sehr störend, denn ich hatte gehofft, das Feld für mich allein zu haben. Fräulein Simpkinson hatte also einen Engländer bei sich ' wer konnte das sein? Ich hatte ihr meine Karte geschickt, auf der ich mit Bleistift bemerkte: Ein ! Landsmann, der glaubt, Ihnen von Nutzen sein zu können. Ich war .vielleicht nicht sehr berechrigr zu Dieser gewagten Bedauprung, aber ein Vorwand war schließlich so annehmbar wie ein anderer, und da ich zu guter Letzt doch wirklich noch von Nutzen war, so war Düberts WZllfährigkeit, mich zu ihr zu lassen, doch nicht so übel. Im Nebenzimmer ward nun berathen, ob es angemessen sei, meinen Besuch anzunehmen oder nicht. Laß mich den Mann sprechen," hörte ich den Unbekannten sagen, worauf die weibliche Stimme zu meiner großen Erleichterung mit Bestimmtheit erwiderte: Wir können ihn ebensogut beide empfangen." Ich drückte mein Ohr an die Schiebthüre, um mehr zu hören, aber in diesem Augenblick erschien die Beschließerin dieser Burg wieder; ich sprang zwar mit einem Satz in die Mitte des ZimmerS, war aber doch nicht rasch genug gewesen. Frau Bassequin zog die Augenbrauen verständnißvoll in die Höhe, und ein boshaftes Lächeln umfhi)Hi tfi flthvn ifi frfi för finh i IV"" " -" f - j, -w.v vom Fach," sagte sie, mir nützt es nichts, denn sie reden immer Englisch. Ich habe mir einen herbestellt, der es tersteht, aber er wird fort sein, ehe er kommt." Dieser ungemein dunkle Räthselspruch schien die Dame so zu befried digen, daß sie ihn noch einmal vor sich hin, sagte, als wir den Flu,r entlang gingen, dann machte sie eine Zimmerthüre auf und ließ mich eintreten. DaS Zimmer hatte eine hübsche Größe, sah aber sehr unwirthNch und unsauber auS. Wie ich später von Leon borte, batte feit JnbaberLiniund

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zwanzig Franken den Tag dafür zu bezahlen, und ich dächte, bei diesem Preis hätte man wenigstens die Schutzdccken auf dem Sofa waschen können. Der Kronleuchter hatte drei Arme und alle drei Flammen brannten Beleuchtung wurde ja besonders berechnet so daß in dem grellen Licht jeder Fleck und jedes Spinnweb leuchtend hervortrat, und in dem Kamin brannte ein Riesenfeuer, bei dern es offenbar da rauf abgesehen war, so viel Holz als j möglich aus die Rechnung setzen zu können, was eine große Hitze desRaumes zur Folge hatte. FräuleinOrr-Simpkinson saß in der entferntesten Ecke zwischen Fenster und Kamin auf einem alten Roßhaarsofa, und neben ihr stand einHerr. Beide waren grell beleuchtet und sahen mir etwas überrascht entgegen. Ich meinerseits durchschaute die Beiden auf den ersten Blick, wenigstens bildete ich mir das ein. Jetzt, da ich Fräulein Simpkinson mit Muße betrachten konnte, gefiel ste mir noch weit besser als zuvor. Da ihr Gepäck mit. Beschlag belegt worden war und die Polizei ihr nur gestattet hatte, das Unentbehrlichste an sich zu nehmen, trug sie immer noch ihr dunkles, trefflich sitzendes Reisekleid, sah aber in dem einfachen Anzug ungemein aufgeräumt, hübsch und thatkräftig aus. Das schöne schwarte Haar trug sie in Flechten, die dicht an den Kopf geschmiegt waren, sie hatte große, braune, ausdrucksvolle Klugen, die einen gerade und voll anschauten und für die Unregelmäßigst ihrer Züge reichen Ersatz boten. Sie war streng genommen nicht schön, aber sie besaß den Reiz, den schöne Augen und eine imponirende Gestalt jeder Frau verleihen müssen, und wieder sagte ich mir, das ist die Art von Frauen nicht, die einen Mord begeht, wohl aber die Frau, die sich das Leben nähme, um den Mörder zu schützen wenn sie ihn liebte. Wenn Fräulein Simpkinson mir gesiel, so muß ich gestehen, daß derHerr, ?der an ihrer Seite stand, mich fast noch mehr anzog. Seine Kleidung kennzeichnete ihn als Prediger der englischen Staatskirche und stand ihm vorzüglich. Es war ein großer, schlank gebauter Mann, mit einem jungen, glatt rasirten, frischen Gesicht, einem dichten Busch kurzgeschnittener Haare und hellen, ehrlichen, blauen Augen, aus denen kindliche Offenheit hervorblickte. Er hatte die Hand auf tue Rücklehne von Fräulein Srmpkinsons Sofa gelegt, und ich freute mich, sie in so ange.nehmer Gesellschaft und so wohl be schützt zu finden. Ohne Zweifel Neben sie sich," dachte ich bei mir, also muß es ein Bruder sein, der sie beschützt." Ich muß zu meine? eigenen Entschuldigung sagen, daß ich mich gleichzeitig selbst ärgerte über den Eigensinn, mit dem ich an meinen vorgesaßten Annahmen festhielt, trotzdem aller Anschein dagegen sprach. Wir waren allein, denn ich hatte Frau Bassequin mit einer Handbewegung aufgefordert, sich zurückzuziehen. Fräulein Simpkinson eröffnete dasGespräch mit einer für ein so junges Wesen siaunenswerthen Selbstbeherrschung; sie konnte nicht über Zwanzig Jahre alt sein und den Herrn an ihrer Seite würde ich auf dreiundzwanzig geschätzt haben. , Darf ich nach der Veranlassung Ihres Besuches fragen, Herr," sie warf einen Blick auf meine Visitenkarte Spence?" Ihre schönen Augen wan forschend auf mich gerichtet. Gewiß, mein Fräulein," erwiderte ich und kam mir dabei recht linkisch und ungeschickt vor. Mein Name ist Spence und ich bin, wie Sie aus meiner Karte ersehen, bei einem PrivatNachfragebureau angestellt. Zufällig war ich gestern auf dem Bahnhof gegenwäxtig und ich dachte mir, daß Sie unter den obwaltenden Verhältnissen vielleicht solcher Dienst? bedürftig sein könnten, wie unser Bureau sie leistet. Ich spreche geläufig Französisch und bin mit verschiedenen an der Untersuchung betheiligten Beamten persönlich bekannt." Fräulein Simpkinson antwortete nicht, dagegen begann der Geistliche mit einer wohllautenden Stimme und gefälligem Wesen, das mich nur noch mehr für ihn einnahm, zu sprechen. Es mag wohl sein, daß JhreDienste uns sehr werthvoll werden können, aber augenblicklich sind Schmerz und Verwirrung noch so überwältigend, daß wir keinen klaren Gedanken zu fassen vermögen. Wir sind außer Stand, eine Erklärung über das Vorgefallene zu aeben, wenn Sie uns zu einer solchen verhelfen könnten, würden Sie uns unendlich verpflichten." Darf ich erfahren." sagte ich, inwiefern Sie, mein Herr, an der Sache .nthen nehmen oder bethelllgt sind? Gewiß," erwiderte er. Mein Name ist Harvey. Vikar Harvey und ich bin der Verlobte dieser jungen Dame, des Fräulein Orr-Simpkinson." Harvey! Ich sah dem biedern Engländer in's Gesicht und fühlte, wie mein canuZ Kartuibaus zusammenstürzte. (Fortsetzung folgt.) '. Gläubiger: Ich frage Sie jetzt zum letzten Male : Wollen Sie !mich bezahlen oder nicbt ?" Student : ..Na, Gott sei Da:.5 ist doch Aussicht, daß dieses ewige Fragen ein Eude nimmt " - Ucbertretuna eines Ver bots. Im Berner zoologischen Garten lehnt sich ein großer Mann hinüber nach der Grube, wo die Bären eingeschlossen sind. Er verliert das Gleichgewicht nnd fällt hinein. Natürlich stößt a einen herzzerreißenden Schrei auS. Der Wär tn stürzt herbei und spricht ärgerlich: Mem Herr, es ist verboten, den Bären etwas vorzuwerfen.-

l:::c MisirI::5::!:l. Das sprichwörtliche Sag: mir, mit wem du umgehst" hat Jean Paul einmal im wörtlichsten Sinne auf die Fußbekleidung angewendet, mit der man herumläuft, aus deren Beschaffenheit er auf den Cbralter der Menschen, namentlich aber der Frauen, schließen wollte. Was dem einen seine Sohle, ist dem andern sein Scheitel : an der Art, die Scheitel zu tragen, links, rechts oder in der Mitte, behauptcte der Physiognomikcr I. I. Delestre den Charakter erkennen zu können Und von dem Scheitel zum Hut ist ja nur ein Schritt. Diesen Schritt thut ein Herr Lue, physiologischer Vitarbeiter am Journal de la Sante". Er sagt : Der mehr oder weniger auf das eine oder das andere Ohr geneigte Hut ist das Zeichen eines augenblicklichen seelischen Vorgangs oder auch einer dauernden Gcmüthsrichtung. Der Hut auf dem linken Ohr verräth einen' passiven Charakter, auf dem rechten Ohr einen aktiven ; der völlig ausgeglichene Mensch neigt den Hut weder rechts noch links. Der Mann mit dem Hut auf dem linken Ohr ist ein unverbesserlicher Idealist, eine treue Seele. ein tiefes Gemüth, in Liebessachett ernst, treu, diskret, rein, schüchtern. Er ist allerdings auch der Sklave seiner Sympathien und Antipathien. Er hat etwas Pointirtes an sich." Der Nechtshütige" dagegen ist flattcrhast, lebhaften, unbeständigen Geistes, leichtlebig, treulos und undankbar. Seine zärtlichen Geheimnisse schwatz! er in alle Winde, an Vergangenes und Zukünftiges denkt er nicht länger, als es ihm bequem ist. Der Glcichmüthig! endlich, der den Hut ganz gerade aufsett, hält sich von allen Extremen frei, er wägt jeden Menschen gerecht, ob er ihm Wohlwollen oder Abneigung einflößt. Er hat für alles Solide eine Art Instinkt. Er ist beständig, fest in seinen Entschlüssen, beharrlich in seinen Plänen. Als Freund ist er treu und aufrichtig, und bei der Frau sucht er mehr als Liebe, er sucht in der Frau, die er liebt, die Gefährtin : daher ist er der denkbar beste Ehemann und Familienvater. Aber Herr Bue begnügt sich nicht mit diesen individuellen psychologischen Erkenntnissen, denn er ist auch Völkerpsychologe. So kommt er zu folgenden kühnen Schlüssen ? Dieser neutrale, das höchste seelische Ebenmaß und Gleichgewicht darstellende Typus ist Rußland, das weiße" Rußland Der Rechtshütige. der das Zeichen der Unbeständigkeit und Unzuverlässigkeit an der Stirn oder vielmehr am rechten Ohr trägt, ist Italien, und der Linlshütige, der weiche Idealist, die liebe, gute, treue Seele Frankreich ! Auf falscher Fährte. Eine modisch gekleidete Dame kommt in großer Aufregung auf das Polizeibureau und ruft aus: Mein Gott, Sie müssen mir helfen!" Womit können wir Ihnen dienen?" fragt der Lieutenant. Ich habe soeben einen schweren Verlust erlitten," entgeg nct die Dame, noch immer fast athemlos. Ich bin beraubt worden, beraubt um alle meine Diamanten und Schmucksachen. Die Probe war ge rade vorüber, als " Sie sind Schauspielerin?" Ja." Und sind um Ihre Diamanten besiohlen worden?" Ja, ja." Nun, dann sind Sie hier am unrechten Ort. Sie müssen sich an ein Neklameburcau wenden!" Aus weg aus dem Dilemma: Herr Flottwell (sehr niedergeschlagen): Mein Buchhalter ist mit all meinem Geld durchgebrannt. Uns starrt das Armenhaus in's Gesicht. Frau Flottwell: So weit lassen wir'? nicht kommen, mein Lieber. Wir lassen uns scheiden. Du heirathest dk, ZZrau, welcher Du 50,000 Dollars für ein gebrochenes Heirathsversprechen hast bezahlen müssen, und ich Heirathe den Buchhalter. DieZeiten ändern sich: Gattin: Mein Mann ist ein ganz cu rioser Mensch. Freundin: Wieso? Gattin: Als wir noch unverheirather waren, konnte ich ihn nie vor Mitternacht aus dem Haus kriegen und jehr kann ich ihn nie vor Mitternacht in's Haus kriegen." Unangenehm. A.: Ich hatte einen Hund, der genau zwischen einem Vagabunden und einem anstän digen Menschen unterscheiden konnte!" B.: Was Sie sagen! Was ist denn aus dem Thier geworden?" A.: Ich mußte es fortschenken, es, bi& mich immer." Frommer Wunsch. Der Barbier Ruppert ist wegen Mordes auf Antrag des Staatsanwalts zum Tode verurtheilt worden. Am Tag? vor der Hinrichtung wird er gefragt, ob er noch einen letzten Wunsch habe. Jawohl!" erklärt der Deliquent, ich möchte den Herrn Staatsanwalt rastren!" Böses Gewissen. Haus, frau: Das ist aber nicht schön von Ihnen, trotz des Ihrer seligen Frau geaeöenen Versprechens, jede Nacht bis 2Uh: im Wirthshans zu sitzen! Wittwer : Daran, mewe Liebe, ist meine , verstorbene Alte selbst schuld. Sie schwur mir, jedes Mal zu scheinen, so oft ich zu viel getrunken und da trau' ich mich halt während' der Gtisterstuud' nicht daheim zu sein!

Elend. Man weiß niemals, was wirkliches Elend ist. als bis man einen Check in der Tasch? hat, wofür man das . baare Geld nicht kriegen fomu Durch dieVlume. Unter officier (zu dem, vom Urlaub zurück kehrenden Bauernburschen): Saa Sie mal, Huler, kommen bei Ihnen die Schweine eigentlich ohne Schmke.n , Welt?"