Indiana Tribüne, Volume 17, Number 69, Indianapolis, Marion County, 26 November 1893 — Page 6
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I ? Man zählt sieben verschiedene Ar fen menschlicher Hände. Eine jede lrt drückt gewisse (5hara!ter-(5ien. schasten au, die durch lange Beobach' 'tunken und Vergleiche festgestellt worden sind. Diese sieben Arten nie L?n Wie folgt bezeichnet werden : 1) Tie iZlementarhnnd. 2) Tie Philofophliche Hand. 3) Tie Spaten- . stattn, 4) Tie breite Hand. 5) Die spitze Hand, G) Tie psychische Hand und 7) Tie Mischband. mmptn teJ4 m v -?A . " v i m t&ZAP Tie G!en:cntar!;jnö 52 itjrcr Form nach die niedrigste Atnio und dabei wohl am verbreitet situ. Ihre Fläche ist breit, die Fin er sind kurz und dick und uugelen tig. Ter Tau'.i'.en ist ebenfalls kurz lind reicht gewöhnlich kaum über die ÄiZur?l dez Zeigefingers. Eine solche &ai:a ii'.s'.t auf feine geistigen Vorzüge schließen. Sie tündet einfach nimalifäie- l'efceii an. Ter Besitzer einer solchen Hand hat stark ent wickelte thierische Passionen, bci deren Aufwallen er einen Mord begehen könnte, obgleich cr unter gewöhnlicheii Verhältnißen Tenkfanlheit und Ardcitc'scheu verrath, (jine Zvrau mit einer solchen Hand hat ebenfalls eine brutale Natur und weiß sich nur Zvcttig zu beherrschen. Tie Personen mit iflementarhänden sind im Allge meinen einfältig, doch geht ihnen .häufig eine gewisse List nicht ab. h".r w.v.- r Die philosophische Hand. leinen bestimmten Gegensatz zur svigcn Hand bildet die philosophische Hand. 2'ährend erstere breit und fleischig ist. ist letztere dünn und knochig, hat aber kräftige (Gelenke. Leute mit solchen Händen zeichnen sich durch allerlei Eigenthümlichkeiten auZ. In ihrer Weltanschauung sind sie meistens pessimistisch. Sie .landen an den Fatalismus der Türken und an das Sprüchwort : Was purzln soll, das purzelt dock." (ss ist ohl nicht erstaunlich, das: solche Leute im Leben nur selten erfolgreich sind. Hie;u fehlt es ihnen an der nöthigen Energie. Die patenhand Zst dagegen die Hand der erfolgreichen Leute. Tie Handfläche ist br-it, die Finger sind verhältnißmäf' lang und wohlgebildet und gerat welch letzterer. Eigenschaft sie ihre zeichung verdanken. Leute mit Spatenchänden sind nervösen Temperaments 'und rn großer Rührigkeit, doch wis fen sie sich zu meistern. Sie haben qesundc (Einfalle und Ideen und stets die nöthige Energie, nm diese! den znr Ausführung zu dringen. Es iinö Leute, welche Gelegenheiten 'benutzen missen. Erfinder besit.eu .häufig Spatenhände, ebenso Inge Nieure und Geschästsleute, welche sich durch rasches Tenken und Handeln auszeichnen. Frauen mit solchen Händen theilen die genannten Eigen schasten der Männer. In beiden C?e -schlechter findet man Vorliebe für Wwegung, Wechsel und Aufregung, ohne Anlage indessen für Luxus oder .Verschwendungssucht.
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Tie breite Hand oder auch nülichk Hand findet man bei Leuten verschie denster Anlage und Beschäftigung. Die Fläche der Hand ist breit, die Finger sind lang, aber an den Enden wiederum breit. Es mag hier bemerkt werden, daß bei intelligenten und begabten Personen die Finger stets ebenso lang oder noch länger sind als die Handfläche. Wo der um gekehrte Fall bemerkt wird, kann man auf das Vorhandensein brutaler Kräfte schließen. Menschen mit der nützlichen oder breiten Hand halten viel auf logisches Tenken und richtige Folgerungen. Sie sind in ihrer Ar beit meistens methodischer als andere Leute und sind vorsichtig und genau. Man findet sie als gute Advokaten, Aerzte oder gar Politiker. Tie spitze Hand ist die Hand der Künstler. Tie Fläche ist breit, dagegen sind die Finger lang und lpitz. Personen mit solchen Händen find Eindrücken schnell zu gänalich. Sie haben wenig Ueber legung und arbeiten und handeln auf eine instinktive Weise. Häufig sind sie im Leben erfolgreich. Sie sind gute Musiker, Schauspieler, Künstler und Schriftsteller. Ueberhaupt sind sie am besten für Professionen gceig net, welche eher Inspiration als Logik erlangen. Die spitze Hand kann nicht die solide Arbeit der breiten Hand verrichten, ihr Besitzer aber hat für die Kunst und das Schöne Vorliebe und verschmäht dabei sogar den Lurus nicht. Tie psychische Hand hat eine lange .schmale Handflüche, lange, dünne und spitz zulaufende Finger. Sie ist die schönste unter den menschlichen Händen und das Ideal der Bildhauer. Eine nützliche Hand ist sie indessen nicht, und ,hre Besitzer zeichnen sich selten durch geistige oder andere Vor züge aus. Sehr schöne Hände, sagt der Palmist Eheiro, haben gewöhn lich uninteressante Persönlichkeiten. Eine Frau mit häßlichen Händen ist fast immer von interessanter Jndivi dualität. Frauen mit psychischen Händen sind gewöhnlich selbstsüchtig W T" Tie psychische Hand. und lassen sich ZU sehr durch die Ein gedungen der Laune beherrschen. Hie und da zeigen sie künstlerische Ae gabung. doch fehlt ihnen häufig Festigkeit und Ausdauer. Man fin det diese Hand selten bei Mannern und ebenfalls selten bei guten Müt tern und Hausfrauen. Ein Mann mit einer solchen Hand hat seinen Beruf als Mann verfehlt. Die Hand eines Mannes soll nicht Schönheit, sondern Nützlichkeit ausdrücken. Die Mischhand ist die interessanteste der Hände da in ihr sich die Eharak teristik der beschriebenen Arten ver einigt. Ter Besitzer einer solchen Hand hat gewöhnlich brillante Eigen schasten, ein großes Wissen und die verschiedenartigsten Fähigkeiten. ES Tie Mischhand. kommt aber häufig vor. da er eS im Leden nie auf einen grünen Zweig dringt, da es ihm an kharakterfestig seit fehlt. Er ist bald fleißig, bald faul, verschwenderisch und anspruchs--voll, dann wieder geizig, niederge schlagen und unzufrieden. Der Zeigefinger und der kleine Finger laufenI'i i der Mifchhand ge wohnlich spitz zu. während die ande ren Finger eckig sind. Dieses ist ein Zeichen von klarem Eedankengang. Ist die Mischhand breit, so beweist dieses, daß ihr Besitzer ziemlich feste Charaktereigenschaften besitzt. Die Verschiedenheit der Finger zeigt auf verschiedenartige Fähigkeiten ' hin ; die starken Gelenke aber, erinnern an die philosophische Hand. Der Daumen einer jeden Hand hat
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einen gewissen felbststandigen Eha rakter, welches daher kommen mag. daß derselbe im Gehirn ein eigenes Nervencentrum besitzt. Ter gerade Daumen drückt starke Individualität aus. Ist cr am Ende etwas nach aufwärts gebogen, so beweist dieses, daß sich sein Besitzer leicht in alle Lagen finden kann, steht er aber in einem rechten Winkel von der Hand ab. so läßt er auf große Unabhän gigkeit schließen. Je länger der Dau men, desto größer die Ge'istcsfähigkei teil. Tie allgemeine Annahme, daß Handarbeit den Typus der Hand verändere, ist eine irrige. Tie Hand mag durch schwere Arbeit breiter und ihre Muskeln mögen stärker werden, ihre Eharaktcristik aber bleibt von der Kindheit bis zum Grabe dieselbe. Nette Aussicht.
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Hausbesitzer: Sie gehn mich um ein Darlehn an, mein Herr aber ich kenne Sie ja gar nicht! Student: Das thut nichts Sie werden mich schon gründlich kennen lernen! Auch Einer, der sich zur Ruhe geseht hat. Bittere Antwort. Alte Jungfer: Nein, das Boxerl müssen Sie zurücknehmen. Sie haben mir das Thier als ein besonders kluges verkauft, und jetzt ist es so dumm!" Hundehänöler : Wieso denn?" Alte Jungfer: Sehen Sie, daß ich ihm einen Kufc gab, gestatete das Thier anfangs noch, jetzt aber auch nicht mehr, und daß es mir einen Kuß wiedergab, daran war gar nicht zu denken!" Hundehandler: Ja, Madamchen, das Thier ist nicht zu dumm, sondern zu klug!" Auch eine Empfehlung. Sie wollen sich um den Kassirer Posten in meinem Hause bewerben? Aöl:r Sie sehen ja wie ein hm wie ein Lämmlein aus?! Um so besser für Sie. mein Herr! Haben Sie schort einmal gehört, dcö Lämmer durchgehen?! Bange Ahnung. Er. Und dann schreibst Du mir postla g:rnd unter A. B. 7.' hörst Du. Schatz!" Sie (stockend): Emil. . . . ich bin doch nicht etwa Deine Sie. bente?" Logisch. Erster Junggeselle: H:irathen ist eben ein Glücksspiel!" Zweiter: Sehr richtig! Und sollte auch als solches bestrast werden!" Erster: Gewiß! Was ja auch in den meisten Fallen aeschit!" Kindlich. Mutter:Sag'Deinein Brüderlein, es soll vom Wasser n?egeh:n es erkältet sich sonst!" J::nze (schreit): Geh' weg. Du Esel!" Mutter: Adolfchen, so sagt man zütx nicht!" Junge: Wie sagt man nachher, wenn Einer ein Esel ist?" Ein P e s s i m i st. A.: Watuvx weinen Sie?" 23.: Ach, mein: Frau ist mir durgegangen!" A.: ..une: Mann, vcrfündigen Sie sich .ttchi:-
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D i e Vorrechte unserer Männer. Einkzz Wochen, ja Monate, sind vergangen, seitdem wir an dieser Stelle von den Pflichten der jungen Frau gesprochen, also wäre es nur gerechtfertigt, wenn wir im Verlauf der Zeiten auch efrtm.M über die Pflichten der jungen Ehemänner reden wollt:n. Doch ich wage mich aus mancher lei Gründen an dieses gefährliche Thema nicht heran. Erstens gestehe ich offen, daß mir als Frau natürlicher Weise nur sehr mangelhafte Kenntnisse über sämmtliche männliche Pflichten zur Verfügung stehen, zwei tens fürchte ich, es möchte zwischen Männlein und Werblein eine allzu erbitterte Debatte, ein Kampf auf Leben und Tod entbrennen, und drittens, die Sache könnte uns von Seiten der Herren den wohlgemeinten Rath einbringen, wir sollten hübsch unsere Pflichten erfüllen und den Herren die ihrigen überlassen. Das wollen wir denn auch herzlich gerne thun, und noch viel mehr, wir wollen die gegenseitigen Verpflichtungen nicht einmal vertauschen, denn wir Frauen könnten dabei den Kürzeren ziehen, da ich glaube, das wir von der gütigen Vorsehung mit Pflichten weit reichlicher be'dacht wurden, als unsere bedauernswerthen männlichen Mitmenschen. Anders steht es aber mit den Rechten. Bei jeder wie auch der nachfolgenden vergleichenden Gegenüberstellung, zu der wir Ehefrauen im täglichen Leben nicht selten Gelegenheit haben, werden wir entdecken, daß die Herren der Schöpfung bei der Vertheilung der Rechts jedenfalls viel rascher bei der Hand gewesen sein mußten, als wir langsameren, schwerfälligeren Frau, denn sie haben wahrlich eine ganze Anzahl von. Rechten vor uns voraus bekommen. Und wenn wir auch sonst ziemlich gutmüthige, genügsame und doch auch selbstbewußte Geschöpfe sind, so können wir nicht umhin, die Herren etwas zu beneiden, ja aufrichtig darob zu bewundern, wie consequent sie seit Adams Zeiten her es verstanden haben, ihre Rechte und Vorrechte dem Weibe gegenübe? mit unwandelbarer Festigkeit zu erhalten und vor allen Annektions-Gelüsten der Frauen zu bewahren. Vor allen Dingen haben also die Herren Äer Schöpfung sich das Recht erobert, nach irgend einem weiblichen Wesen die Hand ausstrecken zu dürfen, und vorausgesetzt, daß die betreffende Dame den ehrenden Antrag annimmt, sie zu ihrem Weibe zu machen, währcnd es, glaube ich doch, sehr son'derbar aussehen würde, wenn von weiblicher Seite ein Heirathsanirag an irgend einen Mann erfolgen würde. Auch mit den Liebesbetheuerungen und Zärtlichkeitsbeweisen dürfen die Männer seit den paradiestschen Zeiten her so verschwenderisch umgehen, als e5 ihnen ihre momentane Stimmung eingiebt, während die Frauen sich zu gleichem Enthusiasmus niemals hinreißen lassen dürfen, ohne fürchten zu müssen, in den Augen der Männer lacherlich zu erscheinen. Ferner dürfen die Gatten von ihren Frauen irgend ein Opfer verlangen, in der Ueberzeugung, daß dieselben bereit sein werden. Alles zu thun, was in ihrer Macht steht, während die Opferwilligkeit von Seiten der Männer nicht ganz so überzeugend befunden werden dürfte. Wenn die geschäftliche Thätigkeit des Mannes sich weniger erfolgreich gestaltet, wird er mit vollem Rechte fordern, daß die Frau sich in ihren Bedürfnissen und Ansprüchen einschränke, während die Gattin dafür Sorge tragen und Alles daran setzen wird, daß die Ansprüche ihres Mannes stets unverändert befriedigt werden. Kommt der Herr Gemahl spät nach Hause, so ist dies durchaus kein Unrecht, und die Hausfrau wird nur in liebenswürdigster Weise bedauern, daß das Essen nun nicht mehr ganz so frisch und wohlschmeckend sein dürfte. Kömmt aber die Frau ganz ungerechterweife zu spät heim, so wird es mit der liebenswürdigen Weise des Gatten sehr bedauerlich aussehen, und das Essen jedenfalls alle Frische und Schmackhaftigkeit für sie verlieren. Ist der Herr und Gebieter in schlechte? Stimmung, so hat er das unbestrittene Recht, die ganze Familie darunter leiden zu lassen, während die Frau stets bemüht sein muß, ihre Verstimmung möglichst zu verbergen. Sollte die Suppe versalzen oder gar etwas wässerig, der Braten mißrathen sein, so, wird der Hausherr mit seiner aufrichtigen Bewunderung dieser unangenehmen Thatsachen kaum zurückhalten. würde sich aber aufrichtig wundern. wenn die Frau die kleinen Mißgeschicke des Herrn ebenso laut und nachstchtslos tadeln wollte. Wird eines der Kinder trank, so hat der Mann das Vorrecht, die Frau dafür verantwortlich zu machen, und dann seinen Rock und Hut zu nehmen und in den Klubzu gehen. Dagegen blüht der Frau das Vorrecht, Tag und Nacht den kleinen Patienten zu pflegen und ihren Hut und Mantel für Wochli'. nicht in di: Hand zu nehmen. Steigert sich der Hausgebrauch, so hat der Mann abermals das Vorrecht, dies seiner Frau tagtäglich und nicht immer in den gewählten Ausdrücken vorzuwerfen, während die Frau es wobl nicht rathfam finden würde, .dem gestrengen Herren des Hauses seinen Verbrauch an gewählten Cigarren, Weinen etc. tagtäglich vorzuwerfen. Werden die Männer alt und ruhe'bedürftig, so wird dieS Vorrecht ihnen liebevoll eingeräumt und der bequemste Sorgenstuhl mit den weichsten Kissen zurechtgerückt, aber die Frauen dürfen und sollen niemals alt und noch wem ruhtbedürsUz sein. Schließlich
TC bleibt also den armen Frauen zu, Umgestaltung dieser Rechtsverhältnissk nichts anderes zu thun übrig, als aufrichtig zu wünschen, daß sie das Vorrecht hätten. Männer zu sein. Familientag der MüNkutsHer. Stramm und schmuck traten die Repräsentanten der über alle Welt verbreiteten Familie Müller, der Roth gehorchend, nicht dem eigenen Trieb, vor dem Berliner Schöffengericht an. Gegen die Wackeren lag eine aus Hausfriedensbruch lautende Anklage vor und zwar sollten sie sich dieses Vergehens auf einer Familienreunion der Familie Müller haben zu Schulden kommen lassen. Sie machten in ihrer tadellos sauderen Kleidung und durch ihr ganzes Verhalten einen günstigen Eindruck, und d'.'s mochte den Vorsitzenden wohl veranlassen, ein Auge zuzuorükken und den Angeklagten bei ihrer Vertheidigung etwas weiteren' Spielräum zu lassen, als es sonst zu geschehen pflegt. Die drei Angeklagten sollen sich des gcmeinschastlichenHausfriedensbruchs schuldig gemacy! haben. Vors.: Sie führen alle drei den Namen Müller; sind Sie Verwandte? Angeklagte: Nicht in die jeringste Entfernung." Ich denke nich dran!" Jn'n Gegendeel. wir kennen uns blos von't Ansehen." Vors.: E3 ist genügend, wenn Einer antwortet. Wer will das Wort führen? Der mag sich hier als Erster hinstellen. Angeklagter Gottlieb Müller: Denn will ick mir man die Freiheit nehmen, indem ick nu doch ma! am besten reden kann. Vorf.: Was wollen Sie denn mit dem Papier, womit Sie immer herumfuchteln. Angekl.: Det is datLZed, wovon derWirth sagt.dat dat unanständig is. Det will ick hernach vorlesen. Vors.: Das werden Sie roohl gefälligst bleiben lassen. Das Licd geht uns gar nichts an. Angeklagter: Der Wirth hat uns abei auf Grund und Hinsicht dieses rausZefchmissen. un wir behaupten, det der Mann ene Laier un keen Szchöerständige: von een anständijet Lied is. Vcrs.: Wir wollen -uns um das Lied einstweilen nicht kümmern. Erzählen Sie mal kurz den Sachverhalt, wie ei sich am Abende des 29. Juli zuzetragen hat. Angekl.: Denn muß ick von zwce Dage vorher anfangen. An jenem Abend kamen wir also fast zu dieselbe Zeit nach Hause, acht Wagen hielten mit ecn Mal vor die nasse Achte" in der Müllerstrabe, un die janze Stube war voll Müllkutscher, indem doch immer zwee bei cenen Wagen sind. Wir freuten uns da nu rüber un dabei kam et nu raus, de! nich wenijer als sieben von die Müllfahrer Müller" hießen. Da kriege ick die Idee un sage: Kollegen, sage ick, alle die jroßen adeligen Herrschaften halten Ieschlechts- und Familiendage ab, warum follten die Müllers det nich ooch mal machen? Wenn wir ooch nich verwandt sind, so sind wir doch Namensvettern, un wenn wh Müllers alle bei't Mülljeschäst anjestellt sind, denn is det jewinermaßeu ooch 'ne Verwandtschaft. Wir mußten so wie übermorjen mal Alle zusammenkommen un en jemiethlichej Stiftungsfest feiern. Dieser Vorschlag jefiel nu alljemein. un all Eener sagte.. denn müßten wir die Zusammenkunft von alle die Müll-Mül-lers bei Müller'n in die Müllerstraß! abhalten, da jab det een jroßen Jubel un ick drei Jroße von den chnapsfabrisanten Adolf Müller zum Besten. Mit een Mal steht ein Mann uf. der in eene Ecke jesessen hatte. Er hatte eenen schwarzen Anzug an, sah aber man sehre heruntergekommen aus. Meine Herren." meente er,.jestatten Sie. det ick cz an den Müller-Bund mir anschließe, ick heeße ooch Müller un bin Reisender für den sogenannten Müllkasten-Müller". der für die Hauswirthe die Müllkästen liefert." Ick sehe ihn denn so'n bisken von die Seite an un sage: Det Jeschäft scheint für Sie nich recht inträglich zu. sind." woöei er aber lacht un sagt: Immer noch besser, als frieher, als ick Fleischbeschau bei die Vegetarianer war." un wir lachen un meenen: Der Junge is jut, der muß mit in den Müllerbund." Un der Reisende meente. wenn uns det recht sind dhäte, denn wollte er uns zu't Stiftungsfest een Müllkutscher-Lied machen nach die Melodie: Strömt herbei, Ihr Völkerschaaren," un er könnte det. indem er mal eenen Bruder jehaöt hätte, der für den . Lehrerstand bestinunt jewesen sei. Wir jaben alljemeinm Beißall un verabredeten uns in unser bestes Zeich zum Sonnabend-Abend bei Müller'n in der Müllerstraße. Un wir kamen alle zusammen, un det war mit eencnr Wort jesagt een schönet Fest. Vors.: Nun kommen Sie aber zur Sache. Angekl.: Um elfe rum brachten wir det letzte Hoch uf die vereinigten Müll-Müllern aus un jingen nach Hause, so. ordentlich wie wir jekommen waren. Wir müssen nämlich schon um viere wieder uf'n Posten sind. Wir Dru mußten noch an die nasse. Achte" vorbei un jingen rin. um noch een Seldel zu trinken. Ick bestellte erst drei Bittern. Wir merkt-2 ja, det der Wirth falsch war, det wir det Stiftungsfest nich bei ihm abjehalten hatten; aber wir kümmerten uns nich darum, sondern kriegen unser Lied raus un siagen det noch mal. Mit nem Male springt mein Wirth uf un sagt, so'ne unanständige Lieder ließe er in sein Lokal nich singen un det dhäte außerdem 11 Uhr sind un det wäre Feierabend un wir sollten zum ersten, zum zweiten und zum dritten Male rauZjehcn. Ick sage, n hätte uns eben erst Bier injeschenkt un det müßten wir erst auSdrinken. Satte ick nu Recht oder hatte der Wirth Unrecht, Herr Jerichtshof? Un
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dhun Sie mir blos den eenzigen Jefallen un hören. Sie det Lied an singen will ick et natierlich nich un ob det woll eenen Funken von Unanständigkeit hat. Vors.: Nun, denn, meinetwegen den ersten Vers, das wird wohl genügen. Angeklagter (liest): Lumpen, Glas, Papier und Knochen, Messing. Kupfer. Blei und Zinn. Stoppen wir janz unjerochen Allens in den Sack h:rin. Schinden müssen wir uns klobig Darum ist ooch unsre Kluft Merschtendeels woll etwas stobiz Un von janz apartem Duft." Is det unanständig, meine Herren? Vors.: Nein, das kann man nicht behaupten. Angekl.: Un nu kriegte ick ooch so'n merkwürdige! Rumoren in'n Leib un hatte den Wirth in Verdacht, det er mir aus Schadenfreude en dottet Iemisch jejeben hadde, un ick sagte ihm blos, wenn er uns wejen Hausfriedensbruch anklagen dhäte. denn zeigte ick ihn wegen Bauchsriedensbruch" an. Un denn jingen wir raus un die janze Jefchichte hat keene 10 Minuten gedauert. Vorf.: Nun. dann wollen wir mal den Wirth hören. Die Aussagen dieses Biedermannes ergaben nichts Belastendes und erfolgte deshalb Freisprechung der Angeklagten. Det wußte ick." sagte der Wortführer des Trio. Gottlieb Müller, indem er sich an den Vorsitzenden wandte; een Müller wird doch'n andern nich in't Ezen bringen und Sie sind doch ooch een Müller, wenn ooch keen Mull-Müller, sondern een Ierichts-Müller." Der Clcpysttt in der Mythe. Das Auffinden von Knochen vorgcschichtlicher Ungeheuer hat ohne Zweisei die Veranlassung zu vielen Märchen von Riesen gegeben, denen wir besonders in der Literatur der Alten und des Mittelalters begegnen. Die Griechen und Römer, welche sich das häufige Vorkommen gewaltiger Knochen und Zähne im Erdboden nicht erklären konnten, construirien aus denselben Riesen. So widmen Hero'zot, Strabo, Plinius und Andere solchen Phantasiegebilden große Aufmerksamkeit. Welche Rolle die Riesen im Mittelalter spielten, ist allgemein bekannt und erst der modernen Wissenschaft ist es gelungen, das Absurde 'dieses Wahnglattbens darzuthun. ' In den oft cnoähnten Gebeinen des Königs Tcutobochus, welche in einem Grabmal von Backsteinen gefunden waren, bewunderte man nichts Anderes als das Skelett eines Mastodon und der berühmte Riese Felix Plater's entstand aus den im Jahr? 1577 gesundenen Uebcbleibseln eines Elephanten. In einer unterirdischen Grabkammer zu Jerusalem, welche in Chaläisch die Inschrift Hier ruht der Riefe Og" trug, fand man ungeheure Knochen und Zähne, von denen einer dem deutschen Kaiser zum Kauf an-gc-ooten wurde, allein troh der damals herrschenden Leichtgläubigkeit und Unwissenheit fand die Geschichte von dem vermeintlichen Niesen doch keinen Glauben. Das häufige Vorkommen von Elepbantenskeletten in Sibirien hatte, wie'Jöörand Jdes in der Beschreibung seiner berühmten Reise von Moskau nach China, die er im Jahre 1692 machte, sagt, bci den Eingeborenen die Wahnvorstellung von Niesenthieren, die unter der Erdoberfläche lebten, hervorgerufen. In China selbst hat die Phantasie aus den Elephantenknochen den bekannten Drachen gebildet. In Amerika geschieht die erste Erwähnung von Elephantenknochen im Jahre 1714 von dem Hexenfänger Cotton. Mather. Die betreffendcn Gebeine und Zähne waren im Jahre 1705 nach New York gebracht worden und der damalige Gouverneur Dudley von Massachusetts schrieb dem vorgenannten Mather, daß der Zahn einem Riesenmenschen angehört haben müßte, dem die Äntfluth das Ende gemacht. Der französische Anatom Daubenton war der Erste, welcher in den überall in den Ver. Staaten gefundenen Riesengebeinen Elephantenknochen erkannte, wogegen William Hunter in 1767 aus dem Mastadon ein fleischfressendes Thier machte. Noch zu Jeffersons Zeit, in welcher das Aussteröen irgend einer Thiergattung für widernatürlich gehalten wurde, huldigte man vielfach dem Glauben. daß dieses Riesenthier in den unerforschten Theilen von Amerika lebe. Allein wie de: Riesenlöwe Megalonyx niemals eristirt bat, fo wurde auch der fleischfressende Mastodon von Cuvier als eine Ausgeburt der Phantasie erkannt. Es währte aber noch eine geräume Reihe von Jahren, ehe Cuvier's Lehren sich Bahn brachen und vielfacher Schwindel wurde mit den Gebeinen prähistorischer Riesenthiere 'getrieben. Noch im Jahre 1846 wurdein New Orleans ein Mastodonskelett als dasjenige eines Niesen ausgestellt. Man hatte dasselbe ausrecht .auf die: Hinterbeine placirt. in die Kinnbacken hölzerne Zähne eingepaßt und allefehlenden Theile, nach dem Vorbilde des menschlichen Steletts angefertigt. Selbst viele Aerzte glaubten an die Echtheit des Skeletts, dessen Aussehen von Augenzeugen: als überaus furchterlich geschildert wird. Im Jahre 1840 erregte tut Deutscher Namens. Koch, der sich Doltor nannte, mit seinem Missou.ri.'schen Lviathan riesiges' Aufsehen. Dieses Ungethüm war weiter nichts, als ein Mastodvnskelett. in dessen Rückgrat der Charlatan über ein Dutzend Wirbel 'eingesetzt hatte; die Stoßzähne waren nach außen gedreht und das. Ungeheuer in ein Wasserthier verwandelt. Kpch brachte die Monstrosität nach London und verkaufte dieselbe dem britischen Muleum di daK Skektt von dem Levia
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'.han der Bibel und als solches wurde s von Laien und Gelehrten gläubig angö'taunt, bis Professor Owen den - Schwindel blosstellte. I Daß das Mammoth oder de: haa- ! rige Elephant zur Zeit des vorgeschichtlichen Menschen existirt hat, ist durch die genauesten Untersuchungen in Europa wie in unserem Lande mit absoluter Gewißheit nachgewiesen worden. Man hat nicht nur Knochen dieser Thiere mit menschlichen Gebeinen und Geräthen in Höhlen zusammengefunden, auch bildliche Darstellungen, wie die Elfenbeinplatte aus der Madeleine Höhle in Frankreich, beweisen dies. In dem goldhaltigen Kies in Californien wurden Menschentnochen und Steingeräthe mit Mastodon- und Mammothknochen gefunden, in Oregon unweit von Silver Lake Mastodonknochen nebst Pfeilund Lanzenspitzen von Feuerstein und ebenso in Mexico. Die kalifornischen Funde weisen auf ein shr hohes Alter hin, da der betreffende Kies mit mächtigen und steinharten Lavaschichten bedeckt ist, welche im Laufe d?r Zeit von Wasserströmen durchgebrochen und in Canons verwandelt sind. Das Alter der im Osten aufgefundenen Gebeine scheint nicht fo lvch zu fein, da noch die Traditionen der Indianer von dem ..großen Büffel" sprechen. Die Ueberlieferungen der Irokesen, Wyandots. Tuscaroras und anderer Stämme besagen, daß ihre Vorfahren in den Seen auf Pfählen Wohnungen erbauten, um sich gcg:n die Riesenthicre zu schützen. Äehnlich wie in der alten Welt hat das Auffinden von Mastodonknochen in Mexico undSüdAmerika zu den Märchen von menschlichen Riesen die Veranlassung gegeben. Bernal Diaz del Castillo bcrichtet darüber, ebenso wie Humboldt und andere Forscher. Daß die Elephanten den Ureinwohnern von Mexico bekannt gewesen sein müssen, kann übrigens mit ziemlicher Gewißheit angenommen werden. Unzeit Te-euco fand man ein vollständiges Mastodonfkelett, wo früher der Gra ben eines Weges sich befand, und v:rschiedene Anzeichen sprechen dafür.daß es zu einer Zeit gelebt zu haben scheint, in welcher der Weg benutzt wurde. Die Basrelief der Palenque Priesterfigur mit einem ElephantenKopfschmuck deuten ebenfalls darauf hin. Die Frage was für Thiere die amerikanischen Elephanten waren, läßt sich wohl dahin beantworten, daß wenigstens zwei Species, Mastodon und Mammoth, existirten. Das Masiodon war verhältnißmäßig lkein und nicht so groß wie die heutigen El:phanten Indiens, dagegen länger und massiver. Die männlichen Thicre hatten auch im Unterkiefer Stoßzähne. Das Mammoih wurde bis zu 16 Fuß grok. hatte lange und nach außen spiralförmig gebogene Stoßzähne sowie ein dickes, haariges Fell. Gräßlich: Unqethüme müssen jene Burschen gewesen sein, welche unseren prähistorischen Vorfahren gewiß viel zu schaffen machten. Dienstmädchen (äthemlos): O Jemine, Fräulein. Ihre beiden Bräutigams sind im Salon. Sie haben die Sache 'rausgekriegt und ich glaube, 's gibt ene furchtbare Holze rei!" Fräulein (kokett): Schreckens, voll! O Gott, was thun wir?" Dienstmädchen (nach einigem Nachdenken). Ich wer die Sache schon in Ordnung bringen. Ich laufe rein und sage.Sie weinen sich die Augen aus dem Kopf, weil' Ihr Papa sein ganzes Geld verloren hat. Wer dableibt, den nehmen Sie." Zwei Minuten später erschien 'das Mädchen mit der- Meldung, daß beide Herren fortgegangen feien. Katheder blüthe:. Der Professor macht einige Notizen m sein Buch. Ein Primaner knüpft mit fei'nem Nachbar eine Unterhaltung an. Professor.: Wenn Sie glauben. Schwartze. ich merke, nicht, wer da plaudert, so irren Sie sich. Mit dem einen Auge schreibe ich, mit' dem andern höre ich." ' Boshaft.. Dame (zu einem häßlichen alten Fräulein): Fahren Sie denn nicht mehr in Ihrer wunderschS. nen Equipage aus da ich Sie nie da mit fahren sehe?. Fräulein: Ach, es ist zu langweilig, immer allein zu einem Fenster hinauszusehen. Dame: ,So heirathen Sie doch, dann könnt: iJhr Mann- zur andcr'n Wagenseite hinaussehen. Mißverstän.dnrß. Alte Dame:- Also Ihr großes Producten, geschäft haben Sie gänzlich cmfgege.ben, Herr- Kratzer? Was treiben Sie denn jetzt? Herr Kratzer: Ich habe -mein Geschäft nur verkleinert; zur -Zeit handle ich nur noch mit Lum pen.. Alte Dame: ); wie leicht' -sinnicr! Handeln Sie doch lieber mit ibditim Leuten! 1 Falsche Ao-rstellung. iEr: Da schreibt mir mein Freund,' de, iSepp,. daß es ihm so- gut auf dem ZLand gesallt er meint, er wär' im ! Himmel. Sie: Ist seine Frau auch -bei ihm? Er: Du hast einen nette .Begriff dorn Himmel. ' Entgegengefetzte Wir -kung. Warum hat Herr Müfti ! eigentlich das Weite gesucht?" El !war von seinen Gläubigern in die Eng, getrieben." ' Einfachen Grund. A.; Ich leide seit einiger Zeit an einer ge, wissen Schwerhörigkeit.... 23.: Kein Wunder, wenn Sie bis über du .Ohren in Schulden' stecken! Grob. Gattin: ES ist statt, stisch festgestellt, daß 75 Procent d Strafgefangenen Junggesellen sind. DaS ist doch merkwürdig, vie?- Gatte. Durchaus nicht, das ist ein Beweis, daß die Männer daS Gesangniß deru Ehistand vorziehend . .
