Indiana Tribüne, Volume 17, Number 83, Indianapolis, Marion County, 10 December 1893 — Page 2

Tss Tvrüchwort i:i der Ninder st übe.

Nichts Hai größere Ähnlichkeit mit der unoercorbenen Raioität uns Urwüchsigkeit des Volkes, als 'Die Kwoesf::Ie. Deshalb .;ört das Kind mich so gern bhä? schiichte Art der AusfcririS'tü, nle si; Sa einfach?, noch natürliche ScH Ii?5i, fccjKn Sprüche man lojit rncor, als eS zu gjaVfcn Plcgt, mit all' ihrer oft drastischen Weisheit in ':i: Kinderfilme einorir.gen h! sollte. Den die Fonn des Spriichworte ist durch ihre Kürze den kleinen oft verständlicher, a!Z ein Gefcicht cfztx ozl., in welchem der Kern für sie meist 3:1 lt:f verborgen liegt, lli.b wclch' eine köstlich: Auswall bietet uns doch der reiche, fast u.rfchöpfIicTk 'schätz unserer Sprüchwörter; so viel?, daß fast immer eines derselben das Kin'o bei seinen Taattoerk begleiten sann. Da küßt der gofoige Sonnenstrahl unsern Liebling, wach, und Morgenstund hat Goso in? Mund", darum schnell ausgestanden un) den frühen Merzen, schnell benützt. Kindchen nruß heraus, denn Jung gewohnt, alt ge than". Lete und arbeite"; also müs sen zuerst sich die kleinen Hände zuni Gebete schließen, um für "Die fröhliche Erwachen zu danken. Nein gehalten Herz aind Mund" das Wasser will den", reinlichen Kinde den ersten Morczenzruß anbieten. Nun kommt die schöne süße Milch; ei.wie das schmeckt! ooch Maß iiA Trinken und Essen sollst du nie veraessen". Weil MüL'tSn"41tJ Vi.iwv ,ibt. , t ifnl auch unser Liebling schon seine Arbeit, I r.Tit.frrrt nssr Oniis (fi.-. : 1 utt ,.o? Allem die Pflicht". Da harrt das Löqelchen im Bauer seiner Har.d.die ihm nutter brinat: das Stirb darf es aber nicht necken und ihm die leere Hano hinreichen, denn Quäle! nie ein Thier zum Scherz, denn es! fühlt, wie du, den Schmerz", sagt! Mütterchen. Nun hat Mama Birnen cuszusuchen; Heinz und sein Brüderchen dürfen beim Zureichen helfen aber genascht darf dabei nicht werden, laschen macht leere Taschen". Wie schnell man fertig iniro. flinke Hänse machen der Arbeit bald ein C3r::e", 'dann wird gelernt. Qas Hänsclien nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", de-halö ist Heinz auch ganz verständig dabei. Das schöne Bilderbuch lchrt ihn all die großen und tleinen Thiere und ihre "Namen, immer sind die Alten mit ihren Junqen treu rereint: Jees Thierlein noch so klein, ha: sein trautes Mütterlein". Dann soll unser Bübchen zeichnen: aber das -fällt schwer, Frisch gewagt, ist 'halb wonnen". Richtig, nun geht es besser, ..Aller Anfang ist schwer" und JJ;s Ding will gute Weile halben". Nun darf Heinz bauen, einen hohen Thurm stellt er auf. immer höhe: und )öher da fällt der Bau ein: Wie 'gewonnen, so zerronnen". Nun fänc er von dorne an, aber nicht so hoch, prützn wählt doppelt starke Stützen für das H-aus; Noth macht erfinderisch". Darauf schmeckt das Butterbrcd vrächtiz, Denn nach der Arbeit ist gut ruhen"; damit aber das Kind toß, wie gut auch trockenes Brod 'mundet, so gibt es ein Stückchen davon: Salz nro Brot rcichi die Wangen roch"; uno rothe Backen will unser Kino haben. Da klopft es, ein armer Mann ist's Kommt zu dir ein fremder Gast gieb eö ihm, so gut du 'hast". Nun soll das Brüderchen schla'fen, da heißt es still gesessen, dafür '-gibt Mama zum Lohn einen Pfennig in die Sparbüchse: Recht sorgsam 'spar dein Gelo, so kommst du durch die ganze Welt" und Wer den Pfennrg nicht ehrt, ist des Thalers nicht tterich". Nun darf Heinz mit der Mama ausgehen, aber nicht so hastig nennen; Eile mit Weile". Da stol'pert er schon, ja, ja, Wer nicht hören oill, muß fühlen!" Dort kommt ein Bekannter, nun hübfch das Mützchen gezogen, Mit dem Hut: in der Hand, kommt man durch daö ganze Land". Da schlagen sich zwei Jungen; der eine von ihnen ist gar ein früherer Spielkamerad siehst du: Wenn dich die 'bösen Buben locken, dann folge ihnen nicht" und Böse Beispiele verderben gute Sitten". Jetzt ist Heinz wieder daheim; wie herrlich schmeckt Uz Imbiß da::n, Hunger ist der beste Koch". Aber man muß erst hübsch die Suppe 'kalt pusten, um sich nicht, wie neulich, den Mund zu verbrennen: Gebrannte Kinder scheuen das Feuer". Ei, wer plauoert denn da? Essc.i und Sprechen zu seiner Zeit". Du zankst mii dcm Brüderchen, ei! Der Klügste gibt nach". Du bist viel älter also auch klüger. Aber znerst will man nicht, doch sieht man es bald ein man eilt stürmisch auf Mütterchen zu. stößt sich denn Blinder Eifer schadet nur". Nun erzählt Mama noch eine Geschichte, wie traurig es ist, wenn ein Kind lügt, Lüa.e ist die Wurzel alles Uebels" und Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht". So enteilt der Tag; aber vor der Nuhe muß Alles aufgeräumt werden. Dann legt sich unser Kind zur Nuhe nieder, entschlummert süß. denn: Ein gut' Gewissen ist das Ruhekissen". Ein Vorzug. Theatcrdirector: Was? Sie wollen zur Bühne geren? Sie haben keine Figur, seinen Ausdruck, kein Talent, überhaupt absolut keine Eignung." Miß Diletkante: Das macht nichts. Ich habe einen Bruder, der die Theaterspalte für eins der Tageblätter redigirt." Sittliche Entrüstung. Der Meyer hat abgesagt unsern Mendtisch. 'Sarah. Er sagt, es sei ihm zu schmutzig bei uns." Gott der Gerechte! Wie kann der Mann sagen schmutzig, wo bei uns doch wir's gebrannt sogar gerciniateZ Vetroleum!"

Ein? uttgluk?liHe Eye.

01 George 2,ce?ausn. Gerade am Pfingstabend war Frau Karla Mutter geworden, und GlücZ und Wonne waren in ihr Herz eing:zogen. Nach den langen, bangen Wochen war die Nuhe üb:r sie gekomirren, und da AlleZ leicht und gut abgclaufen war, konnte sie sich in ungetrübter Seligkeit ihres Erstgeborenen freuen ; und sie that es redlich. Ihr Gatte. Paul, war eine etwas oderfläckzliche Natur, ein verwöhntes Kind des Glücks, ein auf's Aeußere gerichtcter Mensch, und so trug seine Freude einen zu starken Beigeschmack von Eigenliebe und Stolz : er war eingebildet darauf, Batcr eines so kräftigen flauten geworden zu sein ; es schmeichelte ihm, auch darin mal wieder sein altes Glück bewährt zu sehen. Indeß er nun am Bette seiner Frau saß und strahlend auf sein Kind", das ruhig in der Wiege schlummerte, herniedersah, lag Frau Karla halbgeschlossencn Augcs da und lief; die rasch dahineilenden Gedanken an sich vorüberziehen. Sie sah ihre Mädchenzeit im stillen Pensionat, wohin sich die jung verwittwete Weltdame, ihre Mutter, nur selten verirrte ; sie sah das eine Jahr, das sie freudeleer in der Heimath zugebracht hatte, und sie sah die Werbung und Trauung ; man hatte sie verheiratet, ohne viel zu fragen, und die Mutter verhehlte es gar nicht, daß sie die langaufgeschossene. frühentwÄelte Tochter gern aus ihrem Hause scheiden sah. Sie liebte trotzdem ihren Gatten, hatte sie doch ein so tiefes volles Bedürfniß, zu lieben, und ergoß ihre ganze Zärtlichkeit auf den Mann, dem sie gehörte, und der ihr manche Beweise seiner Berehrung und ehrfurchtsvollen Aufmerkfamkeit gegeben hatte. Sie liebte ihn und zeigte es ihm, und cr erwiderte, wie sie es dünkte, ihre Liebe. Die Zweifel, die ihr in den letzten Wochen aus seinem Benehmen gekommen waren, stiegen jetzt, da Karla nur ihren Gedanken lebte, unheimlich deutlich wieder auf, aber sie schienen verweht und verbannt, als die junge Mutter ihren Blick dem Kinde zuwandte ; so kam ihr langsam der Friede, und ruhig und träumc.'geben entschlummerte sie und fand im Schlafe Zuflucht vor trüben Gedanken. Paul saß eine Zeit lang still am Bette und schlief offenen Auges. Er yatte sich in den letzten Tagen wirklich ehrlich abgemüht und gewacht und gcihan, wie cr es nur konnte. So lauge 5iarla in Gefahr schwebte, sorgte er ernstlich und dachte voller Angst an den etwaigen Verlust ; jetzt war's vorüber der Arzt hatte gesagt, es sei absolut keine Gefahr mehr , und im Gefühle des sicheren Besitzes war seine Erregung schnell erkaltet. Nicht, daß er seine Frau nicht liebte, Gott bewahre ! Aber er liebte sie auf seine Art ; weil er mit ihr, der jungen, vornehm ausschauenden Frau Staat machen konnte, weil er ihrem Gelde die schöne Wohnung und seine Behaglichkeit vcrdänite, und hauptsächlich : weil sie ihn nicht genirte. Sie ging mit ihm in seine Stammkneipe, wenn es ihm Spaß machte, dorthin zu gehen, und sie blieb zu Hause, sobald er daraufhin einen leisen Wunsch andeutete ; Paul genoß die Vorzüge des Junggesellcnlebens und die des Ehestandes zu gleicher Zeit, und darum liebte er auch seine Frau, cr liebte sie, wie ihm eben Alles werth war, was seinem Wohlleben diente. Nun, da er sicher wußte, es würde Alles beim Alten bleiben, gottlob ! schwand schnell seine Theilnahme, die sich in Zärtlichkeit geäußert hatte, und machte dem alten, stumpfsinnigen Behagen Platz. Paul erwachte denn auch bald aus seinem Halbschlummer, und wie ei Frau und Kind so ruhig schlafen sah. kam ihm unwillkürlich der Gedanke : allein die Nacht zuzubringen, sei cigent lich sehr langweilig, und da die Familie" schlafe, könne er sich wohl drükken. Er sah nach der Wäiterin, welche am Wickeltisch hantirte, und dachte bei sich : da uns die Frau von guter Seite als zuverlässig empfohlen ist. wird sie es schon sein. So stand er denn aus seinem Lehnstuhl auf, guckte nochmals nach der Uhr und sagte dann: Ich will noch ein wenig Luft schözsen, Frau Bergmann, bin so nervös. Geben Sie gut Acht ! Ich bin übrigens gleich wieder da Die Frau versicherte Paul ihrer bekannten Sorgfalt, und dann ging cr. In seinem Zimmer brannte die Lampe. Paul sah im Licht derselben auf dem gewobnten Platze einige Briefe liegen. Ah. die Nachmittagsposi. In dem Trubel muste man ja Alles vergessen. Was ist'S denn ?" Er sah die Eingänge durch : eine kaufmännisch: Empfehlung, eine Skatcinladung. zwei, drei andere gleichgiltige Sachen, dann noch ein Brief : Büttenpapier, großes Monogramm, sehr starkes Parfüm. Donnerwetter! Gerade heute !" Er riß den Umschlag ob und las : "Lieber Freund ! Hätte ich nicht zufällig gehört, daß Du ein freudiges Familienereigniß erwartest, ich wäre Dir ernstlich böse. So aber verzeihe ich Dir Dein Grabesschweigen ! Das heißt unier einer Bedingung : Sowie Alles vorüber ist und ich wünsche Dir alles Gute kommst Du und holst Dir selbst meine Glückwünsche. Ich rechne darauf. Margot." Paul drehte den Brief in seiner Hand hin und her, er roch an dem parfümirten Bogen, er überlegte. Warum nicht heute so gut wie morgen ? sagte er sich. Karla schläft, das Kind auch, die Bergmann ist entschieden verläßlich. Und dann ist's ein Scherz ! So wie Alles vorüber ist. schreibt sie gut, es ist zwar gleich halb zehn, aber gerade darum ; wer weiß, wie ich sie überrasche. Ob ich dahin aebe oder in die Kneipe, deideö

lft gleich unschulg. t?r machte dann schnell Toilette, steckte eine neue Eigarette an. nahm seinen Hausschlüssel vom Spiegelbrett und ging.

Nach elf Uhr wacht: der Neugebo- , reue wieder auf und erhob sein Stimmchen. Frau Karla wurde sofort wach und wettte rufend die Wartefrau, die natürlich sanft eingenickt war. Das Kind beruhigte sich bald, und die Mutter be hielt es bei sich im Bett. Wo ist mein Mann ?" fragte sie. Der gnädige Herr wollte etwas Luft schöpfen. Muß gleich wiederkommen, wie er sagte, es ist ja schon dreiviertel auf zwölf, gnädige Frau !" Gut l Ruhen Sie sich nur auS, liebe Bergmann, ich rufe Sie schon, wenn ich etwas brauche." Sehr wohl, gnädige Frau." Karla lag ruhig da nnd dachte vor sich hin. Sie sah ihren Sohn wachsen und gedeihen, sie führte ihn selbst zum ersten Mal zur Schule, sie arbeitete mit ihm an seinen Aufgaben, dann kam er in die höheren Klassen, er war zwar ni;ch sehr jung, aber fleißig, dann diente cr sein Jahr ab bei demselben Regiment, bei welchcm sein Vater Resvclieutenant war ; die Uniform wird ihm auch gut stehen. Dann kam cr auf die Universität, er mochte wählen, was er studircn wollte, dann Karle wurde in ihrem Geoankengange durch das Schlagen der großen Wanduhr km Speisezimmer unterbrochen, sie hörte ganz deutlich die einzelnen Schläge durch die stille Wohnung schallen ; sie zählte erst mechanisch, dann mit Interesse. Zwölf ! Paul bleibt lanze. Aber er ist vielleicht erst kurz vor meinem Erwachen fortgegangen und hat Freunde güroffcn, denen er sein Glück erzählt. Er strahlte ja förmlich, der liebe Paul, und fah so beglückt aus ; aber er hat auch einen süßen Knaben. Damit waren Karlas Gedanken bei ihrem Kinde, sie spann dieselben glückselig weiter, bis sie von Neuem einschlummerte. Gegen Morgen erwacht: die jung: Frau, der Tag graute, man sah sein fahles Licht durch die Vorhänge. Karla, die, durch das Schreien ihres 5Undes mehrmals wa gerüttelt, jedoch immer gleich wieder übermüdet eingeschlafen war, fuhr auf ; sie hatte geglaubt, den Kleinen zu hören. SZ: beugte sich zu ihm, aber er lag ruhig in feinem Bettchen. Karla schaute um sich und sammelte ihre Gedanken. Sie wollte nicht mehr schlafen, es wurde ja schon Taa. und wenn der Kleine vielleicht wieder erwachte ; die Wartefrau schien so fest zu schlafen, da mußte man sich vorsehen. Und dann wird auch Paul sicher bald aufstehen, der schaut, wie mir's geht, und soll einen schönen guten Morgen haben. Auf St. Marien stZlr.g es vier Uhr. es war von der benachbarten Kirche ganz deutlich zu hören. Da vernahm Karla. wie die Korridorthür langsam und vorsichtig geöffnet wurde, sie schrak zusammen. Frau Bergmann !" rief sie ganz leise. Keine Antwort. Jet erst sah sie. daß di: Wärterin nicht im Zimmer war, ihr Platz in der Sophaecke war leer. Karla erschauerte. Wenn es Diebe wären ! Paul schlief während ihrer Krankheit vorn in seinem Zimmer dicht bei der Eingangs thür. Wenn er vom Schlafe übermannt, von ihnen verletzt, gctödtet würd: ! Ein: unsagbare Angst schnürte Karla das Herz zusammen. Sollte sie klingeln ? Dann wachte Paul am Ende auch auf. er hörte und sah die Einbrecher, es gäbe um. so eher einen Kampf nein ! Karla faßte sich, sie versuchte aufzustehen, es ging. Die junge Frau tastete sich zu ihrem Schrank, si: warf ihren .Schlafrock über, und dann schleppte sie sich, so vorsichtig sie konnte, zur Thür. Dann durch das Speisezimmer in ihr Boudoir, von da in den Salon, daneben lag Pauls Zimmer. Sie hörte drinnen leises, verhaltenes Geräusch, es hielt sie nicht mehr, sie schrie laut auf. Sofort öffnete sich die Thür, und sie sah ihren Mann im erleuchteten Zimmer, er hatte den Frack an und die weiße Binde um den Hals. Karla sah ihn wie eine Erscheinung, wie ein Traumbild, dann schwanken ihre Sinne, sie sank zusammen. Es hatte mehrerer Monate bedurft, ehe sich Frau Karla ganz genesen vom Krankenbette wieder erhob ; sie war sehr abgemagert und' ganz blaß, das Leben schien nur in ihren großen schwarzen Augen zu wohnen, die seit der Krankheit iv seltsamem Glänze leuchteten. Einmal während ihrer Genesung hatte Paul versucht. Entschuldigungen und Erklärungen über jene Nacht, wie er sie nannte, bei Karla anzubringen, sie hatte ihn nur so seltsam bittend angesehen, und er. der sonst besonders seiner Frau gegenüber gar nicht verlegen werden konnte, war ganz betreten und hilflos geworden ; so unterblieb denn die Aussprache über jene Nacht, denn Paul mochte an so'ne fatale Geschichte lieber gar nicht mehr denken". Er litt kurze Zeit unter diesem Unausgesprochenen oder richtige: : es aenirte ihn. aber bald war er über solch unbequemes Gefühl hinweggekommen und blieb wie früher der alte charmante Paul", der in jeder Gesellschaft, und er besuchte deren viele, seines guten Humors wegen ebenso beliebt war. wie man seine Eleganz und feine Haltung bewunderte. Paul glaubte, mit der körperlichen Wiedcrgenesung sei für Karla auch Vergessen für seine Ungeschicklichkeit gekommen, und so lebte er denn bald lustig und guter Dinge weiter und hatte in jener Zeit nur einen Kummer, daß wegen Karlas Krankheit die gewohnt: jährliche Badereise unterbleiben mußte, und er anstandshalber nickt einmal allein reisen konnte. Karkas Gedanken waren seit der Pfingstnacht immer nur bei der eine Frage : Warum betrügt mich eigentlich Paul ? Hierauf die richtige Ant-

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11 jU uiui'u, uuui ituc ic ity itu Kopf, und nichts konnte sie davon abbringen. Daß all ihr Gefühl fürPaul erkaltet sei. darüber war sie sich bald klar geworden, und so war es ihr auch ganz gleichgiltig gewesen, seine Entschuldigungen zu "hören ; daß er sie doch nur belügen würde, sagte der jungen Frau zu laut ihre innere Stimme. Sie empfand gar nichts mehr für den Mann, den sie einst so heiß und wahr l geliebt, sie konnte ihm nicht einmal zürTrl. . . i. r S. - 2 J3 V 0s..s i.cu. V2ic cjaiuiiu cy ui utu viui;druck der größten Herzlosigkeit, daß er sie damals hatte verlassen können, um in irgend welche Gesellschaft zu gehen, und daß es keine ihm gleichgiltige Gesellschaft gewesen war, das wußt: sie ganz genau, und daß er sie betrogen hatte schon seit langer Zeit, darüber war sie sich völlig klar. Sie hatte während der Muße ihreZ langen Krankenlagers, in vielen schlaflosen Nächten, Zeit gehabt, über ihr veraanaenes Leben und übe: das ihres Mannes nachzudenken, und viele von ihr sonst bald vergessen: Einzelheiten, viele früher heiß beweinte, aber schließlich doch verschmerzte trüb: Augenblicke, viele Züge aus Pauls Leben, die ihr da einfielen. Alles das sagte ihr mit unbarmherziger Deutlichkeit : der Mann, den Du liebst, und dem Du Dich hingegeben mit Seele und Leib, er ix ein Egoist vom reinsten Wasser, der nur für sich lebt und kein höheres Ziel kennt als sein Wohlbehagen und Vergnügen ! Karla war. als sie nach aller Ueberlegung zu solch grausamer Erkenntniß gekommen, ganz gefaßt gewesen, und keine Thräne, kein Aufschrei der Verzweiflung erleichterte der auf den Tod Verwundeten die bitteren Schmerzen. Daß sie nichts mehr für den Mann empfinde, nie mehr empfinden würd: für den Mann, an den sie doch gefesselt war bis an ihr Ende, das wußte Karla so genau, wie sie genau wußte, daß sie auf der ganzen weäten Welt keinen Menschen habe, dem sie ihr tiefes, unheilbares Herzeleid klagen konnte. Sie haiie kurze Zeit an Trennung von Paul gedacht, der Gedanke an eine gerichtliche Scheidung hatte ihr wohlgethan, aber ihr war bald deutlich geworden, daß si: den Wunsch nicht einmal aussprechen dürft, denn ihre eigene Mutter hätte sich gegen sie gestellt. Karla hatte einmal den Gedanken geäußert, es sei ben er auseinanderzuzehen, denn in ewiger Lüg: neben einander zu leben, da hatte ihre Mutier aufgebracht und mit allem Nachdruck gesagt : nur eine ehrvergessene Frau verlasse ihren Mann und bringe so der ganzen Familie Schande ; im Leben ziehe sich Alles zusammen, und auch das scheinbar Unerträglichste werde mit der Zeit ganz erträglich ! Seit jenem Tage wußte Karla, daß sie von ihrer Mutter nie Trost zu erwarten habe, wenn sie sich ihr in einer Herzensfrage nähern möchte. Die Mutter hatte ihr Kind ja nie verftanden ; der kalten Weltdame mußten die Regungen eines empfindungsvollen heißen HesJens. wie ihre Tochter es besaß, nothwendigeiweise als Excentricitäten" erscheinen, die man soviel wie möglich zu bekämpfen und zu unterdrücken" hatte. So hatte Karla ihr Leid in sich begraben und trug stumm ihre großen Schmerzen ; Paul erschien ihr fortan wie ein Fremder, den sie nie zuvor gesehen, dessen Geschick ihr gleichgiltig fein mußte, an dem sie nichts intcrcssirte, nichts der Theilnahme werth erschien. Die Entfremdung vollzog sich zwischeu Beiden, ohne daß Paul es merkte; cr bedauerte seine kleine Frau herzlich und fand nur. sie sei etwas nervös und gereizt geworden gegen früher. Was Karla an Lieb: noch besaß, das wandte sie jetzt uneingeschränkt ihrem Kinde zu; nur für den kleinen Wolfgang wollte sie fortan noch leben, nur für ihn lebte sie. Eine wahnsinnige Angst verfeinte sie : auch diese letzte Seligkeit könne ihr entrissen werden, und so sorgte sie Tag und Nacht voller Freude und Schmerz zugleich um ihr letztes Glück. Aber fast waren hierbei der Schmerzen mehr als der Freuden, denn eines steten kummervollen Gedankens vermochte sie sich oft stundenlang nicht zu erwehren : Was wird, wenn dem Knaben etwas geschieht, wenn er mir entrissen wird ? Sie fühlte sich dem Wahnsinn nahe, sich solche öde Zukunft auszumalen ; sie wollte es nicht ausdenken, sie kämpfte dagegen an ; doch immer und immer wieder mußte sie zu eigener Pein jene ffrage an sich richten und fühlte verzweifelnd ihre Ohnmacht. Dann war ihr's. als sähe sie, als einzig noch lebendes Wesen, den Weltuntergang mit an. den Bankerott von Gott und Menschheit, und kaum reichte ihre 5iraft aus, um nicht in wahnsinnige Flüche auszubrechen, um nicht laut zu schreien und zu toben, daß ihr selbst die letzte Stütze der Elendesten genommen war : die Hoffnung auf die Zukunft, auf Glück, und sei's noch so fern ! Dann fühlt: sie dumpfe Schmerzen im Kopf und saß in sich gekehrt und vcrzweifelnd halbe Tage da. Jahre waren verstrichen. Paul und Karla lebten vor der Welt wie das glücklichste Ehepaar, er schien der aufmerksamste Gatte, sie die hingebende Frau. Und in ihrem Zusammenleben war auch keine äußere Störung eingetreten, Paul amüsirte sich auswärts vorzüglich, und da seine Zrau ihn auch jetzt nie genirte, nie hinderte, empfand er stets Zuneigung für sie und behandelte sie wie früher mit ausgesuchtester Liebenswürdigkeit ; sie nahm sein Betragen stets kalt, aber nie unfreundlich hin, und so lebten die Beiden seit Iahren in größter äußerlicher Harmonie und Ruhe. Paul war etwa? beleibter geworden, war aber immer noch ein forscher Kerl", der sich vieler Erfoloe bei den Damen rühmte ; Karla war

unverändert geblieben ; so vlatz und abgemagert, wie sie damals vom Krankenbett aufgestanden war. erschien sie noch heute, und selten überflog ein leises Noth ihre Wangen ; nur wenn ihr Wolf in ihre Arme stürzte und seinen Krauskopf in ihrem Schooß barg, dann schien Leben durch Karlas Adern zu pulsiren, und ihre starren Züge wurden weich. Ihr Kind bot ihr Lust zum Leben, und nur in ihm und durch dasselbe lebte sie. Der Knabe liebte seine Mutter abgöttisch. ein Blick von ihr zügelte die ihm angeborene Wildheit, eine leise Bitte ließ ihn folgsam werden, ein vorwurfsvoller halblauterTadel machte ihn weinen. Daß ihm der Vater, der sich wenig um ihn kümmerte, recht fremd blieb, erschien natürlich. Paul verlangte keinen Liebesbeweis, und wollt: das Kind sich ihm nähern, was nur selten geschah, so ward es ihm lästig und unbequem, weil seine unbeholfenen Liebkosungen ihm die Fris: zerzausten und ihm die Toilette in UnOrdnung brachten. Einmal hat!: Wolfganz er ging damals eben zur Schule wegen Ungeoerdigkcit nachsitzen müssen. Paul saß an dem Tage gerade zu Haufe und langweilt: sich, als Vater glaubte cr seine Pflichten damit erfüllen zu müssen, daß er ihm eine lang: Rede hielt und ihn schließlich, wenn auch leicht, so doch körperlich züchtigcn wollte, da war Karla, die bis dahin scheinbar tbeilnahmslos dabei gesessen, wie eine Wahnsinniae aufaefahren, hatte dem Erschreckten das Lineal aus der Hand gerissen und stand drohend zwischen "Vater und Kind. Ein Etwas in ihrem Blick, das cr nie darin gesehen, ließ Paul von feinem Vorhaben abstehen, cr ging in sein Zimmer und sagte nur : Mir kann's recht sein. Dann erzieh Du Dir den ungezogenen Schlinge! allein !" Im Sommer darauf wohnten sie auf ihrem Landhausc weit vor der Siadt, Paul empfand die Abgeschlossenheit zwar schmerzlich, aber da er fühlte, daß ihm nach der Wintcrsaifon, die er auf vielen Gesellschaften, auf Bällen und im Theater durchkostet, di: Ruhe wohlthat, hatte er sich in sein Loos ergeben ; er verbrachte seine Zeit angenehm und sinnreich damit, daß er in der Muße des Landlebens Meerschaumpfeifen anrauchte. Wolfgang, der eben von den Masern genesen war, tollte lustig im Garten umher und freute sick nach langer Stubenhaft seiner Freiheit. Eines Abends, Karla ging allein unter den Bäumen, hörte sie ihren Wolf-kläglich weinen und schreien, sie stürzte die wenigen Schritte mehr, als sie lief, und sah bald, was ihr das Herz im Leibe umkehrte. Am Boden der Veranda lag Pauls schönster Meerschaumkopf in Scherben, wahrscheinlich hatte ihn der Knabe unachtsam hinabgeworfen ; nicht weit davon stand Paul, er hielt das Kind bei einem Arm und schlug ihm mit einer schnell ergriffenen Reitpeitsche schonungslos über den Rücken. Paul hörte Karla kommen, er unterbrach sich nur, um zu sagen : Ich muß dem Vengel 'mal Mores lehren," und fuhr in der Züchtigung fort. Karla schrie auf, sie sah auf dem Tifche einen alten Dolch liegen, den Paul zum Bücheraufschneiden benutzte, ergriff diesen, stürz te auf ihren Mann zu, stieß zu und sah ihn fallen. Andern Taoes las man in den größercn Zeitungen des Ortes folgcnoe auffällig gedruckte Notiz : In eine unserer angeschensten Familien ist tieftrauriges Unglück eingezogen. Die Frau des Kommerzienraths H., über die schon lange das, wie sich jetzt erweist, nur allzu wahre Gerücht umlief, sie sei menschenscheu, hat gestern Abend einen Mordversuch gegen ihren Gatten unternommen. Mit einem haarscharfen Dolch überfiel sie ihn, verwundete ihn aber glücklicher Weise nur leicht im Gesicht. Pie unglückliche Frau wurde sofort in eine Privatheilanstalt überführt. Der beklagenswerthe Gatte, der sein häusliches Elend so lange schonungsvoll vor aller Welt verbarg, kann der Sympathie und herzlichen Theilnahme aller Wohldeukenden gewiß sein, zählt er doch auch zu den Besten unserer Stadt, steht doch sein Name obenan, wenn es sich um mildthätige und gemeinnützige Bestrebungen handelt. Mit dem gebeugten Vater beklagt ein hoffnungsvoller junger Sohn das große Unglück der Mutter." Nach wenigen Monaten starb Karla im Irrenhause, ihr Geist war nicht mehr genesen, sie selbst dahingeschwunden in dumpfer Melancholie. Paul glaubte es seinem Kind: schuldig zu sein, wie er allen Bekannten versicherte, daß er sich nach Jahresfrist wieder verheirathete. Naiv. Cafebesucher (der eben die Zeitung gelesen): Schauderhafte Zustände dort drüben in Süd-Ame rika! Denken Sie mal an, da haben sie in Brasilien schon wieder eine Stadt in Brand geschossen, diese ver. maledeiten Insurgenten!" Der Nachbar aus Sachsen: Js nich möglich! Hären Se mal, mein Kutester, derfen se denn des?!" EinRealpolitiker. Pam pel: Wenn ich 'mal meine Leibgerichte haben will, so bring: ich nur meiner Frau eine Düte Vonbons oder dcrgletchen mit! Strampel: Und worin bestehen diese Leibgerichte? Pampel: Mittags Rehbräten und Abends sau. ren Aal! Strampel: Da stnd Sie ja ein wahrer Reh-Aal-Politiker! . Aus Kindermund. Kind (nach einer angehörten stürmischen Scene zwischen Papa und Mama): Papa, wenn die Männer alle so sind, dann Heirathe ich überhaupt nicht!" Letzter Ausweg. Gutte: Du, Liese, mir scheint, wenn ich einmal ein freundliches Gesicht von Dir sehen will, muß ich mit Dir zum Phö' tographen gehen.- .

Wle macht man eine Modedame? Man nimmt:

einen Trichter, zwei Schinken, l J Vrviä' zwei R c i t s ä t t e l und eine B r a t e n s ch tt s s e l, stellt sie richtig zusammen, und man hat die Modedame. Mit gleichem .Maße. Frau Sittsam: Wi: können Sie. Unverschämter, es wagen, meine Tochter zu küssen, . Sausewind: Bitte um Verzeihung, gnädige Frau, für Sie hab: ich noch einige übrig. u5S Studiosus A.: Was, bei der Hitze noch immer im dicken Ueberzicher? Studiosus B.: Es 'ist wirklich zu warm, darum stehe ich im Begriff, den Paletot abzulegen. Studiosus A.: So! Wi: viel wird Dein Onkel d'rauf geben? Der kühne Aaron. Aaron auf einer Gebirgstour. Gott du Gerechter, was man doch murhig wird im Gebirge! Könnte mich doch Sarahleben sehen, wie ich hier über Äas tiefe Wasser spring.

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Die (Jeircuen von Jcver. In dem Lande der Getreuen von Jeder herrschen noch recht urwüchsige Gebräuche. Bald nach der Geburt eines neuen Wcltbüraers eilt der ..9a-

der,"d.h. der Kirchenbote, der als Bote und Diener bei allen kirchlich-häusli-chenFeierlschkßiten benutzt, von Haus zu Haus, um Freunden, Verwandten und Bekannten der Familie mit einem Grötniß" (Gruß) gebührender Weise das erfreuliche Ereigniß zu berichten unter der Formel, det dor watLütt's upstan is". Die getreuen Freundinnen und Nachbarinnen machen stch nun nach Empfang solcher Botschaft bald auf den Weg, um der Wöchnerin, der Kram-Fro". den Kram-Bisök" abzustatten. So sammelt stch eine qanze Schaar um das Lager der Wöchnerin und giebt von ihrer Theilnähme lebhaft in Worten und Geberden Kunde; oft zwar zum Schaden der Kram-Fro", für deren Gesundheit solch freundschaftlicher Besuch . manchmal von den schlimmsten Folgen sein kann. Dennoch würde das Unterlassen desselben als arge Vernachlässigung nachbarlicher Pflichten angesehen werden. Man erwartet den Besuch mit Bestimmtheit und trifft zeitig Vorbereitungen zur Bewirthung. Eine große 'Metallschale, ein sogenanntes Köppken", angefüllt mit einer Mischung aus Branntwein, Zucker und Rosinen, ist schon bereit gestellt. Diese verlockende Erfrischung, welche den sonderbaren Namen Smerige Bohnen" führt, wird den Besucherinnen gereicht. Das Köppken" geht von Hand zu Hand, und mit demselben Löffel langt jede Besucherin in die Schale. Ein folches Köppken" macht wohl auch bei der Taufe die Runde. Auch zu dieser Festlichkeit werden die Gäste durch den Lader" geladen. Wenn sie sich dann nach und nach im Taufhaizse einfinden, werden sie zunächst mit Kassee und Kuchen bewirthet. Es folgt der Taufakt, und dann das eigentliche Festessen. Bei den Taufreden scheinen die Geistlichen jener Gegend sich meist einer sehr löblichen Kürze befleißigt zu haben. Wenigstcns erzählt man von einem geistlichen Herrn, der vor dem Taufakt di: lange Pfeife, aus der er eifrig rauchte, bei Seite gesetzt hatte und dann, nach Beendigung der Rede, als cr die Pfeife wieder zum Munde führte, die erfreuliche Entdeckung machte, daß er sich, die Mühe eines nochmaligen Anzündens sparen könne. Er war selbst wohl überrascht über seine Fixigkeit", und gab seiner Verwunderung sowie seiner Befriedigung Ausdruck in den Worten : Se brennt noch!" BetrunkcnZ-Natürlich. Vfrnp? ftrmS nfhnri meinem ?HTs der", saate 5wan. indem er stolz au? .VliV VJUUnf MVIV. IHHV ein umfangreiches, aber verfallendes Gebäude wies. Er ist der reichste Mann im Dorfe. Fünf erwachsene Söhne hat cr und ein bedeutendes Stück Land, vier gut: Pferde und sechs Kühe; er lebt ohne Sorgen." 'Trinkt er?" Natürlich, er trinkt," antwortete Ivan; an Feiertagen sogar sehr stark. Er ist ein tüchtiger und fleißiger Arbeiter und da cr fünf starke Söhne hat, kann er zwei oder drei in die Stadt auf Arbeit schicken. Sie verdienen einen schönen Lohn und das Geld kommt regelmäßig heim. Was das Land anbetrifft, so kann mein Bruder mit zwei Söhnen und deren Frauen dasselbe bestellen. Ab, Barin! Es ist ein schönes Ding für uns Mujiks, erwachsene Söhne zu haben." Ivan hatte Recht. Eine große Familie in einem russischen Dorf: arbeiket auf dem Cooperativplan, der sich gut bezahlt. Des reichen Mannes Haus unterschied sich übrigens nicht viel von denjenigen seiner Nachbarn; dieselbe Nachlässigkeit, derselbe Verfall wie überall. Der größere Wohlstand seines Besitzers war nur an dem größeren Düngerhaufen und dem zahlreicheren Vieh zu erkennen. Ist Dein reicher Bruder heute an der Arbeit?" Ivan drückte in einer urkomischen Grimasse sein Entsetzen aus, spie mit ungewöhnlicher Vehemenz auf die Erde und fchlug ein Kreuz. Dem Barin (gnädigen Herren) be liebt es, mit einem Mujik zu scherzen!" rief er endlich. Heute ist Feiertag und mein Bruder und seine Söhne sind keine Sünder. Sie ar bkiten nicht an einem Feiertage; sie sind sämmtlich im Kabak (WirthsHaus), wie es sich gehört." Betrunken?" fragte ich. Betrunken, Varin, natürlich!" bestätigte Ivan mit Nachdruck. Es ist heute Feiertag." Das ist der russische Bauer! Das Weib. Als der Herr erschuf die Welt, Da sprach er stets mit freud'gem Muth Nach jedem Werke: Es ist gut." Nichts sprach er, als er schuf das Weib. Ach nein weil's stch von selbst verstand. Er hat es wohl nicht anerkannt S e l b st widerlegt. Was doch diese Blätter immer über die Zer streutheit der Professoren witzeln!" sagt Professor Moppel im Kaffeehause, indem er die Zeitung weglegt und seine Brille putzt. Sag' mal, Rike, hast Du mich schon jemals zerstreut gese hen?" Aber. Herr Professor." be. merkt eine neben ihm sitzende, befreun. dete Dame, Sie haben ja Ihre Frau schon vor einer halben Stunde nacy Hause geschickt!"