Indiana Tribüne, Volume 17, Number 69, Indianapolis, Marion County, 26 November 1893 — Page 3

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i Das MntterMKl 3oir5r?i.'a:t von Zivcx SticDs, (13. Fortsetzung und Schluß.) Es irar etwas an Dir," flüsterte sie, .das mich vom ersten Augenblick an verwirrte ein Blick eine Manier, die mir so seltsam schien, aber dieses Gefühl schwand mit der Zeit und ich dachte nicht mehr daran. Aber " und sie trat zurück von ihm Du vergißt, daß ich nicht mehr Paulette bin ach, gewiß hat es Dir der General v:ct erzählt!" Er hat mir Alles erzählt. Alles!" rief Arthur. Er kam in großer Hast und wir machten uns sofort daran, Di? zu folgen. Ich dachte, daß Du zu Dei ilem alten Leben zurückgekehrt fein Würdest, und so vermochte ich wohl. iDich zu finden. Wir nahmen eine Loge im Theater, und folgten Dir nach der Vorstellung in einiger Entfernung hierher!" Und." brach der General los, ich bitte Dich demüthig um Verzeihung für Alles, was ich zu "Dir sagte. Ich war brutal, wahnsinnig! Endlich vergebe -ich auch Deiner Mutter, um Deinetwillen. mein Liebling! Und nun wäre ich froh, zu wissen, wie Trent dazu kam. sich für St. John auszugeben. Laß uns doch nun Deine alte Freundin, Megrim, hereinrufen." Megrim, welche die ganze Zeit über cm Fuße der Stiege ängstlich und zitternd gewartet hatte, wurde qerufen und nun von den Dreien auf's Genzz'.esie ausgeforscht. Sie schien sehr erschrocken und verwirrt. Ach," stöhnte sie. er hm einmal hierher, um nach Mademoiselle zu fragen er kam dann wieder, und fragte nach ihrem Gatten. Er benahm sich wie ein Schauspieler, und er gab mir Geld und ich erzählte ihm, wie St. John aussah, auch sah er seine photographisckze Visitenkarte von ihm. die zr.rückgeblieben war, als Mademoiselle nach ihrer Krankheit sortreiste mit dem General. Ich wußte nicht, daß er etwas Uebles im Werke habe. O, nein! nein!" Megrim," sagte der General, machen Sie sich fertig, um mit uns fort zu gehen." Megrim gehorchte, und Arthur zog Vauleitens Hand in seinen Arm, und -die vier Personen gingen miteinander fcie Stiege hinab. Es hatte zehn Uhr geschlagen. . Doktor Philipp Walter, sein Weib und seine Tochter saßen, etwas ungeduldig, die Ankunft von Trent erwartend. Was konnte er meinen," sagteSrüb'chen, rnit seiner Bemerkung von einer Ueberraschung? Ich habe bereits die größte, die ich finden konnte. Denkt Ihr, daß es etwas Unangenehmes sein kann? Mir ist heute, als wenn ich gar nichts mehr zu thun haben sollte mit den Sorgen dieser Welt." Ach, Du wirst bald wieder zu seufzen beginnen," sagte der gute LandDoktor, und zwar nach denReichthürnera und Ehren der Welt, um unserer Tochter willen." Nein." antworte sie. ihr ' schönes Haupt schüttelnd. Herzchen wird von Beiden genug haben, wenn sie ihren großen, schönen, blonden Hermann heitathet, der nur darauf wart:!, sie von uns fortzunehmen." Herzchen" lächelte, wie von stolzer Höhe herab, ihrer kleinen Mutter zu. Wonach ich mich zunächst sehne," sagte sie, ist der Anblick des kleinen Dauses, wo ich geboren wurde. Wenn Trent, zu dem ich überhaupt keineNeigung fühle, nicht bald kommt, so werde ich allein abreisen müssen, um es auszusuchen." Da wurde plötzlich an die Thüre geklopft. . Der Doktor ging und öffnete. '' Lächelnd und fröhlich wie immer, (spazierte Trent herein, gefolgt von einer großen, soldatisch aussehenden Ge .statt, von etwas steifem und strengem Aussehen, General Weißenthurn in eigener Person. Ah," rief Trent, Sie warten, wie ich sehe. Welch' eine bezaubernde Familiengruppe! Fräulein Herzchen, ich tiiffc Ihre Hand. Darf ich um die Erlaubniß bitten, Ihnen Allen und Jhuen, Doktor, insbesondere, den General Weißenthurn vorzustellend Sein Gesicht blickte schadenfroh und triumphirend von dem Einen zum Andern. Das Gesicht de5 Generals verrieth einen tiefen Verdruß, gemischt mit etwas Ueberraschung, nichts mehr. Doktor Walter allein wurde blaß. Seine Augen richteten sich einen Moment auf Trent, dann senkte sich sein Blick. Er verneigte sich, aber mit etwas verwirrter Miene. Und nun," sagte der General, indem er sich ungeduldiq an Trent wendete, warum haben Sie mich hierher gebracht? Was habe ich mit diesem Fremden zu thun? Ich kehre noch heut: zu rück. Meine Zeit ist kostbar." Eine gewisse Steifheit im Gange und ein etwas mit Blut unterlaufenerStreif an ewem Auge verrieth, daß Trent bei der Zusammentreffen mit Arthur auf Meqrims Stiege in vergangener Nacht nicht gerade im Vortheil gewesen war. Auch sein Temperament schien etwas kraus. . Geduld!" sagte er zu dem General. Ich habe Sie, etwas gegen Ihren eigenen Willen, hierher gebracht, es ist wahr; aber ich habe dieser auszezeichneten Familie eine Ueberraschung versprechen, und bei meiner Seele, die soll sie haben!" Schurke!" rief der General, alle Selbstbeherrschung verlierend, Du beabsichtigst doch nicht, mich zu verrazhen?" Grübchen und ihre Tochter erhoben sich und schritten der Thüre zu.

Meine Damen, ich bitte sie, . su?

laicht zurückzuziehen," sagte Trent. Ich 'habe eine kleine Geschichte zu erzählen, die Sie hören muffen, eine wahre Ge schichte aus dem Leben, in deren Lesitz ich vor Jahren durch einige Privat Papiere gelangte, die durch ein kleines Mißverständnis in mein: Hände sie len." .'Wollte der Himmel," stöhnte der General, und sein graueö Haupt sank auf seine Brust herab, ich hätte Arthur in der letzten Nacht nicht verhindert, diesen Menschen nach Verdienst zu behandeln." O, er that mehr als genug!" antwortete Trent mit flammenden Augen; und diesen Morgen will ich sehen, was ich für Arthur thun kann. Setzen Sie sich. Frau Walter. Doktor, wie bleich Sie aussehen! Die Chronik sagt, daß vor vierzig Jahren der Sprößling eines reichen Hauses, während er sich im Norden auf einer Jagd nach Vergnügungen befand, auf ein hübsches Landmädchen traf, das er insgehcime heirathete eS scheint, daß das schon so im Llute liegt einen Moment später verließ er sie die alte, alte Geschichte und wendete der Thüre ihrer Hütte für immer den Nucken zu. Er kehrte zurück, heirathete illegal natürlich Eine von seiner eigentlichen gesellschaftlichen Stellung, eine reiche Erbin von Geburt und Familie, die ihm zwei illegitime Söhne gebar. Inzwischen hatte auch die verlassene Landschönheit einen Knaben geboren, den sie in den folgenden Jahren auszog wie eine Spartanerin, in voller Kenntniß des ihm zugefügten Unrechtes, aber schwieg darüber, mit geradezu übernatürlicher Uneigennützigkeit. Er nahm den Namen seiner Mutter an, .statt den des Vaters, den Beide, Mutter und Kind, mit gutem Grunde haßien. Die Geschichte von seiner Geburt bewahrte er immer als ein Geheimniß, später auch vor seinem eigenen Weibe, 'obwohl er diese von ganzer Seele liebte. Er hat mit Armuth gekämpft, während er wußte, daß er der rechtmäßige Erbe großer Reichthümer sei. General, gehen Sie nach Hause, und machen Sie ein neues Testament! Lassen Sie mich Jhneu vorstellen, das Kind von Rachel Walter Ihren erstgeborenen und ein'zig legitimen Sohn Philipp!" Wie eine Bombe fielen die Worte unter die Anwesenden. Grübchen stieß einen Schrei aus, einen andern der.General, welcher zurücktaumelte, mit einer Hand nach seiner Stirne griff und wild unter den weißen Augenbrauen hervor auf den Doktor hinstarrie. Mein Sohn!" börte man ihn siammeln Rachels Sohn, Oh, Gott!" ..Sprechen Sie, Doktor!" rief Trent in '., '.:'ister Erregung; war nicht Nachel Walter ihre Mutter?" Der Doktor sah sehr aufgeregt, aber cucb indignirt aus. Sie war meine Mutter," antwortete er. Was ficht Sie aber an, sich in diese Angelegenheit zu mischen? Ich verbot es Ihnen in jener Nacht, jemals wieder davon zu sprechen. Guter Gott! Seht ihn an! Es war zu plöt-lich er ist ein alter Mann!" Aufrecht und groß für einenMoment stand die mächtige soldatische Gestalt da, dann neigte er sich plötzlich vorwärts und fein graues Haupt sank schwer auf seine Brust crab. Leide, Trent und der Dosier, sprangen hinzu, um ihm zu helfen, und als sie es thaten, siel der alte General, wie ein großer Baum, dessen Wurzeln der .Anprall eines Sturmes gelockert, köpfüber zu ihren Füßen. Sie hoben ihn auf. Er bewegte sich nicht, er sprach nicht. Sein Gesicht war todesbleich und verzerrt. Vater!" rief Philipp Walter zum ersten Male in seinem Leben, und nahm das graue Haupt in seine Arnie. Himmel!" rief Trent erbleichend, was ist über ihn gekommen? Er sieht ja ganz seltsam aus. Aber er hatte schon öfter solche Anfälle. Wahrhastig, es ist eine Ohnmacht oder ein 'Schlaganfall, oder, nein, es kann nicht sein der Tod!" Der Doktor legte seine Hand auf das Herz des Generals. Kein Pulsschlag war zu fühlen. Er sah in die olasigen, Halbgeschlos jenen Augen, hielt einen kleinen Spieccl vor den Mund, der das schwächste Zeichen von Athem verrathen mußte, aber das Glas blieb hell und unge hübt; und Äeorg Trent, dem dieNach? aus der Hand gewunden war. ehe er sie nach seinem Plane ganz vollführt hatte, sah hinab auf den alten Gebieter, der jetzt vor ihm ausgestreckt da lag, starr und still und todt. Lange, bevor Arthur auf denSchau 'platz dieser Scene gerufen werden konnte, war der Advokat geflohen, ohne seine Absicht ganz erreicht zu habcn. denn des Generals Testamen! war unberührt, und Arthur noch der legale Erbe. An demselben Tage, als der Wasser strahl der Fontaine auf dem Platze in dem Mittagssonnenscheine funkelte und glitzerte wie Diamanten, hielt ein geschlossener Wagen vor dem Hause, daZ Frau Arnstein bewc.hnte, und Doktor Walter und Paulette, die letztere tief verschleiert, der erstere sehr traurig und still, stiegen die Stufen hinan, und wurden von Rebecca in das Zimmer ihrer Herrin geführt. - . .. . ".. !iu Ausgestreckt aus intern opoa, niazis . , . Yf!j. Frauengestalt thurn geliebt hatte. Auch der Anblick von Doktor Walter veranlaßte sie nicht mkhr, sich zu erheben. Er nahm Paulette bei der Hand und führte sie vorwärts. ' . Meine theure Frau Arnstein sagte er sanft, sehen Sie. ich habe Jh n endlich ihr Kind gebracht."

um sich gewayreno, mu wirrem HO?, lag die einst so prächtige und stolze

da, die Ernst Weifc-

Dann kniete Paulette an dem Soa nieder und sah in die schwarten stillen Augen, und enthüllte das Mut t: rmal an ihrer Kehle, und zeigte die aUt Kette mit den seltsamen Anhänz seln, welche sie noch trug. Und jetzt begann ein Licht -lufzu-dämmern in dem bleichen Gesichte, die verschränkten Arme der unglücklichen Mutter öffneten sich, und drücklenPauleite wieder an ein Herz, das nahe da ran war, zu brechen in der Fülle seiner plötzlichen Freude; und Doktor Walter sah. wie das goldige Haar sich mischte mit dem grauen, wie das blühende junge Antlitz sich neigte über das ha gere weiße, und ging hinaus,- eine Thräne zerdrückend, und ließ sie allein. Paulette kam nach einer S3eile zu ihm. ruhig und sehr traurig. Ich glaube nicht." sagte sie stolz, daß ich Ursache habe, ihretwegen zu ,erröth:n. Ich habe ihr begreiflich gemacht, wie Arthur über die ererbtcnGüier zu disponircn gedenkt. Es scheint, daß ich eine reiche Erbin bin, und keine Furcht zu haben brauche wegen seiner Zukunft oder der meinen." Nach der Beerdigung des Generals und Verlesung des Testamentes wurde dem Doktor erst klar, was Paulette mit diesen dorten hatte saen wollen. . Nicht einen Pfennig." sagte Arthur, will ich jemals von diesem Erbe berühren. Hätte er länger gelebt, so würde er selbst daö Testament vernichtet haben. Ihnen, Doktor, qebörtMeißenthurn mir all' seinen Besitzungen. Würde ich sie in seinem Namen Ihnen nicht wiedererstatten, ich wäre gewiß, daß er in seinem Grabe keine Nuhc finden könnte." Aber wozu schluchzte Grübchen, brauchen wir die Reichthümer EineZ, den 'wir niemals kannten, zwei so anspruchlofc Menschen, wie Philipp und ich?" Aber Arthur ließ sich von seinem Entschlüsse nicht abbringen, und nach langen, fruchtlosen Discussionen sagten der gute Landdoktor und sein Weibchen dem Hause im Landstädtchen ein lanes Lebewohl und bciraten zögernden Fußes die stolzen und weiten Näume des Schlosses. Und aus dem stattlichen Thore daselbst führte Jarnecl Herzchen" als eine glückliche Braut nach Hause, wo er unter ihrer Herrschaft für seine Musik und für seine Doggen jeglicheFreiheit genoß. Einen Monat nach der Wicderaufnähme ihrer Tochter starb Adah Arnstein und hinterließ der Ersteren ihr Vermögen und ihre alte Dienerin Rebecca. In einem etwas anrüchigen Viertel der Stadt Berlin lebt in tiefer Zurückgezoacnheit heute ein Advokat mit seinem Weibe die letztere ist eineFrau mit scharfen Gesichtszügen und schwarzen Augen, besonders "geschickt im Piquetspiel, in dem sie oft hübscheSümmchen gewinnt, aber sie befindet sich nicht mehr in ihrer ersten Jugend. Die Beiden sind eben kein sehr glückliches oder gut harmonirendes Paar. Sie ging mit ihrem Gatten durch, blos aus Liebe; er ging mit ihr, weil ihr Doktor Walter ein schönes Einkommen gesichert hat, das sie his an ihren Tod bezieht. Der letztere Umstand zwingt den Gemahl, daß cr um ihren Gesundheitzustand immer m'öqlickst besorgt sein muß, was ihr natürlich etwas zugute kommt. Der Mann ist Georg Trent. 'Seine Gattin nannte sich alsJungfrau Hilda Surr. (Ende.)

p:u:!i!c ZZilder aus Dem Sonn.'N' lande. Ekzkichn, , tU 0 Ci. In den, Hofe eines Hauses in Rio de Janeiro, das mit der 3liii feite nach dem Meer ausblickt, standen ;wei schwarze Ge? sellen und rauchten. Ihre leuchtenden Hemden und Beinkleider stachen Vortheil haft ab gegen die dunkelglänzende Negerbaut und kenmeichneten sie als die Zugehörigen eines besseren Haushaltes. Ab und zu ficl eine Bemerkung zwischen ihnen, meist nur dann, wenn sie etwas von Außen dazu anregte. Sieh da den Soldaten, s?gte jetzt der Eine von il?u?n und wies auf eine Gestalt, die auf dem Ufcrsand einherschritt. .Cuitado '." (Der Aermste) war die Antwort, 's soll schrecklich da zugeben. 53 ic wäre dir's zu Muthe, Beneditto, wenn sie dich in den Nock da steckten V Deus ins livro ! Gott soll mich bewayrcn! Sprich nicht fo laut, Tiberio, man könnte mein Geheimniß erfahren. Niemand weik eS bis jetzt, daß ich frei bin, außer unserem Senhor und dir !" Und wir weiden es nicht vcrrachen ! Aber warum gek,r ?u nicht fort von hier, ins Innere, oder nach dem Lapluta, wo man die freien Neer nicht gleich unter die Soldaten steckt i Du bist ja frei. Niemand hält dicb !" .Nein, Niemand," antwortete der freie Neger langsam. Tann schwiegen Beide. Da kam eine junge Negerin langsam über den Hof geschritten. Sie trug einen Korb mit Obst auf dem Kopfe, aber ihr volles, ncgerfchönes Gesicht mit den glanzenden Augen und Zähnen lachte frisch darunter hervor, als sei es keine Last, sondern ein willkommenes Attribut, das sie veranlaßte, den schönen Körper gerade zu tragen und einen der glänzenden Arme gefällig nach oben zu biegen. Ihr seid ja sehr geschäftig,-' spottete sie, als sie sich den beiden Negern näherte. .AlleS ist gemacht," erwiderte der Sklave, den der Andere mit .Tibcrio" angeredet hatte. .Niemand braucht uns." Dann suchte er mit einer Tändelei die junge Negerin aufzuhalten, die sich aber lachend an ihm vorüberdrängte : Nein laß mich rasch vorbei, Tiberio, Sinha 5-t ' tSl. l.xo fvfrrirt LLtCX Tttl

für IU älteste Tochter' des Hauses der Sklavin) braucht eiligst die Früchte, es ist Besuch da;" damit verschwand sie im Hause. Der Freie hatte kein Wort gesvrvchen, bcr die juncze Stammcsgenojsin mit brennenden Augen angestarrt. Jetzt sagte cr : Die ist'S, die mich hier hält!" .Die Gabriella'il" Ja, ich will sie hcirathen." .DuZ!" Nossa Senhora, wie duschreibst! Ja, ich! Ich habe schon mit Senhor ge sprechen. Aber was ist dir, wie siebst du aus?" .Du wirst sie nicht heirathcn! Aus Freundschaft für mich wirst du cs nicht thun, Beneditto, denn ich will sie haben, ich muß sie haben, und ich werde Senhor beute noch darum bitten. Sie paßt besser zu mir als zu dir, denn sie ist unfrei wie ich !" .Wenn du sie so lb hättest wie ich, so ,würdcst du ihr vor Allem den freien Mann gönnen, denn du weißt, daß die Ebegcnosscn freier Nc,;er, die noch Skla vcn sind, immer zuerst durch die .Aboli tionistas" losgekauft werden; so wird sie frci wc:d.'n durch mich." ,Diablo! Nein! Ehe ich daZ mit aöQ " .Bcncditto!" tönte die Stimme dc-Z Hausl-crrn rufend in die heftige Rede Tibcrios hinein, und der freie Schwarze lief eilig in das Haus. Lebend vor Erregung blieb der Andere zurück. Hastig schritt cr in dem Hofe auf und ab, hier einen Stein vor sich her stoßend, dort einen blühenden überhän gendcn Zweig knickend, und dabei unzu fammenhängende Worte murmelnd. Was kann ich thun ! Nossa Sennora da Miscricordia, was kann ich thun! Sie wird ihn vorziehen, oh sicherlich. Aber wenn cr nicht wäre, dann nähme sie mich das ist's, was bitter ist !" Er stand vor einem Haufen Näsig und er griff mechanisch einen Ast nach dem andern, um ihn zu zerbrechen und hinzuwcrfcn. . . .Plötzlich zuckte es wie ein dämonisches Leuchten über sein düster verzerrtcS Gesicht Ah!" rief er balblaut und wie mit einem erlösten Aufseufzen, .daS wäre cm Mittel !" Vor seinem geistigen Auge erschien die Gestalt jenes Sonaten, dem er vorhin selbst so bedauernd das weiche 'Cuiiato" nachgesprochen, und er sah seinen glücklicheren Nebenbuhler in der gleichen Uniform: entfernt unschädlich gemacht, so gut wie gestorben ! Wie eine wilde Versuchung stand dieö Bild vor feiner Seele und lockte und drängte, aber noch einmal siegte das Gute in ihm. .Nein, nein," flüsterte er, das wäre zu schlecht," und er bekreuzigte sich, wie vor dem bösen Feinde selbst, vor seinen eigenen Gedanken. Der Abend war gekommen mit seiner ganzen verführerischen südlichen Pracht. Feuchtwarm lag die stille Luft über den Häusern und Gärten, ruhig standen die Sterne in ferner Höh', und wundersam wirkte dazu das Brausen und Waschen der Wcllen in der Bai. Auf einem niedrigen Schemel im ofe saß Beneditto und sang eintönig ein Ne gerlied, das cr mit wenigen kunstlofen Akkorden auf einer schleckten Guitarre begleitete. Aus der geöffneten oberen Hälfte der Hinterthür des Hauses lehnte .Gabriella hervor mit zwei ihrer Mitsklavinnen : nben Beneditto stand schwei gend Tiberio. Jetzt unterbrach Beneditto sein Spiel, und laut, so daß ver Angeredete zusam mcr.zuckte, kreischte die alte Anna: .Ho, Tiberio, woran denkst du? Grämst du dich, daß du eZ nicht bist, der heirathet ? Nun, du kannst j die Lia hier nehmen, sie möchte dich schon aber du kennst ja das Sprichwort : Wer träumt,' der hei rathet nicht " (Quern irnaina, nao caso") und alle drei Weiber brachen in Lachen und Kichern aus ob dieses Scherzes, der ganz nach ihrem Geschmack war. Aber Tiberio hörte nur Spott und Hohn aus Wort und Lachen. .Laßt mich, cliaDolo!" schrie er sie auch an und wandte sich ab. In seiner Brust kämpften die freundlichen Götter mit den erweckten Dämonen. . . .und ach, jeder lockende Ton aus Benedittos Lied, zedes laute Scherzwort der alten Negerin und auck jedes Augenblitzen der jungen Gabriella warf einender ersten im Streit: darnieder ! ES wurde immer dunkler in der Seele des Negers. Wann wird es sein V fragte er düster, ls die Negerinnen vsn ihrer Herrin hin kingerufen waren. Am Tage des heiligen Benedikt, mei neö Schutzpatrons, so hat Senhor be stimmt. Aber komm, Tiberio, schau freundlich Lag mich !" gab der Sklave zurück, so sinster, so voll verhaltenen Jnarimms, daß

Beneditto schwieg, um ihn nicht noch mehr zu reißen. - Bald darauf schlief Beneditto fest und ruhig auf seiner Binsenmatte ; unruhig wälzte sich Tiberio auf gleichem Lager ihm gegenüber. Beim Schein ihres F.'i-rs (Die Neger in Brasilien (und auf dem Lande auch die einfacheren Brasilia! ner) scblafen, selbst in der heißesten Zeit, nicht ohne Feuer in der Hütte) betrachtete er die friedlichen Züge des Kameraden, mit dem er bisher so Sut Freund gewesen war; das Gesicht war so still so still wie. im Tode.... Tiberio schauderte :sammen und drehte sich ab madro da Dona ! Er bekreuzigte sich wieder, aber ietzt geschah's vor dem schwärzeren Ge danken, daneben erschien ihm jenes Andere wie eine leichte Schuld. Wieder sah er die Gestalt des Soldaten vor sich, und die Versuchung lockte und drängte. Aber im gleichen Moment siel ihm ein, wie Beneditto ihm, ihm ganz allein vor allen Andern, sein Glück vertraut, als ihr Herr ihm seine carta" gegeben, weil er sein sechsjähriges Töchterlein aus den Wellen gezogen. Er hörte sich selbst noch am Zage zuvor so froh zuversichtlich sagen : Und wir Beide verrathen dich nicht !" Und jetzt ? .... Stöhnend warf er sich wieder herum, und schließlich betäubte er sich mit einem großen Schluck Brannte Weins. Jeden Abend nun wiederholten sich diese Kämpfe in TiberioS Seele, immer größer wurde seine Ruhelosigkeit, und er suchte dieselbe nun auch schon am Tage mit dem heißen Getrink zu betäu den.

Jetzt waren es nur r.och vier Tage bis zum Tage des heiligen Beneditto .... In Tibenoö südUchem Blut glühte eö wic Fieber. . Da lag er wieder auf feine? Matte und schaute mit heißen Augen nach Benedittos Gesicht, das sich im Schlafe unter dem Flackerschein des Feuers in spöttischen Grimassen zu bewegen schien. Mit jäher Bewegung richtete sich Tiberio aus seinem Lager empor, und wie un-villkürlich griff seine Hand nach einem Dolch messer, daZ neben ihm lag. Aber mit ei:cm dumvfen Aufschrei des Entsetzens lieh cr die Waffe wieder fabren, sowie seine Hand ibre-i kühlen Griff berührt hatte, und : Heilige Maria, Mutter Gottes, rette nxei.ic Seele", stu-jj er zu gleicher Z.'it instinkliv hervor. Beneditto hatte sich bewegt und legte sich tief aufathmend auf die a ldere Seite; sein Gefährte betrachtete ihn gspan.i: und zitternd. .Ich muß es thun,'' slüst.'rte cr dabei zwischen den Zähn?n, i.y miß thun, dami: ich dies nicht zu thun dränge ich kann nicht anders morgen ge schicht's ! Mit dem Moment dieses EntschlusseZ sank eine !ödkl!che Abspan-.'.nn aus ib., herab und cr schlief fast fcii zum naste.i Morgen. Am Mittag stand Gabriella im Hoic am Brunnen. Tiberio tra: ?ur Hi.'s.y: herein, er sah erregt, verstört au?. Wo warst da?" ri.f ilm Gabriella an. Der Sklave zuckte zusamm.".: - lo.v. e sie errathen ? aber nein, itnnüitiiI Wo ich war? Das siehst du Nch! Viele Dinge besorgen in dr 5ici:i," x'u er unwirsch uns trat ins Hans. Zwei Tage waren wiederum re:stoss-m, morgen war der Tag des heiligen Bn diltus. Gadriella kicherte init den anderen gerinnen, während sie in dr Ha!le ein helles ?.'!oussctii-,klc:d 'ättct, da ihre Herrin ihr gcfchcn!: ; Beneditto stand lächelnd dabei, die Tcllc: abtrocknend, die ihm die alte Anua zureichte. Tib.'rio war abwesend. Da entstand plötzlich eine Beweu'lz vorn im Haus, schwere Schritte cr:önten .... Beneditto, Beneditto !" stürzte athemlos das jüngste Kind des Hauses auf den treuen 9ftge? zu, der es aus dem Wasier gezogen, die Soldaten holen dich, sie wissen, daß du frei bist " Beneditto taumelte zurück, Gabriella schrie auf und flüchtete in die Küche. Da vor dem Neger standen in Wahrheit jetzt die Soldaten ! Der Herr des Hauses war auf den Lärm hinzugekommen und ver suchte Vorstellungen; die Kinder weinten, die anderen Neger und 'Negerinnen kreisch ten und stießen verwunderte Ausrufe, Verwünschungen und Namen von Hcili gen in einem Athem hervor. Beneditto selbst sprach nicht. Er ballte nur in maßloser Wuth die Fäuste, und seine Augen sprühten förmlich Flammen; es war, als ob er plötzlich ein Anderer geworden sei. Als dann aber Papiere vorgezeigt. Alles auseinandergesetzt und bewiesen war, und man den Schwarzen zum Mitgehen aufforderte, löste sich der Mann, her auf ihm laz. ir.:d wild fchrie cr auf, indem er beide Fäuste cn:porhielt uriL schüttelte : Ah, Kanaille: Aber warte warte!" Dann wandte er sich, den Soldaten zu folgen, doch steckte cr vorher alles Geld u sich, das er sich im Laufe der Zeit bei seiner guten Herrschaft hatte ersparen können. Ohne Abschied ging er, obgleich sein Herr ihm trauriz die Hand binstrcckte und die Kinder, besonders die kleine Marietta, sich unter Thränen an ihn hingen und schluchzten: Leb wohl, Beneditto ! Beneditts, lebe wohl und komm wieder!" Nichts von alledem schien er zu hören, zu bemerken. . . .Nur zu Gabricllo wandte er sich noch einmal um und rief auflachend, in wildem, drohen dem Hohn : .Nimm ihn, nimm ihn nur solange !" , Ueber ein Jahr ist vergangen. In das Centralbüreau des Abolit'wni sten-VereinS in Rio de Janeiro tritt ein Soldat, ein Schwarzer. Sein Gesicht ist mager, die Züae tragen einen harten Ausdruck, das schwarze Auge blitzt un heimlich. Er tritt an den Tisch, wo ein junger Brasilianer sitzt und sich über lange Listen beugt. .Ich möchte den Neger Tiberio loskaufen in dem Hause von Senhor Rafael de Souza Baaros", spricht der Soldat mit heiserer Stimme. Der junge Mann schlagt in einem dicken Buche nach. Warum denn? Er wird theuer fein, er ist jung", sagt er dann. Er ist mein Frund, ich gönne ihm die Freiheit." Ein dämonisches Leuchten des AugeS begleitet das Wort Freund". Aber der Beamte sieht es nicht, und wenn :r cs gesehen hätte, was kümmerren ihn die Beweggründe dieses Menschen ? Wenn die Vereine in'mer nach den Gründen fragen wollten, um die täglich jetzt so viele Sklavenketten sielen ? Man wußte es ja wohl, das sie alle durcheinander da bei waren : Liebs und Haß, Mitleid, öhikane gegen den Herrn, Prahlerei und Haschen nach Popularität. Man wußte zs, daß es da Freigelassene von 60 und 70 Jahren gab, deren sich ihre Herren mit Edelmut h entledigten, um sie so dem Elend und dem Bettel anheimfallen zu lassen, daß es da todtkranke und sterbende, ja todte Sklaven gab, deren Los kaufpreiS für den Herrn, der mit dem Äereinsvorftand auf gutem Fuße stand, ein gutes Geschäft bedeutete ach, waS gab es da nicht alles ! Man wßte das wobl, aber wer konnte jeden einzelnen Fall untersuchen ! Nun gut,"- saat der junge Mann, .habt Ihr aber auch die Mittel?" Ich habe hier 1 Conton 500 Reis (Soll 3000 Mark sein, nach heutigem !?urs allerdings weit darunter.) zusam mengcsvart und gedarbt, fügte er in Ge danken hinzu, das wird auf alle Fälle genügen, kein Sklave ist in dieser Zeit mehr werth als das, gewöhnlich weniger." Ganz recht. Also gebt nochmals Namen und alle Umstände an, wir wer den dann da? Weitere veranlassen." Es geschieht, und dann geht der Neger. MS er wieder im Freien steht, holt er tief Athem ; wie stöhnend klingt es vor gewaltiger Empfindung. .Endlich ! End lieb l 4 murmelt er zwischen dm Äabnen.

und das wilde Juve'gefühl gesättigter !'!ache überwältigt ihn momentan so, daß die breite Brust davon erbebt. Hastig ktkmend schreitet der Soldat Beneditto nach der Kaserne zurück. Wieder vier Wochen vergehen. Da kommt ein Tag. ein glühendheißer, drü ckender Tropentag, da bringt man einen neuen Rekruten in die 5kaferne, die auch Beneditto bewohnt. Soeben lehnt er sich oben zum Fenster hinaus, unruhig, zeternd fast, mit glühenden Augen su chend. . . . Und da ! Ja, jetzt, jetzt dies mal ist er es, cr ! Mit emem fast wahnwitzigen Ausdruck von Jubel sprüht es auf aus den dunkeln Augentiefen, zuck: es um den geössnetcn Mund, und ein lauter Schrei ringt sich von den bebenden Lippen .... Ja, da bringen sie ihn, den Treulosen. Ruchlosen, den Schändlichen ; ihn, der den Freund verrathen und um sein Glück betrogen hat, der dann dies Glück an sich gerafft und die Braut geheirathet hat. ... Beneditto schrie von Reuem auf, w'e er sah, da man den N.uling unten mit Püffen ;u rechtwics. Ha, recht so, recht so ! Vor ach: Tagen halte ihm Gabriella ein Kind geboren und da wr nun der glückliche Bater: frei, frei, frc:gckaufr durch ihn! Das War doch gewiß ein Glück für den bisherigen Sklaven und eine edle That von ihm, Beneditto Hahahaha ! Der Neger trat vom Fenster zurück und lachte auf wie ein Wahnsinniger, dabei wilo in der Stube umherspringend. Die neu cinzestell.'en Soldaten sind dem Offizier vorgestellt und werden für heute des Dienstes entlassen. Sie tragen jetzt schon den dritten Tag die Uniform, aber keiner von ibnen ha: sich bisder weder an die Tracht noch an die 'Zucht einigermaßen gewöhnt. Sie könlnen ihr ja nicht fröhncn, der geliebten Thätigkeit des Südländers, von der selbst der Sklave in Brasilien sein erklecklich jTheil beansprucht, sie können nicht m.'hr den halben Tag verrauchen in gedanken losem Hinbrütcn, sie dürfen nicht mehr essen, was und wann sie wollen ! Das ist fürchterlich fast als die grausame Bebandlung, die der Soldat in einem Lande erfahrt, wo der besser Gestellte sich vom Militärdienst loskauft und der Soldatenstand der letzte Stand im Staate ist ! Todesmatt von der gänzlich unzewohnten Leibesübung und von der Aufregung und dem inneren Protest sinken die mei sten der Rekruten auf eine niedere Bank vor der Kaferne, einem früheren Kloster, nieder, um nach einer Weile stumm und restgnirt eine Cizarett-; nach der andern zu verrauchen. Einzelne treten in das Gebäude ein. Unter ihnen Tiberio. Von Allen ist er ver wildest Erregte, in seinen Adern pocht und tobt das heiße Blut unter der scbwar zen Haut, seine Augen schienen Blitze, und seine Lippen si.d verzerr: vor Wu:h. Wenn ich ihn nur fände , ihm nur ahe käme murmelt er in Stöhen vor sich hin ; ist ja hier in diesem Haus? i-.ur im anderen Flügel " und, vor in nercr Aufregung unfähig, die äußere Bewegung zu mäßigen, stürmt cr in rasender Hast die Treppe empor. Und nun den halbdunkeln Gang des Klosters ent lang Aah ääh !" da war cr gegen eine andere Gestalt angeprallt, und das war cr, cr, den cr fuchtc, den ereben herbeigewünscht, den cr eben tauscndmal in seinem Innern verflucht hatte. Sie erkennen sich zu gleicher Zeit, und leickzcitig auch packen einander die har ten schwarzen Fäuste. Ein Ringen beginnt, ein fürchterliches, stummes Ringm, ein Kampf ohne jedes laute Gechrei, zu dem sonst der Südländer so sehr neigt, ein unheimlicher Kampf, den nur ein zischendes Athmen, ein keuchendes Stöhnen schauerlich bealeitct. Die Lei denschaft dieser beiden Menschen ist zu fa natisch selbst für den Ton. Zmmer heißer lodern die wuthglühenden Blicke in ein ander, und immer verzweifelter versuckt der Eine dem Anderen die bebenden, kral senden Hände um die Kehle zu schnüren. Der Kampf bleibt gleichmäßig, die Feinde sind einander gewachsen. Da war's, als wenn der nämliche Im puls sie beide gleichzeitig durchzuckte wie mit emer plöhlicben Erinnerung Mit einem raschen Griff und einem wüthenden Aufschrei faßte eür Jeder nach der Waffe an seiner Seite, man wußte nichts wer zuerst die Bewegung gemacht. Es war ein Moment gewesen, ein Aufblitzen ein wilder verzweifelter Ton eus zwei kaum mehr menschlichen Simmmen und dann Aus allen Thüren die auf den Gang münden, stürzen nun Soldaten und Of--siziere herbei aber es ist: zu spät ! Da lügen bereits die beiden Freunde" am Boden, schwimmend in ihrem Blute Beneditto ! Tiberio ! 2io3a Leu Lora, was ist geschehen V Tiberio rührt sich nicht, er liegr auf ?em Gesichte, und ein dicker, dunkler Llutstrom quillt unaufhaltsam aus. seier Kehle. Ist er todt 2 flüstert mit letzter Kraft Beneditto, dem das mörderische Eisen schau.'rlich aus der Brust hervorragt ist cr todt? Mcur wendet Tiberio um.

. ,,odt, ganz todt," sacn sie. , Ah, daun bin ich zusrieden," röchelt der Sterbende neben ihm.' und schauerlich ist der letzte, haßerfüllte Blick seiner dre chenden Augen, der dem Todten gilt, schauerlicher noch wirkt dies Wort, das er mit den letzten Athemzügen wiederholt Son contento son con...l Echter Klatsch. Erste Gevatterin: Glauben Sie die schreckliche Geschichte, die man sich von Fräulein Schwarz erzäblt?Zweite Gevatterin: Ganz ent schieden!.... WaS erzählt man denn vou ihr?!" Unverbesserlich. Bei einem Souper hat eine leb kafte Dame einen sehr schüchternen Herrn zum Tischnachbarn. Nachdem ihr alle Versuche, aus ihm etwaZ mehr, wie jci". .nein- und .ich weiß nicht- herauszubringen, mißlungen sind, fragt sie schließlich, als Klavier tone ans einem Nebenzimmer erlUn aen: .Spielen Sie Klavier?.Nein, ich nicht", antworte, er .2as thut Jemand i.2:2.denNi:rl

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Lluo b.ip frnzöfifqcn Volksschule. Im Nachfolgenden geben wir t'mi Probe aus dem merkwürdigen MoralKatechismus, welcher gegenwärtig in dm französischen Schulen im Gebrauche ist. Unter der Uebersckrift: Von dem. was man nicht wifc" lautet, auf dir. fragen: WaS ist Golt?" Wer hat die Welt geschaffen?" Wohe. kommt die Menschheit?" .Wohn, geht sie?" Wann und wie ist der Mensch auf die Welt gekommen?" .Was geschieht nach dem Tode?" jedes Mal die Antwort: .Ich wein e-, nicht." Weitere ffr:: .Schämst Du 2i5 nicht Deiner Unwissenheit?" Ant Wort: Man braucht sich nicht zu scha-. men. wenn man nicht weiß. W2s noch Niemand hat wissen -können." Je unwissender der Volksschullate chismuS in diesm Dingen ist. destogrößer ist die Cwißheit. woit er die selbst von materialistischen Gelehrtem als unerwiesene Annahine betrachtete Entwickelunaslebre Darwin's als vositive Wahrheit hinstellt. Auf die rage: ob mt Arten immer das ge wesen, was st: jent sind, lautet die Antwort: .Nein. D:r Vogel z. I., welcher über unsere Oauvter binwea sliegt, war nicht immer Herrscher der uste. Wo war er denn vorber?" .Er befand sich am frjf.e der Sia senleiter, wo er aus eine gunste dung wartete." .Wie meinst Du da2?" Anfänglich war der Lo.iel e'.i C"" , lOtil. und das unreir.e Nevtil lebte mit seinen Verwandten in Imen Sümpfen der Urwelt.Durch welches- sonderbare beschick ist es denn denselben entstie gen?" .Es kam eine Periode, in welcher der Saurier instin!tmäs?ig seine höhere Bestimmung ahnend, vom Ekel über sein elendes Dasein- im Moraste er. füllt wurde. Er empfand das Vedürs. niß. seinen Aufenthaltsort zu wechsele und begann von Reisen durch die Luft zu träumen." Wohin konnte eine solche ungewohnt: Träumerei führen?" Der Traum unter dieser platten Hirnschale war so hartnäckig, daß die Natur ihm gehorchen mußte? .Wem mußte sie gehorchen?" .Dem ewigen Gesetz, dem Gesetz der Entwickelung des Lebens, welches über die Welt in -solcher Fülle verbreitet ist. daß es Alles durchdringt, fort, während untergehend und sich erneu, ernd." ie Jwergevon Tcunessce. Unter der Geöirgsbcvölkerung vzn TennesZee ist eine alte Ueberlieferung weitverbreitet, wonach in. sei Aorzeit eine Zwergrasse jene Wäloer und Felder bewohnt haben soll. Keiner 'oer schlichten 'Gebirgler zieht oiefe Ueberlieferung in Zweifel, um fo weniger, als vorzeitliche Gräber zu finden sind, ja ein ganzer Frieohof im westlichen Tenn'essee zu erkennen ist, dessen Gräber sämmtlich nach Größe und Inhalt auf ein Zwergvolk hindeuten. Mit diesen Gräbern hat es indeß, wie neueroings ein Eorrefpondent schreibt, seine besondere Vewandtniß. Sie erinnern an manche Gräber, die man in Südamerika cder hin un'd wieder in unseren künstlichen Erdhügeln der Vorzeit findet. Denn die Leichen wurden meist zusammengezwängt,, wobei die Kniee' bis an das Kinn heraufgezogen und festgebunden wurden (ähnlich, wie man es auf der Chicagoer Weltausstellung in der Gräber-Collection von Peru theilweije sehen konnte),, und daher konnte der Körper in einem Grabe, von etwa 4 englischen Fuß Länge mit: Leichtigkeit untergebracht' werden Außerdem be sian'o offenbar bei dieser Rasse der Brauch, die Kinder ganz-, gesondert zu beerdigem, und 'die in solchen Gräbergruppen gefundenen Gebeine sind von manchen Forschern irrthümlicherweise füri sölcbei von Zwergen, gehalten wordem. Genauere Nachforschungen sprecherr. dafür, daß diesem Menschen nicht nur. von normaler, soirdern von bedeutender Größe waren. Ganz, besonders werfen darauf die vorgefundenen Mumien hin, mit denen man sich- erst in der letzten Zeit beschäftigt, hat. Es scheinen bedrutende Klassen-Untcrschiede bei jenem Volke bestanden zu haben, wenigstens bezüglich des gesellschaftlichen Nanges. Die Gräber der gewöhnlichen Volksgenossen weisen auer den engen Steinsärgen und den verwitterten Gedeinen nichts auf; nur selten findet sich noch irgend n vereinzeltes Geräth oder eine Waffe 'daneben. Wenn fchon von diesen Gräbern nicht viele freiüegen die meisten sind unter Buschwerk versteckt, soweit' sie überhaust über dem Boden emporftehen ss ist dies noch mehr bei den Grabstatten der .Magnaten" de? Fall, welche tief in Erdhaufen verborgen sind. Dort findet man auch die Mumien, in Kisten ans Häuten oder Hanfgeweben, und es ist unverkennbar, daß Äiefes seltsame Volk die Kunst des Einbalsamirens ziemlich vollkommen besaß. An diesen Grabstätten trifft man auch Altäre und eine Masse in teressanter Geräthe. Schmucksachen u. s. to. Das gewöhnliche Volk aber wurde einfach begraben, indem man ein Loch in die Erde machte, in diese hinein den Sarz aus Steinplatten errichtete, dann die Leiche mit oder ohne besondere Hülle hinabließ, einen: Deckstein auflegte und dann Erdrda röber schüttete. Der besagte Fried hf liegt gera'oe zwischen der Gabelung, zweier zusammenfließenden Ströme, j Zur Deckung des Silbe r bkdarfs auf der Erde tragen Aer Staaten zwei fünftel bei. . !