Indiana Tribüne, Volume 17, Number 62, Indianapolis, Marion County, 19 November 1893 — Page 9
Jndiana Tribiine. Beilage.
Indianapolis, 3nd., 19. November '93. Waldstreu. Die reichen Bauersleute drunten In den fruchtbaren Niederungen, die wissen freilich nicht? davon. Ihre Scheune ist gefällt mit goldigem Stroh und in den Ställen stehen die Kühe bis an den Wanst in der Streu. Aber der arme Waldbauer droben in der Hochebene, dercn Ackerboden nur noch den Hafer zu zeitigen vermag, der weiß ein Lled zu .fingen von der lieber Noth, die er hat, 'wenn er für fein Rind die Spreu befchaf fen soll in der Zeit, da der Vorrath in der Scheune alle geworden, ist und der ,junge Hafer auf den Feldern noch halb reif und grün dasteht. Da bleibt dann wohl oder übel nichts Anderes zu thun übrig, als die Streu zu nehmen, wo iman sie findet, im Walde draußen. Von .den Kiefern und den Erle treibt der Wind jahraus, jahrein die dürren. schmiegsamen Nadeln und die welken I glätter herab und der Wald stapelt ss 'einen gar reichen Vorrath auf an präch tiger Streu; freilich nicht für Andere, sondern nur für sich selbst, denn die Schichte au Nadeln und Blättern hält nicht nur die Wurzeln der Bäume warm, sondern sie spendet denselben auch, wenn der Regen sie durchfeuchtet und in Fäul niß überführt, nahrhaften Stoff, der fri scheS Leben und Keimen in die alten, wetterharten Stämme leitet. Deshalb sieht der Forstwart gar genau darauf, daß diefe Maldstreu nicht vorzeitig abge. deckt wird und er versteht wahrlich keinen Spaß, wenn er einen der Waldbauern mit dem Holzrechen und der Leinenplache im Walde antriftt. Aber, Du grundgä tger Himmel, das liebe Vieh im Stalle liegt schon auf dem nackten Lehmbodeg, die Scheune ist so leer, dcch laugst keine sseldmauS mehr darinnen haust und der Hafer auf dem Felde, der laßt sich Zeit mit der Aehrenreife. Und der Wald ist so groß, der Gutsherr so reich, und füg lich überall kann ja der Forster nicht zu glticher Zeit den Aufpaffer spielen. Dle alten Bauernweiber suchen die größten Leinenplachen hervor, die Dirnen und die halbwüchsigen Bursche nehmen die Rechen auf die Schulter und wen? die Sonne die letzten Strahlen herüber schickt über die hochragenden, kahlen Verspitzen, dann wandert das halbe Dorf fein still und stink hinaus in den Wald, wo die Streu fo hoch und weich liegt wie wohlgcsüllte Federkissen. I 3 war uTt um die Zeit, da dem Reh .dock die nämsche Liebe in'S Herz fährt und er wie ein Besessener anspringt aus den pfeifenden Lockruf der GaiS. Der (Gutsherr deS weirauSgreifenden Waldbe sitze?, der Freiherr v. Lutzing, hatte sich it der Lockpfeife an 3 schwarzem Eben holz, den Rehruf, versehen und war, die Doppelflinte über dem braunen Sammt, rocke, hmauSgewandert in den Wald, der Gegeud zu, in welcher sein Förster einen prächtigen Kapitalbock ausgekundschaftet hatte. Durch die Zweig der Bäume glitten einzelne Sonnenstrahlen wie Fa. den auS purem Golde und die Schatten der mächtigen Bäume dehnten sich bereit in die Länge, als der Freiherr die kleine Waldlichtung betrat, die ihm der Förster als geeigneten Platz bezeichnet hatte. Hinter einer Waud aufgeschichteter Holz scheite fand sich ein prächtiger Sitz auf einem Aaumstrunke, a dem sich ein jun ger Föhrenbaum erhob und eine ganz annehmbare Rückenlehne bildete. ES war noch zu früh iurn Anrufen, die Sonne mußte sich erst völlig hinter den Bergspitzen verborgen haben, ehe man daran denken konnte, den verliebten Bock vor die Büchse zu bekommen. Der Frei Herr reckte also die nicht mehr ganz jugendfrischtn Glieder, fuhr sich mit der flachen Hand über den Schkitel, der so gelichtet war, wie die Waldbestände, in welchen die Art banste und gähute einige Male rccht herzhast vor sich hin. D.r Bock war ja noch lange nicht auf Frei erSfüßen, man brauchte sich nicht zu ge viren. Dabei kam von den Feldern außerhalb des Waldes her ein sanfte Lüftchen ge zogen, so lind und wohlig, wie ein Hauch der Mutter, die ihr Kind in Schlummer wiegt, und die Vöael, die sich auf den Zweigen zum Schlafe zurecht setzten, zwitscherten eine süße, m?notone Weise, ein wahres Wiegenlied. Der Baron war ein alter Knabe, ab:? das Schlum merlied des WaldeS übte gleichwohl feine Wirkung auf ihn, er war plötzlich einge schlafen, den harten Baumstrunk unter sich und den nicht mind tjartek Föhren bäum im Rücken. i' Wie ein Schleier sank e aaS d:m 'tiesblauen Himmel nieder auf die Erde und der Mond begann seine Silberstrab len hineinzuwebcn. Da fahr der Frei Herr mit einem jähen Ruck empor und sah nicht eben geistreich um sich her. Ihm war'S aewesen, als hätte em Kapi talbock schußgerecdt vor ihm gestanden und hätte den Bodr g, scharrt. Der Freiherr rieb sich die.Augen und reckte die Glieder, die fast steif geworden wa ren. Teufel tl war kein Traum, eS war hörbare Wirklichkeit, da scharrte eS richtig im Waldboden ganz in der Nähe. Der Freiherr erhob sich r-.ühlam genug und wandle sich lautlos der Stelle zu, woher das Geräusch kam. Narrte ihn nun doch ein Traum? Da fiel das Mondlicht durch die Zoeige auf eine weibliche Gestalt nieder, die hastig mit dem Holnechen Waldstreu zusammen rassle., ES war keine üble Drnie.. hoch gewachsen und üppig' geformt, daS volle Gesicht von der Arbeit gcrothet, und das reiche, braune Haar, roa welchem daS Kopftuch in den Nacken aefunken war, in Söpfen um den Kopf gelegt. Der Freiherr TimothäuS von Lutzing sah sprachlos zu der moni beschienenen Ge statt hinüber. Böse war er nicht, wahr haftig nicbt, trotzdem ihm nun klar wurde, daß sein liebenärrischer Rehbock nun doch schwerlich aus den Lockruf der schwarzen Ebenholzpfetft heranspringen werde. Um seine Lippen legte sich ein feineS Echulunzela, all schlürfe er eine ineernaflerfrilche Lust mit CbailiS be
etzk, und fit seinen Blicken leuchtete tf fast jugendlich auf. He da, Du SatanSdirne, waS soll .da?"
! Die Bauerndirne zuckte zusammen, als ! hatte sie den Big elner Otter tn den blo 'ßen Füßen gespürt. Ihr Gesicht überwog sich mit fahler Blässe, ihre Augen sacen starr nach dem Baron hinüber und der Rechen entglitt ihren Händen. Weißt Du nicht, daß Du mir den Wald ruinirst und daS Wild vertreibst, wenn Du die Streu da zusammenscharrst he?" , Die blutleeren Lippen der Dirne zuck ten. Sie brachte keinen Ton auS der Kehle. Der Freiherr weidete sich an diesem Bilde d:S jähen E chreckeS. Dann schlug er eine mildere Tonart an. Wie heißt Du denn, SatanSmädel?Regina Stronz Euer Gnaden Herr Baron." ES kam rauh -und stockend von ihren Lippen, während sie mit schlaffer Hand den Rechen wieder ausnahm. So, so, Regina also. Weißt Du. meine schöne Regina, daß ich nun das Rccht habe. Dich beim Richter in b:x Stadt drunten ein wenig zu verklagen? Hättest Du nicht Lust für ein paar Tage in den Kolter zu spazieren he?.Herr Baron verzei'n Euer Gnaden wir sind arme Leut' die Streu ist rar die Küh' liegen am harten stufte gebnt feiue Wtl$ So? Hm." Eine Pause entstand. Die Blicke des Freiherrn lagen aus dem jugendfrischen Gesichte der Dirne so warm, daß die Regina die Augrn senken mußte. Der Baron kam auS dem Salbsckatten bervor und trat in daS Mondlicht hinaus neben die Dirne. y t ' Bist ein SatavSmädel, Reaina; mei ner Seele, diese Augen, diese fristen Lippen- seine Stimme klang jetzt em schmeichelnd und sanft. Dle Regina stand still, die Auaen zu Boden gesenkt, die Arme schlaff niederhängend, daS Bufentuch nur senkte und hob sich kräf tig. Welche Gedanken aber wohl hinter 'der weißen Stirne dahin schössen wie Blitze? Der Freiherr nahm die Hand der Dirne; sie ließ sie ihm widerstandslos. fix hob ihr das Kinn empor und sah ihr in die Augen. ES war, als leuchtete der Schalk hervor auS diesen Augen. .Aber war daS ein Trugspiel deS Mou 'deS? Höre, Reaiua, ich schlage Dir ein? Tauschgeschäft vor. Du schenket nur einen Kuß und ich gewähre Dlk und rr c:f:. v:. rc-s..Li.;ft St,, I ;JClUCt UUUlUlC lt 6llMUVUip, VU(UU ,holen in meinem Walde so viel Du willst .und so oft Du magst." ! Eine Weile lang blieb die Dirne stumm und versuchte ihre Hand der deS Freiherr zu entwinden. Dann sagte 'sie leise: Heute erlaubt Ihr mir'S und morgen faßt der Förster mich oder die Meinen ab." . Dem Freiherrn TimothäuS von Lu !tzing pochte nun doch daS Herz unter dem SammetwammS. DaS war keine schroff ablehnende Antwort, wie er ge fürchtet hatte, sondern ein verschämtes Gewahren. Wenn'S daS nur ist, kleine Närrin da, ich gebe Dir'S schriftlich.- Er riß 'ein Blatt auS dem großen Notizbuche, daS er bei sich führte und warf einige Zeilen darauf, flüchtig, mit erregt zit ternder Hand. Nun, genügt Dir daS?Die Regina schob den Zettel fein sän ierlich zusammengefaltet in ihren Busen latz uud sah dem Freiherrn zum ersten Male voll in'S Auge. Wahrhastig, da leuchtete der Schalk daraus hervor. Aber nur einen einzigen Kuß, Euer Cnaven, Ihr habt eS selbst gesagt." Der Freiherr hatte im Augenblick den Arm um ihre Taille geschlungen, er mußte gehörig auspreisen dabei, dann zog er die schöne Regina an sich, heiß und stürmisch, als brause daS Blut des Jünglings durch seine Adern und alS hatten Nicht die Stürme des Lebens sei nen Scheitel gelichtet. Der Mond aber trat hinter die Wipfel einer hochragenden Föhre und warf einen breiten Schatten streif über daS wunderliche Paar. Im Dickicht, nicht weit von der Lichtung er tönte ein Lockruf der GaiS und der Reh bock brach ungestüm durch die Smeiae. Der Freiherr TimothäuS v. Lutzmg aber hatte kein Ohr dafür. 9ton und ? Nun. die Wald.Jdylle hatte ein Nachspiel. Die wackere Regina lam in jener Nacht mit leerer Leinen plache, aber mit dem wohlverwahrten Zettel heim und am folgenden Tage machte sich Vater Stronz auf den Weg zur Stadt und dort verfertigte der Notar eine saubere Schrift auf Grund deS klei nen, unscheinbaren ZettelchenS. Und von von diesem Tage an zog die Familie Stronz alle Tage bei hellem Sonnen schein l den herrschaftlichen Wald und scharrte Waldstreu, daß eS eine Art hatte. Der Förster ergrimmte nicht wenig, als ihm der Freiherr auf seine Klage erwi derte, er möge die Sache auf sich beruhen lassen, daS Bischen. Streu könne man der armen Familie wohl gönnen. DaS Bischen Streu! Gerechter Him mel, es wurden ungezählte Fuhren dar auS. Die Regina nahm sich einen der strammen Bursche auS dem Walddirfe Ium Gemahl uud feine zärtlichen Küsse tieben wahrhaftig nicht ein leerer Hauch wie der Kuß deS Freiherr von Lutzing. Wie die Orgelpfeifen wuchsen die Kinder auS dem Boden der-Bauernstube hervor, die Familie Stronz nahm wahrhaft er schreckliche Dimensionen an. Und jeder dieser kleinen Wichte brachte ein verbrief teS Recht mit auf die Welt, daS Recht, in den ycrrfchaftlichen Waldungen Streu z scharren, so ft er mochte und so viel er mochte. Ist eS nothwendig zu sagen, doß in dem kleinen Walddorfe keinerlei Mangel an Waldstreu mehr empfunden wurde, auch wenn die Scheuncn noch so leer, der Hafer noch so grün am Zelde stand? Und bedarf eS der ausdrücklichen Versicherung, daß dem herrschaftlichen Walde dle zahllosen Besucke der ehren werthen Familie Stronz seor vbel beka, men? Kahlgekratzt lag der Waldbodea da, die Bäume kränkelten, weil eö ihnen an Schutz und Nahrung acbrach, der Förster fluchte und der alte Freiherr raufte sich dte letzten Haace vom Kopfe, als er nach Jahren wieder einmal fein Waldgut betrat und die schrecklichen Aer. Wüstungen gemährte, welche die Holz rechen in dem Waldboden aogenchtet hatten. Was sollte a Jbun. ßtns er
nicht seinen ganzen prächtigen' Walb der Dcvastation preisgeben wollte? Er sprach eines TageS selbst bei der Frau Regina vor, deren Taille nunmehr auch dem ausgreifendsten Versuche der Um spannung trotzte und auS deren blauen Äugen nun der Schalk hervorlachte, wie aus den der drallen Bauernjungen in der Stube. Der -Freiherr mußte einen tiefen Griff thun in feinen Säckel ; er mußti viele knisternde Papierblättchen aus den Tisch zählen, ehe er daS eine tlelne Zettelten wieder zurückerhielt und die säuberliche Urkunde deS Notars dazu. Seither sind aber die Stronz'schen verteufelt wohlhabende Leute geworden, die nie eine leere Schcuer halicn und bei de nen die Kühe genau so bis an den Wanst im goldigen Stroh stehen, wie bei den reichen Bauern an den fruchtbaren Nie derungen. HanöHuckebein. Das Zeitalter der ökektrizität. Von Jnltu s tl .
Groke Erfindungen beherrschen eben sowohl ihre Zeit, wie große Männer, und wie wir gewohnt sind, die politischen Phasen der Völker auf das Innigste mit ihren Führern in Verbindung zu bringen, so können wir dle bedeutsamsten Epochen in der Kulturentwicklung der Nationen nach solchenErsindungen benennen, welche einschneidende Umwälzungen zur Folge hatten. DaS Schießpulver, die Buch druckerkunst, die Dampfmaschine, der elektrische Telegraph sind vier solcher großer Erfindungen, welche gewaltige Aenderungen im Leben der Völker her beiführten. Da? Schießpulver brachte die engenden Mauern zu Fall, welche die Städte umschlossen, die Buchdruckerkunfl gab dem geistigen Leben die Mittel zur freien Entfaltung, die Dampfmaschine mehrte die Arbeitskraft und steigerte die Produktion, sie verringerte die Entser nungen mit Hülse der Schierenwege und der Telegraph verbindet die entlegensten .Orte durch die Möglichkeit des äugen blicklichtn Gedankenaustausches zwischen !ihren Bewohnern. ; Die letzten Dezennien gehörten dem .Dampft. Die Verwerthung und An 'Wendung der Dampfkraft auf allen nur 'denkbaren Gebieten der Industrie, de, '.Gewerbe, der Landwirthschast und selbst 'deS HauöbalteS nahm in einer derartig schnellen Weise zu, daß man sast zu glau den vermeinte, die Grenze ihrer AuS mutzung sei erkennbar. Und so leben wi, .in dem Zeitalter des DampfeS. Di .Gesammtpserdekraft aller Dampfmaschi .nen und Lokomotiven, welche in der gan zen Welt im Gange stehen, wird auf acht !zig Millionen geschätzt. Wenn jede Pserdekrast die Arbeit von zehnMSnnern herrichtet, so schaffen die Dampfmaschi men täglich die Arbeit von achthundert '.Millionen Männern. Die Bevölkerung der Erde wird auf 1.455.923,000 See. 'len geschätzt und die Anzahl der Männek vom sünfzehnten bis zum fünfundfech 'iigsten Jahre auf ein Drittel der Ge fammtbevölkerung, a'.fo in runder Zahl .fünfhundert Millionen. Mithin verrich ?ten die Dampfmaschinen nahezu daS dop 'pelte Quantum von Arbeit, als sammt liehe arbeitsfähige Männer der Erde, vorausgesetzt, daß dieselben , ihre mecha 'Nische Kraft mit größten Fleiße auSnütz ten. Beziehen wir diese Verhältnisse je doch nur aus die Kulturvölker, indem wir ijene Millionen auS der Rechnung fort lassen, welche an der produktiven Arbeit in unserem Sinne nicht theilnehmen, jene 'Völker, die ein vegetatives Leben führen, so ergiebt sich, daß aus die achthundert .Millionen Dampfmanner ungefähr eben soviel den Kulturvölkern angehörende Seelen kommen und die Konkurrenz mit .denselben aufnehmen müssen. Die Arbeit, welche der Dampf verrich tet, ist jedoch nicht ihm eigenthümlich, sondern wird ihm durch die Wärme ver liehen, welche durch die Verbrennung des Heizmaterials entsteht. Der Dampf .und die Dampfmaschine sind nur das Mittel, die Wärme in Arbeit zu verwan dein und die letztere in die entsprechende Form der mechanischen Bewegung über zuführen, die für irgend einen Zweck ge wünscht wird. Die Erzeugung des DampfeS und feine Ausnutzung erfordert eine Anlage einerlei ob dieselbe feststehend oder tranS portabler Natur ist die von solider Konstruktion sein muß und nicht allzu kompendiöS gestaltet sein darf, wenn der Nutzessekt in vortheilhaftem Verhältnisse zu dem verbrauchten JeuerungSmaterial stehen soll. Ebenfalls hat die Fortlei. tung der durch die Dampfmaschinen er zeugten Arbeit ihre Grenzen, denn Treib nemen, Drahtfeile und Wellenleitungen können nicht nach Belieben weit fortge führt werden, ohne daß schwerwiegende ArbeitSoerluste eintreten, und deshalb giebt es mancherlei r'u, in denen auf die Anwend' . irr Dampfkraft Verzicht geleistet weroen muß. Aber diese Schranken fallen jetzt auch ; weder die Schwerfälligkeit der Dampf Maschine, noch die Schwierigkeit der Ar beitSübertragung legen ihrer Verwen dung zu Zwecken ein Hinderniß in den Weg, zu denen man sie bis jcht verge benS dienstbar zu machen suchte, seitdem die Elektrizität sich ihr eng gesellte. - Wird einem geschlossenen Leitung? draht ein Magnet genähert, so entsteht in demselben ein elektrischer. Strom. Wird die Näherung und Entfernung von einer Maschine besorgt, so erzeugt dieselbe elektrische Ströme. - Wird andererseits ein elektrischer Strom um ein Stück weicheö Eisen ge leitet, so wird dasselbe so lange maqne tisch und vermag ein anderes Stück Eisen anzuziehen, resp, festzuhalten, als der Strom dasselbe umfließt. Man kann daher mechanische Aroeit das Annä Hern des Magneten an den Leiter in Elektrizität umwandeln und diese verrich tet wieder Arbeit, wenn sie um ein Stück weiches Eisen geleitet, dieses magnetisch macht und somit zum Anziehen eines eisernen Hebels veranlaßt. Es würde uns zu weit führen, auf die Konstruktion dieser Maschinen und die Schwierigkeiten einzugehen, deren schließ liche Ueberwindung zwölf Jahre inten siver Arbeit bedurft:, ehe eS gelaug, den Apparat herzustellen, der berufen ist Umwälzungen weitgehendster Natur zu bewirken : eSknöae daher dieAWei
lung der Thalsache, da "durä IM vyno mo.elektrische Maschine die Möglichkeit' gegeben ist, Arbeitskraft in jedem Betrage in elektrischen Strom umzuwan dein. Stellen wir uns eine Dampfmaschine vor, welche eine dynamoelektrische Ma fchine treibt, so haben wir auf der einen Seite die durch den VerbrennungSvrozeß erzeugte Warme, welche daS Wasser in Dampf verwandelt, der den Kolben der Dampfmaschine hebt und eine Arbeit vollbringt AlS Zwischen-Glied betrachten wir die dynamo-elektrische Ma schine, welche die Arbeit der Dampfma.' schinen in Elektrizität umsetzt und auf. der anderen Seite haben wir den elektrischen Strom, den wir mittelst geeigne'er Metalldrähte sortleiten können. Die Wärme wurde Arbeit und die Arbeit Elektrizität. ' Werden in die Leitungsdrähte zwei feste Kohlenstäbe eingeschaltet und ent' sprechend genähert, so erglühen dieselben und erzeugen das elektrische Licht, welches feit einigen Jahren den Kampf mit der Gasbeleuchtung aufnimmt und zur Be leuchtung großer Räume, als Signal feuer auf Leuchtthürmen, als Lichtquelle
bei nächtlichen Bauarbeiten und zur Re. kognoözirung deS Terrains im Kriege Anwendung sindet. Gelingt die Thei' lung des elektrischen Stromes für prak tische Verhältnisse, so wird die allgemeine Einführung der elektrischen Glühlichter keine großen Schwierigkeiten haben, und dle kleinen Lampen. EdifonS, in deren luftleeren Glaskugeln ein hufeisenförmig gekrümmte? Stäbchen von BambuLkohle glüht, werden der heißen', die AthmungS lust verderbenden Gasflamme die em psindlichste Konkurrenz bereiten. ' Die elektrischen Ströme, welche von einer Eentralstation ausgehen, allmo ko lossale Dampfmaschinen die Arbeit lie fern, welche von den dynamo'elektrischen , Maschinen in Elektrizität umgesetz! wird, , erleuchten am Abend die Wohnrüume, ! am Tage dagegen können 'sie anderwei tlge Verwendung finden. Wird nämlich ein elektrischer Strom in eine zweite dynamo-elektrische Ma schine geleitet, deren ttonstluktion nur geringe zweckmäßige Abweichungen von ' der stromerzeugenden Maschine besitzt, so j setzt dieselbe sich in Bewegung und verwandelt die Elektrizität wieder in Arbeit. Der Strom, welcher die Lampen speist, kann daher zumJngangsetzen kleiner Ar beitsmaschinen benutzt werden. Er kann' die Nähmaschinen und Webstühle treiben, wie dies auf der Berliner GewerbeauS ! stellung der Fall war, die Wieg: fchau keln und zu allen den Vorrichtungen angehalten werden, welche ingeniöse Erfinder ihm aufbürden. Die intensive Hitze, welche zwischen zwei im starken elektri schen Strome erglühenden Kohlenspitzen entsteht, wird bereits zum Schmelzen von Platina, Gold und anderen Edelmetallen benutzt, und eine elektrische Küche im Kleinen wurde auch schon ausgerüstet, um zu zeigen, daß man mit dem Feuer, das in einer Entfernung von einem Kilometer unter einem Dampfkessel brennt, fehr wohl wenn auch kostspielig Speisen bereiten kann, sobald die in Elektrizität umgewandelte Wärme ver mittelst metallner Drähte an den Ort ihrer Bestimmung geleitet wird. Von der größten Bedeutung wird je doch vorläusiz die Ucertragung der Ar beit aus elektrischem Wege sein. Schon aus der Berliner GewerbeAuSstellung erregte die elektrische Eisenbahn von Siemens und Halöke die erste in der Welt ungeheures Aussehen, das sich auf der elektrischen Ausstellung zu Paris nur noch steigerte. Mittlerweile wurde die elektrische Bahn bei Lichterfelde dem Verkehr übergeben, während auch die Linie Eharlottenburg'Spar.dauer Berg bei Berlin vor wenigen Wochen eröffnet worden ist. Eine feststehende Dampfmaschine erzeugt mitHilse eine? dynamoelektrischen StromgederS die erforderliche Elektrizität, welche früher durch die Schienen in den Wagen, nunmehr aber durch eine neben der Bahn laufende Hochleitung, die durch eine eigenthümliche Kontrakt rolle mit dem Wagen kommuniz'rt, zu der Arbeitsmaschine geleitet wird. ES gewährt einen gar überraschenden, stetZ wieder seltsam berührenden Anblick, wenn der personenbesetzte Wagen scheinbar ganz auS freien Stücken seinen Weg zu rücklegt. Weder Pferd noch Schornstein, noch fönst ein der gewohnten Kennzei chen treibenderKräfte ist sichtbar, und der dünne Leitungsdraht sieht zu winzig auS, als daß in ihm der Uebermittler der Bewegung gesucht melden könnte. WaS auf der Erde leicht ausführbar ist, läßt sich auch unter der Oberfläche in den Bergwerken anwenden, und gerade hier steht dem JSrderungsaerke durch die Anwendung elektrischer Motoren eine bedeutende Zukunft bevor. In die ent ferntksten Winkel der Stollen können die Drähte mit Leichtigkeit geführt werden, sei e, um Pumpen u treiben, Ventila toren zu drehen, Bohrapparate zu bewe gen oder Karren zu schieben. DaS ge förderte Erz fällt auch serner der Elek trizität anheim. Die Erzscheidemaschine von SiemenS und Halske sondert mittelst einer Anzahl kräftiger ringsörmigerElek tromagnete die zerkleinerten Eisenerze aus dem tauben Gestein, und aus elektrolytischem Wege können die Metalle von einander, sei eS auS ihren Lösungen oder in seueflüfsigem Zustande getrennt wer den. In der Landwirthschaft wird der schwersällige Dampfpflug d m bequemeren elektrischen Pfluge weichen und in ähnlicher Weise, wie die Wagen einer elektrischen Bahn ton einer stationären Dampfmaschine auf weite Entfernungen die vorwärtstreibende Kraft durch elektri fche Uebertragung erhalten, ist man bedacht, Fluß'und ttanalfchiffe fortzubewegen. Die menschlichen und thierischen Zugkräfte, die kaum zur Hälfte ausgenutzt werden, machen alsdann den dyna mo elektrischen Maschinen Platz, wo eS sich darum handelt, in den Gewässern ohne Gesülle Fahrzeuge vorwärts zu bringen. So wird die in Elektrizität umgewan delte Arbeit auf den verschiedensten Gebieten zum Theil schon verwendet zum Theil steht ihr ein weites Gebiet offen, und nicht lange wird es dauern, daß auch sie dem Kulturleben eine' eigenartige Signatur aufdrückt. Wir stehen jetzt am Ankn des Zealftrs der leftrwtöt.
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VJox unseren Augen vollziehen sich die Umwandlungen, wir sehen, wie sie bald hier, bald dort in die Verhältnisse ein greift und sich von Tag zu Tage r.eueS Terrain erobert, wie vor ihr die Dampf Maschine. BiS jetzt bildet daS Heizmaterial die Kohle, die Hauptquelle der zur Arbeit? leistung benutzten Elektricität, aber wir haben andere Quellen, die herangezogen werden müssen, um die im Schooße- der Erde aufgestapelten Kohlenvorräthe zu schonen. Der Wind und die Wasser fälle. Ebbe und Fluth und die lebendige .Kraft der Sonnenstrahlen lassen sich m Arbeit und Elektrizität überführen, und da diese wiederum, je nach Bedarf, in Wärme, Licht und Arbeit umgesetzt wer den kann, gehen wir einer Ausnutzung der Naturrrafte entgegen, dle nur mög lich ist im Zeitalter der Zliliziztii Einige Wagenladungen der neuesten Muer in Tapeten u. Dekorationen soeben eingetroffen, welche zu den möglichst billigen Preisen verkauft werden bei Carl Möller, Xlo. 6 Cst Washington Str. PrTftTrrrrrn -ftsrvn ttti Saloon u. Billiard-Hall No.S2 Oft Washington Str J o kn Weil er dj z v Sigentbümn AIIY0IIECAI1 Atth xpanse of littl 8 money and hi$ spar i tlm obtain a fair work- ? j f ing uuMuwni ISTUPYATHOME XHROUQM THC SPRÄOUE UrilYERSITY Of CORRCSPONOENCE INSTRUCTION, j Comyclilnf tUItdiaf canwpcdactcfaoiitothtwad4. SUBJECTS TAUGHT. IM TIm SdtMl of Liw praptnt pupdi fbr kck LA 11 a tfaa br. by aa xtrid. ükoroufh roum. Hm fc wrm xjta ctudaai la ,, pan of K iwuiü;. iniinim iori 1 c JIJIJKlJALII.I dUtrTwk6.ttfc-BOOK-KEEPIHG WM SHORT-HAtlD GREEK and IATIII 5 tie w tha moa dvaaead work ia tbm r'imirt. Tfc abor sckooli teaek by tb eorrwoad. r Biathod mir, aad rteof alxa ao rifala la tfcelr rMptlTt iülds. AnniMi. vcanaf m wluck cbMl yoi um f r 7 Btrtd. kad laS cIsm ta chu ia ,i x aiaaap nr caisiOKua. . EaeatcaoolaMMB. I aiau OBtalocu, i 1 WUMWM' Jno. A. Kutsch. Aairikat amfe Händler t VserdelSeschtrre
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