Indiana Tribüne, Volume 17, Number 62, Indianapolis, Marion County, 19 November 1893 — Page 7
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Sehr praktisch, dies ZcXtcnl Ei',!hlu?g coa Vrnst Ntgen. k Woob streckte sich in einem der bequemen FautcnilS feiner Office so bc haglich, wie bic nur ein Millionär im EtZndc ist; dabei rauchte cr eine Ha vanna-Cigarrc, so biif und wohlriechend, wie solche nur für einen mehrfachen Millionär passend erscheint. Ü?at), Mr. i5oob sonnte sich das tei stcu, wurde er doch zu den reichsten Männcrn der reichen Stadt Boston geZahlt. X'lbcr und wie thunc daö Tast in cineö Millionärs ohne Aber 'ein Mr. XooJ her; Uch'ö nicht an den Flora tinos und Superlo le Cuba xcnug?n, sondern snchte noch anocrnjcittiT. sein nzchäuftcö los zu werden. Da war sein leichtes Stück Arbeit nnd verursachte dem Manne argcö Kofzcr brechen. Mr. Wood hatte neuerlich mit itcut::i:i (2'!i:ckc in chnjcntcjctt st? c fuhrt. und ein nncmfhaltstimer Dollar - Sicacii crzos; sich über Hu kahlcs Haurt. Er fccijoljntc eine illa, etliche Meilen von 23oitu:! entfernt. Diese war vollgepfropft xilt Kostbarkeiten Gobelins, deren je der e:u va-::icnen tostet.', zierten etc Wand 5, nnd wieder darüber hingen mo 'derne und antik: Gemälde von Ipljcin Si'cni;:. ?iic')t minder hervorragend waren die Skulpturen, unter welchen insbesondere eine marmorne $cnu5 blendete, reiche Mr. Wood, weaen der man gchitcu Toilette, mit orientalischen Ge weben umhällt hatte. Die gepolsterten Möbel vollends durften schön und kost bar nannt werden die Stoffe waren nämlich auch auf der verkchrten Seite rcic) bestickt daher auch den meisten Äciuchern der Muth mangelte sich du rauf ui.-dcrzulassen. Mr. Wood war in äußerst kunstsinniger Mann. Er hatte erst in jüngster Aett wieder eine? ersten Meissonier angekauft, doch mußte derselbe wcacn Raummangels in die Küche gehängt werden. Natürlich war oamtt das Erichen von j.unstaeaenstanden xv Ende, nnd cr mußte einen neuen .crnal suchen, nm seine überfließend? 'Dollaruellen ableiten ;u können. Da hatte er einen vortrefflichen Einfall gehabt. Ciin? direkte Tclephonverbluduug zwi schen Vnlla nno imee: man warc eine Prächtige Sache dachte der glückliche iSchivcinefcttfpekulant meine ihcurc sattln konnte mir dann durch den ernsprcchapparat mittheilen, wenn sie in die JLper oder daö Kon'.ert gehen wollte. ohne daß wir, wie bisher derartige Wun ifchc schon des Morgens vor mein cm Weggehen vereinbaren inuiztcn." . !r. Wood beglückwünschte sich selbst ,$u diestr schonen xZdec und beauftragte in der Folac einen Ilntcrnchmcr. dieselbe 'zur licsführung ;u bringen. Innerhalb kurzer Zeit war die telephonische Leitung vollendet. D:e vornehmen Äostoner wur den grün vor Neid über dieses Ercigniß, Mr. Wood indeß roth vor Vergnügen, als cr das erste Mal seine besicre Hälfte ver Telephon befragen konnte, ob sie ir 2jend einen Wunsch heg?., . So weit waren dic Dinc gödichen, als sich Mr. Wood, wie Eingangs er wälint, .behaglich in seinem Fautcuil streckte und darüber Betrachtungen anstelle le. nne angenehm c$ auf dieser Welt ist. ein wenig Kleingeld zu fccfujrit. Da Zllngclte der "lpparat und mcldctc, dan man in dcr'Ä-illa mit ihm zu .sprechen wünsche. Mr.Wood erhob sich nnd sagte halblaut: Sie will gewiß heute Abend den Ni coletto anhören." Alsdann ergriff, cr daö Sprachrohr un) rief hinein: Was befiehlt mein Znckertänbchcn? ; Die Antwort ließ nicht ans sich warten. Entschuldigen Sie, ich bin nicht die Vcrson, sür welche Sie mich zu halten lajcinrn." " Mit wem habe ich also das Vergnügen?" rief Mr. Wood. mith, Einbrecher" kam cs zurück! Ich verstehe wohl nicht recht, was Sie zuletzt sagten," cntgegnete Mr. Wood einigermaßen erstaunt. Ich hkißc Smith und bin Einbrecher drang es setzt ganz deutlich aus der cyauvorrlmtung. Mr. Wood wechselte die Farbe. , Treiben ie keine Späße und sagen !Sie mir, was Sie wollen und wer Sie eigentlich sind", tclephonirte Mr. Wood mit großem limmauswano. , Es freut mich, daß Sie die Sache so Ipaphatt aunanen. oren Sie alio zu. Ich bin mit meinen Leuten in Ihre Bllla eingedrungen, habe Jqrc Frau Gemah ,lin und die Dienerschaft geknebelt., somit .st, wie zk sehen, Alles in meiner Gc walt. Hören Sie ruhig ;u, denn cö würde Ihnen blutwenig nützen, wollten Sie die Polizei in Kenntniß setze. Sobald Sie sich zu einer Unbesonnenheit hinreißen lassen, das heißt, sowie Sie sich - von dem telephonischen Apparate entfernen, steht zhre Pilla in Flammen. Ich habe in Ihren Salon mehrere Bündel Heu schaben lasten und etwas Petroleum daran gegossen, so baß ein einfaches Zündholz genügt, n:n Ihnen den rothen Lzahn aui's Dach zu sttzcn. Sie sehen, werther Mr. Wood, daß ich Sie ganz iu meiner Gewalt habe." Sie Unglücksmensch, Sie Mörder. Sie Räuber!" brüllte Mr. Wood iu die Sprachvorrichtnng. .Kommen wir ut unserer Angelegen herL Ich benöthige 5000 Tollars, und -- '..r.-L .r- n. rcnin cz geneig, no, mir oieje nmmc zu bezahlen, will lch gern auf das kleine Feuer Verzicht leisten und Ihnen keiner lei Schaden zufügen." Sie ruiniren mich", cntgegnete Mr. Wood, denn diese Phrase war ihm auZ seiner (eschaitövrls sehr g?lausla. Mr. Wood, Sie scherzen. Sie müs sen Heillos viel verdient Haben, denn Schweinefett ijt ünerordentlich fest." .Ich kau nich'.-, stöhnte Mr. Wood zu daö Telephon nrcra. Sie zniingcn mich, eine schlechte That V begehen. Uebcrlcgen Sie wohl, denn ich halte schon di!ls Zündholz in Bereit. fiatt. 5ia oder nein? WollenSie ;ahlcn?' .es let denn", dchzre Mr. Wood. In wenigen lugcnblicken wird sich mciue Vcrtrancnspcrsou in Ihrer Osfici ciniinden. Sie werden die verabredete Summe auszahln und hierauf daj Schlagwort ersahen, welches Sie mi, telephonisch übermitteln, damit ich von der Abwlckcluna unicres Geschäftes über. leucht sein kann. Ich mache Sie noch xarauf aufmerksam, daß wir keine? Chkl
annehmen Zönnen. Es ist Punkt vier
Uhr. Eben ist u:einc Vcrtrauenöpcrson in Ihre Office eingetreten." B.r. Wood wandte sich unwillkürlich um. Zu stiner grollen Bestürzung wurde er eines tadellos gekleideten Herrn ansichtig. Dieser agtc in trockenem Ge schäftstone : vkch habe für jiccnnung cc3 ivir. mith 5000 Dollars einzukassiren." .GewiJ," stotterte Mr. Wood, dem der Schreck in die Glieder gefahren war, und holte eilfertig ciu Rundet Banknoten aus dem Geldschranke, das er dem Fremden vorzählte, nnd welches dieser würdevoll zu stch steckte. ölonncn (5tc nur mit einer guten vit garrc auswarten?" fragte dic Vertrau cusperson von Mr. Smith leutselig. eh? gern," entgegnetc Mr. Wood unruhig, indem er dem Anderen sei.::. Eizaiientaschc reichte. ,,abcr wollten Sie mir jetzt nicht gefälligst daö Schlag iosrt mittheilen?" ,,Thne recht und scheue .Niemand. An Vord Alles wohl," sprach der Fremde getanen nnd verlief; mit einen: leichten Kopsnicrcn )It. Wood. d?r einigermaßen verblüfft zu dem telephonischen Apparat iill: und hinein rief : ..Tbuc recht nnd fcheuc Niemand. Au ord Alcs wohl. Ader setzt bitte ich Sie, werther Mr. Smith, sich cpltizst entfernen zn wellen. Tas Sjca. konncu I - 1 ... ft' . 1 A (tltArtlt stt( CriC li;i:iilliiui U'i vuu'a liuji.i UAd was meine ,vrau anbelang .... Ohr wird kein .paar gekrümmt wer W 1. ' J- l Mt4i ( ilil. tlllll-il U 11 ...II, iilH-l tlf daß ich ein Gentleman bin!" Mr. Wood athmete um 5000 sllarö erleichtert sus. ??och uic zuvor hatte Mr. 29ood den Heimweg so schweren Herzens zurück gelegt, als jetzt, da er stch dazu vcrurthcilt sah, ruhig in seiner Equipage zu sitzen, während die Flammen bereits dic Villa zerstören mochten und seine bessere Hälfte, (cinc ftran geknebelt ! vJir. Woo) hielt sich bei diesem Gedanken die Hände vor das Antlitz. Dann blickte cr sehr bc kümmert vor sich hin. Eine schreckliche Ahnung erfüllte )cmc cclc. Wenn die 'amaftmobcl durch das Petroleum ge litten hätten, welches jener eigenthümliche Genlleman aufgeqosten hatte: Eine peinigende Ungewißheit lief; ihm jeden Augenblick den Sitz in seiner Eaui page wechseln, und stets von Neuem be fahl er dem Kulichcr, so raich wie nur möglich zu fahren. Endlich hielten die dampfenden Pferde vor dem Eingang der Villa, welche sich friedlich den Blicken ihres Besitzers darbot. Jedenfalls' war das ,vcucr noch zn unterdrücken. Mr. Wood stürmte hastig tn dle G mächer feiner Gattin, die er auf einer Ehaistlongne ausgestreckt fand, lc war keine hübsche Zvrau, in der Hand hielt sie cincn französischen Noman. dessen C25. Seite sie eben zu lesen im Begriffe stand, und, unangenehm berührt durch die Un, terbrcchung, ließ sie ihre nichtssagenden Blicke auf dem eintretenden Gatten haf ten. Dieser warf sich mit theatralischer Verwegenheit seiner Ebehälfte an den kaum ncnncnsmcrthcn Bufcn und vcr suchte zu fchluchzcn: Was Du gelitten haben magst, armeö Täubchen!" rief er ein über das andere Mal. Missis Wood sah ihren Gatten mit erstaunten Blicken au und preßte endlich mühsam hervor: Also ist Schweinefett 1.2!! !" l'astc doch da? Schweinefett bet Seite", entgegnetc Mr. Wood ärgerlich, ? . 4 4 ff fage mir neuer, ov eic ceric ntcjt ooch cuer gelegt haben!" Armer Mann", schluchzte Miins Wood mit würdigem Anstande, T hast gcwlfz schreckliche Verluste erlitten!" Was schecrc ich mich um diese lumpi ern $"0sK) Dollars, aber wissen möchte '.... .4' e i. 4 . ic), wer cigenliill) orr ert war.Wer denn. Du m:m gütiger Hlm mcl" Nun, der Einbrecher!" schrie Mr.. -" "":rv "..vi. II Doch nicht bei nnV." cntgegnete die yefran nient rninocr gereizt. Aber der Sini tat Dich :doch getne telt!" Mich? Du bist wohl nicht recht ge scheidt!" rief Missis Wood .entrüstet und versuchte zu rothen. Ich verliere tnder That den Ver stand! Erzähle mir also, was sich seit meiner Abwesenheit zugetragen hat, ich bitte Dich darum!" flehte Mr. Wood. Gar nichts hat sich zugetragen, aus genommen, daß ein geilster Mr. Smith u Ganz richtig und wcitcr?" schaltete Mr. Wood begierig ein. Dazz ein gewisser Mr. 5mith. ein sehr artiger junger Mann.... Ja, das ist cr. nur weiter, wenn ich litten darf" drängte Mr.Wood. In lehr angenehmen normen steh mir vorstellte und mich nm die Erlanbniß bat, Dir eine geschäftliche Mlttbciluna per Telephon macheu zu dürfen." Und hat cr Dich Tiicht geknebelt und kein Heu in den Sal.n geschleppt?" Warum hatte cr mich denn knebeln sollen, und weshalb hätte cr gar Heu in unseren Salon schleppen sollen?" Das Warum ist hier glcichziltig,.abci er wird doch etwas gesagt haben?ewl, cr meinte unter Anverem, daß das Telephon ein große Beauemlich. ikcit wäre.Oh", saate Wood und vkran an. zindgar dn halbgeöffneten Mund zu schließen. Offenbar war lhm ein .'icht ausge eanacn. cluö der Sprechstunde clneS ntözt veschLftigten Slrzteö. , mmm " von 3. i.
Die Nbr auf meinem Kamin schlug drei. DaS ist der Beginn meiner Sprechstunde. Rasch sprang ich vom Sopha auf und rieb mir die letzten Spu ren meines Mittagsschläfchens au den Angen. Tann schnell den äußeren Menschen wieder in Stand gesetzt, mit Kamm und Bürste durch Bart und Haar gefahren und noch einen Blick in den Spiegel, die Toilette ist fertig. Jetzt kann lch mein Jahrhundert in du Schranken fordern. Schnell noch eine Eigarrctte angesteckt un.d fünf bis sechs Auge gethan; da xarsüsirt da Zim
räer leicht und fein. Nun mögen sie
kommen die Patienten, lch bin bereit. Aber sie wollten nicht kommen; eö ist cicrade, als wenn ich nicht eristirte oder rt cr ... k ane .'ccnfqcn sarmierileq grfuno waren. Seit einem Jahr habe ich mich in der Ncsidenz alö junger Arzt niedergelassen. als Srezlalarzt für Chirurgie", wie mit goldenen Lettern auf meinem Schild zu lesen ist, und wie eö seiner Zeit zu wiederholten Malen die Hauptblätter aller Parteirichtunqcn den Berlinern verkündeten. Die Menscbrn müssen aber in jenen Tagen kttne Zkitunzen zur Hand genommen haben.' Abgesehen von einigen indem aus den Kellern oder vierten Stockwerken meiner nächsten Nachbarschaft, welche viel Mühe und k in Geld bringen, bin tch merkwürdig nnbefchädizt. Und w.lch schöne neue Justrumcnte liegen in meinem GlaS schrank! Die blitzenden Klingen lachen einen förmlich an. . t'immt man meinen loufortablen, wunderbar be.fuem?n Ope raionvtisch hinzu, weif; der Himmel, eine kleine Arm ober Aclnampntation mun bei mir ein wahrer Hochgenuß sein. Seit vier Wochen behandle ich einen ermeu Schuster. d:r sich mit seiner Ahle eine nlel stllwunöe in der S)ans vel brachte, welche schon längst geheilt ist. Er arbeitet wieder, aber ich lasse ihn doch noch mehrmals tn der Wech: ;n mir kommen, nm ihm einen neuen, nicht weiter hinderlichen Verband anzulegen. Die Binden kosten Mich zwar mein theu res Ged. icdockz es aesckledt meiner H:vthtTt ivf:?m Yitr n-irnfj&r trh nttrfi .) " ij ij t nieiner vielen abwesenden Patienten zu schämen beginne. So findet ste doch wenigstens ab und zu alte Vervandstücke r.ach meiner Sprechstunde. Um blutig geiarbtcö Waster tm Wasazb'cken zu Ha' b-n. Habe ich mir selbst schön käniilich Nasenbluten erzeugt. Einige Male Habe ick mir einen Dienstmann oder das Haus mädchcn meiner näheren Bekannten in'ö HauS schicken lassen, welche den Herrn Doktor sofort zu Herrn oder 55 ran holn mupten." Jedoch sind für die Dauer die Dicustmänncr zu theuer, und die Mädchen merken die Sache. Aber, mein Gott, was fangt man vidti an. um Horch! eö hat geklingelt. Jetzt klopft es an meine Thur. Am Ende gar ein wiltllmer, rmstiQcr Patient: Via, er kann sich freuen! Wenn er sich auch nur mit einer ?!adel geritzt bätte. ich mache anen schonen, inlerezstinten Fall' daraus, und unter einer halben Stunde kommt rr ntOZt von nur fort. .errretn.- ,Mn Bnef für den Herrn Doktor", und damit 'verfchi'.indct meine Wirthin. Ihr den Brief aus der Hand nehmen, ihn weit roegschlcudern. ist Eins. Himmeldonnerwetter, statt deS sehnlichst erhofften Patienten ein lumpi Zimmer, endlich yeoe icq oen zrter aus 1 111 r und lese die Adrcfje des grauen ouverti. .Kolonial und Delikatcstenaeschast on pro und en dctail von JuliuS Joseph Junker.' An Frau Doktor Kemmer. Hochmohlgeborn." Also nicht einmal ... . i. .-v : . f v an Mi, loneru un meu:: utun, vu heißt, wenn ich eine hätte. Aber ich habe ja keine. Hm! eigentlich wäre eö gar nicht übel, so eine nette, wbe, kleine ftnu ZU haben. Da hatte .man fern eigene. trauteö Heim, man würde sich hübsch ein richten, könnte mit ftiner Frau plaudern. wenn man am Abend ermud:t von der srrtY-ifl K?s?s5,'s? Ha, ha, ha ! PraviS ! Ich nnd Pra V 4 V UVkt.M4.. riö ! und dann noch obendrein sich hübsch einrichten !" Spott und Hohn ! Wovon lxnn ,vrau und öclnder ernah reu? Denn Kinder würden doch auch kommen: ja, sicherlich, und zwar bild hübsch?, wie der Vater ! Ein rci ches Mädchen heiraten? Niemals. DaS ist ein Grundsatz von mir, und ich leiste mir einmal dcn Luzus, Örundsäije zu haben. Allerdings, wer weiß, ob die Praris nicht besser ginge, wenn ich be weibt wäre, denn gar Viele huldigen noch dem eigenartigen Vorurtheil, ein Arzt muste verhetrathet sein, um Ber trauen :u erwecken. Wal ist denn auf der Strafe los? Gerade unter meinem Fenster tragen sie einen blutende Mann vom Fahrdamm weg. Er muß während der Fahrt vom Vkerbcbakniiaaen aewrunsen nnd oekal l:n fein. Schnell hinunter und dem Armen helfen! Blut, Blut, hier giebt eö endlich einmal Etwas zu thun! Mit ein paar Sätzen bin ich die Treppe hinunter und sehe eben noch, wie sie den Verwun beten Zu dem im öceller wohnenden Hell gehilfen tragen. Und dabei steht doch m'.t qronen aoloenen Buchstaben: Vpe zialarzt sür Chirurgie" auf meiuem Schild an der Thür: Alö ich wieder in meiu Zimmer trete, schlägt cö vi?r Uhr; die Sprechstunde ist vorüber. Ich will eben fortgehen, da klingelt cö, und meine Wirthin meldet mir eine feine Dame, eine Sängerin, dic den Herrn Doktor zu sprechen wünscht." Nach wenig Augenblicken steht mir auch wirklich ctnc verschleierte, . 'i . . ... 1 1 . ir; novei gelicioeie uame gegenuoer. 0 mit kann ich Dienen?" Ich bin die Wittwe dcö kürzlich verstorbenen prakti schen ArzteS Thurm und möchte mir er tauben, den Herrn Doktor um eine kleine Unt rstützung für mich und mein: siebc. 5!iuder zu bitten. In dieser Liste stehen einige empfehlende Worte des Herrn SanitätLrathS Linker und die Namen Jbex eoelmuthlgen Spender. Stumm nehme ich die Liste. Da 1h hen zahlreiche Eollegen, jed?r mit sechZ Mark Beitrag. WaS soll ich machen? Resinirt zeichne ich dieselbe Summe. Sechs Mark und am Ende des MonatS! AI? die Dame fort ist, klingle ich mei ncr Wirthin. Frau Alters, bkite, sehen Sie sich künftig die Leute, die zu mir wollen, etwas besser an. Daö war keine Sängerin, das war eine Bettlerin!" .Ein; Bettlerin? Nicht möglich, sie hat doch nn Notenhest tn der Hand ge habt. .vnrs eoicnQcn oas: viinc am rt x.t on. c .t c..i rr.: Nklliste war'S, aber, kein Notenheft. übten, rau Alter!-'
ger Brief, eine Geschaflsreklame! Ich beginne eine Art Tauerlauf in meinem
Erst AbendS im Svaten habe ich den letzten Nest meines AergerZ hiuuutergespült. Die H a u p t s a ch e. Graf (zu einem Mann, der sich alZ Kutscher bei ihm bewirbt): Verstehen Sie sich aber auch gut auf Pferde? Mann: ,DöS oicht aber iZ heiHe Johann!
Zwanzig Jahre gefangen. Von dem Leben und Treiben dtt
Mongolenstämme, besonders der Tor gauti, einer kalmückischen Völkerschaft, aibt ein 1751 in Br.ölau erschienenes Buch Kunde, welches den Titel führt: Gottfried ptLcn'S merkwürdige Nachricht von feinem Leben und zwanzig jähriger Gcsangenschast bei den Kal mucken. Alö die Nüssen am 18. Juli 1707 Nawitsch einäscherten, wurde der clfiäh rige Gottfried von einem Kalmücken ge t -..r. .c.t .. 1 fangen, auf e vuo geqoocn uuu rnugs nommen. Ein rufstscher Obrist, Bolowin, fand an dem Irischen Jungen Gc fallen und bkfchlofz, ihn bet sich zu be halten. Bei diefem 2)!ann: hatte Qpitz eine verdältnikinäLiq gute Zeit ; als aber der Obrist im Jahre 170J in der Schlacht bei Poltawa fiel, sollte ihn der Hofmeister auf Befehl deS Sterbenden nach St. clcröburg zu der z)rau Volo win bringen. Auf diefsr Ncise trafen der Hofmeister und ö)ottn".cö dicsicitö dc? rlbolga Tscheremisscn und Tartarcn theils in einzelnen Hütten, theil trupenni?l e umderchweifend. Der ofm.'lster konnte sich M't ihnen unterhalten' und besaht etucs Tazrs setuem nunmehr siebzcqnfahrigen Beg'citer in eine Hütte feit wärtö vom !cge zu gehen, um Milch zu holen. Opis gehorchte : doch kaum war cr etwa tanfcnd Schritte gegangen, da sorenotcn N iter herbei, schlugen mit ih ren Peitschen auf ihn loS, fingen ihn. setzten ihn auf ein lcdlgeS serd, banden ihm mit öiicmen die Beine unter dem Bauch: deS ThicreS zusammen und fort ging cs, was die Pscrde laufen konnten. -Sie ganze vtacht hlnöurcq wnröe ge ritten, mehrere Fluste wurden durch schwömmen, erst nach Sonnenaufgang machte man Halt. Opltz wurde losgc bunöeu. Seine Kn?chel waren von den Nlcmkn wund gerieben und dick gejchwol lcn. die Beine kraftlos, so daß cr nieder stürUe. Doch ethielt er einige Würfel rujstschen Soldatenbrodes, die er tn einer schlammlgcn W anfeuchtete, um . 1 - .-1 t T I feinen vrenncnoen uurft zu tofeucn. Nach wenigen Stunden aingS weiter. Der Gefangene mußte unter Peitfchen schlagen auf'S Pferd klettern uns wieder wurden seine Beine gefesselt. Beim Nachtlager bekam cr wieder einige Brod würfcl das letzte Brod sür zwanzig Jahre dafür aber wurde ihm in der kalten Nacht der Nock weggerissen, mit dem cr sich zugedeckt hatte. Nach einer gliche erreichten sie eine Kalmäcken.Nicdcrlassung von etwa zwei- . i 1 nunoen nlicn. ier iranr jjüiö mit Wonne die dicke säuerliche Milch, die eine ctwaö berauschende Wirkung auf ihn ausübte, und traf mit einer Anzahl S!la ven zusammen, deren Sprache er nicht verstand. Dieselben lehrtcu ihn roheS Zvleisch' etwas zu kaucn. den Säst zu rer läinätn uno ocn nest au?zu rucren. 0 wurde ihm der allmälige Ucbergcng vom Genusse deS Brodeö und gekochter Spc: sen zu ungckoütcr Nahrung ermöglicht. An seinem Bestlmmungoorte war t doch Oviy noch nicht engelangt. lr wurde zu Psirdc, nur von einem Wachtcr geleitet, ungefcfjclt weitergefchafst. Alle zwei biS drei Stunden trafen sie ein Lager an. Um dieses in der endlosen Steppe zu finden, mußten sie dem nieder getretenen Grase nachreiten, oder, wenn dieses Zeichen fehlte, uf daö Wiehern von Pferden lauschen. Abermals v.rgingcn mehrere Tage, da war endlich die Horde gefunden, an deren Anführer der Hofmesterunfcren Gefangenen verkaust hatte. Ein siustcr aussehender Kalmück führt: Opitz zu einem Haufen zuqe chnittcner Gierde haut: und redete dejedlend auf ihn ein. ?VJ merkte, daß er arbeiten solle, wußte aber nicht, was und. wie. Diese Un fchiustlgkell ärgerte fclucn Hcrrv, cr nahm seine-kurze, dicke Peitsche und hieb dem armn Menschen ss gewaltig über dcn l?opf, daß die Nase 'breit gedrückt wurde sie blub eS bis in'ö Alter nnd ein dicker Strom Blutes aus Mund und Nase iuoll. toyneno fiel ver öem.fzyanoelte zn Jeden und wand sich vor Schmerz: cs zuälte ib der Hunger, eö marterte ihu der Äur t, es st-acheu ihn taufend Insel ten, eS schmerzte ihn sein blutiger Kopf, c ängstigte ihn die Vt'ähc des barbari schen Herrn, besten Befehle er nicht ver stand. Ein Weib gab ihm etwaS Pfcr demtlch zu trinken ; pty riß den unte ren Streifen seines Hemde ab, befeuch lete ihn mit Milch und band ihn um den Kopf. AbendS bauten ihm zwei gefan gene Chinesen eine Hütte, er erfuhr, daß er die zugeschnittenen Zvellc mit Sehnen zusamm nnahen solle und am Ä.orgeu beim Melken halfen müsse. Nach Ablauf einiger Zeit kam ein anderer Gefangener v v:.r ... nno mii oirzcin uutuc an cicjcioc i.ciie geiksteit. Da Schicksal hatte es wunderbar oe fügt, daß eö ein Teutscher war, der. ebenfalls tm zayre l0 gefangen, auZ Lissa nach Asien verschlagen worden war. Die beiden Leidcnsoenossen. Gottfried pitz, eines Pfarrers. Christian Fritfch,' eincS Tuchmachers Sohn, beide aus der selben Gegend, beide nicht obne Bildung, blieben 20 Jahre an derselben Kette.'. bald enger durch innige Freundschaft als vurcri oas vzifcn mi: einander ver bunden. An Stelle der völlig geraub tcn europäischen Kleidung erhielt Opitz in Tracht der Steppe durch einen MiV stlaveu verfcrtlzt. Eine Pferdehaut wurde mit lauerlicher li'cuch cingerleben. ena usammenaerollt und Nachtö in den 'yau gelegt. Nacyde sie weich gewor dcn war, wurde daraus eine Art Hemd mit Aermeln gemacht; zum Schutz des . P m. . 1. "V ' . . Zopfes wuroe eine iteuiarpc verfertigt; Beine und Füße blieben nackt. zn diefer leioung mußte ach der inxxt Winter überstanden werden. Da die Männer der Horde, wenn sie nicht ans dicmvzugen waren, um Vieh. Eiseu und Sklaven heimzubringen, nichts tba ten a!S rauchen, mußten die Gefangene m - . 1 sie Viuien mcilen, Pferve fchlachtcu. Roh? zum Nachtlancr. Torf zur eue, rnng sammeln, Zzrlle zusammennähen und Zelte bauen. Weite Länderstrecken durchwanderten sie mit den Kalmücken bis an di: Grev im ?on China, von Sibirien, von Per Neu. bis ir. die Näbe der Wolaa. Ans allen diesen Gegenden wurden Gefanaene fortgeschleppt. Nach Verlauf vieler kayre wurden die Gefangenen endlich vurcy ven rmzen runs von Hessen
Für unsere Frauen.
Wahrhaftigkeit und Lüge." Psychologie des Weibcs" ist ein Artikel in dem jüngsten Hefte der Maximilian Harden'schen Zukunft" betitelt, doch gleich Eingangs erfahret, wir, daß es sich hier um die Blüthen lese aus dem neuesten Werke des bc rühmten italienischen Professors Cesare- Lombroso handelt. Der (ge lehrte, der sich viefach mit Psychologie besaht, hzt es meisterhaft verstanden, ungewöhnlich anregend zu sein, nicht allein, weil er natürlich unseren klein lich weiblichen Widerspruchsgeist cr regte, sondern in uns Frauen ein .un sagbares Gefühl psychischen Schmerzes ob der Schilderung unserer Psyche, unseres Seelenlebens erzeugte. Wn müütcn an uns selbst, an l:nserer7. izcn Ich verzweifeln, mit dem iUhincni, wo wir Alles das glauben rcc.:--1. cn, 2s der italienisch: Professor in seinen Darstellungen Interessantem von ::n3 zu rühmen wei. Seine und die Ansichten seiner Gew'ihrZmännc: über dzs Thema BZahrhaftigkeit und Lüge" lauten z. I. folgendermaßen: (5s wäre überslüs'.ig, ua2,)zur?ei,en. wie 1k Verlogenheit zur Gewohnheit, ja ich möchte sagen, zu einer physiologischen Eigenthümlichkeit des Weibes gerooroen izt, Denn ei t,: ol.ö eine Thatsache, die sich sogar schon im Aolksbewußtsein eingebürgert hat, jnd durch unzählige Sprichwörter in allen Sprachen bestätigt wird. Man braucht übrigens, um sich hie?von zu überzeugen, nur die erstbeste Unterhaltung zwischen zwei Frauen beobachten, die Complimcnte. Die herzlichen Worte, die bei jed:r Gelegenheit mit der größten Unbefangenheit zwischen Frauen ausgetauscht werden. die einander qleichqutig oder gar feind lich gesinnt sind, die Kusse, die ohne Unterschied an fluchtige Tages lekanntschasten und an Busenfreundinnn verabreicht werden, die Ge wandtheit, mit der sie Alles zu verbergen wifsen, was sie in den Augen der Männer herabsetzen könnte, wie ihr Alte? u. s. w. Es gibt Frauen", sagt Seneca, ,die immer irgend eine Bosheit auf der Zunge haben, die sie mir großer Geschicklichkeit unter ihre Zärtlichkeiten mischen, die Freundschaft heucheln, wo sie nichts weniger als fröundschaftlich empfinden, und die ihren Haß unier dem Schleier der Schmeichelet verbergen; da, wo sie am wenigsten treu sind, heucheln sie gewöhnlich die größte Anhänglichkeit und sind immer bereit, dem betrogenen Ehemann oder Geliebten die Wünsche an den Augen abzusehen." Im welblicken Dlltwnar t!t , wi: Frau Mayo schreibt, Perfidie gleichbedeutend mit Takt; die Luge erscheint dem Weibe gewissermaßen von emem Hauch der Tugend umflcssen; eine Un wahrheit, die dazu bestimmt ist, irgend etwas Schweres, Bitteres zu erleichtern heißt fromme Lüge" und man spricht von Delikatesse, wenn der Ehebruch einen Affrout zu vermeiden weiß." Neben dieser bewußten besitzen die Frauen noch eine so zu sagen instinktwe Verlogenheit. Jeder wird wohl schon Gelegenheit gehabt haben zu beobachten, wie schnell die Frauen, wenn man sie einmal unversehens be: Etwas ertappt, mit einer mehr oder wenige? geschickten Lüge bei der Hand sind; ihr erster Impuls, selbst wenn sie aar nicht schuldig sind.ist.sich durch cineLüge zu decken. Ja, die Unwahrhaftigkeit ist sc, sehr ein organischer Bestandtheil des weiblichen Charakters geworden, daß ein Weib fast niemals ganz aufrichtig still kann, ein wenig, wenn auch unbewußte Verlogenheit steckt in ihnen allen. Aufrichtig sein", sagt Stendhal, würde einer Frau vor kommen, als solle sie ohne Kleider ausgehen." Das Gewissen der Frauen," schreibt schießlich Prudhomme, ist um so viel schwächer als das des Mannes, als ihre Intelligenz geringer ist; ihre Moral ist von anderer Art, ihre Begriffe von Recht und Unrecht sind ver schieden von denen des ManneS, so daß man sie im Vergleich mit uns als unmoralische Wesen bezeichnen muß. Ihre moralische Minderwerthigkeit folgt als natürliche Consequenz aus ihrer physischen und intellektuellen Inferiontät." Ueberwältigt von einem solch' s chwerwiegenden Veweismaterial,unfähig an, der Hand .eines ebenso eingehenden Studiums auch nur einige wenige der gegen uns vorgebrachten Beschuldigungen widerlegen oder nur abschwächen zu können, wende ich mich an meine verehrten Mitschwestern mit der traurigen Nachricht, im Falle sie bis auf den heutigen Tag davon noch nicht unterrichtet waren, daß sie Alle ohne Ausnahme solche Gewohnheitslügnerinnen sind, wie wir es jetzt erfahren. Daß wirklich nur wir Frauen eine solche Meisterschaft im Gebrauch conventioneller Lügen, nur wir allein eine solche Gewandtheit im Heucheln, Schmeicheln und Betrügen erlangt haden, und nur wir unsere Küsse so leichthin wahllos an flüchtige Tagesbekanntschaften und Busenfreundinnen verabreichen? Sicherlich hatte ich mich geirrt, wenn ich früher glaubte, einmal gehört und gelesen zu haben, daß man auch dic Versprechungen mancherMän ner nicht immer auf Treu und Elauoen ninneymen rann, oan unfere ganzen Umgangsformen heutzutage für Männer utö Frauen eine gewisse süßich hilslich: xcenseitige Bekomplt--?7itirus-Te?benz tragen, und daß üblich s.'jrf) Herren ziemlich wahl-
3 5Cuie f. n fluchtige Tages- und .'endl'eki'.ntschaften und Busen nfchnen verabreichen. Doch, will -ich Hinzufügen, daß ich w dem
einen Punkte, des Küssens, die Ansichten des Herrn Professors wirklich theile, daß ich diese ostentative Küsserei und Umarmerei, wie sie auch hier in Amerika gepflegt wird, für absurd, überflüssig, unschön und ungesund
halte, und denke, die Damen konnten sicherlich eine weniger auffällige Art, sich ihrer gegenseitigen aufrichtigen Gefühle ZU versichern, ersinnen. . Was die berüchtigten dosen Zungen der Frauen anbelangt, mön Seneca ' und Lombroso nicht ganz im Unrecht sein, obgleich doch die größten Satyri!er und Verfasser von Spottgedichten Männer waren. Aber im Gegensal. zu den treulosen italienischen Frauen, welche dem betrogenen Ehemann di: Wünsche an den Augen absehen, denke ich in französischen Sittenbildern bemerkt zu haben, daß die Ehemänner meistentheils ihre Frauen betrügen und ten die Wünsch: der bevorzugten Dämchen aus deren schönen Augen in zärtlicher Verzückung zu eraihen suchen. Was unsere taktvolle Sicherheit im Vorbringen r?n frommen Nothlugen anbetrifft, so wär: cs gewiß besser jedem unheilbaren Kranken geradeaus zu i'gen. daß cr verloren, jeder betrog:7.en"Frau die Augen allsogleich zu 'öffnen, jede Beschönigung zur Verhü. tung unöthigen Verdrusses zu vermeid den,' sondern geradeheraus und riicU sichislos nur stets die reine Wahrheit Zu fegen. Ferner sollen sich die Männer vor uns gar sehr in Acht nehmen, wir meinen es niemals aufrichtig, all' unser Thun und Treiben ist eitel Lug und Trug.und wenn sie einmal unvermuthe: nach Hause kommen würden, da könn, ten 'sie vielleicht entdecken, daß manche Frau im Stillen Geld verdient, welches sie .dann heimtückisch zur Erziehung der Kinder verwendet und den Mann doch auch darüber belügt und betrügt. Und schließlich ist es mir ein Räthsel, wie Männer von Verstand einem Wesen, das nicht einmal die Vegriffe von Neckt und Unrecht ordentlich auseinanderhlten. dessen Intelligenz so gering, dessen Moral so minderwerthig ist, wie diese Männer sich nicht schämen sich selbst und ihre eigenen Söhne von solch inferioren Geschöpfen in die Welt setzen und das ganze kunftige Geschlecht unter Leitung dieser Verkörperung von Unmoral und Lüge, welche man Mütter nennt, erziehen zu lassen. Schließlich bleibt uns nur der eine Trost, daß den Verfassern in ihrer Schilderung hauptsächlich die leidenschzstlichen heißblütigen, vielleicht auch nicht immer wahrheitsliebenden Lekoohnerinnen ihres schwülen Jnscllaudes vorgeschwebt sind. Vielleicht würdcn die Herren über Wahrhaftigkeit und Lüge, und auch über Mutterschaft und Liebe gesundere Ansichten ausgesprochen, ihr Urtheil über die Frauen sich milder gestaltet haben, wenn ihnen einige treue, biedere, edle und wahrhaftig deutsche Frauentypen begegnet wären. 52a 'e:, al5 Trophäen. Unter den interessanten" Stämmen, welche in dem Felscngebirge an der Bocche dl Eattaro hausen und welche an Wildheit unseren ApacheS nicht nachstehen, beginnt die Allfiegerin Cultur sich auszubreiten. Die Herrschastcn schneiden einander nicht mehr die Köpfe, sondern nur n?ch die Nasen ab, welche sie als Trophäen mitnehmen, wie die Indianer die Skalps ih rer erschlagenen Feinde. Aus den ley. ien Kämpfen der Oesterreicher mit inen Bergvölkern berichtet ein Kriegsberichterstatter in seinen kürzlich verLffentlichten Memoiren das Folgende: Die Vorbereitungen zu einer neuen Expedition in das Felsengebirge de, Krivoschi und Pobzri wurden um so rühriger betrieben, als der Versuch de General Auerspcrg, die Bergstämme ohne weiteren Kampf, zur Unterwerfung zu bestimmen, erfolglos geblieben war. An einem nebeligen Decembertage erschien nun der Pope von Mo manns, wo Graf Auezperg wohntr, und bat, zu diesem geführt zu werden. Der General empfing den Ankömmlini, in gewohnter Liebenswürdigkeit, wa aber nicht wenig betreten, als-der hoch würdige Herr nach einigen einleitenden Sätzen in die Tiefen seines schäbige:.' geistlichen Kleides langte, um daraus ein Bündel, sein rothes Taschentuch, hervorzuholen, das er mit großer Wichjigkcit af dem Tisch ausbreitete. Den General befiel ein Grausen, als sein Blick auf den Inhalt des Bundes fiel. Sechs Stuck abgeschnittener Menschennasen lagen da als Trophäen eines Kampfes, welchen Tags vorher die Männer, von Morinje gegen einen Haufen Krivoschianer ausgcfochten hatten. Wie die meisten an der Küste' gelegenen Orte, so war auch Morinje treu geblieben und hatte sich ON dem Aufruhr nicht betheiligt. UeberdieZ lebten auch die Bewohner von Morinje mit den Krivoschianern wegen irgend eines früheren Zwischenfalles in Blutfehde. Als daher die Morinjesen erfuhren, daß umherstreifende krivoschianische Haufen sich ihrem Orte genähert hatten, machten auch sie sich des Nachts mit Handschar und langer Flinte auf den Kriegspfad und überfielen einige Krivoschianer, die in einec Karsthöhle Unterkunft gesucht hatten. Um die Treue und Tapferkeit seiner Gemeinde anschaulich zu beweisen, wat jetzt der Pope mi! einem Fischerboote nach Cattaro hinübergefahren, um dem General die landesüblichen Triumvhzcichen huldigend auf den grünen Conferenztisch zu schütten. Der General hätte den frommen Die fen lassen. Allein am nächst, ner Gottes am liebsten mitsammt sei nen Trophäen zur Thür hinauswerTage wären die Morinjesen und ihrc
Nachbarn zu den Aufständischen über--gegangen. Graf Aucrsperg war da her so" klug, die Pfarrkinder des. braven Popzn wegen ihrer Treue und Ta pfcrkeit zu beloben. Ueberdics gab er dem Manne zehn Stück Dukaten aus dem Dispositionsfonds des StabS. quartiers, eine Belohnung, über welch: der Pope sich sehr erfreut zeigte. Hut den Werth der Trophäen ins rechte
Licht zu setzen, wieö der Pope grinsendauf drei Nasen hin,- an denen auch diOderlippe mit kräftigem, schwarzem Schnurrbarte hing. Diese Nasen", erklärte der Pope, haben als) nicht iungen, bartlosen Leuten, sondern ge reisten starken Männern gehört, die zi überwinden ,eine besondere Tapferkeil erforderte." Früher war es hier, mz in der Herzegowina, m 'iontenegro und in Albanien gebräulich. den Besiegten die Köpfe abzuschneiden . und sür einen jebin dem Vladika oder den Loivoda abgelieferten Kopf ci'.:e Prämie in Montenegro drei Silber ?;w7.n,u?er ?.u empfanden. Die er Gebrauch hatte aber mancherlei !?achtheile im Gefolge. Die Le.u hhlitn sich im Kampfe mit dem Abschneiden der Köpfe zu lang? auf. Auch verursachte das Mitschleppen solcher etwa? umfangreicherSiegeZzeichen, xt mentlich wenn die Köpfe kurze Haar. hatten, daher nirgends festgebunden werden konnten, vielerlei VeschwcrlichZeiten im Gefechte und auf dem Marsche. Daher verfügte Fürst Dauili während des Krieges gegen die Türkei im Jahre 1858, daß die Köpse der ver-. wundeten oder getödteten Türken nich: mehr abzuschneiden seien. Für ein? abgelieferte Äase werde dieselbe Prämie bezahlt.wie biZher für einen Kopf denn soozld einem Feinde die Nase ab geschnitten werden konnte, mußte er sich doch ganz in der Gewalt des Ezer nagorczen befunden haben. Dicsc. Prozedur konnte rascher geschehen rrud das Mitschleppen der Trophäe machte,in der Torbitza (dem ' umgehängtem zwilchenen Brotsacke) kein: Beschnxr lichkeiten. Dieser Gebrauch wurd. dann auch von den benachbarten Hsx. zegovczen in der Zubczi,' dcn Jriva-.. schianern und Pobarianern, di: mir den Ezernagorczen immer auf dc. Kriegspfade waren, angenommen' ,?xcc:s!cr", der c.rö!)Zc Zlavaciit Vor einigen Monaten wurde, wie damals bereits kurz gemeldet, in IScrs Fountain Mine" im Oranje-Fr-Maat in Südafrika ein Diamant ge funden, der alle bisher entdeckten an Größe weit übertrifft. Dieser Ruse unter den Diamanten erhielt den Namen Excelsior".
Die Fachleute behaupten, daß dieserStein vcrhältnißmäßig leicht geschliffen werden könnte und nach dein Schliffe noch 500 Karats wiegen werde: in rohem Zustande weist er ein Gewicht von 900 Karats auf. Beim Schleifen des edlen Steins in Fornr einer Ellipse wird ein Leiner Diamant, von 15 bis 20 Karats abfallen. Der größte de: bisher bekannt gewordenen Diamanten wiegt nur 200 Karat, ist aber ein gelber Stein. Nach dem Excclsior", der ein wundervolles blauweißes Wasser haben soll, kommt unter den weißen Diamanten der Imperial",' der nach dem Schliffe 180 Karat schwer war. Die größten der in den letzten Jahren gewonnensn' Steine weisen folgendes Gewicht cruf Excelsior" ungeschliffen 900 Karais, geschliffen 500 Karat; de Beers Jellow" (aus den de Beers Minen) 42& bezw. 200, und ..Jmperial" 380, bezn?. 180 Karat. Durch diese Funde ist dcr einst für den Kaiser aller Diamankerr gehaltene Kohi-Noo:" in der Reiheder edlen Steine weit zurückgedrängt : worden. Die Größe und das plucht--volle Wasser rnachcn den Excelfior zu dem wundervollsten Diamanterl, doch, wie überall, gibt es auch hier ein:. Aber". Der Stein hat nämlich nr. Blase", in der Größe einer Fliege dadurch ist cs möglich, den Errelsior"' in zwei Steine zu zerschneiden, die aber dann immer noch größer fein werden, als alle anderen. Die Größe des Neuentdeckten tritt natürlich erst ganz hervor, wenn irsrrt, die anderen genannten zwei Strine daneben sieht. Dieser Stein ist mehr' als doppelt so groß, als der größte der früher gefundenen Diamanten. Der Preis des Niefendiamaukrr läßt sich jetzt natürlich noch nicht abschätzen. Er ist dreimal so groß linder de Beers", der auf vier Millwnzrr Mark geschätzt wird. Nun richtet sich der Preis eines Diamanten aber nicht allein nach der Größe, sondern euch nach dem Feuer, dem Schliffe u. f. trj. und so kann der Excelsior" dreinra größer auch dreimal theurer verkcmst' werdcn, als der Jmperial", er keim aber auch keinen so hohen Preis erzielen, da beim Schneiden ganz unerrocrr--tete Verluste eintreten können. Der Diamant Excelsior" hat rz türlich auch bereits seinen Roman undtz ist unterhaltend genug, um erzählt zu werden. Ein Syndikat, bcstchcnd' aus den Herren Wernher. Veit k Ca.. hatte die Jägersfountain Mine gepachtet bis zum 30. Juni. An diesenr. Tage nun, wenige Minuten vor Feier abend schon legten die Arbeiter ihrePiken wea sah ein Kaffer etwas in. der blauen Erde, dem Bette der Diamanten, glitzern es war der Ji celsior". Zehn Minuten später, vxbder Diamant wäre fce? die Minen !u rauf abbauenden Firma gewordcrl. Wie der Kaffer den großen glitzernde Stein sah, grub er ihn natürlich sofort! aus und versteckte ihn. Es gelang Lzzr auch., glücklich seinen Schatz durch cZi Wächter hindurch zu schmuggeln, ikzhn verkaufte er 'ibn für fünfzig. Pstirü, Sterling 250 Dollars eia Schießeisen und einen Pony.. Wahinl7T'chf
omvurg veireik.
