Indiana Tribüne, Volume 17, Number 55, Indianapolis, Marion County, 12 November 1893 — Page 7
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C:: Sfi, -1" Vcn S . Vdk. Ctn ältlicher Herr schritt langsam 'durch den Park und sagte in leisem Selbstgespräch: Das' wäre also der erste Taz der sogenannten Freiheit! Mild, aber grau. Welke Blätter am Voden, welke Blätter an den Bäumen, . welke Blätter in der Lust, wo sie langsam, flimmernd herabsinken. Meinet-ircvda-bedeutet Ruhe zur Einkehr und zur. Arbeit. Er bog um die Ecke eine Gebüsches und h!t. einen Augenblick stutzend, den Schritt an. Bor ihm saß aus einer -Bank eine in sich zusammengesunkene Dame. Ihre HaltungslossgZeit veranlaßte ita, näher zu treten; ihr Kopf war auf -die Brust geneigt, ihr Besicht verschleiert, ein Arbeit--läüMn wer ihren Heiden entglitten un lag geöffnet am Bgden; die geTrief ie (5c!e eines Taschentuches schaute hervor, ein vergilbtes Papier war herausgefallen und hq auf dem Weg:. Hs? t ftr?n refsfn ur rliiHfifniVri V Vy v f " J trt Blies überflog er ihre Gewalt, um zu sehen, ob ihr ein Unfall zugestoßen sei; sie athmete ruhig und regelmäßig, ; sie war offenbar eina-schlafen. Soll : ich sie K:5:n? fragte er sich. Vielleicht j thut der schlaf ihr wohl, und es wäre I schare, chn zu stören; aber die ganze ! Erscheinung sieüt nicht aus. als ob es ! für sie etwas Gewöhnliches wäre, im ' freien einzunisn. Er hob - das Täschchen auf und legte es geräuschlos .neben die Schläserin; dann bemerkte er das am Boden liegende Papier und ergriff es, um es in das Behältniß zu j schieben. Aber dabei blieb sein Auge ! auf den Federzügen haften, die am ; Rande des Schriftstückes sichtbar wur-! den. Ein hohes Erstaunen drückte sich j in seinen Mienen aus, er öffnete es , vollständig und warf einen prüfenden! Blick hinein; dann schaute er die ru j f.jnS rr.M 1inrr nn itnS rfel frsi iiitvw (jiuu twttiji ui tiu iw leise auf die andere Seite der Bank. .Minuten vergingen; er saß lautlos, und sie athmete ruhig weiter. ', Mit einem Male erhob sich ein Windstoß, die Dame schrak zusammen und erwachte. hz erstes war ein hastiger Griff nach dm Täschchen, dann sah sie ihren ftachjm und stammelte. einige ' Worte: O, verzeihen Sie, die Stille ! hatte mich übermannt, ich glaube, ich' habe aescblafen. j Einen Augenblick hatten sich seine ' Glieder geregt, als wollte er höflich ! ausiprlngcn und nach dem Hut grek- , fen, aber als er ihre Stimme hörte. i blieb er bewegungslos auf seinem Platz, und fan.tfam, mit einer gewissen Feierlichkeit svrach er: Helene, wie kommt es, dß Sie diesen Brief bei sich tragen? Sie schlug kcn Schleier zurück, um ihn mit jähen Erschrecken anzustarren; dann flog ein glühendes Roth über ihr ältliches, aber immer noch feines Gesicht, und sie streckte d; Hand aus, wie um ihm den Brief zu entreißen, aber er stand auf, reichte ihr das Papier und sagte: Ich wollte Ihren Schlaf behüten, ohne Sie erkannt zu haben, aber der Brief war auf die Erde gefallen und ich ernannte ihn beim Aufheben. Also haben Sie mich damals doch geliebt. Sie thörimtes Kind! Sie wich zur Seite, wie um ihm zu entrinnen, aber als sie zu seinem tief ernsten Antli aufschaute, schämte sie sich der Regung und blieb an ihrem Platt. Warnm haben Sie mich dama!s nicht gefragt. Sie thörichter Mann? antworltte sie. Warum? Weil ich glaubte, menschIiche Sprach: zu verstehen und weil die Ihrige deutlich genug redete, weil Sie flohen, wenn ich kam, und nach rechts wichen, wenn ich links ging. Weil Sie mir nie etwas Anderes gezeigt haben, als, gelind: gesagt, höfliche Abneigung und weil ich kein Talent zum Betteln habe. Ist onert nie einaefallen, daß das auch die Sprache der Zurückhaltung sein könne? Rein. haben Ihre Rolle zu natürlich gespult. Ich habe leine Rolle gespielt; ich derlangt: woN nach dem Glück, aber wenn es plIich in meine Nähe kam. beklemmte eS und ich floh in den Schatten. Ich bin mißverstanden worden, wie die Frau des Asan Aga. I.ch muß .'Ziehen, daß ich im Stillen imm-r v'e Empfindung gehabi .habe, als sei der Dame nicht ganz unrecht geschchcr. Ja, Sie sind .eine geradeaus wollende Ratur, die das Zagen nicht begreift. Ich habe eö mit wagender 'Erfah- - rung wenigstens zur Hälfte verstehen lernen, wenn ich auch, ehrlich gesagt, .bis heute nvxt nachemvkinden kann, wie man es ernsthaft nimmt. Damals, mit de: Logik der Jugend, konnte ich es freilich nickt begreifen. Und darum haben wir unser Leben verwren! sprcch'sie traurig, erhob sich und streckte die Hand aus wie zum Abschied. Er aber erwiderte: Nein, nicht un.ser Leben, nur den Sonnenrausch der Jugend. Mein Leben war nicht derleren, denn ich kann sagen, daß ich redlich geschafft und tüchtig gefördert tjz'ot. Sie wissen auch ohne Zweifel, daß ick in der Ehe ein ruhiges, häusliches Behagen gefunden; jetzt bin ich Wittwer, aber meine Söhne gedzihen und streben rüstig nach ehrenwerthen Zielen. Ich war zufrieden. Und . Sie? Sie haben recht. Damals, vor vier-5'-g Jahren, als Sie unser Städtchen 'verließen, habe ich mein Geschick aetraen, wie .... nun eben, wie die Frau des Asan Aga. Sie hat ja nicyt e:nmal einen Namen, sie ist nur die Frau, die scheu säumte und scheu starb. Ich dacbte, ich. würde Ihnen gegenüber ebenso namenlos und bedeutungslos bleiben. Ich sah Ihnen von Weitem
nach und erfuhr,' daß Sie schnell ein bedeutende? Mann geworden seien; ich blieb im Dunkel und gzdachte anfangs für 'immer darin zu verharren... Aber das Leben riß auch mich in seine Kreise; nach Jahren war die Erinnerung geworden, wie das Gedenken an einen Traum; ein Mann warb um mich er war mir lieb, ich bin ihm eine treue Frau gewesen und habe tief getrauert, als er mich allein ließ. Das ist nun sechs Jahre her; anfangs war der Schmerz heftig, aber Sie -wissen ja. daß auch das Treueste, auf Erden, das Leid, zuletzt vergeht, wie das Leben selbst, und I ... sie stockte. Und? fragte er, auf den Brief zeigend. Run ja, fuhr sie fort; Sie haben ja jetzt mit Einem Wort die Scheu gesprengt, also kann ich auch das aussprechen, damit Sie nicht wieder sagen, ich hätte eine Rolle gespielt. Die alten Zeiten stiegen öfter und öfter in mir empor, es lag ein wehmüthiger Glanz über ihnc. wie Abcndroth, und ich 'ing an, Ihren Brief, den einzigen, den ich jemals erhalten und Sie wissen, daß er ziemlich trockener-Natur war mit mir herumzutragen. - Ich l,o.tt keine albernen Gedanken dabei gehabt, ich habe ihn nur mitgenommen, wie ein Andenken, an dem noch ein leise? Duft aus den Frühlingstagen haftete. Mein Haus liegt nebenan; ich bin öfie? in diesem Park spazieren gegangen, ohne zu wissen, daß er Jhnen gehörte; so kam ich auch rjeuir, und' so haben Sie mich gefunden.
Er gehört mir auch erst seit einigen Wochen. Ich habe den Staatsdienst verlassen und will hier wohnen, nickt um zu ruhen, sondern um nach eigener Wahl zu arbeiten. Gerade heute woute ich mit mir zu Rathe gehen, wie mein Leben einzurichten sei; da führte mich der Zufall an diese Stelle, und ich traf ' Zwei welke Blätter, unierbrach sie lhn, dies hier und , mich, und als ,d?it tes welkes Blatt die' alte vergessene Liebe. O Friedrick. Friedrich wie lange ist e her, daß Frühling .war! Und Thränen traten ihr in die Augen. Ja, sagte er, es ist Herbst, und wohl ist.es ein wunderlich herbstlich Fühlen. w:e wir da zum ersten Male im Leben einander' scheulos-, gegenüberstehend über Dmge reden, d:c vor vierzig Iahren hätten gesagt werden sollend Aber schauen .Sie mal mir sich. Drüben der kahle Boden grau und unwirthlich.hier unter den Bäumen liegen .die 'welken Blätter braunbunt und roth. Und dazwischen ran!t noch grüner Epheu. Alles in Allem genommen sieht die Welt mit welken Blättern doch immer noch recht freundlich aus, viel freund licker. als die Welt obne alles. Meinen Siedas nicht auch? Sie gab keine direkte Antwort auf seine Frage, sondern sagte nach kurzer Pause, wieder mit einem Ausluge von Schüchternheit: Ich wollte Sie fra gen, ob ich Ihnen den Platz räumen und mir eine andere Wohnung suchen soll, aber Sie scheinen das nicht zu wunsazen. . Gewiß nicht, lautete seine Antwort; ganz abgesehen davon, daß es nicht an Ihnen, sondern c.n mir wäre, den Wohnsitz zu wechseln, wenn ich Ihren Freden störte. Ich möchte Sie viel mehr bitten, täglich herzukommen. Ich habe an Ihnen unerwartet eine Freundin gesunden, zu der ich das Zutrauen nicht erst langsam fassen muß. Wollen Sie mir helfen, meine Pläne durchzusprechen? Sie nickte, und ein Aufleuchten ging durch ihre Züge. Er bot ihr den Arm und sie gingen zusammen weiter durch den Park. fleischfressende Hasen. Bei Menschen und Thieren stößt 'man vielfach auf Abnormitäten in der Ernährungsweise. König Nebukad nezar nährte sich, wie es in der Bibel heißt, sieben Jahre lang wie ein Ochse von Gras und Kräutern und Ovid berichtet in seinen Metamorphosen, daß im goldenen Zeitalter Löwen, Tiger und andere reißende Thiere wie sanfte Lämmer auf den blumigen Wiesen gralten. Die Pflanzenfresser nähren sich in den ersten Monaten ihres Da seins ausschließlich von thierischer Substanz, der Muttermilch, und erst nach und nach gewöhnen sie sich an Pflanzennahruna. Katze und Hund sind reine Fleischfresser, und doch sieht man sie hie und da gierig Gras und Kräuter verschlingen. ' In der griechischen Mythologie heißt es, daß Herkules den Diomedes, König von Thrakien erschlug, der seine Pferde mit dem 'Fleische der Kriegsgefangenen fütterte. Wer weiß, ob die Sage nicht auf i i rk. ä . wirklichen .ya:i.aqen veruvlz In neuerer Zeit und in Z,co?damerika Ber suche angestellt worden, Pferde mit Fleisch zu füttern. Zuerst wurden dem Futterhafer ' feingeschnittene Flelichstückchen zugemischt. Den Thie ren war in den ersten Tagen dieser eigenthümliche Mischmasch höchst zu wider; nach und nach aber gewöhnten sie sich daran. Der Fleischzusatz wurde immer stärker aufgetragen und zuletzt erhielten die Pferde ausschließlich ZZleischsütrerung. Die Tondern'sche Zeitung- brachte vor zwei Jahren eine Mittheilung von der Insel Föhr, in welcher es unter anderem wie folgt hieß: Die Hasen, die man vor zehn Jahren auf derJnsel nicht kannte, treten jetzt' ungemein häufig auf. Ein Bewohner (Land mann) hat die Entdeckung gemacht. daß Meister Lampe em Mausevertll ger wie die Katze ist; darum haben die Feldmäuse in, den letzten Jahren euren oic sasenöermehruNg aus unserer Insel ganz besonders abgenom men. , Man hat seiner Zeit jene mäusefres senden Hasen für ganz gewöhnliche
Enten geoalten, vieueit .locy mtt Unrecht. In Alexander Dumas' Werke: De Paris a Eadix" kann man folgenden Passus lesen: Spanien ist für Jager des gelobte Land. , Seine unendlich sich hinziehenden Haideslächen bieten treffliche Zufluchtsstätten den Feldhühnern, deren Eier nicht von der Sense des Mähens zerstört, und den Hasen, deren Jungen vom Landmann verschont werden. Was das Hochwild betrifft, als da sind Hirsche. Damhirsche. Wildschweine und Rehe, das mehr und mehr unsere Wälder verläßt, so findet dasselbe in denBergketten (Sierras).'. welche die Halbinsel nach' allen Richtungen hin durchkreuzen, sichere Schlupfwinkel und. lebt unter dem Schutze der Banditen, der
natürlichen Herren sämmtlicher Slerras. Außerdem findet das Wild Schutz in gewissen Anschauungen des Bolkes. deren Ursprung schwer zu erMitteln ist. Der Hase z. B.. als Braten oder in Pfeffer bei uns ein Leckerbissen, ist grundsätzlich auf den spanischön Tischen verpönt, weil der Glaube herrscht, daß sie die Gräber aufwühlen und die Leichen anfressen."' Dieser Glaube lebt noch heute in Spanien fort, und Niemand in Spanien bezweifelt es, daß. der Hase unter Umständen ein Fleischfresser ist. Dort zu Xttnoe werden Die verenoeien Pferde -und Esel (und bei der Beschränktet des Eisenbahnnetzes sind die Last- und Reitthiere äußerst zahlreich) Nicht verscharrt, sondern einfach auf ein abgelegenes Feld, geschafft, wo sie in wenigen Augenblicken von den Hunden und Geiern aufgefressen , werden. Aus meinen Strelfzugen durch die casiilianische Hochebene, so . erzählt ein Gewährsmann der Münchener Alla. Ztg.-. in einer .Jagdgeschichte aus Barcelona, stieß. ich oft auf ganze Haufen von reingenagten. vom Sudwind weißgedörrten Thiergerippen. Hätte ich. statt eines Pferdes, ein Kameel als Nemhler gehabt,-1o hatte iq mich In der '-Wüste 'Sahara gewähnt. denn die" vorgenannte ' Hochebene ' be steht ' aus großen; öden Haideflächen, . 4. ? irj..-' uno Die zwei emrcinr.jajen, iiqotaunen Burschen, die mi als Fuhrer begleiteten, glichen - mit ' ihrem 'turbanihnlichcn Kopftucye und , dem- burnusartigen .blau- und weiLgestrelftcn Mantel, nicht übel den Nomaden-Be-duincn. 'Um auf die Hasen zurückzukommen, so war mir öfters aufgefallen, daß die im Felde durch mein Annähern aufgescheuchten Lampen' hinter angefressenen Thierleichen hervorsprangen. Als ich meine Fuhre: über diese Eigenthümlichkeit befragte, antwarteten sie mir, daß sich die . Hasen um die verendeten Pferde. Esel und Maulthiere ' zu versammeln pflegen. um sich am Fleische gütlich zu thun. ' Ich lachte weidlich über die Ant wort, aber kürzlich wurde ich, in Folge einer von mir eingegangenen und derlorenen Wette, anderer Meinung. Dies kam nämlich so. Im Städtchen Almazan (Provinz Soria) erzählte ich zufällig im Wlrthshause einigen Spaniern von den famosen fleischsrejsenden. Hasen Eastiliens. in der Meinung natürlich, daß die Geschichte allgemeine Heiterkeit , hervorbringen würde. Wie aroß war aber mein Staunen, als diese Leute, die fast sämmtlich dem Jagdvergnügen fr'öhnten, mir mit dem größten Ernst erklarten, daß dk landläufige Meinung völlig begründet sei, und daß sie oft mit eigenen Augen zugesehen hätten, wie die Hasen das Fleisch der verendeten Thiere gierig auffraßen. Als ich darüber meinen Zweifel aussprach, entspann sich ein lebhaftes Gespräch, und schließlich kam zwischen mir und einem alten Waidmann eine Wette zu Stande,- gemäß welcher ich einen Schlauch von 50 Liter Nothwein zahlen solle, falls es sich herausstellte, daß die Hasen wirklich Fleisch fressen. Am folgenden Morgen, in aller Frühe, gingen wir, mein Waidmann und ich. von zwei. Windhunden begleitet, auf die Haidc hinaus, um den fleischfressenden Hasen einzufattgen. In Eastilien werden, . nebenbei gesagt, vielfach Windhunde zu: Jagd verwendet. Wir lenkten unsere Schritte einer kurz vorher binausgeschleppten Pferdeleiche zu. Ein Dutzend Geier hatten sich bereits eingefunden, um das Fleifch zu verschmaufen. Wäh rend wir einen Morgenimbiß. einnahmen, bemerkte ich, da mein Begleiter einige lebendige Krebse in einer Tasche bei sich trug, und als ich ihn fragte, was er mit den Krustenthieren anzufangen gedächte, amtwortete er in ge lassenem Tone: Die brauch' ich, um den Hasen einzufangen." Die Antwort machte .mich stutzig, und ich dachte, der Mann halte mich zum Besten, doch schwieg ich. und beschloß, geduldig , abzuwarten.' Oder sollte dock. fiel mir plötzlich' ein, Meister Lampe joich ein Feinschmecker, sem. daß ihm nicht nur Fleisch, sondern auch Krebse und Fische behagen! . . ' . , . ' Etwa eine Swnde,. nachdem wir gegessen hatten, sahen wir einen prächtigen Hasen mit hochaespidten Löffeln herangehüpft kommen und zwar auf die Pferdeleiche zu. ' Kaum waren die Hunde seiner ansichtig geworden, als sie hinZer ihm dreinsetzten. Vor?ichtsoaioer yatten wir den Hunden Maulkörbe angeschnürt, um sie zu hindern, beim etwaigen Ereilen des Sasen denselben todtzubeißcn. Die Berfolgung jedoch dauerte nicht lange, denn als der Hase seiner Feinde ansichtia wurde.' verkroch er sich plötzlich unter die Erde in einer -Höhle.' Die Hunde umstanden nun bellend den Eingang. Wir eilten heran und der alte Waidmann sagte lächelnd: Hier kommen meine Krebse zur Verwenvung.? Er zog die Krebse hervor und stellte sie an den Eingang des Hasenlochs, Die Krustenthiere suchten begierig di: Dunkelheit .aus und krochen längsam
rückwärts hinein. Nun spannte mein Jäger einen netzartigen Säck vor-den Eingang, und einige Minuten hernach kam der Hase, wie toll vor Angst, in den Sack hineingepurzelt. Wir trajen die Heimreise mit unserer Beute an, und unterwegs sagte mir mein Begleiter. daß die Hasen und Kaninchen eine' unbezwingliche Angst vor - den Krebsen, die in ihre Höhlen eingelasfen werden, empfinden, und daß dieser Umstand vielfach in Eastilien zum Einfangen des langohrigen. Wildes
benutzt wird. Genug, ich verlor die Wette, denn der eingefangene Hase, in einen' Käfig gesperrt, verzehrte vor meinen Augen ein. kleines Quantum Hammelfleisch. , Ote.fas,e Prefcsssr Bi'.lroth .in Wien ga'j vor Kurzem, wie die .W. A..-, mittheilt," nach clücrOpcrütion.ioclchc er auf seiner Minik an cincnuschoii üejechrten Manne. Hergenommen hatte, eine Geschichte aus' seiner Praxis zum Besten, welche die Heiterkeit der anwesenden Aer;t: und Etlldcntcn hervorrief. Neulich so erzählte er kommt ein 'seinem Aussehen nach schon recht betagter Wann zu mir und gefragt mich ezcn sein:Z,casenteiden?; er besaß nr noch eine halbe case, die auch nicht mehr viel werth . war, und meinte, ich möge nur cinc pcratiou vornehmen und ihm statt der sanken eine anständige künstliche ")!ase aufsetzen. Ich fragte den Mann, wie alt er sei. Ich bin achlzig Jahre alt-, meinte dieser. Hallen vtc c3 in Ihrem Alter noch sät gerathen, sich einer Operation ;n unter ziehen?" freyte ich. Herr Professor", sag! hierauf der Alte, mein feli.qcr $Ja icr ist ! 2. Jahre alt geworden, und ich sehe nicht ein, weshalb ich noch 45 Jahre lang mir einer Halden Nase h:ran.gehcn soll!" ' r .- ' leckenäller Art ans Wascht stücke zn ' tilgen... - Um ,- Äotbwein-, Himmbccr, Heidelbeere Äiooer zc. Flecken, aus. Wäschestücken .;n ctfer nen. --löst' man eine ,,jlein :ngc nnterschwefliures' Natron (sogen.' Antichlor)' in hcis;em Wasser auf. benet damit die befleckten Stellen der nassen-' Wasche,., streut alsdann einige esserfpihett voll feilt pulve rtürter Weinsteinfaure (soweit die Flecken reichen) , darauf und verreibt diese auf dem Genoebe. sobald der Fleck vcrscuwuttden ist (was bisweilen klne wiederholte Anwendung des.Ver fahren erfordert),- wasche Nlatt mit lauwarmen und hierauf mit reinem, kalten Wasser nach. An Stelle der Weinsteinsäure kann man auch starten Speifeesjig verwenden. Auch da5 bekannte Fleckenwasser .(5an de Ja vellc- tilgt Weiufleckcn in Wäsche und Tischzeug. Die Behandlung der Fül. ser. in welche Beeren oder Apfel wein gefaßt werden soll, ist von großem Dichtigkeit. (5s dürfte daher wohl am Platze sein, hlcr' einige Andeu tun gen über die richtige Behandlung der ' Fässer folgen zu lassen. Ber wendet man neue Fässer, so müssen dieselben einigemal mit siedendem Wasser gebrüht .werden. , Daraus werden dieselben mit' kaltem Wasser aufgefüllt. Sie bleiben mil dem Wasser einige Wochen stehen. Giet man nun das Wasser au? und füllt man das Faß mit. frifchem. Wasser von Neuem auf. so darf diese, nach dem es 12 Stunden im Fasse, gestalt den, weder nach dem Holze schmecken noch riechen. Sollte eS dennoch der Fall sein, so muß daö ß noch einige Tage, mit Wasser gefüllt, stehen. Fässer. - in denen. Wein gelegen, werden ebenfalls mit heißem Wasser ausgebrüht, dann mit kaltem Wasser ausgeschwenkt. Tarauf werden die Fässer geschwefelt. Man verwende! dazu ' die sogenannten Schwefel schnitte. Diefe bestehen aus 5 3 Zoll langen, etwa 1 Zoll breiten Streifen aus grobem Zeuge, welche durch geschmolzenen Schwefel gezogen sind. Die angezündete Schwefel schnitte wird an einem hakenjötmig umgebogenen Draht befestigt, durch daö Spundloch in das Faß bebracht, bis nabe. an den Boden desselben herabgelassen, wo man den Strci fen verbrennen läßt. Man hüte: sich, daß kein Schwefel in das Faß kommt. Man läßt den Streifen daher etwas abtropfen, ehe man ihn in das fraß dringt. (55 ist auch niÄt gut. den verkohlten Leinwandstreifen in das aß wallen zu lassen. Die beiden 11 n t ritrn Knövve. Veim.Boltigiken bemerkt de, i. Häuptmann, daß einige Rekruten die beiden untersten AnSbk am 9irrf nt ,.5 - geknöpft haben. Berfluchte Jesellfchaft!" sebreit er die Abtbeil.ina an. ..kmni?n die Rüpel hierher, um dem Staate oock noch Jeld zu kosten ! Warum macbt Jh, rn ? ! r 'i '. m. ' oeim onlgiren ote oeicen untertten ' Knöppe nicht auf, was Ihr in der Jw struktionsstunde doch jelemt haben mükt?" Nach langer Verlegenyeit wagt endlieh em mmig zu erwioern: Yen Hauptmann ! Die Rö5e drücken Keinen T. , . . hm9 if.H L.:.r ... m :ni, vv.i u, t ,uv mau(li zu rocu:" Freiwillige wieder, der die jarne Batteru 'rausreikenwird.wn
Feld jeht ! Na, Herr ! ich sage Ihnen fcincr glorreichen Ahnen seines Naaber, um Ihre janzeJelehrsamkeit scheerl mens der Vierte. Wenn wir sagen, sich die Re'mentskammer nischt; dic bei. er schwang sich aus den verwaisten den untersten Knöppe werden jeöffnet: . Thron, so . ist das nicht wörtlich zu nicht um Ihnen die Bewegungen zu er , nehmen; er wurde eigentlich mehr ge leichtern, sondern damit an die jute dritti ' schwungen, denn der arme Herzog war Jarnitur die Knopplöcker nicht ausje, ! aar nicht aus das Regieren versessen, schlitzt werden, merken Sie sich das!" ! Er war blöden- Geistes und sein
Der Armeelieferant. Du August, 'ne freidige Nachricht kann i ii f . . jüx mtnyeiien. na wat denn, man kos. Denke, meineffrau. aettnn ganz früh, noch uf nüchternen Magen,wee Junzens, nu sind et all achte. Wat lagtte dazu i mifee, det fällt t t r js i ' , mir bei Dir nich mehr uf, aber um sich Zu geh ",-zah lieber noch'n mal. Vfn un nenn 16' Wtr rr fciV y7i&i:u l c - TlT delsreglster indraaen." ..Ananst. Du Uf vnÄsf vtov-i v -V v lanX r Ä " fe&S fan"5e 3! toatV,
.Nee." Als Artneelieferant
Englische Nichte? auf drutsHcm Boden.
Ein kleinstaaNtches Schat. tenbild. - Die Blätter der deutschen Kulturgeschichte haben öfters leider einen tief, tragischen Inhalt, und der unselige Wust der Kleinstaaterei, deren Nachwc. hen roir bis in die neueste , Zeit haben spüren-können und theilweise noch spüren., erzeugte nicht selten Zustände, die hart' an die Grenzen des iLieenschenmöglichen hinanstveiften... Dir zahlreichen' Fürsten und Fürstchen wären fast sämmtlich Despoten, und Despötchen vom reinsten Wasser, und über den himmelschreienden , Säzacher, , den einzelne 'von ihnen im vorigen Jahrhundert mit dem Blute ihrer Landes, sölm: trieben, ballen wir heute in ge rechtem Grimm die Faust.. Oft frei :iich ist der blutigen TrOZl! auch ein Z::g grotesker Komik bzigemifcht und in di? ...sittliche Entrüstung . deö Nachgeborenen mischt ' sich erlösende Heiterkeit.' Auch dem' folgenden Scha: tenbilde aus der deutschen Kleinstaaterei haftet ein erkleckliches Stückchen Tragilomik an um so mehr, da dir Tragik darin denBetheiligten nicht an Kopf und Kragcn, sondern nur an den (öeldveutel ging. '-Ste Zeit, in Dt unser: Geschichte spielt, ist dafür auch unser 19. Jahrhundert und der Schau platz derselben jene mitteldeutsche Ge-. gend. wo, noch heute die Landkarte at lerhand bunte Grenzen durcheinander pinselt, wo man aber doch in Schweif gerathen kann, wenn man zu 'Füße mehr als etwa drei Staaten .durch, wandern will. Wir meinen das. ii, dieser Beziehung von je her reichzesez. net: .Thüriagen. .", - Der Herzog August, der' im Jahre 1804. die Zügel absoluter Herrschaf! über das thüringische Duodezreich Go' .lha-Altenbiirg ergriff, war . ein. -ur schnurriger ..Herr. - Am liebsten wandeUe er einsam in den seltsamsten Ver. lleidungen durch die Säle ' und Korri dere seines Restdcnzjazlosses, und sein 'Hofgesinde hatte - dann das Bergnügen, Serenissimus bald alsiLricrl)ische Vhrimc. 'bald' a'ls indischen 'Zauberer. als ägyptischen Dsirispriestcr, als jüdischcn Rabbiner oder dergleichen zu erschauen. Der Herzog 'war' in diese 'Metamorphosen seine: hochsurstlichen Person . so verliebt, daß'er sich sogar in einzelnen dieser seltsamen Verklei dunqen malen und dergestalt auf 'die Nachwelt . bringen ließ. Abgesehen von seine Narrheitcn war aber der Hcrz?g eine gute Scel:", Er regierte seine paar Unterthanen : schient und recht und chikanirte sie durchaus nicht mit vielen -Steuern. Im Gegentheil. das Geld war ihm förmlich Chimäre und er gzo es mit vollen Handen weg, d. b. so' lanae er welches hatte. Sein Hofaesinde und seine Günstlinge standen sich am Besten dabei, und Serenifsismus wurde von ihnen sehr stark um uns eineZ gemüthlichen Ausdruckes zu bedienen,' über den Löffel barbirt. Das focht Se. ,Hoh:üaber nicht im Äcmdetten an und wenn (öd oe in Hochdero Kasse war, so machte cs der Herzog wie auch andere, minder hochgeborene Sterbliche zu thun pflegen er vumdte. sltnonl. er vumvte unv zwar mtt Scklwung. Dinge, die er T r v ' ' t t in seiner Hofhaltung gebrauchte oder an Günstlinge verschenken wollte, entnahm er. einfach auf Kredit, wenn er Nicht bei Kasse war: und seine Unterthanen schätzten- es sich zur Ehre, ihrem Landesvater auch mit baaren Moneten unter .die Arme zu greifen. wenn er solche gebrauchen mußte. Die Sache war ja ganz sicher und nebenbei aucy noch vielversprechend. zm regierender Herzog pflegt nämlich, wenr. er em gemachtes Darlehen mit Zntf und Zinseszins zurückzahlt, ' seinem gefalligen Mantchaer noch em glanzen ocs 'jleomallzcn an e.nein vunirn .s o":. . t i . Jändchen. einen Hoflieferanten- ode, Kommerzienrathtitel darauf zu legen. Denn warum nicht? . Dem regieren den Herzog kostet's ja nichts und der gefällige Manichaer hat seme Freude daran. Somit war Jedermann zu srieden in Gotha-Altenburg, aber ez kam anders. Serenissimus zahlte die gemachten Darlehen nicht zurück. Herzog Au gust hörte auf, zu pumpen, legte sich hm und starb. Als nun sein NachTrtfc innpntnrtftrt sofn?? p3 CSnffifTtrr?ti u ..........,.., , " - i ""Z"" ' uno .yaoen geprusi wuroe, va . y v r. . -r... . ..."ri . c . v . l"u" lia rou, ran -tme oneu, ' schon lange bevor dteulb ZU liirm Ba , tern versammelt wurde, im Stande der ' Insolvenz gelebt hatte. Wir drücken diese banale Thatsache deshalb so zier, ; lich aus, weil es sich nicht schickt, von ' r einem Herzoge zu jagen: er ti pieiic ' aewesen. Dieser für sämmtliche Be - . wobncr des .Reickes" Gotlia-Alten. ' bürg im Allgemeinen und sür dieGläubiger ds verstorbenen Herzogs . Zm Besonderen höchst betrübende To-. . . ' ' ' kessall ereignete sich im Jahre 182. H m T 9 0?V' T lx des Verstorbenen und in der Reihe ! Cprachorgan war dermaßen in Unordnung, daß ihm nicht die kleinste . , n. hornreoe zuzutrauen war. U)as mackte nun freilick im ?iormär," j blitzwenig aus; auch war der Staaf ! Gotha-Altenburg so gut mit geheim. rntfilfrfn sfrrnn nrff-n-nfk hnh hir (v-n.j ?5V i vtv- u Reqierungsmaschine ohne jedeStocküng ; gIawtt rb tten vcwnochtc. Ueöe. P 0 . . .. , den. Nachlatz des der torvenen Herzog- - .. '.JL -iili w ..- iuqui vaixc ciqcniuuj vzt jxuium verhängt werden müssen, aber Herzog eJlsA ii m m.7 Z-riedrick der Vierte trat die
sammterbschast mit allen Aktiven und Passiven an und nun machten di: -Gläubiger des Hochseligen gegen lren ieigen Landesvater ihre Förde-
rungen geltend. Zwischen den beiden Parteien kam ein gütlicher Vergleich zn Stande. Man vereinbarte sich zu Ratenzahlungen, die am 1. Februa:. 1824 beginnen und bis zum 1. Fe bruar 1829 dauern sollten, falls näm lich Herzog Friedrich der Vier:: f.lange am Leben bleiben würde. Di. letzte Klausel war -etwaö fataler Nctur. denn es war sehr wahrscheinlich', dasz der Herzog schon früher mit d" -Tooe abging. Aber. waS sollte mr: machen! .Die Bedingung, mu&te ei-.-ge gangen werden, doch der Unterth nenverstand ist nicht immer beschrä:-. : und auch 'hier .am cr auf' eine v. schmitztc Jdce. Die Gläubiger trat::, zusammen 'und beschlossen cinmüibig. das für sie,d?rpelt iosibare Löen Sr. .Hocheii.zu versichern. Wie beschloss?:-. so frtnrt t-.rrrr tr i - der Hamburger F':?.ma (fr:in u. VlT - !,r,?""?i'ViV"Tt"1 -i- f-1: VI VlU ti . bV tfrf'",? rs'i,',"7.' ; C'-.-).'; Trferr C ik 1-j ( l tiii.j ' v-. j u ,-, ; . . u- - f ' r , Ininn ,y''TZ.. tt ' r ;? I4llril. . V W t , til. . W-, 14 V . tt 1ilS ''W ".! iill''U"f,r'r -'Vi. ll.lv .fc v u! l . i- v - ' v. . rfisritf irt (' V "T : fisT ,""r sl -jtitLi.'.I!:u -.ijl ;.- riTrA?.--,'M'TTi7i? i-.t'r stiir j VT'-, i Ul.':- V ' V 4 . .U' Cll U . j,. ... V.l zäher Vorsicht, und auch di: Un:o;t war eö in diesem Fall:. Es war notorisch. daßHerzo'Z Friedrich dcr Vicrit geistesschwach und seiner Sprache na. hezu aanzlich unsahtg war und man konnte annehmen, dag diese Deseliö in einem organischen Fehler des hohe:? Herrn ihren Ursprung hatten. Nun erklärten die' fürstlichen Aerzte zwar in ihren Antworten auf dem üblichen Fragebogen, -,da& der Herzog nur am grauen. Staar und an dem erwähnten Sprachfehler leide, sonst aber korperlich gesund sei, auch voraussichtlich in SsS.ri si(iiinVil 'arfftHm rTfi Vrtl 4, H4ltlt 11 H.ll.mi.4. V.VIV4., IVVI4 die Lebensweise des Herzogs überhaupt nach ärztlicher Vorschrift geregelt werde, - aber die' Versicherungsgesellschaft berubigte' sich . auch bet diesen Erklärunden noch nicht. Sie ließ sich aus das' Geschäft Versicherung des h?r zoglichen L'ebens bis zum 1. FcSruai 1829 'nur gegen pit. hohe Prämie von Q 'pCt.'ein; dann übernahm si? auch nur einen Theil der Bernde rungssumme und versicherte den Rest Lei "anderen englischen Gesellschaften, bei der Eagle Assurance Company", der .Atlas Assurance Companr.". det. West of England Company" und de, London Assuranee Corporation". Dir Abwickelung des ganzen Geschäftes ging verh'ältnißmäßig langsam vor sich, denn erst im ftei 1824 erhielten die Herren in Goiha ihre Policen und zahlten die ersten Prämien. Aus der großen Versicherungssumme läßt sich entnehmen, dan die Scoulden des Herzogs August recht anständig wa ren. Die Öothaer kamen nicht in di Lage, noch ein zweites Mal Prämi? zahlen zu brauchen, Reichlich ein hal bes Jahr nach Abschluß des Versichc. runasgeschäfts, im Februar 152, erkältete sich der Herzog und be:am einen Schnupfen. Ein solcher ist nicht gefährlich, und di: Aerzte beunruhigten sich deshalb auch keineswegs, aber der Zustand dcö Herzogs verschlimmerte sich rasch, und am 11. Februar starb er. Mit dem Erlöschen seined schwachen E-eistes erlosch auch feint Dynastie. Das Reich" Eotha Altenbur-z ging an das Reich (5obürg über, und Herzog Ernst I. wurde der neue Landesvater. Vei der Seltion der Leiche des verstorbenen Herzogs fand man in der Schädelhöhl: eine Geschwulst, die das Gehirn cin engte, und zwischen den Gehirnbäuten und dem Gehirn fast 20 Loth Wasser. Diesem Wassergusse schrieben dieAerzt. den - sckmellen Tod des Herzogs zu, während sie behaupteten, die Geistes" schwachheit des Verstorbenen habe seit dessen Kindheit bestanden. Der Be fund der Sektion wurde oj ricieil ttxofsentlicht. Die Gothaer Interessenten verlang-. ten NUN von den englischen Gesellschaft ten die Auszahlung der Versicherungs summen. Die Unwn" und d:e West of England Company" kamen dem Ansinnen auch sofort nach und zahlten ihre Antheile aus, aber di: drei an deren Gesellschaften weigerten sich unicr allerhand Vorwänden, ohne eigen!lich einen bestimmten, stichhaltigem Grund thre: Weigerung anzugeben. und den Gothaern blieb nichts Anderes übrig, als gegen sie bei den englischem Gerichten !en Weg der Klage zu besch'.Vten., Auch hier c:riua;l:n fctt Gesellschaften mit nichtigen Querelen zu operiren. So fochten sie unier Anderem eine von dem Vankhause Rothschild gewährleistete Bürgschaft für. du. Gerichtskosten im Betrage von 500 Pfd. Sterl. als nicht genügend sicher an, aber die Kings-Bench" liek sich auf diese, Querelen nicht ein und ordnete eine Commission nach Gotha ab, damit diese sich an Ort und Stell über den-Stand der Sache eingehend unterrichte. Das wäre nun auch soweit ganz in der Ordnung gewesen, wenn besagte .Commission eben nut. eine solche gewesen wäre, aber sie bil dete emen vollständigen Gerichtshof, und Herzog Ernst gestattete ihm aus-, drllcklich, in seinem Staate nach . eng. llschem Recht mit allen richterlichen Befugnissen zu verfahren. Dieser Fall dürfte wohl einzig dastehen in der RechtZgeschichte aller civilisirten Völ ker. Em deutscher ??urit axzbi freu willig die edelste und kostbarste VfüÄt seines Herrscheramtes, die Necbtö.. pflege, aus der Hand, um sie im eigenen Lande an fremde Richter nac fremden Gesetzen zu übertragen! Das war auck, nur in einem deutschen Kleinstaatz möglich. In jedem an dern Lande würde ein solcher Vsiaa.-.g etiun Sturrw nationalen Unwillen, entfesselt haben, aber im vormärzlf
chen" Deutschland hatte nicht eine Rechts fakultät ein mannhaftes Mit .zlied, welche gegen ein solche Ungeheuerlichkeit ein zürnendes Wort fand. Daß die zensurirte Presse es nicht wagen surfte, dieses Wort zu sprechen. selbstverständlich. Serenissimus hat ten ja geruht, und damt war damals auch eine Ungeheuerlichkeit geheuer gemacht. . Die englischen Richter langten i:r Gotha an und quartierten sich daselbst im Gasibofe Zum Mohren" ein. Das Präsidium führte Mr. Mitchell. Die englischen Richter begannen sofort ihre Thätigkeit und- machten von den ihnen eingeräumten Befugnissen natürlich. den umfassendsten Gebrauch. Jeder, der in Gotha und Umgegend zu dem verstorbenen Herzog in naher odn. entfernter Beziehung gestanden hatte, wurde als Zeuge vorgeladen und dem bei englischen Gerichtshöfen üblichen scharfen Kreuzverhör unterzogen. Di: Lebensweise des armen verblichenen LandesvaterZ wurde bis in die kleinste
Kl:i::igleit ausgedeckt u. seinen verbor gensten Neigungen in jeder Richtung nachgespürt. Zu? Feststellung beson derc: 'Thatsachen wurden sogar; Wäscherinnen vernommen. Daß dabei einzelne Zeugen in dem Bestreben, den Richtern möglichst genehme Dingzu den Akten zu licsern, einen förmlichen Uebereifer an den Tag legten und das;, unter diesen übereifrigen Zeugen sich auch ein Proftssor befand, ist drüben m' Deutschland nichts Absonderliches und soll auch nur der Illustration we. gen angeführt werden. Inzwischen hatten die englischen' Herren sich ihrer Funktionen entledigt und reisten zum größten Bedauern des Mohrenwirtheö wieder nach London ab. Der Wirth hatte alle Ursache, diese Abreise zu be dauern, denn die englischen Herren harten bei ihm recht lordmäßig gelebt und die am Proceß betheiligten Bürger von Gotha durften die Rech nung der Herren Engländer in der Höhe von circa 3000 Thalern begleichen. Die deutschen Kläger ließen nurr vor dem .Geschworenengericht der. Kings-Bench" zunächst thre Klag: gegen die Atlas Assurance Company ur Verhandlung kommen. Das Klageobjekt betrug 3203 Pfd. Sterl. Am 21. Oktober 1828 fand der Termin statt. Dem Gerichte präsidirte Lsrd Tentcrdon und die Sache der Kläger führte als Anwalt der berühmte Lori Brougham mit ausgezeichneter G?U stesschärfe und glänzender Beredsam.', keit. Der sachverständige Arzt gab sein Gutachten dahin ab, das; seiner Meinung nach die Geistesschwäche und der Sprachfehler des verstorbenen Herzogs Friedrichs des Vierten zwar' in keinem Casalnexus mit seinen, T?de gestanden hätten, doch hätte man der Versicherungsgesellschaft seine Gei stes schwache bekannt geben müssen Darauf stellte der Vorsitzende an die Geschworenen die Frage: ob bei der Versicherung Thatsachen verschwiegen seien, die man den Versicherern hätte mittheilen müssen. Das war ein: verfängliche Frage. Wurde sie von det, Geschworenen bejaht, so wurde da durch die ganze Police hinfällig und die Kläger konnten eines abweisenden Bescheides sicher sein. Der Anwalt ließ es det halb auch, wie es r?ach der englischen Proceß-Ordnung zulässiz ist, nicht auf ein Verdikt der Ge--fchworenen ankommen, sondern bean tragte zuvor noch eine neue Untersu. chung. Ein abweisender Bescheid hätte ja ohne Zweifel dieselben Bescheide :s den anderen Klagesachen zur Folge ge habt. Aber die Kläger hatten an der einen Probe vollkommen genug. Sieverzichteten darauf, ihr Geld gerichtlich zu erstreiten und thaten offenbar s:hwohl daran. Die Kosten, der einen... nicht einmal zum Austrag oekomme' nen Klagesache beliefen sich auf eine: enorme Höhe. Die beim Gericht ge-' stellte Kaution von 900 Pfund Ster ling ging darauf, und der Anwalt, Lord Brougham liauidirte die .lei nigkcit von 2700 Pfd. Sterl. Jn Ganzen hatten die gerichtlichen Proze'duren den Klägern m Gotha nicht weNiger cfi 27,000 Thaler kostet. Dieser klägliche Ausfall des Versiche-. runsgefchäfts riß erhebliche Lücken irr den Wohlstand einer Reihe von Fam! lien in Gotha; mehrere Firmen gerie then stark ins Wanken, und einzeln: fallirten sgar. Sie - alle hatten Grund, mit Wehmuth an den verstor. benen, ach! für sie so theuren LarideS vater zu denken. Den Rückzug gedeckt. Arthur: Ich habe Dir eine Mittheilung ZU machen, mein Herz. Ich habe Dich getäuscht! Ich bin nicht reich, sondern gänzlich unbemittelt. Macht das einen Unterschied in Deiner Lieb: zu mir? Eleonore: Richt den geringsten. Arthur: Du Engel! Wie wohl mir dies Wort thut. Wirst Du auch dabei bleiben, daß es keinen Unter-.-schied macht?" Eleonore: Sicher; ichnehme einfach den Sohn des reichen' Protzmann den kann ich jeden Auge?.blick haben. AusderPenne. 1. Strolch: Du Lude, wie geht's denn jetzt Delnem Bruder?" 2. Strolch: Sehr' gut. er macht jetzt Börsengeschäfte." 1. Strolch: Was? Js er denn Bankier geworden?" 2. Strolch: Ne, Ta schendieb!" Beweis Besucher: Hat das Edelweiß Ihr Herr Gemahl wirklich selbst gepflückt?" Dame: Alle?. dings! Wenn Sie's nicht glauben, will ich Ihnen die Doktorrechnung zeigen.Erforschungsresultat. Richter: Haben Sie den Arrestanten durchsucht?" Polizist: Ja. Herr Ria ter. Richter: Und was haben Sie an demselben gefunden? Polizist (Neuling im Dienst): Nichts als ein blaues Augeim Gesicht.
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