Indiana Tribüne, Volume 17, Number 62, Indianapolis, Marion County, 19 November 1893 — Page 4
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Sndiana Tribüne. i Erscheint . . Täglich und BonntaQ.
Die tägliche Tribü kostet durch den TrSg HCeml per Woche, die SonntagSTrtbüne ö Cents per Woe. Beide zusammen 15 Cents oder U Ernt per Monat. Per Post ,ugeschtckt in O v euSbejahlung tf per Jahr. Ossi : 0. 18 Süd Alabama Str. Indianapolis, Ind., 19. November '93. Still,. ttn !! Tltt ' CS mar ruhig im Hanse, ganz rnhig. Er saß an seinem Schreibtische und überlaZ den Entwurf seines i Romant, an dessen Ausführung er vor Kurzem noch mit ss regem Interesse gedacht hatte, überlas ihn rsieder und wieder und wußte am Ende nicht, vaS er gelesen hatte. Qi var ganz eigen: jetzt hatte er doch, aS er so ungeduldig herbeigesehnt hatte' und dessen Mangel er für alle ferne Miß.erfolge, für alle seine weniger gelungenen Arbeiten hatte verantwortlich machen wollen jetzt hatte er sie, die ungestüm geforderte grenzenlose Stille bei der Ar bett, und seit diese Stille um ihn herum eingetreten war, seit nichts ihn störte, nichts ihn unterbrach, wenn er sich hin setzte, um zu arbeiten, hatte er noch keine jeilc zuwege bringen können. ' Seine bedanken waren so laut, daß ihn das Schweigen um ihn herum beinahe beängstigte; er würde eZ als eine Wohlthat empfunven yaoen, w:nn rrgeuo cm se raufq wenn d orden u übertonen dem Einen Nackt. blick. Nichts aber regte sich. ES war Und bieb so still im Hause, als ob AlleS und Alle darin gestorben waren. . Eine lange Zeit war eS her, daß er .Schriftsteller geworden war; eS dünkte lihn eine Ewiakeit, seit er Tag um Tag !an seinem Schreibtisch f$ und grübelte .'und schrieb und den mühseligen Kampf !um Anerkennung. Ruhm und Broker werb kämpste. Sein Unglück war eS gewesen, daß er im Anfang seiner litera Aschen Laufeahn zu viel Glück gehabt -hatte; dieser Beginn war in jene Zeit . scheinbaren wirtschaftlichen Aufschwun geS gefallen, wo daS liebe Geld fejufi kgen auf der Straße lag und die Zettun gen die ihnen gelieferten Arbeiten glan izend bezahlen konnten. Sein keckes, ju. igendfrischeS und frsheS Talent hatte all igememen Aullang gefunden, man hatte 'große Erwartuuge auf seine Zukunft, igesetzt, von allen Seiten war er aufge-, -muntert und verhätschelt orden, und .daS hatte ihn übermüthig und allzu selbst 'vertrauend gemacht .... Er dachte jetzt Zurück an jene .kurze Zeit voll Sonnen jsaYia. Wie achtloß t$ix er mit seinem glücke umgegangen, wie wenig hatte er ,sich bemüht, eS festzuhalten, eS zu verdie inen, nach vorwärts zu strebe! Er hatte aewähnt, daß er nichts mehr zu lernen .brauchte, hatte geglaubt, daß eS immer 'so bleiben, ja, datz eS mit jedem Jahre Messer werden würde.... Da war mit einem Male, Stillstand eingetreten; die ierste Jugendfrische, die seine Arbeiten so kanziehend 'gestaltet hatte, war verflogen,' jer Hatte sich angewöhnt viel und schlende frisch zu schreiben, und war. tief empört 'gewesen, w?nn Jemand gewagt hätte, !lh seine Arbeit als unbrauchbar zurück anstellen oder auch nur ein Wort deS IXadcte über seine Produkt? auSzuspr. !chen. Im ersten unb?r:cktigten und 'thörichten Zorne, im Vollgefühl deS Un trechtS, daS ihm widerfuhr, hatte er diese und jene Verbindung abgebrochen, sich zeinde gemacht, keine neuen Freunde er 'worden, uud alS er endlich zurLesinaunz gekommen und einsehen gelernt, daß der jiöooen. den er für so fest und unverrück iba? gehalten, unter seinen ftil&en wanlte. da? ei EintagSerfolg ihn geblendet und tübersicher gemacht hatte, da war eS zu isyat, sehr spä?emorden für eine reuige '.Umkehr, seine Freunde und Gönner hat $tn ihm den Rücken zugewendet, sein rasch bekannt gewordener Name nrn ebenso 'schnell wieder in Vergessenheit gerathen, nd eS blieb ihm nichiS Änderet übrig, als vsn vorn anzufangen und den schon initial gegangenem Weg zum zweiten -Male zu gehen. 7 Eine andere Zeit war hereingebrochen. 2l ging nicht mehr so leicht wie damals, 'wo er, jung und selbstvertrauend, seine zersten kecken Arbeiten zu Markte brachte. ' 'Er stand nicht mehr allein im Leben, wie damals. Im Taumel der erst? Erfolge, tm festen Bewutzts:ln, daß ferne Feder ibesier Kamerad und glühendster Bewun derer. Am Abend laS tx ihr feine Ent würfe vor, setzte ihr seine Pläne auSein ander, ließ sich anstaunen und bewua 'dern von ihr.... Sie glasbte an ihn, nar so felsenfest überzeugt tavon, baß tx nur daS B:ste l istin könnte, HZr e -ihm mit brennenden Wangen und l uch - senden Augen zu, wenn er ihr vorlas, .und wenn er arbeitete, .sorgte sie ftitf für scine häusliche Bequemlichkeit, schlich aiis .den Fußspitzen einber. um kein Geräusch .zu verursachen. Äagte sich ?eiu einzige Mal in sein Zimmer, auS Furcht, seinen -Ge?an?enc:anz zu nnterbr.che Wie! .lebhaft siel ibm all' daS wieder ein! Ei! -stützte den Kopf mit beide Händen und pachte, dachte. ... Warum . hatte der rste Erfolg ihmicht Wort gehaltcn? Damals, m tl mem Glücke, war er ein guter und lie 'enSwürdiger Mensch gewesen. Mit wel. zem Jubel hatte er die Geburt eineS LkindeS, eines SohneS, begrüßt! Die 'Löclt schien ihmz eng, um sein GlüZ Au fasica.... Wie nn: so bald AlleS nderS -geworden, ganz ändert, Alles nir Älle zhsttt er angeklagt und für seine .MißrrfolAe verantwortlich gemacht; in .erster Linie aber die Ehefessel. Srit den, Einzug bei Kindek konnte es im Hause nicht mehr so still hergehe, p$i ehedem; ,tec Frau var es nicht länger möglich. & ublZejllch len v55jJ3,
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r' Td:z;i sZ 1 1 i w r im lese Stille und Nuhe unters erben. Boulognermald spazieren gclan und ttare, um die lauten Gedanken - lleö. a, ne vsrbrachle. em?orte lhn, : fi minntp rtr-Mr,
, um ihn abzuleuken von er lujae bei oer Urdeil niuii aeiuu ma, . ,M . v. .l..
.das ihn beschäftigte Tag und .sagte er unwirsche ToneS: d. er nun ..7.:. ' ... ....
in jeder jHtl in jedem Augen, inmal fär eine Familie zu sorgen habe. Z'CVrZ '2 '5
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aa 8n( uic ä h;ch gehalten.... sie wurde durch nichts
Z VV-'J 3 .,T m" i -1 "ei,r unterbrochen, durch kein Getrippel lose Madchen vermahlt. Die Ze Zeit kleiner Füße, durch kei? Kinderlachea derznngea Ehe war eine glucklize und nd Kiudergeschrei, durch kein Getrom wolkenlose ewesen: stln .W.lb war sem x w x?,... ....
flaltfrtaift deen Wartung erforder.' ten vrel Zelt, und tausendmal lm Tag. machte der Knabe mit seinen zahllose, Kl! .beschränkten Geldverhaltnrsse .gestattete. ihnen den LuruS emer geräunilgen Woh .nung nicht, sie.hlelten blos eine einfach, mir? H MnTi in W m .S !CrAit
fvuyv, umv w iuui v, wup vtfc (jum, .vom Haushalte und der Bedienung des KindeS immer mehr in Anspruch ge'nom 'men, durch mirthschaftliche Sorgen im lmer mehr vom Gatten abgezogen wurde, -daß sie nicht wie früher die alte hinge, !bungövolle Zuhörerin war, daß ihre Ge, .danken oft anderöwo zu weilen schienen. .wenn er ihr etmaS vortrug und e, , . i rr . . . - r. haderte im Stillen mtt ihr, fand, dag sie ihn nicht verj.ehe, daß ihr ttelnllche 'Dinge wlchtlzer waren als seine Arbettey und sie für einander mcht mehr paz? iMi'L doch Alles au s Beste h.r stellen, em Kmi 9 tr ' ifft -. überwachen, eme Wirthschaft leiten. uwiauii, i AMHn einen anspruchsvollen Mann besried.ge sollen, und befall' Dem über knapp be. mene Einnahmen zu verfügen haben: daö waren die .klelnllchen- Dinge, wel 'die sie zerstrAlt und sorgenvoll stimmten. Arme Frau! , Nun dachte er an daS Kind. Er liebte eS, gan gewiß! ES war ihm theuer, .aber nur so lange, als eS sich nicht rührt, und nicht die geringste Störung wachrief. Als eS größer geworden war, im Hause umhertripxelte, AlleS in Unordnung brachte und. nach Kinderart,' Larm VtWMIkV MMI V schlug, nie oft li7i er eS da hart an, verwleS eS mit uufreundlichen Worten
zur Ruhe und kehrte sich nicht an den'. 71, s Zrtaunten und erschrock 'nen, nicht selten Fkld Baler k, und auch empörten Blick, mit welchem de, süch hat sie sich Mud.zke.t kl-ine Junge ihn dann ansah, unterbrach W ? ? ' . h er
Ut Frau, welche ihn sanfter zu ft mmen suchte und ihn val r möchte doch Ge. bald Haben, daS Kind wäre eben ein . . wäre eS Pflicht dieser Familie, ihm we nigstenS keine Hindernisse in den Weg zu legen. Und seit daS Kind da wäre, fehle eS im Haufe an der nothwendigen Ruhe und Aufmerksamkeit für ihn; immer g he das Kind vor und siehe er nach. WaS Wunder, daß ihm sein Heim unbehaglich geworden und die Arbeit nicht von statten gehe! ES war nicht so böse gemeint, alS tl klang. Die harten Worte entsprangen mehr d:m Bedürfnisse eineS Verbitterlen Gemüthes. daS sich Luft machen wollte, .und, wie gewöhnlich, trafen die Auö bräche Jene, welche am unfchuldigsten an er Verbitterung und die zugleich die Wehrlosesten waren. ' ES half nichts, daß er, wenn die au aenblickliche krause Laune vorüber war. en Knaben auf seine Knie setzte und ihn liebkoste: in deS VaterS tfäh wurde der Kleine besangen, seine Fröhlichkeit, äuS d:r man so oft einen Vorwurf wider ihn erhob, wagte sich nicht heraus, und er athmete erleichtert auf, wenn der Vatck ihn wieder wegschickte. ES half auch nichts, daß e? der Frau ach jedem Wortwechsel reuig entgegenkam. Sie nahm ihn zwar immer freundlich auf, aber der Stachel verletzter Mutterliebe blieb ihr im Herzen sitzen. Aengsilich räumte sie ihm daS Kind auS dem Wege, erzählte dem Klein mit halblauter Stimme Märchen, nst ihn zu befchäfti gen und Zum Stillsitzen anzuhalten, ver schloß seinen Mund mit Küssen, wen der Junge in'S Schmatze und Lachen kam, und leble in steter Furcht vor dem Gedanken, daß der kindliche Frohsinn ireS SohneS durch des VaterS Reizbar kzit ganz und gar untergraben werden konnte Ach! wenn er nicht so ungeduldig und selbstsüchtig gewesen wäre, hätte AlleS noch gut werden können. Eiserne Wil lenSkraft und unermüdlicher jsleiß hätten daS leichtsinnig verlorene Feld zurück gewinnen, ?r hatte glücklich sein und be glücken können.... Hatte er doch sein Talent, sein trauteS Heim, ein treues Weib, ein holdes Kind. Ohne Kampf und Mühen geht eS nicht ab im Leben, früher oder sväter muß der Tribut aa daS Schicksal ' e'nirichtet erden.... warum hatte er d.m ewigen Gesetze wi derstreben, warum nicht fügsam oemüthia und doch entschlossen daS Kreuz auf siq nehmen wollen? Wie muthig war fein Weib gewesen, wie fleißig, entsagunzS poll uud selbstlos! Sie halte keine Stütze an ihm besessen; er, der Mann, hatte den Kampf erbärmlich schlecht bestanden: so ungeduldig über geringfügige Dinge, so undankbar gegen die GluckeSgaben, die ihm zu Theil geworden, so rücksichtslos gegen diejenigen, welche abhängig von ihm waren und sich allen feine Launen fügen mußten wie erschreckeud klar sah er das Bild seines Selbst, wie quälte ihn du Stille ringsum, die er einstens fo lingSspiele d.'S lebhaften Knaben, welche er aber nur üben durste, wenn per Vater nicht daheim war. Vorbei, AgeS vorbei. Derjenige, welcher alle diese harmlosen und unschuldigen Störuuze verursacht hatte, lag seit gester auf de Kirchhof draußen, fchlict fest und tief in feine kalten Bette und würde den Vater nie wieder stören bei der Arbeit, nti waS würde der Vater jetzt darum grgeoe ha den, wen ihn daS Kind, ach!, nur ein mal noch, gestört hätte, w.nn er eS haben, halten und besser hätte liehen dürfen, als er gethan, wenn er sich erfreuen .könnte an all' dem, waS ihn einstens so ge, duldig und verdrießlich gestimmt hatte. Sein Kops, den er mit beiden Händen gehaltcn. var aus den Schreibtisch he? abgesunken. Gut Vache? und vergelten! DaS Kind konnte er nicht wiedererweckey zu neuem Leben, aber sie, die unglückliche, trostlose Mutter, war noch da.,.,aV ihr konnte er seine späte Reue üben, an ihr zu vergelten suche, was er an . ihr und dem Kinde gesündigt hatte. Leise stand er ans und begab sich in die ansto ßende Stube. Er fand die Frau in ihren schwarzen Kleidern und mit ihren zer grämten Züge, die von durchwachte und duichweinten Rächten erzählten, vor dem.Vettche.n )eS KindeS stehen, eben t.rxttii.s v? .if . . uuuiii ucQjuiiiai, -uc Lpieiiacoer: oes in einer Schachtel unter , - ' ,., !
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r rät 'von rlckmärtS an flt xan unb Msan, b Arm um ihren tyafen Hed!g!-... Sie fuhr zusammen, ill besser werden; Hedwig. all, eine guten Rathschlag: befolgen, sieißi, nd giduldig fei uns die Schuld viele! in. r.- , . '
Zahre an Dir abtragen." . Sie schaute ihn an, ernst und srrmd. .Wir wollen Beide unsere P.licht erfül len-, sagte sie mit müde klingende, .Stimme. .Gatte helfe Dir und mir.' ES klang wie der Schrei eines zum iTode verwundeten Herzens, diefeS: Got! Wc $x unb mir". Für sie war dai m,.-,. .k: uzU ..t.,. wu... v viv iiui vvtt ivm Vonntn. die Mutter konnte eS nicht. E, ard sich bewußt, daß feine Reue zu fpä, fa daß sie wohl auSharrm wollte an iner Seite auS Pstichtqe.ühl. aber dag ihr Herz für ihn gestorben war und si, :nmmfrmfhr Jna&ln wü. mir "rill" v v lQtotn fea. ;nv jsl.ln.r.. llnS sffm.:g ,gegen das Kind gewesen. Ur b ghe einander anzusehen K, ben dem veröde:en Bette a-o. 1 . . - i-i , staaoen und den .Spielsachen um sie herum die uner trägliche und trostlose Stille. Pariser Four o'olock-leas. Sun Ait)r akmn. Madame ist nm vier Uhr Früh in daS Bett gekommen und um Acht wieder aufgestanden. DaS fallt etwas schwer. YV . ' , an .zum ersten Male thut, doch ., Sturzbad genommen und s.dann rn Ihr In(.mt. mr iilmmii! ihr. i betheiliat, sondern bei dem sie selbst vier Solonummern vortragen soll. Derlei Dinge ziehen sich immer en! setzlich in die Länge. Endlich hat rna.t doch AlleS durchgenommen, ihr Wagen zrtet, sie hat eine Unmenge von Eom Missionen zu besorgen. Sie muß durch auS zu Boissier. um kür daS Diner, daS sie um sieben Uhr gibt, das Dessert auSzumlhlcn. DaS Dessert ist entscheidend für daS ganze Diner, uud nur sie besizt in hinreichendem Maße Geschmack, eS zusammenzustellen. AbendS findet beim spanischen Gesandten eine Soiree statt, und noch ist ihre Toilette dazu nicht in gehöriger Ordnung. Sie galopvirt zur Schneioerin, in Maazinö, zum Hand schuhmachcr, zum Bimenhändler, zum Pa?snmeur. Die Geschafttfräulein fül len ihren Wage mit Schachteln und Paneten, bis sie kaum mehr selbst darin Play sindet. Doch auch dieS wird überstanden. Ma dame lant um fünf Uhr zu Hause an. Sie hat ihre A.f:hle in Bezug auf die Tafel erlassen und sin st nun. ei ganz klttn wenig ermüdet, auf daS Sorha hin, in der Hoffnung, sich einen Moment der Erholung gönnen zu können, eh? sie sich umkleiden muß. Madame lullt sich da in Illusionen, die mit dem Leben, daS sie jübu, und der Welt, in der sie verkehrt, unvereinbar sind. Noch ist sie keine Minute ruhig dagesessen, als sie erschrocken auffährt: Sie hat zwei tnr o'cl ck-ie ver gessen, bei denen sie durchaus zugegen sein muß, von denen wez;ud!eiben die tödt lichste Beleidigung für die Hausfrauen wäre. De? fanr o'cl -ck-tM' ist der Alp, de? si: beständig drückt. Er bildet die neueste Form des geselligen Verkehrs in Paris, und zwar eine durchaus passende. Die selbe sieberisch gespannte, nervöse, sagende Unruhe, wie sie in dem ganzen Leben und Treiben sich kund gibt, herrscht auch hie? in vorm Ma?e. Wahre Gscllig?eit gibt eS überhaupt richt m modernen Paris. Sie hat sich zur Visitenmacherei verwässert und darin aufgelöst. Man kennt Ricmaud und Alle; ma hat nicht einen intime Bekanllttn, aberTausende, mit denen man auf dem Grüßwße steht. Und auf diese Alle muß Rücklicht genommen, sie Ae müssen gehätschelt werden. Der Eine kann zu dem, der Andere zu jen m brauchbar sein, und solche kleine Slü punkle gilt ei stetS, zur Hand zu haben. Die LebeuSwe.;e likgcn in tu? Millionen" statt Nicht glatt und geebnet da ; wohl lassen sich Höhen erreichen, doch darf mau drs Kriechen nicht scheuen, und bieten si?) untrive.zS nicht Busch un) Strauch, sich daran anzuklammern, so wird man den G psel nie erreichen. WaS man im Umgange sucht, das sind Eonneiioncn, nich'S w.itcr. und immr urgescheuter ricktel m.i'i sich dementsprechend ein. Der Salon wird zum Eomptoir. Von diksem Ekaraktersind auch die Soireen längst nicht mehr frei. Indeß behalten sie doch imm:r etwas von der, wennauch nicht gerade festlichen, so doch besonderen abendlichen Stimmung. ' Die Musik, daS Gcdränge verwirren, die Lichter blen den. der Kopf ist nicht, ganz klar. Den nüchternen Parisern von heule war An dereZ vonnö:hen, und wesseu sie bedurf ten, das bot sich ihnen in dem modernen four o'clcxk-tea. Diese Faeon tel VerlikrS entsprach genau dem Bedürf niß, darum auch wurde sie so rosch höchste Faihiofl. Vzr Allem ist sie überaus bequem.' Man wählt seinen Tag und sorgt für et waS Zuckergeback und Getränke. DaS AlleS. .8on joar- hat in Paris ein Jeder.' Solang. man Junqefee ist, steht er cuf der Vistt ukarte ve xx rkt, un) tritt ma in de Ehestand, ist axi Erste, likhogra.hirtt Schreiben au Kreti und Plelhi mit der Mittheilung u versanden : Uansieur et Madamd X. aoront cii7, cax an dem und dem 'Tage der Woche. ES wäre vergebens, sich an ei nem andern als diefem zum Besuch m:U den zu wolle, waS man auch immer auf dea Herze haben möge. Der Por tier. hat feine Ordre : Es ist Rirmaud zugegen, man empfängt am Dienstage". T:e Einrichtung ist n cht gerade gastlich, aber jedenfalls bequem, und der tour o'(lc)e'?tk'K muß in praktischer Bezie hung eine Verbess.rung genannt werden. So lange die Freunde mit trockener Keh!e von der Visite kamen, sah man sich enithiat, altz Snpr.lemtnt i? .22".
lm raufe der Satsoa noch etn ?aar Musiladende, eir n 3 all zu geben. Sie k.'nnen nun ohne jnderllche Schmierig leit gestrichen werden, und die gesell schaftliche Maschinerie ist somit auf die größtmögliche Einfachheit reducirt. Der tour 'clock-tca wird in hellen Monaten unmittelbar vor, in den dunk len unmittelbar nach der Fahrt in den Boulogncrpark servirt, daS hiißt: un flesähr um sünf. Er kann im Speise zimmer gereicht werde. Der mit Blu i.:cn geschmückte Tisch ist fodann reich ge deckt. Eine Menge kleiner SevreSAuf säze, in d.nen niedliche BonbonSsächel Äen und glacirte Früchte der Saison rrancen; funkclnde Krystallgläser, im lirnfc nm die 55'aconS mit alten Weine leyeno, uns vielen gegenüber der Sil crSamovar mit seiner Eonstellation von coqlletlen Schälk und seinem Heere von Tellern m' S rdwicheS und Brioch S. Eine solch, u S'Eutfaltung iit jedoch etwas selten. Sie pflegt im Grund: doch nr bei den Amerikaner Millionären und anderen ParvenuMa tador.n vorzukommen. In vornehmeren Häusern ist sie nicht der Brauch. Hie?, roie bei d.m Beamlen, der doch mitthun möchte, ohne die Mitte! zu größerem Auf wände zu besitzen, besteht die ganze Zu richtunz für d.n four o'clock-te ein fach in einem kleinen, in der Ecke des Salons angebrachten Etagere Tisch. Auf dem obersten AbsaJe Theekanne, Ta'Ien uud Sahne, zuweilen auch Eho czlade: weiter unten Wein, LiqueurgläS chcn und die winzigen, bis zur Durch sich'.ikcit feiueu, von den Franzosen rtrunes genannten Butterbrod'Jlni tationen, wie die auch so besonders be liebtn, leck.rcn, kleineren Bäckereien. DieS der ganze Apparat, dessen eS als materiell? Opfer auf dem Altare der Pariser Geselligkeit bedarf. Vor dem Kamine, wie gewöhnlich, eine Doppelreihe der Lehnstühle, um alle Sitz mödel vermehrt, über die daS HauS nur verfügt, und die derart sind, daß man sie gerne zeigt. Dea ersten Platz im Hinter gründe hat sofort beim Beginne der Re ception die Wirlhln eingenommen, und sie verläßt ihn auch nicht früher, und sei eS unter welchem Vorwande immer, als b'.S sich AlleS entfernt hat. Der Her? deS HauicS hält sich im Vordergemache auf, um die vom Diener gemeldeten Gäste
! zu empfangen. Flüsttrnd unterhält er i?. . . . ' t ft. ... . . f id) oaicici nrr i?ne uocr oea zwea ilzr.i ki" K ftt?kr'i derselbe überbaust einen Zweck yak, nnv gciciur ne ovann zu ein.m Sitze in der Lehnstuhlreihe. Man rückt ach der Tour vor, wie ma im Entree die Rummer für die Ueberklei de? erhät. Ehe man nicht bis ganz zur Wirthin gelangt ist, gilt eS nicht als ar tig, fortzugehen. Sobald man 'jedoch ein paar Worte privater Natur mit ihr gewechselt hat, ist die Verpflichtung er füllt, und eS würde sogar gegen den gn ten Ton verstoßen, länger zu verweilen. Hat man daS Mißgeschick, in einem Augeublick zu kommen, da schon viele Plätze besetzt sind, kann eS Einem wohl gesche h.n, eine halbe Stunde warte zu müs sen. aber daS ist auch das Höchste. Kein Gast kann mehr als zwei, drei ' Minuten von der fo sehr in Anspruch geuomutkuen Wirthin fordern, welche die Eonversalion über beide Lehnstuhlreihen hinab, im Gang erhalte soll den Nachbarn und Vio-a-vii siud einander ja häufig gänzlich fremd, und so würde eS ohne ihr Hinzuthun mit der Unter Haltung gar fchlimm bestellt fein. Doch daS kommt der HauSsrau andererseits auch wieder zu statten; sie kann mit ied m Einzelnen l t dessen rein private Angelegenheiten besprechen. So sehr mau Werth darauf legt, vor Halbbekann ten zugeknrpft zu sein, so wenig genirt eZ in d r Regel, Wildfremden, mit denen man vielleicht nie wieder zusammentrifft, einen mehr oder weniger intimen Einblick in sein Leben zu gestalten. Die Pariser tabea allzuviel im Kopfe, um sich mit Leuten zu befassen, mit denen sie in keiner e;iehung stehen. WaS da z einem Ohre hineingeht, geht zu andern wie der hinaus. Nur der Auslande? erröthet und ge rath in Ausregung, wenn er in Gegen wart einer ganzen Gesellschaft sich übe? Dinge iuterocllitt sieht, die er stetS nur unter vier Augen zu behandeln gewohnt ist, Betrisst eS indeß Dinge, die man entschieden geheim halten möchte, so nimmt man seine Zuflucht zur Etagere in de? Ecke. Mais proner donc ane peiit taeM, heißt eS dann, waS tarnte? daS Nämliche bedeutet: .Laßt mich mit dem Herrn tzi.r eia.n Augenblick allein. Wir habe Geschäfte miteinander, von denen Ihr nicht .ören dürst.Im Uebrigen kann daS, waS bei einem knr o'docfc Uag nosten wird, schwer lich ein HauS arm mache. Hat ma Sesselreihen und Wirthin absolvirt, so wird man, wofern der Diener nicht schon früher Erfrischungen herumgereicht Hai, zum Tische gewiesen, wo man außer mit einer Tasse Th e etwa noch mit einem Tellerchen glasirter Erdbeeren und irgend einem Modckuchen bedient wird. Dazu stets un petit verr"; Liqueure sind das LieblingSgetränk der Pariserin, de ren sie immer Dutzende der rafsinirtesten Sorten im Vorrathe hat. All' das ist sowohl für den Wirth, wie für die Gäste ungleich bequemer und ungleich billiger, a:a die Soireen. Uud so könnte die neue Institution gar nicht vortreffliche? s-in. ulS sie ist, hätte vu? die Bequem licdkeit diese so,r o'clock teaa" nicht fs erschrecklich zahlreich gemacht. Sie ver mehren sich wie die Bacl.rien im Pariser Organismus. Jemand, der ein wenig löslich fein möchte kan ihre? an einem Rachm ttage in der Saison 1h) 1?,' die alle so ziemlich unäbweiSlich sin, zu ab scloiren iab n. Dazü genügt eZ nicht, wie ein eewöbnliche? Sterblicher gcfchaf s-n zu sei, ma muß die Nerrt einer Vollblutfariscriu habe, um daS auSz' halten. ,, Plaza Nestaurant. 3n fio. IS 2.0 Circle Vtraße, dem ehemaligen VrunSwick jjotel'hat Frau A. Zell ein deutsches Hestaurgnt er öffnet. Man erhält daselbst för'2tz Cent eine vorzügliche Mahlzeit und wer seine sämmtlichen Mahlzeiten da nimmt, erhält sie für $i bit Woche. Die Speisen find gut und schmackhaft zubereitet und die Bedienung eine aufmerksame. IHM verlangt Mucho'ö Lest Havanna Cig5."
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Freitag, Promenade' und 1VJ 580 und 582 Süd
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Verem der Coburn & (Saft Stt. lumdia Malle! e NcEarty S Dtlarm Str. Die schönste, größte und am beaimnfim ein gericht' te ie Halle der Südseite. Sie steht zur Verfügung für Kdhaltung von (Konzerten, Tanz-Kränzcheo, - VartieA ze. Besonders ist sie vereinen zu nnpfehlen. Die schönste Wirthschaft in der Stadt, ur die beftrn Getränke werden ver abreicht Zu zahlreichem Besuche ladet ein Otto Schmidt Mozart Halle! Henry Qietor. ' DaS größte, schönste und ksartH öokal in der Stadt, Die ffiumiae und lchön eingerichtete Halle steht Lereinen, Voge und Privaten zur ZsdhaUuns ton CUcr, Konzerten und Versammlungen vnter liberg lm Vedtnaunaen ur VeMauna. Mineralwasser, Selterö und ' Waukesha, in Flaschen oder SyphonS.Füllungm. i?Uvsere eigenen Fadrikate.7 Ausschließlich mit destillirte Wasser enge, fertigt. ' Singer Vle, Orange Clder, Lemon Soda, Cream Soda, Lemon Sour, .' 'Champagne Cider, ' ' ' ? Birch Kitt) :e. ic. 7 i e besten in der Stadt FaeMstZFvr & Co. 46 täöifQii CTaTpIand Qtv. v tV.JW-u tiu . v.v. w , , esrell . etten KS .tr eil ht r ' .... r . i . CulttttzxtttzzLHUTt.Hl Kifr iit .-- "" ".-.rft .. r I. " '-i Telephon 128AUnjttst2ßt die . Hmmmmmm " ti itf h t t rt tf y t m betriebe bou Uulem SafchZdch. o. 138; m, ndT VraWköenue. ' - V ; . N T. E. Somenrille, M&natrer. i.,.'!.,:l,.r,(UJ.. ist der einilge praktische Mzflbn:skS?? 1 1 z in bestadt. UM Ktftt t HrrschUh. TeKle,P. . . " Ott s. Stecke.
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