Indiana Tribüne, Volume 17, Number 55, Indianapolis, Marion County, 12 November 1893 — Page 4

Jndiima Trivttne. erscheint Ng lieh und SonntaQB.

Die tSgliche .Tribüne" kostet durch den Träger Cent per Ooche, die SonntagTribüne- k Cent? per Woe. Beide iusammen 1SSent5 oder SS Cent per SJlonat. Per Post ,ugeschickt t VorauSbezahlung V per Jahr. 0?nce : No. 18 Süd Alabama Str. Indianavolis, Ind., 12. November '93. Jcr rcrtzängmßvosse Wecker. Lon . vkiymond. .Gin JeMeZ hat seine Zeit', sagt der weise Salomo. Der Herr Rech mungsrrvlsor Scürlein sag,! das auch, aber noch mehr : er hat sich den goldenen Spruch zugleich zur praktischen Lebens.regcl gemacht, während der erleuchtete König in Israel nun, die Geschichte kennt man ja. ! Ein Breguet'scher Chronometer kann seinen TageSlauf nicht pönklicher voll ziehen, als Herr Schnürlein dies thut. iPurkt Fünf ,m Sommer, Punkt 'Sechs im Winter steht er auf, Punkt Acht er scheint er auf dem Büreau,Punkt Zwölf legt er die Feder hin, wenn es sich eben trifft, mitten in einer Ziffer, um zu Tische zu gehen, Punkt Zwei steht er viever vor seinen Büchern und so geht eS fort nach dem Tacte desChronometers b-s ?1bendS Punkt Zehn, um welche Zeit 'er zu Bette geht. Ter Hausmeister sieh't ihn allemal nach Hause kommin, wenn er daS Thor schließt, aber er muh Herrn Sch ürlein gratis eine geruhsame Nacht tt'-che; einen Sperrjechser hat er von des pünktlichen Rechnungsrevisor noch nie gJefcen, und wenn er eS ja da? eine oder andere Mal versuchte, dem Lause der Z,N etliche Minuten vorzugreifen und früher zu schließen, so läutete ihn der unerbittliche Chronometermann her aus und lohnte ihn für seine Mühe mit einem kläfligen Beweis unter Berufung auf seine unfehlbare Taschenuhr. Besagte Taschenuhr ist ein höchst soli des Möbel, das schon seines Alters hal der Ebrfulch: d,.''rZv?uchen darf eine Sp'moeluhr in stolz ?:rrölbtemTomback oedäuse, die Herr Schnürlein in seinen jungen Jahren als Firmgeschenk erhalten und leiidcr als treuer. Berather und un zertrenn!i.t:en Begleiter durch Leben mit sich gesuhlt hatte. Einmal tS ist schon manche? Jahr her nannte der RechnungSrcv sor noch ein zweites Cx . 7.:i rr. r.: - : tz en'Oiar von .nciimiWE icin ciacn. mi war das ein ganz gewöhnlicherSchwarz wä der Wecker mit blumigem Zifferblatt. vlnkmeningenerStellschelbe und schrm tönendem L mtmerk Herr Schnürlein hatte dieses Stüc? als Gewinn von einer Wohl'.hätlgkeltS'Tombola mit helmge bracht, und obgleich er bei seinem wun derbar sein ausgebildeten Zeitsinn und als glücklicher Besitzer einer so kostbaren Taschenuhr deS lärmenden Mahners nicht im mindesten bedürfte, so wurde dieser nichtsdestoweniger dem hauSrath lichen Inventar einverleibt ja sogar in Betrieb aesetzt. Herr Schnürlein war nämlich auf den sublimen Gedanken ver fallen, besagten Weckr mit Beihilfe der unvergleichlichen Splndeluhr zu einem brauchbaren und verläklichen Zeitmesser zu erziehen'. Meine Alte so cal cullrte er könnte doch einmal daSAus puken nölhia haben, und dann wäre solch' ein wohldressirteS Ersahstück gan gut am Platze. Zudem ist ja meine Alte im Grunde genommen auch nichts Ande res, als eine ganz gewöhnliche Spindel uhr, wenigstens der Herkunst nach, und was ist aus ihr unter meiner Obhut und Anleitung geworden ! Warum sollte sich ans diesem ordinären Wecker durch die Macht deS guten Beispieles nicht auch nm der Zelt etwas Ordentliches machen lasten? Uhren sind wie Kinder; ein scharier Blick und eine guteHand können la Tüchtiges aus ih.ien machen, auch wenn sie nicht gerade von den, besten El t.i. ?i i 1UII IUW . öo calculirte, wie gesagt, Herr schnürlein und ging mit Eifer und Be darrlichleit an sein erz eherischeS Werk. Und es gelang ihm in der That, seinem Wecker durch unausgesetzte Beobachtung und Nachhilfe d:e Tugend derBerlaklich keit in ziemlich hohem Grade bcizudrin ir . . , . . t. m gen. ine einzige unarl war oemBur schen schlechterdings nicht abzugewöhnen: er ginz richtig, ober er weckte falsch. Einmal ging er um eine balbe. daS an der? Mal um eire Viertelstunde vor der, durch die Stellscheide vorgezeichnetenZeit los immer aber geschah dies zu früh. Alle Bemühungen deSSchnürlein, seinem Zögling diese Unart abzugewöhnen, wa ren, verg blich. Endlich war'S derNech nungreoisor müde, sich von dem wider spänstlgen .Brater tagtäglich auS sei nem legitimen Morgcnschlummer empor scheuchen zu lassen; er löste das Gewit des unverbtss.rlichen Läutewerkes auS un velurtheiltc den pfllchtvlrg'sfknen W cker dazu, hinfort die numme Rolle ei ner ganz gewöhnlichen TlltalUhr nied rigster Ordnung zu spielen. Aber .ein Jegliches hat seine Zeit und auch der Wecker des Herrn Schnür lein hatte seine Zrit. wo er nieder zu vollen Ehren kommen sollte. In einem enlserntenLandstädtchen lebte nämlich ein ehemaliger Amisaenosse des A.chnungsklvisorS im wohlverdienten Rurrstanoe. Herr Bände! n H;b der Mann war in vielen Stücken ein nürtizer Pendant zu Herrn Schnürlein. Ped'.'nlisch genau, wie dieser, besaß auch Hcrr Bändel eine Taschen utr, die er für unfehlbar hielt, und da dieseld: niemals die gleiche Zeit zeigte w?e die Hl r Recht Schnürlem'.so kam es öf ter zu recht lebhaften Er?ctcrungen zwl schen den Beiden. Jeder wsllte, daß seine Uhr behalte. .Wie viel haben Sie?" .Zehn Minuten bi Zwölf .Bei mir fehlen nur noch echt .Ihre Uhr gebt ebe wieder einmal un - ricvtia." O. iitte sehr, ick wollte das von der Ihrigen sagend -.MeineUhr . ,und falsch gehen ? Lächerlich 0 .Aber erlauben Sie. Sie werden doch nicht be hauptey. wollen, daß meine Utjr r.Jch behaupte gar nichts, ich weiß nur, Pak tö tedt ehe Zwölf lätflai. Sute?

Avdetit So ging es fast täglich ; die

beiden AmlZcollegen kamen und gingen niemals zur gleichen Zelt, ihre Lebens wee waren durch ihre Uhren Kon ein ander getrennt. Nichtsdestoweniger ach teten sich die Beiden gegenseitig hoch als pünktliche Männer. Nur aus ihre beiderseitigen Uhren hatten sie einen un auslöschlichen Haß geworfen. Herr Bändel besaß ein hübsches Ver mögen, aber keine Erben. Der Gedan ke. dak sem schönes, durch strengen Oto nungssinn und berechnende Sparsamkeit zu einem c z ansehnlichen Kapitälchen angewachsenes Geld nach seinem Tode m sremde.vschleuderlichkHande kommen sollte, verursachte ihm manche böseStun de, manöe scbla lo e Nacht. Bon woyl thätigen Instituten wollte er schon gar nichts wissen; denn er sah. wie groß trotz des ungeheuren UevcrflusleZ an solchen Instituten cas Elend d'? Welt war und zog aus dikser Thatsache den Sckluß, daß diese officieuen Organe der ilJttn schenliebe zwar viel Geld verschlingen. aber blutwenig dafür lallen. Mit viel Mühe und Scharssinn bitte er sich end lich ein Testament zuzammenspeculirt, das ihm die bestmögliche. Gewähr für n ne seinen Wünschen und Absichten ent sprechende Verwendung seines Nachlas seS zu bieten schien, dabei aber leider wie dies eben in der Natur derSache lag sehr verwickelt und schmierig auözu führen war. Die klneFrage war gelöst. eine andere, ebenfo schwierige, tauchte aus: wen sollte Bändel mit der Testa mentsvollstreckung betrauen ? DaS war eine Aufgabe, zu deren Löfung es eines ebenso kundigen als oewifsenhaftenSach alters bedürfte. Nacd lanaem Öinund Hersinnen verfiel Herr Bändel nuf . . rr n i , I seinen alten College Schnurlem. Ja, Z - . , . CTV. , das ar der richt.ge Mann ; aber nun fl f .im VC n Milrti 9 ,'bob sich ine dritte Frage. War -l...r v. ei, raubte feajnunem Tut eine njcuqctsai-1 . mm r t r-1 , . wng haben, das standfest; aber wie . groß mußte dieses bemessen werden, um , den Testam-ntSvollstrecker ge-lügend zu entschädigen, die Scheelsucht gegenüber reichl.qer veoaq'er roen von telnem eichlicher bedachter Erben von seinem )rrzen fernzuhalten und dem Erblasser tlbst ein ungeschmälert freundliches und , H St dankbares Andenken, seiner legten Wil lensanordnuna eine pietäkvolle Würdi gung zu sichern ? Und wie groß durste v:.f.j t.:- v.- crn..if. . - " U - - tr , :uiccs ;cuui ciu, uui kcii iJciiV übrigen Vermächtnisse nicht allzu sehr zu schmälern, den ganzen, mühevoll erson nenen und durchgeführten Plan deS. Te statorS nicht in seinen wesentlichsten Grundlagen zu erschüttern? DaS waren lauter Erwägungen, die dem alten Manne erschrecklich viel ttopfzerbre chen verursachten und ihn zu keinem end billigen Entschlüsse kommen ließen. EineS schönen TageS pochte aber Freund He'n an Bändel'S Thüre und ersuchte denMann, der sich mit der steten Sorge um das, was nich seinem Tode geschehen sollte, daS ganze Leben verbit tert hatte, sich mit seinen Entschließungen zu beeilen. In der Bedrängniß zeigt sich meist am leichtesten ein AuSmeg, so auch diesmal : Bändel beschloß, ollenBe denken ein rasches Ende zu machen, in dem er Schnürlein für den Rest seines Lebens den Nutzgenuß deS ganzen Ver möaenS zudachte, wogegen nach Schnür lein's Tode die Verldeilung derErbschaft nach dem ursprünglichenPlane stattfinden sollte. So war Allem abgeholfen. Ein Telegramm lud denRevisor an daSSter bebett deS altenEollegen behufs endgilti ger Feststellung der Vlngelegenheit. Man kann sich denken, welch' ein mäch tiger Sturm von Gefühlen und Gedan ken aufSchnürlein eindrang, als erBän del's Telegramm erhielt. Doch war sein Erstes, nach der bekannten Spindel uhr zu sehen. Sieben Uhr dreiund dreißig Minuten, sagte er sich selbst. Der Abendzug ist bereits passirt, der Frühzug geht um drei Uhr sünfundvierzig Minuten ab ich fahre mit dem Jrühzug. Für einen Mann, der gewöhnt ist. im Sommer Punkt Fünf, im Winter Punkt Sechs auszustehen, war die Abfahrtszeit deS Morgnjttges eine solche AuZnabme von der Regel und rechtfertigte tS wohl, daßauchHsrrschnürlein von seinerStun deneintheilung abzuweichen entschlossen war. Sollte er aber die ganze Nacht opfern, um die Ab,'ahrtSzeit nicht zu ver siumen? . Wozu? Er hatte ja seinen Wecker! Deiselbe ging zwar, wie be kannt, mit unerschütterlicher Beharrlich leit immerzu früh loS aber das war im gegebenenFalle keinN chtheil, sondern eher ein Vorzug. Herr Schnürlein konn te wenigstens mit mathematischerSicher heit darauf zählen, dak er die Zeit des Aussteheas nicht verschlagen erde. Mit gewohnt.'? Pünktlichkeit erledigte Herr Schnürlein den Rest seiner TagkS' ordnung, begab sich auch, da seine Reise Vorbereitungen nicht, viel Zeit in An spruch nahmen, nicht vor der gewohnten Stunde nach H'use und schickte sich nu.l an, seinen Wecker in Stand zu setzen. Er hatte daS Gewicht d.S Läutwerkes seinerzeit gew?ß an einem sehr zweckmä ßigen Orte aufbewahrt, aber, wie daS ja oft so geht, daS Versteck wr so scharf sinnig u d vortrefflich gewählt, daß er es jetzt selbst nicht mehr auszusinden ver mochte. Nach langem vergeblichen Hin uul Hersuchen dachte Herr Schnürlein endlich als praktischer Mann : Wozu noch lange suchen und mir die kostbare Zeit vom Schlaf abbrechen ? Finde ich das Gewicht nicht, so th'lt die Papier scheere den gleichen Durst! Gesagt, gethan; die Papierscheere wurde an daS Kettchen deS LäatwelkeS gehängt und Herr Schnürlein begab sich beruhigt zu Vette. Mittlerweile war es aber doch elf Uhr geworden. Herr Schnürlein, der sonst während des Entkleiden zweimal und nach d.m LichtauSlöschen noch einmal zu gähnen, dann aber sofort in Morpheus' Arme zu sinken vflegte. konnte dleömrl den Schlaf nicht sinken, tfein Wunder! Der Gedanke, präfumtiver Erde, eines hübschen Vermögens zu fein, bat für ei nen Beamten der unteren Diätenklasfen genug attsreget.d rjt. um selbst einen Schnürlein aus dem gewohnten Gltich muth zu bringen. Die Ansprüche deS iieoiiors an oas even waren zwar von j her so bescheiden, daß sein Gehalt zur . ti-i . .ff. fl.l lf' . ,.,. T e m ' ipcuicoiauna weiicipcn ve,, Dinojrcico!

imyi wiuu,m, uu, Schnürle n mit olcher Wucht ausz Herz. . '".7 mV - shne Vermögen war. mit der undankba rftfrtrt q; m n hi tet's Nicht. Bleischwer liegt die Ermu ren Ausgabe besseren, (Äeld a..Än-, V Wo j 2ut rna f dung in allen Gliedern, im Gehirn, man dere auszutheilen ? Ein hübsches Legat Weck ju seh n. Alles war rn schönster b .... schläft

hatte ; allein die Brust eines jeden !cn. schen birgt einePandorabüchse vonWün schen und Bedürfnissen in sich, und wehe, wenn einmal die erwachsende Begehrlich keit den Deckel derselben gelüftet hat! Vor Schnürlein's Phantasie gauketten allerlei verführerische Zulunstsprojecte und ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. So erinnerte er sich unter Anderem, daß Herr Bändel bereits zur Zeit seiner Ac tivität glücklicher Besitzer einer schweren goldenenErbskette war. Diese mußte sich aller Wahrscheinlichkeit nach im Nachlasse des alten College vorfinden und schon diePietät sürte iErblns'er gebotSchnür lein, diesettetle inHinkunft seiner gelieb ten Spindeluhr als Appendix inzuver leiben. Von der verhaßten Uhr Bändel's sagte die Pietät Schnürlein's al lerdingS nichts. Er beschäftigte sich viel mehr ausschließlich mit der schwierigen Frage, in welcher Weise sich wohl die Harmonie zwischen der goldenen Kette und der tombackenen Uhr werde herstel len lassen und da kam ihm der kübneGe danke, daS Tombackzehäuse der Kette zu Ehren im Feuer vergolden zu lassen. Man sieht, Herr Schnürlein war sehr aufgeregt ! Die nahe Thurmuhr schlug halb zwölf Uhr. Schnürlein wurde durch 'die in die nächtliche Stille seines Kämmerleins so mächtig und feierlich hereinklingenden Töne aus seiner goldenenTräumerei ge weckt. Halb Zwölf ! Um diese Zeit hatte er noch nie gewacht! Und nur noch vierthalb Stunden bis zum Aufste hen ! Schade um den gewohnten guten

Schstn .,; n b li 7 K A machen! - Ob der Weck.r auch (TT t HihTitiXf i vttffX ft rf fC4 ä tw richtig geht? Welch' verhängnißvolle IUJ4IV w.vkj vviiuiiuumvvuk 7, ,,.,,. hrhfn pnn vfr u,:. IIVIUIII IW'llltV i UMVV.I, V! V V IUIH1U Schmarzwälder diesmal den Dienst ' .9 ... . 1 v.rlaa '- D r G dank si I ö r n veriagle . vz,rvuttze iu ycii " V. T, :" C.7'7i: " ' 'Zm w'rd doch b.ff i m. dachte . noch ,r f" eine tun n oi e.te zu da. daS Lautwerk konnte am Ende gar nicht n Gang kommen Ein kleiner Briksbeschnerer aus Ala baster, mit einer Handhabe von Bronze, ein werthes Andenken aus alter Bergan . . . . rnhit tnitrh NN rkiNimer rmaann 7 "7r7 A '"7; 7

i iTiiniiTTiT nnrr tki iiri un viiiiir iir r , , r

a oas gre.gne.uc fVQ,sQmt nicht mehr unter ken Lebenden

erkannt. Herr Schnullern befestigte das zierliche Stück an der Kette des Läut werkeS und legte sich sodann aus's Ohr, um nun endgutig den Schlas der Ge rechten zu schlafen. Aber alsdann wirbelte ein neuer be unruhigender Gedanke gleich circr Schaumblase aus der Tiefe seiner erreg ten Seele zur Oberfläche des bemußlcn Geisteslebens empor: der zarte Brief beschwere? konnte beim Ablausen deg Gewichtes Schaden nehmen. Nach abermaliger reiflicher Ueberlegung wurde infolge dieses begründeten Bedenkens anstatt des gefährdeten CabinetstiickiZ der Stiefelknecht an die Kette gelegr. ES schlug Zwölf. DaS abenteuerliche Bild deS an den Wecker gehängten, so unglihartigen PaareS beschäftigte die Phantasie desRe visors inkebhasterWtise. Die umfang reiche Last an dem dünnen, schwachen Drahtkettcheu beunruhigte ihn einiger maßen ; zudem lag die Befürchtung nahe, daß dieses schwerfallige Anhängsel mit seinen ungeschlachten, nach allen Seiten hin starrenden Formen beim Ablaufen deS Weckers leicht an ein Hinderniß sto ßen und dadurch im Laufe gehemmt wer den könnte; damit wäre aber die beab sichtigte Wirkung vielleicht ganz vereitelt worden. Schnürlein zog dicfeS neue und gewiß ebenfalls nicht unbegründete Bedenken abermals in reifliche Erwä gung und enthob schließlich den Stiefel lnecht wieder der ihm zuaedachien Mis sion in der mit neuglpäiltcr Zuversicht erwachten Hvsfnung, die Paplericheere werde den von ihr verlangten Dienst auch ohne andcrweilige Unterstützung leisten können. DicS fltschah etwa um halb ein Uhr. Um ein Uhr wurde dann in Folge wei lerer Erwägungen der immeihin nicht ganz zuverlässigen Papierscheere noch ein Schlüsselbund beigefügt. Um halbZwei erinnerte sich jedoch Herr Schnürlein glücklicherweise noch rechtzeitig daran, daß besagter Schlüsselbund mit zu den unentbehrlichsten ReiseUtensilien gehöre, da er nebst dem Haus undWohnungs-, auch den Nachtsackschlüssel in sich schloß; um diesen wichtigen Reisebegleiter ja nicht zu vergessen, nahm ihn der Revisor lieber wieder gleich an sich ; die Papier scheere war nun wieder auf sich selbst an gewiesen, undHerr Schnürlein fand, daß eS so auch am allerbesten sei, wie denn überhaupt die ersten Gedanken immer die gtscheidtesten sin. Das war die erste Erwägung in dieser aufgeregten Nacht, welche auf des Revisors Gemüth die be ruhigendeWirkung innigerUeberzeugung ausübte, schade nur, dak diese Wirkung nicht anhielt. Hcrr Schnürlein fand gegen zwei Uhr zu feiner Beschämung, daß seine Befürchtungen deS Schlüssel bundeS im Grunde genommen ohne alle Berechtigung waren, da er ja den Woh nungs und den Hautzschlüssel unmög lich vergessen konnte.weit er beider bedu, f te, um auS dem Hause hinauszukommen. Er war bereits halb und halb enlfhlof sen, daS Sch üsselbund neuerdings an den Wecker zu hangen, da dasselbe, wenn auch nicht nützen, so doch unmöglich schaden konnte da fuhr eS ihm wie ein Blitzstrahl höherer Erleuchtung durch oen ttops. vatz oaS so schwer vermißte Wcckergemicht ganz einfach zu oderst auf dem Schmarzwälder selbst lag. Herr Schnürlein war ein viel zu großer Fa I'llittrl UCl JlUIlUilll, UI9 ÜUK CC niCUl I0 fort m.t beiden Füßen zugleich aus dem Bette gefprunger. wäre, um dem Wecker , l,!n.n,..i.in,.n sini. f,.ii.; natlker derOrdnung. als dab er nicht so zu seinem legitimen Gewicht zu verhelfen. r . . ' s jajiug naiv mrci. Noch eine halbe Stunde! Diese wenigsten? wollte Herr Schnürlein im festen Vertrauen auf sein n nunmehr vollständig rehabiltlirten Wecker gemüth ' w r . 0m m M . r rnimicn iücucr ncc;uig i lich verduseln. Er steckte sicb so reckt be. . . hagllch y,n, da schnurrte und klopp.rte j'un'd rasselte e plötzlich der Wecker l . . , m . . ' yazke JtQ'S natüli auch.bi .diesmal nicht

neymen laifen, nach alter Gewohnheit zu früh loszugehen. Herr Schnürlein verschwor sich hoch und theuer, in seinem ganzen Leben seinen Wecker zu benutzen. Nun war aller dingz auch keiner mehr nötbig. Der entsetzliche Lärm des eigensinnigen Un holdes hatte dem Revisor den letztenRest von Schlas aus den Nerven gejagt, und in einer halben Stunde mußte er ja doch aus den Federn. Err'itttet und frö stelnd harrte er diesem uneiquicklichen Augenblicke entgegen. Die ganze Lust an der Erbschaft war ihm vergangen. Weiche Plackerei! Statt einer ruhig verbrachten Nackt nichts als Aufregun gen, quälende Zweifel. peinigendrsHin und 5)rrschwauken zwischen der Furcht vor dem Unzulänglichen und derLesorg niß desGutcn zu viel zu thun. Fürwahr, es wäre bksser gewesen, auf den Schlaf bis zur Abfabrt des Zuges von vornhe rein zu verzichten und das Verfäumte dein lieber während der Fahrt nachzu holen. Da schmiegt man sich so recht be haglich in die weichgepolsterte Ecke des Sitzes od'r strickt sich gar bequem derLän ge nach auf denselben hin und läßt sich von dem sanft schaukelnden Waggon allgemach und unvermerkt in den Schlaf wiegen. Ah, das ist ein Hochgenuß nach schlaflos durchwachter Nacht ! Im mer dumpfer wird daS. eintönige Ge räufch der Räder, immer sanfler daS Rütteln und Schütteln; schläfrig bllnzt die halbbeschattete Lampe von der Decke nieder, trübe Lichte? und tiefe Schatten schwanken dort oben in seltsamen Um

rissen durcheinander und an den leise 'nnn F.nst..,ch.ib, husch.da und ,a L.ch.ks..ruw d Laterne eines Bahnwärter? oder ein Funke aus dem Schornstein der Loco motive. Der Zug hält an, man merkt ': drr Tag grau,, die Fenster r ; t.n.r. n.n tufa a we ter. ÄlS 5.err Schnürlein erwachte, fand er sich leider nicht in einer weichgepolsterten in seinem Bette, er Wecker an der Wand schwenkte Tiustig wie immr einen Pen ' . r fl ech, - die zeigte er a?er auf Tech? gewöhnliche Stunde deS Erwachens deS pünktlichen Revisors. I (Jlll WlUllUtIVt I 4VII11. llUUk Herr Schnurlem reiste zwar mit dem , 7 ., ' . ,v . NÖffllttN ISUstC 00. 00 IslNd tt IN und daS verwackelte Testament des alten College wurde ohneschnürlein'SPlühe tualtuna oder sonstige Antheilnahme seiner ursprünglichen Fassung gemäß n n nr . . ? ü. voujirelll. 4jic unvergieicylicoe &pin delubr ist nicht im Feuer vergoldet wor den, und auch die goldeneErbSkette wur de ihr nicht zu Theil. Dasür ist sie aber leither die einzige Gefährtin ihres Herrn und Leisters geblieben. Was aus dem verhängnißvollen Wec Ter geworden, weiß Niemand. LlnTafelservice. Die königliche Porzellanmanufaktur in Berlin hat gegenwärtig et prachtvol leS Porzellanservice für 24 Personen au?g:stcltt, welches mit geringen Veran derungcn einem von Friedrich dem Gro ßen benutzten Service nachgebildet ist. tr.' . r j. . cti uinc wunoeroar iqonc Zviumenverzik' rung zieht sich in Verbindung mit Ver Wendung von Gold über die einzelnen Geschirre hin, deren Formen geschweift und bei den Tellern und Schusseln an den Rändern zum Theil durchbrochen sind. Besondere Anerkennung verdient. daß die über Mafur gemalte Vlumende coratlvn auf icdcm Bestandtheile des Service eine andere ist. Wer die Ein förmiqkeit sieht, welch: bei unserem oe wohnlichen GcbrauchZgcschir? obwaltet, lndem zwer oder vier Dutzend Teller ein fach mit ein und demselben Blumenbou quct geschmückt werden, kann ein Gefühl der vanaen.v:il: nicht unterdrücken. DaS Nococo hat in di?scr Beziehung eine Phantasie und Vielaestaltiakeit bewiesen. welche entschieden als mustcrgiltig be zclchnn werden muß. ml vorbezelch nete Service stellt sich rm-Preise von 5000 M. Ein Ermplar desselben besitzt bereits der Zkalscr, em zmerteS der onlg Karl von Rumänien. Die Bctheiliauna der Manufactur an der Ausstellung in München wird eine hervorragende sein. ES sollen besonders Proben deS Seeger Porzellan mit seinen verschiedenfachen Glazurcn und Malereien unter Glasur ausgestellt w:rdcn. In eingelegten Gla suren und Emailmalereien auf Hartpor zellan sind neuerdingS wieder hervorra gende Fortschritte gemacht morden, welche auf dcr Ausstellung vorgeführt erde sollen. 'Selbffverrath. .Schon wieder zur Jagd befohlen. 'Herr Baron? ! Da geht wohl heut der ganze Hof mit ? Doch nicht, lieber Graf ! Durch laucht jagen diesmal nur mit b e schrünttem Gefolge !' Dro sch kenku tscher: .Ach, Herr Doktor! Ick wer' immer dicker, un mir ist dabei so schlecht und schwach !" Arzt : .Ja lieber Mann, Sie leiden an Wassersucht; Sie haben Wasser te' Leide.- Droschkenkutscher: .So! Yka, wenn Sie das meenen, denn wer !ck man dein andern Dok'or gehen, denn ick sehe schon, Sie verstehen meinen Fall sich! Ick un Waffer rm Leibe! Un sinn ! Seit ick entwebnt bin. iS nie een j Droppen von det Jetränk über meint L'ppen jekommen. Immer bloS Weis bier und BaierZch; beeckstenk mal mit Unterbrechung von einige Schnäpse!" Ein Krokodil in der Theik Dem .Ellenör berichtet man aus Siol nok, daß aus der dort befindlichen Menagerie ein ziemlich arokeS Krokodil ent r.: . V fr e l . , S L 1 , 5n.' b Szl. L?'.' 's ?C- .bf ?j ' p uvbadtr aufgeben mu,jen. IN derThelß fetnenAuienthalt genommen habe.. . Ge wiß sehr interessant, aber nicht mehr ganz neu, vielmehr mit . anderen Otts und Ftußnamen als SaisonAnek0ote schon oft erzahlt worden. ' Der Geist deS Menschen lverkZebt . ' . - 1$, oiln, der ihn Gebraucht) i,t daS unzubefriedigenste, unersättlichste Dina m T " M bcr uns dilannien äjtjin.

i

li

580 und 582 Sud East Str., Südwestecke

Fiir die Saison habe ich zu özalfte reduzirt sein muß, so setze

in Renntniß, daß in allen Artikeln

Damen- und Kinder-Mänteltt,

N

in großartiger Auswahl, erleiden eine großartige Reduktion von 0 25 Prozent. Grotze Bargains in allen Departements.

Dies ist eine großartige Gelegenheit um Geld zu sparen.

Eine aufrichtige Appellation. Da so viele anzeigende Firmen sich an das Publikum wenden, so hat Dr. Schoop in Racine, Wiö., sich entschlossen, an irgend eine Adresse, Proben seiner Arznei nebst Krankenbuch frei zu versenden, um deren wirklichen Werth zu beweisen. Dieses giebt dem Publikum Gelegenheit, dieselben zu probiren und sich über seine neue Entdeckung zu informiren, bezüglich der Ursache von chronischen Krankheiten und Aufklärung zu erhalten über die Methode zur Heilung von Magen-, Leber- und Nierenkrankheiten durch die Behandlung mit seinen wiederherstellenden Arzneien, die direkt auf die Nerven einwirken, welche diese Organe kontrolliren. Agenten gegen Salair und Commission verlangt. gfj Die Saison i? Jetzt ist die Saison für Schwere Unterkleider ! Wir haben, die Waaren. Wollen Sie dabei sein ? Naturwollene Herren - Unterhemden und Unterhosen für 75c, $1, $1.25, $1.50 und $2. Sehr gute Waaren. Volle Auswahl von Merino, Scharlach und Kameelshaar-Unterkleider für Damen und Herren zu Preisen, welche sonst nirgends geboten werden. Union Anzüge, olle Größen und Preise, für Damen und Kinder. Schwarze Unterkleider für Damen, Anzüge oder einzelne Stücke. In Strumpf - Waaren haben wir Baumwollene, Liile, Fleece gefütterte, Merino, Lämmer Wolle, Vabmtxt und seidene. JyresiOo George Hernnaiiii Leichenbeftatter, Office : 2K Süd Delavarestr. U2e : 10, 1L2, 124, 123, 123 Oft Pearlftr. Trfata 11. Oen Ta9 tnh cht J. H. EY3IANN, tft der eln,ige praktische Schuhmacher in dk? Stadt. Ftlnste rbit in Herrenschuhe lUi. Iadraseepuratnr. . No. 33 Cire le. HEBttAMf. LINKE,' So. 197 Süd Meridian Str. , . , ,, f Deutscher Messexschmied. '. Empfiehlt sich zur. Anfertigung aller Schneidinstrumente. Rafirmesfer eine Spe ,ialUät. Schleif und sonstige ?kxaraturm schnell, gut und billig aukzezsthrt. .

M

In

II

&3Jiit$9'V jy.pl7 I'HAj' WjJJk

IA

1 Q viel Waaren an Lzand, und da ich hiermit ineine Runden und

eine große Preisreduktion stattfinden urird. Die neuesten Za?ons von

Herren- und und

everrörken

ie kamen ; die nie zuvop

Fortschritt ist unser Panier. Viel zu thun heute noch mehr morgen. Wir wollen nicht nur daö Feld behaupten, sondern noch mehr gewinnen. Stillstand ist Rückschritt ; also vorwärts. Kommen Sie in unfern Store, i . Sehen Sie die Menschenmenge. Sehen Sie die Waaren. Wir haben AlleS als Miibel, Oefen, Teppiche, Uhren und Haus-

Einrichtungen.

yaffocks Brüffeler.

3Yc

Nur diese Woche. Kein Risiko von unS zu kaufkn. Wir hab, die rechten Sachen, die rechte Preise und die rechten Zahlbedingungen.

7 1 & 73 West Washinglongr.Md 32, 34 und 3C Kentucky Ave. kW" Ein ausauf d?r Slze der Zeit.

Biertrinker aufgepaßt ! Die Pce'irichier der Weltausstellung baben zwar ihr endßiltiges Urtheil in dcr Biersrage noch nicht abgegeben, aber F. KleiS hat entschieden, daß aS Bier der Jndiana polis Brewing Co. da? beste Bier tn Jndia napoliS ist, und ladet alle Biertrin?er ein hm einen Besuch abzumatten und sich davon zu übcrzcugen. Achtungsvoll, Friedrich KlriS, 1S4 S. New Jersey, Ecke, Birg. Ave. Der billigste Platz in, der Stadt um i : t 5 L' : LoungeS zu kaufen. Ezclusive Lounge House, 25 Süd Alabama Str ! Groker Verdienst, z . . i Wer uns seine dreffe insendet, dem sende ir er P,st gu ukkuntt über ein an, neu, eschäft. womit irgend eine Person märrn. ltche der etdltcde schlecht auf tzrlta Weise und ohne große uiag und Mühe über 100 Soarr 9tx Vonat verdiene kann, hn eisen uno Pedket. ei genrschaftk'Hum tua. sondern ein ehrliche Qkfcho.fr. Adressire: J,b H,se .. t. Lete XUt3Utt Crtnfl. " P,flofftce: Epencer. Ind. Saitriu nd neipp'sch VfserheilaVaN fRliigt Vxtiit str rk. tituUye tret.

! I'!

PT lVi 9

der Coburn & East Str. mein (ager in 30 Tagen um die das Publikum im Allgemeinen, Knaben - Anzügen Sie kauften, daran dachten yassocks Brüsseler. Extrafein! Creme de lcr Creme l Nur in Flaschen! PALE SELECT! Das beste Bier in der Stadt. Gebraut von der HOME BREWING C0. so Oüb Delaware Ctt. Ttitthtn i: Mozart Halle! Henry Victor.. Dak gröpe, schönste und teste derarttgf Lokal in der tztavt. Die gerSuMiKe u lchön eingerichtete Halle steht Verrweu, Lsgev und Privaten zur Llhaltung von vILev, Ssnzertm und VnsaMnlungen unter Kbera len vedingunzm zur Verfüaunz. Neue Wirthschaft 130 Michigan Avenue. Si kSKscke Lokal, die besten Setränke und Cigarren und freundliche Bedienung. Euch die Gläser zu füllen. Um den Durft zu stillen, Macht stets mir Plaisir, Drum kommt zu mir. JOHN B. WEINDEU ,130 kttchtgan Lveru.