Indiana Tribüne, Volume 17, Number 62, Indianapolis, Marion County, 19 November 1893 — Page 3
lSE
ns Wnötsrnm
er Oo'.rou:2n von Suva &uas. (17. Fortsct)unz.) - Stieit Sie ruhig und decken Sis -nach. War er Ihr Gatte?" Jr. d?n Augen des Gesetzes, nein. Mein Vater war ein Jude Mutter hatte ich keine mehr. Ich floh mit ihm vor. meinem Volke und er täuschte mich 'durch eine Scheintrauung, der Elende! Und dann, als ich von ihm verlangte, meine Ehre wieder herzustellen, ward .ich verachtet als eine Unreine." Doktor Walter wandte sich gegenNe'lezta. Ist das wahr?" fragte er. J'a. Ich war eine Dienerin ihreZ Vater-. Er verzieh ihr bei seinemTods, und machte sie zu seiner Erbin. Ich ....i. rifrf. . c .(3 iUUKlC ilUll IDd? IIP IHnT HUB Clti sie Sibyl nach Hamerstein, ihrem eigenen Geburtsorte, brachte, stimmten wir darin überein, sie zu galten, bis ,man ihr daZ eigene Kind zurückgeben würde. Den nächsten Tag brachte ich Ihre Tochter in's Erziihunzs-nltitut.'' Doktor Walter wendete sich um und sah Sibyl Hand in Hand mit Varneck. Mein Kind, verstehst Du das Alles?" - Theilweise." itk v,. :ti ?? 11 ii uasi ,.Ein Freund." stammelte sie err rrr.i thend. den Sie um meinetwillen kenr.cn lernen müssen." !" seufzte er, ein wenig traurig, ich sehe, daß ich Dich bereits wieder verloren habe. Kommt mit mir, Beide nach meinem Hotel, um eine Mutter zu sehen, die seit siebzehn Iahren von ihrem Kinde getrennt war." Man überließ Aoah Antstein ihrer Dienerin Rebecca, und Sibyl mit ihrem Vater und ihrem Geliebten machten sich auf den Weg. .um ihre Mutter aufzusuchen. Sie hatte auf dem Wege ihrem Vaier viel zu erzählen und auch Varneck Vieles klar zu machen. Welch' eine Stunde war das, die ihr ganzes Leben ineinem Momente veränderte! Dieser ernste Fremde, der ihr Vater war, hielt eine ihre? Hände und Varneck die andere und sah, strahlend vor Freude, auf sie herab! Wie hell schienen ihr an diesem Abende die Sterne am Himmel! Wie heiter sahen die Strafen aus. wie r?oII fröhlichen Lebens alle Wege, die sie passirten! Ich war so arm, als diesen Morgen fcie Sonne aufging." murmelte Sibyl. und nun bin ich reich! Wie , seltsam fcc3 Alles erscheint!" Doltor Walter lächelte ernst. Nein,", sagte er, die Reichthümer, meine Liebe, hast Du hinter Dir gelassen. Du hast nun Dein rechtmäßiges Erbe von Armuth anaetreten. steh bin nur ein arrner Land-Arzt, der niemals reich war und es nie werden kann." O, dachten Sie denn, daß ich Geld meinte?" rief Sibyl. Nicht im, Geringsten. Den Mangel daran fühle ich nicht und ich hoffe, daß es Hermann euch nicht thut." Varneck lachte. Ich hatte bis dahin niemals Gelegenheit, diesen Mangel kennen zu lernen," sagte er. Sie sah von dieser Antwort nicht ganz befriedigt aus,' fuhr aber fort: Das ganze ist wie eine hübsche Geschichte, die auch recht fröhlich und rechtschaffen ausgeht. Ich denke, daß es föi über allem Zweifel steht, daß ich .Herzchen" bin und nicbt Sibyl Arnstein." Ich denke, wir dürfen das als gewiß annehmen!" lächelte der Doktor," obgleich er manchmal selbst auf das große schöne Mädchen sah. als ob er sein Glück noch nicht völlig glauben könne. Als sie sich dem Ende ihres Weges nät I r- r m Herren, wurven t Alle schweigsam. Ich weiß, wie sie aussieht," flüsterte Sibyl ihrem Vater zu; sie ist klein und schön, mit reichem, goldblondem Haar ich hab; sie tausendmal in meinen Träumen gesehen." ' Der Doktor verließ nun Varneck und Sibyl mit der Jnstruction, ihm lang.samer zu folgen, und eilte zu dem Hotel. Hier stieg er zu dem Zimmer emvor, wo er Grübchen gelassen hatte, als er ausging, um einen Abe.'.dspazierganz zu machen. Er öffnete die Thüre mit zitternder Hand. Grübchen saß bei einem milden, beschatteten Licht: in ihrer tiefen Trauerkleidung sein schönes, sorgenvolles Grübchen. Sie hielt in ihrer offenen Hand ein kleines Medaillon mit dem Gesichtchen eines Kindes darin und mit einem Ring von Kinderhaaren. O, Mutterliebe! Keine Zeit, kein Wechsel der Dinge, weder Höhe noch Tiefe des Leöen-s können Dich erlöschen. Du beilige, große Empfindung, die wie ein Strom deS Lichtes aus der Segensfülle der Gottheit durch die Menschheit zziebt. Grübchen fuhr empor, als die Thüre sich öffnete und ihr Gatte vor ihr stand, bleich und mit einem Lächeln auf den Lippen. .Du kommst sväV saaie sie und schloß das Medaillon, das, sie eben wieder in ihrem Busen verbergen wollte, ds er ihre Hand erfaßte. Sie war ein allerliebstes 5Nnd danals!" sagte er. auf das Bild bückend. Kannst Du Dir sie erwachsen vorstellen. Grübchen? Wie sie aussiebt. ciroß. stattlich und schon, aber nicht Dir ehnllch, wie Du einst sagtest?" Ja," antwortete sie seufzend; ich schließe oft meine Augen und sehe wie ft ist." . Er bewegte sich unruhig um ihren GluoiV Seine - Stimme zitterte. .Theure! Etwas sehr Seltsames ist mir diesen Abend begegnet. Kannst Du es 1 c r.c r. . cn ... erirsgen, eine giutjc, cyi ijivijc atcuig kiit zu hören?" Sie fuhr empor. Ihr Athem würd hastig und kurz. Philpp! Was ist es?' Er legte seine Hände auf ihre Schul itx und sah sie zärtlich an. Wie -wenn ich sagen könnte, daß ich sie ge
' funden habe ohne zu suchen, ohn, Anstrengung, als wenn sie mir vor Gott frei zurückgegeben worden wär, r??s würdest Du dazu sazen,Grüb. chen?" Sie stieß einen scharfen, rasche? ; Schrei aus. Philipp! Philipp!" -
Qseine Hanoe zogen sich zurück toj ihr. Er hörte außen an der Thüre ein, Bewegung und Rascheln, und aufrechj stehend wendete er sich dahin und ricj sogleich: .Herzchen!" Die Thüre wurde geöffnet, und eim schöne dunkle Gestalt :rat über di, Schwelle und eilte zu der kleinen, lieb liehen Frau, welche der Engel ihre, kindlichen Träume gewesen, zwei Stirn, men vereinten sich in einem Ausrufe, und Grübchen" und ihr verloreneZ Herzchen" lagen einander in den Armen. k Als das erste stürmiscÜ5 Entzücken des Wiederfindens vorüber war. setz ten st sich beruhigter Nieder, und Her, mnn Varneck mit ihnen. Jedes blttz viel zu erzählen und viel zu hören. In mitten ihres Glückes wurde an die Thüre geklopft. Doktor Walter erhob sich und öffnete. Vor der Thüre stand eine schöne elegante Gestalt und 15 chelte, wie eben Niemand in der Well lächeln konnte, als Georg Trent. Ah, mein Telegramm hat Sie hier hergebracht, wie ich sehe!" sagte er. Excellent! Meine theure Frau Walter, ich bin entzückt, Sie zu sehen, und ci, beim Himmel, wen haben wir denn hier?" Siörl erbob itö. .Dies." saateGrüöchen mit recht fröhlicher Stimme und straylenoen Auen. eibtns Hand erareifend. ist unser 5rzÄ:n!" Und etwas trauriger sichVarneck zuwendend, setzie ste hinzu: Und hier xi ihr künfti ger Gatte, oem wir sie srelwillla gege ben haben." Trents Miene sah iekt sebr verblüfft aus. Grübchen gab ihm ihre Hand. Ich bin freh, daß Sie hier sind, um sich mit uns zu freuen. Solche Neirigleiten haben Sie wohl nickt erwartet? Bitte, bitte, sagen Sie uns vor Allem, wlnen (sie etwas über Ldal Arnsterns Kind?" Trents Gesicht verrieth ein lebhaftes Mißvergnügen. Er warf einen starren BlicZzauf Varneck, dann verneigte er sich vor Varneas Verlobten, die soaleick den Mann erkannte, mit dem sie im Garten zu Hammerstein zusammengetrossen war. Nein," antwor'-' habe vollständig ? Gütiger Hin? zornia. warum schroff; ich pur verloren." rief der Doktor Sie mir nicht früher, daß Sie von derGeschichte irrn tenr Weil," erwiderteTrent lächelnd, ich so von einem andern Gegenstande, den wir besprachen, in Anspruch genommen war. daß ich ganz veraas?, diese Kleinigkeit zu erwähnen. Lassen Sie mich rne wunoeroar: ejcyichte yoren. wie Sie sich gefunden. 3tö selbst hoffte die ses Wiederfinden zu bewirken; aber ach! wie selten erfüllen sich unsers Pläne so, wie wir sie angelegt haben, in dieser verehrten Welt!" Mit dieser traurigen Betrachtung sank Herr Trent aus einen Si, um die Geschichte des letzten Abends zu hören. Der Doktor erzählte sie kurz. Und nun." sprach er. frage ich Sie denn ich bin ciewiß. daß Sie es wissen wo. und in wessen Hand ist das ftmv all' diese Jahr: gewesen?" Einige Zeit trieb es skr, mit einem alten Schauspieler in der Welt herum," antwortete Trent; die andere Zeit war es bei dem Manne, den die Mutter angeklagt und gefürchtet, bei dem General Weißenthurn." Sibyl ließ einen lauten Schrei dernehmen. Ah! Sie können doch Paulette nicht, meinen meine theure Freundin Paulette? PapaPapa. wir waren mit einander in der Schule! Ich kenne sie ach. so gut!" Eonfusion!" murmelte Trent. Natürlich ich erinnere mich. Es ist wahr, es ist dieselbe Verson: aber, wie ich schon zuvor andeutete, ihr gegenwär tiger Ausenthalt ist unbekannt. Sie floh vor einer Woche aus dem Haufe desGenerals, und seither hat man nichts von ihr gehört. Oh. diese Weißentburns! Was für eine Summe vonSündcn werden ste zu verantworten haben!" DaS Einzize,"' sagte der Doktor, was die unglückliche Frau vielleicht an Leib und Seele wiederherstellen kann, ist die Wiederauffindung ihres Kindes. Das beherrfcht ihren Geist völlig. Ich werde keine Mühe sparen, ihr -u helfen." ,tm Sehr gut von Ihnen," sagte Trent, das ist christlich und versöhnend gedacht! Ich gratulireJhnen zu der glücklichen Wiedervereinigung Ihrer Familie. Besonders freue ich mich, daß nun Frau Walter doch ihr Trauerkleid abl:g:n kann. Herzchzn, empfangen Sie meine besten Wünsche, dieser Herr hier, sehe ich, war wohl derselbe, den Sie eines Abends einige Augenblicke mit mir verwechselten." Er zog seine Tascheimhr. Und nun,' wann wollen wir denn Alle zurückkehren zu dem hübschen Schwalbennest an der See?" ..Morgen antwortete Grübchen ras.'?. . Darf ich noch um eine Zusammen kunft bitten, ehe Sie gehen sagen wir um zehn Uhr Morgens? Ich derspreche Ihnen, Sie dann wenigeAugenblicke aufzuhalten. Die Wahrheit zu,sagen, habe ich noch eine andere Ueberraschung für Sie so wunderbar in ih rer Art wie die andere. Ist es Ihnen passend um Zehn? Sehr wohl. Erwarten Sie mich dann um diese Stunde." Doktor Walter folgte ihm bis zur Thüre. Eine Ueberraschung? Was meinen Sie?" fragte er. Es wäre keine mebr für Sie. wenn ich Ihnen antworten wollte," 'lächelte Trent.
Irgend ein neues Geheimniß?" murmelte der Doktor. Nein nur ein Geist aus der alten Zeit," antwortete Trent und ging pfeisend die Stiege hinab. ' Das Schauspiel war nahezu vorüber. Die Glocke des Souffleurs ertönte, der Borhang hob sich für die letzte Scene, und Paulette, schimmernd wie ein Eor.et, erschien auf der Bühne. Sie sah in der That aus, wie ewe KünstlerPhantasie sich Elfen malt. In demselben Momente Um cm Mann in's Parter?e und nahm einen der erstenSitz: hinter dem Orchester ein. Ä3 war. St. John. Paulctte sah ihn sie hielt an si: schien ihre Rolle zu vergessen. Man sah sie unter dcr rothen Schmink: erbleichen. Da war er mit düsterem Frohlocken. Er hatte also ihre Furcht entdeckt und war ihr gefolgt. Entsetzen! Entsetzen! Wie sie sich durchgearbeitet durch diese, schrecklich: Schlußscene, wußte sie nicht. Er saß da, seine Augen auf sie gerichtet, bis der Vorhang ftcl. Dann stürzte Paulette athcmlos un3 mit pochendem Herzen von der Bühne nach ihrem Ankleidezimmer, w? Mearim sie erwartete. Fort mit diesen Dingen!" rief sie. Nasch! Megrim, er ist hier!" Die alte Frau, welche ihr mit gewandten Händen behilflich war, fragte: Wer, Ma'-emoiselle? Wie aufgeregt und erschrocken Sie aussehen!" Er St. John! Er ha! mich gefunden ich bin verloren!" Alle Heiligen desHimmels!" stöhnte Megrim, Paulettes Vühnenkleid ausziehend und rasch ein anderes überrcich:nd. Werden Sie denn niemals das letzte Wort von diesem Manne hören? Ach, das war eine traurige Heiraih! Nun, nun, lassen Sie uns doch nach Hause eilen. Ich habe den Schlüssel 'in der Thüre gelassen, und die Ehocolade kocht ohne Zweifel am Feuer. Daran sehen Sie, was es heiht, alt und vergeßlich zu sein, und seine eigene Dier.erin." Sie eilten hinaus mit dem letzten Tbcile des Publicums. wobei sich Pau leite fest an Megrim hielt. Als sie die Straße erreichten, warf sie rasch Blicke nach mehreren Richtungen, sah aber Niemand, der einige Ähnlichkeit mit dem Gesichte und der Gestalt gchabt hätte, die sie so sehr fürchtete. Eilig Drachen die Beiden auf. Die Stunde war spät, die Stra? beinahe verlassen. Megrim schien eben so sehr erregt, wie Paulette. Oft hielten sie an, um zu lauschen und zurück oder vor sich zu sc,hen in den Straßen. Aber ihre Furcht 'schien unbegründet, nirgends zeigte sich etwas Verdachtiges. - Ich sehe nichts, der böse Mensch .muß doch nicht auf unsererFährte sein," ssagte Megrim; wir werden nicht versslgt. Hier ist die Stiege hängenSie sich an mich Sie werden noch fallen im Finstern; und ach, wie schlecht die Stufen sind es ist recht traurig für Sie, die Sie so reich und vornehm ge-
lebt haben!" Geleitet von der knochigen Hand der alten Frau stieg Paulette empor und stand auf dem Stiegenabsatze vor der Thüre zu Megrims Zimmer. Der Geruch von heißer Chocolade machte sich in angenehmer Weise bemerkbar. Meqrim begann am Schlüsselloche umher zu tasten nach demSchlüs:l. den sie zurückgelassen, aber welchen sie nun nicht finden konnte. Was soll das heißen?" murmelte sie zornig, und suchte jetzt unten auf dem Boden, als Paulette, ein wenig ungeduldig. an der Thüre probirte, und siehe da! sie ließ nach in ihrer Hand, und die Beiden traten in das Zimmer. Eme Lampe brannte aus dem Tische, .gerade dort, wo Megr'rm sie gelassen chatte. als sie mit ihrer jungen ehemaligen Hernn forteilte. Ein Feuer glomm :in dem kleinen Vfen, auf welchem ein Topf mit Ehocolade dampfte. . In dem Mittelpunkte des Zimmers aber saß, seinen Ellbogen auf den Arbeitstisch der alten Frau gestützt und "mit zurückgeworfenem Mantel, leise vor sich hinpfeifend, St. John. Megrim fuhr mit einem lauten Aufschrei zurück. Der Besucher erhob sich ruhig. Ich fand die Thüre unverschlossen uno war daher so dreist, einzutreten," sagte er. ' Das Blut stieg heiß in das bleiche Antlitz Paulettens. Wie können Sie es wagen, mich in dieser Weise zu verfolgen?" rief sie. Was wollen Sie 'hier?-" Megrim starrte ihn etwas verwirrt an, dann ging sie vorwärts nach der Thüre zurück und trat vor diese hinaus, außen herrschte vollkommene Finsterniß. Die beiden Gatten standen sich wieder allein' gegenüber, Angesicht gegen Angesicht. Ich sah Dich Abends im Theater." sagte er; Du saf$ mich auch, und der Anblick schien L)ir nicht angenehm zu, sein. Ich ging daher voraus, um hier auf Dich zu warten. So hast Du also Weißenthurn verlassen und bist zuDeinem alten Leben zurückgekehrt?"" Ja." sagte Paulette." Gut! um so mehr beginne ich mich wieder mit Dir auf gleichem Fuße zu jsühlen. Du scheinst da in einer merkwürdig schlechten Nachbarschaft Quarticr genommen zu haben, woraus ich ischließe, daß der General Dich beim Abschiede nicht mit viel Geld versehen hat." , Sie antwortete, keine Silbe. Er stützte seine Ellbogen wieder auf.Me grims Arbeitstisch und sah sie finster an. ; Du bist jetzt doppelt zornig auf 'Mich, sagte er, wegen der Heftigkeit, -mit der ich Dir begegnete. Vergib mir, .Paulette. Ich war außer mir in jener Nacht. Natürlich hassest Du mich, und ?Du wirst es immer das ist ämEnde ;beg.r:!flich und. natürlich. Wer Duj
mißversteht die Ursache, bie' miq "zu dieser"Stunde hierher führt." Megrims Kanarienvogel bewegte sich im Schlafe in feinem Bauer über dem Haupte Paulettes und zirpte schläfrig in seinen Träumen. Sie erhob ihren kleinen, schlanken Körper. Wenn Sie etwas zu sagen haben," rief sie heftig, so sagen Sie es und dann gehen Sie, Ihre Gegenwart Sie müssen es wissen ist fürchterlich für mich!" ' Sehr schmeichelhaft! Wie grausam bist Du!" murrte er. Das ist der Dank für all' den 5dummer, den ich hatte. Paulette, ich habe Dir Nachrichten gebracht von Deiner Mutter!" S! stand, beleuchtet von Megrims -Lampe, ihr gelbes Haar hob sich auf dem Busen, ihre zarten Finger verflochten sich, ein bleiches Erstaunen verscheuchte den Zorn aus ihrem Gesichte. ' Und was wissen Sie von meine? Mutter?" fragte sie. Sie kam vor einer Woche in diese Stadt," antwortete er, und sie. liegt hie? dem Tode nahe." Paulette erbebte konvulsivisch. Und wie erfuhren Sie das?"' Durch unseren beiderseitiaenFreund
Georg Trent. dessen Bekanntschaft ich vor einigen Tagen machte. DemeMutter kann nach dem einstimmigen Urtheile der Aerzte, nur durch Dich dem Leben und der Gesundheit wredergegeben werden. Wenn Du zu ihr eilen willst m dieser Stunde, m diesem Augenblicke, so kannst Du sie retten, aber auch nur der kürzeste Aufschub kann verhängnißvoll für sie werden." Ein Schreckensruf entfloh ihrenLippen. Sie wendete sich gegen die Thüre. Warum wußte ich das nicht früher?" rief sie. Warum sendete mir Niemand eine Botschaft? Wo ist sie? O. meine arme Mutter!" Da Niemand wußte, wo Du zu finden wärest, war es nicht leicht. Dir Nachricht zu geben," entgegnete St. John mürrisch. Wenn Du Dich mir anvertrauen willst, will ich Dich in elner halben Stunde zu ihr bringen." Paulette zuckte zusammen und sah ihn an. Wo ist sie? Sagen Sie mir das, und ich werde allein gehen," sagte sie. Ei. steht es so!" rief er bttter. Du meinst, mich nur so fortwerfen zu können. Sie ist enorm reich, ich denke. Du weißt es, und Du wirst ihre einzigeErbin sein. Nun, wenn ich keinen AnLheil an Deinem Glücke habsn soll, b:im Himmel, so mag sie tausendmal sterben, bevor ich Dich auf ihre Spur leite!" Er stemmte sich mit dem Nucken gegen die Wand und fuhr fort: Nennst Du das eine schöne Behandlung, Paulette? Wahrhaftia. aew'öhnliche Höflichkeit ist -nicht so kostbar, daß ein Mann nicht ein wenig davon von einer Frau verlangen kann, die. ob er ihr nun angenehm ist oder nicht, doch gesetzlich sein Weib ist!" Paulette stand erregt, zögernd, ungewiß. Wie kam denn Trent dazu, dies Alles zu erfahren?" fragte sie. Er selbst hat Deine Mutter gesehen." ' Paulette warf einen Blick auf Meqrims Uhr auf dem Kamingesimse. Furcht und Hoffnung schienen in ihr zu kämpfen. Sehen Sie! Es ist nahezu Mitternacht, sagte sie. Ja." Welche Garantie habe ich, daß Sie mich sicher zu ihr führen, oder daß das, was Sie sagen, auch wahr ist?" Keine, ausgenommen mein Wort, worauf Du freilich nichts gibst. Wohin sollte ich Dich anders führen, als zu ihr? Was sollte mich veranlassen. Dich mit einer solchen Geschichte zu tauschen?" Sie sah ihn festen Blickes an. Bon der Nacht an, seit ich Si: zuerst wieder sah, sind Sie mir als ein vollendeter Bösewicht erschienen. Vor vier Jahren kannte ich Sie nur als zornig und liedcrlich, nun ist etwas Schlimmeres in Ihnen. Und dennoch werde ich mit Ihnen gehen, aber Megrim soll mich begleiten." Ich danke!" sagte St. John rronisch; einen solchen Beweis des Vertrauens kann ich in kewem Falle anrühmen. Entweder gehst Du allein mit mir. Paulette, oder gar nicht. Ich werde mich nicht so lächerlich machen, eine alte französische Mumie mit mir umher zu schleppen, die mein Weib vor übelnAbsichten ihres Gatten schützen soll. Was zum Teufel denkst Du denn? Will ich Dich berauben oder ermorden oder sonst was anhaben?" Ihre Aufregung legte sich nicht,, und sie blickte ruhelos um stä. Inzwischen." setzte St. John'hinzu, während Du hier zögerst, kann die letzte Gelegenheit, Deine Mutter am Leben zu erhalten, vorüber gehen." Ich will gehen!" rief Paulette wild. Ich bin bereit. Führen Sie mich rasch zu ihr!" Und sie eilte zur Thüre. Ist es weit!?" Ich versprach, Dich in einer halben Stunde hinzubringen." erwiderte St John. Komm denn!" Und er sprang au? und legte seine Hand an den Dru cker der Thüre, als sie plötzlich ihren Schritt hemmte. Horch!" flüsterte sie; eZ kommt Je mand die Stiege heraus! Ich kann das Zimmer in dieserStunde derNacht nicht mit Ihnen zugleich verlassen. Halt!" Ein vorsichtiger Schritt ließ sich vom Stiegenabsatze her vcrnehmul. und hielt dann an,. Verschleiere Dich und komm!" sagte St. John ungeduldig. Er zog ihre noch halb zögernde Hand durch seinen Arm. drückte den Hut tief in seine Stirne. und die Beiden traten hinaus auf die i-cywei. Als sie dies thaten, erhob sich auZ der tleZen Dunkelheit aus dem Stieaenabiafee eine finstere Gestalt un vertrat ihnen den Weg. Halt!" donnerte Ar ihur. fcoa WeHenihurnö Stiranu.
Paulette riß ihre Hand von ihrem Gefährten los und sprang zurück. St. John stand einen Moment wie gelähmt. Dann, ohne ein Wort oder auch nur einen Laut von sich zu geben, machte er einen desperaten Versuch, die Treppe hinab zu eilen. Aber Arthur ergriff ihn an den Schultern und riß ihn mit große: Getvak zurück; dann warf er ihn köpfüber in das Zimmer zurück, das er eben verlassen hatte. Er wendete sich dann um und rief Jemanden, der noch außen in der Finsterniß stand, zu: Kommen iSie, Onkel, Gott sei Da-i! wir skommen noch nicht zu spät!" Bei diesen Worten näherte sich eine andere, große Gestalt und trat über die Schwelle es war behalte General. Paulette stieß einer? wilden Schrei, aus, als sie sah, wie er ihr seine Arme entgegenstreckte, und bei der großen zärtlichen, vorwurfsvollen Liebe, die si: in seinem alten Gesichte las, alle anderen Dinge vergessend, rief sie: Bor!mund!" und eilte zu ihm und würd: mit Innigkeit an sein Herz geschlossen'. Nun," sagte Arthur, der in seine? ganzen Größe dastand, mit dem Nückcn gegen die Thüre, es würde mich freuen, zu erfahren, was dies Alles bedeutet? .Wer ist der Mann, Paulette,. und w's 'hat er hier zu thun?" St. John lehnte verdrießlich an der
Wand, seinen Hut über die Stirne gedrückt, und starrte darunter finster hervor auf den Sprecher. Ach dcr General wiederholte die Frage. Meine arme kleine P!" ci i- 11 t r er, lyr vicicnes viniitn vem iq; zu wendend,, erkläre dieses Geheimniz antworte Arthur aniworte m.r wer ist er? IS will es." rief sie. ihre CCZv r7 -VW V im piox.!:a?en aynllnne zuia :enschlagend. O, Bormund o,.Arthur, e: ist mein Gatte!" Sie starrten ste sprachlos an. Auch St. John brachte kein Wort über seine Lippen. Ich täuschte Euch Beide." wehklagte sie; aber ich dachte, er sei todt. Ich las mit meinen eigenen Augen die Nachricht von seinem ersolgten Tode, tqt Arthur kam. Er kam nun diese Nacht hierher, um mich zu meiner Mutter zu führen, die im Sterben liegt zu der Frau, d:e Ihr hasset, und wegen der jJhr auch mich haßtet." Stille!" stöhnte der alte General. .Arthur, ich bitte Dich, sprich zu ihr!" Ich will," sagte Arthur ernst; ich bitte, Pauwte, da wir schon so viel wissen, auch uns diesen Gatten in geziemender Weise vorzustellen.. Wie lau tet sein Name?" Die Gestalt an, der Wand zuckte zusammen. Geht fort dort von der Thüre!" brach dieselbe los, und laßt mich passiren! Was zum Teufel veranlaßt Euch, sich zwischen Mann und Weib zu dranqen? Sie war mit mir verheirathet. ehe sie je ein Auge auf Einen von Euch gerichtet. Paulette," wiederholte Arthur, als ob er nicht ein Wort gehört hätte, ichj frage noch einmal, wie lautet derName jenes Mannes?" Es ist Wilhelm St. John," antworiete sie, ihr Gesicht mit einer Geberde der Verzweiflung abwendend. Wahrhaftig!" rief Arthur, sich gegen Paulettes Gatten wendend, und wo, wenn ich fragen darf, haben Sie, diesen Namen erhalten?" Wo jeder Mensch seinen Namen her. hat," war die mürrische Antwort; unÄ cwas kümmert Sie das überhaupt?" i Sie wollen also damit sagen, dasz dies ihr rechter Name ist?" drängte Arthur, indem er sich ihm langsam na-, herte. , . j Gewiß!" Dann," schrie Arthur von Weißenthurn wild auf, sind Sie ein fal-, scher Schurke, und Sie haben nicht mehr Recht zu diesem Namen, als ich! vor vier Jahren hatte, als ich unter demselben heimlich die Schauspielerin! heirathete, welche man allgemein die kleine Paulette" nannte!" ' Arthur blickte auf die junge Dame die in starrem Schweigen neben dem al-, ten General stand. Mein armes Kind," sagte er, siehst Du denn nicht, trotz all' der Veränderung, die mit mir vorgegangen, daß ich .St. John bin. der wilde, heißköpfige Junge,' den Du in jener Nacht heirathetest, der Dich verlassen, in der. That aber nur, um Dir an seine? Stelle einen besseren Hüter- zu geben, den wackeren, edlen,, alten Mann, der verziehen hat und so große Nachsicht zeigt: mit .all' meinen übermüthigen Jugendstreichen?" ' . Der falsche St. John machte einen zweiten Versuch, sich nach der Thüre zu stürzen, aber er wurde ergriffen und festgehalten von dem alten General. Komm ! nes Arthur, ich mug wissen, wer diese 'geschickte' Imitation! meiner einstigen Persönlichkeit ist.Fort mit der Verkleidunq, oder beim Himmel, ich werde sie stückweise abrei-! ßen!" Wer immer der Mann war, er leistete kräftigen Widerstand. , Arthur, stärker an Armen undMuskeln, drückte ihn gegen die Thüre, so daß er nicht öffnen konnte, und riß ihm .mit Gewalt Mantel. Hut, falsches Haar und Augenbrauen ab all' die Hilfsmittel der Verkleidung, die in der Tbat ein komöduintenhaftes Meisterstück war. Ganz, wie Zch dachte, Meister Trent!" sagte Arthur, als der Advokat vor ihm stand, demaskirt und roth vor.' Kraftanstrengung und Zorn. Nun lassen Sie Ihre natürliche Stimme' hören und seien Sie wieder Sie selbst!"! Mit einem Schrei warf sich Paulettd in die Arme des alten Generals. Polly.. begann er, halb , traung.' halb freudig, mein Junge hatte seine-' sriihw. wilden Jahre toit andeuJun' Cv und wir zany. Ich vza.r zu
strenge gegen iZrk, und ti verließ mich, undVtrieb sich umher untr dem Nameir St. John, um als Dekorationsmaler für Tt)eater zweiten und dritten Ranges sein kärgliches Brot zu verdienen. Ich ertrug es eine Weil behielt es für mich Trent und Hilda dachten, er sei auf Neffen dann ging ich allein aus, um meinen verlorene Sohn zu suchen und heim zu bringen- Ich schrieb ihm vor mein Ankunft in Mün chen " Den Brief," fiel Arthur ein', empfing ich in der Abendgesellschaft bei der Sängerin." Und den nächsten Tag," fuhr' der General fort, kam die unglücklicheAffaire mit dem Schuß;' er entfloh', kam zu mir, gestand mir' seine Heirath, seine Eifersucht auf seine fast noch kindliche Frau und beschwor mich, zu ihr zu gehen, mich mit ,ihr zu besreunden, aber sie in keiner Weise wissen zu lassen, daß ich mit ihm verwandt bin'. Bor Eintritt der Nacht war meinJunge auf dem Wege in's Ausland, und ich zerbrach mir den Kopf, wie ich mich' mit seinem verlassenen Weibe bekannt: machen solle. Das Uebrige weißt Du, Polly.Als sein wildes, abenteuerliches Leben und andere Mittel, deren er sich bediente, ihn bis zur Unkenntlichkeit verändert batten, war es Arthur Gedanke, zurückzukehren und wieder um Dich zu freien unter einem anderenNa-
men. Ich fah, daß Du Dich zu Zeiten unglücklich fühltest, und um Dein: Furcht bezüglich St. Johns zu beruhigen, ließ ich insgeheim die Notiz von seinem Tode in das Journal einrücken denn, wahrhaftig, dieser St. John war ja todt und begraben! Daran dachte ich freilich nicht, daß Trent sich werde die 'Mühe geben wollen ihn auf seine eigene Rechnung wieder, za erwecken." Nun," sagte Trent, der rasch wieder 'seine gewöhnliche Kaltblütigkeit gewann, es war ein vertoegenes Spiel, ich gebe es zu, aber Sie werden auch eingestehen, daß ich ganz erträglich spielte. Wäre mein theurer Arthur eine halbe Stunde spater gekommen, so ifürchte ich, würde er sein Weib nicht wieder gefunden haben, weder in die,ser Nacht, noch spöter." Die schurkische Bedeutung dieser Worte machte Arthur erbleichen. Elender!" schrie er wüthend, was wolltest Du mit ihr thun?" Da mein Plan mißlang," sate Trent, welcher begann, seine derangirt: Toilette zu ordnen, so werde ich den' übrigen Theil, der leider nicht zurAus.führung kommen konnte, für mich behalten." Du sollst es doch bekennen," knirschte Arthur, oder Du wirst diesen Platz nur gegen das Gefängniß vertauschen!" Weder das Eine noch das Andere," erwiderte Trent heiter. Sie können nicht zu rauhen Maßregeln schreiten, weil, zum Unglück für Sie, mein theurer Klient, Ihr Ihnen in gleicher Weise theurer Großonkel, es niemals erlauben .würde!" ! Arthur blickte auf den General. Der übermüthige Ton von Trent war nicht mißzuverstehen er bedeutete Macht !und Sicherheit. Die Augen des alten Soldaten senkten sich vor den Blicken Arthurs. Laß ihn gehen," sagte er mit zitternder Stimme; er spricht wahr. Wir können ihn nicht strafen wenigstens nicht jetzt. Frage mich nicht, warum, aber, wenn Du mich liebst, meinJunge, so laß' ihn gehen!" : Es lag ein so wahrer Ausdruck von Kummer 'aus seinem Gesichte und in .seiner Stimme, daß Arthurs Hand un'willkürlich von der Schulter des Advo.katen herabsank. ; So befreit, machte Trent den' Dreien eine spöttische Verbeugung. Die best anaelegten Pläne vonMäusen und Menschen nehmen oft einen unvorhergesehenen Au-gang, wie ihr wißt," sagte er. .Da ich Fräulein Pauilettes Gatten nicht finden konnte, dachte ich, es wäre das Klügste, ihn selbst vorzustellen. Hätte ich durch diese List sie mir zu eigen gemacht aber lassen wir das! Arthur war die letzte Person auf' der Erde, die ich hätte in Verdacht haben können, St. John zu sein. Gute Nacht, meine theuren Freunde. Ihr habt mich besiegt, es ist wahr; aber vielleicht kommt auch wieder einmal die Reihe an mich. Gute Nacht. Paulette. Der Himmeliweiß, wie ungern ich, Sie aufgeoe. Mit einem letzten Blicke, in dem sich Zorn und Leidenschaft mischten, öffnete er die Thüre, um zu gehen. In demselben Augenblicke nahm Arthur denStock des alten Generals von der Wand, an der er lehnte, und als der Advokat auf den Treppenabsatz hinaustrat, folgte er ihm.. Schweigend ergriff er Trent, I wie ein. Dachshund eine Ratte, und ivi r a meo luazilg aus in io. Innen standen Paulette unv der alte General und hörten deutlich die Tracht Prügel und das Geräusch, als dann irgend ein solider Gegenstand über die hölzerne Stiege hinabkollerte. . . Dann wurde die Thüre wieder geöffnet und Arthur erschien, etwas erhitzt, aber ruhig und hielt das gebro--chene Rohr in seiner Hand. Manche Stöcke halten es nicht" aus, wenn man ihnen zu viel zumuthet. Er drehte sich ein- oder zweimal um im Zimmer, und blieb endlich vor Paulette stehen. Sein. Antlitz wurde sanft und leuchtend. Paulette," fragte er mit zärtlichem innigem Tone, liebst Du mich?" Sie legte ihre zitternden Hände in bie seinen. Sie vermochte kauiu ihren Sinnen zu trauen. . .Ja! Ja!-sagte sie. i Und liebst Du mich nicht weniger, weil Du in mir Deinen einstigen Gekiebten. Deinen Gatten St. John wie-. Ur siehst?" Ihre dunklen, auf ge.richte.te SMorttten ihm. (Schluß rißt)
Ser Schatz von Mittcuwalde. "
Wie ein schneidender Hohn auf unse'tt geldknappe Zeit liest sich die Mär Von dem plötzlich aufgefundenen fabelhaftM Reichthum der Stadt Mittenwalde. Durch das Auffinden einer alten Chronik und die in ihr enthaltenen Schuldurkuuden einundfünf zig an der Zahl soll das kleine märkische Städtchen mit einem Male Ansprüche auf ungezählte Millionen die Original - Kbeldepesche sprach sogar von 2500 Milliarden erworben haben. Der alückliche Entdecker. Bürgermeister Schmitsdorf, trägt stch angeblich mit d:m kühnen Plane, diese Ansprüche auch thatsächlich, geltenv zu machen. Schade' nur für das glückliche Städtchen, das? sie trotz der amtlichen Urkunden höcÄst' prekärer Natur sind. Sie sind Sängst verlah. auch wenn die Schuld sich Wirklich aus den: Urkunden beweisen uene., was oemahe unmöglich ist, dJ der. Beweis, dah .die Zahlun? inzwischen nicht erfolgt' sei, sich kaum durchführen lassen würde. Es sitö zwar n das- heutige Neaz! aus früheren: Jahrhunderten Processe übernommen und tbjt erst entschieden worden,. a einige mögen noch schweben, aber.' alle diese Processe waren seinerzeit" beim Wetzlarer" eiaiszerzcht angemeldet und waren also nicht .durch Lcriährung präcludirt. Da diese Anmeldung in dem vorliegenden Falle-nichr geschehen konnt: die Urkunde ist ix fetzt erst entdeckt" worden. , so ist die Schuld verjährt, kann also nicht mehr eingeklagt werden. Bei ihrerBerechnung mag dcm 5)!ittcnwalder Stadtrechne? der bekannte, seit Christi Geburt auf'. ZinseZzins angelegtePfennig vorgeschwebt haben.. Das alt: deutsche und das heutige Necht' kennt nur laufende uno keine Zinses--zinsen. Wenn man sich daran erinnert. dafe Kaiser Siaismund die ganze Mark Brandenburg für 20.000 Gold-. gülden verpfändete (er -konnte das PfandobZect, wie ' dies gewöhnlich der ??all ist. nicht wieder einlösen), so liegt die Annahme nicht fern, daß dies: Summe damals eine sehr bedcut:nde war und das; 'die Stadt Mittenwald: an Berlin, beziehungsweise denHauptschuldn:r. den Kurfürsten Joachim, eine ebenso hohe ausgeliehen haben mochte. Es läßt sich zwar über den wirklichen Werth des mittelalterlichen Goldguldens streiten, aber wir wollen den biederen Mittcnwaldcrn die sA4tNA T iil1SAwsAAM 7yityt uiui ti uciutiuui un daher 12 Mark als Werth desselben annehmen. Dann hätte Mittenwalde ungefähr zu fordern: an Capital 240.000 Mark und 350 Mal die jährlichen fünfprocentigen Zinsen dieser Summe, 12.000 Mark, in Summa 4.440.000 Mark. Selbst wenn ein erbeblicher Theil der Schuld thatsächlich auf Otto dcn B:crt:n zurückaeführt werden könnte, so würde dieser Betrag um höchstens zwei Mlllionen Höhe? lauten. Woraus zu ersehen ist, daß dem braven Bürgerme:ster in der ntoud:. über seine gelun gene historische Entdeckung alleNechtsund Zahlenbeqriffe abhanden aekommen sein müssen; oder aber cr hat sich einen gelungenen Sch?rz erlaubt und nebenbei ein bischen Neclame für sichund das Städtchen machen wollen. Ob aber Herr SchnidtZdorf Mit seiner Forderung durchdriiigen- wird oder nicht: der deutsche Forschergeist wird sich unzweifelhaft gierig auf den werthvollen geschichtlichen Fund wersen. und eine der wichtigsten- Fragen, welche aus dem Archiv von MittenWalde zugleich mit dern Vielhundertjährigen Actensiaube aufwirbeln werden. wird die sein: zu welchem Zweck ist der historische Pump, an- welchen sich die höchsten Interessen"' knüpfen, eigentlich angelegt' worden? Hat Otto der Vierte das Geld verwendet, um dcm Markgrafen Dic?.mann von Meißen die Niederlausitz abzukaufen?' Oder, hängt' die Schuldförderung mit' einem der- zahlreichen- Geldgeschäftezusammen, deren Collateral die Mark Brandenburg im 14. und 15. Jahrhundert' war? Wir- glauben den Her--ren Geschichtsforschern einen Wink geben zu können, der- sie auf den richtl--gen Weg- leiten dürfte. Hervorzuhe--ben ist. daß unsere Theorie nicht nur-einschlägigen-geschichtlichen Detailstudien, sondern auch der Erfahrung und Menschenkenntniß entspringt. Otts der Merte. Markgraf von Branden burg, war imrefanger und Tenoristund Kursürst Joachim gilt als der Erfinder eines Kartensviels. welches mit dem sväteren Poker" einige-Ähnlichkeit'-bat (Berghaus, Handbuch der Mark Brandenburg. 2. Band, 1853 50). Daraus erklärt sich tai erlei: erstens das Anleibebedürfnifz und zweitens der veitere Gleichmuth, mit welchem der Sänger und der Spieler die Begleichung ihrer Schulden demOöerbüraermeister Zelle überließen. (N. Y. Staatsztg.) , An Abloiter: Wenn 's Weib se a' Katz hälr Und Ear se' an' Hund. No hat des sei' gucrra, Sein' b'sondara Grand. seit Ear der Kstz' werm . Er falsch ist, an' Puff. ' Und Sui, kräht se ebbest -' Em Wuwu an' Knuff. Und so leabet all' Zwo s In Ruah mitönand' Weil all' Zwsi auf dui Art " An' Ableitet hanU - A n ' 3 S t a m m b u ch. Wenn Du noch eine Tochter hast, -Die alt wird tausend Wochen", ' Dann sorge, daß sie tüchtig ist Im Nähen, Waschen. Kochen. .
